{"id":2020,"date":"2013-07-14T20:19:44","date_gmt":"2013-07-14T18:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=2020"},"modified":"2013-07-14T20:19:44","modified_gmt":"2013-07-14T18:19:44","slug":"engagement-und-autonomievon-thomas-hecken14-7-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2013\/07\/14\/engagement-und-autonomievon-thomas-hecken14-7-2013\/","title":{"rendered":"Engagement und Autonomievon Thomas Hecken14.7.2013"},"content":{"rendered":"<p>Kunst?<!--more--><\/p>\n<p>Engagierte Kunst, das geh\u00f6rt f\u00fcr viele \u00e4ltere Leser zu den mittlerweile arg verstaubten Konzepten, und unter j\u00fcngeren Lesern scheint sich auch keine Renaissance anzubahnen.<\/p>\n<p>Immerhin, wenn man Studenten dazu auffordert, den Begriff zu gebrauchen oder ihm ein paar Attribute beizugeben, zeigen sich bei vielen (l\u00e4ngst nicht bei allen) gewisse historische Ablagerungen. Denn das Wort \u201aengagiert\u2018 ist unbestimmt, was soll es bedeuten? \u201aEngagierte Literatur\u2018, meint der Begriff \u2013 analog zum Engagement von Schauspielern und Musikern \u2013 Autoren, die einen Vertrag bekommen haben oder zu Lesungen eingeladen worden sind? (An dieser Stelle passt sehr gut Aragons Pointe, man engagiere Diener, Domestiken, nicht die Literatur.) Oder soll der Ausdruck \u201aEngagement\u2018 anzeigen, dass Schriftsteller sich \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df anstrengen, etwas Gutes zu schreiben? Dass sie sich mit allen Kr\u00e4ften bem\u00fchen, mit ihren Ver\u00f6ffentlichungen Geld zu verdienen oder \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen? Das Wort verr\u00e4t es einem nicht, offensichtlich braucht man historische Kenntnisse, um zu wissen, dass \u201aengagiert\u2018 irgendwie mit \u201apolitisch\u2018 verbunden sein soll.<\/p>\n<p>Wie stark das Verst\u00e4ndnis von \u201aengagierter Literatur\u2018 abh\u00e4ngig vom \u00c4u\u00dferungszusammenhang ist, zeigt sich am besten daran, dass diejenigen, die den Begriff aufbrachten und vor allem in den 1960er und 1970er Jahren oft gebrauchten, keine Sorge hatten, mit ihm k\u00f6nne auch das Schaffen reaktion\u00e4rer Autoren gekennzeichnet oder gar ausgezeichnet werden. Engagement geht mit einem linken, mindestens linksliberalen Projekt zusammen oder in ihm auf, so viel stand fest; engagierte Literatur richtete sich aus sozialistischen oder libert\u00e4ren Beweggr\u00fcnden kritisch gegen die bestehende demokratisch-kapitalistische Gesellschaft, sei es gegen falsche Entwicklungen, Teilbereiche oder das System als Ganzes.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Staatlich garantierte Autonomie<\/p>\n<p>Die Gegner solcher engagierten Literatur wiederum versuchten in den allermeisten F\u00e4llen \u00fcberhaupt nicht, die linke Hegemonie im Bereich der engagierten Literatur anzugreifen, indem sie direkt mit deren Projekten konkurrierten. F\u00fcr eine Literatur mit liberalen, konservativen oder faschistischen Vorzeichen traten sie im Regelfall nicht ein.<\/p>\n<p>Auch auf ein Verbot linksengagierter Kunst dr\u00e4ngten sie blo\u00df selten, selbst wenn despektierliche \u00c4u\u00dferungen konservativer Politiker diesen Schritt nahe legten. Es w\u00e4re tats\u00e4chlich ein wenig aussichtsreichen Unterfangen gewesen. Nach einem Entscheid des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1971 stehen entsprechende Forderungen auf rechtlich schwachem Boden. Den Kunstfreiheitssatz des f\u00fcnften Grundgesetzartikels fassen die Karlruher Richter als Garantie und Aufgabe, \u201edie auf der Eigengesetzlichkeit der Kunst beruhenden, von \u00e4sthetischen R\u00fccksichten bestimmten Prozesse, Verhaltensweisen und Entscheidungen von jeglicher Ingerenz \u00f6ffentlicher Gewalt freizuhalten.