{"id":2559,"date":"2013-12-09T17:52:39","date_gmt":"2013-12-09T15:52:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=2559"},"modified":"2013-12-09T17:52:39","modified_gmt":"2013-12-09T15:52:39","slug":"hip-werden-judisch-werdenkonversion-zum-judentum-in-der-popkulturvon-caspar-battegay7-12-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2013\/12\/09\/hip-werden-judisch-werdenkonversion-zum-judentum-in-der-popkulturvon-caspar-battegay7-12-2013\/","title":{"rendered":"Hip werden, j\u00fcdisch werdenKonversion zum Judentum in der Popkulturvon Caspar Battegay7.12.2013"},"content":{"rendered":"<p>Das Judentum hat seit einigen Jahren an Hipness gewonnen<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[leicht \u00fcberarbeitete Version des Aufsatzes aus: Klaus H\u00f6dl (Hg.): Nicht nur Bildung, nicht nur B\u00fcrger. Juden in der Popul\u00e4rkultur, Studien Verlag: Innsbruck 2013, S. 81-90]<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">1.<\/p>\n<p>In der Popkultur geht es zu einem gro\u00dfen Teil darum, hip zu sein, und wenn man es nicht ist, es zu werden.<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Der Zustand der Hipness oder des Hip-Seins ist dabei schwer zu definieren. Meistens ist es betr\u00e4chtlich einfacher zu sagen, was <em>nicht<\/em> hip ist. Hip k\u00f6nnte \u201eangesagt\u201c, \u201eaktuell\u201c oder \u201ein\u201c bedeuten. Aber es beinhaltet auch \u201egef\u00e4hrlich\u201c und \u201eanders als die anderen\u201c (also \u00c4lteren), also vor allem \u201ejung\u201c, \u201eschr\u00e4g\u201c, \u201eschick\u201c oder \u201ecool\u201c. Wobei \u201ecool\u201c wiederum eine andere Kategorie als hip bezeichnet, und beide Ausdr\u00fccke nicht identisch sein m\u00fcssen. J\u00fcdisch zu sein war wohl seit den Zeiten des Zweiten Tempels nie besonders hip. Und noch in den 1990er Jahren, als j\u00fcdische Identit\u00e4t und J\u00fcdisch-Sein in der Popkultur nicht mehr codiert werden mussten, sondern offen thematisiert wurden, wie etwa in den enorm erfolgreichen Sitcoms <em>Seinfeld<\/em> (NBC, 1989-1998) oder <em>The Nanny<\/em> (CBS, 1993-1999), ging es immer um Figuren, die bereits j\u00fcdisch waren und nicht um solche, die es werden wollten.<\/p>\n<p>Dieser Aufsatz geht von der \u00dcberlegung aus, dass J\u00fcdisch-Sein und die Wahrnehmung des J\u00fcdischen in der Popkultur einem prinzipiellen Wandel unterworfen sind,<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> und dass das Judentum seit einigen Jahren durchaus an Hipness-Faktoren gewonnen hat. Dieser Wandel l\u00e4sst sich paradigmatisch an der religi\u00f6sen Praktik der Konversion zum Judentum zeigen, die in der Popkultur der letzten Jahre immer wieder\u00a0 \u2013 nicht nur in Madonnas merkw\u00fcrdiger Hinwendung zum kalifornischen \u201eKabbalah-Center\u201c, sondern auch in durchaus ernsthafter Gestalt \u2013 fiktive und reale Biographien bestimmt.<\/p>\n<p>Aus der j\u00fcdischen Perspektive gesehen geht es in der Popkultur um eine von vielen m\u00f6glichen Aktualisierungen der Tradition, die jedoch weder religi\u00f6s noch ideologisch ausgerichtet ist. Liturgische und traditionelle Texte und Kontexte werden im Pop kulturalisiert und in gewisser Hinsicht universalisiert. Dies geht so weit, dass sogar Pop selber, seine Erzeugnisse und seine Geschichte, zu einem neuen Kanon eines s\u00e4kularen Judentums werden kann. Dies hat k\u00fcrzlich Joshua Neumann, der ehemalige Herausgeber des New Yorker <em>Heeb Magazine<\/em>, sehr pr\u00e4gnant beschrieben.<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Aus der Perspektive des Pop erscheint das Judentum somit nicht mehr wie im Lauf seiner mehrtausendj\u00e4hrigen Geschichte als <em>die<\/em> paradigmatische Minderheit, sondern als Teil einer Gesellschaft, die <em>nur<\/em> aus Minderheiten besteht. Judentum ist eine Performance oder ein Register, auf das unterschiedliche Protagonisten zur\u00fcckgreifen, um im jeweiligen Kontext angemessen zu kommunizieren.