{"id":107,"date":"2012-09-09T10:00:41","date_gmt":"2012-09-09T08:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wp11048986.wp305.webpack.hosteurope.de\/?p=107"},"modified":"2012-09-09T10:00:41","modified_gmt":"2012-09-09T08:00:41","slug":"pop-aktuelle-definitionen-und-sprachgebrauchvon-thomas-hecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2012\/09\/09\/pop-aktuelle-definitionen-und-sprachgebrauchvon-thomas-hecken\/","title":{"rendered":"Pop: Aktuelle Definitionen und Sprachgebrauchvon Thomas Hecken8.9.2012"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Fremde und eigene Ans\u00e4tze und m\u00fc\u00dfige Betrachtungen<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><!--more-->1. Institutioneller und allt\u00e4glicher Sprachgebrauch<\/p>\n<p>In Diskussionen h\u00f6rt man oft, Pop, das sei schwierig zu definieren. Die Aussage ist verst\u00e4ndlich, aber falsch. Viele hundert Varianten zeigen im Gegenteil, dass es \u00e4u\u00dferst leicht ist, Pop auf einen definitiven Begriff zu bringen. Schwierig ist es offenkundig nur, sich mit einer Definition so durchzusetzen, dass sie den Sprachgebrauch der meisten anderen Sprachteilnehmer pr\u00e4gt.<\/p>\n<p><!--more Mehr--><\/p>\n<p>Der Sprachgebrauch selbst besteht nat\u00fcrlich nicht allein aus Aussagen, die auf einem klar definierten Begriffsarsenal beruhen. Definitionen kann man vom \u00fcblichen Sprachgebrauch her zumeist allenfalls ableiten. Dennoch ist dieser nicht-definitive Sprachgebrauch oftmals viel wichtiger f\u00fcr die Arten und Weisen, die Welt und\/oder die Semantik aufzubereiten und zurechtzuschneiden. Das gilt vor allem f\u00fcr den Sprachgebrauch von m\u00e4chtigen Institutionen. Hier einige Beispiele daf\u00fcr:<\/p>\n<p>\u2013 Die Billboard-Rangliste \u00bbPop Songs\u00ab (auch \u00bbMainstream Top 40\u00ab genannt) versammelt die in einer Woche bei \u00fcber hundert bestimmten Radiostationen meistgeh\u00f6rten St\u00fccke (andere Billboard-Charts laufen 2011 unter den Titeln \u00bbR&amp;B\/HipHop\u00ab, \u00bbLatin\u00ab, \u00bbCountry\u00ab, \u00bbRock\u00ab, \u00bbDance\/Club Play\u00ab).<\/p>\n<p>\u2013 Medienkonzerne weisen teilweise \u00e4hnlich gegliederte Abteilungen aus: beim deutschen Arm der Universal Music Group (Vivendi) etwa gibt es den Zweig \u00bbUniversal Music Domestic Pop\u00ab und davon abgesetzt \u00bbUniversal Music Domestic Rock\u00ab. \u00bbUDP steht f\u00fcr Pop\/Mainstream, UDR f\u00fcr Rock\/Urban\u00ab, erl\u00e4utert die Homepage der Firma. Die Pop-Abteilung (UDP) betreut u.a. A-HA, Adoro, Andr\u00e9 Rieu, Christina St\u00fcrmer, DJ \u00d6tzi, Hermes House Band, Ich + Ich, Juli, Kurt Kr\u00f6mer, Lena, Mia, Paul van Dyk, Reamonn, Rosenstolz, Sascha Grammel, Schiller, Silly, Tokio Hotel, Vicky Leandros, die Rock-Abteilung (UDR) Culcha Candela, Die \u00c4rzte, Element of Crime, Jan Delay, Mando Diao, Polarkreis 18, Rammstein, Selig, Sportfreunde Stiller, The Prodigy, Unheilig.<\/p>\n<p>\u2013 Der Internet-H\u00e4ndler Amazon unterteilt Musik in \u00bbPop\u00ab (\u00fcber eine Million Waren), \u00bbRock\u00ab (\u00fcber 250.000), Alternative\u00ab (\u00fcber 150.000), \u00bbMetal&amp;Hardcore\u00ab (fast 80.000), \u00bbKlassik\u00ab (gut 60.000) etc. Pop wiederum weist bei Amazon verschiedene Unterabteilungen auf (etwa \u00bbDisco\u00ab, \u00bbPop-Rock\u00ab, \u00bbNew Wave\u00ab, \u00bbFolk-Pop\u00ab).<\/p>\n<p>\u2013 Ein Verein wie die Verwertungsgesellschaft American Society of Composers, Authors and Publishers sch\u00fctzt die Rechte seiner Mitglieder u.a. in der \u00fcbergreifenden Abteilung \u00bbPop\/Rock\u00ab, abgetrennt von \u00bbConcert Music\u00ab, \u00bbNashville\u00ab, \u00bbRhythm&amp;Soul\u00ab, \u00bbChristian\u00ab etc. Das deutsche Pendant GEMA unterscheidet blo\u00df zwischen \u00bbE\u00ab- und \u00bbU\u00ab-Musik, sortiert dabei Pop grunds\u00e4tzlich unter \u00bbU\u00ab wie \u00bbunterhaltend\u00ab ein (auf Antrag kann ein Gremium allerdings Popst\u00fccke als \u00bbernst\u00ab einstufen, was Konsequenzen f\u00fcr die Tantiemen-Aussch\u00fcttung hat). Abgeleitet ist die Ungleichbehandlung vom deutschen Urheberrechtswahrnehmungsgesetz, in dessen \u00a7 7 es hei\u00dft: \u00bbDie Verwertungsgesellschaft hat die Einnahmen aus ihrer T\u00e4tigkeit nach festen Regeln (Verteilungsplan) aufzuteilen, die ein willk\u00fcrliches Vorgehen bei der Verteilung ausschlie\u00dfen. Der Verteilungsplan soll dem Grundsatz entsprechen, dass kulturell bedeutende Werke und Leistungen zu f\u00f6rdern sind.\u00ab<\/p>\n<p>\u2013 Demselben Grundsatz unterliegen auch die deutschen \u00f6ffentlich-rechtlichen Medienanstalten. Bei ihnen ist Pop jedoch neuerdings offiziell zum wichtigen Kulturgut aufger\u00fcckt. Der ZDF-Spartenkanal ZDFkultur (vor der Umwandlung im Mai 2011: Theaterkanal) sieht sich auf seiner Internetseite programmatisch als \u00bbSpiegelbild eines ver\u00e4nderten Lebensgef\u00fchls und Kulturverst\u00e4ndnisses, das die Trennung zwischen Hoch- und Popkultur aufhebt\u00ab. Lapidar lautet der n\u00e4chste Satz: \u00bbEin wesentliches Element des Programms ist Popmusik mit Stilrichtungen wie Indie-Rock und -Pop, Heavy Metal, Hip-Hop, Jazz oder Electronic.\u00ab<\/p>\n<p>\u2013 Auch konservative Organe verschlie\u00dfen sich dem nicht, schon gar nicht auf ihren Internetseiten; auf der Website der FAZ steht in der Feuilleton-Rubrik \u00bbPop\u00ab alphabetisch unter \u00bbB\u00fccher\u00ab, \u00bbB\u00fchne und Konzert\u00ab, \u00bbKino\u00ab, \u00bbKunst\u00ab, \u00bbKunstmarkt\u00ab, \u00bbMedien\u00ab, gefolgt von \u00bbDebatten\u00ab, \u00abForschung und Lehre\u00ab sowie \u00bbGeisteswissenschaften\u00ab.