\u201c<\/p>\n<p>Die Autonomie der Kunst ergibt sich f\u00fcr das Verfassungsgericht aus dem Schutz vor staatlichen Eingriffen. Diese Freiheitsgarantie \u201egilt auch und gerade dort, wo der K\u00fcnstler sich mit aktuellem Geschehen auseinandersetzt; der Bereich der \u201aengagierten\u2018 Kunst ist von der Freiheitsgarantie nicht ausgenommen.\u201c (BverfGE 30, 173 [http:\/\/www.servat.unibe.ch\/dfr\/bv030173.html])<\/p>\n<p>Ganz ohne eigene Kunstbestimmung kommt das Verfassungsgericht freilich nicht aus. Allgemein meint es feststellen zu m\u00fcssen, beim \u201ek\u00fcnstlerischen Schaffen\u201c gehe es in erster Linie nicht um \u201eMitteilung\u201c, sondern um \u201eAusdruck\u201c. Und mit Blick auf die engagierte realistische Erz\u00e4hlliteratur schreibt es ins Urteil hinein:<\/p>\n<p>\u201eAuch wenn der K\u00fcnstler Vorg\u00e4nge des realen Lebens schildert, wird diese Wirklichkeit im Kunstwerk \u201averdichtet\u2018. Die Realit\u00e4t wird aus den Zusammenh\u00e4ngen und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der empirisch-geschichtlichen Wirklichkeit gel\u00f6st und in neue Beziehungen gebracht, f\u00fcr die nicht die \u201aRealit\u00e4tsthematik\u2018, sondern das k\u00fcnstlerische Gebot der anschaulichen Gestaltung im Vordergrund steht.\u201c<\/p>\n<p>Autonomie gegen\u00fcber anderen Wirklichkeitsdarstellungen gewinnt das Kunstwerk demnach durch eine spezifische Gestaltung, durch seine Form, durch die Art der \u201aVerdichtung\u2018. Bei dieser Auffassung bleibt es nicht. Im Bem\u00fchen, die schutzw\u00fcrdige Kunst an einem bestimmten Grad der \u201aVerdichtung\u2018, an einer bestimmten Formgebung zu erkennen, scheinen schlie\u00dflich doch Normen auf. Bei der Betrachtung der Darstellung historischer Personen etwa lautet der Ma\u00dfstab: \u201e[D]urch die k\u00fcnstlerische Gestaltung des Stoffs und seine Ein- und Unterordnung in den Gesamtorganismus des Kunstwerks\u201c erscheine das \u201e\u201aAbbild\u2018 gegen\u00fcber dem \u201aUrbild\u2018\u201c so \u201everselbst\u00e4ndigt\u201c, \u201eda\u00df das Individuelle, Pers\u00f6nlich-Intime zugunsten des Allgemeinen, Zeichenhaften der \u201aFigur\u2018 objektiviert ist.\u201c<\/p>\n<p>Dies l\u00e4sst sich nun wieder gut mit einer Abwertung oder Ausgrenzung des konkret Engagierten verbinden. Das Bundesverfassungsgericht selber tut dies nicht ausdr\u00fccklich; vielleicht ist ihm diese Konsequenz auch implizit nicht deutlich. Es gen\u00fcgt aber bereits ein kursorischer Blick in die Geschichte der \u00c4sthetik und der literarischen Werturteile, um solche Folgerungen zu erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Form gegen Stoff<\/p>\n<p>Da ist vor allem Kants Auffassung zu nennen, dass Interessen und starke Reize das freie Spiel der Einbildungskr\u00e4fte verhindern. Mit einer langen idealistischen Tradition wird daraus das Verbot oder zumindest die Abneigung, tagesaktuelle, politische, sexuelle oder vulg\u00e4re Gegenst\u00e4nde und Meinungen darzustellen. All das ist nicht \u00e4sthetisch wahrnehmbar \u2013 schon gar nicht, wenn es deutlich oder verwirrend eindringlich gezeigt wird \u2013 und bleibt so dem Kunstgenuss verschlossen. Engagement gilt darum beim \u00dcbersprung vom Bezirk der \u00c4sthetik in den der Kunst als unk\u00fcnstlerisch, Irritationen der unreinen Art ebenfalls.<\/p>\n<p>Der Kantianer Schiller fordert deshalb dazu auf, den \u201eStoff\u201c durch die \u201eForm\u201c zu vertilgen. \u201e[J]e imposanter, anma\u00dfender, verf\u00fchrerischer der Stoff an sich selbst ist, je eigenm\u00e4chtiger derselbe mit seiner Wirkung sich vordr\u00e4ngt, oder je mehr der Betrachter geneigt ist, sich unmittelbar mit dem Stoff einzulassen, desto triumphierender ist die Kunst, welche jenen zur\u00fcckzwingt und \u00fcber diesen die Herrschaft behauptet. [\u2026] Eine sch\u00f6ne Kunst der Leidenschaft gibt es; aber eine sch\u00f6ne leidenschaftliche Kunst ist ein Widerspruch, denn der unausbleibliche Effekt des Sch\u00f6nen ist Freiheit von Leidenschaften. Nicht weniger widersprechend ist der Begriff einer sch\u00f6nen lehrenden (didaktischen) oder bessernden (moralischen) Kunst, denn nichts streitet mehr mit dem Begriff der Sch\u00f6nheit, als dem Gem\u00fct eine bestimmte Tendenz zu geben.