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis dieser Umkehrung bietet die Popkultur das ideale Medium. Im Folgenden m\u00f6chte ich diese \u00dcberlegung anhand der Darstellung und der Wahrnehmung der Konversion zum Judentum konkret zeigen. Es sollen drei sehr unterschiedliche Beispiele aus dem Bereich der Popkultur angef\u00fchrt werden. Dabei spielen die historisch unterschiedliche Einsch\u00e4tzung des <em>gijur<\/em>, der halachischen Bestimmungen, oder die unterschiedlichen Einsch\u00e4tzungen verschiedener Rabbiner oder verschiedener j\u00fcdischer Denominationen keine Rolle. Um zum Juden zu werden, m\u00fcssen prinzipiell drei Bedingungen erf\u00fcllt sein. Erstens ist dies der freie Wille, zweitens die Beschneidung und drittens das rituelle Tauchbad. In der Antike kam noch ein Opfer dazu. Grunds\u00e4tzlich wird der \u00dcbertritt vor dem <em>bet din<\/em>, einem rabbinischen Gericht mit mindestens drei Mitgliedern, bezeugt.<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Doch es ist nicht der religi\u00f6s-interne Diskurs, den ich in diesem Aufsatz untersuchen m\u00f6chte, sondern die Signifikanz des Vorgangs an sich f\u00fcr das Judentum der Gegenwart. Stellte der Proselyt im Gro\u00dfen und Ganzen vom Ende der j\u00fcdischen Pr\u00e4senz in Pal\u00e4stina bis zum Ende des 20. Jahrhunderts eine Marginalie und vor allem eine Anomalie des Judentums dar, so verschieben sich dessen Implikationen in der globalen Popkultur der 2000er Jahre hin zu einer Universalisierung und De-Essentialisierung des J\u00fcdischen selbst. Diese Verschiebung m\u00f6chte ich mit den folgenden Beispielen erweisen. Das erste Beispiel ist eine groteske Szene der Konversion in der erw\u00e4hnten Sitcom <em>Seinfeld<\/em>, zweitens werde ich Konversionen nichtj\u00fcdischer Frauen in romantischen Kom\u00f6dien anf\u00fchren, und drittens m\u00f6chte ich einen kurzen Blick auf die Geschichte eines afroamerikanischen Hip-Hopers werfen, der real zum Judentum konvertiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2.<\/p>\n<p>Was diesen dritten Aspekt besonders interessant erscheinen l\u00e4sst, ist die Tatsache, dass vielleicht mit der Ausnahme von Sammy Davis Jr., der 1954 zum Judentum konvertiert ist, das zentrale Phantasma der Popkultur eher darin bestand, schwarz zu werden. In Worte und Gesten fasst dies am eindr\u00fccklichsten Lou Reeds Song \u201eI wanna be black\u201c von 1978: \u201eI wanna be black \/have natural rhythm \/Shoot twenty foot of jism too \/And fuck up the Jews. \/I wanna be black, I wanna be a panther \/Have a girlfriend named Samantha \/And have a stable of foxy whores \/Oh, oh, I wanna be black!\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Diese Sehnsucht nach dem Schwarz-Sein ist auch eine problematische Aneignungsfantasie, die mit Projektionen afrikanischer Sexualit\u00e4t spielt. Es ist eine merkw\u00fcrdige Selbstabwertung und Selbstfindung gleichzeitig, in der das Afroamerikanische den Status des verb\u00fcrgerlichten und assimilierten Judentums einnimmt. Wei\u00df und schwarz sind aus Reeds Perspektive essentielle Kategorien: Wei\u00df ist langweilig, b\u00fcrgerlich und Mainstream; schwarz ist sexy und hip.<\/p>\n<p>In einer legend\u00e4ren Nummer hat der Stand-Up Komiker Lenny Bruce aber bereits 1960 die subkulturelle Zuordnung von \u201ehip\u201c und \u201enicht-hip\u201c auf die Begriffe \u201ej\u00fcdisch\u201c und \u201enicht-j\u00fcdisch\u201c \u00fcbertragen. Bruce liefert quasi das Gegenbild zu Lou Reeds martialischer Selbstverneinung: \u201eNow I neologize Jewish and goyish. Dig: I\u2019m Jewish. Count Basie\u2019s Jewish. Ray Charles is Jewish. Eddie Cantor\u2019s goyish. B\u2019nai Brith is goyish; Hadassah, Jewish.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Die afroamerikanischen Musiker Count Basie und Ray Charles werden pl\u00f6tzlich \u201ej\u00fcdisch\u201c, w\u00e4hrend Eddie Cantor (geboren in New York als Isidore Iskowitz) \u201egoyish\u201c wird. In seiner Geschichte der j\u00fcdischen Komiker in Amerika schreibt Lawrence J. Epstein, dass ein Jude zu sein f\u00fcr Bruce bedeutete, einen spezifischen \u201eapproach\u201c zum Leben zu haben, einen bestimmten Tonfall und eine Haltung (\u201eattitude\u201c): \u201eBruce\u2019s \u201aJews\u2018 were urban and hip [&#8230;] while his \u201agoyim\u2018 were too unhip for his taste, whether or not they were actually Jewish.