{"id":2167,"date":"2013-09-04T17:16:15","date_gmt":"2013-09-04T15:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=2167"},"modified":"2013-09-04T17:16:15","modified_gmt":"2013-09-04T15:16:15","slug":"die-compact-cassetteerinnerungsmaschine-emanzipationsmedium-und-designobjektvon-jan-drees4-9-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2013\/09\/04\/die-compact-cassetteerinnerungsmaschine-emanzipationsmedium-und-designobjektvon-jan-drees4-9-2013\/","title":{"rendered":"Die Compact CassetteErinnerungsmaschine, Emanzipationsmedium und Designobjektvon Jan Drees4.9.2013"},"content":{"rendered":"<p>Home taping was killing music<!--more--><\/p>\n<p>Als \u00bbThe Pirate Bay\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a> im August 2013 ihr zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um feierte, pr\u00e4sentierte sich die Filesharingb\u00f6rse mit einer Audiokassette im eigens zu diesem Anlass gestalteten Jubil\u00e4umsemblem. War das bereits die Referenz auf jene \u00bbHome Taping Is Killing Music<a title=\"\" href=\"#_edn2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a>\u00ab-Kampagne, mit der die britische Schallplattenindustrie Anfang der 80er Jahre gegen die massive Nutzung von Leerkassetten vorgehen wollte?<\/p>\n<p>Als erstes \u00bbBroadcast Yourself\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a>-Medium hat das Tape Geschichte geschrieben. \u201eDie \u00c4ra der Audiokassette gilt weithin als Voraussetzung f\u00fcr das Aufkommen sozialer Tauschpraktiken, deren Potenzial in dem sich anschlie\u00dfenden digitalen Zeitalter f\u00fcr eine neue Medienumgebung bestimmend werden sollte \u2013 und durchaus auch ganz allgemein f\u00fcr neue Formen von Kreativit\u00e4t\u201c,<a title=\"\" href=\"#_edn4\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a> schreibt Adrian Johns in \u00bb<a href=\"http:\/\/www.zfmedienwissenschaft.de\/index.php?AutorID=134\">Die Moral des Mischens<\/a>\u00ab und benennt hiermit die zentrale Innovation der Compact Cassette.<\/p>\n<p>Mit dem Tape konnten Rezipienten lange vor YouTube ein Programm zusammenstellen &#8211; und (ver-)senden. Zugleich machten sie sich eben wegen dieses Zusammenstellens und Kopierens der \u00bbPiraterie\u00ab schuldig. Johns zeichnet in seinem Aufsatz die Geschichte des Raubkopierens nach, beginnend bei Musiknoten-Kopierern im 17. und 18. Jahrhundert bis zu den Internet-Tauschb\u00f6rsen der Gegenwart. Bemerkenswert ist hier, dass private Vinyl-Mitschnitte, beispielsweise von Jazz- und Opernaufnahmen, lange vor Aufkommen der Compact Cassette zirkulierten, f\u00fcr die teilweise sogar Tantiemen gezahlt wurden.<\/p>\n<p>Johns: \u00bbWirklich interessant war, dass Anfang der 1980er Jahre die Anzahl der privaten Mitschnitte beides in den Schatten stellen sollte. Wie die EWG ermittelte, produzierten kommerzielle Raubkopierer zu diesem Zeitpunkt Millionen Aufnahmen pro Jahr, darunter 80 % Kassetten, mit einem gesch\u00e4tzten Gesamtwert von 100 Mio. US\u00adDollar. Die Zahlen waren unglaublich: Raubkopieren war ein gewaltiges Unternehmen, das mit den anderen internationalen Gro\u00dfkonzernen durchaus mithalten konnte.