{"id":1655,"date":"2013-04-23T10:06:49","date_gmt":"2013-04-23T08:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=1655"},"modified":"2013-04-23T10:06:49","modified_gmt":"2013-04-23T08:06:49","slug":"zur-poetik-der-pop-literaturteil-3-schreibweisen-der-gegenwartvon-marcus-s-kleiner23-4-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2013\/04\/23\/zur-poetik-der-pop-literaturteil-3-schreibweisen-der-gegenwartvon-marcus-s-kleiner23-4-2013\/","title":{"rendered":"Zur Poetik der Pop-LiteraturTeil 3: Schreibweisen der Gegenwartvon Marcus S. Kleiner23.4.2013"},"content":{"rendered":"<p>Social Beat, Neue Deutsche Popliteratur und wissenschaftliche Forschungsans\u00e4tze<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[Teil 1: <a title=\"popliteratur teil 1\" href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2013\/02\/16\/zur-poetik-der-pop-literaturteil-1-kleine-literaturvon-marcus-s-kleiner16-02-2013\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kleine Literatur<\/a>; Teil 2: <a title=\"popliteratur teil 2\" href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2013\/03\/10\/zur-poetik-der-pop-literaturteil-2-burroughs-fiedler-brinkmann-von-marcus-s-kleiner10-03-2013\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Burroughs, Fiedler, Brinkmann<\/a>e]<\/p>\n<p>Literatur ist nicht mit sich selbst identisch, verweist in ihren unterschiedlichen Formen (Roman, Gedicht, Drama, Erz\u00e4hlung etc.) \u00fcber sich und ihre Medialit\u00e4t hinaus. Verwiesen wird (\u00e4sthetisch und inhaltlich) auf ein popul\u00e4rmedienkulturelles Au\u00dfen, z.B. Musik, Kunst, Film, Fernsehen, Comics, Presse oder Werbung, sowie auf eine medialisierte Wirklichkeit bzw. Gegenwart und ihre spezifischen (Medien-)Kulturtechniken.<\/p>\n<p>Durch dieses Au\u00dfen erh\u00e4lt die Literatur eine <em>erweiterte<\/em> mediale Form und offene literarische Identit\u00e4t, die nicht durch einen <em>engen<\/em> hochkulturellen Literaturbegriff, mit Fokus auf einen literaturhistorischen Kanon, erfasst werden kann und die auf der Suche nach einer formalen Entsprechung zur Popul\u00e4ren Kultur, Popkultur und\/oder Popul\u00e4ren Medienkultur ist.<\/p>\n<p>Der literarische Kanon ist auf langfristige Tradierung angelegt und unterteilt Literatur mit normativen Kriterien wie <em>ma\u00dfgeblich<\/em>, <em>musterhaft<\/em>, <em>bedeutend<\/em>, <em>repr\u00e4sentativ<\/em>, in <em>legitim <\/em>und <em>nicht legitim<\/em> oder <em>hochkulturell<\/em>, <em>trivial<\/em> und <em>kitschig<\/em>. \u00dcber die Aufnahme in einen literarischen Kanon, der letztlich stets <em>offen<\/em>, gleichwohl aber nicht unbegrenzt aufnahmef\u00e4hig f\u00fcr neue Texte ist, entscheiden drei Kriterien: \u201eExzeptionalit\u00e4t des Werkes\u201c, \u201eRepr\u00e4sentanz epochaler, gattungsm\u00e4\u00dfiger, sozialer und anderer Art\u201c und \u201eaktive Bezugnahme auf das Werk in der jeweiligen Gegenwartskultur\u201c (Auerochs 2007: 372f.).<\/p>\n<p>Die (intermediale\/-textuelle) <em>erweiternde Verweisung<\/em> und <em>\u00d6ffnung<\/em> des Literaturbegriffs f\u00fchrt zu einem literarischen <em>Sub- <\/em>bzw. <em>Gegenkanon<\/em>. Er ist f\u00fcr die spezifische Form von Literatur wesentlich, die als Pop-Literatur<a title=\"\" href=\"#_edn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> bezeichnet wird und an deren Entstehen Rolf Dieter Brinkmann in Deutschland in den sp\u00e4ten 1960er Jahren wesentlich mitbeteiligt war (vgl. Sch\u00e4fer 1998, 2008), u.a. durch die Kanonisierung von Gegenkultur in bis heute wegweisenden Anthologien (vgl. Brinkmann 1969; Brinkmann\/Rygulla 1969). Als Gr\u00fcndungsdokumente der deutschen Pop-Literatur gelten die drei im Jahr 1968 erschienenen Romane \u201eKeiner wei\u00df mehr\u201c von Rolf Dieter Brinkmann, Hubert Fichtes \u201eDie Palette\u201c und \u201eDie Insel\u201c von Peter O. Chotjewitz.<a title=\"\" href=\"#_edn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Mit diesem Literaturverst\u00e4ndnis wird die tradierte Wertdichotomie zwischen Literatur und Medien zur\u00fcckgewiesen, denn die Medien erscheinen nicht mehr als \u201edas Andere des (literarischen) Kanons\u201c, als ein \u201eBereich, in dem sich die Diffusion des Ephemeren und Unzurechnungsf\u00e4higen ereignet\u201c (Stanitzek 2001: 54f.).<\/p>\n<p>Der <em>erweiternde<\/em> <em>Verweischarakter<\/em> von (Pop-)Literatur markiert eine produktions\u00e4sthetische Kontinuit\u00e4t im Feld der Pop-Literatur, denn auch in den aktuellen literarischen Texten und Interviews mit sog. Pop-Literaten wird der <em>Verweischarakter<\/em> als wesentlich f\u00fcr Pop und Pop-Literatur herausgestellt: So betont der Literat, Musiker und DJ Thomas Meinecke (in Gleba\/Schumacher 2007: 367) etwa 30 Jahre nach der einleitend zitierten \u00c4u\u00dferung von Brinkmann, dass Pop eine \u201eVerweish\u00f6lle\u201c sei und belegt diese Feststellung in seiner Literatur (seit Ende der 1980er Jahre), seinen Lesungen, seiner Musik (<em>F.S.K.<\/em> \u2013 <em>Freiwillige Selbstkontrolle<\/em>, gegr\u00fcndet 1980), seinen H\u00f6rspielen und seinem DJing. Das \u201epopkulturelle Quintett\u201c um Joachim Bessing, Christian Kracht, Eckhart Nickel, Alexander von Sch\u00f6nburg und Benjamin von Stuckrad-Barre legt in ihrer Gespr\u00e4chsdokumentation \u201eTristesse Royal\u201c (Bessing 2009), aus dem Jahr 1999, ein Patchwork an <em>Verweisen<\/em> und Thesen vor, das ohne jegliche Form von Argumentation auskommt, sondern ihre \u00dcberzeugungskraft allein aus dem <em>Sch\u00f6nklingen<\/em>, also dem Sound, ihres <em>Verweisarrangements<\/em> gewinnen m\u00f6chte. Angetreten waren sie, um ein \u201eSittenbild\u201c ihrer Generation zu modellieren (ebd.: 11).<\/p>\n<p>Dieses Verst\u00e4ndnis von (Pop-)Literatur als <em>Verweishandlung<\/em><a title=\"\" href=\"#_edn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> gr\u00fcndet, so zumindest in der Rekonstruktion von Literatur, die f\u00fcr die, etwa von der Literaturkritik, der Literaturwissenschaft oder den Verlagen als Pop-Literaten bezeichneten Autoren und zugleich f\u00fcr die Pop-Literatur-Geschichtsschreibung wesentlich ist, in der US-amerikanischen Beat- und Undergroundliteratur\/-kultur der 1950er und 1960er Jahre.<a title=\"\" href=\"#_edn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Pop-Literatur wurde in Deutschland durch den Verweischarakter von Anthologien hierzu, wie z.B. <em>Acid<\/em>, <em>Silver Screen<\/em>, <em>Underground Poems\/Untergrundgedichte<\/em> oder <em>Fuck You!<\/em><a title=\"\" href=\"#_edn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>, eingef\u00fchrt und durch die Rezeption der US-amerikanischen Szene letztlich <em>angesto\u00dfen<\/em> \u2013 in Verbindung mit einer entsprechenden popul\u00e4ren Mediensozialisation der Autoren.<a title=\"\" href=\"#_edn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Anthologien bleiben im Kontext der Pop-Literatur von den 1960ern bis zur Gegenwart beliebte Publikationsformen, die einerseits, in N\u00e4he zur Musik, als eine Art <em>Best-of-Compilation<\/em> fungieren, andererseits den Eindruck erwecken sollen, dass die in den Anthologien versammelten Texte f\u00fcr eine (mehr oder weniger homogene) Szene, wenn nicht gleich f\u00fcr eine Generation repr\u00e4sentativ bzw. kanonisch sind.<a title=\"\" href=\"#_edn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>In der deutschen (Pop-)Literatur-Geschichtsschreibung werden, ausgehend von dieser <em>Urszene<\/em>, relativ homogen Entwicklungslinien und Autorennamen der deutschen Pop-Literatur nachgezeichnet bzw. dieser zugewiesen. Zwei aktuelle Formen von Pop-Literatur, die ebenfalls ihre Wurzeln in den 1950er und 1960er Jahren (<em>Beat<\/em> und\/oder Brinkmann) haben, sind <em>Social Beat<\/em> und die sogenannte <em>Neue Deutsche Popliteratur<\/em>, die als <em>Dekadenz<\/em>&#8211;<em>Pop<\/em><a title=\"\" href=\"#_edn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> bezeichnet werden k\u00f6nnte, und zu der Autoren wie etwa Christian Kracht, Benjamin von Stuckrad-Barre, Alexa Hennig von Lange oder Benjamin Lebert gerechnet werden (vgl. Degler\/Paulokat 2008).<a title=\"\" href=\"#_edn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Seit Ende der 1980er Jahre gibt es in Deutschland Bem\u00fchungen um eine Erneuerung einer genuinen <em>Underground<\/em>-Literatur, die eine gewisse N\u00e4he zur (amerikanischen und deutschen) <em>Beat<\/em>&#8211;<em>Literatur<\/em> der 1950er und 1960er Jahre besitzt und f\u00fcr die der Begriff <em>Social Beat <\/em>gepr\u00e4gt wurde.<a title=\"\" href=\"#_edn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Sch\u00f6nauer\/Kerenski (1998: o.S.) beschreiben <em>Social Beat<\/em> als subkulturell, realistisch, gegenwartsbezogen, subjektiv, wild und subversiv: \u201eDer neue Beat ist eine literarische \/ k\u00fcnstlerische Ausdrucksweise an der Peripherie des Kulturbetriebs. Er schei\u00dft auf utopische Entw\u00fcrfe, sch\u00f6ngeistiges Geschw\u00e4tz und tote Worte im leeren Raum. Was z\u00e4hlt, ist die Wirklichkeit, das Hier und Jetzt, die Verbindung kultureller, politischer &amp; gesellschaftlicher Fragen. [&#8230;] Seine J\u00fcnger [&#8230;] sind niemals objektiv, immer parteiisch [&#8230;], sie schreien wild und w\u00fcst gegen das \u00dcberkommene [&#8230;], ihre Schreibweise ist der Sauerstoff eines neuen \u00e4sthetischen Klimas. [&#8230;] Der neue Beat ist eine Reise in wunderliche R\u00e4ume, ein Trip in die Tiefe unserer Wahrnehmungsfelder, ein Ritt auf E.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die <em>Social Beat<\/em>-Szene sind Anthologien zentrale Publikationsorgane. In diesem Kontext gibt es ebenso <em>Verweise <\/em>auf literarische Vorg\u00e4nger der 1960er Jahre, wie etwa im Fall von \u201eKaltland Beat\u201c (Kerenski\/Stefanescu 1999), das sich inhaltlich und formal an \u201eAcid. Neue amerikanische Szene\u201c (Brinkmann\/Rygulla 1969) orientiert, um die aktuelle <em>Social Beat<\/em>-Szene zu dokumentieren. Das Vorwort wurde von Peter O. Chotjewitz verfasst, der bereits \u201eAcid\u201c seinerzeit in der <em>FAZ<\/em> besprochen hatte und ein wichtiger deutscher <em>Cut-up<\/em>-Autor ist.<a title=\"\" href=\"#_edn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Anfang bzw. Mitte der 1990er Jahre kommen in Deutschland durch <em>Spoken Word<\/em> <em>Poetry<\/em> und <em>Poetry Slams<\/em><a title=\"\" href=\"#_edn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> noch weitere Formen der Live-Literatur, also Literatur f\u00fcr und auf der B\u00fchne, hinzu, die eine direkte N\u00e4he zur (amerikanischen und deutschen) <em>Beat- und Undergroundliteratur\/-kultur<\/em> der 1950er und 1960er Jahre sowie zum <em>Social Beat<\/em> besitzen bzw. in denen <em>Social Beat<\/em> stattfand.<a title=\"\" href=\"#_edn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Bei <em>Poetry Slams<\/em> handelt es sich um moderne Autoren-Wettlesungen in Bars, Kneipen, Caf\u00e9s usw. vor Publikum, bei denen zumeist Gedichte und k\u00fcrzere Prosatexte vorgetragen werden. Eine \u2013 zumeist spontan gew\u00e4hlte \u2013 Jury oder das Publikum geben Punkte und k\u00fcren schlie\u00dflich einen Sieger. Bei <em>Poetry Slams<\/em> stehen zumeist die Performance und die Stimmung des Publikums im Vordergrund, weniger die Textqualit\u00e4t oder \u00e4sthetische Fragestellungen.