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Heute scheint sich Bruces de-essentialisierende Zuordnung etabliert zu haben. Auf jeden Fall legt dies die erfolgreichste Sitcom der 1990er Jahre, <em>Seinfeld<\/em>, nahe. Zwei der vier Protagonisten und die meisten Nebenfiguren der von Larry David und Jerry Seinfeld geschaffenen Serie sind explizit j\u00fcdisch. Die Figuren von George Constanza, Jerrys bestem Freund, und Elaine Benes, der weiblichen Hauptrolle, sind mit einer bewussten Ambivalenz bez\u00fcglich ihres kulturellen und religi\u00f6sen Backgrounds konzipiert.<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Wie man heute wei\u00df, hielt Brandon Tartikoff, der Verantwortliche in der Produktionsfirma, das Konzept der Show anf\u00e4nglich f\u00fcr \u201ezu j\u00fcdisch\u201c. Doch bekanntlich hatte die Serie einen gigantischen Erfolg. Sie wurde Mitte der 1990er Jahren zu der beliebtesten Sitcom der USA und erreichte ein Publikum, das bei weitem nicht auf urbane Juden beschr\u00e4nkt blieb.<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Die letzte Episode \u201eThe Finale\u201c wurde am 14. Mai 1998 ausgestrahlt und von gesch\u00e4tzten 76 Millionen Zuschauern gesehen.<\/p>\n<p>Die Charaktere in <em>Seinfeld<\/em> sind keine guten Menschen. Ihr offener Egoismus, ihr Materialismus und ihre st\u00e4ndigen geh\u00e4ssigen Auseinandersetzungen bilden die Grundlage f\u00fcr viele Plots in der Serie. Und das war offenbar einer der Gr\u00fcnde, weshalb die Charaktere als Figuren des Amerikanischen, und weniger als ethnisch oder religi\u00f6s vom Amerikanischen unterschiedene Figuren, wahrgenommen wurden.<\/p>\n<p>Doch auch der Lebensstil, st\u00e4ndig in Caf\u00e9s zu sitzen und \u00fcber Essen und Superman-Comics zu reden oder \u00fcber Bekannte zu schn\u00f6den, wurde offensichtlich von einer Mehrheit der Fernsehzuschauer nicht unbedingt als \u201ej\u00fcdisch\u201c, sondern ganz einfach als amerikanisch klassifiziert. So ist es auch mit Jerrys Unf\u00e4higkeit, eine erotische Beziehung lange aufrecht zu erhalten: Man kann seine Suche nach der perfekten Frau von Date zu Date als Metapher f\u00fcr die Unm\u00f6glichkeit der Assimilation deuten. Aber in diesem Charakterzug erkannten sich ganz einfach auch Hunderttausende von gleichaltrigen, postmodernen Thirtysomethings. Dates in allen Varianten sind denn auch bis heute das zentrale Thema von stilbildenden Sitcoms wie <em>Friends<\/em> (NBC, 1994-2004) oder <em>How I met your mother<\/em> (CBS, 2005-).<\/p>\n<p>Dennoch gr\u00fcndete die Popularit\u00e4t von <em>Seinfeld<\/em> tiefer. Die Show thematisiert n\u00e4mlich auch das Problem der Zugeh\u00f6rigkeit, beziehungsweise das verbreitete Gef\u00fchl, dass traditionelle Muster von Zugeh\u00f6rigkeit in der globalisierten Welt nicht mehr ausreichen, um die individuellen Befindlichkeiten zu fassen. Religi\u00f6se, ethnische oder nationale Identit\u00e4ten werden in <em>Seinfeld<\/em> als prinzipiell auswechselbar gezeigt.<\/p>\n<p>Die ber\u00fchmte Folge \u201eThe Yada, Yada\u201c (1997, 8\/19), geschrieben von Peter Mehlmann, beginnt damit, dass George und Larry im Caf\u00e9 Jerrys Zahnarzt treffen, der ihnen er\u00f6ffnet, vor zwei Tagen zum Judentum konvertiert zu sein. Auf die Frage, ob er eben auch im Fitness-Studio gewesen sei, antwortet er: \u201eI just sat in the sauna. It was more like a Jewish workout.\u201c Jerry ist darauf hin ernsthaft ver\u00e4rgert \u00fcber den Witz, der sich das Vorurteil zu eigen macht, dass Juden unsportlich seien. Er meint sp\u00e4ter zu Elaine: \u201eI mean, the guy is Jewish only two days, and allready he\u2019s making Jewish jokes!\u201c In der Folge entspannt sich eine komplexe Handlung, in der sich Jerry bei einem katholischen Priester, ein anderer Patient des Zahnarztes, \u00fcber die Witze beschwert, sich aber anscheinend nicht als Jude, sondern als Komiker von ihnen verletzt f\u00fchlt. Der urspr\u00fcnglich katholische Zahnarzt wiederum beharrt auf seinen alten j\u00fcdischen Witzen und meint zur Begr\u00fcndung, dass der Sinn f\u00fcr Humor der Grund f\u00fcr das \u00dcberleben des j\u00fcdischen Volkes sei. Paradoxerweise geht der v\u00f6llig areligi\u00f6se Jerry von einem religi\u00f6sen Verst\u00e4ndnis des Judentums aus, w\u00e4hrend der zum Judentum konvertierte Zahnarzt ein kulturelles Verst\u00e4ndnis vertritt.