Neue Medien im Mathematikunterricht (Mathematikdidaktik – Fachdidaktische Ergänzung/Vertiefung)

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Da Kinder neuen Medien bereits in jungen Jahren ausgesetzt sind und diese verwenden, sollte die Vermittlung von Medienkompetenz so früh wie möglich beginnen. Durch die Medienerziehung in der Schule können wir Kinder auf eine Zukunft vorbereiten, die in allen Lebensbereichen von neuen Medien geprägt ist und Risikobewusstsein bei der Verwendung dieser schaffen.

Die Hauptaufgabe von (digitalen) Medien in der Bildung ist hauptsächlich die Unterstützung des Lehrers und seines Unterrichts. Digitale Medien werden als Bereicherung des Mathematikunterrichts, als „Mathematik Enhancement“, im Sinne der Allgemeinbildung gesehen. Die Bildung mit digitalen Medien kann einen positiven Lerneffekt liefern, wenn aktive Lernende geschaffen werden (vgl. Bachmair, 1979).

Unter anderem stellen Herselman & Botha (2014) fest, dass die teacher professional development (berufliche Weiterentwicklung der Lehrer, TPD) Komponente der ICT4RED Initiative (http://www.ict4red.co.za/), die in Südafrika durchgeführt wurde, diese zum Erfolg machte. ”Attendance was high and teachers started their own co-creation of content, lessons plans and sharing this in communities of practice with similar teachers in their area.“ (Herselman & Botha, 2014).

In Kooperation mit dem Council for Scientific and Industrial Research (CSIR), der University of South Africa (UNISA) und der University of Pretoria werden Konzepte zu Fortbildungen und Workshops für Lehrer/-innen und Studierende im Kontext von digitalen Medien in der Lehre und Informations- und Kommunikationstechnologie für die Entwicklungszusammenarbeit (ICT4D) entwickelt und erprobt. (Dies geschah unter anderem auch im Rahmen meiner DAAD-geförderten Kurzzeitdozentur.)

Die Durchführung von TPDs in der Art von ICT4RED in Schulen und speziell während der Lehrerausbildung kann zur Optimierung der Lehre beitragen. Eine solche Komponente wird durch diese Seminare fachbegleitend in das Lehramtstudium integriert, um möglichst viele Lehrkräfte erreichen und auf den späteren Schulunterricht und den Umgang mit digitalen Medien vorbereiten zu können.

Im Rahmen solcher fachdidaktischer Seminare könnten Studierende des Lehramtes Medienkompetenzen für den Mathematikunterricht erwerben und gleichzeitig Material für die Lehreraus- und Weiterbildung generieren. Die Ergebnisse solcher Seminare können als Open Educational Resources (OER) in Wikiversity festgehalten werden. Durch die Erstellung eines Wikis zu einem Seminar oder einer Vorlesung innerhalb von Wikiversity durch Studierende können sowohl fachliche Inhalte (Lernen durch Autorentätigkeit), als auch Medienkompetenzen erworben werden.

Beispiele für die Verwendung von Wikiversity in meiner Lehre sind folgende:
https://de.wikiversity.org/wiki/OpenSource4School
https://de.wikiversity.org/wiki/Kryptologie_-_Mathematische_Vertiefung_(PH_Freiburg_SS_2017)
https://en.wikiversity.org/wiki/E-Proof

Um den Studierenden die erworbenen Kompetenzen zu zertifizieren, werden Open Badges über ein freies Badge Management System verliehen. (vgl. Niehaus et al., 2017)

Zur Weiterentwicklung und Optimierung der TPDs wird fachdidaktische Entwicklungsforschung betrieben.

Literatur

  • Bachmair, B. (1979): Medienverwendung in der Schule. Analyse- und Planungsbeispiele für den Unterricht mit audiovisuellen Medien. Berlin: Volker Spiess.
  • Herselman, M. & Botha, A. (2014). Designing and implementing an Information Communication Technology for Rural Education Development (ICT4RED) initiative in a resource constrained environment: Cofimvaba school district, Eastern Cape, South Africa. Pretoria, South Africa: CSIR Meraka.
  • Niehaus, E., Platz, M., Botha, A. & M. Herselman: Using Digital Badges in South Africa informing the validation of a multi-channel Open Badge system at a German University, in IST-Africa 2017 Conference Proceedings, Paul Cunningham and Miriam Cunningham (Eds), IIMC International Information, Management Corporation, 2017.