\u201c (\u201e\u00dcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen\u201c, 22. Brief)<\/p>\n<p>Angesichts fesselnder Stoffe setzt Schiller darum auf \u201eVeredelung\u201c. Avantgardistischer gefasst, werden in den modernistisch-formalistischen Kant-Variationen Betonungen der Form-Seite, welche die kommunikative Funktion und die Referenzialit\u00e4t der Zeichen unterlaufen oder \u00fcberspielen, zum entscheidenden Merkmal der Literarizit\u00e4t erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Engagierte Literatur, die mit politisch motivierten Schilderungen und Anschauungen operiert, f\u00e4llt daran gemessen zuverl\u00e4ssig ab. Wenn das \u201eWerk vom Engagement ohne Rest aufgezehrt, wo alles nur geschrieben wird, um eine Idee, eine politische, weltanschauliche, religi\u00f6se These zu st\u00fctzen\u201c, dann fehle vollst\u00e4ndig der poetische Gehalt, der \u00e4sthetische \u201e\u00dcberschu\u00df\u201c, so lautet eine typische Einlassung aus den fr\u00fchen 1960er Jahren (Walter Schmiele, Freiheit und Engagement, in: Horst Lehner (Hg.), Zeitalter des Fragments, Herrenalb\/Schwarzwald 1964, S. 226f.).<\/p>\n<p>Damit ist die wirkungsvollste Kritik an der engagierten Literatur bereits benannt. Der Hauptangriff gegen die engagierte Literatur lief in den westlichen Staaten \u00fcber solch eine versuchte Behauptung \u00e4sthetischer Autonomie im Sinne k\u00fcnstlerischer Realit\u00e4tsverdichtung (bzw. Realit\u00e4tsabdichtung) und -\u00fcberformung. Engagierte Literatur sei gar keine Literatur oder zumindest keine gute Literatur, lautete seine Kernthese und Abwertungsmaxime, ausgesprochen nat\u00fcrlich mit der Absicht und in der Hoffnung, mit dieser Einsch\u00e4tzung zu einem Ende der linksliberalen engagierten Kunst beizutragen oder zumindest deren Wirkungsgrad zu verringern.<\/p>\n<p>Diese Position besitzt eine lange Tradition. Zur Abwehr der Vorm\u00e4rz-Literatur argumentierten bereits die Parteig\u00e4nger des b\u00fcrgerlichen Realismus gegen die\u00a0 \u201eTendenzliteratur\u201c, wie sie pejorativ sagten. Rudolf Gottschall etwa wandte sich 1853 gegen den \u201el\u00f6schpapierenen Zeitungsstil\u201c und \u201eenthusiastische Phrasen\u201c in der Dichtung, gegen \u201edie bittere Rhetorik der Tagespoeten, die ihre dramatischen Helden nur wie K\u00f6der an eine politische Angel steckten, um einen sogenannten Tendenzapplaus einzufangen.\u201c (Rudolf Gottschall, \u00dcber die dramatische Diktion, in: Deutsches Museum 3 (1853), Hbd. 1, S. 409-421, hier S. 414ff.)<\/p>\n<p>Der Kunstanspruch der b\u00fcrgerlichen Realisten ging mit dem Abstand zur historisch vorfindbaren Welt einher. Sie verlangten vom Kunstwerk, die Wirklichkeit so zu idealisieren, dass das Wesentliche, Wahre, Gesunde, Poetische sichtbar werde. Die Autonomie der Kunst sahen sie nicht (nur) durch die Freiheit gegen\u00fcber staatlichen Direktiven gewahrt, sondern u.a. durch die Abstinenz des K\u00fcnstlers, sich im Werk auf aktuelle politische Geschehnisse zu beziehen.<\/p>\n<p>Als Blaupause der Argumentation hat sich ihre Abwehrformel bew\u00e4hrt, denn sie funktioniert auch ohne das Lob des Betulichen und Gesunden. Sie kann sogar im Namen des Gegenteils ergehen. Bei Stefan George hei\u00dft es beispielsweise angewidert: \u201eUnser ganzes schrifttum von gestern ist sittlich (sogar das beh\u00f6rdlich verbotene) b\u00fcrgerlich-p\u00f6belhaft und unterhaltend-belehrend. Wir k\u00f6nnen nur eines fassen das sch\u00f6n vornehm beeindruckend ist.