Shift from Tech to Mindset

Hochschuldidaktik hat spätestens seit Bologna den zentralen Auftrag: den „shift from teaching to learning“ zu gestalten und zu begleiten. Damit hat ein Prozess begonnen, in dem Lehrende ihre Veranstaltungen studierendenzentriert und lernzielorientiert planen und durchführen. Lehre wird nicht länger als Einbahnstraße verstanden, sondern als Austausch und gemeinsames Erarbeiten, um so zu einem vertieften Verständnis von Inhalten zu gelangen. Dieser Ansatz hat etablierte Strukturen in der universitären Lehre auf den Prüfstand gestellt und wird in der gegenwärtigen hochschuldidaktischen Praxis als selbstverständlich vorausgesetzt. Analog zu den Anfängen dieses Prozesses verstehen wir von der Hochschuldidaktik der Universität Siegen gegenwärtig die Digitalisierung der Lehre als „shift from tech to mindset“.

Zusammen mit dem Begriff der Digitalisierung geht auch immer wieder das Gespenst einer Universität ohne Studierende um, die Lehre und Lernen von der sozialen Interaktion entkoppelt. Besonders Videos spielen eine Hauptrolle in diesem Szenario. Würden jedoch sämtliche Präsenzveranstaltungen in ein Videoformat übertragen, könnte man eben nur von einem Medienwechsel sprechen, einem Ersatz. Digitalisierung bedeutet aber weitaus mehr als Ersatz. Es ist damit die Durchdringung von bestehenden Konzepten und Methoden gemeint. Diese Durchdringung darf aber eben nicht bedeuten, dass alles online gestellt wird und keiner mehr anzureisen braucht. Vielmehr geht es darum zu erkennen, dass digitale Elemente Teile unserer Lehre unterstützend bereichern, um so Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten zu ermöglichen, die wiederum dem Lernerfolg der Studierenden zugutekommen. Deshalb muss es unser Ziel sein unsere Lehre vor dem Hintergrund der Möglichkeiten der Digitalisierung zu reflektieren sowie zum Zwecke eines gesteigerten Lernerfolgs der Studierenden aktiv und unter kollaborativen Aspekten zu gestalten.

Eine Konkurrenzsituation zwischen ´click´ und ´brick´ lenkt von der eigentlich notwendigen Diskussion ab. Digitalisierung hält nicht die Studierenden und Lehrenden von Universitäten fern, im Gegenteil: diejenigen, die Präsenzveranstaltungen besuchen, sollen an einer lebendigen Wissenserschließung teilnehmen können und so Gelegenheit haben kontinuierlich die eigenen Lernfortschritte zu reflektieren. Das stellt Universitäten vor die Herausforderung, die Präsenzphasen neu zu denken, um so ein wechselseitig aufeinander abgestimmtes Lehr-/Lernkonzept den Studierenden der Gegenwart und Zukunft vorzuhalten. Ganz zu schweigen von dem dafür erforderlichen infrastrukturellen Ausbau, z.B. in den Medienzentren.

Selbstverständlich stehen Videos bei den Studierenden hoch im Kurs und werden gewünscht, wie die Studierendenbefragung an der Universität Siegen 2017 wenig überraschend bestätigt hat. Im Sinne der von uns verstandenen Digitalisierung darf es aber nicht an dieser technisch orientierten Oberfläche allein bleiben. Die digitale Bereitstellung von Inhalten muss gezielt und geplant erfolgen und eine Veränderung des didaktischen Settings in der Präsenzveranstaltung nach sich ziehen, um den Lernerfolg zu unterstützen. Schulmeister und Loviscach fragen in einem Beitrag zu Mythen der Digitalisierung:

Wenn sie mit ein bis zwei Wochen Vorbereitung in der „heißen Phase“, in der sie auch die angebotenen digitalen Medien heftig nutzen, die Prüfungen bestehen können, warum sollten sie dann während der gesamten Vorlesungszeit Beiträge in Blogs posten, kollaborativ an einem Online-Text arbeiten oder sich mit Videos auf Unterrichtsstunden vorbereiten?

