{"id":2795,"date":"2014-02-17T15:04:39","date_gmt":"2014-02-17T13:04:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=2795"},"modified":"2014-02-17T15:04:39","modified_gmt":"2014-02-17T13:04:39","slug":"boheme-boulevard-stilkommentar-zu-einem-flickr-bild-von-rainald-goetzvon-georg-stanitzek17-2-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2014\/02\/17\/boheme-boulevard-stilkommentar-zu-einem-flickr-bild-von-rainald-goetzvon-georg-stanitzek17-2-2014\/","title":{"rendered":"Boh\u00e8me \u2013 Boulevard \u2013 StilKommentar zu einem flickr-Bild von Rainald Goetzvon Georg Stanitzek17.2.2014"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann man gegenw\u00e4rtig \u00fcber die Boh\u00e8me sprechen, und was ist ihr Stellenwert in der Gegenwart?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><small>[zuerst abgedruckt in: Walburga H\u00fclk\/Gregor Schuhen (Hg.), Haussmann und die Folgen.<br \/>\nVom Boulevard zur Boulevardisierung, T\u00fcbingen: Narr 2012 (= edition lendemains, Bd. 25), 137\u2013149.]<\/small><\/p>\n<p>Wie kann man gegenw\u00e4rtig \u00fcber die Boh\u00e8me sprechen, und was ist ihr Stellenwert in der Gegenwart? Unl\u00e4ngst haben zum Beispiel Christian Boltanski und \u00c8ve Chiapello die Absorption der Achtundsechziger- und Nachachtundsechziger-Boh\u00e8me in die zeitgen\u00f6ssische kapitalistische Kultur behauptet, und Bruno Latour hat sich ihnen angeschlossen.<a title=\"\" href=\"#_edn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> In der deutschen Forschung bietet ein besonders sinnf\u00e4lliges Beispiel f\u00fcr die Ausrufung eines Endes der Boh\u00e8me der im \u00fcbrigen kunsthistorisch instruktive \u201eBoheme\u201c-Artikel, der im Jahr 2000 im Handw\u00f6rterbuch <em>\u00c4sthetische Grundbegriffe<\/em> erschienen ist. Wurden doch darin der Boh\u00e8me ihre gegenw\u00e4rtige Existenz und ihre Zukunft \u00fcberhaupt abgestritten.<a title=\"\" href=\"#_edn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Das schloss an Thesen an wie die, dass traditionelle Boh\u00e8me-Formationen inzwischen in eine Art Massenboh\u00e8me aufgegangen seien, die sich im Zusammenhang der Jugend- und Pop-Kulturen seit den 1960er Jahren entwickelt habe.<a title=\"\" href=\"#_edn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Selten d\u00fcrfte sich eine steile Gegenwartsdiagnose so postwendend erledigt haben. Wurde sie doch ganz rasch von der Ausrufung einer sogenannten \u201adigitalen Boh\u00e8me\u2018 gefolgt, die seither in den bundesrepublikanischen Feuilletons von sich reden macht.<\/p>\n<p>Die These, mit etwas gehe oder sei es zu Ende, ist allerdings im literatur- und kulturwissenschaftlichen Diskurs umso verf\u00fchrerischer, als dieser damit konventionell jener Abgeschlossenheit habhaft zu werden glaubt, die einem Gegenstand vorz\u00fcglich seine Erforschbarkeit sichert. Statt sich \u00fcber die zitierte These vom Ende der Boh\u00e8me zu mokieren, w\u00e4re daher vorzuschlagen, das Scheitern dieser These im Zusammenhang mit einem prinzipiellen Problem der Erkennbarkeit zu sehen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Problem aller Gegenwartsforschung, wie es Erwin Panofsky pr\u00e4gnant auf den Punkt gebracht hat: \u201eEs gibt nichts, was weniger wirklich w\u00e4re als die Gegenwart.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Vielmehr scheint dieses Problem f\u00fcr die Boh\u00e8me insonderheit gegeben. \u201eKapitalismus erm\u00f6glicht Boheme immer wieder da aufs Neue, wo er den Reichtum und die Armut, die er produziert, nicht auseinanderhalten kann\u201c, hat es Diedrich Diederichsen formuliert<a title=\"\" href=\"#_edn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> und damit den uneindeutigen, irrlichternden Charakter des Ph\u00e4nomens bezeichnet. Insofern sollte man auch umgekehrt vorsichtig sein und nicht etwa die vor einigen Jahren von der <em>Zentralen Intelligenz-Agentur (ZIA)<\/em> um Kathrin Passig und andere ins Leben gerufene \u201edigitale Boh\u00e8me\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> schlicht beim Wort und f\u00fcr bare M\u00fcnze nehmen. Wenn man sie einfach als ein variierendes Segment des berlin-touristischen Zoos auffasste, verpasste man die mit dem Begriff vorgesehene Pointe. Denn immerhin w\u00fcrde man eine solche Boh\u00e8me \u2013 eben als in starkem Sinn \u201adigitale\u2018 \u2013 nicht mehr so umstandslos verorten k\u00f6nnen, wie es bis dato f\u00fcr Boh\u00e8mekulturen als st\u00e4dtische oder in der Folge auch stadtfl\u00fcchtig-l\u00e4ndliche Versammlung von alternativen Lebenszusammenh\u00e4ngen typisch war.<a title=\"\" href=\"#_edn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Und w\u00e4re die digitale dann noch eine Boh\u00e8me, entspr\u00e4che sie noch ihrem Begriff, oder m\u00fcsste man von einer Metapher sprechen?<\/p>\n<p>Dies muss dahingestellt bleiben, weder die Behauptung der Abgeschlossenheit einer \u201aEpoche der Boh\u00e8me\u2018 noch eine neue Definition stehen auf der Agenda. Zugrundezulegen ist weiterhin die Definition von Helmut Kreuzer, dessen 1968er Buch f\u00fcr die deutschsprachige Boh\u00e8meforschung initial gewirkt hat: \u201eGegenb\u00fcrgerliche Subkultur des k\u00fcnstlerisch-intellektuellen Lebens.