\u201c (Stefan George: \u201eEinleitungen und Merkspr\u00fcche\u201c, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr die Kunst. Eine Auslese aus den Jahren 1892-98, Berlin 1899, S. 16)<\/p>\n<p>Wichtiger noch: Abseits solcher sch\u00f6nen Abneigungen gegen das Unb\u00fcrgerliche oder B\u00fcrgerliche, gegen die p\u00e4dagogische, aufreizende oder zerstreuende Wirkung und Wirkungsabsicht greift die Abwehrformel ebenfalls. Hier findet sie erst richtig gro\u00dfen Raum. Aus dem lauten Beharren auf dem Gesunden oder Vornehmen wird die leise Sorge um die rechte Form. Albrecht Sch\u00f6ne etwa sch\u00e4tzt Brechts politische Lyrik, weil die auf \u201epolitische Wirkung zielenden Energien\u201c bei ihm ein \u201eKunstgebilde\u201c hervorgebracht h\u00e4tten, \u201ein dessen den Hervorbringungszweck \u00fcberdauernder Form sie aufgehoben sind\u201c (Albrecht Sch\u00f6ne: \u201e\u00dcber politische Lyrik im 20. Jahrhundert\u201c, 2. Aufl., G\u00f6ttingen 1969, S. 5)<\/p>\n<p>Es bleibt nat\u00fcrlich immer die Frage, welche Form gemeint sei. Sch\u00f6ne spricht von \u201e\u00fcberdauernder Form\u201c, das hilft direkt noch nicht weiter. Leichter fasslich sind jene Antworten, die mit \u201eForm\u201c angeben wollen und zugleich verlangen, dass ein sprachliches Kunstwerk komplex, vielstimmig, nicht auf den Begriff zu bringen, deutungsoffen, besonders sei. Autonomie meint hier die Unabh\u00e4ngigkeit von einer propagandistisch-manipulativen Rhetorik in Figurenrede oder auktorialem Kommentar, Autonomie bedeutet Abwehr einer didaktischen Plotorganisation.<\/p>\n<p>Das kann sich \u2013 bei einer Entgrenzung des Politik-Begriffs \u2013 bis zum Lob des hermetischen Werks bar jeder greifbaren politischen oder gesellschaftlichen Thematik steigern. Damit verbunden ist die \u00dcberzeugung, dass ein wahrhaft politisch widerst\u00e4ndiges Werk nur jenes sei, das sich der \u00fcblichen Syntax und Semantik verweigere. Die Autonomie der Kunst kommt bei den Anh\u00e4ngern dieses Prinzips mit der Abkehr von verst\u00e4ndlicher oder zumindest von normalisierter Kommunikation \u00fcberein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Liberale Urteile<\/p>\n<p>In anderer Weise firmiert die Berufung auf die Form als wichtige Begr\u00fcndungsinstanz bei all jenen, die nicht von der traditionellen Einheit des Sch\u00f6nen und Wahren, aber auch nicht von der modernen Einheit des Hermetischen oder Fragmentarischen oder Ambiguativen und des antiautorit\u00e4r Politischen ausgehen. F\u00fcr die liberalen Kunstfreunde meint Autonomie die Autonomie des \u00e4sthetischen Urteils. Mit Blick auf literarische Werke bedeutet das: Ein Positiv- oder Negativurteil \u00fcber die politische Bedeutung des Buches sagt nichts \u00fcber seine k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t aus. Meist l\u00e4uft die entsprechende \u00c4u\u00dferungsfolge so ab, dass zuerst bestimmte Inhalte zusammengefasst und pr\u00e4miert werden, darauf aber eine Einsch\u00e4tzung zur Form erfolgt, die als ausschlaggebend deklariert wird: Nur sie liege dem \u00e4sthetischen Urteil zugrunde. F\u00fcr die liberalen Leser kann darum ein Roman politisch verwerflich, aber k\u00fcnstlerisch gelungen sein (oder umgekehrt). Selbst Sartres Diktum, es sei unm\u00f6glich, einen \u201eguten Roman zum Lobe des Antisemitismus\u201c zu schreiben, k\u00f6nnen sie grunds\u00e4tzlich nicht unterschreiben, wenn sie auch in den meisten oder allen Einzelf\u00e4llen zu diesem Urteil gelangen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Diese liberale Urteilsweise kann sich zumindest theoretisch umso st\u00e4rker durchsetzen, je gr\u00f6\u00dfer die F\u00e4higkeit des Rezipienten angesetzt wird, sich von \u201eanma\u00dfenden, verf\u00fchrerischen