{"id":2410,"date":"2013-11-11T11:41:53","date_gmt":"2013-11-11T09:41:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=2410"},"modified":"2013-11-11T11:41:53","modified_gmt":"2013-11-11T09:41:53","slug":"summ-summ-summ-der-sound-des-todesbienenschwarme-killerbienen-und-andere-insektoide-schwarmwesenvon-hans-jurgen-wulff11-11-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2013\/11\/11\/summ-summ-summ-der-sound-des-todesbienenschwarme-killerbienen-und-andere-insektoide-schwarmwesenvon-hans-jurgen-wulff11-11-2013\/","title":{"rendered":"Summ summ summ: Der Sound des TodesBienenschw\u00e4rme, Killerbienen und andere insektoide Schwarmwesenvon Hans J\u00fcrgen Wulff11.11.2013"},"content":{"rendered":"<p>In den 1970ern entstand eine ganze Reihe von Filmen, die das Motiv der Killer-Bienen mit den Genremustern des Invasionsfilms und des Katastrophenfilms mischten<!--more--><\/p>\n<p>\u00dcberblick: Ausgehend von Berichten aus der Boulevardpresse, die seit den 1960ern immer wieder von Angriffen von Bienenv\u00f6lkern auf Menschen berichtet haben, die sich als \u201eafrikanisierte Bienen\u201c von Brasilien aus auf dem amerikanischen Kontinent ausbreiten und inzwischen Nordamerika erreicht haben, setzt bereits in den 1960ern eine Dramatisierung des Stoffes ein. Vor allem in den 1970ern entstand eine ganze Reihe von Filmen, die das Motiv der Killer-Bienen mit den Genremustern des Invasionsfilms (aus dem sogenannten Paranoia-Kino der 1950er) mit solchen des zeitgen\u00f6ssischen Katastrophenfilms mischten. Andere Filme, die den <em>Schwarm<\/em> als Organisationsform menschenfeindlicher Insekten inszenieren, greifen dagegen andere Traditionen der kulturellen Interpretation von Insektenwesen (und Wesen anderer Art) und andere zeitgen\u00f6ssische Themen und Diskurse auf (vom Motiv der biblischen Plagen \u00fcber die Figur des <em>mad scientist<\/em> und der sozialen Verantwortung von Wissenschaft bis zur Gentechnik und ihren unkalkulierbaren Risiken).[*]<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Kulturelle Entomologie<\/p>\n<p>Dass einer <em>bienenflei\u00dfig<\/em> seiner Arbeit nachgeht, dass das K\u00f6rperideal der <em>Wespentaille<\/em> in manchen Phasen der Geschichte von Frauen, die ihm nachstreben wollten, nur mit Gewalt gegen den eigenen K\u00f6rper erreicht werden konnte, dass zwei einander <em>spinnefeind<\/em> sind oder dass man <em>Schmetterlinge im Bauch<\/em> hat, wenn man verliebt ist \u2013 die Sprache ist voller Metaphern und Bilder, die auf die Welt der Insekten und der Spinnen und anderer Kleinlebewesen zur\u00fcckweisen. Und wenn man von \u201eInsektoiden\u201c etwa im Film spricht und damit Spinnen und Insekten gleicherma\u00dfen meint, erhebt sich im Alltagsgespr\u00e4ch oft kein Widerspruch.<\/p>\n<p>Das allt\u00e4gliche Wissen und die biologische Klassifikation stehen offensichtlich einander zur Seite, ohne aber identisch zu sein. Sie h\u00e4ngen (bedingt durch Schulunterricht und mediale Aufkl\u00e4rung) zweifelsohne miteinander zusammen, aber sie geh\u00f6ren verschiedenen signifikativen Praktiken an, greifen auf unterschiedliche Formen des Wissens zu. Interessieren sich die einen f\u00fcr die sozialen Ordnungen des Bienenvolks und f\u00fcr die Strategien der Kommunikation, der Ern\u00e4hrung, der Brutpflege und \u00e4hnliches, so nehmen es die anderen als Bild eines idealisierten Staatswesens, in dem Arbeitsteilung und Machtverh\u00e4ltnisse dem einzelnen Mitglied dieses Sozialverbands seinen klaren Ort zuweisen.<\/p>\n<p>Es liegt nahe, der Wissenschaft der Biologie eine <em>popul\u00e4re Biologie<\/em> zur Seite zu stellen, in der andere Charakteristiken der diversen Lebewesen, die man als <em>Insektoide<\/em> zusammenfassen k\u00f6nnte, zentral werden als in der ersten:<\/p>\n<p>&#8212; So mag es die enorme <em>Kraft<\/em> sein, die z.B. den Ameisen zukommt, die ein Mehrfaches ihres eigenen K\u00f6rpergewichts bewegen k\u00f6nnen,<\/p>\n<p>&#8212; oder die <em>Wehrhaftigkeit<\/em> vieler Insekten- und Spinnenwesen, ihre Giftigkeit und ihre Bewaffnung mit Zangen und anderen Organen (die sie wiederum mit den Krebstieren verbindet);<\/p>\n<p>&#8212; auch das Auftreten in <em>Schw\u00e4rmen<\/em> ist eine eigene Qualit\u00e4t, der die Organisation in \u201eInsektenstaaten\u201c korrespondiert (eine Eigenheit, die den Spinnenwesen nicht eignet); anders als in vielen anderen Tierhorrorfilmen tritt nicht ein Individuum, sondern eine ganze Population nichtindividuierter Akteure entgegen;<\/p>\n<p>&#8212; oft wird Insektoiden die F\u00e4higkeit zu einer der menschlichen sehr un\u00e4hnlichen <em>Kommunikation<\/em> zugeordnet (die manchmal in Form technisch anmutender Summ- und Piep-T\u00f6ne inszeniert wird);<\/p>\n<p>&#8212; gemeinsam ist ihnen die <em>morphologische Vorstellung<\/em> eines gegliederten K\u00f6rpers, eines Exoskeletts, das gleichzeitig als Panzer gegen \u00e4u\u00dfere Feinde wirkt;<\/p>\n<p>&#8212; und auch die ikonographische Vorstellung einer strengen, auf die Schwerkraft ausgerichteten <em>Symmetrie<\/em> des K\u00f6rpers durchzieht zahllose Insektenbilder;<\/p>\n<p>&#8212; schlie\u00dflich werden die Formen der <em>Sexualit\u00e4t<\/em> (von der Gottesanbeterin werden angeblich die M\u00e4nnchen nach dem Beischlaf aufgefressen, und auch die Bienenm\u00e4nnchen wachsen nur zum Zweck eines einmal vollzogenen Beischlafs auf) als Indikatoren einer rabiaten Ordnung der Sexualit\u00e4t angesehen, die in \u00dcbertragung auf menschliche soziale Beziehungen h\u00f6chstens als Bild spezifischer dominanter und eng mit dem Tod ihrer m\u00e4nnlichen Partner assoziierten Frauenfiguren (von der <em>femme fatale<\/em> bis zur <em>femme castratrice<\/em>) genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/deadlybees.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Deadly Bees Filmplakat\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/deadlybees.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"395\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Insektenwesen der popul\u00e4ren Biologie stehen so oft in Bedeutungshorizonten, die f\u00fcr die biologische Beschreibung und Erforschung der Arten ohne Belang sind oder die sogar gegen\u00fcber der Realit\u00e4t der Tiere ganz Falsches behaupten. F\u00fcr die allt\u00e4gliche Kommunikation wiederum ist das ebenso wenig von Belang wie f\u00fcr die Arbeit der popul\u00e4ren Phantasien \u2013 f\u00fcr sie bilden Insektoide einerseits einen kaum aussch\u00f6pfbaren Schatz von modell- und bildhaften Stereotypen und Klischees, die nicht nur in den Sprachgebrauch und die Ad-hoc-Bildung von Vergleichen und Metaphern eingehen k\u00f6nnen, sondern die auch den Ausgangspunkt f\u00fcr zahllose Erfindungen einer popul\u00e4ren Phantastik in Literatur, bildender Kunst, Comic und Film bilden.