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Es sollte sich verstehen, dass es sich dabei um eine Art Funktionsgleichung handelt; die einzusetzenden Gr\u00f6\u00dfen wollen genau \u2013 und das hei\u00dft nicht zuletzt historisch spezifisch \u2013 bedacht sein. Eine gewisse Unsicherheit, mit welchen Gr\u00f6\u00dfen hier gegenw\u00e4rtig zu rechnen ist, ist einfach anzuerkennen und mitzureflektieren.<\/p>\n<p>Zu \u00fcberdenken w\u00e4re aber das Verh\u00e4ltnis der beiden Seiten, die Kreuzer nennt, wenn er die k\u00fcnstlerische oder intellektuelle Boh\u00e8me einer B\u00fcrgerlichkeit entgegensetzt. Er vollzieht hiermit gewiss nach, was sich an Boh\u00e8mekulturen rekurrent beobachten l\u00e4sst: ihre identit\u00e4tsstiftende Abgrenzung von einer \u201abourg<ins cite=\"mailto:Nicole\" datetime=\"2011-09-05T20:09\">e<\/ins>oisen\u2018 oder \u201aphilistr\u00f6sen\u2018 Kultur. <a title=\"\" href=\"#_edn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Das Verh\u00e4ltnis zwischen den opponierenden Relata bed\u00fcrfte genauerer Reflexion \u2013 und zwar als <em>Interaktionsverh\u00e4ltnis<\/em>. Denn die Unterscheidung wird keineswegs naiv gesetzt und getroffen. M\u00f6gen solche naiven Motive auch in sie eingehen und unaufgebbar sein, so nimmt die Unterscheidung doch sehr rasch den Charakter einer \u201aBeobachtung zweiter Ordnung\u2018 an, und zwar auf beiden Seiten. Man kennt das Spiel, wenn man in es eintritt, kennt auch seine historischen Varianten, insofern gibt es auf beiden Seiten reflexive, n\u00e4mlich Erwartungserwartungen. Die Affronts der Boh\u00e8me selber philistr\u00f6s zu nennen, d\u00fcrfte insofern zu kurz greifen,<a title=\"\" href=\"#_edn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> denn ein solcher Zug geh\u00f6rt selbst zum genannten Spiel. Es handelt sich immer schon um einen Interaktionszusammenhang, und es gilt, seinen Charakter genauer zu bestimmen. Insbesondere die Kreuzers Studie dankbar folgende gro\u00dfe Arbeit von Jerrold Seigel, <em>Bohemian Paris,<\/em> legt es methodisch nah, die oppositionell-abweichende Boh\u00e8mekultur in ihren R\u00fcckbez\u00fcgen zur normativ-herrschenden Kultur differenziert zu erforschen.<a title=\"\" href=\"#_edn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Hierzu aus literaturwissenschaftlicher Perspektive beizutragen, k\u00f6nnte eine Engf\u00fchrung von Boulevard- und Boh\u00e8meforschung geeignet sein. Im Ansatz findet sie sich als kritische Diagnose zur Pariser Boh\u00e8me des 19. Jahrhunderts \u2013 \u201eAufkommen der Boulevardpresse\u201c, \u201eAssimilierung der Literaten an die Gesellschaft [\u2026] auf dem Boulevard\u201c \u2013 bereits bei Walter Benjamin.<a title=\"\" href=\"#_edn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Dies ist ein strukturelles Argument, dessen Bedeutung sich keineswegs auf die bei Benjamin gegebenen raumzeitlichen Koordinaten beschr\u00e4nkt, sondern seither \u2013 und bis in die Gegenwart \u2013 behauptet werden kann. Die genauere Beobachtung der Boh\u00e8me auf und gegen\u00fcber dem Boulevard erscheint auch deshalb attraktiv, weil sie es erlaubt, einige heikle, nicht zuletzt <em>methodische<\/em> Probleme zu beantworten, wie sie f\u00fcr eine kulturwissenschaftlich ausgerichtete literaturwissenschaftliche Erforschung der Boh\u00e8me gegeben sind. Um nur stichwortweise einige der in der Boh\u00e8meforschung der letzten Jahrzehnte oft zu beobachtenden problematischen Z\u00fcge zu nennen: Ausrichtung auf pittoreske, nicht selten heroisch eingef\u00e4rbte Biographismen, \u201ainhaltistische\u2018 Paraphrasen- und Anekdotenorientierung \u2013 oder, um es mit einem Wort zu sagen: Textferne.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/02\/Stanitzek_lendemains_Fig._1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2797\" title=\"Stanitzek_lendemains_Fig._1\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/02\/Stanitzek_lendemains_Fig._1.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/02\/Stanitzek_lendemains_Fig._1.jpg 480w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/02\/Stanitzek_lendemains_Fig._1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur Sache, zum \u201aText\u2018, einem kleinen Epitext. Um n\u00e4mlich die Probe aufs Exempel zu machen, soll als Ausgangspunkt ein Bild dienen, das sich auf <em>Flickr<\/em> im Netz findet (<a title=\"Schule Goetz Klage\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mediumflow\/2600602989\/in\/photostream\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fig.\u00a01: Holger Schulze: \u201eRainald Goetz, Klage feiert Abschied. Textaktion [21. Juni 2008, 23 Uhr] \u2013 Bild I\u201c<\/a>). Es ist ein Schnappschuss aus dem Sommer 2008, eine Party in Berlin am 21. Juni, ihre Er\u00f6ffnung. Eine Szene \u201aaus dem Leben der Boh\u00e8me\u2018? Man sollte vorsichtig sein, lassen wir es offen. Ganz bestimmt handelt es sich um eine salopp wirkende, mit diesem Schnappschuss wohl unvorteilhaft ausgeleuchtete, aber doch zugleich um eine sorgf\u00e4ltig <em>inszenierte<\/em> Szene, eine Inszenierung <em>\u00e0 la boh\u00e8me<\/em>. Ort ist das Atelier einer Malerin, links sieht man Farbe und Pinsel, dar\u00fcber einen Albert Oehlen-Katalog. Dies f\u00fcr die Veranstaltung einer Jugendkultur zu halten, w\u00e4re ein Missverst\u00e4ndnis. Der auf dem von jungen Frauen umringten Tisch steht, ist ein Mann von f\u00fcnfzig Jahren, ein Autor, der auf eine f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrige Erfolgskarriere zur\u00fcckblicken kann, als Suhrkamp-Autor. Zelebriert wird hier ein bestimmter Moment in dieser Karriere.