Stoffen\u201c, wie Schiller das nannte, nicht vereinnahmen zu lassen. Angesichts der Routine und Teilnahmslosigkeit, mit der durch moderne Bildung sozialisierte Leser Schreckensdarstellungen und andere literarische \u00dcberschreitungen rezipieren, darf diese F\u00e4higkeit empirisch sehr hoch veranschlagt werden. Zudem darf man nicht vergessen, dass die \u00dcberw\u00e4ltigung durch einen politisch oder sonstwie erregenden Stoff nicht ewig anhalten muss; nach langer oder auch bereits sehr kurzer Zeit mag dann die Formbetrachtung zu ihrem Recht kommen.<\/p>\n<p>H\u00f6chstwahrscheinlich hat sich diese Urteilsweise in der Kunstwelt derart stark durchgesetzt, weil sie auch den Gegnern engagierter Literatur grunds\u00e4tzlich Raum f\u00fcr eine Ablehnung aller Werke l\u00e4sst, von denen sie glauben, es handele sich um politisch konsequente Schriften. Sie alle k\u00f6nnen mit dem Ma\u00dfstab einer bestimmten Formauffassung an der Hand zur schlechten Kunst geschlagen werden. Auch das trifft prinzipiell auf keine liberale Kritik.<\/p>\n<p>Was nach liberaler Vorgabe freilich nicht mehr geht, ist die grunds\u00e4tzliche Ablehnung engagierter Werke im Namen interesselosen Wohlgefallens oder idealisierter Form. Zur Unkunst kann man die engagierte Literatur nach liberaler Lesart nicht mehr erkl\u00e4ren. Sogar die Rechtsprechung tr\u00e4gt dem heutzutage in gewisser Weise Rechnung; nicht indem sie ihre idealistischen Positionen vollkommen aufg\u00e4be, sondern indem sie engagierte Literatur schon lange nicht mehr dem \u201aVerdichtungs\u2018-Test unterworfen hat, um das Testergebnis dann mit anderer Grundrechtswerten abzuw\u00e4gen.<\/p>\n<p>Vorgearbeitet hat dem eine Literaturkritik, sei sie feuilletonistischer oder akademischer Abkunft, die politisch ausgerichtete Werke nicht mehr von vornherein als Versto\u00df gegen das Sch\u00f6ne ablehnt. Ein Emil Staiger, der auf das Stichwort \u201e\u201aLitt\u00e9rature engag\u00e9e\u2018\u201c hin notiert: \u201eDabei wird aber niemand wohl, der die Dichtung wirklich als Dichtung liebt\u201c (Emil Staiger: \u201eLiteratur und \u00d6ffentlichkeit\u201c [Rede, gehalten am 17. Dezember in Z\u00fcrich], in: Sprache im technischen Zeitalter, Heft 22, 1967, S. 90-97, hier S. 91), ist an bedeutender \u00f6ffentlicher Stelle in unseren Tagen nicht mehr auszumachen.<\/p>\n<p>Verschwunden ist Staigers Einsch\u00e4tzung zwar nicht, sie wird aber kaum noch grunds\u00e4tzlich angewandt. Geblieben ist immerhin der Ma\u00dfstab, er bew\u00e4hrt sich noch f\u00fcr viele, um bessere von schlechterer Literatur zu trennen. Literatur mit deutlich erkennbaren, didaktisch herausgearbeiteten moralischen oder politischen Anspr\u00fcchen muss sich zumeist einer genauen Untersuchung aussetzen, ob sie nicht \u00e4sthetisch minderbemittelt sei; oft f\u00e4llt das Urteil auch so aus (aber eben nicht immer).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Engagierte Inhalte<\/p>\n<p>Wenig \u00fcberraschend, kann man am Verlauf der Einlassungen zur engagierten Literatur den ver\u00e4nderten Rang linksaufkl\u00e4rerischer Positionen ablesen. Den Verlust ihrer Vorherrschaft im k\u00fcnstlerisch-feuilletonistischen Bereich erkennt man unschwer daran, dass Spitzen gegen das (blo\u00df) \u201aGutgemeinte\u2018 keineswegs mehr konservativen Au\u00dfenseitern \u00fcberlassen bleiben. Genauso gut erkennt man den Wandel daran, dass von \u201aengagierter Literatur\u2018 nicht mehr oft die Rede ist.