Deshalb müssen wir in der Lehre den Status Quo hinterfragen. Nur weil etwas technisch möglich ist und kurzfristig Abhilfe schafft, heißt das nicht, dass damit automatisch die gewünschten Ergebnisse erreicht werden oder gar die Lehre verbessert wird. Das wiederum führt unmittelbar zu der Frage, ob hier der Studiererfolg oder der kompetenzorientierte Lernerfolg der Studierenden unterstützt wird.
Es geht also gar nicht so viel um Technik, sondern vielmehr um die Haltung zur Lehre. „Didactics must drive technology – not vice versa“ lautet der vielzitierte Satz von Aaron Sams, wenn es um digital angereicherte Lehre geht. Und deshalb geht es jetzt darum den „shift from tech to mindset“ zu vollziehen, um den Lernerfolg der Studierenden zu unterstützen.

Derzeit scheint das Inverted Classroom Modell (ICM) die vielversprechendste Methode zu sein, um die Digitalisierung der Lehre voranzutreiben. Hier dient die Präsenzveranstaltung einer vertiefenden und praxisnahen Auseinandersetzung, während die Grundlagen dafür in medial aufbereiteten Lerneinheiten von den Studierenden vorbereitet werden. Aber auch andere digitale Hilfsmittel ermöglichen mittlerweile eine kooperative Gestaltung der Präsenzveranstaltungen, so dass die soziale Interaktion – ein wesentliches Kennzeichnen der Digitalisierung – unterstützt wird.

Die Digitalisierung durchdringt bereits viele unserer Lebensreiche, so ist es nur naheliegend, dass sie auch unsere Jobs in der Lehre verändert. Die Jobs in der Lehre werden deshalb aber nicht wegrationalisiert. Digitalisierung ist nicht „das Böse“ und die Lehrenden sind nicht auf die Rolle des passiven Zuschauers festgelegt. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung eine Fülle an Möglichkeiten bestehende Lehr-Lernszenarien zu verbessern und zu vereinfachen.

Tweet von Prof. Dr. Jürgen Handke (Uni Marburg)

Funktionierende Konzepte, allen voran das Inverted Classroom Model, liegen dafür vor und werden seit Jahren bei engagierten Lehrenden erprobt und weiterentwickelt. Diese Lehrenden stellen die Inhalte sogar frei und offen zur Verfügung, damit andere Lehrende sich ein Bild machen können, wie das von statten geht. Es wird also nicht reichen an der eigenen Universität zu schauen, was alles passiert. Der Blick muss nach außen gehen, um das was wir selber erarbeitet haben zu reflektieren. Gleichzeitig ist es hilfreich die eigenen Initiativen nach außen zu kommunizieren, um auch externen Lehrenden Anlass zur Auseinandersetzung zu bieten. Denn fest steht auch, dass die Digitalisierung nicht automatisch gut ist. Sie bedarf eines kompetenten und reflektierten Einsatzes und muss aktiv von den Lehrenden selber gestaltet werden. Auf jeden Fall kann die Losung nicht länger lauten: Wie kriegen wir Digitalisierung weg oder wie können wir sie vermeiden? Ebenso wenig können wir warten, was sich durchsetzt. Vielmehr müssen wir Lehrende und letztlich auch Studierende in die Lage versetzen mit jedweder Technik umgehen zu lernen und über deren sinnvollen Einsatz reflektiert entscheiden zu können. Nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft.

Literaturhinweise
  1. Johannes Wildt. “The Shift from Teaching to Learning” -Thesen zum Wandel der Lernkultur in modularisierten Studienstrukturen (https://www.htw-berlin.de/files/Presse/News/Shift_from_Teaching_to_Learning_Thesen_zum_Wandel.pdf )
  2. Michael Jäckel. Der Campus und die Digitalisierung: So sieht die Universität der Zukunft aus. In: Hochschulforum Digitalisierung.https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/der-campus-und-die-digitalisierung-so-sieht-die-universitaet-der-zukunft-aus
  3. Rolf Schulmeister und Jörn Loviscach. Mythen der Digitalisierung mit Blick auf Studium und Lernen. In: Christian Leineweber/Claudia de Witt (Hrsg.): Digitale Transformation im Diskurs
  4. Jürgen Handke. Mehrwerte durch Digitalisierung? Quelle: https://www.youtube.com/watch? v=XaupfCKSKfk
  5. Felix Stalder. Grundformen der Digitalität. In Agora 42. Quelle: http://felix.openflows.com/node/429

Shift from Tech to Mindset (PDF)