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn5\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Kassette war jedoch mehr als ein Kopiermedium. Sie erm\u00f6glichte ebenso origin\u00e4re Kunstwerke. Das galt vor allem hinter dem so genannten \u00bbEisernen Vorhang\u00ab, wo Musiker fernab reglementierter Staatslabel Musik unter die Fans bringen konnte. \u00bbIm X-Mal haben wir ORWO-Ostkassetten aufgelegt, mit zwei Decks. Vorh\u00f6ren ging nicht. Skippen, Scratchen \u2013 alles nicht m\u00f6glich\u00ab, erinnert sich Ronald Galenza, Redakteur beim RBB-Jugendradio Fritz. \u00bbZ\u00e4hlwerke gab\u2019s an den Ger\u00e4ten schon, und dann wusstest du, bei 7:32 Minuten f\u00e4ngt The Clash an, \u203aLondon Calling\u2039. Aber mal haste die Stimme von John Peel noch draufgehabt, dann fiel ein Bier um, oder du hattest Bandsalat, w\u00e4hrend alle schon beim Pogo waren und dann kam pl\u00f6tzlich nix.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn6\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zudem entstanden in der DDR Bands wie Klick &amp; Aus, deren erstes Tape \u00bbAIDS delikat\u00ab 1984 f\u00fcr Furore sorgte. \u00bbDenn Aids war damals eine Art mystische Erkrankung, eine Strafe des Himmels. Eine Seuche, deren Herkunft v\u00f6llig unklar war\u00ab, wird Klick &amp; Aus-Bandleader Thomas Roesler (K\u00fcnstlername Thom di Roes) im Sammelband \u00bbSpannung. Leistung. Widerstand\u00ab zitiert:<\/p>\n<p>\u00bbEs war eine diffuse und t\u00f6dliche Bedrohung und: sie kam aus dem Westen. So war es Subkultur und unsichtbarer Terrorismus par excellence. Dem gaben wir das Beiwort delikat dazu, das eine Anspielung auf die DDR-Delikat-L\u00e4den war. Dort gab es das Feinste vom Feinen, und ebenfalls aus dem Westen. Wir hatten 100 Kassetten herstellen lassen, und die als Erste f\u00fcr 30 oder 40 Ostmark verkauft.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn7\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a> Das war nat\u00fcrlich ein Sakrileg. Kassetten verkaufte man nicht, die wurden verschenkt.<a title=\"\" href=\"#_edn8\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Beim Klassenfeind wiederum, im amerikanischen HipHop, sind viele K\u00fcnstler zuerst mit ihren Mixtapes bekannt geworden: Wie Notorious B.I.G. oder Mary G. Blige<a title=\"\" href=\"#_edn9\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a>. DJ Westbam erinnert sich, dass Mitte der 80er Jahre im Club schwunghaft mit Kassetten gehandelt wurde: \u00bbDJ Lupo aus dem P1 hat immer drei, vier Kassetten am Abend verkauft. Ich wei\u00df auch, dass \u00fcber meinen Vorg\u00e4nger im Metropol gesagt wurde: Ein Kassette von dem Chris aus dem Metropol kostet 200 Mark!\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn10\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> &#8211; Tats\u00e4chlich soll es etliche Zuh\u00e4lter vom Ku-Damm gegeben haben, die sich das leisten konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Kassette in Zahlen<\/p>\n<p>Das ist ein stolzer Preis f\u00fcr das kleine Medium, eine eher simple Weiterentwicklung der ersten bespielbaren B\u00e4nder, die Thomas Alva Edison 1917 erfunden hat. Stereokassetten, die auch Musik in HiFi-Qualit\u00e4t speichern k\u00f6nnen, gibt es seit 1967. Das Tape ist 10,16 cm x 6,35 cm x 1,27 cm gro\u00df und passt perfekt in eine Hemdtasche. Die Magnetbandbreite einer MC liegt bei 3,81 mm. Die Dicke betr\u00e4gt 16 \u00b5m bei einer C60 und 9 \u00b5m bei einer C120. Eine C90 enth\u00e4lt ungef\u00e4hr 130 Meter Kassettenband.<\/p>\n<p>Im ersten Jahr wurden gerade mal 9000 Tapes weltweit verkauft. 