<\/p>\n<p>Im Sommer 2008 hat Rainald Goetz ein Experiment abgeschlossen, das darin bestanden hat, anderthalb Jahre zur Zeitschrift <em>Vanity Fair<\/em> einen kolumnenartigen Blog beizusteuern. Ein immerhin etwas ungew\u00f6hnlicher literarischer Publikationsort, ein People-Magazin, das man dem Boulevard zurechnen kann, wohl als dessen \u201agehobene\u2018 Variante. Die Arbeit am Blog ist eingestellt, die Party, zu der \u00fcber den Blog eingeladen wurde, markiert dies als Abschlussparty. Gleich wird getanzt werden. Vorher aber steigt der Autor auf den Tisch, um einige rhapsodische Bemerkungen loszuwerden. Insofern geh\u00f6rt Text zu diesem Bild. Ihn zu zitieren ist einfacher, als man vermuten k\u00f6nnte. Denn in allen gro\u00dfen Feuilletons der Republik wird am \u00fcbern\u00e4chsten Tag dar\u00fcber berichtet und aus diesem Text zitiert werden. Am besten, am raffiniertesten und sch\u00f6nsten in einem Zeitungsartikel von Detlef Kuhlbrodt.<\/p>\n<p>Kuhlbrodt n\u00e4mlich hat die Goetz\u2019sche Rede selbst gar nicht mitbekommen; er gibt den Text daher in indirekter Rede wieder: \u201eDas Fest im Atelier der K\u00fcnstlerin Anne Neukamp hatte begonnen, w\u00e4hrend das EM-Spiel zwischen Russland und den Niederlanden noch lief. So war die kurze Textaktion schon zu Ende, als ich das Atelier im vierten Stock eines Geb\u00e4udes in der Oranienstra\u00dfe betrat.\u201c \u2013 \u201eAlles war supervoll und schw\u00fcl in dem Raum, so dass man gleich anfing zu schwitzen. Alles sei v\u00f6llig chaotisch und gro\u00dfartig gewesen, berichtete C. Rainald Goetz h\u00e4tte nach einleitenden S\u00e4tzen, in denen er das Internet gefeiert habe, Positionen klargemacht. Er h\u00e4tte sich gegen Benjamin von Stuckrad-Barre, den ehemaligen taz-Autor und jetzigen BZ-Schreiber, gewandt, der neulich in Cicero \u00fcber die taz hergezogen war und den Goetz fr\u00fcher sehr mochte.\u201c (Der hier verwendete Konjunktiv II gibt dem Bericht den <em>touch<\/em> einer gewissen Unwahrscheinlichkeit; \u201aman m\u00f6chte es kaum glauben\u2026\u2018) \u2013 \u201eDann sei es um einen Satz von Frank Schirrmacher gegangen, in dem der Dichter all das versammelt gefunden hatte, wogegen sich sein ganzes Schreiben und Sein richte. Eine furchtbare Feistheit des Denkens.\u201c \u2013 \u201eDie Musik war sehr sch\u00f6n und aus unterschiedlichen Zeiten. Die Stimmung war superangenehm. [\u2026] Wir tanzten zu David Bowies \u201aLets Dance\u2018\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Zum raffiniert Reflektierten an Kuhlbrodts Beschreibung geh\u00f6rt, dass sie sich schon von ihrer Form her als dem Ereignis dieser \u201eTextaktion\u201c eigene Dimension herausstellt: dass sie sich selber darbietet als f\u00fcrs H\u00f6rensagen bestimmt, als weiterzuerz\u00e4hlende Anekdote. In diesem Bericht funktioniert sie eben bereits ganz akut entsprechend, schon ist sie Moment der Partykonversation geworden.<\/p>\n<p>Was wird aber in dieser Form kommuniziert, was hat Goetz gesagt, welche \u201ePositionen klargemacht\u201c? Was die Aussage \u00fcber den \u201eehemaligen taz-Autor und jetzigen BZ-Schreiber\u201c v. Stuckrad-Barre angeht, der hier <em>ad personam<\/em> bezogen auf eine seiner damals letzten Publikationen <em>coram publico<\/em> verurteilt wird, so wird sie in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em> w\u00f6rtlich zitiert: Goetz \u201espringt wieder vom Tisch, seufzt etwas verloren \u201ajo\u2018, greift zu einer Ausgabe des Magazins Cicero, in der wohl ein Interview mit Benjamin von Stuckrad-Barre stehen muss, und als er wieder oben steht, sagt er: \u201aDer alte Stuckrad-Barre h\u00e4tte sich fr\u00fcher mit mir hier \u00fcber dies Interview lustig gemacht.\u2018\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Das Genre ist Absage, gegen\u00fcber einem Autor der j\u00fcngeren Generation, hier wird einem Freund die Freundschaft gek\u00fcndigt,<a title=\"\" href=\"#_edn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> das ist die Geste. Um sie besser zu verstehen, muss man aber eigentlich das Interview, das v. Stuckrad-Barre der Zeitschrift <em>Cicero<\/em> gegeben hat, schon kennen. \u201aB.Z.-Schreiber\u2018 hei\u00dft ja Autor im Springerverlag, und das Interview ist eine Apologie dieses Verlags, unter anderem mit dem Argument: \u201eIch habe einige Jahre f\u00fcr die <em>taz<\/em> geschrieben und erleben d\u00fcrfen, wie die in der Redaktion miteinander umgehen, wie selbstgewiss die denken und schreiben, wie schlecht sie Zeitung machen, sich dabei \u00fcber den Boulevard erheben, das ist widerlicher als alles, was in <em>Bild<\/em> und <em>Bunte<\/em> steht.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> In der ausf\u00fchrlichen Online-Version des Interviews geht er noch etwas weiter: \u201eIch profitiere gern davon, wie der Boulevard das macht: \u00dcbertreibung, Zuspitzung, Drastik. So arbeitet jedes Feuilleton, zumindest probieren sie es. Bei der B.Z. ist es einfach die unverheuchelte Variante.