Ansprechpartner

Alexander Schnücker
Zentrum zur Förderung der Hochschullehre

Kontakt
Alexander Schnücker
Alexander.Schnuecker@hd.uni-siegen.de

Simulationstechnik II – Vorlesung mit Labor und Projekt

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Der Themenbereich Simulationstechnik erfordert Kenntnisse sowohl aus der Anwendung (hier: Maschinenbau, könnte aber auch Physik, Chemie, Medizin, … sein) als auch aus der Mathematik als auch aus der Informatik. Die Vorlesung Simulationstechnik 1 im Bachelor-Studium Maschinenbau behandelt alle diese Bereiche und stellt sie in einen Zusammenhang. Die Vorlesung Simulationstechnik 2 im Master geht dann in einem laborartigen Charakter durch diese Schritte durch. Es wird modelliert, die Erwartungen anhand der Modelle beschrieben, die Diskretisierung durchgeführt, und anschließend simuliert. Hier arbeiten die Studierenden zunächst unter Anleitung und später selbständig an einem eigenständigen Simulations-Projekt.

Das Projekt ist nicht eigentlich ein Digitalisierungsprojekt, es gab nicht erst eine analoge Veranstaltung, die durch Einsatz digitaler Werkzeuge geändert wurde. Vielmehr ist es eine Vorlesung / Labor, die den Studierenden des Maschinenbaus das zunehmend digitaler werdende Werkzeug vermittelt, ähnlich wie die Vorlesung Konstruktionslehre früher mit Tusche auf Papier stattfand und heute ganz selbstverständlich mit CAD-Programmen durchgeführt wird.

Erwähnenswert im Kontext digitaler Lehre ist es dennoch, da zum einen eine Schwierigkeit dazu kommt, die früher weniger gegeben war: es ist darauf zu achten, dass die Veranstaltung nicht zu einer Produktschulung wird, sondern immer noch die herstellerunabhängigen Inhalte im Vordergrund stehen und nicht die Bedienung eines bestimmten Software-Paketes.

Zum anderen wird es erwähnt, da die eingesetzten Werkzeuge sicher auch für andere Projekte relevant sein können, auch wenn sie eigentlich keine Werkzeuge für die Lehre und damit anderen Lehrenden vermutlich nicht bekannt sind.

Das Projekt befindet sich in Durchführung.

Verwendete Plattformen und Tools

Laptops, HorUS, Redmine, Mercurial

Simulationstechnik II – Vorlesung mit Labor und Projekt (PDF)

Ansprechpartnerin

Sabine Roller
Fakultät IV – Department Maschinenbau
Simulationstechnik und Wissenschaftliches Rechnen (STS)

Kontakt
Sabine Roller
sabine.roller@uni-siegen.de

Einführung in die Programmierung mit Python als Online-Kurs

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Die Einführung in die Programmierung richtet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse in der Programmierung. Sie ist stark praxisorientiert und baut hauptsächlich auf Übungen auf. Der Stoff eignet sich gut zum Selbststudium, und Ziel dieses Projektes ist es, die Veranstaltung in einen Online-Kurs in Moodle umzugestalten, der jedem Studierenden ein eigenes Lerntempo ermöglicht. Außerdem können mit einem Online-Kurs Teilnehmende von Veranstaltungen, die die Programmierung als Voraussetzung haben, den Stoff selbstständig nachholen.

Der Kurs befindet sich in Moodle und wird derzeit noch personell begleitet. Ziel des Projektes ist es jedoch, die Übungen und Aufgaben soweit zu automatisieren, dass eine selbstständige und unabhängige Bearbeitung durch Studierende möglich ist.

Das Projekt befindet sich in Durchführung.

Verwendete Plattformen und Tools

Moodle

Einführung in die Programmierung mit Python als Online-Kurs (PDF)

Ansprechpartner

Harald Klimach
Fakultät IV – Department  Maschinenbau
Simulationstechnik und Wissenschaftliches Rechnen (STS)

Kontakt
Harald Klimach
harald.klimach@uni-siegen.de

Der Einsatz des 3D-Drucks im Mathematikunterricht

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Dem Arbeiten mit konkreten Arbeitsmitteln kommt im zeitgemäßen entdeckend organisierten Mathematikunterricht eine wachsende Bedeutung zu. Ein tatsächliches Umgehen mit konkreten realen Objekten und damit die Betonung einer sogenannten enaktiven Ebene wird ermöglicht. Angehende Mathematiklehrerinnen und -lehrer haben in dem beschriebenen Seminar die Möglichkeit Erfahrungen mit mathematischen Lehr-Lern-Situationen in Bezugnahme digitaler Werkzeuge z.B. 3D-Druck zu sammeln, sowie daraus Anregungen für eigene Forschungsprojekte (z.B. Studienprojekte, Abschlussarbeiten) zu erhalten.