1965 versuchten Grundig, Blaupunkt und Telefunken mit DC-International ein alternatives, vergr\u00f6\u00dfertes Kassettenformat auf den Markt zu bringen. Sie scheiterten ebenso wie Saba mit dem f\u00fcr den PKW-Bereich gedachten Sabamobil-System. Ende der 1960er Jahre waren in der BRD ca. 1000 verschiedene Musikkassetten erh\u00e4ltlich, \u00fcberwiegend Schlager- und Popproduktionen, weil das Bandrauschen als klassikuntauglich galt.<\/p>\n<div id=\"attachment_2170\" style=\"width: 528px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/09\/IMG_0389.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2170\" class=\" wp-image-2170 \" title=\"Plattenladen\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/09\/IMG_0389.jpg\" alt=\"\" width=\"518\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/09\/IMG_0389.jpg 900w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/09\/IMG_0389-300x224.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/09\/IMG_0389-768x573.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2170\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Jan Drees<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1966 wurden die ersten 8-Spur-Tapedecks, hergestellt von Motorola, in Ford-PKW eingebaut. Da sie auch in Kanada und Japan Verwendung fanden, konnte sich das System neben der g\u00e4ngigen MC etablieren. Die 8-Spur-Kassette mit 1\/4-Inch-Band und 4 nebeneinander liegenden Stereo-Spuren wurde 1964 von William P. Lear erfunden (dessen zweistrahlige D\u00fcsenflugzeuge wahre Legenden der L\u00fcfte sind).<\/p>\n<p>Ein Tapedeck spielt die Kassette mit einer Geschwindigkeit von 47,625 Millimetern pro Sekunde ab. 60-Minuten-Tapes kosteten Mitte der Sechziger 1,50 Dollar. 1968 setzen 85 verschiedene Hersteller weltweit \u00fcber 2,4 Millionen Tapedecks ab, der Kassettenmarkt insgesamt setzte \u00fcber 150.000.000 Dollar um. 1980 wurden in der BRD 43.500.000 Kassetten verkauft (ohne Leer-Kassetten). 1985 waren es 49.400.000 Kassetten, 1990 ging der Verkauf auf 43.900.000 Einheiten zur\u00fcck. Ab 1985 mussten 19 Pfennige je 60 Minuten Leerkassettenband an die GEMA abgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Kassette als Kunst<\/p>\n<p>1987 bewarb Pioneer sein Tapedeck RT-2044 mit dem Slogan: \u00bbFor the price of a few hours in a recording studio, you can own one.\u00ab Jochen Rausch, der einstige \u00bb<a href=\"http:\/\/www.ichwillspass.de\/ndw\/bands\/stahlnet.htm\">Stahlnetz<\/a>\u00ab-NDW-Pionier und heutige Programmdirektor des WDR-Radios 1LIVE erinnert sich: \u00bbTechnisch gesehen war die Audiokassette, die \u2013 1963 erfunden \u2013 in den 1970er Jahren gro\u00df wurde und dann schon 1982 der CD begegnete, ein \u00dcbergangsmedium. Ein Fall f\u00fcrs Technikmuseum. Mag sein, dass wir veteranenhaft schw\u00e4rmen, N\u00e4chte mit unseren Platten verbracht zu haben, dass wir Stunde um Stunde vor den Alt\u00e4ren aus Verst\u00e4rkern, Equalizern und Tapedecks knieten, weil das Vinyl ja in Echtzeit auf die Tapes \u00fcberspielt werden wollte. Mag sein, dass wir die Cover preisen, die wir f\u00fcr unsere Mixtapes gebastelt haben, Unikate aus Lack, Fotos, Zeitungsausschnitten, Letraset. Vielleicht erz\u00e4hlen die Coolen, dass die Aufnahmen per Hand ausgesteuert werden mussten, wenn es echt klingen sollte. Oder die Technikfreaks, dass sie die Tapedeck-Prospekte von Sony mit demselben ungl\u00e4ubigen Staunen durchgesehen haben wie Pornohefte. Dass das Nakamichi Dragon mit automatischer Azimuthjustage bei einem Neupreis von rund 4500 Mark das vielleicht beste Tapedeck aller Zeiten war. Oder dass es gute Gr\u00fcnde gab, die Auto-Reverse-Technik abzulehnen (au\u00dfer beim Sex), dass man sich nur zu besonderen Anl\u00e4ssen eine Chromkassette geleistet hat und dass die 120er Tapes zu vergessen waren.