\u201c Dies als Antwort auf die Frage: \u201eKann man in einer Boulevard-Zeitung gut schreiben, als Dichter?\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Hier liegt der unmittelbare Anlass f\u00fcr die Goetz\u2019sche Einlassung im Party-\u00dcbergang vom <em>Klage<\/em>-Blog zum <em>Klage<\/em>-Buch.<\/p>\n<p>In diesem Buch, <em>Klage,<\/em> erf\u00e4hrt man mehr. Besonders v. Stuckrad-Barres Inszenierung seiner Kokainsuchtkrankheit \u2013 vor der Prominentenkamera von Herlinde Koelbl<a title=\"\" href=\"#_edn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> \u2013 wird sarkastisch kommentiert und schlie\u00dflich der Autor in seiner <em>tristesse-royale<\/em>-\u201apopliterarischen\u2018 Modebewusstheit etwas abf\u00e4llig als \u201evon seiner Weste selbst so \u00fcberzeugte[r] Westentr\u00e4ger\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn19\"><ins cite=\"mailto:Office%202004%20Test%20Drive-Benutzer\" datetime=\"2011-08-31T17:44\"><ins cite=\"mailto:Office%202004%20Test%20Drive-Benutzer\" datetime=\"2011-08-31T17:44\"><sup>[19]<\/sup><\/ins><\/ins><\/a> bezeichnet. Nickeligkeiten, die den Kern der Sache vielleicht eher streifen, obwohl sie ihn durchaus auch betreffen. Von ferne erinnert man sich an eine Art boulevardkritisches Libretto v. Stuckrad-Barres in dessen Buch <em>Blackbox,<\/em> in dem Goetz als \u201eYellowpress-Submarine\u201c-Fotograf figurierte: \u201eDer Rainald! N komischer Typ, aber ich mag ihn, und er hats auch wirklich drauf, im richten Moment auf den Ausl\u00f6ser zu dr\u00fccken, n\u00e4mlich dauernd.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Aber dieser scherzhafte Ton ist weit entfernt von der H\u00e4rte des in <em>Klage<\/em> Vorgetragenen, ganz zu schweigen von der zitierten \u00f6ffentlichen Absage.<\/p>\n<p>Sehr <ins cite=\"mailto:Nicole\" datetime=\"2011-09-05T20:11\"><\/ins>wohl deutlich wird in <em>Klage<\/em> aber Goetz\u2019 Haltung zum Boulevard selber, den er in der Springerpresse und insbesondere in <em>BILD<\/em> repr\u00e4sentiert sieht. Wenn man von dem anderen hier einschl\u00e4gigen Gegenwartsautor, Max Goldt,<a title=\"\" href=\"#_edn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> absieht, findet man weit und breit kaum eine sch\u00e4rfere Ablehnung und Kritik. <em>BILD,<\/em> Kai Diekmann, Franz Josef Wagner, Mathias D\u00f6pfner, Friede Springer selbst sind in <em>Klage<\/em> schlicht Agenten des B\u00f6sen, des Gemeinen, mithin legitime Gegenst\u00e4nde der Schimpfe: \u201ePornographie von oben. [\u2026] Die Stinkenden, die M\u00e4chtigen, DIE KAPUTTEN.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Der in Kuhlbrodts Zitat erw\u00e4hnte Frank Schirrmacher und die <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/em> oder der zeitweise Leiter des <em>Spiegel<\/em>-Kulturressorts Matthias Matussek werden als Komplement\u00e4rerscheinungen zum verachteten Springer\u2019schen Boulevard einrangiert. Zum Heiklen dieses ganzen Sprechakts \u2013 wenn man denn Goetz\u2019 Beobachtungen und Argumente zu diesem einzigen zusammenfassen kann \u2013 geh\u00f6rt, dass der eigene Erstpublikationsort <em>Vanity Fair<\/em> in diesem Zusammenhang nicht diskutiert wird, vielmehr als kluge Wahl eines gewisserma\u00dfen extraterrestrischen Milieus erscheint, in dem sensible Intellektuelle um Ulf Poschardt Wert auf exquisite Texte und Einzelhefte legen.<a title=\"\" href=\"#_edn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Dies wirkt zun\u00e4chst durchaus r\u00e4tselhaft.<\/p>\n<p>Das aus Goetz\u2019 Produktionen f\u00fcr <em>Vanity Fair<\/em> entstandene Buch <em>Klage<\/em> ist Teil einer Serie, von Goetz mit peritextuellem Reihentitel als \u201eBuch 6\u201c gerechnet und getauft mit: \u201eund m\u00fcsste ich gehen in dunkler Schlucht\u201c. Ein leicht zu erkennendes Bibelzitat, Psalm 23, \u201eDer Herr ist mein Hirte\u201c, ebenjenes Bibelwort, das US-Pr\u00e4sident Bush jr. als Motto \u00fcber die auf 9\/11 folgende<ins cite=\"mailto:ad%20min\" datetime=\"2011-10-02T10:43\">n<\/ins> Jahre gestellt hatte.<a title=\"\" href=\"#_edn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Man geht nicht zu weit, wenn man \u201adunkle Schlucht\u2018 in Goetz\u2019 Adaption nicht nur mit \u201eBetrieb\u201c,<a title=\"\" href=\"#_edn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> sondern einfach mit Boulevard \u00fcbersetzt. Denn dieser steht \u2013 nach Punk und Rave \u2013 nunmehr im Focus der Goetz\u2019schen Gegenwarts-\u201eGrundlagenforschung\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Ihm konfrontiert er sich sowohl in <em>Klage<\/em> als auch im Folgeband von <em>und m\u00fcsste ich gehen in dunkler Schlucht:<\/em> <em>loslabern<\/em> von 2009. Wieder und wieder begegnet er dem entsprechenden Personal, erforscht es in moralistischem Stil geradezu bis hinein in seine K\u00f6rpersprache. Die Genannten kommen alle in Person vor; besonders zu erw\u00e4hnen ist die ebenso komische wie aufschlussreiche Konfrontation mit Frank Schirrmacher auf einem Berliner <em>FAZ<\/em>-Empfang 2008 in <em>loslabern<\/em>.