Ein geschriebenes Grundgesetz

Die Ausstellung

Gesetze sind keine gewöhnlichen Bücher, gemeinhin ist man sich nicht einmal ihrer materiellen Form bewusst. Als Nichtjurist sind einem nur einzelne Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches oder des Nachbarschaftsrechts bekannt, man denkt an den berühmten Apfelbaum, der über den Zaun hängt, aber kaum einer wird Gesetze als Bücher vor Augen haben. [Abbildung: Gesetzessammlung]

Meist handelt es sich um unansehnliche Loseblattsammlungen, die regelmäßig geändert oder ergänzt werden, wenn sie nicht längst durch eine digitale Fassung abgelöst worden sind. Das Grundgesetz bildet da keine Ausnahme. Man mag den einzelne Artikel kennen und schätzen („Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ „Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.“), doch mit dem Grundgesetz schmückt man kein Bücherregal. Wenn diese Sätze im öffentlichen Raum erscheinen, dann nur als Zitat bei Kunstinstallationen.

Texte existieren aber nicht körperlos, sind brauchen Überlieferungsträger. Sie werden gedruckt oder vorgelesen, erscheinen am Bildschirm oder werden gelegentlich auch von Hand geschrieben. So ist es geschehen im Rahmen der Aktion Eine Uni – ein Buch an der Universität Siegen im Jahr 2017. Über Monate hinweg wurde das Grundgesetz mit Feder und Tinte abgeschrieben – mit einer uralten Kulturtechnik, die im Mittelalter noch zwingende Voraussetzung für die Buchproduktion war. Der erste Eintrag erfolgte anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Papyrus, Pergament, Papier. Von schmutzigen Lumpen und prachtvollen Büchern  am 21. März 2017.

Beispielseite (Titel und Einleitung)

Hier eine kleine Zusammenfassung