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn11\"><sup><sup>[11]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Eine Stunde im Studio kostete in Kalifornien ca. 165 Dollar, das RT-2044-4-Spur-Deck hatte einen Listenpreis von 1650 Dollar. Zur gleichen Zeit kostete der DDR-Rekorder SKR 700 runde 1540 Mark. Heutzutage bekommt man f\u00fcr diesen Preis einen PC mit 1-TB-Festplatte. Auf eine Commodore-Datasette passten in den 1980er Jahren gerade mal 45 KB.<a title=\"\" href=\"#_edn12\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a> &#8211; Inzwischen wurde die Massenproduktion von Kassetten eingestellt.<a title=\"\" href=\"#_edn13\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Kassette ist 50 Jahre alt \u2013 und Sony beendet in diesem Jahr die Produktion von Taperecordern. Im Netz kursiert seit l\u00e4ngerer Zeit ein Foto mit Kassette und Bleistift, darunter der Satz: \u00bbThe kids will never see the connection between these two objects\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn14\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0 \u2013 2013 ist die Kassette vor allem als Designobjekt erhalten. Moleskine hat eine Sonderauflage seines legend\u00e4ren Notizbuchs im Programm \u2013 in Kassettenoptik<a title=\"\" href=\"#_edn15\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a>. Es gibt Smartphoneh\u00fcllen mit Kassettenaufdruck<a title=\"\" href=\"#_edn16\"><sup><sup>[16]<\/sup><\/sup><\/a> und DIY-Portemonnaies im Kassettenlook<a title=\"\" href=\"#_edn17\"><sup><sup>[17]<\/sup><\/sup><\/a>. In der Clubszene ist das Tape wie selbstverst\u00e4ndlich Namensgeber etlicher Indieparties. Es taucht auf den Flyern von Hip-Hop-Reihen auf. Einer der Shootingstars unserer Zeit, der Rapper Cro, ist wiederum 2011\/12 mit seinem kostenlosen Mixtape<a title=\"\" href=\"#_edn18\"><sup><sup>[18]<\/sup><\/sup><\/a> bekannt geworden, dessen Verbreitung \u00fcber das Netz stattgefunden hat.<\/p>\n<p>Das Netz besteht aus Nullen und Einsen, ist etwas sehr K\u00fchles, sehr Rechnerisches. Deshalb muss es mit Emotionen k\u00fcnstlich aufgeladen werden. Die Musikindustrie hat in den 80ern zwar behauptet, dass Leerkassetten die Musik zerst\u00f6ren w\u00fcrden. Doch heutzutage ist das inzwischen tote Musikfernsehen neu auferstanden, mit dem Internet-Musiksender <a href=\"http:\/\/www.tape.tv\">tape.tv<\/a> aus Berlin, wo sich Nutzer \u00bbMusikvideo-Mixtapes\u00ab zusammenstellen k\u00f6nnen. Dazu gibt es Tapes in der Kunst, wie bei Gregor Hildebrandt<a title=\"\" href=\"#_edn19\"><sup><sup>[19]<\/sup><\/sup><\/a>. Der Berliner arbeitet seit zehn Jahren mit bespielten Kassettenb\u00e4ndern \u2013 und stellt seine Bilder weltweit aus. Seine Werken k\u00f6nnen durchaus mal 100.000 Dollar kosten. Daf\u00fcr h\u00e4tte man fr\u00fcher eine Menge Kassettenmusik bekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der DJ Brian Shimkovitz sammelt Kassetten aus Afrika und stellt sie ins Netz.