<\/p>\n<p>\u2013 In Schulen und Universit\u00e4ten ist das keine Neuigkeit, dort lehrt man nicht nur \u00bbPopmusik\u00ab und seit einigen Jahren auch \u00bbPopliteratur\u00ab, sondern nat\u00fcrlich auch jene \u00bbPop-Art\u00ab, die schon lange in den f\u00fchrenden Museen moderner Kunst zu Hause ist. Gro\u00dfen Widerstand, f\u00fcr eine ganze Reihe an Pop-Ph\u00e4nomenen p\u00e4dagogische Zeit, \u00f6ffentliche R\u00e4umlichkeiten und Steuergelder zur Verf\u00fcgung zu stellen, gibt es momentan keinen mehr.<\/p>\n<p>Die Zitate und Angaben belegen unmissverst\u00e4ndlich: Nicht nur wird der Begriff oft gebraucht, es handelt sich auch um ein Wort von einigem Gewicht. Deshalb ist es nicht blo\u00df eine akademische Pflicht\u00fcbung, sich Gedanken dar\u00fcber zu machen, in welchem Sinne es ausgesprochen oder niedergeschrieben wird. Der angegebene institutionelle Sprachgebrauch zeigt, dass \u00bbPop\u00ab \u00fcberwiegend in deutlich artikulierter Abgrenzung fassbar wird. Pop wird unterschieden von Rock und Klassik, aber auch direkt von Hochkultur, aus zuf\u00e4lligeren Gr\u00fcnden auch von Kino (die Stelle, an der Pop-Kino stehen k\u00f6nnte, ist belegt von \u00bbHollywood-Kino\u00ab); die gefundenen Abgrenzungen finden demnach zum Teil in verschiedenen Bereichen statt bzw. konstituieren solche Bereiche. Zumeist verschafft einem dann ein Beispiel bzw. die Praxis, unter dem Begriff diverse Waren, Artikel, Werke zu versammeln, weitere Klarheit dar\u00fcber, wie das Wort verstanden werden soll.<\/p>\n<p>Ob die hier angef\u00fchrten Sprachbenutzer jeweils angeben k\u00f6nnten, mit welcher Bedeutung sie genau \u00bbPop\u00ab sagen oder hinschreiben, ist mehr als zweifelhaft. Dennoch stellt es f\u00fcr sie kein Problem dar, die Welt in Pop und Rock, Pop- und Hochkultur etc. zu scheiden. Bedeutsam ist f\u00fcr sie offenkundig die Aufteilung nach Musiksparten sowie die Trennung von Kultursph\u00e4ren, wobei heute nicht mehr wie zumeist fr\u00fcher mit der Trennung automatisch eine bestimmte Hierarchisierung (Hoch- \u00fcber Popkultur, Rock \u00fcber Pop) verbunden sein muss.<\/p>\n<p>Zusammensetzungen wie \u00bbPop-Art\u00ab und \u00bbPopliteratur\u00ab machen zudem deutlich, dass Pop nicht nur in einer Kunstgattung zu finden ist. Bei \u00bbPopliteratur\u00ab handelt es sich vorwiegend um eine deutsche, feuilletonistische wie germanistische Besonderheit, international und alltagssprachlich firmiert dagegen die Pop-Art. Und selbst wer von bildender Kunst \u00fcberhaupt keine Ahnung hat, wei\u00df h\u00f6chstwahrscheinlich, dass \u00bbpoppige\u00ab Farben bunte, grelle, unmodulierte Farben sind, ebenso wie er wei\u00df, dass die Rede von einem \u00bbpolitischen Popstar\u00ab auf dessen Showqualit\u00e4ten und sein Verm\u00f6gen, viele Menschen f\u00fcr sich zu gewinnen, zielt. Nicht wenige werden auch wissen oder ahnen, dass die Qualifizierung als Popstar in diesem Zusammenhang keineswegs ein Lob darstellen muss; die \u00e4ltere Assoziation von \u00bbPop\u00ab mit \u00bbkommerziell\u00ab, \u00bbseicht\u00ab, \u00bboberfl\u00e4chlich\u00ab ist zwar heute nicht mehr in dem Ma\u00dfe g\u00e4ngig wie noch in den 1970er Jahren, sie hat sich aber noch nicht ganz verloren.<\/p>\n<p>Im Sprachgebrauch vieler Akademiker, K\u00fcnstler, Journalisten, Lektoren und der besonders kunst- und kulturinteressierten Museumsg\u00e4nger, Musikh\u00f6rer, geisteswissenschaftlichen Studenten etc. schl\u00e4gt sich die weitgehende, wenn auch l\u00e4ngst nicht vollst\u00e4ndige Aufwertung von Pop nieder. Bei ihnen hat sich \u00fcber viele historische Wege Richard Hamiltons fr\u00fche Bestimmung, was \u00bbPop Art\u00ab sei, recht gut durchgesetzt. Unter dem zu seiner Zeit noch ganz ungew\u00f6hnlichen Begriff versammelte Hamilton in der zweiten H\u00e4lfte der 1950er Jahre elf Eigenschaften. \u00bbPop Art\u00ab ist seiner Anschauung und Begriffsbestimmung nach \u00bbPopular (designed for a mass audience) \/ Transient (short-term solution) \/ Expendable (easily forgotten) \/ Low cost \/ Mass produced \/ Young (aimed at youth) \/ Witty \/ Sexy \/ Gimmicky \/ Glamorous \/ Big business\u00ab (Hamilton [1957] 1982).<\/p>\n<p>Was man an einigen Worten aus der Liste (young, witty, sexy, glamorous) bereits erahnen kann, geht aus weiteren Schriften Hamiltons klar hervor: Dass diese fl\u00fcchtige, massenproduzierte, billige, hochkommerzielle Produktion f\u00fcr ihn kein Schund ist, sondern, wie das \u00bbArt\u00ab hinter \u00bbPop\u00ab bei ihm eben sagt, eine Kunst, eine nicht selten mit raffinierten, eleganten, ansprechenden Mitteln hergestellte Kunst, die wenig oder nichts mit der \u00e4lteren Volks- oder biederen Kitschkultur gemein hat. Den Vorrang der Pose, der K\u00fcnstlichkeit, der Oberfl\u00e4chlichkeit, der Image-Verdichtung, der Ber\u00fccksichtigung modernster Medientechnologie, die Abkehr vom Glauben an einen unaufl\u00f6slichen Zusammenhang von Form und technischer Funktion \u2013 all das, was in Hamiltons Aufs\u00e4tzen anklingt, ist heute ein beachtlicher Beschreibungs- und Bewertungsgrundsatz entsprechender Kunstfreunde; allerdings wird von ihnen Richard Hamiltons Auflistung von hellen Pop-Eigenschaften manchmal erg\u00e4nzt, etwa um d\u00fcster \/ fanatisch \/ pornografisch \/ ironisch \/ dilettantisch (ohne dass durch diese Erg\u00e4nzung sich die Waage wieder zur negativen Bewertungsseite neigen w\u00fcrde!).