<a title=\"\" href=\"#_edn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Goetz sucht die Auseinandersetzung mit dem Boulevard. Und Auseinandersetzung ist nicht schlicht mit Ablehnung zu \u00fcbersetzen. Einfach eingekapselt in eine verj\u00e4hrte Bildungssprache dagegen zu sein, ist keine diskutable Reaktion.<a title=\"\" href=\"#_edn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Daher wohl auch die Option f\u00fcr <em>Vanity Fair<\/em>. Es bedarf bis zu einem gewissen Grad durchaus einer N\u00e4he, Affirmation, Vertrautheit, Erfahrung mit dem kritisierten Gegenstand, einer Erfahrung sowohl mit den zugeh\u00f6rigen Praktiken als auch, hiervon kaum zu trennen, mit den beteiligten Personen.<a title=\"\" href=\"#_edn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Wer sich das nicht zumutet, hat leicht reden. Es ist vermutlich diese Hintergrundvoraussetzung, die v. Stuckrad-Barre f\u00fcr Goetz \u00fcberhaupt zum Gegenstand von Interesse werden l\u00e4sst. Denn wenn einer sich den Praktiken und Diskursen von popul\u00e4rem Journalismus, Boulevardfernsehen und Yellowpress ausgesetzt hat, so der Autor von <em>Soloalbum<\/em> sqq., dessen literarische Karriere sich geradezu als Gang durch die einschl\u00e4gigen Medien und zugleich Auseinandersetzung mit ihnen beschreiben l\u00e4sst.<a title=\"\" href=\"#_edn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Die laxe Komplettaffirmation der Boulevardmedien aber, die sich im inkriminierten <em>Cicero<\/em>-Interview findet, wirkt demgegen\u00fcber als S\u00fcndenfall. F\u00fcr Goetz scheint hingegen zu gelten: der Gang durch die Schlucht ist ein schwerer, fast nicht zu schaffen \u2013 nur mit Gl\u00fcck und Gottvertrauen \u2013, vom Scheitern bedroht, und das muss so sein. Die leichtfertige Rede v. Stuckrad-Barres streicht eine Differenz, auf der zu bestehen ist, und diese Streichung <em>ist<\/em> sein Scheitern. Es ist str\u00e4flich und es wird bestraft. Vor einem Publikum, \u00fcber das in der Presse zu lesen war: \u201eDie Zentrale Intelligenz Agentur ist fast in kompletter Mannschaftsst\u00e4rke angetreten, und aus den versammelten Journalisten k\u00f6nnte man locker ein ausgewachsenes Feuilleton rekrutieren.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Die Bestrafung findet insofern vor der Produzenten\u00f6ffentlichkeit statt.<\/p>\n<p>Allerdings ist das Problem damit nicht erledigt, es taucht ein Jahr sp\u00e4ter in <em>loslabern<\/em> neu auf, und wiederum in Person von v. Stuckrad-Barre, am Eingang zur genannten <em>FAZ<\/em>-Party: \u201e[I]ch kam mit dem Rad und sah [\u2026] Dietl, Kroetz und Stuckrad-Barre, dahinter Vanity-Fair-People-Chefin Inga Gr\u00f6mminger, CRAZY, das gibt\u2019s doch nicht\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Diese Kombination der Figuren h\u00e4tte etwas von einem Symptom, sollte sie nicht mit Bedacht so gestaltet sein. Und die Figur des v. Stuckrad-Barre erscheint nun \u2013 anstatt als ein f\u00fcr allemal Verurteilter \u2013 zweideutig. Einerseits hei\u00dft es: \u201eSeit Stuckrad-Barre exklusiv bei Springer arbeitete, kaufte ich mir [\u2026] regelm\u00e4\u00dfig alle paar Tage die BZ, wenn ich dachte, irgendein Berliner Gro\u00dfereignis k\u00f6nnte den Berlin-Reporter Stuckrad-Barre zu einer Reportage veranlasst haben\u201c \u2013 \u201eweil mein Interesse an Stuckrad-Barre gr\u00f6\u00dfer war als mein Ekel vor Springer. Im Kern machte Benjamin von Stuckrad-Barre genau das, was ich auch immer hatte machen wollen, mitarbeiten bei der Presse, um dabei die Welt, wie sie wirklich war, zu erkunden\u201c. Zu einem Portr\u00e4t des Politikers Guido Westerwelle in der <em>Welt am Sonntag<\/em> will er Stuckrad-Barre geradezu gratulieren\u2026<a title=\"\" href=\"#_edn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> Das ist die eine Seite. Die andere ist die absch\u00e4tzige Diagnose \u201eBoulevarddreck\u201c,<a title=\"\" href=\"#_edn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> die angewiderte Beobachtung, wie der Springer-Vorstandsvorsitzende D\u00f6pfner seine Autoren Stuckrad-Barre und Poschardt wie untergebene Offiziere jovial-autorit\u00e4r duzend vereinnahmt \u2013 Angeh\u00f6rige des verachtenswerten \u201eSystem[s] Springer\u201c.<a title=\"\" href=\"#_edn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Es ist diese Ambivalenz, die an v. Stuckrad-Barre weiter fasziniert.<a title=\"\" href=\"#_edn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>These: Was hier am Autor v. Stuckrad-Barre versuchsweise verhandelt oder doch wenigstens bezeichnet wird, das sind Probleme des Schreibens auf dem und f\u00fcr den Boulevard, \u00fcber den Boulevard, in Kontakt mit ihm. Literaturhistorisch handelt es sich bei dieser Figur des v. Stuckrad-Barre um nichts anderes als um eine typologische Wiederkehr des Helden Lucien de Rubempr\u00e9 aus Honor\u00e9 de Balzacs <em>Illusions perdues,<\/em> neuer Herkules an der Weggabelung von guter Literatur und erfolgreichem Journalismus. Nicht zuf\u00e4llig ist dieser <em>homo viator in bivio<\/em> einer, dessen Abenteuer in Milieus der Boh\u00e8me vorfallen. Die Pariser Begebnisse des Lucien de Rubempr\u00e9 spielen sich als Option zwischen zwei Freundeskreisen ab, die beide Boh\u00e8me-Struktur aufweisen, obwohl nur der eine dieser Kreise, die verderbliche Journalisten-Clique, auch so genannt wird.