International Pexip Infinity Connect Seminar (UNICampSi)

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Die Universität Siegen pflegt seit 2007 eine aktive Hochschulkooperation mit der Universidade Estadual de Campinas (UNICAMP), São Paulo, Brasilien und seit 2014 findet ein kontinuierlicher DAAD-geförderter Studierendenaustausch in den B.A.-Studiengängen Pädagogik: Entwicklung und Inklusion (Universität Siegen) und dem Kurs Graduação: Pedagogia sowie Liçenciatura (UNICAMP) statt.

Zum Ausbau der Hochschulkooperation und des Studierendenaustauschs fand im WS 2018 / 19 erstmalig ein semesterbegleitendes internationales Videokonferenz-Seminar an beiden Universitäten statt. Unter dem Titel „Development and Professionalism: From Individual Conflicts to the Constitution of the Subject“ sind im Rahmen der Hochschulkooperation erstmalig brasilianische und deutsche Austauschstudierende gemeinsam in den Diskurs getreten zu Fragen von Sozialraum, Wahrnehmung, Vermittlung, Subjektkonstitution und Weltgestaltung.

Lehrformen
Über eine semesterbegleitende Videokonferenz-Schaltung der beiden Universitäten sind Studierende in den internationalen Diskurs getreten. Als Austauschstudierende vor diversen Herausforderungen der Sozialraumwahrnehmung und –erkundung stehend, haben die Studierende individuelle Google-Maps erstellt, in denen sie darstellen, wie und warum sie die für sie an der Partneruniversität relevante Umwelt wahrnehmen und bewerten (siehe Abbildungen im Anhang). Aufbauend auf die so erstellten Maps wurden anschließend Go-Alongs realisiert, um so die eigene Wahrnehmung mit der über die Go-Alongs erhobenen Daten zu kontrastieren. Die sich aus diesem Zusammenhang ergebenen Cases wurden erziehungswissenschaftlich-theoretisch rückgebunden so, dass für die Studierenden Sinngebung und Erkenntnisgewinn (Bildung) ermöglicht wird.

Auszüge eines Go-Alongs

Auszug 1
Auszug 2

Das Projekt wurde im Wintersemester 2018 / 19 erprobt.
Eine leicht angepasste Wiederholung des Lehrprojekts ist für das WS 2019 / 20 geplant.

Leistungsnachweis
Studienleistung in Form eines Go-Alongs (siehe Beispiel im Anhang).

Verwendete Plattformen und Tools

Videokonferenz-Hardware: Logitech GROUP
Videokonferenz-Software: Pexip Infinity Connect (DFNconf)
Google Maps

Ansprechpartner

Prof.‘in Dr.‘in Ulrike Buchmann
Fakultät II – Department Erziehungswissenschaft · Psychologie
Berufs- und Wirtschaftspädagogik

Kontakt:
Prof.‘in Dr.‘in Ulrike Buchmann
ulrike.buchmann@uni-siegen.de

Digital teilhaben. Kooperatives Seminarprojekt OASE Lernwerkstatt Uni Siegen & Lernwerkstatt der Universität Erfurt

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Sowohl die digitale Bildung als auch die inklusive Bildung erfordern innovative Ausbildungskonzepte, die die klassischen Modelle der Lehrer*innenbildung und übliche Lehr-Lern-Traditionen an den Hochschulen ergänzen und reformieren sollen. Ziel des Seminars ist eine niedrigschwellige und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit modernen Medien sowie zugehöriger Software in inklusiven Lehr- und Lernsettings. Gelingt es, ein entsprechendes fachliches sowie didaktisches Wissen auf Seiten der angehenden Lehrkräfte aufzubauen, können dementsprechend Voraussetzungen für einen (multi-)professionellen Umgang mit neuen Medien im schulischen Unterricht geschaffen werden.

Für Studierende und Lehrende wird an zwei  Hochschulstandorten ein strukturiertes Lernen in einer (multi-) professionellen Lerngemeinschaft möglich, die sich sowohl durch face-to-face Arbeitssituationen als auch durch virtuelle Auseinandersetzungen via Skype, OneNote oder Whatsapp ergeben, die u.a. auch durch die Überwindung der räumlichen Distanz beider Lernorte bedingt ist.