<\/p>\n<p>Nicht immer durchgehalten wurde im Zuge dessen auch die Bindung von Pop an Popularit\u00e4t und Massenpublika. Viele Werke der Popliteratur, der Pop-Art, aber auch der Popmusik h\u00e4tten ihren Namen nie bekommen, wenn die Merkmale \u00bbweite Verbreitung\u00ab, \u00bbgro\u00dfe Beliebtheit\u00ab unverzichtbar f\u00fcr die jeweilige Pop-Bestimmung gewesen w\u00e4ren. Selbst die Erl\u00e4uterung, dass die angesprochenen Werke auf Popularit\u00e4t und gro\u00dfe Rezipientengruppen abzielten, in der Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Kaufkraft aber unterlegen seien, kann daran nur teilweise etwas \u00e4ndern. An Hamiltons Kriterium \u00bbyoung\u00ab kann man bereits ablesen, wie weit sich Pop von gr\u00f6\u00dferer, \u00fcbergreifender Popularit\u00e4t und massenhafter Rezeption abzul\u00f6sen vermag. Vor allem die von vielen Twens in den und seit den 1960er Jahren vollzogene Zusammenschau von Pop mit Hipness und Underground hat f\u00fcr diese Trennung von Pop und Popularit\u00e4t (zu schweigen von Volkst\u00fcmlichkeit) gesorgt.<\/p>\n<p>Mit dieser Anerkennung von Pop als avancierte Kultur ist der Aufstieg von Pop zu einer legitimen Kultur, die in Museen gesammelt, von Feuilletons best\u00e4ndig positiv rezensiert und von F\u00fchrungskr\u00e4ften gesch\u00e4tzt und vorgezeigt wird, wesentlich vorangekommen. Deshalb haben sich nicht wenige Pop-Linke und Boheme-Vertreter bereits wieder von dem Wort verabschiedet. Dem negativen Klang, den der Einsilber bei ihnen mittlerweile hat, steht jedoch entgegen, dass Pop als bedeutender Allgemeinbegriff aus kaum einer gesellschaftlichen Sprachschicht mehr wegzudenken ist. Zwei Dimensionen sind dabei abschlie\u00dfend festzuhalten: Erstens ist bei den meisten Sprachteilnehmern die Bereitschaft vorhanden, Pop von Rock zu trennen; zweitens verbinden sie Pop \u00fcber die Musik hinaus mit plakativen, oberfl\u00e4chlichen, reizvollen Ph\u00e4nomenen. Die Diskussionen, die rund um Pop etwa beim Aufkommen der Pop-Art in den 1960er Jahren oder (nach New Wave) des New Pop in den beginnenden 1980er Jahre in k\u00fcnstlerischen und intellektuellen Kreisen gef\u00fchrt worden sind \u2013 mit Richard Hamilton als Ahnherren \u2013, haben hingegen au\u00dferhalb ihrer Sph\u00e4ren keinen semantischen Eindruck hinterlassen. Ihr (wichtiger) Einfluss ist strikt auf der Ebene der Wertigkeit zu suchen: Dass das W\u00f6rtchen \u00bbPop\u00ab in vielen F\u00e4llen des heutigen Sprachgebrauchs nicht mit negativem Klang ausgesprochen wird, geht nicht zuletzt auf diese Debatten zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2. Wissenschaftliche und essayistische Pop-Definitionen<\/p>\n<p>Im Unterschied zur allt\u00e4glichen Kommunikation muss man in wissenschaftlichen Arbeiten (und oftmals auch in feuilletonistischen Essays) die Bedeutung eines Wortes nicht immer aus seinem Gebrauch erschlie\u00dfen. Wichtige Begriffe werden hier von den Autoren selbst auf eine Bedeutung hin ausdr\u00fccklich festgelegt. Dies geschieht zumeist in Form von Nominaldefinitionen.<\/p>\n<p>Bei solchen Definitionen gibt es ein Definiendum (in unserem Fall: \u00bbPop\u00ab), das durch ein Definiens bestimmt wird. Eine Definition ist \u2013 nach den Ausf\u00fchrungen von Tadeusz Pawlowski \u2013 eine \u00bbfreie terminologische Entscheidung eines Autors\u00ab. Sieht man eine Aussage als eine Definition an, besitzt es darum keinen Sinn, \u00bbvom Autor zu verlangen, er solle uns Beobachtungen und empirische Fakten mitteilen, die diesen Satz rechtfertigen, und aufgrund derer er ihn als wahr akzeptiert.\u00ab Vollkommen willk\u00fcrlich kann man in einer gegebenen Kultur allerdings nicht Definitionen anfertigen (z.B.: \u203aPop ist der Krieg\u2039), es sei denn um den Preis, als Spinner (vielleicht aber auch, im selteneren positiven Fall, als tiefer, origineller Denker oder Mystiker) zu gelten. Pawlowski f\u00fcgt denn auch an, dass die freie terminologische Entscheidung durch \u00bbGr\u00fcnde der wissenschaftlichen N\u00fctzlichkeit des definierten Terms\u00ab begrenzt werde. Als wichtiges Ziel wissenschaftlicher Definitionen benennt er erstens, dass die Mehrdeutigkeit und Vagheit von Begriffen beseitigt und dadurch Missverst\u00e4ndnisse und Fehler im kommunikativen Austausch vermieden, und zweitens, dass die Begriffe von ihren allt\u00e4glichen Bewertungen gel\u00f6st und dadurch ihr \u00bbWert als Instrumente reiner Beschreibungen\u00ab wiederhergestellt werden (1980: 13, 75, 24).<\/p>\n<p>Wie wird Pop aber nun definiert, was gegenw\u00e4rtig als Definiens angegeben? Bei unserem Durchlauf richten wir unsere Aufmerksamkeit auf jene Definitionsvorschl\u00e4ge, die Pop auf eine Weise herausstellen, die einzelne Genres wie etwa Popmusik, Popliteratur, Pop-Art \u00fcbersteigt. Beginnen wir mit David Grazians Buch \u00bbMix It Up. Popular Culture\u00ab aus dem Jahr 2010. Grazian h\u00e4lt zuerst fest: \u00bbIn common parlance, popular culture refers to the aesthetic products created and sold by profit-seeking firms operating in the global entertainment market \u2013 horror movies, reality television, dance music, fashion magazines, graphic novels, literary fiction, remote-controlled toys, fast-food-hamburgers, online video games\u00ab (Grazian 2010: 8). Egal ob das nun stimmt (was ich nicht glaube, denn das hie\u00dfe ja, dass in der amerikanischen Alltagssprache jede Erinnerung an das Volkst\u00fcmliche von \u00bbpopular culture\u00ab getilgt w\u00e4re), interessant ist daran der \u00dcbergang von der allgemeinen Beschreibung zu den einzelnen Genres und Produkten. Erst wird \u00bbpopular culture\u00ab im Sinne der \u00bbcommon parlance\u00ab weitgehend als Kulturindustrie festgehalten, dann folgt jedoch die Verengung auf bestimmte Ph\u00e4nomene (Opernaufnahmen, Theaterauff\u00fchrungen, Museumsaustellungen fallen z.B. offenkundig nicht darunter).