<\/p>\n<p><ins cite=\"mailto:Office%202004%20Test%20Drive-Benutzer\" datetime=\"2011-08-31T17:53\">Z<\/ins>un\u00e4chst vertraut sich Lucien der \u201ejungen Elite\u201c an,<a title=\"\" href=\"#_edn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> einem stabilen Freundeskreis, der sich um Daniel d<ins cite=\"mailto:Nicole\" datetime=\"2011-08-31T20:20\">\u2019<\/ins>Arthez gruppiert und in dem man sich ernsthaften Studien widmet, sich wechselseitig aufrichtig kritisiert. Die Beteiligten sind arm, ihre Gruppe ist so elit\u00e4r wie sie sich einerseits selektiv verh\u00e4lt und andererseits treu: \u201eDie Strenge, die sie \u00fcbten, wenn sie einen neuen Bewohner in ihre Sph\u00e4re aufnahmen, war verst\u00e4ndlich. Sie waren sich ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihres Gl\u00fccks zu sehr bewu\u00dft, um es durch neue, unbekannte Elemente zu gef\u00e4hrden.\u201c \u2013 \u201eDieser Bund der Gef\u00fchle und Interessen w\u00e4hrte, frei von Ersch\u00fctterungen und getrogenen Hoffnungen, zwanzig Jahre.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> Die Beteiligten versuchen Lucien vor dem Journalismus als seinem Ungl\u00fcck zu bewahren, dies ist die andere Seite: \u201eZu wiederholten Malen sprach Lucien davon, sich auf die Zeitungen zu werfen, und stets sagten ihm seine Freunde: H\u00fcten sie sich davor.\u201c \u2013 \u201eWer alles sagen kann, wird am Ende alles tun!\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> \u2013 \u201eDer Journalismus ist die H\u00f6lle, ein Abgrund der Ungerechtigkeiten, der L\u00fcgen und des Verrats; nur wer wie Dante vom g\u00f6ttlichen Lorbeer Vergils besch\u00fctzt ist, kann rein daraus hervorgehen.\u201c (\u201aIn dunkler Schlucht\u2026\u2018) Eben dies, \u201arein daraus hervorzugehen\u2018, ist der illusorische Vorsatz des Lucien, aus dessen Innenleben der Balzac\u2019sche Erz\u00e4hler berichtet: \u201eKonnte er nicht mit Anstand tun, was die Journalisten ohne Gewissen und W\u00fcrde taten?\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> Das ist sein Irrtum, er f\u00fchrt ihn auf die nur zu absch\u00fcssige Bahn, er wird abh\u00e4ngig, k\u00e4uflich und so fort.<\/p>\n<p>Diese Boh\u00e8me-und-Boulevard-Erz\u00e4hlung bietet offenbar ein erfolgreiches Modell. Das hat man Balzac zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht gedankt, mochte er selbst sich von journalistischer \u201eSeilt\u00e4nzerei\u201c distanzieren und \u00fcbrigens noch so sehr an seinen Texten feilen.<a title=\"\" href=\"#_edn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Ironischerweise hat vielmehr die Balzac-Rezeption die journalismuskritische Tendenz gegen ihn selbst gewendet, seinen Stil als zeitungsnah verurteilt. (Ein Rezeptionsschicksal, das er, objektiv ironisch, mit Heinrich Heine teilen musste, dem er die Erz\u00e4hlung <em>Un Prince de la Boh\u00e8me<\/em> gewidmet hat.) Balzac hat mit seiner Darstellung ein stabiles Schema gestiftet, das literarisch seit dem 19. Jahrhundert erstaunlich kontinuierlich funktioniert,<a title=\"\" href=\"#_edn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> auch \u00fcber die nationalliterarischen Grenzen hinweg, nicht zuletzt aus deutscher Perspektive. In der <em>Fackel<\/em> vom 26. Juni 1909 wird Karl Kraus als Aufsatz unter dem Titel \u201eDer Journalismus\u201c \u2013 und unter dem Autornamen Balzac \u2013 nicht mehr und nicht weniger als eine ausf\u00fchrliche Collage jener Partien aus den <em>Illusions perdues<\/em> bringen, die Luciens Initiation in die Welt der Zeitung beschreiben, eine Welt der moralischen und damit in eins intellektuellen Korruption.<a title=\"\" href=\"#_edn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> Und wenn dieser Text in der <em>Fackel<\/em> erscheint, so zugleich an jenem Ort, an dem auch Erich M\u00fchsams Eloge auf die \u201eBoh\u00e8me\u201c gedruckt<a title=\"\" href=\"#_edn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> und die \u201aK\u00f6nigin der Boh\u00e8me\u2018 Else Lasker-Sch\u00fcler publiziert wird, bevor Kraus sich dann f\u00fcr seine Allein-Autorschaft entschied. Die Varianten und Stationen der Boh\u00e8me-Boulevard-Konstellation sind bis in die Gegenwart zahlreich und verdienen Analyse.<\/p>\n<p>Hier soll nur eine Variante angef\u00fchrt sein, in der Karl Kraus selbst eine Rolle spielt. Wieder handelt es sich um eine Situation in Berlin, wieder auf dem Boulevard und wieder im Milieu der auf dem Boulevard agierenden Boh\u00e8me. 1928, zur Zeit der Entstehung der <em>Dreigroschenoper,<\/em> kommt es zu einer denkw\u00fcrdigen Begegnung von Elias Canetti mit Bertolt Brecht, gegen dessen Person er sogleich eine von ihm selbst als \u201ahochmoralisch\u2018 bezeichnete Ablehnung empfindet: \u201e[I]ch kam mit hohen T\u00f6nen aus Wien, der Reinheit und Strenge von Karl Kraus verschrieben [\u2026] [I]ch sah Brecht kein einziges Mal, ohne meine Verachtung f\u00fcr Geld zu \u00e4u\u00dfern. Ich <em>mu\u00dfte<\/em> meine Fahne hochziehen und Farbe bekennen: man schrieb nicht f\u00fcr Zeitungen, man schrieb nicht f\u00fcr Geld, f\u00fcr jedes Wort, das man schrieb, stand man mit der ganzen Person ein. Das irritierte Brecht aus mehr als einem Grund: ich hatte nichts ver\u00f6ffentlicht, er hatte nie etwas von mir geh\u00f6rt, hinter meinen Worten steckte f\u00fcr ihn, der viel auf Realit\u00e4ten gab, nichts. Da mir niemand etwas angeboten hatte, hatte ich nichts ref\u00fcsiert. Keine Zeitung hatte mir vorgeschlagen, f\u00fcr sie zu schreiben, also hatte ich auch keiner widerstanden. \u201aIch schreibe nur f\u00fcr Geld\u2018, sagte er trocken und geh\u00e4ssig. \u201aIch habe ein Gedicht \u00fcber Steyr-Autos geschrieben und daf\u00fcr ein Steyr-Auto bekommen.