<a title=\"\" href=\"#_edn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr das Entstehen dieser Art von Live-Literatur ist eine Ver\u00e4nderung im Rezeptionsmodus von Pop-Literatur: \u201eDadurch, dass aus Lesern verst\u00e4rkt H\u00f6rer geworden sind, hat sich auch Literatur gewandelt, insbesondere jene, die \u00f6ffentlich vorgetragen wird. Sie ist h\u00e4ufig eher b\u00fchnen- als buchtauglich, bis hin zu Varianten, die mehr mit Comedy als Literatur zu tun haben\u201c (Stahl 2007: 59). Eine wesentliche Pop-Qualit\u00e4t ist hier die Performativit\u00e4t des Liveerlebnisses. Eine traditionelle Autoren-Lesung lebt allein von der Performativit\u00e4t des Textes und der <em>Aura<\/em> des Autors<a title=\"\" href=\"#_edn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>; eine Pop-Lesung ist zumeist ein multimedialer Event, in der die <em>catchyness<\/em> der Inszenierung dominiert; vom Autor Entertainer-Qualit\u00e4ten erwartet werden und die ihre eigene Medialit\u00e4t oder ihre mediale Verwertung von Anfang an adressiert, d.h. ihre potentielle CD- oder Filmwerdung \u2013 dieser Aspekt spielt beim <em>Poetry Slam<\/em> eine geringere Rolle, als etwa bei Lesungen von medial <em>gehypten<\/em> Autoren wie Benjamin von Stuckrad-Barre.<a title=\"\" href=\"#_edn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die zuvor behauptete Kontinuit\u00e4t im Feld der deutschen Pop-Literatur, kann somit auch durch den Bezug zur <em>Social Beat<\/em>-, <em>Spoken Word<\/em>&#8211; und <em>Poetry Slam<\/em>-Szene gest\u00fctzt werden (vgl. Ullmaier 2001: 134ff.).<a title=\"\" href=\"#_edn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Den Zusammenhang von Beat und Pop beschreibt einer der zentralen deutschen <em>Cut up<\/em>-Autoren, J\u00fcrgen Ploog (zit. n. Ullmaier 2001: 57)<a title=\"\" href=\"#_edn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>: \u201eMeine Wurzeln sind nat\u00fcrlich irgendwo in der Beat-Bewegung, und da war Pop schon ein gewisser Antagonismus. Aber wenn ich eine Entwicklung sehen will, dann die, dass sich die beiden Richtungen verflochten haben und zum Teil zur Deckung kamen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die <em>Social Beat-Texte<\/em> basieren auf einem Underground-, Subversions-, Gegenkultur- und Widerstandsverst\u00e4ndnis von Popkultur, teilweise aber auch auf einem klassischen Avantgardeverst\u00e4ndnis, mit Bezug etwa auf Dadaismus und\/oder Futurismus. Die <em>Social Beat<\/em>&#8211;<em>Szene<\/em>, bestehend aus einem losen Netzwerk von Autoren, Aktivisten und K\u00fcnstlern, wendet sich, vergleichbar der deutschen <em>Beat<\/em>&#8211; und Pop-Literatur-Szene der 1960er Jahre, gegen den etablierten Literaturbetrieb und setzt sich f\u00fcr die Wiederbelebung der Organisations-, Publikations- sowie Vertriebsformen der alternativen <em>D.I.Y.-Culture<\/em> ein: \u201e<em>Social Beat hei\u00dft einfach nur: Der Underground lebt <\/em>[Hervorhebung im Original \u2013 MSK]\u201c, wie Klaus Wegener alias <em>ET ZETERA<\/em> betont (zit. N. Ullmaier 2001: 134). Wichtig sind hierbei Kontroverse und Individualismus, nicht aber irgendeine Form von Gruppenzwang.<\/p>\n<p><em>Social Beat<\/em>-Texte sind weniger literarische Texte, sondern gesellschaftliche bzw. gesellschaftskritische \u00c4u\u00dferungen. Insofern kann <em>Social Beat<\/em> als eine Art <em>Kommunikationsguerilla<\/em><a title=\"\" href=\"#_edn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> bezeichnet werden: \u201eBei Social Beat handelt es sich um eine engagierte Literatur, die kompromisslos und radikal in Sprache und Inhalt die Wirklichkeit wider-spiegelt. [&#8230;] Bei Social Beat geht es um das Hier und Jetzt und um die Unm\u00f6glichkeit zur Utopie. [&#8230;] Social Beatler sind nicht die gro\u00dfen Denker oder Intellektuellen, ich w\u00fcrde sie eher als Realisten mit einem Touch Idealismus bezeichnen. Sie sind keine Schriftsteller im herk\u00f6mmlichen Sinne [&#8230;]. Wir haben uns gesagt, wenn die Menschen nicht zur Literatur kommen, dann geht die Literatur zu den Menschen. Social Beat ist \u00fcberall \u2013 es wird gelesen an den herk\u00f6mmlichen Orten, in Kneipen, Hallen, Diskos, auf der Stra\u00dfe oder in Unterf\u00fchrungen &#8230; Bei Social Beat ist der Autor mitten im Publikum [Hervorhebung im Original \u2013 MSK]\u201c (Sch\u00f6nauer\/Kerenski 1998: o.S.).<\/p>\n<p>In der <em>Neuen Deutschen Popliteratur<\/em> wird hingegen die Abkehr vom Subversionsmodell Pop und Underground-Mythos deutlich betont, etwa von Benjamin von Stuckrad-Barre und Christian Kracht (in Bessing 2009: 48): \u201eDie Rebellion gegen die Rebellion w\u00e4re eine Reaktion\u201c (vgl. hierzu auch Frank 2003b). Die Suche nach einer Positionierung in und Identifikation mit der Welt, der Gesellschaft, der Kultur oder der Gegenwart zielt nicht auf einen subkulturellen Differenz- und Abgrenzungsgestus, eine Suche nach dem richtigen Leben im Falschen. Vielmehr geht es erstens um eine m\u00f6gliche gro\u00dfe Affirmation der aktuellen Waren-, Medien-, Marken-, Mode-, Stil- und Haltungswelt; dies zweitens verbunden mit dem Festhalten an einem nostalgischen, dekadent-dandyhaften Sch\u00f6nheitsideal, das wiederum als Differenz- und Abgrenzungsgestus fungiert.<a title=\"\" href=\"#_edn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Als Ausgangspunkt der <em>Neuen Deutschen Popkultur<\/em> (vgl. Degler\/Paulokat 2008) wird wiederholt auf das Erscheinen von Christian Krachts Roman \u201eFaserland\u201c (1995) hingewiesen (vgl. u.a. Ernst 2001: 72; Frank 2003b: 21; Stahl 2007: 55); ihre Hochphase auf Ende der 1990er Jahre datiert und ihr Ende mit dem 2001 erschienenen Roman \u201e1979\u201c von Kracht festgesetzt (vgl. Degler\/Paulokat 2008: 106).<\/p>\n<p>Diese These stammt, ohne dass Degler\/Paulokat diesen Bezug herstellen, aus der Rezension von Hubert Spiegel (2001) zu Christian Krachts Roman \u201e1979\u201c. Spiegel spricht hier vom \u201evorl\u00e4ufigen Ende\u201c der Popliteratur, nicht von einem Zu-Ende-Kommen. Dar\u00fcber hinaus leuchtet diese These auch mit Blick auf ihre eigene Beschreibung von Pop-Literatur als mediales Gegenwartsarchiv nicht ein, denn diese Funktion besitzen die popliterarischen Texte, von denen Degler\/Paulokat sprechen, etwa die von Benjamin von Stuckrad-Barre und Christian Kracht, auch nach dem Ende des Untersuchungszeitraums im Jahr 2001. Letztlich \u00fcbersehen die Autoren auch die konstitutive Bedeutung der Recyclebarkeit von Kultur, die ein Zu-Ende-Kommen von Kultur (fast) unm\u00f6glich macht, wie Baudrillard (1994: 50) hervorhebt: \u201eEs ist unglaublich, dass nichts von dem, was man geschichtlich f\u00fcr \u00fcberholt hielt, wirklich verschwunden ist, alles ist da, bereit zur Wiederauferstehung, alle archaischen Formen sind unversehrt und zeitlos vorhanden wie Viren im Inneren des K\u00f6rpers. Die Geschichte wurde nur aus der zyklischen Zeit herausgerissen, um dem Recycling zu verfallen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Bereits 1970 formuliert Matthaei (2004: 328) im Vorwort zur Beat-\/Pop-Anthologie \u201eTrivialmythen\u201c, dass es um eine Literatur geht, die \u201eden medialen Abfall, der sich am Rand unseres Bewusstseins, gewollt oder ungewollt, speichert, aufnimmt und einen neuen Umgang mit ihm probiert.\u201c<\/p>\n<p>Eine Begr\u00fcndung f\u00fcr das Ende dieser popliterarischen Chronologie bleibt bei Degler und Paulokat aus, ebenso wenig \u00fcberzeugt der behauptete Kausalzusammenhang vom Ende der <em>Neuen Deutschen Popkultur<\/em> durch die <em>Neue Ernsthaftigkeit<\/em> im deutschen Literaturbetrieb, die durch die Ereignisse des 11. September 2001 ausgel\u00f6st wurde. Auch bei einer stark gegenwartsbezogenen Literatur, wie der Pop-Literatur, kann diese Gegenwart keine (verbindlichen) Vor-Schriften machen, ebenso wenig wie Literatur die Gegenwart unvermittelt repr\u00e4sentieren kann. Gegenwart ist hier immer literarisch vermittelte und (re-)konstruierte Wirklichkeit als eine Wirklichkeit von Texten (und Bildern). Zudem kann der Vielfalt popliterarischer Schreibweisen nicht zeitbedingt ein einheitlicher Stil <em>aufgepr\u00e4gt <\/em>bzw. <em>abverlangt<\/em> werden.<\/p>\n<p>Die <em>Neuen Deutsche Popliteratur<\/em> wurde als eine <em>Literatur des Spektakels<\/em> inszeniert und zum Konjunkturthema. Medienhype, Personenkult, Emp\u00f6rungs-\/Spottwellen, Stellvertreter-K\u00e4mpfe u.v.m. bestimmten dabei die Auseinandersetzung, die nur \u00e4u\u00dferst selten sachlich\u00a0 stattfand: \u201eDie Aufmerksamkeit, die der Popliteratur sowohl vom Boulevardjournalismus, als auch vom Feuilleton zuteil geworden ist, d\u00fcrfte k\u00fcnftig wohl wieder etwas nachlassen. Das gro\u00dfe Interesse an Pop und Literatur verdankt sich nicht zuletzt der Tatsache, dass die literaturkritischen Debatten, besonders in Deutschland, immer noch auf der Suche sind nach einem neuen Paradigma von Gegenwartsliteratur. Nachdem die gro\u00dfen Debatten um postmodernes Erz\u00e4hlen geschlagen waren, st\u00fcrzte man sich auf die mit Jugendlichkeit und Nonchalance aufwartende <em>Generation Pop<\/em> [Hervorhebung im Original \u2013 MSK]\u201c (Frank 2003b: 30).<\/p>\n<p>Ein anderer Aspekt, den etwa Ba\u00dfler (2002), Frank (2003a) und v.a. Degler\/Paulokat (2008) herausstellen, ist f\u00fcr mein Erkenntnisinteresse interessanter. Hierbei handelt es sich um die hervorgehobenen gegenwartsdiagnostischen Kompetenzen der <em>Neuen Deutschen Popliteratur<\/em> und ihre Funktion als Gegenwartsarchiv: \u201eBei genauerer Betrachtung ergeben sich durchaus thematische Bereiche, in denen Popautoren die heutigen Lebenswelten genauer abzubilden verm\u00f6gen, als dies die Vertreter der Hochliteratur k\u00f6nnen und wollen. Popliteratur kann Alltagspraktiken archivieren, kommentieren und aus dem allt\u00e4glichen Material neue Formen und Themen generieren. Sie kann der Fl\u00fcchtigkeit der Warenwelt etwas entgegensetzen, indem sie beispielsweise der Abfolge von Stilen und Moden eine geschichtliche Logik unterstellt, Kategorien und Unterscheidungen konstruiert, wenngleich diese neu gewonnenen Instrumentarien selber etwas Fragiles und Transitorisches auszeichnet\u201c (ebd.: 31). Diese Arbeit an der Gegenwart bzw. die \u201eSchreibweisen der Gegenwart\u201c stellen eine weitere Konstante im Feld der deutschen Pop-Literatur seit den 1960er Jahren dar (vgl. hierzu grunds\u00e4tzlich Schumacher 2003). Literarische Gegenwartsfixierung ist letztlich, \u00fcberspitzt formuliert, der <em>Stoff, aus dem Pop-Literatur gemacht ist<\/em>.<\/p>\n<p>Die zuvor zitierte These von Frank ist unmittelbar einleuchtend, allerdings besteht das Problem seiner \u00dcberlegung in der Verwendung der Opposition von Hoch- und Pop-Literatur, die an keiner Stelle argumentativ plausibilisiert oder rezeptionsorientiert (empirisch) belegt wird.