<\/p>\n<p>Auf allen Ebenen des Wissens, das in der popul\u00e4ren Biologie zusammengekommen ist: Im \u201eInsektenroman\u201c der 1910er und 1920er Jahre spielen Insekten die Hauptrollen in melodramatischen Geschichten, als sollten sie die Unber\u00fchrbarkeit der Menschen ihrer Zeit symbolisieren. Die Bilder des niederl\u00e4ndischen Graphikers Maurits Cornelis Escher \u00fcbersetzen das K\u00f6rperschema von Libellen, Schmetterlingen und Fliegen gleich in ornamentale Muster, die Gleichf\u00f6rmigkeit der K\u00f6rper in eine neue graphische Ordnung zwingend. Alien-Wesen werden nach dem morphologischen Vorbild von Insekten (gegliederter K\u00f6rper, Exoskelett) gestaltet. Und bei ausreichender Vergr\u00f6\u00dferung werden auch die Waffen, mit denen Insektoide ausgestattet sind, zur t\u00f6dlichen Bedrohung (wie die zahlreichen, manchmal bizarr anmutenden <em>big bugs<\/em> der Comic- und Filmgeschichte belegen, die in zahlreichen neueren Computerspielen immer neu animiert werden). In allen diesen kulturellen Anverwandlungen f\u00e4llt auf, dass die Insektoiden affektiv aufgeladen und mit Emotionen gekoppelt sind, durch die sie in das Feld der menschlichen Handlungswelt eingebunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Entomologe Charles Hogue vom Los Angeles County Museum of Natural History schlug vor, neben die biologische Subdisziplin der Entomologie die <em>kulturelle Entomologie<\/em> (oder auch: <em>Ethnoentomologie<\/em>) zu stellen, die sich mit den Symbolismen und den als wahr und real geltenden Annahmen \u00fcber Wesen und Verhalten von Insekten im popul\u00e4ren Wissen, in den K\u00fcnsten, Religionen und vor allem auch der Folklore und in den popul\u00e4ren medialen Texten besch\u00e4ftigt \u2013 in allen Kulturen der Welt gleicherma\u00dfen, bis in fr\u00fchzeitliche Kulturen hinein zu verfolgen (Hogue 1987, Weidner 1995, Dicke 2000, Wennemann 2002).<\/p>\n<p>Die folgenden \u00dcberlegungen werden versuchen, einige Strategien der spekulativ-phantastischen Nutzung von Elementen des popul\u00e4ren Wissens \u00fcber Insektoide im besonderen Feld des fiktionalen Films zu benennen. Ausgangspunkt sind die sogenannten \u201eKillerbienen\u201c, die dort ausnahmslos im Affekthorizont der Bedrohung bzw. der Angst dramatisiert wurden, in Filmen, deren Geschichten und Inszenierungsweisen zudem auf Muster anderer Genres zur\u00fcckgreifen, diese neu funktionalisieren. An ihnen lassen sich Bestimmungselemente der Horribilit\u00e4t ihrer insektoiden Prot- und Antagonisten (vor allem ihr Auftreten als Schwarmwesen) festmachen, die in tiefere Zonen des Wissens und der ph\u00e4nomenalen Sicherheit des In-der-Welt-Seins von Zuschauern hin\u00fcberweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schw\u00e4rme, \u00c4ngste, Individuen<\/p>\n<p>In den Bergen von Costa Rica, im Sommer 1986. Der amerikanische Botanikstudent Siang Ooi stie\u00df auf einen Stock wilder Bienen. Binnen Sekunden war er von Bienen umringt. Er versuchte zu fliehen, stolperte. Freunde, die ihm zu Hilfe eilten, wurden ebenfalls attackiert, fl\u00fcchteten ihrerseits. Der Student konnte mit 8.000 Stichen im ganzen Leib nur noch tot geborgen werden (so berichtet in der <em>NZZ Folio<\/em>, 4, 1999). Er war auf Killerbienen gesto\u00dfen, \u00fcber die seit den 1960ern nicht nur in der Saure-Gurken-Zeit in der Presse berichtet wird. In Brasilien sollen sie bereits 1965 150 Todesf\u00e4lle verursacht haben; von dort stammt auch der Name <em>abelhas assassinas<\/em>, \u201eKillerbienen\u201c.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht nur, dass die \u201eafrikanische Biene\u201c (<em>apis mellifera scutellata<\/em>) viel aggressiver als die uns vertraute Honigbiene ist, sondern auch, dass sie sich von S\u00fcdamerika \u2013 und nicht von Afrika, wo sie heimisch ist \u2013 ausbreitet und inzwischen auch in den USA angelangt ist.<\/p>\n<p>Die Anekdote erz\u00e4hlt, dass die Killerbienenwanderung 1956 beginnt, als der Genetiker Warwick Estavam Kerr von der brasilianischen Regierung mit einem Forschungsprogramm betraut wurde, eine \u201ebessere Biene\u201c zu z\u00fcchten; dieser griff auf afrikanische Bienen zur\u00fcck, die er in die Honigbienenbest\u00e4nde einkreuzen wollte \u2013 bis gleich zwei Dutzend K\u00f6niginnen aus dem Labor entwichen und seitdem wild leben (so berichtet z.B. in der <em>taz<\/em>, 10.10.1988).<\/p>\n<p>Bereits 1966 datiert der erste Film, der das Motiv der im Schwarm Menschen anfallenden Bienen auch in die Filmgeschichte importierte. Nat\u00fcrlich muss man den Bogen weiter spannen und nicht nur Presse, sondern auch Literatur in die \u00dcberlegung einbeziehen \u2013 der Film<em> The Deadly Bees<\/em> (1966) basierte auf dem Roman <em>A Taste for Honey<\/em> von Henry Fitz Gerald Hear, der bereits 1941 entstand.<\/p>\n<p>In der Hochphase des Motivkreises h\u00e4uften sich nicht nur die tagesaktuellen Nachrichten und (mehr oder weniger spekulative) Hintergrundberichte in der Presse [1], sondern es entstanden mehrere Romane, die meist schon im Titel auf ihr Thema verweisen (wie Anthony Potters <em>The Killer Bees<\/em>, 1977). Frank Sch\u00e4tzings Bestseller-Roman <em>Der Schwarm<\/em> (2004) entfaltet am Ende die dramatischen Konstellationen und die erz\u00e4hlerischen Muster, denen auch fast alle Bienenschwarm-Filme folgen, in gro\u00dfer Breite. Er bezog vor allem die Wissenschaftler als Figuren mit ein, die die Erkl\u00e4rbarkeit der Welt und die Macht der Rationalit\u00e4t trotz aller Katastrophen dauerhaft garantieren [2].<\/p>\n<p>Erst der TV-Dokumentarfilm <em>MonsterQuest: Giant Killer Bees<\/em> (USA 2010) des US-amerikanischen History Channel portr\u00e4tierte die afrikanischen Bienen in einer sachlich und wissenschaftlich fundierten Weise. Eigentlich m\u00fcsste man konsequenterweise von \u201eafrikanisierten Bienen\u201c sprechen, weil die Killerbienenv\u00f6lker aus der Kreuzung afrikanischer und brasilianischer Bienen entstanden sind; allerdings ist im gr\u00f6\u00dften Teil der popul\u00e4ren Literatur von \u201eafrikanischen Bienen\u201c die Rede.\u00a0 Vor allem der Arte-Dokumentarfilm <em>Die Legende von den \u201eKillerbienen\u201c<\/em> (Schweiz\/BRD 2001, Gerald Kastberger) stellt die Tiere in den Kontext neuerer biotechnischer Kontexte und erz\u00e4hlt die Geschichte der afrikanisierten Bienen als das spektakul\u00e4rste genetische Experiment des letzten Millenniums.<\/p>\n<p>Die fiktionalen Geschichten \u00fcber die Killerbienen sind dagegen ausnahmslos Horrorgeschichten, die mit einer diffusen Angst von Zuschauern spielen. In allen Killerbienen-Filmen (und einigen eng verwandten Filmen, in denen andere Schwarm-Insekten die Rolle des Antagonisten \u00fcbernehmen) geht es um die Konfrontation eines menschlichen Individuums mit einer Masse von Insekten-Gegnern, die kein individuelles Gesicht tragen, die nicht als Individuen adressiert (oder bek\u00e4mpft) werden k\u00f6nnen, die auch gar keinen Schlachtplan verfolgen, sondern sich ohne R\u00fccksicht auf individuellen Tod zum Angriff formieren \u2013 was k\u00f6nnte gr\u00f6\u00dferen Schrecken einjagen? Die Metaphern der Flut und des (ertrinkenden) Untergehens dr\u00e4ngen sich auf, weil der einzelne so ganz zur Machtlosigkeit verdammt scheint.<\/p>\n<p>Im Motivkreis der M\u00f6rderbienen wird auf eine Individualisierung der Bienen ebenso verzichtet wie auf eine psychologische Herleitung ihrer Verhaltensweisen. Vielmehr werden sie als eine im Grunde unkontrollierbare Heimsuchung der Menschen ausgewiesen. Sie schlie\u00dfen sich an mehrere andere Formen der Naturkatastrophe wie die <em>Flut<\/em>, die <em>\u00dcberschwemmung<\/em>, die <em>Sturz<\/em>&#8211; und der <em>Springflut<\/em> usw. an. Unwillk\u00fcrlich kommt auch der <em>Erdrutsch<\/em> in den Sinn \u2013 sie alle geh\u00f6ren als Bildlieferanten zum assoziativ an den Schwarm und seine Bewegungs- bzw. Okkupierungsformen erschlossenen Sinngebiet.<\/p>\n<p>Erinnert sei an die biblische Sint- oder S\u00fcnd-Flut, die das Alter der Bedeutungsgeschichte bezeugt. Ob man die Flut im Allgemeinen als Ausl\u00f6ser menschlicher Urangst ansehen und sie zu archetypischen Bildvorstellungen rechnen kann, sei dahingestellt. Es sollte aber deutlich sein, dass sowohl das narrative Motiv wie auch die Bildwelten der Killerbienenfilme nicht eigenst\u00e4ndig sind, sondern in eine lange Kette von Katastrophenphantasien hineingeh\u00f6ren, die kulturgeschichtlich weit zur\u00fcckreicht [3].