<\/p>\n<p>Wenn von Engagement mit Blick auf die K\u00fcnste gesprochen wird, dann steht allerdings weiterhin \u00fcberwiegend fest, dass es sich nicht um rechte Bem\u00fchungen handelt. Dieser Teil fr\u00fcherer Hegemonie hat sich gut erhalten. Fast vollkommen durchgesetzt im Begriffsgebrauch ist momentan sogar jene Form\/Inhalt-Aufteilung, die nie auf die ungeteilte Zustimmung linksradikaler K\u00fcnstler und Theoretiker stie\u00df. Die kubofuturistische, operative, um 1968 viele Anh\u00e4nger findende Devise, es komme z.B. darauf an, mit hohem politischen Engagement sowohl die Belletristikautoren als auch die Zeitungsleser zu Zeitungsautoren zu machen, zu Berichterstattern ihrer eigenen Arbeits- und Lebenswelt, ist zwar in K\u00fcnstler\/Boheme-Szenen keineswegs in Vergessenheit geraten, sie spielt aber in der weiteren \u00d6ffentlichkeit keine Rolle mehr. Dass es sich um \u201aengagierte Literatur\u2018 handelt, liest man heute noch st\u00e4rker als vor vierzig Jahren rein den Inhalten ab.<\/p>\n<p>N\u00e4her betrachtet, handelt es sich um Inhalte zeitgen\u00f6ssischer Art mit Anhalt in der au\u00dferliterarischen Wirklichkeit. Meist bleibt der Begriff Referenzen auf sozialpolitische Realit\u00e4ten vorbehalten. Wenn das nicht so ist, dient zumindest die zeitgen\u00f6ssische Wirklichkeit als Ankerpunkt. Beim bekanntesten deutschen Kritiker Marcel Reich-Ranicki klingt das so: \u201eIch bin Anh\u00e4nger einer engagierten Literatur. Ich glaube, da\u00df sich Schriftsteller nicht damit begn\u00fcgen d\u00fcrfen, das Leben mit reizvollen Arabesken zu schm\u00fccken und allerlei Ornamente beizusteuern. Ich glaube, da\u00df es ihre Hauptaufgabe ist, bewu\u00dft in einer bestimmten Richtung zu wirken, also auf ihre Zeitgenossen Einflu\u00df auszu\u00fcben. Daher suche ich in der Literatur, zumal in der erz\u00e4hlenden Prosa, vor allem die Auseinandersetzung mit den gro\u00dfen moralischen Fragen der Gegenwart.\u201c (Marcel Reich-Ranicki: \u201eSelbstkritik des \u201aBlechtrommel\u2018-Kritikers\u201c [1994], in: ders., \u201eUnser Grass\u201c, M\u00fcnchen 2003, S. 19-26, hier S. 20)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Wirkungen<\/p>\n<p>Verbunden mit der g\u00e4ngigen Auffassung engagierter Literatur ist demnach eine Wirkungshypothese: In erster Linie Fragen gegenw\u00e4rtiger Wirklichkeit k\u00f6nnen der Ausgangspunkt f\u00fcr eine Kunst sein, die mittelbar \u2013 \u00fcber beeinflusste Leser \u2013 \u00c4nderungen der Wirklichkeit erzielt. Selbst wenn man einer \u201aPolitik der Form\u2018 nicht prinzipiell kritisch gegen\u00fcbersteht, muss wegen dieser Wirkungshypothese den meisten antiautorit\u00e4r-avantgardistischen Werken der (Ehren-)Titel \u201aengagierte Literatur\u2018 regelm\u00e4\u00dfig versagt bleiben. Ihre Auflagenzahlen sind einfach zu niedrig.<\/p>\n<p>Trotz der scharfen Grenzziehung und der damit verbundenen Beobachtung des Rezeptionschicksals experimenteller Literatur geht die Wirkungsanalyse innerhalb der Debatten um die engagierte Literatur zumeist aber nicht so weit, dass auch qualitative \u00c4nderungen einbezogen w\u00fcrden. Vage erfasst werden oftmals lediglich quantitative Daten, die tats\u00e4chlich sicher ausweisen, dass z.B. Heinrich B\u00f6ll viel mehr Leser erreicht hat als Hubert Fichte.<\/p>\n<p>Bei Adorno hingegen hei\u00dft es: \u201eKafkas Prosa, Becketts St\u00fccke\u201c n\u00f6tigten \u201ezu jener \u00c4nderung der Verhaltensweise, welche die engagierten Werke blo\u00df verlangen. Wen einmal Kafkas R\u00e4der \u00fcberfuhren, dem ist der Friede mit der Welt ebenso verloren wie die M\u00f6glichkeit, bei dem Urteil sich zu bescheiden, der Weltlauf sei schlecht\u201c (Theodor W. Adorno: \u201eEngagement\u201c [1962], in: ders., Noten zur Literatur, Frankfurt am Main 1981, S. 409-430, hier S. 426). Das kann man zwar nach Jahrzehnten durch Deutsch-Curricula verordneter Kafka-Lekt\u00fcre nicht unbedingt unterschreiben, es erinnert aber daran, dass der Rezeptionsumfang engagierter Botschaften noch nichts \u00fcber ihre Wirkung sagt.