Im Mathematikunterricht spielen geeignete Anschauungsmaterialien eine entscheidende Rolle. Für angehende Mathematiklehrerinnen und -lehrer scheint die 3D-Druck-Technologie viel Potenzial zur Entwicklung dieser Anschauungsmaterialien zu haben. Wird in den Grundschulen bereits mit Arbeitsmitteln wie Steckwürfeln, Rechengeld, Rechenwendeltreppen und Hundertertafeln gearbeitet, findet das Arbeiten in den Sekundarstufen häufig eher auf einer ikonischen und symbolischen Ebene statt – dieser Bereich wird deshalb spezifisch in den Blick genommen.

Für den differenzierten und inklusionsorientierten Mathematikunterricht ergeben sich durch die Möglichkeit der selbstständigen Herstellung mathematischer Objekte Chancen zur individuellen Gestaltung und damit ein gezieltes Eingehen auf Schülerinnen und Schüler.

Das Seminar „Einsatz des 3D-Drucks im Mathematikunterricht“ unterstützt Lehramtsstudierenden vor einem theoretischen Hintergrund einen adäquaten Umgang mit fassbaren (mathematischen) Objekten zu vermitteln. Für einen reflektierten Umgang mit 3D-Druckprozessen ist auf der einen Seite ein hohes Maß an technischer Kompetenz und auf der anderen Seite eine Einbettung in derzeitige curriculare Vorgaben notwendig – dieses wird im Seminar thematisiert.

Mit Blick auf die durch die Bundesregierung und weiterer Institutionen geforderte Digitalisierungsoffensive in Deutschland (vgl. http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/213441/digitalisierung-und-schule oder https://www.bmbf.de/de/wanka-deutschlands-schulen-fit-machen-fuer-die-digitale-welt-3419.html) weist das Seminar einen hohen Grad an Aktualität für den Lehrerberuf auf.

Das Lehrprojekt wird im Rahmen eines Seminares bereits mit Studierenden durchgeführt und ist im Studienplan verankert.

Verwendete Plattformen und Tools

Es werden sowohl Notebooks, als auch die entsprechende CAD-Software und 3D-Drucker genutzt.

Der Einsatz des 3D-Drucks im Mathematikunterricht (PDF)

Ansprechpartner und Ansprechpartnerin

Prof. Dr. Ingo Witzke
Fakultät IV – Department Mathematik
Didaktik der Mathematik

Felicitas Pielsticker
Fakultät IV – Department Mathematik
Didaktik der Mathematik

Kontakt
Prof. Dr. Ingo Witzke
witzke@mathematik.uni-siegen.de

Felicitas Pielsticker
pielsticker@mathematik.uni-siegen.de

Einführung von WeBWorK in die mathematische Hochschullehre an der Universität Siegen

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Im Rahmen eines vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre wurden etwa 1.500 Aufgaben für die auf mathematische Aufgaben spezialisierte Aufgabenplattform WeBWorK aus einer über 36.000 Aufgaben umfassenden englischsprachigen Aufgabenbibliothek ins Deutsche übersetzt. Ferner wurden neue Aufgaben für WeBWorK entwickelt, die den Anforderungen in der Lehre an der Universität Siegen entsprechen. Teile dieser Aufgaben wurden in mathematischen Vorkursen der Fakultät IV sowie im Vorkurs Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler sowohl im Sommersemester 2017 als auch im Wintersemester 2017/18 erfolgreich eingesetzt. Im Wintersemester 2017/18 wurde WeBWorK zum ersten Mal im Übungsbetrieb zur Vorlesung „Lineare Algebra 1“ eingesetzt. Der Zugriff auf WeBWorK geschieht dabei aus dem Moodle-Kurs zur Vorlesung heraus, was für Studierende besonders komfortabel ist. Jeder Studierende eine eigene Version jeder Aufgabe. Diese unterscheiden sich durch unterschiedliche Zahlen, sind sonst aber vergleichbar. Dies stellt sicher, dass Studierende weiterhin zusammenarbeiten können, ein blindes Kopieren von Lösungen aber nicht möglich ist. WeBWorK interpretiert die Antworten der Studierenden in Abhängigkeit des mathematischen Kontexts der Aufgabe. Die Studierenden erhalten unmittelbar nach dem Absenden ihrer Antworten ein Feedback über deren Korrektheit. Im Fall von nicht korrekten Antworten erhalten sie teilweise Hinweise auf mögliche Fehler. Dieses direkte Feedback ermöglichst es Studierenden im Falle einer falschen Antwort ihre Fehler zu finden und bei einem erneuten Versuch die richtige Antwort abzusenden. Diese Möglichkeit zur Korrektur einer zunächst fehlerhaften Lösung durch Studierende ist bei traditionellen Hausaufgaben, die durch Tutoren korrigiert werden und zeitlich verzögert besprochen werden, normalerweise nicht gegeben. Die von den Studierenden erreichten Punkte werden an Moodle zurückgemeldet, was Lehrenden einen raschen Überblick über den Lernerfolg ermöglicht.

