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Neues Forschungsprojekt zu abgebrochenem Engagement

Im Verlauf unseres Projektes zu abgebrochenem bürgerschaftlichen Engagement in Wohlfahrtsverbänden haben wir uns zunehmend gefragt, ob das, was wir herausfinden, nicht sehr spezifisch für das sorgende Engagement in der Wohlfahrt ist. Wie werden Engagementabbrüche eigentlich erlebt, wenn weniger ein Sorgen und Kümmern den Gegenstand ausmacht, sondern eine andere Tätigkeit? Wie ist das, wenn nicht eine Wohlfahrtsorganisation im Hintergrund wirkt, sondern ein kleiner Verein, eine Initiative oder Ähnliches? Um diesen Fragen nachzugehen, haben wir bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Forschungsprojekt beantragt, welches auch bewilligt wurde. Ab dem 1. Oktober 2019 werden wir ein Forschungsprojekt umsetzen, welches Engagementabbrüche im Sport, in Kirchen und in Umweltinitiativen fokussiert.

 

Projektabschluss und Publikationsliste

Das Forschungsprojekt zum abgebrochenen bürgerschaftlichen Engagement in Wohlfahrtsverbänden ist abgeschlossen. An dieser Stelle noch mal recht herzlichen Dank an alle, die uns auf dem Weg zu unseren Ergebnissen mit Rat, Wissen und ihren Erzählungen weitergeholfen haben!

Im letzten Blogpost haben wir darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse veröffentlicht werden. Diese Arbeit hat sich über zwei Jahre hingezogen und ist nun abgeschlossen. Wir haben Teile der Ergebnisse in einen Aufsatz zusammengefasst und (vorwiegend) in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht – eine übliche Arbeitsweise in der Wissenschaft. Diese Journale sind wichtig für die Akzeptanz der Ergebnisse, weil die Aufsätze in der Regel durch Kolleginnen und Kollegen begutachtet werden, so auch häufig in unserem Fall. Eine Buchpublikation unserer Ergebnisse ist (noch) nicht geplant.

Die Ergebnisse können bis auf eine Ausnahme online nachgelesen werden, zwei Aufsätze sind kostenfrei zu lesen (Open Acess), die anderen nur für Angehörige von Organisationen mit entsprechenden Zugangsmöglichkeiten:

  • Munsch, C., Kewes, A. (2019): Anders als gedacht. Migrationsspezifische Kategorisierungen in Narrationen über beendetes bürgerschaftliches Engagement. In: Soziale Passagen 11 (1), S. 99-118. online hier.
  • Kewes, A., Munsch, C. (2019). Should I Stay or Should I Go? Engaging and Disengaging Experiences in Welfare-Sector Volunteering. In: Voluntas. First online. Open Access.
  • Kewes, A., Munsch, C. (2019). Engagementabbrüche in Wohlfahrtsverbänden: Welche Rolle spielt ein „Migrationshintergrund“? In: Hilse-Carstensen, T., Meusel, S., Zimmermann, G. (Hrsg.): Freiwilliges Engagement und soziale Inklusion. Springer VS, Wiesbaden, S. 27-40. online hier.
  • Kewes, A., Munsch, C. (2018). „Was haben Sie für schöne, warme Hände.“ Resonanzerfahrungen als eigensinnige Selbstbildung von und am Sozialen im wohlfahrtsstaatlichen Engagement. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik 16 (4), S. 401-421.
  • Kewes, A., Munsch, C. (2018). (Kein) Widerspruch im Engagement. Beobachtungen zum kritischen Potential bürgerschaftlich Engagierter in Wohlfahrtsverbänden. In: Soziale Passagen 10 (1), S. 85-104. Open Acess.

Neue Publikation

Bei Veranstaltungen oder per Mail werden wir immer wieder gefragt, ob wir unsere Ergebnise nicht irgendwo publiziert haben. Wir sind tatsächlich aktuell dabei, dies zu tun. Öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse sollen ja nicht einfach in der Schublade verschwinden. Eine erste Publikation findet sich hier. Über weitere Publikationen werden wir auf diesem Blog zeitnah berichten.

Symposium „Engagement zwischen Resonanz und Widerspruch“

Am 21. Juli 2017 wollen wir auf einem Symposium im Artur-Woll-Haus in Siegen die Ergebnisse unserer Forschung vorstellen und mit Kolleginnen und Kollegen aus Forschung und Engagementpraxis diskutieren. Zugesagt haben mit Roland Roth und Sandra Meusel zwei ausgewiesene Expert_innen der Forschung über bürgerschaftliches Engagement.

Es wird keine Tagungsgebühr erhoben, um Anmeldung bis zum 7. Juli 2017 wird gebeten. Informationen zum Programm, zur Anfahrt und zur Anmeldung finden Sie hier.