<\/p>\n<p>Mindestens intuitiv ber\u00fccksichtigt werden qualitative Dimensionen aber wohl auch von jenen, die ihr Gewissen damit beruhigen, mehr Leser zu erreichen als diejenigen, die auf eine Politik der experimentellen Form bauen. Das d\u00fcrfte auch ein wichtiger Grund sein, weshalb in der heutigen Szene realistischer Literatur das Engagement nicht gro\u00df ausgeflaggt wird. Man ahnt oder wei\u00df schlicht, dass solche Titel nur von den ohnehin bereits Bekehrten gelesen werden, ihr \u00c4nderungspotenzial demnach sehr niedrig liegt; da spielt es auch keine Rolle, dass die Zahl ihrer Leser mitunter hoch ist. Ihr Engagement muss deshalb st\u00e4rker von der \u00dcberzeugung getragen werden, wichtige, wiederholungsw\u00fcrdige Punkte anzusprechen (weniger vom Impetus, eine Umkehr bei bislang indifferenten Leserschichten zu bewirken).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Engagement wof\u00fcr?<\/p>\n<p>Nicht einmal die \u00dcberzeugung, gegen herrschende Auffassungen zu opponieren, d\u00fcrften die meisten engagierten Autoren gegenw\u00e4rtig hegen, wenn sie denn zu einer realistischen Einsch\u00e4tzung der Lage gelangten. Die heutigen engagierten Schriftsteller verf\u00fcgen oftmals \u00fcber dasselbe Problembewusstsein wie viele Journalisten, Parteipolitiker und weite Teile des Beamtenapparats. Was sollten diese Schriftsteller denn schon an Missst\u00e4nden anschaulich schildern oder an Alternativen aufzeigen, das \u00fcber den politischen Horizont des Studienrats und der \u201eZeit\u201c-Leserin hinausginge, die solche Erz\u00e4hlwerke kaufen? Die Frage \u201aEngagement wof\u00fcr?\u2018 beantworten die allermeisten von ihnen doch in einer Weise, die selbst auf dem Papier ohne jede Gefahr f\u00fcr die herrschenden Verh\u00e4ltnisse bleibt. Ihr Einfluss kann allenfalls darin bestehen, dass sich die Richtung nicht \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Erst im Fall halbwegs erfolgreicher radikaler Systemkritik w\u00fcrde sich jedoch zeigen, ob (und wenn ja, wann) dem Bundesverfassungsgericht die \u201eRealit\u00e4t\u201c in der Erz\u00e4hlung nicht mehr \u201eaus den Zusammenh\u00e4ngen und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der empirisch-geschichtlichen Wirklichkeit gel\u00f6st\u201c erschiene, sondern sich ihm unabweisbar aufdr\u00e4ngte. Egal, ob man das f\u00fcr w\u00fcnschenswert erachtet oder nicht, bleibt diese Frage f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Engagement und Autonomie von politisch entscheidender Bedeutung. Dem Ungef\u00e4hrlichen kann man leichter Hand Autonomie \u2013 im Sinne staatlicher Zur\u00fcckhaltung, mit Gesetzen gegen Ver\u00f6ffentlichungen vorzugehen \u2013 zugestehen.<\/p>\n<p>Ebenso w\u00fcrde sich erst angesichts eines Engagements, dass sich mit Erfolg der illiberalen Politisierung der Kunst verschriebe, der Ernst der liberalen Losung, politische und k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t voneinander zu scheiden, herausstellen. Blo\u00df dem Marginalen kann man sorglos attestieren, dass es trotz seiner undemokratischen Ausrichtung \u00e4sthetisch fasziniere.<\/p>\n<p>Nur der dritten Autonomie-Formel \u2013 Autonomie als Durchtrennung sozialer Bindung, bewirkt durch Vornehmheit, Intensit\u00e4t, Verfremdung oder Hermetismus \u2013 w\u00fcrde eine politisch bedenklich erfolgreiche, radikal systemkritisch engagierte Literatur nicht die Frage einer m\u00f6glichen Neubewertung aufdr\u00e4ngen, schlie\u00dflich haben die Verfechter dieser Ans\u00e4tze engagierte Literatur schlechthin schon immer abgelehnt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die engagierte Literatur in der heutigen Zeit, in der die meisten ihrer Verfechter nicht auf eine revolution\u00e4re Alternative setzen, hat das freilich alles wenig Bedeutung. Sie m\u00fcssen einfach \u00fcberzeugt sein, es sei wichtig, dass ihre Anliegen auch literarischen Ausdruck finden, obwohl ihre B\u00fccher fast nur von Ihresgleichen gelesen werden und sie kaum auf Widerspruch sto\u00dfen. Die Ansicht, man leiste dadurch eben seinen eigenen Beitrag zu Reformbestrebungen innerhalb der demokratischen \u00d6ffentlichkeit, kann zweifellos gen\u00fcgend Legitimation f\u00fcr dieses Vorgehen bieten, um \u00a0weiterzumachen.