<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/Willard_1971.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Willard_1971\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/Willard_1971.jpg\" alt=\"\" width=\"324\" height=\"504\" \/><\/a><\/p>\n<p>Darum auch sind die Filme, in denen Tierschw\u00e4rme die Rolle des Angreifers \u00fcbernehmen, an Modellen des Kriegsfilms geschult \u2013 und an solchen des Katastrophenfilms, m\u00f6chte man erg\u00e4nzen, weil sie fast immer von Gegenwehren erz\u00e4hlen, in denen sich die Findigkeit, die Intelligenz und am Ende die Handlungsmacht des Individuums erweisen kann. Oft geht es um soziale Elementartugenden wie Loyalit\u00e4t, Sorge um den anderen, das Gewinnen von Mut auch in aussichtsloser Lage, in der die Figuren einem Reifungsprozess ausgesetzt sind. Am Ende sind sie nicht nur die Sieger des dramatischen Kampfes, sondern auch Absolventen einer Tugendpr\u00fcfung. Die Schwarmwesen sind auf die Rolle des Antagonisten festgelegt, bekommen weder psychologische Tiefe noch eine wie auch immer geartete <em>backstory<\/em>.<\/p>\n<p>Auch hier stehen die Killerbienen in einem weiteren Motivhorizont, in dem sich Tiere zu Schw\u00e4rmen formieren (neben Insekten sind dies vor allem auch Fische) und dann eine neue Identit\u00e4t als Figuren der Handlung annehmen. Zudem treten sie dann in narrative Funktionen (wie die des Helfers) ein. Methodisch ist die \u00dcberlegung von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, besagt sie doch, dass eine nur aus der Biologie der Tiere heraus begr\u00fcndete Gruppe der \u201eKillerbienen-Filme\u201c zu kurz greift, von ihrem Eintreten in die Kontexte der Erz\u00e4hlung und des Dramas ebenso absieht wie von ihrer Beziehung zu Tiefenmotiven wie denen der Schwarmwesen. Man k\u00f6nnte das Argument auch umdrehen und die Killerbienen nur als eine der Erscheinungsweisen von Wesen einer eigenen, der kulturellen Kommunikation zugeh\u00f6rigen Wesensart ansehen. Der biologischen Bestimmung der Akteure tritt eine narratologische und eine motivische Bestimmung zur Seite. Die Grenzen lassen sich dann nicht mehr so scharf ziehen.<\/p>\n<p>Wenn also im Western etwa Rinderherden als <em>Stampede<\/em> den Helden sch\u00fctzen oder die B\u00f6sewichter aus der Stadt vertreiben m\u00fcssen, werden auch diese Tiere aus der bis dahin oft hintergr\u00fcndigen Rolle als Teile des Environments zum dramatischen Akteur. Die Bezeichnung ist \u00fcbrigens nach dem mex.-span. <em>estampida<\/em> gebildet, das eine unvermittelte Fluchtbewegung einer Tierherde bezeichnet, die die gesamte Herde erfasst und diese unkontrollierbar macht. Das wohl ber\u00fchmteste Beispiel entstammt Howard Hawks\u2018 Western <em>Red River<\/em> (USA 1948), in dem die Leiber der Tiere zu Bildern eines sich wild ergie\u00dfenden Stroms von Rindern f\u00fcgen, so wieder an die Metaphorik der \u201eFlut\u201c anschlie\u00dfend. Ein anderes Beispiel der Zeit ist <em>Stampede<\/em> (USA 1949, Lesley Selander), in dem die Rinder eines Br\u00fcderpaares durch konkurrierende Siedler mittels einer Sprengung zu einem blinden und zerst\u00f6rerischen Lauf angeregt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/Frogs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2440\" title=\"Frogs Filmplakat\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/Frogs-1024x801.jpg\" alt=\"\" width=\"486\" height=\"380\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der \u00dcbergang bislang harmloser Tiere zu Schw\u00e4rmen, die eine eigene vielk\u00f6rperige Identit\u00e4t anzunehmen scheinen, spielt in der Geschichte des sogenannten <em>Tierhorrors<\/em> seit den 1970ern eine gewichtige Rolle, scheinen sich doch die bis dahin individuierten Tiere einer eigenen Intentionalit\u00e4t unterzuordnen und ihre Beziehungen zur menschlichen Zivilisation neu zu definieren. Ohne dem hier nachgehen zu wollen, seien aber <em>Frogs<\/em> (<em>Fr\u00f6sche<\/em>; aka: <em>Frogs <\/em>\u2013<em> Die Fr\u00f6sche<\/em>; aka: <em>Frogs <\/em>\u2013<em> Killer aus dem Sumpf<\/em>, USA 1972, George McCowan), in dem sich alle tierischen Lebewesen auf einer kleinen Insel vor der K\u00fcste Floridas gegen die Bewohner der Insel erheben, oder das Rattenplagen-Doppel <em>Willard<\/em>\u00a0 (USA 1970, Daniel Mann) und <em>Ben<\/em> (USA 1971, Phil Karlson) als Prototypen dieses Horror-Kleingenres genannt.<\/p>\n<p>Ob man nun Sebastian Vehlkens These, dass Schw\u00e4rme den Raum der Handelnden aufl\u00f6sten und dabei einen eigenen Raum hervorbr\u00e4chten (2009), an den Insektoiden-Filmbeispielen verifizieren kann, sei zumindest in Zweifel gezogen. Zwar verdunkeln sie vielleicht den Himmel oder legen sich wie eine zweite Haut an die \u00fcberfallenen Figuren an, h\u00fcllen sie ganz ein, als bildeten sie einen Kokon um das eingeh\u00fcllte Objekt (in den filmischen Darstellungen: meist ein menschlicher Kopf), doch eine eigene R\u00e4umlichkeit entsteht daraus nicht. Vehlkens \u00dcberlegungen suchen die Binnenorganisation von Schw\u00e4rmen zu untersuchen, nicht deren \u00e4u\u00dfere Wahrnehmung; im Insektoiden-Horrorfilm dagegen tritt der Schwarm als morphologisch nicht genau festellbares, dabei hochadaptives Gestaltwesen auf, das in seinen Extensionen und Verhaltensweisen nur diffus erfasst werden kann [4].<\/p>\n<p>Im popul\u00e4ren Kino haben es die \u201eBorg\u201c aus der TV-Serie <em>Star Trek<\/em> (<em>The Next Generation<\/em>, 1987-91; <em>Voyager<\/em>, 1995-2001) zu einem poetologischen Schl\u00fcsselkonzept gebracht, die das Prinzip der Vielk\u00f6rperlichkeit bei gleichzeitiger Pr\u00e4senz eines kollektiven Bewusstseins (<em>many bodies, one mind<\/em>) in den Rang einer antagonalen Hauptrolle angehoben haben \u2013 und dass in dem Film <em>Star Trek: First Contact<\/em> (<em>Star Trek: Der Erste Kontakt<\/em>, USA 1996, Jonathan Frakes) die Borg-Rasse dann doch auf eine Art \u201eK\u00f6nigin\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt wird, nimmt die Unerkl\u00e4rbarkeit der Borg-Akteure aus unerfindlichen Gr\u00fcnden wieder zur\u00fcck, f\u00fchrt es die Borg doch auf eine gedankliche Vorstellung des Bienenstaates ebenso zur\u00fcck wie auf eine Vorstellung, dass die Schwarmwesen im Auftrag einer \u00fcbergeordneten, leitenden und ordnenden Instanz zur\u00fcck [5].<\/p>\n<p>Die Borg waren bis dahin die Schreckensvision eines handelnden, aber nicht mehr individuell kontrollierten Wesens. Die Vorstellung eines b\u00fcrgerlichen Subjekts, das eigenverantwortlich handelt, das moralischen und ethischen Verpflichtungen unterliegt (einschlie\u00dflich der Sanktionierbarkeit von \u00dcbertretungen), ist ausgesetzt. Darum sind die Gegnerscharen in manchen James-Bond-Filmen uniformiert und allein durch ihre Farben als Legionen erkennbar, die f\u00fcr den B\u00f6sewicht k\u00e4mpfen. Darum wirken sie wie ferngesteuert, ohne eigenen Willen, einzig auf die Verteidigung ihrer Bastionen getrimmt, zum Tode bereit, den sie klaglos entgegennehmen. Die Opposition von Gut und B\u00f6se wird in diesen Beispielen zur Opposition von Individuum und Schwarm, soll das hei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Killerbienen-Schw\u00e4rme im Horrorkino<\/p>\n<p>Nun basieren Schw\u00e4rme darauf, dass sich die beteiligten Individuen sozusagen aufl\u00f6sen und in die neue Identit\u00e4t des Schwarms eingehen. Es gibt keine Schwarmindividuen, sondern der Schwarm selbst ist die handelnde Figur. Es geh\u00f6rt zur Geschichte des Kinos, dass Schw\u00e4rme fast immer der Welt der B\u00f6sewichte zugeh\u00f6ren. Schw\u00e4rme treten im Action-Kino etwa immer wieder als schwarmartig auftretende Horden von abh\u00e4ngigen Dienstkr\u00e4ften auf. Im Falle des Konflikts st\u00fcrzen sie sich ohne jedes Ansehen des eigenen \u00dcberlebens in den Kampf und werden meist auch in gro\u00dfen Mengen get\u00f6tet. Die subordinierten Bediensteten der B\u00f6sewichte (die Helden des Action-Kinos treten fast immer als einzelne auf) sind anonymisiert, meist gleichgestaltig. Verst\u00e4rkt wird das durch eine an milit\u00e4rische Formationen gemahnende Uniformierung, gelegentlich auch durch farbliche Kennung der Akteure.