Die zu WeBWorK gehörende Open Problem Library enthält über 36.000 Aufgaben. Diese sind nicht nur für mathematische Veranstaltungen interessant, sondern auch in anderen Disziplinen, in denen Aufgaben mathematisch formuliert werden, wie etwa in den Ingenieurwissenschaften, der Physik, Chemie, den Wirtschaftswissenschaften oder in Disziplinen, in denen Statistik eine Rolle spielt.

Das Ziel des Projektverantwortlichen ist der Aufbau einer gemeinsam genutzten Aufgabenbibliothek. Lehrende, die Interesse an WeBWorK oder dem Einsatz in ihren eigenen Lehrveranstaltungen haben, können ihn gern kontaktieren. Eine Nutzung des universitätseigenen WeBWorK-Servers ist möglich.

Das Lehrprojekt befindet sich in der Durchführung.

Verwendete Plattformen und Tools

WeBWorK, integriert in Moodle

WeBWork (PDF)

Ansprechpartner

Florian Heiderich
Fakultät IV – Department Mathematik
Lehrstuhl für reine Mathematik

Kontakt
Florian Heiderich
heiderich@mathematik.uni-siegen.de

Dynexite zur Kontrolle von Prüfungsvorleistungen

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Bei Dynexite handelt es sich um ein individuell zugeschnittenes (online) Lern- und Prüfungssystem, welches dynamisch Übungsaufgaben erzeugt, automatisiert auswertet und korrigiert.
Dynaxite bietet somit den Studierenden die Möglichkeit, schon während des Semesters eigenständig das Gelernte anzuwenden und durch die automatisierte Auswertung ihre Lernfortschritte zu überprüfen.
Dynexite wurde an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der RWTH Aachen entwickelt und kam zunächst auch lediglich dort zum Einsatz. Innerhalb der letzten Jahre wurde das System jedoch auch an die Bedürfnisse anderer Fachrichtungen angepasst und den entsprechenden Lehrstühlen zur Verfügung gestellt. So können mittlerweile auch komplexere Rechen- und Bemessungsaufgaben gestellt und automatisiert korrigiert werden.

Das Programm überprüft hierbei vom Aufgabensteller festgelegte Zwischenergebnisse und gibt bereits hier eine Rückmeldung, ob das Ergebnis „korrekt“, „falsch“, oder „korrekt mit kleiner Abweichung“ ist.

Der Aufgabensteller kann u.a. festlegen, wie viele Eingabeversuche je (Teil-) Aufgabe möglich sein sollen. Auch kann er anhand von Statistiken überprüfen, welche Aufgabenteile die größten Schwierigkeiten bereitet haben, wie lange die Studierenden für die Aufgaben benötigt haben und ob alle Studierenden die Prüfungsvorleistung fristgerecht abgeschlossen haben.

Das Projekt befindet sich in Planung.

VerwendetePlattformen und Tools

Dynexite

Dynexite (PDF)

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Daniel Pak
Fakultät IV – Department Bauingenieurwesen
Lehrstuhl für Stahlbau und Stahlverbundbau

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Daniel Pak
pak@bau.uni-siegen.de

Elektronischer Übungsbetrieb in der Informatik-Grundausbildung

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

In den Veranstaltungen Objektorientierte und funktionale Programmierung und Algorithmen und Datenstrukturen wird seit dem Sommersemester 2007 der Übungsbetrieb elektronisch unterstützt durchgeführt. Dazu werden die wöchentlichen Übungsaufgaben über ein webbasiertes System den Studierenden zur Verfügung gestellt.