<\/p>\n<p>Auch der Begriff des Volkes wird in der Folge v\u00f6llig <em>ad absurdum<\/em> gef\u00fchrt. Weil Jerry sich \u00fcberall beklagt, wird er schlie\u00dflich von seinem Nachbar Kramer beschuldigt, ein \u201eAnti-Dentite\u201c zu sein, was sich merkw\u00fcrdigerweise best\u00e4tigt. Bei einer Hochzeit machen Jerry und seine Freundin \u201azahnarztfeindliche\u2018 Witze. Die Freundin meint schlie\u00dflich, dass niemand Zahn\u00e4rzte brauche, \u201enot to mention the blacks and the Jews!\u201c Die Folge endet mit Jerrys verzerrtem Gesicht. Es bleibt offen, ob er auf Grund der rassistischen Reaktion der Freundin auf einmal die diskriminierende Tendenz seines eigenen Zahnarztwitzes erkennt, oder ob ihn der Einblick in den performativen Charakter der Identit\u00e4t sowie die Verletzlichkeit der eigenen Identit\u00e4t ersch\u00fcttert.<\/p>\n<p>Volk, Gemeinschaft, Religion, Identit\u00e4t, Geschichte, Kultur, Berufung, Job, Hobby: Die Ordnungen der Zugeh\u00f6rigkeit scheinen durcheinander geraten zu sein, beziehungsweise ist die Gewichtung dieser verschiedenen Arten der Gemeinschaft nicht mehr klar hierarchisiert. Die <em>Seinfeld<\/em>-Folge f\u00fchrt anhand der Konversion des Zahnarztes zum Judentum vor, dass es eine Identit\u00e4t als Komiker, als Zahnarzt, als Jude gibt \u2013 und doch mehr als unklar ist, was diese Identit\u00e4ten im je individuellen Fall bedeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3.<\/p>\n<p>Die <em>Seinfeld<\/em>-Folge zeigt die v\u00f6llige Ungewissheit des J\u00fcdischen in einer s\u00e4kularen Gesellschaft. Wie ein Negativbild verweist sie damit auf zwei andere Szenen, die ich nun ebenfalls kurz betrachten m\u00f6chte. In dem Film <em>Keeping the Faith<\/em> (2000) spielt Ben Stiller Jacob Schramm, einen offensichtlich hippen Rabbiner, f\u00fcr den die offensichtlich nicht-j\u00fcdische Geliebte (Jenna Elfman) am Schluss beabsichtigt, zum Judentum zu konvertieren. Dieser Schritt \u2013 er wird von ihr blo\u00df erwogen und noch nicht ausgef\u00fchrt \u2013 wird im Film zwar als Beweis ihrer gro\u00dfen Liebe pr\u00e4sentiert, doch im Unterschied etwa zu einer Konversionsszene in <em>Seinfeld<\/em>, die blo\u00df dazu diente, die Komplexit\u00e4t j\u00fcdischer Identit\u00e4t in sich komisch zu veranschaulichen, wird hier ernsthaft die M\u00f6glichkeit eines solchen Religionswechsels in Betracht gezogen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die \u201eSchickse\u201c, die nichtj\u00fcdische Frau, lange Zeit das Objekt der Begierde f\u00fcr die m\u00e4nnlichen j\u00fcdischen Protagonisten (etwa bei Philip Roth) spielte, und j\u00fcdische Frauen mit einem nichtj\u00fcdischen Partner, wenn sie eine Ehe eingingen, sich oft gezwungenerma\u00dfen aus der j\u00fcdischen Gemeinschaft verabschieden mussten, wird nun in <em>Keeping the Faith<\/em> ein ganz anderes Bild gezeigt. Ein m\u00e4nnlicher und sehr attraktiver Jude, der au\u00dferdem religi\u00f6s ist \u2013 und so hip, dass seine blonde, ebenfalls gut aussehende Geliebte, um bei ihm zu sein, die j\u00fcdische Religion und Kultur studieren und annehmen m\u00f6chte. Obwohl der Film nicht frei von Klischees ist und g\u00e4nzlich den Genre-Konventionen einer romantischen Hollywood-Kom\u00f6die folgt, ist es bemerkenswert, dass Jacobs J\u00fcdisch-Sein vollst\u00e4ndig frei scheint von Ambivalenz, die die Figuren des J\u00fcdischen noch in den 1990er Jahren begleitete.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnlich affirmative Darstellung findet sich in der f\u00fcnften und sechsten Staffel von <em>Sex and the City<\/em> (HBO 1998-2004). Die Serie um vier Freundinnen in New York verhandelt in leicht idealisierter Form praktisch alle kleinen und gro\u00dfen Ereignisse, die eine moderne Frau betreffen k\u00f6nnen: Beziehungen in allen Varianten, One Night Stands, sexuelle Erf\u00fcllung und Frustration, Einsamkeit, \u00dcbergewicht, Shopping, Job, Streit mit den Freundinnen, Hochzeiten und Scheidungen, Schwangerschaft und Geburt, Aids-Test, Brustkrebsdiagnose etc.