Das Seminar findet in den beteiligten Hochschullernwerkstätten (OASE Lernwerkstatt, Uni Siegen & Lernwerkstatt Uni Erfurt) statt. Beide Lernwerkstätten zeichnen sich dadurch aus, dass eine inklusive und digitale Lernumgebung direkt vor Ort analysiert und entwickelt werden kann. Ebenso sind beide Einrichtungen mit vielfältigen digitalen Medien und entsprechender Software ausgestattet, die eine virtuelle Seminararbeit ermöglichen.

Im Wintersemester 19/20 wird das Lehrformat erstmalig im Rahmen des Masterstudiums im Rahmen von zwei Lehrveranstaltungen angeboten (Workshop & Seminar zur individuellen Vertiefung).

Das Projekt wurde erstmalig im Wintersemester 17/18 und Wintersemester 18/19 durchgeführt.

Lehrformen:
Kollaboratives Problem-Based Learning: Konzeptionell wird der Ansatz verfolgt, das Modell des Problem-Based-Learnings gezielt um Bestandteile des kollektiven Arbeitens (Kooperation & Kollaboration) zu erweitern.

Leistungsnachweis
Studienleistung (3LP bzw. 4 LP):
– Aktive Teilnahme bei allen Seminarterminen
– Recherche- u. Erkundungsaufträge
– Selbständige Bearbeitung des „Problems“ in den AGs
– Kooperative & kollaborative Gruppenarbeit
– Präsentation der AG-Ergebnisse in Form eines Bar Camps

Prüfungsleistung (2 LP, benotet):
– Hausarbeit & Reflexion zum Seminar- und AG-Thema.

Verwendete Plattformen und Tools

Plattformen:
Moodle

digitale Tools:
Skype-Konferenzen, Blogs (Homepage der Lernwerkstatt der Universität Erfurt)

Ansprechpartner

Dr. Barbara Müller-Naendrup
(wiss. Leitung der OASE Lernwerkstatt der Universität Siegen)
Fakultät II – Dep. Erziehungswissenschaft
Arbeitsgruppe Grundschulpädagogik

Marcus Berger
Hochschullernwertkstatt der Universität Erfurt

Kontakt
Dr. Barbara Müller-Naendrup,
mueller-naendrup@paedagogik.uni-siegen.de

Marcus Berger
marcus.berger@uni-erfurt.de

Internet-Unternehmensplanspiel USIplan

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Das Planspiel soll im ersten Semester der Studiengänge BA Betriebswirtschaftslehre und BA Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht Grundfragen der Betriebswirtschaftslehre aufwerfen. Dazu sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage versetzt, in Gruppen ein virtuelles Planspielunternehmen zu gründen und über acht Entscheidungsperioden zu führen. Dabei müssen sie Entscheidungen über die Produktion, Beschaffung, Absatz, Finanzierung und das Personalwesen treffen. In jeder der einzelnen Entscheidungsperioden werden schwerpunktmäßig unterschiedliche Fragen aufgeworfen. So müssen die Gruppen beispielsweise in Per2 zum ersten Mal den Verkaufspreis festlegen. Für eine Entscheidung haben sie bis dahin wenig Anhaltspunkte, so dass sich hier die Einführung der (Stück-)Kostenberechnung als untere Grenze der Preisfestsetzung aufdrängt. In Per4 haben viele Planspielunternehmen typischerweise das Problem, dass Lagerbestände entstanden sind, somit kann hier bei der näheren Beschäftigung mit dem Absatz nach anderen, oberen Grenzen der Preisfestsetzung behandelt werden. In Per3 bekommen die Planspielunternehmen zum ersten Mal ihre Geschäftsberichte. Es stellt sich für die Teilnehmerinnen also das Problem, welche Informationen sich darin verbergen, die bei der weiteren Entscheidungsfindung hilfreich sind. Diese Fragen werden in den Tutorien behandelt und die Folien dazu auf der Planspielseite als Entscheidungshilfe veröffentlicht. Ob die Gruppen diese Hilfen verwenden, bleibt ihnen freigestellt.

Die Planspielgruppen werden vom Planspielsystem in Märkte aus jeweils acht bis neun Gruppen eingeteilt; innerhalb dieser Märkte stehen die Gruppen miteinander in Konkurrenz, was zu einer hohen Dynamik in den Märkten führt. Zusätzlich kann der Planspielleiter die Rahmenbedingungen laufend modifizieren, indem beispielsweise Bezugspreise von Fertigungsmaterial, Zinssätze für Kredite oder die Nachfrage verändert werden. Diese Veränderungen wird den Gruppen über ein News-System auf der Internetseite des Planspiels mitgeteilt.