<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch, dass Grazian \u00bbpopular culture\u00ab und \u00bbpop culture\u00ab synonym gebraucht. Er gibt zwar keine Auskunft dar\u00fcber, ob dies auch im gew\u00f6hnlichen Sprachgebrauch h\u00e4ufig der Fall ist, bei ihm selbst erfolgt der synonyme Gebrauch jedoch regelm\u00e4\u00dfig. Wenn er auch \u00fcberwiegend (und im Untertitel seines Buches) von \u00bbpopular culture\u00ab spricht, wechselt er den Begriff doch immer wieder mit \u00bbpop culture\u00ab ab. Dies ist im angloamerikanischen akademischen Bereich heute so \u00fcblich. Selbst wenn es um die Beatles, Madonna oder die Sex Pistols ging, war dort lange sogar \u00fcberwiegend von \u00bbpopular culture\u00ab die Rede (Ausnahme etwa: Frith\/Horne 1987). Seit zwei Jahrzehnten ist immerhin der Synonymgebrauch verst\u00e4rkt festzustellen. Dieser hat zur Folge, dass \u00bbpop culture\u00ab im Gefolge von \u00bbpopular culture\u00ab oftmals sehr traditionell daherkommt, n\u00e4mlich im Sinne von Massenkultur oder gar Volkskultur (Marcel Danesi noch 2008: \u00bbpop culture\u00ab sei \u00bbculture by the people and for the people\u00ab).<\/p>\n<p>Grazian wiederum steht beispielhaft f\u00fcr die dritte Variante einer Konzeption, die zwischen \u00bbpop culture\u00ab und \u00bbpopular culture\u00ab keinen Unterschied macht. Die dritte Variante besteht darin, verschiedene, g\u00e4ngige Definitionsbestandteile von Bestimmungen zur Massen- und Volkskultur zu \u00fcbernehmen und zu kombinieren. Grazians Definition von \u00bbpopular culture\u00ab bzw. \u00bbpop culture\u00ab lautet also: Erstens sei das eine Kultur, \u00bbthat is [\u2026] well liked, and in a market economy that popularity is often best demonstrated through commercial success as measured by Nielsen ratings, video rentals, album sales, or box-office revenue.\u00ab Zweitens: \u00bbpopular culture refers to icons or media that are globally ubiquitous and easily recognized (if perhaps disliked or mocked) the world over.\u00ab Drittens: \u00bbpopular culture refers to commercial media thought to be tricky, tacky, and pitched to the lowest common denominator as mass culture intended for general consumption\u00ab. Viertens: \u00bbpopular culture is associated with songs, dances, and other folk expressions belonging to the people under the guise of democratic populism and authenticity\u00ab (Grazian 2010: 9).<\/p>\n<p>Wie man an einigen Ausdr\u00fccken (associate, refer) schon merken kann, nimmt Grazian seine Definition so vor, dass sie zum von ihm festgestellten Sprachgebrauch h\u00e4ufig passt. Nachdem er seine vier Bestimmungsmerkmale vorgelegt hat, res\u00fcmiert er: \u00bb[W]e have discussed a variety of meanings and exemplars associated with popular culture in the interests of developing as inclusive a definition as possible\u00ab (ebd.: 10). Gemessen an diesem Anspruch, kann man seine Definition nur als gescheitert ansehen. Abgesehen davon, dass seine Bestimmung des g\u00e4ngigen Sprachgebrauchs widerspr\u00fcchlich ist (unter Punkt vier tauchen auf einmal die volkst\u00fcmlichen Elemente auf, die zuvor ausgeschlossen worden waren), fehlt in seiner Definition ein wichtiger Ansatz: Jene Rede \u00fcber Pop, die auf die (mitunter) unpopul\u00e4ren, \u203ahippen\u2039 Z\u00fcge abzielt.<\/p>\n<p>Ignoriert man aber Grazians eigenen Anspruch, ist Grazians Definition erst einmal so gut oder schlecht wie jede andere. Es ist eben seine Festlegung, wie er den Begriff gebrauchen m\u00f6chte. F\u00fcr uns ist an dieser Stelle wichtig festzuhalten, dass Grazian, wie nicht wenige andere auch, \u00bbpopular culture\u00ab und \u00bbpop culture\u00ab synonym verwendet und dass er dabei \u00fcberwiegend Definitionsmerkmale nennt, die auf eine gro\u00dfe Zahl an (ungebildeteren) Leuten hinauslaufen.<\/p>\n<p>Zum Vergleich ein teilweise \u00e4hnlicher, deutscher Definitionsansatz von Christoph Jacke: Er versteht unter \u00bbPopkultur\u00ab (synonym redet er auch von \u00bbPop\u00ab) den \u00bbkommerzialisierten, gesellschaftlichen Bereich, der Themen industriell produziert und massenmedial vermittelt, die durch zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberwiegende Bev\u00f6lkerungsgruppen mit Vergn\u00fcgen genutzt und weiterverarbeitet werden\u00ab (2009: 24f.). Im Gegensatz zu Grazian werden hier im letzten Teil des Definiens noch Positionen der Cultural Studies einbezogen und sind die Hinweise auf (weltweit) unterstellte Merkmale wie \u00bbtricky, tacky, and pitched to the lowest common denominator\u00ab g\u00e4nzlich getilgt.<\/p>\n<p>Anders setzen Definitionen an, die weniger mit Blick auf Kulturindustrie und Massenmedien, sondern st\u00e4rker auf bestimmte Auspr\u00e4gungen der Musik, bildenden Kunst, und des Designs gewonnen wurden, wie das etwa Mary Harron mit Blick auf Warhol, Sex Pistols, Boy George, Madonna, Smokey Robinson, MTV 1988 vorf\u00fchrte. Bei solchen zumeist j\u00fcngeren Autoren spielt der Begriff \u00bbpopular culture\u00ab oftmals keine Rolle mehr. Meist schreiben sie von \u00bbpop culture\u00ab oder beschr\u00e4nken sich gleich auf \u00bbpop\u00ab. So auch Harron. Ihre Nominaldefinition lautet: \u00bbPop stands for mutability and glitter. Its mode is the 45 single and the pinup, and its value is measured by record sales and the charts. Pop is about dreams and escapism and ecstatic moments; it believes in clich\u00e9s and its philosophy is \u203agive the people what they want\u2039. It is egalitarian by nature \u2013 anyone can make it \u2013 and capitalist.