<\/p>\n<p>Dabei werden alle Episoden aus der Sicht von Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker) erz\u00e4hlt, einer erfolgreichen Kolumnistin mit einem komplizierten Liebesleben. Obwohl vor allem die explizite Thematisierung von Sexualit\u00e4t aus explizit weiblicher Sicht die Serie popul\u00e4r machte, wurde \u00f6fters dar\u00fcber spekuliert, ob Carrie j\u00fcdisch sei.<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Es ist gegen Ende der Serie jedoch ihre Freundin Charlotte York \u2013 \u201ethe quintessential WASP\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> \u2013, die auf einmal mit dem Judentum in Kontakt kommt. Sie verliebt sich n\u00e4mlich in ihren Scheidungsanwalt Harry Goldenblatt (Evan Handler), den sie zuerst un\u00e4sthetisch, aber erotisch anziehend findet. Harry ist ein \u201eMensch\u201c durch und durch, warmherzig und liebevoll. Ohne so religi\u00f6s zu sein wie Jacob Schramm in <em>Keeping the Faith<\/em>, ist Harry doch seinem Judentum sehr verbunden. Als sie heiraten wollen, fordert er von Charlotte, dass sie konvertiert.<\/p>\n<p>Der Vorgang der Konversion wird in der Serie realistisch gezeigt. Charlotte wird zuerst von einem Rabbiner abgewiesen, nimmt dann Unterricht und n\u00e4hert sich langsam der j\u00fcdischen Tradition an. Ironisiert wird das Ganze dadurch, dass Charlotte ihren Religionswechsel mit dem gleichen Perfektionismus angeht, mit dem sie auch ihr Park Avenue-Appartement einrichtet oder ihr Lauftraining absolviert, denn abgesehen von den religi\u00f6sen Ritualen nimmt Charlotte auch jiddische Redewendungen auf. Doch <em>was<\/em> eigentlich das Judentum f\u00fcr Harry bedeutet, ist alles andere als klar. Als Charlotte f\u00fcr Harry ein perfektes Schabbat-Abendessen vorbereitet, wird sie von ihm verletzt, denn er m\u00f6chte eigentlich blo\u00df ein Baseball-Spiel schauen (\u201ePick-A-Little, Talk-A-Little\u201c, Folge 4\/6). Die Szene f\u00fchrt zu einem bitteren Streit, auch wenn Harry und Charlotte sich gem\u00e4\u00df dem pseudoromantischen Schema der Show wieder vers\u00f6hnen werden.<\/p>\n<p>Es ist eine Schl\u00fcsselszene f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis j\u00fcdischer Identit\u00e4t in der Popkultur: Charlotte, mit einem schwarzen langen Kleid und einem wei\u00dfen Kopftuch bekleidet, spricht in perfektem Hebr\u00e4isch und in der korrekten Melodie die <em>bracha<\/em> \u00fcber die Kerzen f\u00fcr den Schabbat-Anfang, w\u00e4hrend Harry an ihr vorbei auf den Bildschirm starrt, um das Spiel nicht zu verpassen. Charlotte ist in einem religi\u00f6sen Sinn j\u00fcdischer als Harry, der nicht auf Kaschrut-Regeln achtet und lieber ein Mets-Spiel schaut als zu beten. Dass er trotz dieser Gleichg\u00fcltigkeit auf eine Konversion und anschlie\u00dfend auf eine j\u00fcdische Hochzeitszeremonie besteht, zeigt im Gegensatz zu Jacob in <em>Keeping the Faith<\/em> eine gewisse Ambivalenz bez\u00fcglich seines J\u00fcdisch-Seins. Doch wiederum im Gegensatz etwa zu den Protagonisten aus Woody Allens Filmen aus den 1970er Jahren \u2013 beispielhaft daf\u00fcr ist etwa Alvy Singer aus <em>Annie Hall<\/em> \u2013 scheint er mit dieser Ambivalenz v\u00f6llig problemfrei umgehen zu k\u00f6nnen. Die Ambivalenz besteht, aber sie st\u00f6rt nicht. Vielmehr ist sie unaufhebbar. Sie geh\u00f6rt zum modernen Leben dazu. Harry Goldenblatt aus <em>Sex and the City<\/em> ist ein erfolgreicher Anwalt in New York, ist klug und hat eine sch\u00f6ne Frau. Unmissverst\u00e4ndlich ist er f\u00fcr das weibliche Publikum als Figur eines idealen Ehemannes angelegt. Die Tatsache, dass er auch noch j\u00fcdisch ist, dient zwar zur Charakterisierung seiner Figur, macht ihn aber in keiner Weise zu einem Vertreter einer besonderen Minderheit.