Vorarbeiten zu neuem Forschungsprojekt gestartet

Während wir noch an der Zusammenfassung unserer Ergebnisse aus der ersten Förderphase arbeiten, bereiten wir bereits ein neues Projekt vor.  Wir haben in den letzten Jahren Engagements im Wohlfahrtsbereich erforscht, weil uns interessierte, ob in den großen deutschen Wohlfahrtsverbänden bestimmte implizite Anforderungen an Engagierte bestanden, deren Nichterfüllung zu Engagementabbrüchen führte.

Was wir gefunden haben, sind neben den Erwartung seitens der Organisationen insbesondere die spezifischen Erwartungen und Erfahrungen der Engagierten. Diese betrachteten die von ihnen ausgeübten Tätigkeiten als äußerst sinnvoll aber – aus den unterschiedlichsten Gründen – nicht immer als zufriedenstellend. (Dies ist nur eine sehr kurze und oberflächliche Darstellung des Ergebnisses. Genauer und ausführlicher werden wir unsere Dateninterpretationen am 21. Juli darstellen).

Unser Ergebnis trifft lediglich eine Aussage über das Feld der Wohlfahrtspflege. Ein weiterer Schritt ist es nun, zu schauen, ob in anderen Engagementfeldern diese Erfahrungen ähnlich oder ganz anders erzählt werden. Wir wollen in der freiwilligen Mitarbeit in Kirchengemeinden, Umweltinitiativen und Breitensportvereinen schauen, was dort eigentlich erzählt wird, sowohl von Seiten aktuell wie ehemaliger Engagierter. Dazu benötigen wir wieder Interessierte, die uns über ihre Engagementerfahrung Rede und Antwort stehen wollen.

Indem die Ergebnisse des Projektes zu einem besseren Verständnis von bürgerschaftlichen Engagements  aus der Perspektive der Engagierten beitragen, unterstützen sie bei der Gewinnung und Bindung von Engagierten sowie dem Management von Engagements.

Forschungsprojekt nähert sich dem Ende

Das Forschungsprojekt geht langsam dem Ende entgegen. Wir haben aus den Interviews und Gruppendiskussionen viel über bürgerschaftliche Engagements im Wohlfahrtsbereich gelernt. Diese Erfahrungen wollen wir in den kommenden Wochen mit Kolleginnen und Kollegen sowie allen Interessierten teilen.

Da wir vor drei Jahren einen Ausgangspunkt genommen haben bei der Frage, ob Migration bei der Engagementbeendigung eine wichtige Rolle spielt, diskutieren wir unsere Ergebnisse am 10. und 11. Mai in Kiel und vom 22. bis 24. Juni in Olten (Schweiz). Kurz gesagt: Wir hatten es uns anders vorgestellt. Unsere Ergebnisse ergänzen den Diskurs über engagierte „Migrant_innen“ aber um eine wichtige Facette jenseits von „Migration spielt eine Rolle“ und „Migration spielt keine Rolle“.

Einen Überblick über wesentliche Ergebnisse bieten wir dann bei einem Symposium an der Universität Siegen am 21. Juli 2017. Weitere Infos zu diesem Termin folgen auf diesem Blog in Kürze.

Forschungsprojekt vor der Sommerpause

Mittlerweile kristalisieren sich immer mehr maßgebliche Sichtweisen heraus, mit denen uns wiederholt über ein Engagement bzw. ein Engagementende erzählt wird. Und wenn es soweit ist, dann kann man vorläufige Forschungsergebnisse auch mit anderen Kolleginnen und Kollegen besprechen. So auch in unserem Fall: Wir haben viel Papier produziert und uns fernab des heimischen Barrios in Hannover ein Feedback eingeholt.

Was bleibt? Zunächst mal ganz sinnbildlich die Notwendigkeit zum aufräumen und sortieren:

Nach dem Workshop ist vor der Arbeit
Nach dem Workshop ist vor der Arbeit

In der Phase nach den Ferien geht es mit neuen Erhebungen weiter, Interessierte sind weiterhin eingeladen, sich zu melden. So haben wir vor, uns im Rahmen der Aktionswoche des bürgerschaftlichen Engagements 2016 zu beteiligen und dort auch Termine anzubieten.

Während des kommenden DGS-Kongresses Ende September in Bamberg haben wir dann die Möglichkeit, den Freiwilligensurvey 2014 weiter zu diskutieren und eine bereits bestehende umfangreiche wissenschaftliche Debatte fortzusetzen (Debattenbeiträge gibt es unter anderem hier, hier, hier und hier). Hierzu wird es eine Ad-Hoc-Gruppe am Freitag Vormittag geben.

Was gibt es Neues?