\u2018\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> Das ist die Situation, wiederum das bekannte Schema. Das Faszinierende ist aber hier, dass es damit nicht sein Bewenden hat, dass vielmehr Canetti unmittelbar darauf eine irritierende Lektion zu lernen hat. Das Schema ist gar nicht schematisch anwendbar; seine Applikation muss immer neu ausgehandelt werden: \u201eAber meine Situation wurde noch komplizierter, als man nach dem Bisherigen denken k\u00f6nnte, denn der Mann, der mir Glaube und Gesinnung war, den ich unter allen Menschen auf der Welt am h\u00f6chsten verehrte, ohne dessen Zorn und Eifer ich nicht h\u00e4tte leben m\u00f6gen, dem mich zu n\u00e4hern ich nie gewagt h\u00e4tte [\u2026] \u2013 Karl Kraus also war zu dieser Zeit in Berlin und war mit Brecht befreundet, den er h\u00e4ufig sah, und durch Brecht lernte ich ihn, einige Wochen vor der Premiere der \u201aDreigroschenoper\u2018 kennen.\u201c \u2013 Man trifft sich in einer Kneipe\u2026 \u2013 <ins cite=\"mailto:Nicole\" datetime=\"2011-08-31T20:21\">\u201e<\/ins>Ich war erdr\u00fcckt von der Vorstellung, am Tische eines Gottes zu sitzen.\u201c \u2013 \u201eIch erwartete Ungeheures von ihm, und es kamen Artigkeiten. Jeden am Tische behandelte er mit Zartgef\u00fchl, aber mit Liebe, als w\u00e4re es sein Sohn, behandelte er Brecht, das junge Genie \u2013 sein <em>erw\u00e4hlter<\/em> Sohn.\u201c \u2013 \u201eDas Gespr\u00e4ch ging um die \u201aDreigroschenoper\u2018, die noch nicht so hie\u00df, ihr Name wurde in diesem Kreis beraten.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> In aller K\u00fcrze w\u00e4re zu interpretieren: Prostitution ist offenbar nicht einfach gleich Prostitution. Was in den Verhandlungen der Boh\u00e8me \u00fcber den Boulevard ausgetragen wird, sind Fragen des Kaufens und Verkaufens und Sich-Verkaufens, der K\u00e4uflichkeit und Verk\u00e4uflichkeit. Aber sie sind keineswegs schematisch entscheidbar, sondern immer erneut zu stellen und von Fall zu Fall zu entscheiden.<\/p>\n<p>Wenn man mir bis hierhin folgen will, also die These einer durchg\u00e4ngigen Struktur teilt, w\u00e4re zu fragen, welche Mittel wir haben, um diese Verh\u00e4ltnisse plausibel zu theoretisieren. Wie gesagt, d\u00fcrfte ein Forschungsdesiderat darin liegen, die Opposition, die in Kreuzers Definition bem\u00fcht wird \u2013 Boh\u00e8me versus B\u00fcrgerlichkeit oder versus kulturelle Norm \u2013, als Interaktion zu begreifen. Hierzu hat Seigel 1986 mit seinem Buch <em>Bohemian Paris. Culture, Politics, and the Boundaries of Bourgeois Life,<\/em> das \u00fcbrigens erkl\u00e4rterma\u00dfen Helmut Kreuzer viel verdankt,<a title=\"\" href=\"#_edn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a> einen hilfreichen Vorschlag gemacht. Nimmt man es genau, kn\u00fcpft dieser Vorschlag seinerseits an eine Vorgabe wiederum Balzacs an, der in <em>Un Prince de la Boh\u00e8me<\/em> die Boh\u00e8me als \u201eMikrokosmos\u201c gefasst hat,<a title=\"\" href=\"#_edn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a> in dem Innovations- und Ausbildungsprozesse von gro\u00dfer sozio\u00f6konomischer Relevanz stattfinden.<a title=\"\" href=\"#_edn49\"><sup>[49]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Boh\u00e8me w\u00e4re Seigel zufolge, der darin Balzac weiterzudenken versucht, nicht nur als antib\u00fcrgerliche Inkubationsphase oder Passage von Karrieren zu verstehen, sondern insbesondere als eine Art Test-, als H\u00e4rtetest-Raum zu begreifen. Experimentiert wird nicht zuletzt mit von Haus aus \u201ab\u00fcrgerlichen\u2018 Normen und Werten. Allerdings in einem Milieu und auf eine Weise, die es B\u00fcrgerlichen oder entsprechend \u201aNormierten\u2018 weitgehend unm\u00f6glich macht, diese Normen und Werte als b\u00fcrgerliche wiederzuerkennen. Um es am zuletzt angef\u00fchrten Fall auszuf\u00fchren: wenn man genau hinh\u00f6rt, was Canetti in seiner Auseinandersetzung mit dem scheinbar frivolen Bertolt Brecht haupts\u00e4chlich anf\u00fchrt \u2013 kraus-gest\u00fctzt: \u201aman schreibt nicht f\u00fcr Geld, f\u00fcr jedes Wort, das man schreibt, steht man mit der ganzen Person ein\u2026\u2018 \u2013, so erkennt man hier unschwer einen Grundtext des deutschen Bildungsb\u00fcrgertums des 19. Jahrhunderts wieder, n\u00e4mlich Artur Schopenhauers <em>Parerga und Paralipomena;<\/em> genauer gesagt, die darin enthaltenen Paragraphen \u201eUeber Schriftstellerei und Stil\u201c. Sie beginnen n\u00e4mlich mit der normativ grunds\u00e4tzlichen Unterscheidung von Schreiben f\u00fcr Geld versus Schreiben der Sache halber: \u201eZuv\u00f6rderst giebt es zweierlei Schriftsteller: solche, die der Sache wegen, und solche, die des Schreibens wegen schreiben. Jene haben Gedanken gehabt, oder Erfahrungen gemacht, die ihnen mittheilenswerth scheinen; Diese brauchen Geld, und deshalb schreiben sie, f\u00fcr Geld.