Demografischer Wandel

In den letzen Jahrzehnten haben sich die Geburtenzahlen in Deutschland verringert, so dass bereits heute kein Landkreis mehr über einen natürlichen Geburtenüberschuss verfügt. Selbst „geburtenstarke“ Kreise sind, soll die Einwohnerzahl nicht zurückgehen, auf Wanderungsgewinne angewiesen.
Neben Verlusten bei der Gesamtbevölkerung werden Veränderungen bei der Zusammensetzung der Bevölkerung aus den verschiedenen Altersgruppen die Kreise und Gemeinden vor neue Ausgangsbedingungen stellen: Während der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung zunehmen wird, werden auf der anderen Seite Kinder und Jugendliche deutlich geringere Anteile aufweisen. Der Wettbewerb um Menschen im erwerbsfähigen Alter hat begonnen, das Gefälle zwischen Gebieten mit Wachstums- und Schrumpfungstendenzen wird sich verschärfen. Von Abwanderung und Entleerungstendenzen werden besonders altindustrialisierte sowie ländlich geprägte Teilräume Deutschlands betroffen sein. Aber auch peripher gelegene, verkehrlich schlecht erschlossene Kleinstädte werden von dieser Entwicklung erfasst werden.

Fragestellungen

• Von welchen Auswirkungen des demografischen Wandels ist der ländliche Raum besonders betroffen? Welche Demografietypen bilden sich heraus und welche planerischen Herausforderungen ergeben sich für die Kommunen? Welche Entwicklungsperspektiven und Handlungsbedarfe zeichnen sich für NRW ab?

• Welche Konsequenzen ergeben sich für den Gebäudebestand und wo werden Leerstände auftreten? Welche regionalen Abhängigkeiten entstehen zwischen Arbeitsort und Wohnort? Welche Anforderungen ergeben sich für Stadtplanung und Wohnungsmarkt?

• Welche Auswirkungen ergeben sich für die Infrastrukturplanung und die Nahversorgung? Wie wird sich das Mobilitätsverhalten entwickeln und welche Anforderungen müssen an die Verkehrsinfrastruktur gestellt werden?

• Welche Auswirklungen ergeben sich auf die Kommunalpolitik? Welche Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten für öffentliche und private Akteure bestehen? Was kann Stadtplanung und Architektur in diesem Prozess und zum neuen Rollenverständnis von der Wachstumsplanung zur Schrumpfungssteuerung leisten?

• Sind Sozial- und Raumstruktur des Dorfs besonders geeignet, die Herausforderungen des Strukturwandels zu meistern? Ergeben sich aus der besonderen dörflichen Lebenswelt auch besondere Chancen und Ansätze für einen anderen Umgang mit den Auswirkungen der demografischen Entwicklung? Welche Dorftypen werden entstehen? Wie sind dörfliche Lebensstile zwischen Globalisierung und Regionalisierung heute zu betrachten? Welchen Beitrag leisten Projekte zur Sicherung und zum Ausbau der regionalen Wertschöpfung?

• Welchen ökonomischen Auswirkungen werden ländlicher Raum und Dorf ausgesetzt sein und welche Rolle kommen dabei der Land- und Forstwirtschaft zu?

Mehr dazu erfahren Sie auf der Homepage unseres Symposiums „Demografischer Wandel und ländlicher Raum“ vom 27.10.2006.
Desweiteren stehen dort alle Vorträge zum Download bereit.

Zur Homepage des Symposiums

Projekte 

Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Kirchen und der Universität Siegen

„Stadt Kirchen – den Auswirkungen des demografischen Wandels begegnen Demografiekonzept für die Stadt Kirchen“

Bearbeitet von: Univ. Prof. Dr.-Ing. Hilde Schröteler-von Brandt

Unter Mitarbeit von: Dipl.-Ing. Gerrit Schwalbach (Erhebung der kleinräumigen demografischen Entwicklung)

Weitere Mitarbeiter: Dipl.-Ing. (FH) Christine Loth, Galina Strumberger, Maria Krämer