Verwendete Plattformen und Tools

Wikiversity, Android Tablets, Android Smartphones, Laptops (bring-your-own-device); OpenSource Software und OpenContent (Open Educational Ressources)

Neue Medien im Mathematikunterricht (PDF)

Ansprechpartnerin

Vert. Prof. Dr. Melanie Platz
Fakultät IV – Department Mathematik
Didaktik der Mathematik

Kontakt
Melanie Platz
platz@mathematik.uni-siegen.de

Philosophie & Islam. Islamwissenschaftlichen Grundlagen für das Lehramt Philosophie/praktische Philosophie. – Eine E-Learning basierte Lehrveranstaltung

Kurzbeschreibung des Lehrprojekts

Im Schulfach Philosophie, insbesondere „praktische Philosophie“, das als Ersatzfach für den konfessionellen Religionsunterricht belegt wird, steht die Befähigung zur reflektierten Auseinandersetzung mit Sinn- und Werfragen mit Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben in einer pluralisierten Gesellschaft im Mittelpunkt. Dazu gehört explizit auch die Beschäftigung mit verschiedenen religiösen Überzeugungen und Identitäten (vgl. Kernlehrplan „Praktische Philosophie, NRW). Da die in der Öffentlichkeit höchst kontrovers geführten politischen und gesellschaftlichen Debatten um die Themen Migration, Integration, innere Sicherheit sowie kulturelle Identität meist mit Diskussionen über „den Islam“ und die Rolle von Muslimen in Deutschland und Europa verbunden werden, gewinnt auch an Schulen der sog. „Islamdiskurs“ zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklungen stellen Lehrerinnen und Lehrer des Faches Praktische Philosophie vor eine nicht geringe Herausforderung, da bisher weder die Vermittlung grundlegender Sachkenntnis zum Thema Islam in Geschichte und Gegenwart noch deren Reflexion aus philosophischer Perspektive zu Ihrer Ausbildung gehört.
Diese E-Learning basierte Lehrveranstaltung soll diesem Defizit entgegenwirken, indem sie einerseits angehende Lehrkräfte des Faches Praktische Philosophie befähigt sich eigenständig und kompetent in Grundthemen des Islam einzuarbeiten, wobei insbesondere die Vermittlung des Umgangs mit den wichtigsten Hilfsmitteln der Islamwissenschaft im Vordergrund steht. Andererseits thematisiert diese Lehrveranstaltung, inwiefern diese Grundthemen des Islam mit Teilgebieten der Philosophie (z.B. Hermeneutik, Ethik, Metaphysik, Erkenntnistheorie) in Verbindung stehen. Schließlich werden Kenntnisse in der Intellektuellen Verflechtungsgeschichte zwischen islamischer Welt und Europa vermittelt, die die Studierenden befähigt, die Bedeutung der islamischen Philosophie für die Europäische Philosophiegeschichte zu erkennen.

Lehrformen
Einführung in Thematik, Aufgaben, Anforderungen; Online-Plattform findet in einer ersten Präsenzsitzung statt.

I) Strukturierte Lektüre (Aufgaben werden online (z.T. individuell/z.T. in Gruppen) bearbeitet)

1) Quellenlektüre: kürzere Quellenbeispiele (z.B. Koranverse; Hadith; Textauszüge aus Theologie, Philosophie; Recht), auch Audio/Multimedial (z.B. Koranrezitation beim Thema Mündlichkeit/Schriftlichkeit).
2) Lektüre von Fachtexten: Jeweils ein einführender islamwissenschaftlicher Text sowie ein Text aus einem korrespondierendem Teilgebiet der Philosophie.
Aufgabe: Reflexionen zu Leitfragen zu den Texten, Texte/Themen aufeinander beziehen a) individuell b) in Arbeitsgruppen. Erstellung von Glossareinträgen, Präsentation von Nachschlagewerken, Webseiten, Einführungswerken.

II) Diskussion: Vertiefung der Forumsdiskussion, in Präsenzveranstaltung

Leistungsnachweis
Reflexion der Leitfragen, Glossareintrag (Islambegriffe philosophisch reflektiert im kollaborativen wiki); x Beiträge in den Diskussionsforen; Reflexion der Forumsbeiträge; Vorstellung eines Nachschlagewerks; Vorstellung eines Einführungswerks; Kurzessay zu einem gewählten Thema oder Konzept für eine Lehreinheit im Unterricht „Praktische Philosophie“ (3-5 Seiten max); Portfolio: Zusammenstellung (ggfs. Überarbeitung) der eigenen Beiträge.

Projekt in Vorbereitung. Der Pilot dieser Lehrveranstaltung wird durch mich im SoSe 2018 unterrichtet. Grundlage soll digitale Lehrplattform sein, die als „Rohling“ für weitere „Auflagen“ des Seminars, verwendet und angepasst werden kann. Nach Ende der Lehrveranstaltung, soll die von den Teilnehmenden vervollständigte Projektseite, für diese als Wissensressource weiter zugänglich sein.

Eingesetzte Plattformen und Tools

Moodle (Forumsdiskussion, Wiki (für Glossar), Gruppen-Chat (für Teilnehmer alle und/oder Arbeitsgruppen), Chat (für Fragen an Dozenten), Evaluation)
Externe Wissensdatenbanken: Hilfsmittel: (links zu, Nachschlagewerken; Einführungsliteratur, Blogs, Webseiten).

I Philosophie & Islam (PDF)

Ansprechpartner

Dr. Roman Seidel
Fakultät I – Philosophisches Seminar
Lehrstuhl Prof. Dr. Michael Bongardt

Kontakt:
Dr. Roman Seidel
E-Mail: roman.seidel@fu-berlin.de