<a title=\"\" href=\"#_edn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Dies ist symptomatisch f\u00fcr alle Arbeiten zur Pop-Literatur, die diese spezielle Gegenwartskompetenz der Pop-Literatur nur behaupten bzw. als unmittelbar evident postulieren. In diesem Kontext bildet auch die instruktivste deutsche Studie zum Thema keine Ausnahme, \u201eGerade Eben Jetzt\u201c von Schumacher (2003), der wie kein anderer die Bedeutung der Gegenwartsthematik in der deutschen Pop-Literatur durch ein materialreiches <em>close reading<\/em> popliterarischer Texte herausgearbeitet hat. Auch wenn es ihm wesentlich darum geht aufzuzeigen, \u201ewie \u00fcber die Serialisierung eines immer neuen ,Jetzt\u2018 die Aktualit\u00e4t des Geschriebenen im Akt des Schreibens konstruiert wird\u201c, bleibt doch, neben einer literaturtheoretischen und philosophischen Debatte, eine Antwort auf die Frage aus, welches Wissen \u00fcber die Gegenwart die popliterarischen Texte konkret, nicht nur formal\u00e4sthetisch, vermitteln und welche Bildungsprozesse ausgehend von den Texten m\u00f6glich bzw. in diesen intendiert sind.<\/p>\n<p>Die vorausgehende Skizze zur Pop-Literatur in Deutschland, die den Eindruck eines literaturhistorisch und motivgeschichtlich gut kartographierbaren literarischen Feldes vermittelt, mit relativ eindeutig identifizierbaren Autoren, wird mit einem Hinweis der Pop-Literatur-Forschung konfrontiert, der sich in fast allen Arbeiten zum Thema findet: dass der Begriff Pop-Literatur inflation\u00e4r gebraucht wird und sich durch eine bedeutungsgeladene Diffusit\u00e4t auszeichnet, letztlich nur sehr allgemein definierbar ist.<\/p>\n<p>Entsprechend finden sich zu dem \u201esemantisch vieldeutigen Palindrom\u201c (J\u00f6rgen Sch\u00e4fer) Pop-Literatur kaum Definitionen und Abgrenzungen, die eine Antwort auf die Frage geben: \u201eWas ist Pop-Literatur?\u201c Vielmehr fokussiert sich die Forschung auf die Frage: \u201eWie funktioniert Pop-Literatur?\u201c Und: \u201eWie kann sie literaturhistorisch sowie \u00e4sthetisch verortet werden?\u201c Diese begriffliche <em>Unsch\u00e4rferelation<\/em> relativiert die scheinbare Homogenit\u00e4t im Feld der Pop-Literatur-Forschung, erscheint eher als ein <em>stiller Konsens<\/em> bzw. eine <em>Selbstbeobachtungsfalle<\/em>, nicht aber als ein literaturwissenschaftlich fundiertes Forschungsfeld. Vor diesem Hintergrund wird die zuvor skizzierte <em>Ordnung des Diskurses<\/em> wieder erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig.<\/p>\n<p>Dieser <em>Widerstand<\/em> gegen Definitionen korrespondiert mit der eingangs aufgestellten These, dass (Pop-)Literatur grunds\u00e4tzlich \u00fcber sich hinaus verweist und nur durch Bezug zu einem spezifischen Au\u00dfen, das sich historisch und thematisch wandelt, zeitpunktjustiert inhaltlich bestimmt werden kann. Hiermit behaupte ich nicht eine <em>ontologische Widerst\u00e4ndigkeit<\/em> von Pop, sondern pl\u00e4diere f\u00fcr eine alternative Art der Begriffsarbeit, Geschichtsschreibung und Analyse.<\/p>\n<p>Zum einen k\u00f6nnten zun\u00e4chst strukturelle Leitaspekte der als Pop-Literatur bezeichneten Literatur herausgearbeitet werden. Daran anschlie\u00dfend k\u00f6nnten zum anderen jeweilige Leitthemen der Pop-Literatur herausgestellt werden, die man an den als Pop-Literatur identifizierten Texten untersucht. Diese Leitthemen sollten in ein \u00fcbergeordnetes Bezugsfeld der Pop-Analyse bzw. der Analyse Popul\u00e4rer Medienkulturen eingebunden sein, weil Pop-Literatur nicht singul\u00e4r untersucht werden kann, sondern nur in ihrer Position im Feld Popul\u00e4rer Kulturen, von Popkulturen und\/oder Popul\u00e4rer Medienkulturen, deren Teil sie ist. In diesem \u00fcbergeordneten Bezugsfeld muss es eine heuristische Begriffsarbeit und historische Kartographie zur Popul\u00e4ren Kultur, Popkultur und Popul\u00e4ren Medienkultur geben, auf der die Einzelanalyse zur Pop-Literatur aufbaut und ohne diesen Bezug nur singul\u00e4r und fragmentarisch bleibt.<\/p>\n<p>Fokussierungen auf jeweils spezifische Leitthemen im Feld der Pop-Analyse sind bisher mit Blick auf die archivarische Bedeutung von Pop-Literatur (vgl. Ba\u00dfler 2002), auf die Gegenwartsfixierung (vgl. Schumacher 2003) und auf den Zusammenhang von Leitthemen vorgenommen worden, um hierdurch ein Profil der untersuchten Texte der Pop-Literatur zu erlangen, die sie zum Themenverbund <em>Neue Deutsche Popliteratur<\/em> zusammenf\u00fcgen. Ein aktuelles Beispiel hierf\u00fcr liefern Degler\/Paulokat (2008); sie stellen zehn Aspekte heraus diskutieren sie in ihrem Zusammenhang: \u201eIntermediale Inszenierungen: Autoren als Popstars\u201c, \u201ePopmusik als Thema und Formatvorlage der Literatur\u201c, \u201eArbeit am Archiv: Die Semantik von Marken und Medien\u201c, \u201eJugend und Generationskonflikte im ,popmodernen\u2019 Adoleszenzroman\u201c, \u201eGesellschaftskritik, Political Correctness und der \u00e4sthetische Zustand der Politik\u201c, \u201eAlltag und Zeitgeschichte im Funktions- und Speicherged\u00e4chtnis\u201c, \u201eGendertrouble: M\u00e4nnlichkeit, Weiblichkeit und das Dazwischen\u201c, \u201eIntertextuelle Vorbilder: Die Klassiker im Popul\u00e4ren\u201c, \u201eKrankheit, Tod und die letzten Dinge\u201c und \u201eDie tiefen Oberfl\u00e4chen: Irony is over \u2013 Bye Bye!\u201c (ebd.: 9ff.). In diesen Studien fehlt allerdings eine Einordnung der Pop-Literatur in den Zusammenhang von Popul\u00e4ren Kulturen und Popul\u00e4ren Medienkulturen, wird Pop-Literatur zu singul\u00e4r betrachtet.<\/p>\n<p>Flankiert werden diese Zugangsweisen durch Monographien zum Werk einzelner Autoren, wie z.B. zu Brinkmann (vgl. u.a. Sp\u00e4th 1989; Sch\u00e4fer 1998). Allerdings stellen diese Studien die Ausnahme dar, Werkthematisierungen finden eher im Kontext von Aufs\u00e4tzen statt.<\/p>\n<p>Eine der wenigen ausf\u00fchrlichen Definitionen von Pop-Literatur<a title=\"\" href=\"#_edn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>, die in einer zentralen literaturwissenschaftlichen Quelle enthalten ist, dem <em>Reallexikon zur deutschen Literaturwissenschaft<\/em>, liefert Ba\u00dfler (2003: 123). Ihm geht es dabei weniger um eine strenge Begriffsarbeit, sondern vielmehr um die Beschreibung von Pop-Literatur als Literatur mit Bezug zu Pop-Kultur, also ebenfalls um eine sich selbst \u00fcberschreitende Literatur:<\/p>\n<p>\u201ePostmoderne Textsorte, die medial gepr\u00e4gte Erwartungen der jugendlichen Massenkultur zu entsprechen sucht. [&#8230;] Mit der Vokabel <em>Pop-Literatur<\/em> fasst man literarische Formen zusammen, die sich, im Gegensatz zur Tradition, an der \u00c4sthetik der kommerziellen Jugendkultur, Medien- und Warenwelt (POPUL\u00c4RKULTUR) orientiert und archivierend, kritisch, ironisch und\/oder affirmativ auf sie bezogen bleibt. Sie adaptiert deren Vokabular (Markennamen, Musiktitel) und thematisches Repertoire (Fernsehserien, Popmusik, Prominente) und repr\u00e4sentiert, in Abgrenzung von der vergangenheits- und problemorientierten <em>Nachkriegsliteratur<\/em>, inhaltlich die Alltags-, Jugend- und Gegenwartskultur seit den sp\u00e4ten 1960er, besonders aber seit den 1990er Jahren. Im Gegensatz zu einer an erschwerenden <em>Avantgarde<\/em>-Verfahren orientierten E-Literatur, strebt sie programmatisch einen leicht konsumierbaren, eing\u00e4ngigen ,Sound\u2018 an (Leitkunst: Popmusik), dessen Realisierung von bewusst kunstloser Prosa (Parataxe oder pr\u00e4dikatlos elliptische Reihungen, sozial codierte Schlagw\u00f6rter und Namen) \u00fcber feuilletonistische Verfahren bis hin zu (an der Technik des Disc-Jockeys geschulter) <em>Montage<\/em>-Technik und den spontanen \u00f6ffentlichen Kontesten der ,Poetry slams\u2018 (<em>Stegreifdichtung<\/em>) reicht. Spannungserzeugende narrative Verfahren sind dagegen, im Unterschied zum ,Neuen Erz\u00e4hlen\u2018 und zur <em>Trivialliteratur<\/em>, f\u00fcr Pop-Literatur eher untypisch [Hervorhebungen im Original &#8211; MSK].\u201c<\/p>\n<p>Pop-Literatur als Literatur mit Bezug zur Popul\u00e4ren Kultur, Popkultur und Popul\u00e4ren Medienkultur wird hierbei als eine Literatur identifiziert, die von medien-\/popsozialisierten Autoren verfasst wird, einen deutlichen Bezug zur kommerziellen Popul\u00e4rkultur besitzt, die in den Texten formal und inhaltlich adaptiert bzw. repr\u00e4sentiert wird, hierzu unterschiedliche Haltungen und Schreibweisen verwendet, sich durch einen niedrigschwelligen Zugang auszeichnet, ihren Rhythmus durch N\u00e4he zur Popmusik erh\u00e4lt und die deutlich abgrenzbar von anderen literaturhistorischen Gattungen ist.<\/p>\n<p>Der Begriff Pop-Literatur, darauf geht Ba\u00dfler nicht ein, sondern setzt ihn als selbstverst\u00e4ndlich voraus, existiert, wie Stahl (2007: 13f.) betont, \u201ein den Heimatl\u00e4ndern des Pop, den USA und England, ein \u00e4hnlich gearteter Begriff (,pop literature\u2019 etwa) \u00fcberhaupt nicht.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> In Deutschland gibt es, um diese Beobachtung von Stahl zu vertiefen, unter den als Pop-Literaten bezeichneten Autoren h\u00e4ufig die Geste der Zur\u00fcckweisung des Labels Pop:<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend auf die 1960er Jahre betont Hadayatullah H\u00fcbsch (zit. n. Ullmaier 2001: 57): \u201e<em>Pop als literarischer Begriff war am Anfang nicht das Ding. Wir verstanden uns eher in der Nachfolge der Beatniks, und erst \u00fcber die Geschichte mit den Drogen, LSD, Haschisch usw. und die entsprechende psychedelische Musik haben wir dann vielleicht so eine Mischung zustande gebracht, wo aus der Beat-Hippie-Sache etwas wurde, was man im Sinne von Pop interpretieren kann <\/em>[Hervorhebung im Original].\u201c Christian Kracht (zit. n. Philippi\/Schmidt 1999) bemerkt, er habe \u201ekeine Ahnung, was das sein soll: Popliteratur\u201c. Thomas Meinecke (2000: 24) stellt heraus: \u201ePop-Literatur als solche [&#8230;] gibt es nicht.\u201c Kathrin R\u00f6ggla (2000: 106) fordert auf: \u201e<em>dabei ist doch bekannt: sprich das pop-wort nicht aus!<\/em> [Hervorhebung im Original \u2013 MSK]\u201c.<\/p>\n<p>Pop als vielf\u00e4ltige kulturelle Wirklichkeit scheint, darauf deuten diese Aspekte hin, in Deutschland immer noch erkl\u00e4rungs- und begr\u00fcndungsbed\u00fcrftig zu sein, im Unterschied etwa zum anglo-amerikanischen Raum, in dem Autoren wie Bret Easton Ellis, Nick Hornby oder Irvine Welsh, die im deutschen Kontext alle zur Pop-Literatur gez\u00e4hlt werden, zur etablierten Literatur geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die vorausgehenden Positionen k\u00f6nnen als Verweis auf den Begriff der Pop-Literatur als eine Leerstelle bzw. Projektionsfl\u00e4che aufgefasst werden. In die gleiche Richtung weisen Sch\u00f6nauer\/Kerenski (1998: o.S.) mit ihrem Verst\u00e4ndnis von <em>Social Beat<\/em>: \u201eSocial Beat ist eine Leerformel, die der Einzelne mit Inhalt f\u00fcllt und somit neu definiert. Social Beat ist wie ein Virus, der st\u00e4ndig sein Aussehen ver\u00e4ndert, deshalb nicht auf einen Nenner gebracht werden kann.\u201c Ausgehend von einem solchen Verst\u00e4ndnis von Pop-Literatur, l\u00e4sst sich keine pr\u00e4zise Definitionsarbeit leisten. Insofern w\u00e4hlt die Pop-Literatur-Geschichtsschreibung haupts\u00e4chlich auch den Weg einer chronologischen Rekonstruktion, die terminologisch unterbestimmt bleibt.<\/p>\n<p>Verweise verbinden \u2013 so auch Literatur und Wissenschaft. Nicht nur Pop-Literatur lebt <em>vom<\/em> und <em>durch<\/em> den Verweis, sondern auch die Wissenschaft, die, in Anlehnung an Meinecke, als <em>Verweissystemh\u00f6lle<\/em> bezeichnet werden und sich ohne Verweise selbst nicht legitimieren kann. Darin unterscheidet sich die Wissenschaft scheinbar grundlegend von der Pop-Literatur, die, zumindest im Anschluss an Brinkmann, zwar <em>durch <\/em>und <em>durch<\/em> Verweis ist, aber Verweise gerade nicht bzw. nicht prim\u00e4r als legitimierende Strategie braucht, sondern mit Verweisen v.a. experimentell umgeht. Andererseits kann aber zugleich behauptet werden, dass die eigensinnige Form von Literatur, die als Pop-Literatur ausgezeichnet wird, die <em>Verweish\u00f6lle<\/em> als legitimierende Funktion braucht, um als Pop-Literatur identifizierbar und damit unterscheidbar zu werden.