<a title=\"\" href=\"#_edn20\"><sup><sup>[20]<\/sup><\/sup><\/a> In Neuk\u00f6lln wiederum betreibt das einst in Amsterdam gegr\u00fcndete Label \u00bb<span style=\"text-decoration: underline\"><a href=\"http:\/\/www.staalplaat.com\/\">Staalplaat<\/a>\u00ab<\/span> ein DIY-Gesch\u00e4ft mit raren Vinyl, Fanzines und weltweit produzierten Kassetten. Allein auf der Homepage sind mehr als 450 aktuelle Tapes gelistet. Store-Manager Guillaume Siffert verkauft Kassetten im einstelligen Bereich je Produktion, \u00bbwas schon recht viel ist bei Auflagen von 50 oder 100 Exemplaren\u00ab. Um diese Kassettenkultur haben sich auch 2013 etliche Kunstprojekte gruppiert, von denen etliche in Claudia Roccettis K\u00fcnstlerbuch \u00bb<a href=\"http:\/\/www.musica-moderna.org\/releases\/07.html\">the fall of chrome<\/a>\u00ab zu sehen sind: Collagen, Mediationen \u00fcber Kassetten (Francesco Cavaliere: \u00bbWe use cassettes to tell stories and play them into our dreams.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn21\"><sup><sup>[21]<\/sup><\/sup><\/a>), literarische Aufs\u00e4tze wie \u00bbA Shoe Box full of Memories, or how I liberated the story from my tape recordings\u00ab von Rinus van Alebeek<a title=\"\" href=\"#_edn22\"><sup><sup>[22]<\/sup><\/sup><\/a>, Fotografien, Entw\u00fcrfe f\u00fcr Kassettencover. Und wer sich weiterhin f\u00fcr die kleinen schwarzen B\u00e4nder interessiert, kann am 7.9.2013 beim \u00bb<a href=\"http:\/\/www.hmkv.de\/programm\/programmpunkte\/2006\/veranstaltungen\/RennergebnisseRekorderrennen.php\">Cassette Store Day<\/a>\u00ab in London, Stockholm, Tokio und New York vorbeischauen, wo erneut die Doppeldeutigkeit von Rob Sheffields Buchtitel \u201eLove is a Mixtape\u201c offenbar wird. Trotz MP3-Files, iTunes-Listen, CDs und Terabyte-Speichern bleibt die Leidenschaft f\u00fcr die Compact Cassette &#8211; auch wenn es beim Blick auf Bleistift und Tape hei\u00dft: \u00bbThe kids will never see the connection between these two objects.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/cuttinglet.com\/pirate-browser-launch\/\">http:\/\/cuttinglet.com\/pirate-browser-launch\/<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref2\"><sup><sup><br \/>\n[2]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Home_Taping_Is_Killing_Music\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Home_Taping_Is_Killing_Music<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref3\"><sup><sup><br \/>\n[3]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.theblognerds.com\/2013\/03\/31\/after-8-amazing-years-youtube-announces-its-shutting-down\/\">http:\/\/www.theblognerds.com\/2013\/03\/31\/after-8-amazing-years-youtube-announces-its-shutting-down\/<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref4\"><sup><sup><br \/>\n[4]<\/sup><\/sup><\/a> Johns, S. 17.<a title=\"\" href=\"#_ednref5\"><sup><sup><br \/>\n[5]<\/sup><\/sup><\/a> Ebd., S. 23.<a title=\"\" href=\"#_ednref6\"><sup><sup><br \/>\n[6]<\/sup><\/sup><\/a> Drees\/Vorbau (2011), S. 72.<a title=\"\" href=\"#_ednref7\"><sup><sup><br \/>\n[7]<\/sup><\/sup><\/a> Galenza\/Havemeister (2006), S. 57.<a title=\"\" href=\"#_ednref8\"><sup><sup><br \/>\n[8]<\/sup><\/sup><\/a> Drees\/Vorbau (2011), S. 73.<a title=\"\" href=\"#_ednref9\"><sup><sup><br \/>\n[9]<\/sup><\/sup><\/a> Ebd., S. 86.<a title=\"\" href=\"#_ednref10\"><sup><sup><br \/>\n[10]<\/sup><\/sup><\/a> Ebd. S. 220.<a title=\"\" href=\"#_ednref11\"><sup><sup><br \/>\n[11]<\/sup><\/sup><\/a> Ebd. S. 9.<a title=\"\" href=\"#_ednref12\"><sup><sup><br \/>\n[12]<\/sup><\/sup><\/a> Ebd. S. 121-124 (f\u00fcr alle Daten der vorhergegangenen Abs\u00e4tze).