<\/p>\n<p>Im Action- und Kriegsfilm werden Formationen von Soldaten manchmal auch ikonographisch als Schw\u00e4rme behandelt; wenn etwa in <em>Arabian Nights<\/em> (<em>Arabische N\u00e4chte<\/em>, USA 1942, John Rawlins) die berittenen Truppen Harun al-Raschids \u00fcber eine D\u00fcnenkuppe ins Bild reiten, wirkt es, als geh\u00f6rten sie einer Welle an, die in die Bildfl\u00e4che hineinrollt. Eher statisch sind Massenformationen in zahlreichen Historienfilmen, die aber wiederum die Heere nicht in Individuen aufl\u00f6sen, sondern als Massenwesen inszenieren. Im Unterschied zu den Bienenschw\u00e4rmen sind sie aber formal streng geordnet, bilden also eher sogar einen Gegenentwurf gegen diese so anderen Schwarmwesen.<\/p>\n<p>Insbesondere Tierschw\u00e4rme spielen in der Dramaturgie und Ikonographie gerade des Horror-Genrekinos eine gewichtige Rolle. Neben die Metapher des Schwarms (der Flut, der \u00dcberschwemmung usw.) tritt bei den Tierschw\u00e4rmen ein zweiter Impuls, der in sich einen weiteren (horrorfilmaffinen) Angstanlass enth\u00e4lt: das Aussetzen eines im normalen Leben stillschweigend funktionierenden Stillhalteabkommens zwischen Mensch und Natur.<\/p>\n<p>Es waren die brasilianischen Killerbienen, die in der Sensationspresse auftauchten, die am Ende wohl den Impuls gaben, sich auch fiktional mit dem Kampf gegen Insektenhorden zu befassen. Der erste Film des kleinen Motivkreises ist Freddie Francis\u2019 <em>The Deadly Bees<\/em> (<em>Die t\u00f6dlichen Bienen<\/em>, Gro\u00dfbritannien 1966). Er beginnt mit einem Brief, den ein Bienenz\u00fcchter an das Ministerium geschrieben hat, in dem er mitteilte, er habe Killer-Bienen gez\u00fcchtet \u2013 und er werde sie als Mordinstrument einsetzen, wenn man ihn nicht ernst n\u00e4hme. In einem Sanatorium auf einer Insel h\u00e4ufen sich tats\u00e4chlich t\u00f6dliche Attacken von Bienen auf Menschen. Es stellt sich heraus, dass es einem Wissenschaftler und Bienenz\u00fcchter gelungen ist, den \u201eGeruch der Angst\u201c zu isolieren und damit Bienen zu manipulieren. Ausgerechnet der Mann, zu dem sich die Heldin des Films fl\u00fcchtet, ist der Urheber der Gefahr, droht der jungen Frau an, sie zu t\u00f6ten. Es gelingt ihr aber, die Bienen auf den Mann zu lenken. Sie entkommt aus dem brennenden Haus und kann die Insel verlassen. Ob die Bienen bei dem Brand vernichtet worden sind, bleibt am Ende offen.<\/p>\n<p>Kurze Zeit nach Francis\u2019 Film griff die japanische Produktion <em>Konchu daisenso<\/em> (<em>Genocide <\/em>\u2013<em> Die Killerbienen greifen an<\/em>, Japan 1968, James Nihonmatzu) das Bienenmotiv auf. Hier z\u00fcchtet eine wahnsinnige Frau mit Hass auf die Menschheit \u00e4u\u00dferst aggressive Bienen, um die Menschheit zu bedrohen. Das amerikanische Milit\u00e4r sucht gleichzeitig nach einer Atombombe, die bei einem Flugzeugabsturz auf der Insel, auf der die Geschichte angesiedelt ist, verlorengegangen ist. Die Milit\u00e4rpolizisten erfahren auch von der drohenden Bienengefahr und beschlie\u00dfen, die Bombe zu z\u00fcnden, die so den Feinden nicht in die H\u00e4nde fallen kann und zugleich das Bienenproblem aus der Welt schafft. Die Anlehnung an die paranoiden Big-Bug-Movies der 1950er Jahre und die Konstellationen des Kalten Krieges sind deutlich, auch wenn der Film aus den Themen und Gestimmtheiten der Sp\u00e4t-1960er herausf\u00e4llt (und nur in den USA eine zeitgen\u00f6ssische Auswertung im Ausland hatte; in Deutschland wurde der Film erst 1986 als Video zug\u00e4nglich).<\/p>\n<p>Die ganz andere generische Tradition des seinerzeit so erfolgreichen Katastrophenfilms griff <em>The Savage Bees<\/em> (<em>Killerbienen <\/em>\u2013<em> Die Natur schl\u00e4gt zur\u00fcck<\/em>; aka: <em>M\u00f6rderbienen greifen an<\/em>, USA 1976, Bruce Geller) auf: New Orleans feiert Karneval, die Stra\u00dfen sind \u00fcberf\u00fcllt, die Verwaltung ist verwaist, die Polizei ganz mit dem Stra\u00dfengeschehen besch\u00e4ftigt \u2013 als bei einem Schiffsungl\u00fcck auf dem Mississippi ein gigantischer mutierter Bienenschwarm freigesetzt wird, der aus einer Kreuzung von afrikanischen und einheimischen Bienen entstanden ist. Er n\u00e4hert sich der Stadt, einer Naturkatastrophe \u00e4hnlich, unaufhaltbar. Der Sheriff und eine Insektologin m\u00fcssen allein versuchen, die Tod ank\u00fcndigende Bienenwolke zu stoppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/savage_bees_poster_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2422\" title=\"savage_bees_poster_01\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/savage_bees_poster_01-668x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"321\" height=\"491\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie schon in diesem Film f\u00e4llt die generische Bindung der Killerbienen-Filme auch in zahlreichen anderen Filmen auf. Eine M\u00e9lange von Kalter-Krieg- und Katastrophen-Szenario f\u00fchrte die aufwendige Warner-Produktion <em>The Swarm<\/em> (<em>Der t\u00f6dliche Schwarm<\/em>, USA 1978, Irwin Allen, nach einem Roman von Arthur Herzog, 1974) vor: Ein Schwarm afrikanischer Killerbienen t\u00f6tet die Crew einer amerikanischen Raketenbasis in Texas. Ein Entomologe informiert die Beh\u00f6rden, die aber nicht reagieren, woraufhin er ein Expertenteam zusammenstellt, das aber im Kampf gegen die Bienen erfolglos bleibt. Obwohl die Milit\u00e4rs die Gefahr ernst zu nehmen beginnen, \u00fcberfallen die Bienen Houston \u2013 das gerade noch rechtzeitig evakuiert werden kann; die Stadt muss niedergebrannt werden.<\/p>\n<p>Wie sich herausstellt, waren es die Schwingungsfrequenzen der Raketenbasis, die die Bienen nach Texas gelockt haben; mittels eines gro\u00dfen Sonariums k\u00f6nnen sie aufs Meer hinausgelockt und am Ende \u00fcber einer in Brand gesetzten schwimmenden \u00d6llache vernichtet werden. In beiden Filmen erfolgt der eigentliche Angriff der Bienen auf menschliche Siedlungen, deren Vernichtung absehbar ist, wenn nicht der Gefahr Einhalt geboten wird. Und oft muss das Milit\u00e4r zu Hilfe eilen, mit nur zivilen Mitteln w\u00e4re die Katastrophe nicht aufzuhalten.<\/p>\n<p>Es ist das Bild einer Gesellschaft im Verteidigungszustand, die zu allen Mitteln bis zur Atombombe greifen muss, um zu \u00fcberleben. Die Konstellation basiert auf einem unvereinbaren, mit politischen Mitteln nicht zu moderierenden Konflikt zweier Systeme \u2013 und dass modellhafte Vorstellungen, die w\u00e4hrend der Kalte-Kriegs-Hochphase in den 1950ern nicht nur zu paranoid anmutenden Selbstkontroll-Ma\u00dfnahmen vor allem der US-Gesellschaft gef\u00fchrt haben und die zudem auch spezifische filmische Darstellungen und Genre-Muster hervorbrachten, hier reaktiviert werden, sollte evident sein. Manchmal ist in der Kritik von \u201eneoparanoiden Konstellationen\u201c die Rede gewesen, was durchaus einleuchtet.