<\/p>\n<p>Der Pop-Journalismus, neben der Literatur und Wissenschaft die dritte bedeutsame Schreibweise \u00fcber Pop, ist ebenfalls ohne Verweise nicht denkbar \u2013 auf Ereignisse, Meinungen, Personen, Musikwirtschaft, Kunst etc. In den k\u00fcnstlerischen und audio-visuellen Darstellungsweisen von Pop, den wesentlichen <em>Verweisarchiven <\/em>von Pop-Literatur, verh\u00e4lt es sich genau so, auch sie verweisen stets \u00fcber ihre eigene Textualit\u00e4t und Medialit\u00e4t hinaus. Insofern verbindet dieses<em> Verweissystem<\/em> viele verschiedene Inszenierungs- und Medialisierungsformen von Popul\u00e4ren Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4ren Medienkulturen, l\u00e4sst hierbei ein popul\u00e4r- und popkulturelles Form- bzw. Strukturprinzip erkennen.<\/p>\n<p>Verweise werden zitiert, indirekt oder direkt; textuell, akustisch und\/oder visuell. Zitate sind das zweite grunds\u00e4tzliche Form- und Strukturprinzip von Pop und damit auch der Pop-Literatur.<a title=\"\" href=\"#_edn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Jacke (2009: 12) beginnt das Vorwort in seine \u201eEinf\u00fchrung in Popul\u00e4re Musik und Medien\u201c entsprechend mit dem Verweis auf das konstitutiv Zitathafte von Pop. Er zitiert als Motti die folgenden beiden Texte: \u201eIm Grunde ist alles, was gesagt wird, zitiert\u201c (Bernhard 1971: 22). Und: \u201eIm Grunde ist alles, was gesagt wird, zitiert\u201c (Markovi\u0107 2009: 24). Daran schlie\u00dft sich der Verweis auf das Zitathafte von Pop und auf das Ver\u00e4ndern von Verweisen und Zitaten in einem neuen Kontext an.<\/p>\n<p>Die aus Belgrad stammende und in Wien lebende Autorin Barbi Markovi\u0107, \u201eGermanistin, Clubberin und Thomas Bernhard-Fan\u201c, wie es im Klappentext hei\u00dft, <em>remixt<\/em> einen Text des \u00f6sterreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard.\u00a0Aus \u201eGehen\u201c macht sie \u201eAusgehen\u201c, eine nahezu Satz f\u00fcr Satz adaptierte Geschichte \u00fcber die Verzweiflung einer jungen Frau am allabendlichen Clubbing im Belgrader Nachkriegsnachtleben, das sich von der von Bernhard geschilderten Entsetzlichkeit Wiens nicht zu unterscheiden scheint, die daf\u00fcr nicht pathetisch in die \u201eIrrenanstalt Steinhof\u201c eingewiesen wird, sondern \u201esich vor die Glotze geknallt hat, wahrscheinlich endg\u00fcltig\u201c (ebd. 13).<a title=\"\" href=\"#_edn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Verweise und Zitate sind intertextuelle\/intermediale Fremdreferenzen, die im Text zu Selbstreferenzen werden und zugleich zu <em>Transformationen<\/em> und <em>Transgressionen<\/em> der Literatur beitragen. Dies durch den Einsatz von Techniken, wie z.B. Cut-up, Montage, Collage, Sampling oder Mixing. Dies verbindet die Pop-Literatur grunds\u00e4tzlich mit dem Bezugssystem Pop, das \u201eimmer Transformation, im Sinne einer dynamischen Bewegung, bei der kulturelles Material und seine sozialen Umgebungen sich gegenseitig neu gestalten und bis dahin fixe Grenzen \u00fcberschreiten\u201c, ist (Diederichsen 1996: 38f.). Pop-Literatur kann vor diesem Hintergrund, mit Ba\u00dfler (2002: 184), als \u201eLiteratur der zweiten Worte\u201c bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Andererseits kann die Verweis- und Zitathaftigkeit von Pop-Literatur auch als popul\u00e4re Erinnerungsarbeit bzw. popul\u00e4re Gegenwartsarchivierung aufgefasst werden. Pop, im Verst\u00e4ndnis von Jacke\/Zierold (2008: 199), eine \u201eErinnerungsmaschine\u201c bzw. \u201epopul\u00e4re Erinnerungskultur\u201c.<\/p>\n<p>Aus diesen Verweisen, Zitaten und Bez\u00fcgen entstehen literarische Vorlagen, die wiederum Material f\u00fcr Verweise in Form von Zitaten und Auseinandersetzungen werden, sich dabei ver\u00e4ndern und von ihren Urspr\u00fcngen entfernen, die letztlich selbst nur Verweis- und Zitatarrangements waren bzw. (mehr oder weniger) originell Samples und Mixe von Gegenwart und Medien. \u201ePop-Literatur entsteht\u201c, wie Sch\u00e4fer (2003: 15) betont, \u201ewenn der Autor die Pop-Signifikanten \u2013 gleichg\u00fcltig, ob sie aus einem Popsong, einem Film oder einem Werbeslogan stammen \u2013 im literarischen Text neu ,rahmt\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Diese Pr\u00e4ferenz f\u00fcr das Unbekannte, Fremde, Andere, Nicht-Identische usw. ist ein weiteres Strukturmerkmal von Popkultur und dadurch von Pop-Literatur. F\u00fcr Leslie Fiedler (1994) ist Science Fiction, also die medienkulturelle Auseinandersetzung mit dem (nicht nur \u00fcberirdisch) Fremden, neben dem Western und der Pornographie entsprechend der zentrale Gegenstand der neuen literarischen Underground-Szene in den USA seit den 1950er Jahren.<a title=\"\" href=\"#_edn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nicht nur die Literatur kann durch die beiden Bezugssysteme Verweis\/Zitat und Transformation\/Transgression strukturell beschrieben werden, sondern auch die in der Pop-Literatur entstehenden Subjektpositionen: einerseits die des (narrativen und diskursiven) Diskjockeys<a title=\"\" href=\"#_edn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> bzw. des Collagisten und Experimentators, wodurch der Begriff der Autorschaft<a title=\"\" href=\"#_edn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> zur\u00fcckgewiesen wird. Dieser Gestus ist vergleichbar mit der Zur\u00fcckweisung der \u201eAutorfunktion\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> von Thomas Bernhard (1989: 83): \u201eWas mich betrifft, bin ich kein Schriftsteller, ich bin jemand, der schreibt [&#8230;]\u201c. Diese Zur\u00fcckweisung findet sich auch bei Rolf Dieter Brinkmann (1987: 252): \u201e\/:Nein , ich bin kein zum Gl\u00fcck KEIN Dichter!\/ : ich bin auch zum Gl\u00fcck kein Akademiker mit aufgeweichtem R\u00fcckgrat\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Diese Zur\u00fcckweisung der <em>Autorfunktion<\/em> korrespondiert mit der Auffassung von Hassan (1988: 50): \u201eIch, im Spiel der Sprache sich verlierend, in den Unterschieden, in denen Realit\u00e4t gemeinschaftlich erstellt wird, [&#8230;] zur Darstellung seiner eigenen Abwesenheit, und der Tod lauert bei all diesen Spielen im Hintergrund. Das Ich l\u00f6st sich auf in eine Oberfl\u00e4che stilistischer Gesten, es verweigert, entzieht sich jeglicher Interpretation.\u201c<\/p>\n<p>Diese <em>Abwesenheit<\/em> bzw. dieser <em>Tod<\/em> spielt im Denken von Kracht (in Bessing 2009: 153) eine Rolle, wenn er das <em>Verschwinden<\/em> als identit\u00e4re Idealfigur einf\u00fchrt: \u201eDeshalb verschwinde ich auch immer nach Asien \u2013 kein Re-Modeling, sondern mein eigenes Verschwinden hin zum Nullpunkt.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> Wer verschwindet, ist nicht identifizierbar, nicht festlegbar in seinem So-sein, hat Raum, sich permanent neu zu erfinden oder ganz hinter und in seinen Texten sowie deren Verweis- und Zitatcharakter zu verschwinden. Andererseits kann der Autor selbst eine leere Projektionsfl\u00e4che werden, genauso wie die Texte der Pop-Literatur in diesem Verst\u00e4ndnis leere Projektionsfl\u00e4chen sind. Ein gutes Beispiel f\u00fcr die f\u00fcr die Beat- und Pop-Literatur typische \u201eSchiene Literatur = Leben\u201c (Hadayatullah H\u00fcbsch, zit. N. Ullmaier 2001: 65).<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber steht die v.a. f\u00fcr die <em>Neue Deutsche Popliteratur<\/em> relevante Medieninszenierung des Autors als Popstar<a title=\"\" href=\"#_edn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> \u2013 und der damit verbundenen R\u00fcckkehr der Konzepte Autor und Autorschaft (vgl. Degler\/Paulokat 2008: 9). Hier treffen zwei Inszenierungsformen aufeinander, die mediale (Subjektivierung) und die identit\u00e4re (Subjektivierung\/Ent-Subjektivierung), die Produktion einer Trennung von Text und Autor sowie Erz\u00e4hler und Autor einerseits, des Amalgierens von Text und Autor sowie Erz\u00e4hler und Autor andererseits.<\/p>\n<p>Diese Absage an <em>klassische<\/em> Subjektpositionen bzw. an <em>souver\u00e4ne<\/em> Subjektivit\u00e4t, bei gleichzeitiger Subjektivierungssteigerung auf Seiten der Rezipienten, erscheint als weiteres strukturelles Merkmal nicht nur der Pop-Literatur, sondern von Popkultur und Popul\u00e4ren Medienkulturen.<a title=\"\" href=\"#_edn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\" align=\"center\">\u00a0<strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWas man gemeinhin Pop nennt \u2013 Popmusik, Popphilosophie, Popliteratur: <em>W\u00f6rterflucht<\/em>. Vielsprachigkeit in der eigenen Sprache verwenden, von der eigenen Sprache kleinen, minderen oder intensiven Gebrauch machen, das Unterdr\u00fcckte in der Sprache dem Unterdr\u00fcckenden in der Sprache entgegenstellen, die Orte der Nichtkultur, der sprachlichen Unterentwicklung finden, die Regionen der sprachlichen Dritten Welt, durch die eine Sprache entkommt, eine Verkettung sich schlie\u00dft. Wie viele Stile, literarische Gattungen oder Bewegungen, auch ganz kleine, haben nur den einen Traum: eine sprachliche Gro\u00dffunktion zu erf\u00fcllen, Dienste zu leisten als offizielle, als Staatssprache [&#8230;]. Doch es geht um den entgegengesetzten Traum: klein werden k\u00f6nnen, ein Klein-werden schaffen [Hervorhebung im Original \u2013 MSK].\u201c (Deleuze\/Guattari 1976: 38f)<\/p>\n<p>Deleuze\/Guattari sprechen zentrale Aspekte der hier diskutierten Pop-Texte an: \u201e<em>W\u00f6rterflucht<\/em>\u201c verweist u.a. auf die Bedeutung von Transformation, Transgression, Verweisen, Werden, Entlimitierung und Prozessualit\u00e4t im Schreiben \u00fcber Popul\u00e4re Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4re Medienkulturen, aber auch auf deren Bedeutung f\u00fcr die Produkte und Produktionen dieser Kulturen. \u201eVielsprachigkeit\u201c zeigt an, dass es in der Auseinandersetzung mit diesen Kulturen kein Zentrum, keine Einheit bzw. M\u00f6glichkeit zur Vereinheitlichung gibt; dass die Autorit\u00e4t von Autorschaft, der Anspruch auf Originalit\u00e4t, Wahrhaftigkeit und Authentizit\u00e4t einen Bedeutungsverlust erfahren und keine Bewertungsma\u00dfst\u00e4be mehr f\u00fcr (diese) Kulturproduktionen darstellen.<\/p>\n<p>Vielmehr erzeugt das Fremde, Andere und Mannigfaltige des und im Eigenen ein Bewusstsein von Pluralit\u00e4t, Dezentralisierung, Dekontextualisierung und Fragmentierung, aus dem eine (selbst-)bildende Widerst\u00e4ndigkeit hervorgehen kann, das, was Deleuze\/Guattari (1976) als \u201ekleine Literatur\u201c bezeichnen. Diese \u201eVielsprachigkeit\u201c steht \u00e4sthetisch in Verbindung mit der Vielfalt von \u201eStilen\u201c \u2013 beide Aspekte werden im Kontext der von mir rekonstruierten popliterarischen und pop-poetologischen Texte wiederholt herausgestellt.