Lerntheoretisch findet im Planspiel kein Vorratslernen statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entdecken während der Entscheidungsfindung Probleme und entwerfen geeignete Lösungen. Die freiwilligen Präsenz-Tutorien sind dabei als Hilfe und als Vertiefung gedacht. Das Planspielsystem gibt dann über verschiedene Kennzahlen eine Rückmeldung über den Erfolg des entworfenen Lösungsweges und stellt mit der neuen Runde eine neue, problembehaftete Situation bereit. Zudem soll die Diskussion über Lösungen in den Gruppen dazu führen, dass im Sinne des sozialen Lernens besser durchdachte Entscheidungen getroffen werden.

Technisch gesehen läuft das Planspielsystem auf einem Server der Universität und ist in PSP (Python Server Pages) programmiert. Das Planspielsystem kann circa 1.000 parallele Planspiele erzeugen und mehrere tausend Nutzer handhaben. Das Planspiel usiplan der Fakultät III wird in jedem Semester angeboten. In den letzten Jahren nahmen im Sommersemester ca. 500 und im Wintersemester ca. 800 Studierende teil. Das Planspielsystem wurde vor 20 Jahren als Zusammenarbeit zwischen der Universität Siegen in Person von AOR Dr. Dietmar Ochs und dem Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V. entwickelt. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird das Planspiel nicht nur an der Universität Siegen, sondern in ähnlicher Form auch als Fernplanspiel für Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen angeboten.

 

Abbildung 1: Entscheidungsmaske eines Planspielunternehmens
Abbildung 2: Bilanz eines Planspielunternehmens und Berichtsauswahl

Das Projekt wird seit ca. 20 Jahren durchgeführt.

Lehrformen
Einführung als Präsenzveranstaltung, Präsenz-Tutorien zur Vertiefung von einzelnen Aspekten, Diskussion von Aspekten und Klärung von Fragen in einer facebook-Gruppe, selbstorganisierte Entscheidungsabgabe in den Planspielgruppen und Entscheidungsabgabe über einen Browser, Abschluss als Präsenzveranstaltung.

Leistungsnachweis:
1. Fristgerechte und vollständige Entscheidungabgabe,keine
2. Eigenkapitalverluste des Planspielunternehmens,
3. 75% korrekt bearbeitete rundenbegleitende Fragemodule

Verwendete Plattformen und Tools

USIplan
www.usiplan.de

Ansprechpartner

StR Dr. Marco Rehm
Fakultät III – Zentrum für ökonomische Bildung

Kontakt
StR Dr. Marco Rehm
rehm@zoebis.de

 

Gemeinsame Vorlesungen TU Dortmund / Uni Siegen

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Gemeinsame Vorlesung „Flavour Physics in Experiment and Theory“ mit den Dortmunder Kollegen, Videoübertragung der Vorlesungen von Siegen nach Dortmund bzw. von Dortmund nach Siegen, beidseitig offener Kanal, d.h. Rückfragen können in Echtzeit erfolgen und beantwortet werden.

Das Projekt befindet sich in Durchführung.

Weitere Vorlesungen sind in Planung

Lehrformen
Vorlesungen mit Übungen

Leistungsnachweis

Mündlich Prüfung in Dortmund bzw. Siegen

Verwendete Plattformen und Tools

Vidyo Desktop

Ansprechpartner

Prof. Dr. Thomas Mannel (Universität Siegen)
Fakultät IV – Department Physik
TP1 Research Group

Prof. Dr. Alexander Khodjamirian Theor (Universität Siegen)
Fakultät IV – Department Physik
TP1 Research Group

Prof. Dr. Bernhard Spaan (TU Dortmund)
Fakultät Physik – Experimentelle Physik 5
Medizienphysik

Dr. Johannes Albrecht (TU Dortmund)
Fakultät Physik – Experimentelle Physik 5
Medizienphysik

 

Kontakt
Prof. Dr. Thomas Mannel (Universität Siegen)
Mannel@physik.uni-siegen.de

 