<a title=\"\" href=\"#_ednref13\"><sup><sup><br \/>\n[13]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/kultur-live\/article1550680\/Das-Ende-vom-Bandsalat-Produktion-wird-eingestellt.html\">http:\/\/www.abendblatt.de\/kultur-live\/article1550680\/Das-Ende-vom-Bandsalat-Produktion-wird-eingestellt.html<\/a>, Abruf vom 31.8.2013.<a title=\"\" href=\"#_ednref14\"><sup><sup><br \/>\n[14]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.demotivation.us\/the-kids-will-never-see-1253418.html\">http:\/\/www.demotivation.us\/the-kids-will-never-see-1253418.html<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref15\"><sup><sup><br \/>\n[15]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.gizmodo.de\/2012\/09\/08\/notizbucher-von-moleskine-im-kassetten-design.html\">http:\/\/www.gizmodo.de\/2012\/09\/08\/notizbucher-von-moleskine-im-kassetten-design.html<\/a>, Abruf am 31.8.2013.<a title=\"\" href=\"#_ednref16\"><sup><sup><br \/>\n[16]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.giga.de\/deals\/das-itape-ausgefallene-iphone-hulle-im-kassetten-design\/\">http:\/\/www.giga.de\/deals\/das-itape-ausgefallene-iphone-hulle-im-kassetten-design\/<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref17\"><sup><sup><br \/>\n[17]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=702tpfkij0k\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=702tpfkij0k<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref18\"><sup><sup><br \/>\n[18]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Cg0pA4PIsY8\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Cg0pA4PIsY8<\/a>, Abruf am 31.8.2013.<a title=\"\" href=\"#_ednref19\"><sup><sup><br \/>\n[19]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.freundevonfreunden.com\/de\/interviews\/alicja-kwade-and-gregor-hildebrandt\/\">http:\/\/www.freundevonfreunden.com\/de\/interviews\/alicja-kwade-and-gregor-hildebrandt\/<\/a>, Abruf am 31.8.2013<a title=\"\" href=\"#_ednref20\"><sup><sup><br \/>\n[20]<\/sup><\/sup><\/a> <a href=\"http:\/\/www.awesometapes.com\">http:\/\/www.awesometapes.com<\/a>, Abruf am 31.8.2013.<a title=\"\" href=\"#_ednref21\"><sup><sup><br \/>\n[21]<\/sup><\/sup><\/a> Rocchetti (2013), S. 21.<a title=\"\" href=\"#_ednref22\"><sup><sup><br \/>\n[22]<\/sup><\/sup><\/a> Ebd. S. 49 ff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Anz, Philipp (1995): Techno, Z\u00fcrich, Bilger.<\/p>\n<p>Auer, Barbara\/Nymphius, Friederike\u00a0 (2009): Gregor Hildebrandt, Bielefeld, \u00a0 Kerber.<\/p>\n<p>Andre, Thomas (2010): Das Ende vom Bandsalat &#8211; Produktion wird eingestellt, in: Hamburger Abendblatt, 30.6.2010.<\/p>\n<p>Bastian, Annette (2003): Das Erbe der Kassettenkinder. Ein spezialgelagerter Sonderfall, Wien, Eccomedia.<\/p>\n<p>Bitner, Jason (2009): Cassette from my Ex. Stories and Soundtracks of Lost Loves, New York, St. Martin\u2019s Griffin.<\/p>\n<p>Di Falco, Daniel (2009): Die Pubert\u00e4tsmaschine, in: Der Bund, 17.7.2009.<\/p>\n<p>Drees, Jan\/Vorbau, Christian (2011) Kassettendeck &#8211; Soundtrack einer Generation, Frankfurt, Eichborn.<\/p>\n<p>Du Gay, Paul (1997): Doing cultural studies. The story of the Sony Walkman, London, Sage.<\/p>\n<p>Engels, Josef (2004): 25 Jahre Walkman, in: Die Welt, 9.8.2004.<\/p>\n<p>Freitag, Jan (2003): Der Soundtrack des Lebens, in: taz, 16.5.2003.<\/p>\n<p>Friedrich, Malte\/Klein, Gabriele (2003): Is this real? Die Kultur des Hip-Hop, Frankfurt, Suhrkamp.<\/p>\n<p>Galenza, Ronald\/Havemeister, Heinz (Hgg.) (2006): Wir wollen immer artig sein &#8230; Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR von 1980 bis \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1990\u201c, Berlin, Verbrecher Verlag.