<\/p>\n<p>Dieser Selbstbildungsprozess, der durch Fremdheitserfahrungen ausgel\u00f6st wird, besitzt eine emanzipatorisch-kritische Funktion, weil hierdurch das \u201eUnterdr\u00fcckte\u201c in der Sprache entfesselt wird und somit eine <em>Gegensprache <\/em>zur offiziellen sowie legitimen \u201eStaatssprache\u201c entstehen kann. Insofern versuchen etwa Burroughs, Fiedler und Brinkmann, die offizielle Gegenwart (Dominanzkultur) durch die inoffizielle (Popul\u00e4re Kultur\/Popkultur) zu ver\u00e4ndern. In diesen Kontext geh\u00f6rt die Auseinandersetzung mit der Kanonbildung und die Kritik an der Kanonbildung in der Popmusik durch den Popmusikjournalismus, aber auch die Zur\u00fcckweisung von traditionellen literarischen Kanons im Kontext der pop-poetischen Positionen.<\/p>\n<p>Die <em>Verwilderung<\/em> klassischer literarischer Techniken bzw. ihre <em>Bastardisierung<\/em>, das Ineinandergreifen von Cut-Ups, Sampling und Mixing, von Bewusstseinsstrom, diskursiven Textstrategien, Erlebnis- und Kommentarebenen, lyrischer Sprache und Mediensprache (Werbung, TV, Zeitung, Film, Musik, Photographie), das Crossover von Stilen, Formen, Narrationen u.v.m, als poetische Grundhaltung in der Pop-Literatur, aber auch im Popjournalismus, tr\u00e4gt wesentlich zur Formierung dieser <em>Gegensprache<\/em> bei und erzeugt vielstimmige Text-Gebilde ohne Sinnzentrum, die permanent \u00fcber sich hinaus verweisen und von (inter-kulturellen, literarischen, medialen usw.) Fremdheitserfahrungen bestimmt werden.<\/p>\n<p>Auch die Rede von \u201eRegionen der Dritten Welt\u201c weist auf Fremdheit, Marginalisierung, Unterdr\u00fcckung und Grenzerfahrung hin. Das \u201eUnterdr\u00fcckte\u201c in der Sprache als \u201eOrte der Nicht-Kultur\u201c zu bezeichnen, bedeutet mit Blick auf meinen Untersuchungskontext, dass Popul\u00e4re Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4re Medienkulturen bis zur Gegenwart kaum als genuine Bildungskulturen wahrgenommen bzw. konstruktiv ernst genommen werden, wenngleich diese Kulturen schon seit \u00fcber 160 Jahren Einfluss auf den Sozialisationsprozess nehmen, der seit den 1960er Jahren massiv zugenommen hat. Der \u201eTraum: klein werden k\u00f6nnen, ein Klein-werden schaffen\u201c bedeutet nicht, Deleuze\/Guattari weiter gedacht, Popul\u00e4re Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4re Medienkulturen in die Curricula der Bildungsanstalten zu implementieren, sondern durch sie zun\u00e4chst und zumeist (Selbst-)Bildungsprozesse auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Mein Verst\u00e4ndnis von Bildung als Prozess der Bezugnahme des Subjekts auf Welt und von Bildung, die sich am Subjekt vollzieht, erweist sich in den von mir diskutierten Fallanalysen als ein gelingendes Projekt, mit Blick auf die Darstellung der Relevanz Popul\u00e4rer Kulturen, von Popkulturen und Popul\u00e4ren Medienkulturen f\u00fcr emanzipatorische Selbstbildungsprozesse einerseits und zur Kritik an der kulturellen sowie gesellschaftlichen Wirklichkeit andererseits. Pop-Literatur adressiert eine aktive Formung von Selbst und Welt, vollzieht diese auf der Ebene der Kulturproduktion selbst. Popjournalismus fordert die Ausbildung von popul\u00e4rer Urteilskraft gerade durch das apodiktische, nicht begr\u00fcndende Reden und durch das Autorit\u00e4t der Autorschaft inszenierende Schreiben \u00fcber Popmusik, also durch die radikale Subjektivierung von Pop-Diskursen, die prinzipiell eine selbstbestimmt subjektive Antwort adressieren.<\/p>\n<p>Das Beispiel des \u201epopkulturellen Quintetts\u201c und seines Textes \u201eTristesse Royal\u201c (Blessing 2009) zeigt aber auch, dass durch die ausschlie\u00dfliche Auff\u00fchrung von Stilisierungen und Rhetorik keine Bildungsprozesse erm\u00f6glicht werden, weil die hier zum Ausdruck gebrachte Affirmation von Stilwelten und Sprachformen opak ist, nicht \u00fcber sich selbst hinaus weist, sondern einzig und allein sich selbst affirmativ auff\u00fchrt, keinen Dialog mit einem Au\u00dfen f\u00fchrt bzw. f\u00fchren will, weil es Welt erkl\u00e4rt, ohne Welt einzubeziehen, wenngleich der Eindruck erweckt werden k\u00f6nnte, dass dieser Text kein <em>Innen<\/em> besitzt, weil nur \u00c4u\u00dferlichkeiten zitiert und montiert werden<\/p>\n<p>Im Beispielsfeld Literatur und Journalismus lassen sich folgende mediale (Selbst-)Bildungsprozesse beobachten:<\/p>\n<p>\u2022 <em>Wissensbezug<\/em>: Die Reflexion auf Bedingungen und Grenzen von Wissensbest\u00e4nden \u00fcber bestimmte Wirklichkeitsgebiete wird in den behandelten Texten prim\u00e4r aus popul\u00e4r-, pop- und medienkulturellen Wissensformen bzw. Medien bezogen, die nicht diskursiv, sondern wesentlich poetisch bzw. fiktional sind. Dieses Wissen wird h\u00e4ufig als alternatives Wissen den legitimen bzw. offiziellen Wissensformen von Kultur und Gesellschaft entgegengestellt, um dieses zu problematisieren sowie dadurch zu einer Erweiterung und Entgrenzung von Denken, F\u00fchlen oder Leben zu gelangen. Wissensaneignung, Wissensausbau und Wissensanwendung sind hierbei zun\u00e4chst und zumeist durch popul\u00e4r-, pop- und medienkulturelle Fremdheitserfahrungen bestimmt, also, das verbindet diese mit dem generellen Wissenserwerb in Kultur und Gesellschaft, fremdvermittelt. Im Unterschied hierzu pr\u00e4sentieren sich, wie die einzelnen Beispiele im Feld der Pop-Literatur und Pop-Poetik zeigen, im Unterschied zum Popjournalismus, die popul\u00e4r-, pop- und medienkulturellen Wissensformen sowie Wissensagenturen nicht als autorit\u00e4r oder Verbindlichkeit beanspruchend.<\/p>\n<p>Entsprechend wird dem Ganzen, Einheitlichen, Identischen, Definierten und Bestimmten ein kontinuierliches Werden entgegengesetzt, ein Glauben an die Ver\u00e4nderbarkeit der vermeintlichen Wesenheiten. Werdensprozesse sind niemals abgeschlossen, verweisen kontinuierlich \u00fcber sich hinaus, sind permanente Grenz\u00fcberschreitungen, ohne Zielpunkt und eindeutigen Identit\u00e4tsort. Wissensformen werden in popul\u00e4r-, pop- und medienkulturellen Kontexten zumeist gesampelt, gemixt, zitiert, als intermediales und intertextuelles Verweisnetzwerk pr\u00e4sentiert. Die Unterscheidung von Original und F\u00e4lschung oder Original und Kopie verschwimmt hierbei und wird ebenso irrelevant wie die zwischen wahr und falsch oder objektiv und subjektiv. Wissen erscheint als tempor\u00e4rer Wissensbildungsprozess, bei dem die Intuition als Erkenntnisform eine konstitutive Rolle spielt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die literarischen und journalistischen Wissensbildungen ist einerseits die jeweilige Aktualit\u00e4t bzw. Gegenwart der zentrale Bezugsrahmen; andererseits fungieren diese Texte als Archive und Ged\u00e4chtnisse historischer variierender Gegenwarten, mit denen in den Texten ein Dialog gef\u00fchrt wird: von aktueller zur vergangenen und zuk\u00fcnftigen Gegenwart.<\/p>\n<p>\u2022 <em>Handlungsbezug<\/em>: Die Reflexion auf die Komplexit\u00e4t von Handlungs- und Entscheidungsoptionen in sozialen sowie individuellen Situationen wird in vielen Texten einerseits durch die Auseinandersetzung mit Popmusik bestimmt. Andererseits durch die \u00dcbersetzung von popul\u00e4r-, pop- und medienkulturellen Erfahrungen in die eigenen Lebenswelten, woraus Handlungsoptionen entstehen.<\/p>\n<p>Ein anderer Handlungsbezug wurde am Beispiel des Poetry Slams und den, im Unterschied zu herk\u00f6mmlichen Autorenlesungen, etwa in Literaturh\u00e4usern und Buchhandlungen oder im Kontext von Buchmessen, alternativen Formen der performativen Darbietung von Literatur sichtbar, aus der auch ein ver\u00e4ndertes Verh\u00e4ltnis von Produktion und Rezeption resultiert.<\/p>\n<p>In allen von mir behandelten Beispielen werden Popul\u00e4re Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4re Medienkulturen als Handlungsaufforderungen und Dialoge mit der Gegenwart dargestellt, als Formen des Experimentierens mit der Wirklichkeit, aus denen eine \u00dcberf\u00fchrung von Popul\u00e4ren Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4ren Medienkulturen in Lebenskulturen resultieren soll.<\/p>\n<p>\u2022 <em>Grenzbezug<\/em>: Die Reflexion auf die Komplexit\u00e4t von Grenzen, Grenzsituationen und Grenz\u00fcberschreitungen der Selbst- und Weltorientierung findet etwa in der Darstellung von Drogenexperimenten und unterschiedlichsten Formen demonstrativer Sexualit\u00e4t bis hin zur Pornographie statt. Weiterhin mit Blick auf Grenzsituationen wie Krankheit und Tod, aber auch hinsichtlich des Scheiterns von popkulturellen Lebensentw\u00fcrfen, durch die man keinen Ort in der Welt finden kann, die Identit\u00e4tsversprechen sind, sich aber nicht als gelingende Selbstbildungsprozesse verwirklichen lassen k\u00f6nnen. Grenzerfahrungen werden produktiv mit der popul\u00e4r-, pop- und medienkulturellen Pr\u00e4ferenz f\u00fcr das Unbekannte, Fremde, Andere, Nicht-Identische, wodurch allererst (Selbst-)Bildungsprozesse ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>\u2022 <em>Biographiebezug<\/em>: Die Reflexion auf die eigenen Identit\u00e4ts- und Biographisierungsprozesse wird in allen Texten, die ich diskutiert habe, als popul\u00e4r-, pop- und medienkulturelle Sozialisation beschrieben. Diese Sozialisation f\u00fchrt zur Transformation von Selbst- und Weltverh\u00e4ltnissen und wird als eine Form von Lebenskunst dargestellt. Popul\u00e4re Kulturen, Popkulturen und Popul\u00e4re Medienkulturen werden zudem in allen Texten als die wesentlichen Selbstbildungsmedien performativ aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die in der Pop-Literatur entstehende Subjektposition ist die des (narrativen und diskursiven) Diskjockeys bzw. des Collagisten und Experimentators, wodurch der Begriff der Autorschaft zur\u00fcckgewiesen wird. Pop-Subjekte sind immer in Bewegung und befinden sich im Spannungsfeld kontinuierlicher Ent- und Re-Subjektivierungen. Zumeist wird das Subjekt in der Pop-Literatur als ein <em>Sprachk\u00f6rper <\/em>aufgefasst, der nur durch alternative Ausdrucks- und Darstellungswelten ver\u00e4ndert werden kann, um zu einem intertextuellen und intermedialen Stimmen-\/Bilder-\/Text-Sample zu werden (vgl. u.a. Brinkmann 1987: 257ff.), der sich gegen die stereotypen Ich-Formen der Gegenwart richtet und dabei ein <em>Mehr-an-Leben<\/em> bzw. ein <em>Anders-werden<\/em> von Leben offeriert.<\/p>\n<p>\u2022 <em>Medienbezug<\/em>: Die Reflexion auf die spezifische Sinnlichkeit von Medien sowie des medienvermittelten Selbst- und Weltbezuges steht im Mittelpunkt der pop-poetischen Texte, die das Intertextuelle und Intermediale der Pop-Literatur herausstellen, ebenso wie sie diese beiden Aspekte selbst auff\u00fchren, etwa indem sie mit der Sprache gegen die Sprache schreiben, eine Bild- und Tonwerdung von Sprache fokussieren, indem sie Bilderwelten in ihre Texte integrieren bzw., wie Brinkmann, Collagenb\u00fccher zusammenstellen, in denen Sprache und Bild gleich-wertig ausgestellt werden, nur im intermedialen Dialog miteinander aussagen bzw. sprechen. Hiermit wird eine Rekontextualisierung betrieben, n\u00e4mlich eine gleichzeitige Sprachwerdung von Bildern und T\u00f6nen. Dar\u00fcber hinaus wird in den pop-poetischen Texten die Bedeutung von Medienwechseln bzw. Medienver\u00e4nderungen, aus denen Wahrnehmungsver\u00e4nderungen resultieren und die als rationalit\u00e4tskritisch aufgefasst werden, wiederholt angesprochen. Insgesamt ist in den popliterarischen, pop-poetischen und popjournalistischen Texten (Selbst-)Bildung zun\u00e4chst und zumeist Medienbildung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: center\">\n<p><strong><strong><strong>Anmerkungen<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div><a title=\"\" href=\"#_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> F\u00fcr die Zuordnung von Literatur und Autoren zum Pop-Feld schlie\u00dfe ich mich den beiden allgemeinen Selektionskriterien an, die Gleba\/Schumacher (2007: 36) ihrer Anthologie \u201ePop seit 1964\u201c, die Pop-Literatur seit 1964 dokumentiert und kommentiert, zugrunde legen: \u201eErstes Kriterium war: Es muss Pop genannt worden sein. Wir erfinden nicht, was Pop ist [&#8230;]. Zweites Kriterium: Es gibt bestimmte Schreibverfahren, bestimmte Schreibweisen, die durchgehend unter Pop laufen oder auch von Autoren selbst so beschrieben werden.