Internet-Unternehmensplanspiel USIplan

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Das Planspiel soll im ersten Semester der Studiengänge BA Betriebswirtschaftslehre und BA Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht Grundfragen der Betriebswirtschaftslehre aufwerfen. Dazu sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage versetzt, in Gruppen ein virtuelles Planspielunternehmen zu gründen und über acht Entscheidungsperioden zu führen. Dabei müssen sie Entscheidungen über die Produktion, Beschaffung, Absatz, Finanzierung und das Personalwesen treffen. In jeder der einzelnen Entscheidungsperioden werden schwerpunktmäßig unterschiedliche Fragen aufgeworfen. So müssen die Gruppen beispielsweise in Per2 zum ersten Mal den Verkaufspreis festlegen. Für eine Entscheidung haben sie bis dahin wenig Anhaltspunkte, so dass sich hier die Einführung der (Stück-)Kostenberechnung als untere Grenze der Preisfestsetzung aufdrängt. In Per4 haben viele Planspielunternehmen typischerweise das Problem, dass Lagerbestände entstanden sind, somit kann hier bei der näheren Beschäftigung mit dem Absatz nach anderen, oberen Grenzen der Preisfestsetzung behandelt werden. In Per3 bekommen die Planspielunternehmen zum ersten Mal ihre Geschäftsberichte. Es stellt sich für die Teilnehmerinnen also das Problem, welche Informationen sich darin verbergen, die bei der weiteren Entscheidungsfindung hilfreich sind. Diese Fragen werden in den Tutorien behandelt und die Folien dazu auf der Planspielseite als Entscheidungshilfe veröffentlicht. Ob die Gruppen diese Hilfen verwenden, bleibt ihnen freigestellt.

Die Planspielgruppen werden vom Planspielsystem in Märkte aus jeweils acht bis neun Gruppen eingeteilt; innerhalb dieser Märkte stehen die Gruppen miteinander in Konkurrenz, was zu einer hohen Dynamik in den Märkten führt. Zusätzlich kann der Planspielleiter die Rahmenbedingungen laufend modifizieren, indem beispielsweise Bezugspreise von Fertigungsmaterial, Zinssätze für Kredite oder die Nachfrage verändert werden. Diese Veränderungen wird den Gruppen über ein News-System auf der Internetseite des Planspiels mitgeteilt.

Lerntheoretisch findet im Planspiel kein Vorratslernen statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entdecken während der Entscheidungsfindung Probleme und entwerfen geeignete Lösungen. Die freiwilligen Präsenz-Tutorien sind dabei als Hilfe und als Vertiefung gedacht. Das Planspielsystem gibt dann über verschiedene Kennzahlen eine Rückmeldung über den Erfolg des entworfenen Lösungsweges und stellt mit der neuen Runde eine neue, problembehaftete Situation bereit. Zudem soll die Diskussion über Lösungen in den Gruppen dazu führen, dass im Sinne des sozialen Lernens besser durchdachte Entscheidungen getroffen werden.

Technisch gesehen läuft das Planspielsystem auf einem Server der Universität und ist in PSP (Python Server Pages) programmiert. Das Planspielsystem kann circa 1.000 parallele Planspiele erzeugen und mehrere tausend Nutzer handhaben. Das Planspiel usiplan der Fakultät III wird in jedem Semester angeboten. In den letzten Jahren nahmen im Sommersemester ca. 500 und im Wintersemester ca. 800 Studierende teil. Das Planspielsystem wurde vor 20 Jahren als Zusammenarbeit zwischen der Universität Siegen in Person von AOR Dr. Dietmar Ochs und dem Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V. entwickelt. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird das Planspiel nicht nur an der Universität Siegen, sondern in ähnlicher Form auch als Fernplanspiel für Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen angeboten.

 

Abbildung 1: Entscheidungsmaske eines Planspielunternehmens
Abbildung 2: Bilanz eines Planspielunternehmens und Berichtsauswahl

Das Projekt wird seit ca. 20 Jahren durchgeführt.

Lehrformen
Einführung als Präsenzveranstaltung, Präsenz-Tutorien zur Vertiefung von einzelnen Aspekten, Diskussion von Aspekten und Klärung von Fragen in einer facebook-Gruppe, selbstorganisierte Entscheidungsabgabe in den Planspielgruppen und Entscheidungsabgabe über einen Browser, Abschluss als Präsenzveranstaltung.

Leistungsnachweis:
1. Fristgerechte und vollständige Entscheidungabgabe,keine
2. Eigenkapitalverluste des Planspielunternehmens,
3. 75% korrekt bearbeitete rundenbegleitende Fragemodule

Verwendete Plattformen und Tools

USIplan
www.usiplan.de

Ansprechpartner

StR Dr. Marco Rehm
Fakultät III – Zentrum für ökonomische Bildung

Kontakt
StR Dr. Marco Rehm
rehm@zoebis.de

 

FLIPPED CLASSROOM in der Vorlesung Prozessmanagement

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

In meiner Vorlesung „Prozessmanagement“ wende ich die Unterrichtsmethode „flipped classroom“ an, welche an vielen renommierten US-Universitäten bereits erfolgreich eingesetzt wird. Bei diesem Konzept wird die übliche Stoffvermittlung in Vorlesungen durch den Dozenten und die vertiefende Anwendung der Lerninhalte durch Studierende zu Hause insofern vertauscht, als das die Lerninhalte von den Studierenden zunächst zu Hause erarbeitet werden (Wissensaneignung) und die Anwendung dieses Wissens in Präsenzterminen gemeinsam mit dem Dozenten geschieht (Wissensvertiefung und -anwendung).