Von 2007 bis zum Wintersemester 2016/17 haben wir die Eigenentwicklung DUESIE eingesetzt. Bei diesem System konnten die Studierenden ihre Lösungen hochladen und das System hat diese Lösungen dann den Tutoren vorbewertet bereitgestellt. Gerade bei den Modellierungsaufgaben mit UML und den Programmieraufgaben mit Java/SML und C++ konnte so die Möglichkeit geschaffen werden, wöchentliche Übungsblätter zu bewerten. Systembedingt mussten wir dann aber zum Sommersemester 2017 den Betrieb einstellen.

Seit dem Sommersemester 2017 setzen wir das externe System der Firma Examio ein. Auch hier handelt es sich um ein webbasiertes System bei dem die Studierenden die Aufgaben online einsehen und ihr Lösungen hochladen können. Zurzeit ist es noch nicht möglich, die Auswertungskomponente von DUESIE zu verwenden, dies wird jedoch in den nächsten Semestern zur Verfügung stehen. Dafür bietet das System von Examio den Mehrwert, dass auch die Vorlesungsfolien mit Übungsaufgaben angereichert werden können. Für jeden Studierenden gibt es die Möglichkeit, sich individuelle Lernpfade anzuzeigen. Inhaltliche Screencasts dienen dazu, den Studierenden weiterführende Informationen zu liefern. Durch so genannte Online-Sprechstunden (oder auch Webinare) können Studierende orts- und zeitunabhängig sich mit ihren Tutoren in Verbindung setzen.

Zukünftig wollen wir die automatische Auswertungskomponente aus DUESIE auch in Examio integrieren. Des Weiteren wollen wir versuchen die Präsenzphasen in den Übungen zu optimieren. So ist mittelfristig geplant, die Präsenzübungen weitestgehend durch Online-Übungen abzulösen.

In der Durchführung seit 2007, Systemwechsel zum SoSe 2017

Verwendete Plattformen und Tools

2007 – 2017 DUESIE, seit 2017 die online-basierte Lernplattform Examio.

Elektronischer Übungsbetrieb in der Informatik-Grundausbildung (PDF)

Ansprechpartner

AR Dr.-Ing. Andreas Hoffmann
Fakultät IV – Department ETI
Lehrstuhl Betriebssysteme und verteilte Systeme,

Kontakt
AR Dr.-Ing. Andreas Hoffmann
andreas.hoffmann@uni-siegen.de

Pilotprojekt Elektronische Klausuren

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Im Rahmen des dreijährigen Projektes (02/2015 – 01/2018) wurden an der Universität Siegen an insgesamt 26 Prüfungstagen, verteilt auf anfänglich drei bis gegen Ende der Pilotphase fünf Tage pro Semester, elektronische Klausuren mit einer einheitlichen Prüfungsumgebung auf Basis von manipulationssicheren Laptops durchgeführt. Hierzu findet eine Kooperation mit dem Dienstleister IQUL GmbH statt. Die Finanzierung wurde für die Dauer des Pilotprojektes vom Rektorat übernommen. Teil des Projekts ist auch die Installation einer Supportstelle zur Koordination der Prüfungstage, technischen und didaktischen Beratung der Dozierenden sowie Evaluation und Verbesserung des Angebots durch stetigen Kontakt mit dem Softwarehersteller und Dienstleister IQUL. Das Projekt wird im Anschluss einer Vorbereitungsphase (02/2018 – 01/2019) in den verstetigten Betrieb übergehen und für den Endnutzer weiterhin einen kostenfreien Service bieten.

E-Klausuren sind das elektronische Pendant zu schriftlichen (papierbasierten) Klausuren. Sie dienen daher ebenso der Leistungsbeurteilung am Ende einer Veranstaltung oder Veranstaltungsreihe. Anders als bei papierbasierten Klausuren, finden E-Klausuren in der Regel vollständig auf einem elektronischen Medium (z.B. Laptop oder Tablet) statt. Hierzu steht ein Prüfungssystem zur vollständigen Abwicklung des Prüfungsprozesses bereit: Von der Erstellung über die Bearbeitung und (teilweise automatischen) Auswertung der Klausuren bis hin zur Ergebnismitteilung und einem Einspruchs- bzw. Einsicht-Verfahren.

Elektronische Klausuren bringen daher einerseits Vorteile hinsichtlich der Qualitätssicherung bzw. Qualitätsverbesserung durch Pre- und Post-Review-Prozesse (z.B. Fragenreview, Fragenstatistik) und andererseits auch hinsichtlich der Fairness durch valide Fragenpools und dadurch reliable Prüfungen sowie eine objektive Bewertung durch eine automatische Korrektur von geschlossenen Aufgaben und anonymisierte Korrektur von offenen Aufgaben mit sich.