<\/p>\n<p>Sein durchaus stereotyp gezeichnetes Judentum macht ihn nicht exotischer als die anderen Charaktere der Serie, die alle ihre eigenen Identit\u00e4ten haben. Die Herausforderungen, die sich aus Charlottes Wechsel zum Judentum ergeben, werden in der Serie mit der gleichen Ironie und mit dem gleichen dokumentarischen Interesse behandelt wie beispielsweise auch der gro\u00dfe Altersunterschied in der Beziehung von Samantha Jones zu ihrem j\u00fcngeren Freund, Mirandas Aff\u00e4re mit einem afroamerikanischen Arzt oder die Tatsache, dass Mirandas Sohn, den sie zusammen mit einem irischen Katholiken hat, getauft werden soll. Es geht hier weniger um kulturelle Abweichungen von einem Mainstream, sondern darum, dass es diesen gar nicht gibt, oder dass der Mainstream sich immer im Ausgleich und in der Auseinandersetzung der verschiedenen Minderheiten bildet.<\/p>\n<p>Die fiktiven weiblichen Charaktere in <em>Keeping the Faith<\/em> und <em>Sex and the City<\/em> konvertieren aus romantischer Liebe. Die j\u00fcdische Identit\u00e4t des Br\u00e4utigams ist weder ein Hinderungsgrund f\u00fcr diese Liebe, noch ein besonderer Attraktionsgrund. Obwohl es jeweils nicht frei von Klischees ist, ist weder Jacob Schramms noch Harry Goldenblatts Judentum irgendwie exotisch. Es ist ganz einfach ein wichtiger Teil ihrer Identit\u00e4t. Die beiden sind hip nicht trotz und auch nicht wegen ihres Judentums. Sie sind es aus sich selbst heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">4.<\/p>\n<p>Wenn man die Geschichte der Popkultur auf einen Begriff bringen m\u00f6chte (und f\u00fcr einen Moment die v\u00f6llig illegitime Verk\u00fcrzung und auch die unangemessene Intellektualisierung dieser Abstraktion ausblendet), dann k\u00f6nnte man sagen, dass sich die diskursbestimmende Idee von einer Fiktion des Mainstreams mit devianten Utopien (Hipster, Punk etc.), die nach und nach vom Mainstrem adoptiert werden, in einen \u201eMainstream der Minderheiten\u201c verwandelt.<a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> Dieser neue Mainstream ist eigentlich mehr ein Feld verschiedener Str\u00f6me und Nebenstr\u00f6me, die ineinander flie\u00dfen und sich spalten. Heute sind dem entsprechend so viele und so vielgestaltige Figuren des J\u00fcdischen in der Popkultur sichtbar geworden, dass allein der Gedanke an essentialistische Zuordnungen l\u00e4cherlich erscheint.<\/p>\n<p>Begann die Geschichte der Popkultur damit, dass Juden zu Schwarzen werden wollten, um hip zu werden, kann nun die umgekehrte Bewegung beobachtet werden. Ein inspirierendes Beispiel stellt in dieser Hinsicht der Afroamerikaner Yitzhak Jordan dar, der Anfang der 2000er Jahre zum Judentum konvertiert ist und unter dem Namen Y-Love als orthodoxer j\u00fcdischer Rapper in den USA und in Israel Musik produziert und auftritt. Religi\u00f6se j\u00fcdische Popmusiker haben sich gerade im Bereich des Hip-Hops und des Reggaes seit einiger Zeit etabliert.<a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> So hat unter anderen Matisyahu (Matthew Miller) ein ausgesprochen breites Publikum erreicht, seine Alben und Singles bewegen sich regelm\u00e4\u00dfig einige Wochen auf den ersten hundert Pl\u00e4tzen der US-Charts. Matisyahu hat zwar eine ganz neue Repr\u00e4sentation des Judentums gefunden, doch f\u00fcr das Judentum selbst scheint seine Performance keine gro\u00dfen Konsequenzen zu haben. Y-Loves Konversion hingegen scheint mir auf einen tiefen Wandel im Verst\u00e4ndnis des J\u00fcdischen auch <em>im<\/em> Judentum unter den Bedingungen der Pop-Moderne hinzuweisen.<\/p>\n<p>Y-Love ist Sohn eines \u00e4thiopischen Vaters und einer puertoricanischen Mutter und stammt aus sehr einfachen Verh\u00e4ltnissen in Baltimore. Heute sagt er in Interviews, dass ihn das Judentum immer schon angezogen habe und dass er eine \u201ej\u00fcdische Neshamah\u201c, eine j\u00fcdische Seele habe. Er sei \u00fcber seine Gro\u00dfmutter, die anscheinend ebenfalls eine Affinit\u00e4t zum Judentum versp\u00fcrte, zum Judentum gekommen, aber habe erst nach einigen orientierungslosen Jahren als Jugendlicher den Schritt der Konversion erwogen. Diesen habe er in einem chassidischen Umfeld in Brooklyn vollzogen. Anschlie\u00dfend habe er einige Zeit in einer orthodoxen Yeshiva in Jerusalem zugebracht, die speziell f\u00fcr \u201aR\u00fcckkehrer zum Glauben\u2018 oder \u00dcbergetretene konzipiert sei.