Die Veranstaltung habe ich dementsprechend in zwei Phasen gegliedert:

  1. Selbstlernphase (ca. erste Hälfte der Vorlesungszeit)
    In dieser Phase erfolgt die eigenverantwortliche Aneignung der Lerninhalte durch die Studierenden. Dies geschieht mit der Hilfe von Lernvideos, die von mir auf der Moodleplattform bereitgestellt werden und die die Studierenden zu Hause rezipieren. Den Studierenden bietet diese Phase die Möglichkeit, die Lehrinhalte selbstbestimmt und im eigenen Tempo zu rezipieren. So kann beispielsweise während des Videos pausiert oder zurückgespult werden.
    Gemäß der Bloomschen Lernzieltaxonomie ist das Ziel in dieser Phase, den Studierenden Wissen zu Fakten, Methoden und Theorien des Prozessmanagements zu vermitteln. Eine Lernkontrolle erfolgt durch eine Mid-Term-Klausur, im Rahmen derer dieses Wissen abgefragt wird.
  2. Vertiefungsphase (ca. zweite Hälfte der Vorlesungszeit)
    In dieser Phase werden im Rahmen von mehreren Präsenzterminen dann die in der Selbstlernphase erarbeiteten Lerninhalte gemeinsam mit dem Dozenten vertieft und angewendet. Dies geschieht beispielsweise durch das gemeinsame Lösen von Fallstudien, durch das Anbieten von Gastvorträgen von Vertretern aus der Unternehmenspraxis, durch das gemeinsame Diskutieren und Fragenbeantworten über/in Bezug auf die in Phase 1 bereitgestellten Lerninhalte sowie das gemeinsame Erarbeiten von Übungsaufgaben. Die Studierenden sollen in dieser Phase in eine aktive Rolle versetzt werden.

Gemäß der Bloomschen Lernzieltaxonomie sollen Studierende in dieser Phase,…

  • Zusammenhänge verstehen, Bedeutungen von Teilinformationen erkennen, Teilinformationen rekombinieren können;
  • in Phase 1 erlerntes Wissen bei konkreten, bis dahin unbekannten Aufgaben und Problemstellungen anwenden können und
  • Sachverhalte und Problemstellungen des Prozessmanagements analysieren können.

Das Projekt befindet sich im zweiten Jahr der Durchführung

Eingesetzte Plattformen und Tools

Lehrvideos

FLIPPED CLASSROOM (PDF)

Ansprechpartner

Vertretungsprofessur Dr. Ulrich Bretschneider
Fakultät III – Institut Wirtschaftsinformatik

Kontakt
Dr. Ulrich Bretschneider
ulrich.bretschneider@uni-siegen.de

Streaming und Aufzeichnungen sämtlicher Vorlesungen und Übungen

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Seit dem Sommersemester 2015 werden alle Vorlesungen und Übungen per Livestream übertragen. Teil der Übertragung ist das Beamerbild und der Ton, es gibt keine Videoaufzeichnung meiner Person. Ein Mitschnitt des Streams wird (nach einer evtl. Bearbeitung des ZIMTs) auf Moodle hochgeladen und ist dort bis zum Ende des Semesters jederzeit abrufbar.

Der Mitschnitt war ursprünglich dafür gedacht, eventuelle technische Probleme mit dem Livestream aufzufangen. Es hat sich aber gezeigt, dass der Stream mit wenigen Ausnahmen ausgesprochen zuverlässig läuft und technische Probleme meist auf Seiten der Studierenden liegen. Dafür wird der Mitschnitt seitens der Studierenden intensiv zur Nachbereitung der Vorlesungen und zur Vorbereitung auf die Klausur verwendet. Missbrauch gab es noch nicht, in den Evaluationen wurden Stream und Aufzeichnungen ausgesprochen positiv bewertet.

Als weiterer positiver Effekt sind die Teilnehmer vor Ort konzentrierter und aufmerksamer. Statt überfüllter Auditorien ist das Lehren in kleineren Hörsälen möglich, was die Qualität der Lehre zusätzlich steigert.

DerLivestream kann von jedem mobilen Gerät empfangen werden, das im VPN eingeloggt ist; die Aufzeichnungen sind über Moodle verfügbar.