\u00ab Im Sinne des Kunst-Aspekts von Pop klingt das jedoch an benachbarter Stelle gar nicht mehr so ekstatisch und volksfreundlich: \u00bbIn pop, art is much more concerned with style and gesture (Roxy Music are the archetypal art pop band) and with the ironic use of pop history by switching between different eras and genres. Pop was postmodernist before the term was invented\u00ab. Und ganz \u00e4hnlich, ebenfalls in Absetzung von \u00bbrock\u00ab, aber ohne Kunst: \u00bbFor pop, fun, energy, and glamor are enough; one must be moving when required, but it is not necessary to be \u203aauthentic\u2039\u00ab (Harron 1988: 209, 208, 180).<\/p>\n<p>Zur\u00fcck gehen solche Definitionen auf die bekannten, bereits historischen Anmerkungen von Hamilton und Warhol sowie speziell auf Theoretiker des New Pop um 1980 wie Paul Morley und Ian Penman. Eine etwas systematischere Ausarbeitung solcher Ideen hat Dick Hebdige geleistet. Zwar sind seine Aussagen auf die historische Richtung der Pop-Art gem\u00fcnzt, an entscheidenden Stellen seines 1983 erschienenen Aufsatzes \u00bbIn Poor Taste: Notes on Pop\u00ab stehen jedoch Ausf\u00fchrungen zur K\u00fcnstlichkeit und Oberfl\u00e4chlichkeit von Pop ([1983] 1988: 132, 136) sowie Zielvorgaben, die zugleich als Nominaldefinition von Pop dienen k\u00f6nnen (R\u00fcckbindungen an die Pop-Art machen es im englischen Sprachraum selbst Akademikern leichter, blo\u00df von \u00bbPop\u00ab zu schreiben): \u00bb[T]he true legacy of pop is not located in painting or purely academic analysis at all, but rather in graphics, fashion and popular music, in cultural and subcultural production\u00ab. Als deren wichtigstes Prinzip stellt Hebdige die \u00bbfacetitious quotation\u00ab heraus, die er etwa in der \u00bbsubcultural fashion\u00ab als \u00bbcollage dressing\u00ab und vor allem in den \u00bbnew musical genres, rap, dub, electronic \u203asoundscape\u2039 and \u203aconstructed sound\u2039\u00ab am Werk sieht (ebd.: 142f.). In genau diesem Sinne auf deutscher Seite Diedrich Diederichsen (1982: 93): \u00bbEine sch\u00f6ne Definition von Pop lieferte mir unfreiwillig die Zeitschrift \u203aSpex\u2039. In einem Verri\u00df einer der gr\u00f6\u00dften Pop-K\u00fcnstlerinnen, Debbie Harry, schreiben sie n\u00f6rglerisch vorwurfsvoll: \u203ada\u00df die Gruppe Stilelemente nie wirklich spielt, sondern nur benutzt\u2039. Eben.\u00ab Zeitgleich h\u00e4lt er als Charakteristikum der \u00bbPop-Kultur\u00ab noch fest, dass sie \u00bbschneller und direkter reagiert als andere Kulturen\u00ab (1983: 167).<\/p>\n<p>Knapp f\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter gibt Diederichsen drei andere Elemente einer \u00bbdeskriptiven Definition von Pop\u00ab an (den Begriff \u00bbPopkultur\u00ab vermeidet er nun g\u00e4nzlich; s. als sp\u00e4tere Begr\u00fcndung daf\u00fcr Diederichsen 2011: 80). Erstes Element: \u00bbPop ist immer Transformation, im Sinne einer dynamischen Bewegung, bei der kulturelles Material und seine sozialen Bewegungen sich gegenseitig neu gestalten und bis dahin fixe Grenzen \u00fcberschreiten: Klassengrenzen, ethnische Grenzen oder kulturelle Grenzen\u00ab (1996: 38f.). Dieses erste Merkmal ist bestens bekannt aus Bestimmungen der Pop-Art (etwa Rosenberg [1969] 1997); auf andere K\u00fcnste wurde es etwa durch Susan Sontag ([1966] 1982: 346) und Leslie Fiedler (1969) \u00fcbertragen. Diederichsen f\u00fchrt es nun im Sinne der Cultural Studies unter dem Pop-Titel soziologisch weiter. Andere glauben ebenfalls, dass die Unterscheidung zwischen High und Low \u00bbl\u00e4ngst hinf\u00e4llig\u00ab sei, f\u00fchren diese Unterscheidung in ihren Pop-Begriff aber genau wieder ein, indem sie zwischen Pop im Sinne von \u00bbpopul\u00e4r\u00ab (\u00bballes von Modern Talking bis Phil Collins\u00ab) und Pop im Sinne von \u00bbavantgardistisch verst\u00f6rend\u00ab (Red Krayola, Sex Pistols) trennen (B\u00fcsser 2001: 43ff.). In Diederichsens Aufsatz hingegen kommen unter \u00bbPop\u00ab Modern Talking etc. gar nicht vor. Sein zweites Definitionselement: \u00bbPop hat eine positive Beziehung zur wahrnehmbaren Seite der sie umgebenden Welt, ihren T\u00f6nen und Bildern\u00ab (1996: 39f.); gewonnen wird dieses Merkmal von Diederichsen nach Betrachtung der \u00bbHippie-Pop-Revolution\u00e4re\u00ab und anderer Kulturrevolution\u00e4re aus der zweiten H\u00e4lfte der 1960er Jahre. Als drittes Element steht im Definiens: \u00bbPop tritt als Geheimcode auf, der aber zugleich f\u00fcr alle zug\u00e4nglich ist.\u00ab Mit Blick auf Warhol schw\u00e4cht Diederichsen das aber sogleich ab: \u00bbzumindest scheinbar inklusiv\u00ab (ebd.: 40).