<\/p>\n<p>Andere Filme der Zeit wiederholen das Muster. In <em>Terror out of the Sky<\/em> (<em>Killerbienen II <\/em>\u2013<em> Terror aus den Wolken,<\/em> USA 1978, Lee H. Katzin) \u00fcberfallen 500.000 M\u00f6rderbienen ein Baseballturnier, k\u00f6nnen aber in einen Raketensilo auf einem nahegelegenen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt gelockt werden, in dem sie ausger\u00e4uchert werden. <em>Killer Bees!<\/em> (aka: <em>Deadly Invasion: The Killer Bees Nightmare<\/em>; dt.: <em>Killerbienen!<\/em>; aka: <em>Angriff der Killerbienen<\/em>, USA\/Kanada 1995, Rockne S. O&#8217;Bannon) handelt vom Kampf einer Familie, deren Farm von Killerbienen angegriffen wird. Mit deutlichen intertextuellen Bez\u00fcgen auf <em>The Swarm<\/em> und <em>The Savage Bees<\/em> arbeitet <em>Bees<\/em> (USA 1998, Gil Rosenblum), der vom Kampf eines einzelnen Mannes und einer Entomologin gegen Millionen von Killerbienen erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der kleine Motivkreis bekommt neue Nahrung, als nach dem Anschlag auf das World Trade Center mit dem von Bush als <em>war against terror<\/em> erkl\u00e4rten weltweiten Krieg gegen Terrorstaaten auch eine neue politische Fundamental-Konfrontation etabliert wurde. Wieder scheinen die paranoiden Implikationen der Annahme einer allgegenw\u00e4rtigen Gef\u00e4hrdung der Zivilgesellschaften durch einen kaum fassbaren Feind der Untergrund daf\u00fcr gewesen zu sein, dass auch die Stereotypen des Killerbienen-Kinos neu aktiviert wurden, ohne aber je die Pr\u00e4gnanz der Filme der 1970er zu erreichen.<\/p>\n<p><em>Killer Bees!<\/em> (<em>M\u00f6rderischer Schwarm<\/em>, Kanada 2002, Penelope Buitenhuis) spielt z.B. in einer kleinen Stadt, in der erste Killerbienen-Angriffe bekannt werden; wegen des Honigfestes will die Stadtverwaltung nicht reagieren, so dass der Sheriff zusammen mit einer Entomologin allein den Kampf aufnehmen muss. Eine andere Entomologin, die im Auftrag des Milit\u00e4rs Killerwespen gez\u00fcchtet hatte und die die Mutation gern r\u00fcckg\u00e4ngig machen w\u00fcrde, muss mit zwei Freunden zusammen versuchen, den Schwarm zu vernichten, als er ein kleines St\u00e4dtchen \u00fcberf\u00e4llt (in dem TV-Film <em>Black Swarm<\/em>, USA 2007, David Winning).<\/p>\n<p>Warum ein Entomologie-Professor die Bienen nach Mallorca gebracht und manipuliert hat, so dass deren Gift t\u00f6dlich wirkt, bleibt in dem Sat1-Film <em>Die Bienen \u2013 T\u00f6dliche Bedrohung<\/em> (BRD 2008, Michael Karen) unklar; nachdem sie an einem Strand ein Blutbad angerichtet haben, kann der Schwarm jedenfalls mit einem Feuer vernichtet werden.<\/p>\n<p>Den Blick der Bienen selbst sucht der Film <em>1313: Giant Killer Bees!<\/em> (USA 2010, David DeCoteau) in einer CGI-Bearbeitung als \u201eBeeVision\u201c wiederzugeben; der Film erz\u00e4hlt von einem Labor auf einer Insel, in dem von einem Professor versehentlich Killerbienen herangez\u00fcchtet werden, die wiederum vernichtet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Zentrum des japanischen Billighorrorfilms <em>Satsujinbachi &#8211; kir\u00e2 b\u00ee<\/em>\u00a0 (<em>Killer Bees<\/em>, Japan 2005, Norihisa Yoshimura) steht eine M\u00e4dchengruppe, die auf einem Wanderurlaub in den Bergen von Killerbienen angefallen werden. Erw\u00e4hnt sei auch die <em>Akte-X<\/em>-Folge <em>Zero Sum<\/em> (<em>Der Pakt mit dem Teufel<\/em>, USA 1997, Kim Manners \/ = Staffel 4, Folge 21), in der es um Killerbienen geht, die gez\u00fcchtet wurden, um Pockenviren zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Eine Variante des Killerbienenstoffs spielt mit den Vorstellungen des <em>mad scientist<\/em>, manchmal mit pharma-industriellen Impulsen durchsetzt. Schon in dem SF-Naturfilm <em>The Bees<\/em> (<em>Operation Todesstachel<\/em>, USA\/Mexiko 1978, Alfredo Zacharias) versuchen Gesch\u00e4ftsleute, afrikanische Killerbienen in den USA anzusiedeln, weil sie einen wertvollen Rohstoff f\u00fcr Kosmetikprodukte liefern; zwar scheint der Kampf gegen die Bienen zun\u00e4chst erfolgreich zu verlaufen, doch entwickelt sich eine hochintelligente, kommunikationsf\u00e4hige Bienenrasse, die den Menschen ein Ultimatum stellt, sie und ihre Umwelt nicht weiter zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>In <em>Swarmed<\/em> (<em>Swarmed<\/em>, Kanada 2005, Paul Ziller) mutieren Bienen bei Experimenten mit Pestiziden; als sie entkommen und eine Kleinstadt bedrohen, unternimmt die Verwaltung wiederum nichts, um nicht den bevorstehenden Hamburger-Wettbewerb zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>An den Rand dieses Themenfeldes rechnet auch <em>The Wasp Woman<\/em> (<em>Forbidden Beauty <\/em>\u2013<em> Das Experiment<\/em>, USA 1995, Jim Wynorski), dessen Heldin Janice das wichtigste Gesicht einer Kosmetikfirma ist. Um ihre Sch\u00f6nheit und Jugend zur\u00fcckzugewinnen und zu erhalten, nimmt sie ein Hormon ein, das ein Wissenschaftler entwickelt hatte, das den Alterungsprozess aufh\u00e4lt und das er an Katzen getestet hatte. Als Janice sich das Serum injiziert, wird sie zwar erkennbar j\u00fcnger, wird aber zur Gestaltwandlerin, die sich im Beischlaf zur Riesenwespe verwandelt, die ihren Partner t\u00f6tet. Der Film weist zudem auf das Motiv der <em>Gottesanbeterin<\/em> zur\u00fcck, die bekanntlich ihre Geschlechtspartner nach dem Sex umbringt [6] \u2013 aber gerade darin individualisiert er die Heldin, gibt das poetische Motiv der Schwarmexistenz der M\u00f6rderinsekten auf, geh\u00f6rt also auch nicht dem Motivkreis zu, der diesen eigen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Andere insektoide Schwarmwesen<\/p>\n<p>Auch andere Insekten- und Spinnenarten treten als schwarmhaft angreifende Massen auf. <em>Kingdom of the Spiders<\/em> (<em>M\u00f6rderspinnen<\/em>, USA 1977, John \u201eBud\u201c Cardos) erz\u00e4hlt eine d\u00fcstere Geschichte \u00fcber Spinnen, die sich an Tiere wie Hunde und sogar an Menschen heranmachen, als die Insekten, von denen sie eigentlich leben, durch die Unmengen an Pestiziden fast ausgerottet sind; am Ende \u00fcberfallen sie eine Stadt, die sie in G\u00e4nze mit ihren Netzen \u00fcberspannen, die Menschen werden nicht mehr entkommen k\u00f6nnen. Der Film endet an dieser Stelle, und das Ausbleiben eines Happy-Ends unterscheidet ihn von fast allen anderen Filmen \u00fcber Schwarminsekten; als Film, in dem sich Spinnen zum Schwarm formieren, ist er sowieso einzigartig.<\/p>\n<p>Ein anderer ganz isolierter Sonderfall ist <em>Attack of the Crab Monsters<\/em> (USA 1957, Roger Corman), in dem sich die Einwohner einer langsam im Meer versinkenden Insel gegen Riesenkrabben zur Wehr setzen m\u00fcssen, die durch einen Atombombenversuch mutiert sind und die menschliche Gehirne fressen. Auch der Exploitation-Billigfilm <em>Bug Buster<\/em> (USA 1998, Lorenzo Doumani) hat kaum Vorl\u00e4ufer \u2013 es geht um einen Schwarm von Riesenkakerlaken, die eine Kleinstadt am Meer \u00fcberfallen.<\/p>\n<p>Ameisen und Heuschrecken bilden die beiden wichtigsten anderen Gattungen schwarmbildender und m\u00f6glicherweise todbringender Insektoide. Beide Stoffkreise kn\u00fcpfen ihrerseits an \u00e4ltere narrative Stereotypen und Motive an, auch wenn sie tiefenideologisch ganz unterschiedliche Traditionslinien fortsetzen. Und in beiden sind die neueren Geschichten ins Exploitative gewendet, werden rein spekulativ. Im Einzelnen finden sich:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0Ameisen<\/p>\n<p><em>Phase IV<\/em> (<em>Phase IV<\/em>, USA 1974, Saul Bass, nach der Kurzgeschichte <em>Empire of the Ants<\/em> von H.G. Wells) erz\u00e4hlt von Ameisen, die sich auf einer abgelegenen Hochebene in Arizona auf Grund astronomischer Einfl\u00fcsse ver\u00e4ndern, sich rasend schnell vermehren und menschliches und tierisches Leben bedrohen; zwei Wissenschaftler entdecken, dass die Tiere von einer Intelligenz gesteuert werden, einer Ameisenk\u00f6nigin, deren Ziel die \u00dcbernahme der Weltherrschaft ist.