Shift from Tech to Mindset

Hochschuldidaktik hat spätestens seit Bologna den zentralen Auftrag: den „shift from teaching to learning“ zu gestalten und zu begleiten. Damit hat ein Prozess begonnen, in dem Lehrende ihre Veranstaltungen studierendenzentriert und lernzielorientiert planen und durchführen. Lehre wird nicht länger als Einbahnstraße verstanden, sondern als Austausch und gemeinsames Erarbeiten, um so zu einem vertieften Verständnis von Inhalten zu gelangen. Dieser Ansatz hat etablierte Strukturen in der universitären Lehre auf den Prüfstand gestellt und wird in der gegenwärtigen hochschuldidaktischen Praxis als selbstverständlich vorausgesetzt. Analog zu den Anfängen dieses Prozesses verstehen wir von der Hochschuldidaktik der Universität Siegen gegenwärtig die Digitalisierung der Lehre als „shift from tech to mindset“.

Zusammen mit dem Begriff der Digitalisierung geht auch immer wieder das Gespenst einer Universität ohne Studierende um, die Lehre und Lernen von der sozialen Interaktion entkoppelt. Besonders Videos spielen eine Hauptrolle in diesem Szenario. Würden jedoch sämtliche Präsenzveranstaltungen in ein Videoformat übertragen, könnte man eben nur von einem Medienwechsel sprechen, einem Ersatz. Digitalisierung bedeutet aber weitaus mehr als Ersatz. Es ist damit die Durchdringung von bestehenden Konzepten und Methoden gemeint. Diese Durchdringung darf aber eben nicht bedeuten, dass alles online gestellt wird und keiner mehr anzureisen braucht. Vielmehr geht es darum zu erkennen, dass digitale Elemente Teile unserer Lehre unterstützend bereichern, um so Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten zu ermöglichen, die wiederum dem Lernerfolg der Studierenden zugutekommen. Deshalb muss es unser Ziel sein unsere Lehre vor dem Hintergrund der Möglichkeiten der Digitalisierung zu reflektieren sowie zum Zwecke eines gesteigerten Lernerfolgs der Studierenden aktiv und unter kollaborativen Aspekten zu gestalten.

Eine Konkurrenzsituation zwischen ´click´ und ´brick´ lenkt von der eigentlich notwendigen Diskussion ab. Digitalisierung hält nicht die Studierenden und Lehrenden von Universitäten fern, im Gegenteil: diejenigen, die Präsenzveranstaltungen besuchen, sollen an einer lebendigen Wissenserschließung teilnehmen können und so Gelegenheit haben kontinuierlich die eigenen Lernfortschritte zu reflektieren. Das stellt Universitäten vor die Herausforderung, die Präsenzphasen neu zu denken, um so ein wechselseitig aufeinander abgestimmtes Lehr-/Lernkonzept den Studierenden der Gegenwart und Zukunft vorzuhalten. Ganz zu schweigen von dem dafür erforderlichen infrastrukturellen Ausbau, z.B. in den Medienzentren.

Selbstverständlich stehen Videos bei den Studierenden hoch im Kurs und werden gewünscht, wie die Studierendenbefragung an der Universität Siegen 2017 wenig überraschend bestätigt hat. Im Sinne der von uns verstandenen Digitalisierung darf es aber nicht an dieser technisch orientierten Oberfläche allein bleiben. Die digitale Bereitstellung von Inhalten muss gezielt und geplant erfolgen und eine Veränderung des didaktischen Settings in der Präsenzveranstaltung nach sich ziehen, um den Lernerfolg zu unterstützen. Schulmeister und Loviscach fragen in einem Beitrag zu Mythen der Digitalisierung:

Wenn sie mit ein bis zwei Wochen Vorbereitung in der „heißen Phase“, in der sie auch die angebotenen digitalen Medien heftig nutzen, die Prüfungen bestehen können, warum sollten sie dann während der gesamten Vorlesungszeit Beiträge in Blogs posten, kollaborativ an einem Online-Text arbeiten oder sich mit Videos auf Unterrichtsstunden vorbereiten?