<\/p>\n<p>Andere Pop-Theoretiker setzen das \u00bbf\u00fcr alle zug\u00e4nglich\u00ab von vornherein wesentlich schw\u00e4cher an. Christian H\u00f6ller erkl\u00e4rt \u00bbHipness, Coolness, Avanciertheit oder Distinktion\u00ab zu den \u00bbzentrale[n] Popcharakteristika\u00ab, ohne die sich \u00bbPopkultur als Sammelbegriff\u00ab, der \u00bbeine immense Kollektion an Stilen, Moden und \u203aStrategemen\u2039 enth\u00e4lt\u00ab, kaum auf einen gemeinsamen Nenner bringen lie\u00dfe. Er f\u00fcgt freilich an, dass \u00bbPop\u00ab durch \u00bbImage-Repertoires, Image-Aufbereitungen, Image-Verbrauch\u00ab heutzutage \u00bbin so vielen Bereichen wie Jugendkultur und Lifestyle-Industrie\u00ab anzutreffen sei, dass Hipness, Coolness etc. zu \u00bbrelativ leicht verf\u00fcgbaren und damit im Grunde beliebig einsetzbaren \u203aTokens\u2039 im kulturellen Identit\u00e4tswettlauf geworden sind\u00ab (H\u00f6ller 2002: 82). Auch Gabriele Klein situiert \u00bbPop\u00ab in Abgrenzung zu jenem Popul\u00e4ren, das f\u00fcr sie \u00bbeine allgemeine Bekanntheit und Beliebtheit von kulturellen Objekten, die im Unterschied zur \u203aanspruchsvollen\u2039 Kultur eher \u203aniveaulos\u2039 scheint\u00ab, bedeutet. Freilich setzt sie \u203aAvanciertheit\u2039 weitaus weniger \u203ahip\u2039 an als H\u00f6ller. \u00bbPopkulturen\u00ab sind f\u00fcr sie \u00bbdas Ergebnis des Zusammenhangs von Produktion und Aneignung, von Kulturindustrien und Alltagsleben\u00ab (Klein 1999: 293, 295).<\/p>\n<p>Verbunden sind solche Pop-Definitionen (auch und gerade in Absetzung von \u00bbpopul\u00e4rer Kultur\u00ab, zu schweigen von \u00bbVolkskultur\u00ab) oftmals mit historischen Eingrenzungen. \u00dcblich ist es, Pop und\/oder Popkultur in den 1950er (Rock \u2019n\u2019 Roll, in Bewegung geratender amerikanischer Radio- und Musikindustriesektor, TV, Teenager, Wohlstandsgesellschaft) oder 1960er Jahren (Warhol und Beatles, Swinging London und Counter Culture) beginnen zu lassen. Einige andere definitive Startpunkte findet man jedoch auch. Originell etwa Diederichsens fr\u00fcher, aber auch von ihm selbst nicht weiter verfolgter Vorschlag: \u00bbWas ist Pop? Im weitesten Sinne: Bertolt Brecht, Free Jazz am Anfang, Gesang in 3 Minuten, Jazz der 40er \u2013 Momente von Kunst ohne M\u00fchseligkeit\u00ab (1982: 93). Chris Rojek \u2013 einer der wenigen angloamerikanischen Akademiker, der bewusst \u00bbpopular culture\u00ab von \u00bbpop culture\u00ab unterscheidet \u2013, setzt neuerdings \u00bbpop culture\u00ab (und besonders Popmusik) in den 1990er Jahren mit der Entwicklung und Durchsetzung von \u00bbsampling, sequencing, social network sharing and unauthorized downloading\u00ab sowie \u00bblaptop and mobile phone\u00ab an (2011: 2ff.).<\/p>\n<p>Zu unterscheiden sind die in Nominaldefinitionen untergebrachten Zeitangaben von solchen, die in historischen Bilanzen vorgenommen werden (z.B. wenn man angibt, dass f\u00fcr die Popkultur das Internet seit 1995 zu einer wichtigen Distributionsform, mit gro\u00dfen Auswirkungen auch auf die Produktion der Popkultur, geworden sei). Zur Erinnerung: Nominaldefinitionen bieten die \u00bbfreie terminologische Entscheidung eines Autors\u00ab (Pawlowski 1980: 13). Verstehen kann man die gerade gelieferte Aussage demnach nur dann genau, wenn man \u00fcber eine Nominaldefinition von Popkultur (und nat\u00fcrlich auch von \u00bbInternet\u00ab, \u00bbDistributionsform\u00ab etc.) verf\u00fcgt. Eine Nominaldefinition kann so oder so ausfallen, je nach Belieben des Autors; sie kann man nur ab\u00e4ndern, sprich: durch eine andere Nominaldefinition ersetzen, nicht aber widerlegen. Die gerade getroffene Aussage (dass das Internet seit 1995 von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Distribution wie Produktion der Popkultur sei) hingegen ist als \u00bbempirische Verallgemeinerung\u00ab, die man \u00bbaufgrund gegebener Erfahrungen akzeptiert oder verwirft\u00ab, \u00fcberhaupt nicht ins Belieben des einzelnen Autors gestellt, sondern wissenschaftlicher \u00dcberpr\u00fcfung ausgesetzt (ebd.: 28f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3. Diskussion<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zur Nominaldefinition. Hier noch einige weitere Beispiele zur Bestimmung von Pop und\/oder Popkultur. Es handelt sich nun um Nominaldefinitionen, die gegenw\u00e4rtig nicht \u00fcber so viele Anh\u00e4nger verf\u00fcgen wie die meisten bislang angef\u00fchrten Bestimmungen:<\/p>\n<p>\u2013 \u00bbPop ist Teil des Problems als dessen L\u00f6sung er sich anbietet; er ist die kitschige Oberfl\u00e4che des Sp\u00e4tkapitalismus und geriert sich zugleich als das ebenfalls kitschige Unternehmen, dessen Oberfl\u00e4che best\u00e4ndig zu durchbrechen, als Ideologie des sch\u00f6nen Lebens\u00ab (Behrens 2003: 10).<\/p>\n<p>\u2013 \u00bbPop-Culture ist eine hedonische Kultur\u00ab (Jank 2009: 83).<\/p>\n<p>\u2013 \u00bbMit der Pop-Kultur kommt eine wichtige Funktion der popul\u00e4ren Kultur zum Vorschein: die Artikulation von Frustrationen, die Suche nach alternativen Lebensentw\u00fcrfen, die kollektive Identit\u00e4tsstiftung\u00ab (Agard\/Helmreich\/Vinckel-Roisin 2011: 29).<\/p>\n<p>\u2013 \u00bb\u203aThe end of history\u2039, the triumph of liberal democracy and of the market so massified it achieved immanence: this is the idea pop had been waiting for since its beginning\u00ab (Clover 2009: 118).