\u201c<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Meine Auseinandersetzung mit der Pop-Literatur beansprucht keine Vollst\u00e4ndigkeit, v.a. nicht im Hinblick der Thematisierung <em>aller <\/em>Sparten von Pop-Literatur, sondern beitreibt <em>symptomale Lekt\u00fcre<\/em>. Ich verwende den Begriff <em>symptomale Lekt\u00fcre<\/em> nicht Bezug nehmend auf Althusser (vgl. u.a. 1972, 1973).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Unter einem <em>Verweis<\/em> verstehe ich allgemein einen Hinweis oder eine Anspielung; vom <em>Verweischarakter <\/em>eines Textes spreche ich, wenn es eine Vielzahl von <em>Verweisen<\/em> in einem Text gibt bzw. das <em>Verweisen<\/em> eine Grundtechnik der Textproduktion ist; Texte, die einen umfassenden <em>Verweischarakter <\/em>besitzen, fasse ich als <em>Verweisarchive<\/em> auf, weil sie das in den <em>Verweisen <\/em>angedeutete Wissen speichern; eine <em>Verweishandlung<\/em> ist das Verwenden von <em>Verweisen <\/em>als literarisches Stilmittel einerseits und das \u00dcberpr\u00fcfen, Nachschlagen, Aneignen von <em>Verweisen<\/em> auf Seiten der Rezipienten andererseits. Der letzte Aspekt deutet an, wie ich in diesem Kapitel zeigen werde, dass in der Auseinandersetzung mit der Pop-Literatur produktions- und rezeptions\u00e4sthetische Perspektiven nicht voneinander getrennt werden k\u00f6nnen. Meinecke (2000: 23) markiert diesen Aspekt in einer selbstreflexiven Einsch\u00e4tzung zu seinem Schreiben deutlich: \u201eIn diversen Abwehrbewegungen gegen\u00fcber herrschenden schriftstellerischen Konzepten habe ich gelernt, meine Texte nicht als Autor, sondern gleichsam als Leser zu schreiben. Den Prozess meines Lesens schriftlich wiederzugeben.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Vgl. u.a. Winkels (1999); Ernst (2001); Ullmaier (2001); Ba\u00dfler (2002, 2003); Jung (2002); Arnold\/Sch\u00e4fer (2003); Frank (2003a); Hoffmann (2006: 327-376); Stahl (2007); Degler\/Paulokat (2008).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Vgl. hierzu v.a. die ersten in Deutschland erschienenen Anthologien von Corso\/H\u00f6llerer (1961); Paetel (1962); Rygulla (1967); Brinkmann\/Rygulla (1969); Brinkmann (1969). Unter <em>Beat-Generation<\/em> versteht man eine \u201eGruppe junger am. Schriftsteller in den 1950er Jahren, die durch eine apolitisch-anarchistische, nonkonformistisch-eskapistische und boh\u00e8mehafte Lebensform gegen die kulturellen und moralischen Normen ihrer Zeit sowie den die Gesellschaft pr\u00e4genden Utilitarismus rebellierte. \u2013 Inspiriert vom Zen-Buddhismus sowie die j\u00fcdische und christliche Mystik, inszeniert die B. die Bewusstwerdung und hedonistische Entfaltung des Selbst. Die Musik des Jazz, exzessiver Drogen- und Alkoholkonsum sowie freie Sexualit\u00e4t indizieren nicht nur politische Verweigerung und gesellschaftliche Revolte, sondern auch die Mittel der Bewusstseinserweiterung, der Grenzerfahrung des Individuums und des intensivierten Daseinsgef\u00fchls\u201c (Singh 2007: 73f.). Autoren der <em>Beat-Generation<\/em> waren Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Neal Cassady, Ed Sanders, Michael McClure, Frank O\u2019Hara, Donald Barthelme u.v.m. (vgl. dazu u.a. Myrsiades 2002).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Auf die Bedeutung von Verlagen, wie <em>M\u00e4rz<\/em> oder <em>Kiepenheuer &amp; Witsch<\/em>, und Verlegern, wie J\u00f6rg Schr\u00f6der, kann hier nicht explizit eingegangen werden (vgl. u.a. Sch\u00e4fer 1998; Ullmaier 2001; Stahl 2007).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Vgl. neben den zuvor bereits erw\u00e4hnten u.a. f\u00fcr die 1960er Weissner (1969); Tsakiridis (1969); f\u00fcr die 1970er u.a. Matthaei (2004); John (1971); Wintjes\/G\u00f6hre\/Degener (1971); f\u00fcr die 1980er u.a. Ploog\/Hartmann (1980); M\u00fcller (1982); Glaser (1984); f\u00fcr die 1990er Link (1997); Kracht (1999); f\u00fcr die 2000er Eckert\/Finke (2000); Tuschick (2000); Frank (2003a); Gleba\/Schumacher (2007). Vgl. zur Kritik am Verst\u00e4ndnis von Popkultur als Massenkultur u.a. Sch\u00e4fer (2003: 12ff.)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Mit diesem Begriff spiele ich auf die Wiederkehr der Leitthemen Mode, Sch\u00f6nheit, Sexualit\u00e4t, Drogen, Stil, Individualit\u00e4t und das lustvolle Leiden am Leben, der Welt und\/oder der Kultur an. Diese Themen werden u.a. affektiert, blasiert, \u00fcberheblich-distanziert, interessenlos, zynisch, ironisch oder jugendlich naiv dargestellt. Insofern kann die <em>Neue Deutsche Popliteratur<\/em> auch als eine indirekte <em>Aktualisierung<\/em> der <em>Fin de Si\u00e8cle<\/em>-Dichtung aufgefasst werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Zwei diesen Schreibweisen entgegengesetzte Formen von Pop-Literatur finden sich im akademisch-intellektualistischen <em>Diskurs-Pop<\/em> von Thomas Meinecke und im intellektualistischen <em>\u00c4sthetik-Pop<\/em> von Rainald Goetz. Als <em>Ausgangspunkte<\/em> k\u00f6nnen hier einerseits der Text \u201eSubito\u201c aus dem Jahr 1983 von Rainald Goetz (1986) und das Zeitschriften-Projekt \u201eMode und Verzweiflung\u201c (1979-1986) von Thomas Meinecke (vgl. u.a. 1998) angesehen werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Vgl. u.a. die Anthologie von H\u00fcbsch (1995); Sch\u00f6nauer\/Kerenski (1998); Kerenski\/Stefanescu (1998, 1999); vgl. zu <em>Social Beat<\/em> etwa Ullmaier (2001: 130-160); Ernst (2001: 80-83); Stahl (2003); Hoffmann (2006: 333-345). Kreiert wurde dieser Begriff anl\u00e4sslich des ersten <em>Social Beat-Festivals<\/em>, das vom 5.-8. August 1993 in Berlin-Prenzlauerberg, im <em>Schokoladen<\/em>, stattfand und von Andr\u00e9 Dahlmeyer und Thomas N\u00f6ske veranstaltet wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Vgl. zur Pop-Literatur als Ausdruck einer Gegenkultur Hoffmann (2006: 329ff.).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Diese Kontinuit\u00e4t und Verbindung l\u00e4sst sich auch mit Blick auf die Gr\u00fcndung der \u201eGruppe 60\/90\u201c belegen, \u201edie sich zum Ziel setzte, Vertreter der \u00e4lteren Beat-Literatur (wie Hadayatullah H\u00fcbsch, J\u00fcrgen Ploog und Carl Weissner) mit j\u00fcngeren Mitstreitern zusammenzubringen\u201c (vgl. Hoffmann 2006: 338).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Vgl. u.a. die Anthologien von Neumeister\/Hartges (1996); Link (1997).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>\u00a0 Vgl. Ullmaier (2001); Stahl (2007); Hoffmann (2006: 338ff.). Diese Formen von Pop-Literatur werden mitunter auch plakativ als \u201eAu\u00dferLiterarische Opposition\u201c (Sch\u00f6nauer 1997) bezeichnet.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Der erste deutsche <em>Poetry Slam<\/em> fand am 10.12.1993 in K\u00f6ln im <em>Rhenania<\/em> statt: \u201eDie Erste Deutsche Literaturmeisterschaft: Dichter in den Ring!\u201c Die ersten <em>Poetry Slams<\/em> fanden 1986 in Chicago statt (vgl. Ernst 2001: 81).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Schlechte Vortragskompetenz verhindert allerdings das Gelingen dieser Lesungen (vgl. zum Medium Lesung allgemein u.a. B\u00f6hm 2003).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Dies galt etwa schon f\u00fcr die <em>Star Club<\/em>-Lesung von Hubert Fichte aus dem Jahr 1966, bei der er Teile aus seinem Underground-Roman \u201ePalette\u201c vortrug und dabei von der Beat-Band <em>Ian &amp; the Zodiacs<\/em> begleitet wurde \u2013 und deren Aufzeichnung als CD 2004 im <em>suppos\u00e9<\/em>-Verlag erschienen ist: \u201eHubert Fichte: Beat und Prosa. CD: Live im Star-Club, Hamburg 1966 [Audiobook] [Audio CD].\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Neben der <em>Social Beat-Szene<\/em>, die eher ein Netzwerk als einen Schreibstil darstellt, entwickelt sich die sog. <em>Trash-Literatur<\/em>, die st\u00e4rker auf Literarizit\u00e4t Wert legt und mehr als reiner Sozialrealismus sein will (vgl. Stahl 2003: 258). Enno Stahl (1999: 161), als Autor und Verleger (KRASH Verlag: www.krash.de) einer der wesentlichen Protagonisten der <em>Trash-Szene<\/em>, bezeichnet <em>Trash-Literatur<\/em> als eine Vereinfachung von Literatur: \u201eDEF.: ,trash\u2018, ,trashstories\u2018_,literatur aus abfall, aus fundst\u00fccken, junk-lit., die die welt als gegebene hinnimmt + sie nicht in vorgeblicher kunsthaftigkeit darzustellen (zu simulieren) versucht. ,trash stories\u2018 \u2013 das sind geschichten, die aequivalent zu ebensogenannter musik unpraetentioes + direkt, hart + unmittelbar am lebenspuls berichten, was ist. Was uns so passiert. in diesen naechten. der nicht-naechten, in diesen staedten, die immer groeszer werden + so fast ganz + gar ohne menschliche identifikationsmoeglichkeiten. ,trash\u2018 als klarer abgleich der lebenstatsachen, naturalismus pur, ungekuenstelter stil \u2013 praktisch nur das, was passiert [Hervorhebungen im Original &#8211; MSK]\u201c (vgl. zur Trash-Literatur auch die von Stahl (1996) herausgegebene Anthologie \u201eGerman Trash\u201c). Zum Zusammenhang und Unterschied von Trash und Pop vgl. Stahl (2003: 273f.).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Vgl. u.a. Ploog (1969, 1988, 1995; vgl. auch Vetsch 2004).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Die Anthologie \u201eSuper Garde\u201c (Tsakiridis 1969) versteht sich entsprechend als \u201eProsa der Beat- und Pop-Generation\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Vgl. Blissett\/Br\u00fcnzels\/autonome a.f.r.i.k.a. gruppe (2001); vgl zur <em>Kommunikationsguerilla <\/em>Kleiner (2005).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Vgl. hierbei die Parallelen zu den Roman von Bret Easton Ellis (u.a. 1985, 1991; vgl. dazu u.a. H\u00fcetlin 1995; Mertens 2003).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Vgl. zum Recyclen von <em>Kulturm\u00fcll<\/em> Jacke\/Kimminich\/Schmidt (2006); vgl. auch Marcus (1996); Thompson (2003); vgl. zu dieser These von Baudrillard Kleiner (1999); vgl. zum Zusammenhang von Abfall, Recycling und Literatur Goetz (1999); vgl. zu Goetz Schumacher (2001).