E-Klausuren werden von Dozierenden gerne genutzt, wenn sie große Prüfungskohorten zu bewältigen haben. Durch die Möglichkeit des Einsatzes verschiedener Medien und erweiterten Fragentypen sind E-Klausuren jedoch auch für kleinere Prüfungskohorten interessant, indem Prüfungen kompetenzorientierter und praxisnaher gestaltet werden können. So können bspw. in den Medienwissenschaften Videos analysiert, in den Fremdsprachen Aufgaben zum Hörverstehen und in der Informatik Programmieraufgaben gestellt werden.
Auch längere Essay-Klausuren (Wirtschaftsrecht und Sozialwissenschaften) wurden in der Pilotphase geschrieben. Besonders die bessere Lesbarkeit und Strukturiertheit der Aufsätze waren in vielen Fällen das Ergebnis.

E-Klausuren sind also „mehr als nur Multiple-Choice!“

In der Durchführung seit 02/2015, Übergangsphase in permanentes Angebot bis Ende SoSe 2018

Verwendete Plattformen und Tools

Prüfungsadministrationsplattform Q-Exam der Firma IQUL zur Planung und Auswertung elektronischer Klausuren,
im Netz der Uni Siegen erreichbar unter: https://qonline.uni-siegen.de/, Zugänge und eine Einführung/Schulung erhalten Interessierte bei der Supportstelle für elektronische Klausuren (Marc Sauer).

Pilotprojekt Elektronische Klausuren (PDF)

Ansprechpartner

Prof. Dr. Roland Wismüller
Fakultät IV – Lehrstuhl für Betriebssysteme und verteilte Systeme

Marc Sauer
Fakultät IV – Lehrstuhl für Betriebssysteme und verteilte Systeme

Kontakt
Marc Sauer
marc.sauer@uni-siegen.de
e-klausuren@uni-siegen.de

Prof. Dr. Roland Wismüller
roland.wismueller@uni-siegen.de

Neue Medien im Mathematikunterricht (Mathematikdidaktik – Fachdidaktische Ergänzung/Vertiefung)

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Da Kinder neuen Medien bereits in jungen Jahren ausgesetzt sind und diese verwenden, sollte die Vermittlung von Medienkompetenz so früh wie möglich beginnen. Durch die Medienerziehung in der Schule können wir Kinder auf eine Zukunft vorbereiten, die in allen Lebensbereichen von neuen Medien geprägt ist und Risikobewusstsein bei der Verwendung dieser schaffen.

Die Hauptaufgabe von (digitalen) Medien in der Bildung ist hauptsächlich die Unterstützung des Lehrers und seines Unterrichts. Digitale Medien werden als Bereicherung des Mathematikunterrichts, als „Mathematik Enhancement“, im Sinne der Allgemeinbildung gesehen. Die Bildung mit digitalen Medien kann einen positiven Lerneffekt liefern, wenn aktive Lernende geschaffen werden (vgl. Bachmair, 1979).

Unter anderem stellen Herselman & Botha (2014) fest, dass die teacher professional development (berufliche Weiterentwicklung der Lehrer, TPD) Komponente der ICT4RED Initiative (http://www.ict4red.co.za/), die in Südafrika durchgeführt wurde, diese zum Erfolg machte. ”Attendance was high and teachers started their own co-creation of content, lessons plans and sharing this in communities of practice with similar teachers in their area.“ (Herselman & Botha, 2014).

In Kooperation mit dem Council for Scientific and Industrial Research (CSIR), der University of South Africa (UNISA) und der University of Pretoria werden Konzepte zu Fortbildungen und Workshops für Lehrer/-innen und Studierende im Kontext von digitalen Medien in der Lehre und Informations- und Kommunikationstechnologie für die Entwicklungszusammenarbeit (ICT4D) entwickelt und erprobt. (Dies geschah unter anderem auch im Rahmen meiner DAAD-geförderten Kurzzeitdozentur.)

Die Durchführung von TPDs in der Art von ICT4RED in Schulen und speziell während der Lehrerausbildung kann zur Optimierung der Lehre beitragen. Eine solche Komponente wird durch diese Seminare fachbegleitend in das Lehramtstudium integriert, um möglichst viele Lehrkräfte erreichen und auf den späteren Schulunterricht und den Umgang mit digitalen Medien vorbereiten zu können.