<\/p>\n<p>Zwar k\u00f6nnten noch viele weitere Pop-Definitionen angef\u00fchrt werden, die bisher zitierten Bestimmungen sollten aber f\u00fcr unsere Zwecke wirklich gen\u00fcgen. Schon jetzt stellt sich ja angesichts der F\u00fclle unterschiedlicher Nominaldefinitionen unabweisbar die Frage, welche man vorziehen soll. Und es stellt sich auch mit einigem Nachdruck die Frage, nach welchem Kriterium man denn seinen Vorzug vornehmen oder gar begr\u00fcnden soll. Zumindest innerhalb der Wissenschaften gibt es eine Art Standard. Pawlowskis von vielen geteilte Ansicht, die Ziele wissenschaftlicher Definitionen best\u00fcnden darin, dass erstens die Mehrdeutigkeit und Vagheit von Begriffen beseitigt und zweitens die an ihnen m\u00f6glicherweise haftenden allt\u00e4glichen Bewertungen abgestreift w\u00fcrden, hatte ich bereits aufgerufen. Nach dieser Ma\u00dfgabe haben also auch oder sogar gerade die bislang allt\u00e4glich und\/oder feuilletonistisch wenig durchgesetzten und verbreiteten Bestimmungen eine gute Chance, wissenschaftlich akzeptiert zu werden.<\/p>\n<p>Um mit dem zweiten Kriterium anzufangen: Daran gemessen, k\u00f6nnen alle bislang angegebenen Definitionen bestehen, wohl selbst die von Behrens (als Vertreter der kritischen Theorie lehnt er ohnehin die Verbindung von Wissenschaft und Werturteilsfreiheit ab, deshalb tr\u00e4fe ihn ein entsprechender Einwand blo\u00df auf f\u00fcr ihn falsche Weise). Voraussetzung daf\u00fcr ist allerdings, dass die oft hochgradig ideologisch und wertungs\u00e4sthetisch aufgeladenen Begriffe des Definiens deutlich als deskriptive Termini ausgegeben werden, man also ausdr\u00fccklich festh\u00e4lt, dass man das Hedonistische, Massenhafte, Kitschige, Coole etc. an sich weder als etwas Gutes oder Schlechtes ansieht.<\/p>\n<p>Noch voraussetzungsreicher ist es in einigen F\u00e4llen, das erste Kriterium der begrifflichen Klarheit zu erf\u00fcllen. Nicht wenige der gebrauchten erl\u00e4uternden Begriffe \u2013 wie etwa Coolness und Kitsch \u2013 m\u00fcssten separat definiert werden. Dies ist aber selbstverst\u00e4ndlich m\u00f6glich. Zur Klarheit geh\u00f6rt allerdings ebenfalls, dass eine Abgrenzung von anderen Begriffen, besonders von Nachbarbegriffen, gew\u00e4hrleistet ist. Hier besitzen viele der vorgelegten Definitionen erhebliche, nicht behebbare Schw\u00e4chen (zumindest aus besagter wissenschaftlicher Perspektive). Einige Definitionen sind brauchbar als Angaben zu massenmedialen und\/oder kulturindustriellen Ph\u00e4nomenen insgesamt, nicht aber zu Pop-Gegenst\u00e4nden, es sei denn, man wollte auch die \u00bbTagesschau\u00ab, \u00bbDer Alte\u00ab, B\u00fccher von Frank Sch\u00e4tzing, den \u00bbStern\u00ab, viel angeklickte Hunde-Videos auf YouTube etc. als Pop reklamieren. Das Gleiche gilt f\u00fcr die Bestimmung des Pop als \u00bbKunst ohne M\u00fchseligkeit\u00ab, als das \u00bbHedonische\u00ab, als \u00bbArtikulation von Frustrationen\u00ab, als das der \u00bbCoolness, Hipness\u00ab Verpflichtete etc. Auch in all diesen F\u00e4llen w\u00e4re ungemein vieles Pop, das niemand bislang als solches bezeichnet h\u00e4tte \u2013 und w\u00e4re umgekehrt vieles nicht unter Pop subsumierbar, dass wahrscheinlich niemand (wohl auch die jeweiligen Definitionsgeber) dort ausschlie\u00dfen m\u00f6chte (die Beatles z.B. sind schon sehr lange nicht mehr hip, Katy Perry war es nie, sie sind aber dennoch f\u00fcr alle Welt weiter Pop-Ph\u00e4nomene, oder?). Nicht zuletzt sind auch alle Definitionen fragw\u00fcrdig, die Pop und\/oder Popkultur sehr nahe an Popul\u00e4r- oder Massenkultur oder an Medienkultur heranr\u00fccken; wenn Pop recht besehen nur als K\u00fcrzel f\u00fcr Letztere verwandt wird, braucht man schlicht und einfach keine eigene Pop-Definition.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">4. Eigene Definition<\/p>\n<p>Wegen der skizzierten Schwierigkeiten m\u00f6chte ich eine eigene Pop-Definition ins Spiel bringen, die diese umgeht oder aufl\u00f6st. Ausf\u00fchrlich nachzulesen ist meine Nominaldefinition in einem Aufsatz unter dem Titel \u00bb<a title=\"artikel hecken\" href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/Ejournals\/index.php\/pop\/article\/view\/755\/720\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pop-Konzepte der Gegenwart<\/a>\u00ab in Heft 1 der Zeitschrift \u00bbPop\u00ab im Transcript Verlag. Abschlie\u00dfend will ich sie hier kurz vorstellen. Sie besteht aus der Angabe von sieben unverzichtbaren Pop-Merkmalen: 1. Oberfl\u00e4chlichkeit, 2. Funktionalismus, 3. Konsumismus, 4. \u00c4u\u00dferlichkeit, 5. Immanenz, 6. K\u00fcnstlichkeit, 7. Stilverbund:<\/p>\n<p>1. Oberfl\u00e4chlichkeit meint dabei lediglich, dass Pop aus dekorativ gestalteten Oberfl\u00e4chen besteht, ungeachtet der technischen Funktion des Gegenstands. Poppig \u2013 das hei\u00dft in diesem Zusammenhang: Die Oberfl\u00e4chen des Pop sind vorzugsweise geschlossen; selten verlaufen oder vermischen sich die Farben und Muster.<\/p>\n<p>2. Funktional ist Pop in anderer Hinsicht ausgerichtet: das Ziel ist, f\u00fcr Belebung zu sorgen, angenehm zu erregen, den K\u00f6rper in Bewegung zu setzen, Attraktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen und eine nette, heitere Stimmung oder eine coole Haltung zu bewirken.<\/p>\n<p>3. Pop ist mit Konsum innig verbunden. Sich unterhalten zu lassen ist mindestens genauso viel wert wie das aktive Leben. Konsumieren ist zudem ein Pop-Kennzeichen, weil es im Gegensatz dazu steht, sich rauschhaft verzehren zu lassen. Die Ekstase z\u00e4hlt allenfalls vor\u00fcbergehend einmal zur Pop-Welt \u2013 als Samstagnachtph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>4. Pop h\u00e4lt sich strikt an das \u00e4u\u00dferlich, sinnlich Gegebene.<\/p>\n<p>5. Anders pointiert, bedeutet das: Pop kann mit der Werbung oder den gro\u00dfen B\u00fchnenshows, die sich aus dem historischen literarischen, mythologischen Fundus bedienen, etwas anfangen, weil es manchmal deren Gestaltung sch\u00e4tzt, nicht deren Bestreben, etwas \u00fcber das H\u00f6r- und Sichtbare Hinausgehendes zu behaupten.