<\/p>\n<p>Wem dennoch Zweifel am eigenen Tun kommen sollten, der k\u00f6nnte immerhin, ohne das vertraut engagierte Grundsatzprogramm revidieren zu m\u00fcssen, Erweiterungen und Varianten einf\u00fchren. Eine Alternative besteht darin, so viel zumindest kann man wissenschaftlich aus der Betrachtung der Vergangenheit herleiten, Autonomie nicht nur gegen\u00fcber staatlichen oder parteipolitischen Direktiven gewinnen zu wollen, sondern auch oder vor allem gegen\u00fcber \u00f6konomischen Anforderungen. Dies k\u00f6nnte mit einer Bedeutungsverschiebung \u201aengagierter Literatur\u2018 einhergehen, falls man den Begriff nicht als verbraucht ans\u00e4he: Engagement bedeutete in diesem Fall, sich als Literat f\u00fcr ver\u00e4nderte verlegerische Abl\u00e4ufe und Ziele oder f\u00fcr andere Rahmenbedingungen verlegerischer Arbeit einzusetzen.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit liegt f\u00fcr die heutigen \u201aengagierten\u2018 Schriftsteller, die vom Feuilleton Anerkennung oder Aufmerksamkeit erhalten, darin, sich von ihrer gewohnten Schreibweise zu verabschieden und ihre Anliegen in Genres, die \u00fcblicherweise der Popul\u00e4r- oder Massenkultur zugerechnet werden und eine andere Leserschicht erreichen, zu bew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Chancen, an jenem literarischen Leben teilzuhaben, das aus renommierten Verlagen, Feuilletonbesprechungen, Literaturpreisen und -stipendien, Goethe-Institutseinladungen, universit\u00e4rer Rezeption, Interviews im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk besteht, ist es momentan aber fragw\u00fcrdig, die letzte M\u00f6glichkeit zu ergreifen. Eine weitere Art von Autonomie immerhin gew\u00e4hrt die liberalkapitalische Ordnung gegenw\u00e4rtig den Schriftstellern (prinzipiell auch den engagierten), falls die Autoren von den gerade genannten Institutionen als wertvoll eingestuft werden \u2013 n\u00e4mlich den Schutz vor der Anforderung, permanent \u00f6konomische Erfolge erzielen zu m\u00fcssen, ein Schutz, der durch direkte oder indirekte staatliche F\u00f6rderung oder durch unternehmerische Mischkalkulation erteilt wird. Darum k\u00f6nnten Literaten heute die Frage \u201eEngagement wof\u00fcr?\u201c in dieser Hinsicht auf f\u00fcr sie selbst sinnvolle Weise stets beantworten: Engagement f\u00fcr die von solchen Institutionen als niveauvoll betrachtete Literatur \u2013 und damit unvermeidlich auch f\u00fcr diese Institutionen selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[Manuskript einer Rede, gehalten auf der Tagung \u201eEngagement. Konzepte von Gegenwart und Gegenwartsliteratur\u201c, Universit\u00e4t Bonn, 11.-13.07.2013]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunst?<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[242,268,638,639,1332,1334,1837,2337],"class_list":["post-2020","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-asthetik","tag-autonimie","tag-engagement","tag-engagierte-kunst","tag-kunstfreiheit","tag-kunstlerische-form","tag-pop-zeitschrift-2","tag-thomas-hecken"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2020","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2020"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2020\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2020"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2020"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2020"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}