<\/p>\n<p>Schon der SF-Horrorfilm <em>Them!<\/em> (<em>Formicula<\/em>, USA 1954, Gordon Douglas) hatte von durch Atombombenversuchen mutierten Riesenameisen erz\u00e4hlt, die Menschen \u00fcberfallen und t\u00f6ten. Die Mutation durch Radioaktivit\u00e4t wird noch in <em>Empire of the Ants<\/em> (<em>In der Gewalt der Riesenameisen<\/em>, aka: <em>Angriff der Nuklear-Monster<\/em>, aka: <em>Killer-Termiten<\/em>, USA 1977, Bert I. Gordon) variiert \u2013 dort fallen Riesenameisen in ein Ferienzentrum in Florida ein.<\/p>\n<p>Auch die Horror-Satire <em>Matinee<\/em> (<em>Matinee<\/em>, USA 1993, Joe Dante), die 1962 w\u00e4hrend der Kubakrise spielt, der vor dem Hintergrund der kollektiven Angst vor einem Atomkrieg von der Premiere eines Films im Format \u201eAtomovision\u201c erz\u00e4hlt, in dem ein Mensch durch R\u00f6ntgenstrahlung und den Kontakt mit einer Ameise zu einer riesigen Monsterameise mutiert.<\/p>\n<p>Eine andere sp\u00e4te Variante dieses 1950er-Jahre-Motivs ist <em>Damnation Alley<\/em> (<em>Stra\u00dfe der Verdammnis<\/em>, USA 1977, Jack Smight), der nach dem 3. Weltkrieg spielt; infolge der radioaktiven Strahlung sind nicht nur Skorpione zu Riesenwuchs mutiert, sondern auch Kakerlaken ver\u00e4ndert, die die letzten \u00dcberlebenden auf einer Tankstelle in Salt Lake City als Schwarm \u00fcberfallen.<\/p>\n<p>Manche Filme verzichten auf die Nuklearstrahlung als Erkl\u00e4rungen f\u00fcr den Wesenswandel der Tiere. Einige Beispiele: Eine ganze Armee von Killerameisen verw\u00fcstet eine ganze Plantage im s\u00fcdamerikanischen Dschungel (in <em>The Naked Jungle<\/em>, dt.: <em>Der nackte Dschungel<\/em>, aka: <em>Wenn die Marabunta droht<\/em>, USA 1954, Byron Haskin). In <em>MacGyver \u2013 Trumbo<\/em><em>\u2019s World<\/em> (<em>MacGyver <\/em>\u2013<em> Der Ameisenkrieg<\/em>, aka: <em>MacGyver 3 <\/em>\u2013<em> Killer-Ameisen<\/em>, Kanada\/USA 1985, Lee H. Katzin, Donald Petrie) w\u00e4lzt sich eine zwei Kilometer breite Ameisenarmee auf die Farm der Bewohner zu, die erst mit Hilfe des aus der TV-Serie bekannten Titelhelden gerettet werden kann. Der Horrorfilm <em>It Happened at Lakewood Manor<\/em> (<em>Ameisen <\/em>\u2013<em> Die Rache der schwarzen K\u00f6nigin<\/em>, aka: <em>Hotel des Todes<\/em>, USA 1977, Robert Scheerer) erz\u00e4hlt vom Angriff giftiger Ameisen auf ein altes Hotel auf dem Lande.<\/p>\n<p>Und manche Filme wandern in den Bereich der frei sich entfaltenden Horror-Fantasy ab und werden zu \u201eExploitations-Filmen\u201c, die das kulturelle Wissen \u00fcber Ameisen ungefiltert in Horrorphantasien \u00fcberf\u00fchren. Auch dazu zwei Beispiele: Der besonders groteske Horrorfilm <em>Destination: Infestation<\/em> (<em>Ants on a Plane <\/em>\u2013<em> Tod im Handgep\u00e4ck<\/em>, Kanada 2007, George Mendeluk) erz\u00e4hlt von genetisch ver\u00e4nderten Kugelameisen, die sich einen Menschen als Wirt gesucht haben und w\u00e4hrend eines Fluges aus ihm herausbrechen, das Flugzeug unter Kontrolle bringen und erst durch den Tod der Ameisenk\u00f6nigin unter Kontrolle gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der in Thailand gedrehte TV-Film <em>The Hive<\/em> (<em>Killerameisen<\/em>, USA 2008, Peter Manus) basiert auf fr\u00fchen Invasionsphantasien, wie wir sie aus dem Paranoia-Kino der 1950er kennen: Eine aus dem Weltraum kommende Population fleischfressender Ameisen landet auf einer s\u00fcdostasiatischen Insel und beginnt in gewaltigen Schw\u00e4rmen ganze St\u00e4dte zu \u00fcberfallen; als ein amerikanischer Wissenschaftler zusammen mit seiner Freundin die Plage mit chemischen Mitteln zu bek\u00e4mpfen sucht, formieren sich die kleinen Tierchen zu einer Art Supercomputer, der sich selbst mit Elektrizit\u00e4t versorgen kann und der seinerseits in Verhandlungen mit den Menschen tritt.<\/p>\n<p>Nicht minder abstrus ist <em>The Antman<\/em> (aka: <em>Antrage <\/em>\u2013<em> Der Ameisenmann<\/em>, aka: <em>Planet B <\/em>\u2013<em> The Antman<\/em>, BRD 2002, Christoph Gampl [7]): Der Volksheld Don Jos\u00e9 de Alvarez muss zun\u00e4chst Mexiko City von einem Ameisenmonster befreien, bevor er in seinem Dorf auf seinen Bruder Loco Satano trifft, der Macht \u00fcber die Ameisen hat und einen unverwundbaren Ameisenmann erschaffen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Heuschrecken<\/p>\n<p>Selbst in einem so harmlosen Zeichentrickfilm wie <em>A Bug<\/em><em>\u2019s Life<\/em> (<em>Das gro\u00dfe Krabbeln<\/em>, USA 1998, John Lasseter, Andrew Stanton) m\u00fcssen sich die Ameisen gegen einen Schwarm von Heuschrecken zur Wehr setzen [8]. Heuschrecken treten meist nur in Episoden auf, in denen sie ganze Landstriche verw\u00fcsten und die Ernten vernichten. Die Heuschreckenplage geh\u00f6rte schon zu den zehn Plagen, die in der Bibel (im AT, Buch Exodus) \u00c4gypten \u00fcberzogen (im Film etwa in dem Disney-Zeichentrickfilm <em>The Prince of Egypt, Der Prinz von \u00c4gypten<\/em>, USA 1998, Brenda Chapman, Steve Hickner, Simon Wells, inszeniert).<\/p>\n<p>Schon in <em>The Good Earth<\/em> (<em>Die gute Erde<\/em>, USA 1937, Sidney Franklin, nach einem Roman Pearl S. Bucks) vernichtete ein wie ein Unwetter \u00fcber die Farmen hereinbrechender Heuschreckensturm alle Ernten des Dorfes, l\u00f6ste eine Hungersnot und die Wanderung der Protagonisten in die Stadt aus. Im neueren US-Amerika spielen Filme wie <em>Days of Heaven<\/em> (<em>In der Glut des S\u00fcdens<\/em>, USA 1978, Terrence Malick) mit dem alten Bild der biblischen Plage, \u00e4hnlich, wie in\u00a0 <em>Nirgendwo in Afrika<\/em>\u00a0 (BRD 2001, Caroline Link) die Ernte durch Millionen von Heuschrecken bedroht wird, die die Bewohner der Farm mit primitivsten Mitteln zu vertreiben suchen. Auch in <em>Locusts<\/em> (<em>Der Tag, an dem die Heuschrecken kamen<\/em>, USA 1974, Richard T. Heffron) m\u00fcssen sich Bewohner eines mittelamerikanischen St\u00e4dtchens gegen Heuschreckenschw\u00e4rme, die den Horizont verdunkeln, zur Wehr setzen, um ihre Ernten zu retten.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich stehen diese Heuschreckenplagenfilme in einem ganz anderen geistes- und bedeutungsgeschichtlichen Zusammenhang als fast alle anderen Filme, die die Konfrontation von Insektoidenschw\u00e4rmen und menschlichen Ansiedlungen dramatisieren. Der Dokumentarfilm <em>Memoirs of a Plague<\/em> (USA 2011, Robert Nugent) versucht die These zu untermauern, dass der Kampf gegen Heuschrecken zur Geschichte der Landbestellung von Beginn an dazugeh\u00f6rt habe \u2013 ein Argument, das die Heuschreckenfilme in einen anderen, \u00f6kologischen Kontext stellt als alle anderen Schw\u00e4rme von Killer-Insektoiden.<\/p>\n<p>Eine Kontextualisierung in der Bildwelt religi\u00f6ser Schriften tritt hinzu: Der oben erw\u00e4hnte R\u00fcckverweis auf die biblische Schilderung findet sich \u00fcbrigens auch in zahllosen Berichten \u00fcber Heuschreckenplagen aus aller Welt, als solle darauf verwiesen werden, dass sie eine Warnung seien, dass sich die so kontrolliert geglaubte Natur durchaus gegen die Beherrschung durch den Menschen auflehnen k\u00f6nnte, eine Warnung, die ihrerseits auch als (offen oder verdeckt) religi\u00f6s motivierter Aufruf zur Bescheidenheit und zur Dankbarkeit f\u00fcr den Reichtum der Ernten verstanden werden kann.