<\/p>\n<p>6. Pop kann mit dem Nat\u00fcrlichen nichts anfangen, au\u00dfer es zu elektrifizieren, im Studio bewusst aufzusplitten, digital zu modellieren etc.<\/p>\n<p>7. Ein Pop-Gegenstand kommt niemals allein. Der Musikstil z.B. ist mit einer Frisur, einer Hose, einem Auto, einer Attit\u00fcde auf eine Weise verbunden, die einen zwingenden Zusammenhang herstellen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">5. Schluss<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Bisher ist bei der Beurteilung von Pop-Definitionen nur von g\u00e4ngigen wissenschaftlichen Kriterien zu ihrer Beurteilung gesprochen worden. Verl\u00e4sst man den universit\u00e4ren Bereich, m\u00fcssen diese Ma\u00dfst\u00e4be selbstverst\u00e4ndlich nicht automatisch an Geltung und Bedeutung verlieren. Erweitert werden k\u00f6nnen sie aber, vor allem um das Kriterium der Originalit\u00e4t. Dieses Kriterium ist auch in den Wissenschaften keineswegs ohne Belang, seine Erf\u00fcllung z\u00e4hlt dort aber meist nicht zur Standardanforderung. Gr\u00f6\u00dferen Rang besitzt es im Feuilleton und in provokant oder geistreich zugespitzter Alltagskommunikation. Dort sind auch und manchmal gerade jene Definitionen gefragt, die sich schwerlich an vielen Orten durchsetzen lassen und die auf den ersten Blick merkw\u00fcrdig, paradox, einseitig, verstiegen, rechthaberisch erscheinen \u2013 und es bei genauerer Betrachtung oftmals tats\u00e4chlich auch sind. Dennoch sind sie mitunter wichtig, um die Diskussion weiterzutreiben und neue Beschreibungen und Wertungen zu erm\u00f6glichen und durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong><br \/>\nLiteratur<\/strong><\/p>\n<p>Agard\/Olivier\/Helmreich, Christian\/Vinckel-Roisin, H\u00e9l\u00e8ne (2011): \u00bbEinleitung\u00ab, in: Dies. (Hg.): Das Popul\u00e4re. Untersuchungen zu Interaktionen und Differenzierungsstrategien in Literatur, Kultur und Sprache, G\u00f6ttingen, S. 11-33.<br \/>\nBehrens, Roger (2003): Die Diktatur der Angepassten. Texte zur kritischen Theorie der Popkultur, Bielefeld.<br \/>\nB\u00fcsser, Martin (2001): \u00bbSuper-Discount: Pop im Jahrzehnt seiner Allgegenw\u00e4rtigkeit. Zum gegenw\u00e4rtigen Stand von Popkultur und Popkritik\u00ab, in: Heinz Geuen\/Michael Rapp (Hg.): Pop &amp; Mythos. Pop-Kultur, Pop-\u00c4sthetik, Pop-Musik, Schliengen, S. 41-51.<br \/>\nClover, Joshua (2009): 1989. Bob Dylan didn\u2019t have this to sing about, Berkeley u.a.<br \/>\nDanesi, Marcel (2008): Popular Culture. Introductory Perspectives, Lanham u.a.<br \/>\nDiederichsen, Diedrich (1982): \u00bbNette Aussichten in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben der Nebenkriegsschaupl\u00e4tze \u2013 \u00fcber Freund und Feind, L\u00fcge und Wahrheit und andere K\u00e4mpfe an der Pop-Front\u00ab, in: Ders. (Hg.): Staccato. Musik und Leben, Heidelberg, S. 85-101.<br \/>\nDiederichsen, Diedrich (1983): \u00bbDie Aufl\u00f6sung der Welt \u2013 Vom Ende und Anfang\u00ab, in: Ders.\/Dick Hebdige\/Olaph-Dante Marx: Schocker. Stile und Moden der Subkultur, Reinbek bei Hamburg, S. 165-188.<br \/>\nDiederichsen, Diedrich (1996): \u00bbPop \u2013 deskriptiv, normativ, emphatisch\u00ab, in: Literaturmagazin, H. 37, S. 36-44.<br \/>\nDiederichsen, Diedrich (2011): \u00bbDie Pop-Musik, das Popul\u00e4re und ihre Institutionen. Sind 50 Jahre genug? Oder gibt es ein Leben nach dem Tod im Archiv? Ein Gespr\u00e4ch [mit Christoph Jacke]\u00ab, in: Christoph Jacke\/Jens Ruchatz\/Martin Zierold (Hg.): Pop, Popul\u00e4res und Theorien. Forschungsans\u00e4tze und Perspektiven zu einem prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnis in der Medienkulturgesellschaft, Berlin, S. 79-110.<br \/>\nFiedler, Leslie A. (1969): \u00bbCross the Border, Close the Gap\u00ab, in: Playboy, Dezember, S. 151, 230, 252-258.<br \/>\nFrith, Simon\/Horne, Howard (1987): Art into Pop, London u. New York.<br \/>\nGrazian, David (2010): Mix It up. Popular Culture, Mass Media, and Society, New York.<br \/>\nHamilton, Richard (1982): [Brief an Peter und Alison Smith, 16. Januar 1957], in: Ders., Collected Words, 1953-1982, London, S. 28.<br \/>\nHarron, Mary (1988): \u00bbMcRock. Pop as a Commodity\u00ab, in: Simon Frith (Hg.): Facing the Music, New York, S. 173-220.<br \/>\nHebdige, Dick (1988): \u00bbIn Poor Taste. Notes on Pop\u00ab [in: Block, 1983], in: Ders.: Hiding in the Light. On Images and Things, London u. New York, S. 116-143.<br \/>\nH\u00f6ller, Christian (2002): \u00bbLeben in, mit, durch und trotz Pop. Immersion, Entgrenzung, Refokussierung und \u00dcberdruss als Umgangsformen mit der gegenw\u00e4rtigen Popkultur\u00ab, in: Jochen Bonz (Hg.): Popkulturtheorie, Mainz, S. 77-93.<br \/>\nJacke, Cristoph (2009): Einf\u00fchrung in Popul\u00e4re Musik und Medien, Berlin.<br \/>\nJank, Werner (2009): pop\/music + medien\/kunst. 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Originalausgabe 1980], Frankfurt am Main, S. 342-354.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fremde und eigene Ans\u00e4tze und m\u00fc\u00dfige Betrachtungen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[100763,947,1309,1315,1816,2210,2335,2589],"class_list":["post-107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-aktuelle-definitionen","tag-hecken","tag-kritik","tag-kultur","tag-pop","tag-sprachgebrauch","tag-thomas","tag-zeitschrift"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}