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Eine Auseinandersetzung mit Pop im Spannungsfeld einer Differenzierung in <em>E-<\/em> und <em>U<\/em>-Kultur bzw. <em>Pop I <\/em>und <em>Pop II<\/em> ist bei keiner Pop-Analyse zielf\u00fchrend, weil hierbei immer schon feststeht, worum es geht und was die Analyseergebnisse grunds\u00e4tzlich sind. Eine <em>dichte <\/em>und <em>offene<\/em> Beschreibung der jeweiligen Gegenst\u00e4nde der Pop-Analysen ist so kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> H. C. Artmann hat, darauf weisen u.a. Sch\u00e4fer (2003: 17) und Gleba\/Schumacher (2007: 17) hin, als einer der Ersten in Deutschland den Begriff Pop-Literatur 1964 in seinem Tagebuchroman \u201eDas suchen nach dem gestrigen Tag oder schnee auf einem hei\u00dfen brotwecken\u201c verwendet: \u201eIch aber sage: Pop-Literatur ist heute einer der wege [wenn auch nicht der einzige], der gegenw\u00e4rtigen literaturmisere zu entlaufen\u201c (Artmann 2007: 26). Dar\u00fcber hinaus werden in diesem Roman Schreibweisen erprobt, wie z.B. das ungeordnete Nebeneinander von Zitaten, Reflexionen, Listen und Markennamen, die in der deutschen Pop-Prosa einige Jahre sp\u00e4ter zum Standard werden. Als Vorbild diente Artmann die amerikanische Pop-Art\u00a0 u.a. von Roy Lichtenstein und Andy Warhol.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Zur Differenz der Bedeutung und des Umgangs mit Popul\u00e4rer Kultur, Popkultur und Popul\u00e4ren Kulturen im Spannungsfeld Europa und Amerika insgesamt, bemerkt Fiske (1993: 18): \u201eJa, das hat sicherlich viel damit zu tun [\u2026], dass Film, Fernsehen und popul\u00e4re Musik sich nicht in der Art verteidigen m\u00fcssen [in Amerika \u2013 MSK], wie es in Europa oft der Fall ist, dass sie vielmehr als ein integraler Teil des kulturellen Lebens der Leute akzeptiert werden. Man kann dar\u00fcber streiten, welcher Teil des Lebens das ist und ob es gut oder schlecht ist, aber es wird hier [in Amerika \u2013 MSK] f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich gehalten, dass Film, Fernsehen und popul\u00e4re Musik ein wichtiger, integraler Teil der Kultur sind. Und man braucht sie nicht als ernstzunehmende Forschungsgegenst\u00e4nde zu rechtfertigen \u2013 anders als in Europa, wo man oft Pl\u00e4doyers f\u00fcr die Bedeutung dieser entscheidenden industrialisierten Formen der Kultur des 20. Jahrhunderts halten muss.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> In diesem Kontext ist auch die Verwendung von <em>Paratexten<\/em> (vgl. Genette 2001) im Pop von Bedeutung (vgl. Ullmaier 1999). Diese spielen in den von mir untersuchten Texten nur eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Zur Anschaulichkeit seien die beiden Textanf\u00e4nge zitiert: \u201eW\u00e4hrend ich, bevor Karrer verr\u00fcckt geworden ist, nur am Mittwoch mit Oehler gegangen bin, gehe ich jetzt, nachdem Karrer verr\u00fcckt geworden ist, auch am Montag mit Oehler. Weil Karrer am Montag mit mir gegangen ist, gehen Sie, nachdem Karrer am Montag nicht mehr mit mir geht, auch am Montag mit mir, sagt Oehler, nachdem Karrer verr\u00fcckt und sofort nach Steinhof hinaufgekommen ist\u201c (Bernhard 1971: 7). Bei Markovi\u0107 (2009: 7) wird daraus: \u201eW\u00e4hrend ich, bevor Bojana vom Clubben genug hatte, nur am Samstag mit Milicia ausgegangen bin, gehe ich jetzt, nachdem Bojana vom Clubben genug hatte, auch am Milicia aus. Weil Bojana am Sonntag mit mir ausgegangen ist, gehst du jetzt, nachdem Bojana am Sonntag nicht mehr mit mir ausgeht, auch am Sonntag mit mir aus, sagt Milicia, nachdem Bojana jetzt genug hat und vor der Glotze klebt\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Vgl. hierzu auch die Diskussion in \u201eLoving The Alien\u201c (Diederichsen 1998).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Vgl. zum Zusammenhang von Diskjockey und Popkultur Poschardt (2001).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Vgl. zur Theorie der Autorschaft die Textsammlung in Jannidis\/Lauer\/Martinez\/Winko (2000).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Unter \u201eAutorfunktion\u201c versteht Foucault (2003: 251) folgendes: \u201e[D]ie Autor-Funktion ist mit dem rechtlichen und institutionellen System verkn\u00fcpft, dass das Universum der Diskurse umfasst, determiniert, gliedert. Sie wirkt nicht einheitlich und auf dieselbe Weise auf alle Diskurse zu allen Zeiten und in allen Zivilisationsformen. Sie ist nicht definiert durch die spontane Zuschreibung eines Diskurses zu einem Produzenten, sondern dies geschieht durch eine Reihe spezifischer und komplexer Verfahren; sie verweist nicht schlicht und einfach auf ein reales Individuum, sie kann gleichzeitig mehreren Egos Raum geben, mehreren Subjektpositionen, die von verschiedenen Gruppen von Individuen eingenommen werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> Auch Deleuze (2000: 17) argumentiert in diese Richtung: \u201eSchreiben hei\u00dft auch, etwas anderes als Schreiber zu werden.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> Diese Haltung ist mit der Weigerung von Foucault (1973: 30) vergleichbar, \u00fcber seine Person Auskunft zu geben: \u201eMan frage mich nicht, wer ich bin, und man sage mir nicht, ich solle der gleiche bleiben: das ist eine Moral des Personenstandes; sie beherrscht unsere Papiere. Sie soll uns frei lassen, wenn es sich darum handelt, zu schreiben.\u201c An anderer Stelle hebt Foucault (1996: 27) hervor, dass er seine B\u00fccher \u201estets als unmittelbare Erfahrungen\u201c verstanden habe, \u201edie darauf zielen, mich von mir selbst loszurei\u00dfen, mich daran hindern, derselbe zu sein.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> In einem Interview mit Wolfgang Farkas in der S\u00fcddeutschen Zeitung betont Benjamin von Stuckrad-Barre die Notwendigkeit der Imagekonstruktion von Pop-Literaten, in Anlehnung an die Popmusik, ohne die sich die entsprechenden B\u00fccher nicht gleicherma\u00dfen verkaufen w\u00fcrden (vgl. Stuckrad-Barre\/Farkas 1999).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Durch eine Aussage von Andy Warhol (2009: 14) kann dies belegt werden: \u201eEin Kritiker hat mich mal das ,personifizierte NICHTS\u2018 genannt, und das hat meiner Definition von ,Existenz\u2018 nicht gerade weitergeholfen. Dann habe ich festgestellt, dass Existenz selbst NICHTS ist, und da ging es mir gleich besser. Aber ich bin immer noch von der fixen Idee besessen, in den Spiegel zu sehen und niemanden zu sehen, NICHTS [Hervorhebung im Original \u2013 MSK].\u201cAn anderer Stelle betont Warhol (2009: 73) mit vergleichbar ironischem Gestus: \u201eNeulich hat eine Gesellschaft meine Aura kaufen wollen. Diese Leute wollten kein ,Produkt\u2018 von mir, sondern sagten: ,Wir wollen Ihre Aura.\u2018 Ich habe nicht herausbekommen, was sie nun wirklich wollten.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\" align=\"center\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Althusser, Louis (1972), <em>Das Kapital lesen<\/em>, 2. Bde., Reinbek.<\/p>\n<p>Althusser, Louis (1973), <em>Marxismus und Ideologie<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>Arnold, Heinz-Ludwig\/Sch\u00e4fer, J\u00f6rgen (Hrsg.) (2003), <em>Text + Kritik. Sonderband Pop-Literatur<\/em>, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Artmann, H.C. (2007), \u201eDas suchen nach dem gestrigen tag oder schnee aauf einem hei\u00dfen brotwecken. eintragungen eines bizzaren liebhabers\u201c, in: Kerstin Gleba\/Eckhard Schumacher (Hrsg.), <em>Pop\u00a0 seit 1964<\/em>, K\u00f6ln, S. 25-26.<\/p>\n<p>Auerochs, Bernd (2007), \u201eKanon\u201c, in: Dieter Burdorf\/Christoph Fasbender\/Burkhard Moennighoff (Hrsg.), <em>Metzler Lexikon Literatur<\/em>, Stuttgart\/Weimar, S. 372-373.<\/p>\n<p>autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe\/Blissett, Luther\/Br\u00fcnzels, Sonja (2001), <em>Handbuch der Kommunikationsguerilla<\/em>, Berlin\/Hamburg\/G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Ba\u00dfler, Moritz (2002), <em>Der deutsche Pop-Roman. Die neuen Archivisten<\/em>, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Ba\u00dfler, Moritz (2003), \u201ePopliteratur\u201c, in: Georg Braungart\/Harald Fricke\/Klaus Grubm\u00fcller\/Friedrich Vollhardt (Hrsg.) (2003), <em>Reallexikon der Deutschen Literaturwissenschaft<\/em>, Bd. 3: P-Z, Berlin, 123-124.<\/p>\n<p>Baudrillard, Jean (1994), <em>Die Illusion des Endes oder Der Streik der Ereignisse<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>Bernhard, Thomas (1971), <em>Gehen<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Bernhard, Thomas (1989), <em>Der Italiener<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Bessing, Joachim (2009), <em>Tristesse Royale. Das popkulturelle Quintett<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>B\u00f6hm, Thomas (Hrsg.) (2003), <em>Auf kurze Distanz. Die Autorenlesung. O-T\u00f6ne, Geschichten<\/em>, Ideen, K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Brinkmann, Rolf Dieter (1987), <em>Erkundungen f\u00fcr die Pr\u00e4zisierung des Gef\u00fchls f\u00fcr einen Aufstand<\/em>, Reinbek.<\/p>\n<p>Brinkmann, Rolf Dieter (Hrsg.) (1969), <em>Silverscreen. Neue amerikanische Lyrik<\/em>, K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Brinkmann, Rolf Dieter\/Rygulla, Ralf-Rainer (Hrsg.) (1969), <em>ACID. Neue amerikanische Szene<\/em>, Reinbek.<\/p>\n<p>Corso, Gregory\/H\u00f6llerer, Walter (Hrsg.) (1961), <em>Junge amerikanische Lyrik<\/em>, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Degler, Frank\/Paulokat (2008), <em>Neue Deutsche Popliteratur<\/em>, Paderborn.<\/p>\n<p>Deleuze, Gilles (2000), <em>Kritik und Klinik<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Deleuze, Gilles\/Guattari, F\u00e9lix (1976), <em>Kafka. F\u00fcr eine kleine Literatur<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Diederichsen (1996), \u201ePop \u2013 deskriptiv, normativ, emphatisch\u201c, in: <em>Rowohlt Literaturmagazin<\/em>, 37, Reinbek, S. 36-44.<\/p>\n<p>Diederichsen, Diedrich (Hrsg.) (1998), <em>Loving the Alien. <\/em><em>Science Fiction, Diaspora, Multikultur<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>Eckert, Svenja\/Finke, Johannes (Hrsg.) (2000), <em>Der Lautsprecher<\/em>, Bd. 4: Neus Land 2000, Freiburg\/Breisgau.<\/p>\n<p>Ellis, Bret Easton (1985), <em>Less Than Zero<\/em>, New York.<\/p>\n<p>Ellis, Bret Easton (1991), <em>American Psycho<\/em>, New York.<\/p>\n<p>Ernst, Thomas (2001), <em>Popliteratur<\/em>, Hamburg.<\/p>\n<p>Fiedler, Leslie A. (1994), \u201e\u00dcberquert die Grenze, schlie\u00dft den Graben.<em> \u00dcber die Postmoderne<\/em>\u201c, in: Uwe Wittstock (Hrsg.), <em>Roman oder Leben. Postmoderne in der deutschen Literatur<\/em>, Leipzig, S. 14-39.<\/p>\n<p>Fiske, John (1993), \u201ePopul\u00e4rkultur: Erfahrungshorizont im 20. Jahrhundert. Ein Gespr\u00e4ch mit John Fiske\u201c, in: <em>montage\/av<\/em>, Heft 2\/1, S. 5-18.<\/p>\n<p>Foucault, Michel (1973), <em>Arch\u00e4ologie des Wissens<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Foucault, Michel (1996), <em>Der Mensch ist ein Erfahrungstier. Gespr\u00e4ch mit Ducio Trombadori<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Foucault, Michel (2003), \u201eWas ist ein Autor?\u201c, in: Ders., <em>Schriften zur Literatur<\/em>, Frankfurt\/M., S. 234-270.<\/p>\n<p>Frank, Dirk (2003a), <em>Popliteratur. Arbeitstexte f\u00fcr den Unterricht<\/em>, Ditzingen.<\/p>\n<p>Frank, Dirk (2003b), \u201eEinf\u00fchrung in das Thema\u201c, in: Ders. (Hrsg.): <em>Popliteratur. Arbeitstexte f\u00fcr den Unterricht<\/em>, Stuttgart, S. 5-33.<\/p>\n<p>Genette, Gerad (2001), <em>Paratexte \u2013 Das Buch vom Beiwerk des Buches<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Glaser, Peter (Hrsg.) (1984), <em>Rawums. Texte zum Thema<\/em>, K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Gleba, Kerstin\/Schumacher, Eckhard (Hrsg.) (2007), <em>Pop seit 1964<\/em>, K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Goetz, Rainald (1986), \u201eSubito\u201c, in: Ders., <em>Hirn<\/em>, Frankfurt\/M., S. 9-21.