<\/p>\n<p>Selbst der Horror-Mystery-Film <em>The Reaping<\/em> (<em>The Reaping \u2013 Die Boten der Apokalypse<\/em>, USA 2007, Stephen Hopkins), der von einem St\u00e4dtchen im sogenannten \u201eBible Belt\u201c in Louisiana erz\u00e4hlt, das \u2013 nachdem die Bewohner sich einem satanischen Kultus verschrieben haben \u2013 von den zehn biblischen Plagen einschlie\u00dflich einer Heuschreckeninvasion heimgesucht wird, bezieht sich (wie auch andere Fantasy-Horrorfilme auch) unmittelbar auf die zehn biblischen Plagen zur\u00fcck, die Plage als g\u00f6ttliche Antwort auf menschliche S\u00fcndigkeit motivierend.<\/p>\n<p>Es gibt allerdings einige Filme, die die Heuschrecken aus dem Horizont der biblischen Plagen herausl\u00f6sen. Als antagonale Figuren \u2013 also nicht als Naturkatastrophen, sondern als dramatische Akteure \u2013 figurieren Heuschrecken in Naturhorror-Filmen wie <em>Locusts<\/em> (<em>Todesschwarm <\/em>\u2013<em> Heuschrecken greifen an<\/em>, USA 2005, David Jackson), in dem ein Wissenschaftler den Mittleren Westen vor gentechnisch ver\u00e4nderten Heuschrecken rettet, und <em>Locusts: The 8th Plague<\/em> (<em>Heuschrecken <\/em>\u2013<em> Die achte Plage<\/em>, 2005,\u00a0 Ian Gilmour) \u00fcber einen Schwarm fleischfressender Heuschrecken, die aus einem geheimen Milit\u00e4rlabor zur Entwicklung biologischer Kriegswaffen entkommen sind und die wiederum von Wissenschaftlern gestoppt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0Natur au\u00dfer Kontrolle<\/p>\n<p>Insekten, die in ganzen Schw\u00e4rmen Menschen anfallen, von deren Wehrhaftigkeit die Zuschauer zudem unterrichtet sind und von denen sie wissen, dass man sie in der freien Natur meiden sollte, m\u00fcssen \u00c4ngste ansprechen, weil sie ein stillschweigendes Stillhalteabkommen zwischen Natur und Mensch aufk\u00fcndigen. W\u00fcrde es sich um einen Unfall handeln und die Attacke der Bienen vom Gestochenen selbst verursacht, w\u00fcrde man den Insekten dieses nachsehen; aber wenn sie wie von einem eigenen Willen gesteuert \u00fcber Menschen herfallen, wird eine fremde Macht sp\u00fcrbar, die \u00dcbles will.<\/p>\n<p>Es nimmt nicht wunder, dass die Vorstellung aktiver Killerbienenv\u00f6lker nach allegorischer Interpretation ruft. Zu den Eigenheiten der afrikanischen Bienen geh\u00f6rt, dass sie keine eigenen W\u00e4chterbienen haben, sondern dass im Notfall oder in Bedr\u00e4ngung das ganze Volk zum Verteidiger des Bienenstocks wird; manchmal wird sogar von einem \u201eMiliz-Modell\u201c gesprochen, das dem arbeitsteiligen \u201eBerufsheer-Modell\u201c der Honigbienen entgegenstehe.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist der Bedeutungsimpuls, den die Killerbienen freisetzen, noch viel umfassender und weitete sich schon fr\u00fch zur politischen Allegorie aus. Schon 1972 spekulierte das <em>Time Magazine<\/em> (Ausg. v. 18.9.1972) \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer Insekteninvasion in die USA, die einem \u00dcberfall durch die Horden Dschingis Khans gleichkomme.<\/p>\n<p>Eine derartige Phantasie des \u201eSchwarms\u201c \u00e4hnelt der Metapher der \u201eFlut\u201c, wie sie etwa in der Polit-Paranoia-Literatur als Beschreibung der Macht\u00fcbernahme der Demokratien durch die Kommunisten verwendet wurde (thematisiert noch in dem Film <em>Red Dawn,<\/em> <em>Die rote Flut<\/em>, USA 1984, John Milius). Das Bild des Schwarms nun ist in dieser politischen Symbolik auf die Konfrontation zweier Systeme ausgerichtet, von denen das eine nicht nur durch die Aggressivit\u00e4t der Armeen, die in den Krieg ziehen, sondern vor allem durch die Gesichtslosigkeit der Soldaten gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p>Wenn die Armeen des B\u00f6sen in <em>Lord of the Rings<\/em> (<em>Herr der Ringe<\/em>, Neuseeland\/USA 2001-03) manchmal einen \u00e4hnlichen Eindruck des gesichtslosen Schwarms machen oder wenn die Indianer in manchen Western der 1950er einfach als \u201edie Indianer\u201c angreifen, dann st\u00f6\u00dft man auf eine Imagination des Krieges, die den Gegner nicht mehr als Subjekt begreifen kann. Und auch das dramaturgische Muster, den oder die Helden als Individuen einer massenhaft auftretenden Masse von Gegnern gegen\u00fcberzustellen und damit umso mehr die Sympathien des Zuschauers f\u00fcr die Helden zu binden, wird pl\u00f6tzlich deutlich.<\/p>\n<p>Dass damit einer politischen Konstellation von \u201eWir\u201c und den \u201eAnderen\u201c dramatische Kontur gegeben wird (der Titel des oben schon erw\u00e4hnten Big-Bug-Films <em>Them!<\/em> gibt dem pr\u00e4zisen Ausdruck) und sich in die Polit-Gedankenwelten paranoid unterlegter Phasen der Geschichte einf\u00fcgt (wie zuletzt in der Zeit des \u201eWar-Against-Terror\u201c US-amerikanischer Politik). Und doch w\u00fcrde man zu kurz greifen, alle Insektoiden-Filme und die darin enthaltene Entgegenstellung von Wir &amp; Sie im Politischen zu begr\u00fcnden; andere Filme zeigen, dass es auch ganz andere Diskurskontexte und tradierte Bedeutungsgehalte (z.B. biblischen Inhalts) sein k\u00f6nnen, die in diesen Filmen durchscheinen.<\/p>\n<p>So reichhaltig die Filmographie der Insektenschw\u00e4rme ist und so sehr sich das Feld um den Angriff von Insekten auf Menschen zu konzentrieren scheint, ist doch Alfred Hitchcocks <em>The Birds<\/em> (USA 1962) der bis heute geheimnisvollste und irritierendste Film des erweiterten Motivkreises geblieben, in dem sich eigentlich harmlose Wesen zu Schw\u00e4rmen zusammenrotten und Menschen bedrohen. Hier formieren sich alle V\u00f6gel an der Bodega-Bucht in Kalifornien zu einer Art \u201eArmee\u201c, die gegen die dort lebenden Menschen ins Feld ziehen; nur mit M\u00fche k\u00f6nnen sich die Helden der Geschichte am Ende der Bedrohung der V\u00f6gel entziehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/birds.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2418 aligncenter\" title=\"The Birds Filmplakat\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/birds.jpg\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/birds.jpg 472w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2013\/11\/birds-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vielleicht ist der hier dramatisierte pl\u00f6tzliche, unmotivierte und nicht erkl\u00e4rbare \u00dcbergang von friedlichen Mitbewohnern der Lebenswelt zu todbringenden Gegnern ein so starker Angst-Impuls, dass man sich ihm kaum entziehen kann. Immerhin wandelt sich \u2013 in <em>The Birds<\/em> wie in vielen Filmen des Tierhorrors und eben auch in allen Killerbienen-Filmen \u2013 die so sicher geglaubte Alltagswelt zu einem paranoiden Szenario, in dem der Tod jederzeit \u00fcber die menschlichen Akteure der Handlung herfallen kann. Eine Welt in einem politisch und rational nicht fassbaren Kriegszustand scheint auf \u2013 in der Sicherheit der Fiktion und in der Geborgenheit des Zuschauers im Kino, die er nur imaginierend verl\u00e4sst, immer in der Hoffnung, dass die Welt am Ende wieder so ist, wie er sie kennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>[*] F\u00fcr Hinweise danke ich Eckhard Pabst und Markus Stigleggger.<\/p>\n<p>[1] Zur Darstellung der Killerbienen in der Presse und in anderen Medien vgl. Bl\u00f6macher 2008, bes. 92-95; zu den Killerbienenfilmen liegen bislang keine eigenst\u00e4ndigen Untersuchungen vor; vgl. dazu etwa die wenigen Bemerkungen in dem eher f\u00fcr Filmfans konzipierten Buch: Kay\/Rose 2006,\u00a0 308ff. Vgl. auch einen leider nur \u00e4u\u00dferst kurzen \u00dcberblick \u00fcber Tierschw\u00e4rme im Horrorfilm bei Stiglegger 2013, Ms. 3-4.