<\/p>\n<p>Wie er in einem Interview erkl\u00e4rte, sei sein Lernpartner in der Yeshiva ein amerikanischer Jude\u00a0 und Hip Hop Fan namens David Singer gewesen; zusammen h\u00e4tten sie Talmudtraktate mittels Rap memoriert. Als beide 2001 nach New York zur\u00fcckgekehrt seien, h\u00e4tten sie begonnen, in kleinen Clubs aufzutreten. Obwohl Y-Love sowohl in der j\u00fcdisch orthodoxen als auch in der afroamerikanischen Community auf Rassismus gesto\u00dfen sei, werde er als afroamerikanischer Jude akzeptiert. In dem Interview erz\u00e4hlt er, dass die Yeshiva-Kids in Jerusalem wild auf seine Musik seien \u2013 und seine Songs auch die einzige Hip Hop Musik sei, die von den Rabbinern\u00a0 zugelassen werde (eine Bemerkung, die ich nicht nachpr\u00fcfen konnte). Y-Loves Alben verkaufen sich auch in den USA und bei einem nicht-orthodoxen Publikum gut.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Unterdessen zeugt das Label und Webplattform shemspeed.com vom gewachsenen Selbstvertrauen und der Vernetzung der Musiker, die sich als \u201ej\u00fcdische\u201c Hip-Hop K\u00fcnstler verstehen.<\/p>\n<p>Y-Loves Thema seiner genuin religi\u00f6sen Musik ist die Bewegung zwischen Einzelnem und Gott, zwischen Exil und Israel. Seine erste CD, die 2008 ver\u00f6ffentlicht wurde, tr\u00e4gt den Titel <em>This is Babylon<\/em>. Die Texte sind auf Englisch, Hebr\u00e4isch, Aram\u00e4isch, Jiddisch und Franz\u00f6sisch und bilden so die babylonische Sprachverwirrung sowie die linguistische Vielfalt der j\u00fcdischen Diaspora ab. Wie Matisyahu (in seinem Song \u201eJerusalem\u201c) benutzt auch Y-Love in einem Song zusammen mit dem ebenfalls ortodox j\u00fcdischen Musiker DeScribe (mit b\u00fcrgerlichem Namen Shneur Z Hsofer) den Text des 137. Psalms, der auf Hebr\u00e4isch gerappt wird.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Interessanterweise wird hier der liturgische Ausdruck der religi\u00f6sen und ethnischen Minderheit in den Zusammenhang mit der Wahl Barack Obamas zum Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten gebracht, die von den Musikern so interpretiert wird, dass nun die verschiedenen Minderheiten <em>als<\/em>Minderheiten und als Teil eines Ganzen zusammen leben.<\/p>\n<p>Ob diese utopische Vision besonders sinnvoll oder realit\u00e4tsnah ist, sei hier nicht diskutiert. Bemerkenswert im Kontext einer historischen Analyse des Judentums in der Popkultur ist aber, dass das Heimweh nach und die Erinnerung an Jerusalem f\u00fcr den afroamerikanischen j\u00fcdischen Musiker kein Ausdruck eines Partikularismus ist. Vielmehr bedeutet das Schlagwort \u201eChange\u201c, das die Wahl Obamas befeuert hatte, f\u00fcr ihn auch ein grundlegender Wandel der Identit\u00e4t an sich. J\u00fcdisch-Sein und vielleicht noch viel mehr J\u00fcdisch-Werden sind mit Y-Love so hip geworden, dass das Judentum sogar Hip Hop \u2013 die wohl hipste Ausdrucksform des Planeten \u2013 absorbieren konnte. Die Performance der Konversion in der Popkultur zeigt, dass sich unter ihren Bedingungen das Judentum von einer minorit\u00e4ren Tradition zu einer virtuell universalen Matrix transformiert hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Der Begriff <em>Popkultur<\/em> ist von der popul\u00e4ren Kultur klar abzugrenzen. Mit Popkultur werden seit den 1960er-Jahren die Produkte der (internationalen) Unterhaltungsindustrie (haupts\u00e4chlich TV, Musik und Film, aber auch Comics) bezeichnet, aber auch die darauf bezogenen subkulturellen und subversiven Tendenzen, die ihrerseits wieder vom Mainstream adaptiert werden. Pop ist ein Konzept, das zwischen Kult und Konsum, Popul\u00e4rem und Subversivem nicht unterscheidet, sondern eine Austauschbewegung zwischen diesen Feldern beschreiben m\u00f6chte. Vgl. dazu auf Deutsch v.a. Thomas Hecken: <em>Pop. Geschichte eines Konzepts 1955-2009<\/em> (Bielefeld: transcript, 2009); und etwas \u00e4lter aber immer noch wegweisend Tom Holert \/ Mark Therkessidis (Hg.): <em>Mainstream der Minderheiten. Pop in der Kontrollgesellschaft<\/em> (Berlin: Edition ID-Archiv, 1996).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Vgl. dazu die Nummer <em>Cool Jewz<\/em> von <em>Shofar: An Interdisciplinary Journal of Jewish Studies<\/em>, Volume 25, Number 4, (2007); und ausf\u00fchrlich auf Deutsch: Caspar Battegay: <em>Judentum und Popkultur. <\/em><em>Ein Essay<\/em> (Bielefeld: Transcript, 2012).