In Durchführung seit SoSe 2015

Technische Betreuung
Matthias Brück, Jochen Strack (ZIMT)

III Streaming und Aufzeichnungen (PDF)

Ansprechpartnerin

Dr. Helena Gerding
Fakultät III – Lehrstuhl für Finanz- und Bankmanagement
Prof. Dr. Arnd Wiedemann

Kontakt
Dr. Helena Gerding
gerding@bank.wiwi.uni-siegen.de

Interaktive domänenspezifische Aufgaben in Vorlesungen und virtuellen Übungen

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Im Rahmen des Lehrprojektes erhalten die Studierenden während der Vorlesung und zur wöchentlichen Übung interaktive domänenspezifische Aufgaben.
In der zusätzlichen Abbildung sehen Sie als Beispiel eine ABC-Analyse. Die Studierenden erhalten im ersten Teil der Aufgabe eine kurze Erklärung zur ABC-Analyse. Darauf aufbauend werden zwei domänenspezifische Aufgaben von den Teilnehmern bearbeitet. Im Gegensatz zu anderen Learning-Management-Systemen können im Rahmen des ECON EBooks die Aufgabenformate an das jeweilige Fach angepasst werden. In der ABC-Analyse wählen die Teilnehmer im zweiten Teil die Artikelnummer aus und die nachfolgenden Spalten werden automatisiert berechnet. Nach der Bearbeitung können die Studierenden die Aufgabe auswerten lassen und erhalten ein personalisiertes Feedback.
Der Dozierende kann in einer Auswertungsperspektive (Learning Analytics) den Lernfortschritt seiner Studierenden einzeln überprüfen. Da dies bei 250 Studierenden sehr zeitaufwendig ist, gibt es eine grafische, kollektive Auswertungsperspektive. In der kollektiven Auswertungsperspektive kann der Dozierende in einem Diagramm unmittelbar typische Fehler erkennen. Dies ermöglicht es ihm, in der folgenden Veranstaltung auf die Probleme der Studierenden einzugehen und bspw. typische Verständnisprobleme zu klären.
Die Studierenden gaben im Rahmen der Vorlesungsevaluation (EvaSys-Auswertung) ein positives Feedback zum Einsatz der interaktiven Aufgaben. Das regelmäßige Üben und die sofortige Auswertung wurden dabei von den Studierenden hervorgehoben.

Ein erster, für die Studierenden freiwilliger Testlauf fand im Sommersemester 2016 in der Vorlesung „Ökonomie im Unternehmen II“ statt. Seit dem Sommersemester 2017 ist die Teilnahme verpflichtend.

Eingesetzte Plattformen und Tools

Im Rahmen des Lehrprojektes wird auf das elektronische Schulbuch ECON EBook (www.econ-ebook.de) zurückgegriffen. Das elektronische Schulbuch wurde für den Einsatz in der Schule konzipiert. Allerdings können die entwickelten interaktiven Aufgabenformate flexibel mit anderen Inhalten belegt und somit auch im Hochschulkontext angewendet werden.

III Interaktive domänenspezifische Aufgaben (PDF)

Ansprechpartner

AOR Dr. Michael Schuhen,
Dipl.-Gyml. Manuel Froitzheim
Fakultät III – Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZöBiS)

Kontakt
Manuel Froitzheim
froitzheim@zoebis.de

Michael Schuhen
schuhen@zoebis.de

Videoaufzeichnung von Vorlesungen „Marketing“ und „Marktforschung“

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Nicht alle Studierenden können alle Vorlesungen besuchen. Manchmal passiert das wegen Überschneidung von Vorlesungen mit anderen Veranstaltungen, manchmal weil die Studierenden arbeiten müssen, manchmal wohnen sie zu weit, manchmal aus einer anderen Not oder Faulheit. 😉

In den Vorlesungen werden jedoch nicht selten die Inhalte besprochen, die in dieser Form in anderen Quellen (Büchern oder Skripten) nicht zu finden sind. Um den Studierenden, die die Vorlesung aus irgendeinem Grund nicht besuchen können, trotzdem die Möglichkeit zu geben, die Inhalte der Vorlesung einzuholen und sich so besser auf die Klausur vorbereiten zu können, habe ich meine Vorlesungen „Marketing“ (über 900 Anmeldungen pro Semester) und „Marktforschung“ (über 150 Anmeldungen pro Semester) durch ZIMT aufzeichnen und im Moodle-System veröffentlichen lassen.

Auch wenn der Effekt dieser Aufzeichnungen in den Klausurnoten nicht direkt sichtbar wird, haben sich bei mir viele Studierenden mit einem Lob und Dank gemeldet. Sie meinen, dass die Möglichkeit, die Aufzeichnungen der Vorlesung sich zeit- und ortsunabhängig anzuschauen, ihnen sehr geholfen hat.

Die Videos wurden bereits aufgenommen und sind online.

Welche Plattformen und/oder digitalen Tools verwenden Sie im Rahmen Ihres Lehrprojekts?

Services von ZIMT, Moodle

III Videoaufzeichnung (PDF)

Ansprechpartner

Jun.-Prof. Dr. Paul Marx
Fakultät III – Juniorprofessur Marketing

Kontakt
Jun.-Prof. Dr. Paul Marx
paul.marx@uni-siegen.de