<\/p>\n<p>Goetz, Rainald (1999), <em>Abfall f\u00fcr alle. Roman eines Jahrs<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Hartges, Marcel\/Neumeister, Andreas (Hrsg.) (1996), <em>Poetry!Slam. Texte der Pop-Fraktion<\/em>, Reinbek.<\/p>\n<p>Hassan, Ihab (1988), \u201ePostmoderne heute\u201c, in: Wolfgang Welsch (Hrsg.), <em>Wege aus der Moderne. Schl\u00fcsseltexte der Postmoderne-Diskussion<\/em>, Berlin, S. 47-56.<\/p>\n<p>Hoffmann, Dieter (2006), <em>Arbeitsbuch Deutschsprachige Prosa seit 1945<\/em>, Bd. 2: Von der Neuen Subjektivit\u00e4t zur Pop-Literatur, T\u00fcbingen\/Basel.<\/p>\n<p>H\u00fcbsch, Hadayatullah (Hrsg.) (1995), <em>Social Beat B<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>H\u00fcetlin, Thomas (1995), \u201eDas Grauen im ICE-Bord-Treff\u201c, in: Der Spiegel, 8\/1995, unter: http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-9159324.html (zuletzt aufgerufen am 09.04.2013).<\/p>\n<p>Jacke, Christoph (2009), <em>Einfu<\/em><em>\u0308<\/em><em>hrung Popul<\/em><em>\u00e4<\/em><em>re Musik und Medien<\/em>, M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Jacke, Christoph\/Kimminich, Eva\/ Schmidt, Siegfried J. (Hrsg.) (2006), <em>Kulturschutt. \u00dcber das Recycling von Theorien und Kulturen<\/em>, Bielefeld.<\/p>\n<p>Jacke, Christoph\/Zierold, Martin (Hrsg.) (2008), <em>Popul\u00e4re Kultur und soziales Ged\u00e4chtnis: theoretische und exemplarische \u00dcberlegungen zur dauervergesslichen Erinnerungsmaschine Pop<\/em>, Frankfurt\/M. (= spezial issue SPIEL, 24 (2005), H. 2).<\/p>\n<p>Jacke, Christoph\/Zierold, Martin (Hrsg.) (2008), <em>Popul\u00e4re Kultur und soziales Ged\u00e4chtnis: theoretische und exemplarische \u00dcberlegungen zur dauervergesslichen Erinnerungsmaschine Pop<\/em>, Frankfurt\/M. (= spezial issue SPIEL, 24 (2005), H. 2).<\/p>\n<p>Jannidis, Fotis\/Lauer, Gerhard\/Martinez, Matias\/Winko, Simone (Hrsg.) (2000), <em>Texte zur Theorie der Autorschaft<\/em>, Stuttgart.<\/p>\n<p>John, Rolf Eckart (Hrsg.) (1971), Mondstrip. Neue englische Prosa, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Jung, Thomas (Hrsg.) (2002), <em>Alles nur Pop? Anmerkungen zur popul\u00e4ren und Pop-Literatur seit 1990<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Kerenski, Boris\/Stefanescu, Sergiu (Hrsg.) (1999), <em>Kaltland Beat. Neue deutsche Szene<\/em>, Stuttgart.<\/p>\n<p>Kerenski, Boris\/Stefanesku, Sergiu (Hrsg.) (1998), <em>Es gibt: social beat, slam poetry. Texte der 90er<\/em>, Stuttgart.<\/p>\n<p>Kleiner, Marcus S. (1999), \u201eEnde ohne Ende. Beantwortung der Frage: Warum findet das Jahr 2000 nicht statt?\u201c, in: <em>Labyrinth. Kulturzeitschrift<\/em>, Heft 1, Hg. v. Marcus S. Kleiner\/Holger Ostwald\/Torsten Fremer, Duisburg\/K\u00f6ln, S. 146-159.<\/p>\n<p>Kleiner, Marcus S. (2005), \u201eSemiotischer Widerstand. Zur Gesellschafts- und Medienkritik der Kommunikationsguerilla\u201c, in: Gerd Hallenberger\/J\u00f6rg-Uwe Nieland (Hrsg.), <em>Medienkritik heute: Werkanalyse, Nutzerservice, Sales Promotion oder Kulturkritik<\/em>, K\u00f6ln, S. 316-368.<\/p>\n<p>Kracht, Christian (Hrsg.) (1999), Mesopotamia. Ernste Geschichten am Ende des Jahrhunderts, Stuttgart.<\/p>\n<p>Link, Heiner (Hrsg.) (1997), <em>Trash-Piloten. Texte f\u00fcr die 90er<\/em>, Leipzig.<\/p>\n<p>Marcus, Greil (Hrsg.) (1996), <em>Stranded: Rock and Roll for a Desert Island, <\/em>Cambridge, MA\/New York.<\/p>\n<p>Markovi\u0107, Barbi (2009), <em>Ausgehen<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Marks, Laura (2000), <em>The Skin of Film. Intercultural Cinema, Embodiment and the Senses<\/em>, Durham, NC\/London.<\/p>\n<p>Matthaei, Renate (2004), <em>M\u00c4RZ Texte 1. Trivialmythen<\/em>, Erfstadt.<\/p>\n<p>Meinecke, Thomas (1998), <em>Mode &amp; Verzweiflung<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Meinecke, Thomas (1998), <em>Mode &amp; Verzweiflung<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Meinecke, Thomas (2000), \u201eIch als Text (Extended Version)\u201c, in: Ute Christine Krupp\/Ulrike Jansen (Hrsg.), Zuerst bin ich immer Leser. Prosa schreiben heute, Frankfurt\/M., S. 14-26.<\/p>\n<p>Mertens, Mathias (2003), \u201eRobbery, assault, and battery. Christian Kracht, Benjamin v. Stuckrad-Barre und ihre mutma\u00dflichen Vorbilder Bret Easton Ellis und Nick Hornby\u201c, in: Heinz-Ludwig Arnold\/J\u00f6rgen Sch\u00e4fer (Hrsg.), <em>Pop-Liteatur<\/em>, M\u00fcnchen, S. 201-217.<\/p>\n<p>M\u00fcller, Wolfgang (1982), <em>Geniale Dilletanten<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>Myrsiades, Kostas (Hrsg) (2002), <em>The Beat Generation. Critical Essays<\/em>, New York.<\/p>\n<p>Paetel, Karl O. (Hrsg.) (1962), <em>Beat! Eine Anthologie<\/em>, Reinbek.<\/p>\n<p>Philippi, Anne\/Rainer Schmidt (1999), \u201eWir tragen Gr\u00f6\u00dfe 46\u201c [Interview mit Benjamin von Stuckrad-Barre und Christian Kracht.], in: <em>Die Zeit<\/em>, 37, S. 3.<\/p>\n<p>Ploog, J\u00fcrgen (1969), <em>Cola-Hinterland<\/em>, Darmstadt.<\/p>\n<p>Ploog, J\u00fcrgen (1988), <em>Strassen des Zufalls \/ \u00dcber William S. Burroughs &amp; f\u00fcr eine Literatur der 80er Jahre<\/em>, Bern.<\/p>\n<p>Ploog, J\u00fcrgen (1995), <em>R\u00fcckkehr ins Coca &amp; Cola Hinterland<\/em>, Ostheim\/Rh\u00f6n.<\/p>\n<p>Ploog, J\u00fcrgen\/Hartmann, Walter (Hrsg.) (1980), <em>AmokKoma. Ein Bericht zur Lage<\/em>, Hamburg.<\/p>\n<p>Poschardt, Ulf (2001), <em>DJ Culture. Diskjockeys und Popkultur<\/em>, Reinbek.<\/p>\n<p>R\u00f6ggla, Kathrin (2000), <em>Irres Wetter<\/em>, Salzburg\/Wien.<\/p>\n<p>Rygulla, Ralf Rainer (1967),<em>Underground Poems &#8211; Untergrund Gedichte. Letzte amerikanische Lyrik<\/em>, Darmstadt.<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer, Frank (2003), \u201eBlo\u00df weg hier!\u201c, in: <em>Jungle World<\/em>, 5 (22. Januar 2003). URL: www.jungle-world.com\/seiten\/2003\/04\/153php (abgerufen am 24.05.2012).<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer, J\u00f6rgen (1998), <em>Pop-Literatur. Rolf Dieter Brinkmann und das Verh\u00e4ltnis zur Popul\u00e4rkultur in der Literatur der sechziger Jahre<\/em>, Stuttgart.<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer, J\u00f6rgen (2008), \u201eThe Making of Pop Literature. Rolf Dieter Brinkmann und sein K\u00f6lner Freundeskreis\u201c, in: Dirk Matejovski\/Marcus S. Kleiner\/Enno Stahl (Hrsg.), <em>Pop in R(h)einkultur. Oberfl\u00e4chen\u00e4sthetik und Alltagskultur in der Region<\/em>, Essen, S. 103-124.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nauer, Michael\/Kerenski, Boris (Hrsg.) (1998), <em>Was ist Social Beat? Publikation zur Mailart-Aktion von Boris Kerenski<\/em>, Ostfildern.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nauer, Michael\/Sch\u00f6nauer, Joachim (Hrsg.) (1997), <em>Social Beat\/Slam!Poetry. Die Au\u00dferliterarische Opposition meldet sich zu Wort<\/em>, Asperg.<\/p>\n<p>Schumacher, Eckhard (2001), \u201eFrom the garbage, into The Book: Medien, Abfall, Literatur\u201c, in: Jochen Bonz (Hrsg.), <em>Sound Signatures. <\/em><em>Pop-Splitter<\/em>. Frankfurt\/Main, S. 190\u2013213.<\/p>\n<p>Schumacher, Eckhard (2003), <em>Gerade eben jetzt. Schreibweisen der Gegenwart<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Singh, Sikander (2007), \u201eBeat-Generation\u201c, in: Dieter Burdorf\/Christoph Fasbender\/Burkhard Moennighoff (Hrsg.), <em>Metzler Lexikon Literatur<\/em>, Stuttgart\/Weimar, S. 73-74.<\/p>\n<p>Sp\u00e4th, Sibylle (1989), <em>Rolf Dieter Brinkmann<\/em>, Stuttgart\/Weimar.<\/p>\n<p>Spiegel, Hubert (2001), \u201eChristian Kracht: 1979. Wir sehen uns mit Augen, die nicht die unseren sind.\u201c, in: <em>FAZ <\/em>(v. 09.10.2001).<\/p>\n<p>Stahl, Enno (1999), \u201eDeutscher Trash\u201c, in: Boris Kerenski\/Sergiu Stefanescu (Hrsg.) (1999), <em>Kaltland Beat. Neue deutsche Szene<\/em>, Stuttgart, S. 161-162.<\/p>\n<p>Stahl, Enno (2003), \u201eTrash, Social Beat und Slam Poetry. Eine Begriffsverwirrung\u201c, in: Heinz-Ludwig Arnold\/J\u00f6rgen Sch\u00e4fer (Hrsg.), <em>Pop-Liteatur<\/em>, M\u00fcnchen, S. 258-278.<\/p>\n<p>Stahl, Enno (Hrsg.) (1996), <em>German Trash. Trashstories, Literatur aus Abfall, aus Fundst\u00fccken, Junk-Literatur, welche die Welt als gegebene hinnimmt und sie nicht in Kunsthaftigkeit zu simulieren versucht<\/em>, Berlin.<\/p>\n<p>Stahl, Enno (Hrsg.) (2007), <em>Popliteraturgeschichte(n) 1965-2007<\/em>, D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Stanitzek, Georg (2001), \u201eKriterien des literaturwissenschaftlichen Diskurses \u00fcber Medien\u201c, in: Ders.\/Wilhelm Vo\u00dfkamp (Hrsg.), <em>Schnittstelle: Medien und Kulturwissenschaften<\/em>, K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Stuckrad-Barre, Benjamin\/Farkas, Wolfgang (1999), \u201eDie Voraussetzung ist Gr\u00f6\u00dfenwahn. ,Jeder m\u00f6chte in Deutschland ber\u00fchmt werden:\u2019 Autor Benjamin von Stuckrad-Barre \u00fcber seine Motivation\u201c, in: <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> (v. 28.10.1999).<\/p>\n<p>Thompson, Michael (2003), <em>M\u00fclltheorie. \u00dcber die Schaffung und Vernichtung von Werten<\/em>, Essen.<\/p>\n<p>Tsakiridis, Vagelis (Hrsg.) (1969), <em>Super Garde. Prosa der Beat- und Pop-Generation<\/em>, D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Tuschick, Jamal (Hrsg.) (2000), <em>Morgen Land. Neueste Deutsche Literatur<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Ullmaier, Johannes (1999), \u201eParatexte im Pop \u2013 Ein Text \u00fcber das Beiwerk zum Text\u201c, in: <em>testcard. Beitr\u00e4ge zur Popgeschichte<\/em>, #7: Pop und Literatur, Mainz, S. 54-93.<\/p>\n<p>Ullmaier, Johannes (2001), <em>Von Acid nach Adlon und zur\u00fcck. Eine Reise durch die deutschsprachige Popliteratur<\/em>, Mainz.<\/p>\n<p>Ullmaier, Johannes (2003), \u201eCut-up. \u00dcber ein Gegenrinnsal unterhalb des Popstroms\u201c, in: Heinz Ludwig Arnold\/J\u00f6rgen Sch\u00e4fer (Hrsg.), <em>Pop-Literatur<\/em>, M\u00fcnchen, S. 133-148.<\/p>\n<p>Vetsch, Florian (Hrsg.) (2004), <em>Ploog Tanker. <\/em><em>Texte von &amp; zu J\u00fcrgen Ploog<\/em>, Herdecke.<\/p>\n<p>Warhol, Andy (2009), <em>Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zur\u00fcck<\/em>, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>Weissner, Carl (1969), <em>Cut up. Der sezierte Bildschirm<\/em>, Darmstadt.<\/p>\n<p>Winkels, Hubert (1999), \u201eGrenzg\u00e4nger. Neue deutsche Pop-Literatur\u201c, in: Sinn und Form, 51, S. 581-610.<\/p>\n<p>Wintjes, Josef\/G\u00f6hre, Frank\/Degener, Volker W. (Hrsg.) (1971), <em>Screenreader. Texte und Dokumentationen der neuen deutschsprachigen Szene<\/em>, Bottrop.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Social Beat, Neue Deutsche Popliteratur und wissenschaftliche Forschungsans\u00e4tze<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[828,1309,1315,1445,1794,1816,1830,1837,2083,2589],"class_list":["post-1655","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-gegenwart","tag-kritik","tag-kultur","tag-marcus-s-kleiner","tag-poetik","tag-pop","tag-pop-literatur","tag-pop-zeitschrift-2","tag-schreibweisen","tag-zeitschrift"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1655"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1655\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}