Deshalb müssen wir in der Lehre den Status Quo hinterfragen. Nur weil etwas technisch möglich ist und kurzfristig Abhilfe schafft, heißt das nicht, dass damit automatisch die gewünschten Ergebnisse erreicht werden oder gar die Lehre verbessert wird. Das wiederum führt unmittelbar zu der Frage, ob hier der Studiererfolg oder der kompetenzorientierte Lernerfolg der Studierenden unterstützt wird.
Es geht also gar nicht so viel um Technik, sondern vielmehr um die Haltung zur Lehre. „Didactics must drive technology – not vice versa“ lautet der vielzitierte Satz von Aaron Sams, wenn es um digital angereicherte Lehre geht. Und deshalb geht es jetzt darum den „shift from tech to mindset“ zu vollziehen, um den Lernerfolg der Studierenden zu unterstützen.

Derzeit scheint das Inverted Classroom Modell (ICM) die vielversprechendste Methode zu sein, um die Digitalisierung der Lehre voranzutreiben. Hier dient die Präsenzveranstaltung einer vertiefenden und praxisnahen Auseinandersetzung, während die Grundlagen dafür in medial aufbereiteten Lerneinheiten von den Studierenden vorbereitet werden. Aber auch andere digitale Hilfsmittel ermöglichen mittlerweile eine kooperative Gestaltung der Präsenzveranstaltungen, so dass die soziale Interaktion – ein wesentliches Kennzeichnen der Digitalisierung – unterstützt wird.

Die Digitalisierung durchdringt bereits viele unserer Lebensreiche, so ist es nur naheliegend, dass sie auch unsere Jobs in der Lehre verändert. Die Jobs in der Lehre werden deshalb aber nicht wegrationalisiert. Digitalisierung ist nicht „das Böse“ und die Lehrenden sind nicht auf die Rolle des passiven Zuschauers festgelegt. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung eine Fülle an Möglichkeiten bestehende Lehr-Lernszenarien zu verbessern und zu vereinfachen.

Tweet von Prof. Dr. Jürgen Handke (Uni Marburg)

Funktionierende Konzepte, allen voran das Inverted Classroom Model, liegen dafür vor und werden seit Jahren bei engagierten Lehrenden erprobt und weiterentwickelt. Diese Lehrenden stellen die Inhalte sogar frei und offen zur Verfügung, damit andere Lehrende sich ein Bild machen können, wie das von statten geht. Es wird also nicht reichen an der eigenen Universität zu schauen, was alles passiert. Der Blick muss nach außen gehen, um das was wir selber erarbeitet haben zu reflektieren. Gleichzeitig ist es hilfreich die eigenen Initiativen nach außen zu kommunizieren, um auch externen Lehrenden Anlass zur Auseinandersetzung zu bieten. Denn fest steht auch, dass die Digitalisierung nicht automatisch gut ist. Sie bedarf eines kompetenten und reflektierten Einsatzes und muss aktiv von den Lehrenden selber gestaltet werden. Auf jeden Fall kann die Losung nicht länger lauten: Wie kriegen wir Digitalisierung weg oder wie können wir sie vermeiden? Ebenso wenig können wir warten, was sich durchsetzt. Vielmehr müssen wir Lehrende und letztlich auch Studierende in die Lage versetzen mit jedweder Technik umgehen zu lernen und über deren sinnvollen Einsatz reflektiert entscheiden zu können. Nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft.

Literaturhinweise
  1. Johannes Wildt. “The Shift from Teaching to Learning” -Thesen zum Wandel der Lernkultur in modularisierten Studienstrukturen (https://www.htw-berlin.de/files/Presse/News/Shift_from_Teaching_to_Learning_Thesen_zum_Wandel.pdf )
  2. Michael Jäckel. Der Campus und die Digitalisierung: So sieht die Universität der Zukunft aus. In: Hochschulforum Digitalisierung.https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/der-campus-und-die-digitalisierung-so-sieht-die-universitaet-der-zukunft-aus
  3. Rolf Schulmeister und Jörn Loviscach. Mythen der Digitalisierung mit Blick auf Studium und Lernen. In: Christian Leineweber/Claudia de Witt (Hrsg.): Digitale Transformation im Diskurs
  4. Jürgen Handke. Mehrwerte durch Digitalisierung? Quelle: https://www.youtube.com/watch? v=XaupfCKSKfk
  5. Felix Stalder. Grundformen der Digitalität. In Agora 42. Quelle: http://felix.openflows.com/node/429

Shift from Tech to Mindset (PDF)

Ansprechpartner

Alexander Schnücker
Zentrum zur Förderung der Hochschullehre

Kontakt
Alexander Schnücker
Alexander.Schnuecker@hd.uni-siegen.de