Wenn ein Blog so lange keinen Eintrag aufweist, dann kann das zwei Gründe haben: Es gibt nichts zu erzählen oder es gibt keine Zeit, um die Neuigkeiten mal aufzuschreiben. In unserem Fall ist es der zweitgenannte Grund: wir waren schlicht zu sehr in der Offline-Welt unterwegs, haben Gespräche geführt, uns Gedanken über die verschrifteten Interviews und Diskussionen gemacht und neue Kontakte gesucht.

Mittlerweile diskutierten und diskutieren wir erste Überlegungen, so etwa beim jüngsten Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, wo wir Überlegungen zu Migrationserfahrungen im Engagement bei Wohlfahrtsverbänden diskutierten. In einem Workshop an der Uni Siegen haben wir insbesondere mit Mitgliedern der Feuerwehr diskutiert, ob sich unsere Beobachtungen aus dem wohlfahrtsstaatlichen Engagement auch auf die Feuerwehren und Rettungsdienste übertragen ließen. Im Juni steht in Hannover eine größere Diskussion von Zwischenergebnissen in einem internen Workshop an, für welchen wir sehr spannende Diskussionspartnerinnen und -partner gewinnen konnten. Und im September wollen wir auf dem Soziologiekongress in Bamberg unsere Überlegungen zum Strauß der Erfahrung in Engagements mit den Kolleginnen und Kollegen diskutieren, die am Freiwilligensurvey 2014 gearbeitet haben und mit einer ganz anderen Brille auf bürgerschaftliches Engagement schauen.

Daneben freuen wir uns weiterhin über Unterstützung bei unserer Datenerhebung. Wenn Sie gerne selber von Ihren Erfahrungen berichten wollen oder mit anderen Engagierten eine Gruppendiskussion veranstalten wollen, sprechen Sie uns gerne an!

Wer macht eigentlich weiter? Gruppendiskussionen mit Engagierten

In den vergangenen Monaten haben wir Menschen gesucht, die ein bürgerschaftliches  Engagement beendet haben. Mit diesen konten wir ausführliche und sehr interessante Interviews führen. Solche Leute suchen wir immer weiter!

In einem weiteren Arbeitsschritt wollen wir nun mit Menschen sprechen, die in ihrem Engagement weiter gemacht haben. Weil wir noch mehr über die alltägliche Arbeit im Engagement wissen wollen, führen wir daher in den kommenden Wochen Diskussionen mit ganzen Gruppen Engagierter.

Wenn Sie das nun lesen, dann haben wir eine Anfrage an Sie, vorrausgesetzt,  Sie engagieren sich aktuell und wollen unsere Forschung dennoch/ gerade deswegen unterstützen: Eventuell üben sie Ihr Ehrenamt mit anderen Ehrenamtlichen gemeinsam aus, z. B. in einer Besuchsgruppe oder in einem Familientreff.

Falls dem so ist, freuen wir uns über eine Einladung zu einem Gruppentreffen. Während eines Gruppentreffens könnten Sie und Ihre Gruppe uns ca. eine Stunde über den Alltag Ihrer Engagementarbeit erzählen. Uns interessieren die „alltäglichen“ Dinge: Welche Arbeit machen Sie konkret? Wie sprechen Sie sich untereinander ab? Wie organisieren Sie Veränderungen? Gibt es auch mal Streit?

Wenn Sie uns hierzu erzählen können und wollen, dann schreiben Sie uns unter andreas.kewes[at]uni-siegen.de.

Sommerpause! – Arbeitspause?

Während es draußen heiß aber angenehm ist, haben wir uns an der Universität Siegen in den Transkripten und ersten Analyseideen vergraben. Daher ist auch dieser Blog in den vergangenen Wochen so verweist – es gibt mächtig viel Text zu lesen…

EMOM-Arbeitsmaterialien

Lesen meint in diesem Zusammenhang vereinfacht ausgedrückt, dass wir die verschrifteten Interviews lesen, uns markante Passagen herausnehmen, diese wiederholt lesen und dann mit anderen markanten Passagen aus anderen Interviews abgleichen. So entwickelt sich dann nach uns nach eine Idee, was in den verschiedenen Interviews ähnlich oder wiederholt auftaucht, was sozusagen typisch ist für das von uns untersuchte Phänomen oder was vielleicht nur in einem Interview auftauchte. Über derartige Vergleiche lassen sich dann erste Verallgemeinerungen erstellen und an diesen Verallgemeinerungen werden wir nach der Sommerpause wieder ansetzen und neue Interviews anfragen.

Und weil in der Sommerzeit auch Ferienzeit ist, sind nicht immer alle Teammitglieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Da bekommen die vielen Ordner und Papiere eine ganz andere Bedeutung für das gemeinsame Auswerten…

Andreas via Skype 2