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Joshua Neuman: \u201eThe Religion of Jewish Popular Culture\u201c, <em>JMB J\u00fcdisches Museum Berlin Magazin<\/em>, 2011 \/ Nr. 4, \u201eRadical Jewish?\u201c, 60-61.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Dieses Verst\u00e4ndnis von j\u00fcdischer Identit\u00e4t pr\u00e4gt den kulturwissenschaftlichen Ansatz der J\u00fcdischen Studien generell, vgl. Simon C. Bronner: \u201eIntroduction: The <em>Chutzpah<\/em> of Jewish Cultural Studies\u201c, Ders. (Hg.): <em>Jewishness: Expression, Identity, and Representation<\/em> (Oxford \/ Portland, Oregon: The Littman Library of Jewish Civilization, 2008), 1-29, hier v.a. 17.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Vgl. \u201eProselytes\u201c, in: <em>Encyclopedia Judaica. Second Edition<\/em>, ed. Fred Skolnik (Jerusalem: Keter, 2007), 16, 587-594.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Auf dem Album <em>Street Hassle<\/em>, Arista Records 1978.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> <em>The Essential Lenny Bruce<\/em>, hg. von John Cohen, London 1973, S. 53.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Lawrence J. Epstein: <em>The Haunted Smile. The Story of Jewish Comedians in America<\/em> (New York: Public Affairs, 2001) 172.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Zur Ambivalenz j\u00fcdischer Repr\u00e4sentation in <em>Seinfeld<\/em> vgl. Rosalin Krieger: \u201e\u201aDoes he actually say the word Jewish?\u2018 \u2013 Jewish Representations in <em>Seinfeld<\/em>\u201c, <em>Journal for Cultural Research<\/em>, Volume 7, Number 4 (2003), 378-404.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Vgl. David Zurawick: <em>The Jews of Prime Time<\/em> (Brandeis University Press, 2003) 201-217.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Zu einer Einordnung dieser Diskussion in die Theorie ethnischer Identit\u00e4t in der Popkultur vgl. Michele Byers \/ Rosalin Krieger: \u201eFrom ugly Ducking to cool Fashion Icon: Sarah Jessica Parker\u2019s Blonde Ambitions\u201c, in: <em>Shofar: An Interdisciplinary Journal of Jewish Studies<\/em>, Volume 25, Number 4, (2007), 43-63.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> &lt; http:\/\/www.samuelfreedman.com\/articles\/jinterest\/ust07172003.html&gt; (Herbst 2011).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Vgl. hier wiederum Tom Holert \/ Mark Therkessidis (Hg.): <em>Mainstream der Minderheiten. Pop in der Kontrollgesellschaft<\/em> (Berlin: Edition ID-Archiv, 1996).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Zur Geschichte des j\u00fcdischen Raps vgl. Keith Kahn-Harris: \u201eCreating Jewish Rap: From Parody to Syncretism\u201c, <em>Transversal. Zeitschrift f\u00fcr J\u00fcdische Studien<\/em>, Innsbruck, Wien, 10,1 (2009), 21-38.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> &lt;http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jsBd52_6iB0&gt;, (Herbst 2011).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> &lt;http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=whLYM9o946w&gt;, (Herbst 2011).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Studien Verlags. Weitere Hinweise zum Buch <a title=\"studien verlag buchhinweis\" href=\"http:\/\/www.studienverlag.at\/page.cfm?vpath=buecher\/buchdetail&amp;titnr=5200\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"website battegay\" href=\"http:\/\/jewishstudies.unibas.ch\/zentrum\/personen\/profil\/portrait\/person\/battegay\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Caspar Battegay<\/a> ist Assistent am Zentrum f\u00fcr J\u00fcdische Studien der Universit\u00e4t Basel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Judentum hat seit einigen Jahren an Hipness gewonnen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[419,996,1166,1816,1837],"class_list":["post-2559","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-caspar-battegay","tag-hipness","tag-judentum","tag-pop","tag-pop-zeitschrift-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2559\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}