<\/p>\n<p>[2] Zum weiteren Horizont der Analyse von Sch\u00e4tzings Roman vgl. Wanning 2008.<\/p>\n<p>[3] Zur besonderen Metapherngeschichte der \u201eFlut\u201c vgl. Blume 1966, S. 18-30. Zur Verwendung der Flut-Metaphorik in der politischen Kollektivsymbolik vgl. z.B. Gerhard 1993. Zu einer psychoanalytisch-diskurshistorischen Interpretation vgl. Theweleit 1977.<\/p>\n<p>[4] Vgl. neben Vehlken 2009 auch Vehlken 2007 und 2012. Vgl. allgemein zur Ph\u00e4nomenologie der Schw\u00e4rme und ihrer diversen kulturellen Interpretationen Horn\/Gisi 2009.<\/p>\n<p>[5] Einem \u00e4hnlichen Modell folgt auch der SF-Actionfilm <em>Starship Troopers<\/em> (USA 1997, Paul Verhoeven) nach einem Roman von Robert A. Heinlein, in dem die Intelligenz der <em>bugs<\/em>, eine Population von \u201eArachnoiden\u201c, gegen die eine Einsatzgruppe von Elitesoldaten auf einem ihrer Heimatplaneten vorgehen soll, auf ein andersgestaltiges <em>brain bug<\/em> zur\u00fcckgef\u00fchrt wird, das in einer H\u00f6hle verborgen ist und erst am Ende gestellt werden kann.<\/p>\n<p>[6] Mehrere Filme haben das Femme-fatale-Motiv im nicht-insektoiden Feld durchgespielt \u2013 man denke an <em>Die Gottesanbeterin<\/em>, \u00d6sterreich\/BRD 2000, Paul Harather, oder an den TV-Thriller <em>Praying Mantis, Die t\u00f6dliche Gottesanbeterin<\/em>, USA 1994, James Keach. Nicht immer stand die Geschlechterbeziehung im Zentrum der Dramatisierungen der Gottesanbeterin; so war Nathan Jurans riesengro\u00dfe <em>The Deadly Mantis<\/em> (USA 1957) nur ein todbringendes Insekt, das aus pr\u00e4historischen Zeiten stammt und im arktischen Eis aufbewahrt wurde, eine Milit\u00e4rstation \u00fcberfiel und von einem Pal\u00e4ontologen get\u00f6tet werden musste.<\/p>\n<p>[7] <em>Ant-Man<\/em> ist im \u00fcbrigen eine Figur, die als Supermann-Figur zun\u00e4chst in mehreren Marvel Comics (<em>Tales zu Astonish<\/em>, Ausgaben 27 u. 35) auftrat und dort ein Wissenschaftler ist, der sich durch Einnahme gewisser Substanzen zu einem Riesen ver\u00e4ndern kann; eine Verfilmung des Stoffs ist von Disney prospektiert (Kinostart: vorauss. 2015). Eine Motivgeschichte der M\u00f6rderinsekten muss die multi- und crossmediale Geschichte ihrer Figuren ber\u00fccksichtigen, soll das hei\u00dfen.<\/p>\n<p>[8] Erw\u00e4hnt sei auch der englische Film <em>Sands of the Kalahari<\/em> (<em>Die Verdammten der Kalahari<\/em>, 1965, Cy Endfield), in dem ein Flugzeug in einen dichten Heuschreckenschwarm ger\u00e4t und abst\u00fcrzt. <em>Sands<\/em> nimmt die Heuschrecken schlicht als Element der W\u00fcstenlandschaft und verzichtet auf jede tiefere Bedeutung. Auch in anderen Abenteuerfilmen wie <em>Bomba, the Jungle Boy<\/em> (<em>Bomba, der Dschungelboy<\/em>, USA 1949, Ford Beebe) geh\u00f6rt das Auftreten von gewaltigen Heuschreckenschw\u00e4rmen zu den nat\u00fcrlichen Gegebenheiten der exotischen Fremde. Schon der im damaligen Belgisch-Kongo gedrehte Dokumentarfilm <em>Africa Speaks!<\/em> (<em>Afrika spricht!<\/em>, USA 1930, Walter Futter) hatte sie entsprechend vorgestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Bl\u00f6macher, Sandra (2008) <em>Pr\u00e4sentation der Neobiota in den deutschen Medien,<\/em> M\u00fcnchen: GRIN; zuerst als Diss., Universit\u00e4t Rostock 2005.<\/p>\n<p>Blume, Bernhard (1966) Lebendiger Quell und Flut des Todes. Ein Beitrag zu einer Literaturgeschichte des Wassers. In: <em>Arcadia &#8211; Internationale Zeitschrift f\u00fcr Literaturwissenschaft<\/em> 1,1, S. 18-30.<\/p>\n<p>Dicke, Marcel (2000) Insects in Western Art. In: <em>American Entomologist<\/em> 46,4, S. 228-237.<\/p>\n<p>Gerhard, Ute (1993) \u201aFluten\u2018, \u201aStr\u00f6me\u2018, \u201aInvasionen\u2018. Mediendiskurs und Rassismus. In: <em>Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland<\/em>. Hrsg. v. Manfred He\u00dfler. Berlin: Hitit-Vlg. 1993, S. 239-252.<\/p>\n<p>Heard, Henry Fitz [1941] <em>A Taste for Honey. <\/em>New York: The Vanguard Press; dt.: <em>Bitterer Honig. Ein klassischer Kriminalroman<\/em>. M\u00fcnchen: Heyne 1976; repr.: <em>Die Honigfalle<\/em>. K\u00f6ln: DuMont 1988.<\/p>\n<p>Hogue, Charles L. (1987) Cultural Entomology. In: <em>Annual Review of Entomology<\/em> 32, S. 181-199.<\/p>\n<p>Horn, Eva \/ Gisi, Lucas Marco, Hrsg. (2009) <em>Schw\u00e4rme &#8211; Kollektive ohne Zentrum. Eine Wissensgeschichte zwischen Leben und Information<\/em> (Masse und Medium. 7.).<\/p>\n<p>Kay, Glenn \/ Rose, Michael (2006) <em>Disaster movies. A loud, long, explosive, star-studded guide to avalanches, earthquakes, floods, meteors, sinking ships, twisters, viruses, killer bees, nuclear fallout, and alien attacks in the cinema!!!!<\/em> Chicago, Ill. : Chicago Review Press.<\/p>\n<p>Potter, Anthony (1977) <em>The Killer Bees<\/em>. New York: Grosset &amp; Dunlap.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzing, Frank (2004) <em>Der Schwarm<\/em>. K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch.<\/p>\n<p>Stiglegger, Markus (2013): Nature\u2019s Revenge. Zum Subgenre des Tierhorrors. In: <em>Splatting Image<\/em>, 92 [i.V.].<\/p>\n<p>Theweleit, Klaus (1977) <em>M\u00e4nnerphantasien. 1. Frauen, Fluten, K\u00f6rper, Geschichte<\/em>. Frankfurt: Roter Stern.<\/p>\n<p>Vehlken, Sebastian (2007) Schw\u00e4rme. Zootechnologien. In: <em>Politische Zoologie<\/em>. Hrsg. v. Anne von der Heiden u. Joseph Vogl. Z\u00fcrich\/Berlin: Diaphanes, S. 235-257.<\/p>\n<p>&#8212; (2009) Angsthasen &#8211; Schw\u00e4rme als Transformationsungestalten zwischen Tierpsychologie und Bewegungsphysik. In: <em>Zeitschrift f\u00fcr Medien- und Kulturforschung<\/em>, 0, S. 133-149.<\/p>\n<p>&#8212; (2012) <em>Zootechnologien. Eine Mediengeschichte der Schwarmforschung<\/em>. Berlin\/Z\u00fcrich: Diaphanes.<\/p>\n<p>Wanning, Berbeli (2008) Yrrsinn oder die Auflehnung der Natur. Kultur\u00f6kologische Betrachtungen zu <em>Der Schwarm<\/em> von Frank Sch\u00e4tzing. In: <em>Kultur\u00f6kologie und Literatur. Beitr\u00e4ge zu einem transdisziplin\u00e4ren Paradigma der Literaturwissenschaft.<\/em> Hrsg. v. Hubert Zapf. Heidelberg: Winter 2008, S. 339-357.<\/p>\n<p>Weidner, H. (1995) Kulturelle Entomologie. In: <em>Journal of Applied Entomology<\/em> 119,1-5, S. 3-7.<\/p>\n<p>Wennemann, Ludger (2002) Kulturelle Entomologie: Insektenterminologie in der deutschen Sprache. In: <em>Mitteilungen der deutschen Gesellschaft f\u00fcr allgemeine und angewandte Entomologie<\/em> 15, S. 435-438.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"homepage wulff\" href=\"http:\/\/www.ndl-medien.uni-kiel.de\/personal\/professoren\/hans-juergen_wulff\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans J\u00fcrgen Wulff<\/a> ist Professor f\u00fcr Medienwissenschaft an der Universit\u00e4t Kiel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den 1970ern entstand eine ganze Reihe von Filmen, die das Motiv der Killer-Bienen mit den Genremustern des Invasionsfilms und des Katastrophenfilms mischten<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[333,936,1081,1097,1203,1837,2088],"class_list":["post-2410","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bienen","tag-hans-jurgen-wulff","tag-insekten","tag-invasionsfilm","tag-katastrophenfilm","tag-pop-zeitschrift-2","tag-schwarme"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2410"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2410\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}