Im Rahmen solcher fachdidaktischer Seminare könnten Studierende des Lehramtes Medienkompetenzen für den Mathematikunterricht erwerben und gleichzeitig Material für die Lehreraus- und Weiterbildung generieren. Die Ergebnisse solcher Seminare können als Open Educational Resources (OER) in Wikiversity festgehalten werden. Durch die Erstellung eines Wikis zu einem Seminar oder einer Vorlesung innerhalb von Wikiversity durch Studierende können sowohl fachliche Inhalte (Lernen durch Autorentätigkeit), als auch Medienkompetenzen erworben werden.

Beispiele für die Verwendung von Wikiversity in meiner Lehre sind folgende:
https://de.wikiversity.org/wiki/OpenSource4School
https://de.wikiversity.org/wiki/Kryptologie_-_Mathematische_Vertiefung_(PH_Freiburg_SS_2017)
https://en.wikiversity.org/wiki/E-Proof

Um den Studierenden die erworbenen Kompetenzen zu zertifizieren, werden Open Badges über ein freies Badge Management System verliehen. (vgl. Niehaus et al., 2017)

Zur Weiterentwicklung und Optimierung der TPDs wird fachdidaktische Entwicklungsforschung betrieben.

Literatur

  • Bachmair, B. (1979): Medienverwendung in der Schule. Analyse- und Planungsbeispiele für den Unterricht mit audiovisuellen Medien. Berlin: Volker Spiess.
  • Herselman, M. & Botha, A. (2014). Designing and implementing an Information Communication Technology for Rural Education Development (ICT4RED) initiative in a resource constrained environment: Cofimvaba school district, Eastern Cape, South Africa. Pretoria, South Africa: CSIR Meraka.
  • Niehaus, E., Platz, M., Botha, A. & M. Herselman: Using Digital Badges in South Africa informing the validation of a multi-channel Open Badge system at a German University, in IST-Africa 2017 Conference Proceedings, Paul Cunningham and Miriam Cunningham (Eds), IIMC International Information, Management Corporation, 2017.

Verwendete Plattformen und Tools

Wikiversity, Android Tablets, Android Smartphones, Laptops (bring-your-own-device); OpenSource Software und OpenContent (Open Educational Ressources)

Neue Medien im Mathematikunterricht (PDF)

Ansprechpartnerin

Vert. Prof. Dr. Melanie Platz
Fakultät IV – Department Mathematik
Didaktik der Mathematik

Kontakt
Melanie Platz
platz@mathematik.uni-siegen.de

Veranschaulichung der Beugungsbedingungen – Entwicklung der Ewald-Konstruktion im dreidimensionalen Raum

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Im Rahmen des Fachpraktikums „Bestimmung des Eigenspannungsprofils bei einem kugelgestrahlten Bauteil“ für den Masterstudiengang Maschinenbau sollen den teilnehmenden Studenten die Grundlagen der Röntgenbeugung anhand verschiedener geometrischen Interpretationen vermittelt werden. Dazu gehören die sogenannte Laue-Bedingung, die Bragg-Gleichung und die Ewald-Konstruktion, welche alle die Beugung an einem dreidimensionalen Gitter beschreiben. Vor allem die Ewald-Konstruktion ist bei der übersichtlichen Darstellung der konkreten experimentellen Bedingungen und der Auswertung von Röntgenbeugungsaufnahmen von größtem Nutzen. Zur besseren Übersichtlichkeit der graphischen Darstellung wird diese allerdings in der Regel nur zweidimensional dargestellt (Abb. 1). Um die Entstehung von Beugungsbildern jedoch besser zu veranschaulichen, soll das interaktive Whiteboard eine dreidimensionale Betrachtung der Ewald-Kugel ermöglichen (Abb. 2). Die Konstruktion soll innerhalb des Praktikums gemeinsam interaktiv erarbeitet werden.

Das Projekt befindet sich in Planung.

Abbildung 1: Zweidimensionale Darstellung
Abbildung 2: Dreidimensionale Darstellung

Verwendete Plattformen und Tools

Interaktives Whiteboard, Legamaster

Veranschaulichung der Beugungsbedingungen (PDF)

Ansprechpartner

Prof. Dr. rer. nat. Robert Brandt
Fakultät IV – Department Maschinenbau
Lehrstuhl für Werkstoffsysteme für den Fahrzeugleichtbau,

Kontakt
Prof. Dr. rer. nat. Robert Brandt
markus.hartmann@uni-siegen.de