<\/p>\n<p>Galenza, Ronald\/Havemeister, Heinz\u00a0(2006): Spannung. Leistung. Widerstand: Magnetband-Kultur in der DDR 1979\u20131990, Berlin, Verbrecher Verlag.<\/p>\n<p>G\u00f6rsdorf, Karsten (2003): Behauptungen, Hinweise und Listen in Stuckrad- Barres Kassettenm\u00e4dchen, M\u00fcnchen, Grin.<\/p>\n<p>Greffrath, Mathias (1988): Das \u00d6ffentlichkeitsloch. Wie man die Menschen zum Schweigen bringt: Medien, Juxkultur und Souver\u00e4nit\u00e4t, In: Die Zeit, 19.2.1988.<\/p>\n<p>Hatzius, Martin (2006): Erfolg war kontraproduktiv, In: Neues Deutschland, 21.09.2006.<\/p>\n<p>Herlyn, Gerrit\/Overdick, Thomas (Hgg.) (2003): Kassettengeschichten. Von Menschen und ihren Mixtapes, Berlin, LIT Verlag.<\/p>\n<p>H\u00f6rsch, Jochen\u00a0 (1997) (Hg.): Mediengenerationen, Frankfurt, Suhrkamp.<\/p>\n<p>Hosokawa, Shuhei (1987): Der Walkman-Effekt, Berlin, Merve.<\/p>\n<p>James, Robin (1992): Cassette Mythos, New York, Autonomedia.<\/p>\n<p>Janker, Karin: Das Band ist gerissen, in: Rheinischer Merkur, 26.3.2009.<\/p>\n<p>Johns, Adrian (2012): Die Moral des Mischens &#8211; Audiokassetten, private Mitschnitte und ein neuer Wirtschaftszweig f\u00fcr die Verteidigung des geistigen Eigentums, in: Zeitschrift f\u00fcr Medienwissenschaft, Heft 1, 6. Jg., 2012.<\/p>\n<p>Keseling, Ute (2007): Liebe ist eine Mixkassette, in: Berlin, Die Welt, 9.5.2007.<\/p>\n<p>Kreye, Andrian: Alter, haste mal\u2019n Mixtape?, In: M\u00fcnchen, S\u00fcddeutsche Zeitung, 24.8.2005.<\/p>\n<p>Maak, Niklas (2007): Das Ende der Kassette, in: F.A.S., 23.12.2007.<\/p>\n<p>Mazassek, Volker (2001): Mischen impossible, in: FR, 28.4.2001.<\/p>\n<p>Millard, Andre (2005): America on Record. A History of Recorded Sound, Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Moore, Thurston (2005): Mix Tape: The Art of Cassette Culture, Universe.<\/p>\n<p>Paul, Conny (2013); Klein aber oho &#8211; Die Musikkassette wird 50, <a href=\"http:\/\/www.dw.de\">www.dw.de<\/a>, 27.8.2013.<\/p>\n<p>Pokatzky, Klaus (1981): Anflug mit Eroica. Ein Mensch mit Knopf im Ohr fordert: Mehr Toleranz f\u00fcr Walkm\u00e4nner, in: Die Zeit, 5.12.1981.<\/p>\n<p>Rocchetti, Claudio (2013) (Hg.): The Fall of Chrome, Berlin, Musica Moderna.<\/p>\n<p>R\u00fcther, Tobias (2006): Von hier aus um die ganze Welt, in: F.A.Z., 7.0.2006.<\/p>\n<p>Schmidt, Matthias (2002): Liebesbriefe auf Magnetband, in: Stern, 27.6.2002.<\/p>\n<p>Sheffield, Rob (2007): Love Is a Mix Tape. Eine Geschichte von Liebe, Leid und lauter Musik, K\u00f6ln, Kiepenheuer und Witsch.<\/p>\n<p>Verlan, Sascha\/Loh, Hannes (2006): 25 Jahre HipHop in Deutschland, Innsbruck, Hannibal.<\/p>\n<p>Weber, Heike (2008): Das Versprechen mobiler Freiheit. Zur Kultur- und Technikgeschichte von Kofferradio, Walkman und Handy, Bielefeld, transcript.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"homepage drees\" href=\"http:\/\/www.lesenmitlinks.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jan Drees<\/a> ist freier Autor.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home taping was killing music<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[546,1114,1309,1315,1816,1838],"class_list":["post-2167","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-die-compact-cassette","tag-jan-drees","tag-kritik","tag-kultur","tag-pop","tag-pop-zeitschrift-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2167\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}