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a> Aus dieser Unterscheidung leiten sich alle weiteren Bestimmungen dessen ab, was guter Stil ist. Die Operation der Boh\u00e8me scheint nun einer komplexen moralischen \u00d6konomie zu folgen, welche darauf ausgeht, diese Norm dort in Abschlag zu bringen, wo sie von Haus aus nicht hingeh\u00f6rt und wo es ganz unwahrscheinlich ist, dass sie sich bew\u00e4hren und zu Resultaten f\u00fchren k\u00f6nnte, innerhalb des neuen Dispositivs der Massenmedien n\u00e4mlich. Das Bestehen des Autors auf dem Boulevard und in Konfrontation mit ihm ist eine Frage des Stils. Und diese ist \u2013 ganz so wie in den <em>Illusions perdues<\/em> \u2013 eine Frage der Moral. Hier ist das Canetti-Kraus\u2019sche Wort ganz ernstzunehmen: \u201af\u00fcr jedes Wort, das man schreibt, steht man mit der ganzen Person ein.\u2018 Der moralische Code unterscheidet nach Achtung und Missachtung. Diese beziehen sich auf die ganze Person.<a title=\"\" href=\"#_edn51\"><sup>[51]<\/sup><\/a> Die deshalb zur Verhandlung steht, in ihrem diskreten oder indiskreten Habitus \u2013 bis hin zur Frage der Exhibition von Kokainabh\u00e4ngigkeit oder Westen-Marotte. Ob und wie diese Frage in der digitalen \u00c4ra aktuell bleibt oder aktualisiert wird?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Luc Boltanski\/\u00c8ve Chiapello: <em>Der neue Geist des Kapitalismus,<\/em> transl. Michael Tillmann, Konstanz, UVK, 2003, 143sq.; Luc Boltanski: \u201eLeben als Projekt. Prekarit\u00e4t in der sch\u00f6nen neuen Netzwerkwelt\u201c, transl. Robin Celikates, in: <em>Polar<\/em> 2, Fr\u00fchjahr 2007, 7\u201313, 7; Bruno Latour: <em>Elend der Kritik<\/em><em>. Vom Krieg um Fakten zu Dingen von Belang,<\/em> transl. Heinz Jatho, Z\u00fcrich\u2013Berlin, diaphanes, 2007, 19sq.; cf. Michael Rutschky: \u201eDie Erfindung des Ich. Vermischte Nachrichten\u201c, in: <em>Merkur<\/em> 65,9\/10: <em>Sag die Wahrheit! Warum jeder ein Nonkonformist sein will, aber nur wenige es sind,<\/em> September\/Oktober 2011, 959\u2013969, 961.<\/p>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Alexis Joachimides: Art. \u201eBoheme\u201c, in: Karlheinz Barck et al. (ed.): <em>\u00c4sthetische Grundbegriffe,<\/em> vol. 1, Stuttgart\u2013Weimar, Metzler, 2000, 728\u2013750, 729, 748sq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Tobia Bezzola: \u201eMassenboheme. Das L\u00e4cheln der Beatles und das Schweigen von Marcel Duchamp\u201c, in: <em>Kunstforum International,<\/em> 134, 1996, 177\u2013182.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Erwin Panofsky: \u201eKunstgeschichte als geisteswissenschaftliche Disziplin [The History of Art as a Humanistic Discipline]\u201c, in: ders.: <em>Sinn und Deutung in der bildenden Kunst (Meaning in the Visual Arts),<\/em> K\u00f6ln, DuMont Schauberg, 1975, 7\u201335, 26.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Diedrich Diederichsen: <em>Der lange Weg nach Mitte. Der Sound und die Stadt,<\/em> K\u00f6ln, Kiepenheuer &amp; Witsch, 1999, 233.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Holm Friebe\/Sascha Lobo: <em>Wir nennen es Arbeit. Die digitale Boh\u00e8me oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung,<\/em> M\u00fcnchen, Heyne, 2006; r\u00fcckblickend: Holm Friebe: \u201eDigitale Boheme revisited\u201c, in: <em>Literatur Konkret,<\/em> 24.9.2010 (eingeheftet in: <em>Konkret,<\/em> 10\/2010), 9\u201311.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Cf. Jerrold Seigel: \u201ePutting Bohemia on the Map\u201c, in: Pascal Brisette\/Anthony Glinoer (ed.): <em>Boh\u00e8me sans fronti\u00e8re,<\/em> Rennes, Presses Universitaires de Rennes, 2010, 39\u201353. Zur Unm\u00f6glichkeit einer auf telefonische Interaktion restringierten Boh\u00e8me cf.: Simone de Beauvoir: <em>Amerika Tag und Nacht. Reisetagebuch 1947<\/em>, transl. Heinrich Wallfisch, Reinbek b.H., Rowohlt Taschenbuch, 1988, 26.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Helmut Kreuzer: Art. \u201eBoheme\u201c, in: Klaus Weimar et al. (ed.): <em>Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte,<\/em> vol. 1, Berlin\u2013New York, de Gruyter, 1997, 241\u2013245, 241.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Cf. Remigius Bunia\/Till Dembeck\/Georg Stanitzek: Elemente einer Literatur- und Kulturgeschichte des Philisters. Einleitung\u201c, in: R.B.\/T.D.\/G.S. (ed.): <em>Philister. Problemgeschichte einer Sozialfigur der neueren deutschen Literatur,<\/em> Berlin, Akademie, 2011, 13\u201351, 37sqq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Cf. gegen\u00fcber der historischen Boh\u00e8me etwa Christian Demand: <em>Die Besch\u00e4mung der Philister. Wie die Kunst sich der Kritik entledigte,<\/em> 2. ed., Springe: zu Klampen! 2007, 100; Harun Farocki: \u201eIm Kino\u201c, in: <em>Filmkritik,<\/em> 25,8, August 1981, 385\u2013386, 386. \u2013 Gegen\u00fcber der sogenannten digitalen Boh\u00e8me: Werner Bartens: \u201eLass mal gut sein. Kathrin Passig und Sascha Lobo loben das Aufschieben\u201c [Rez.: Kathrin Passig\/Sascha Lobo: <em>Dinge geregelt kriegen \u2013 ohne einen Funken Selbstdisziplin,<\/em> Berlin, Rowohlt Berlin, 2008], in: <em>S\u00fcddeutsche Zeitung,<\/em> 28.10.2008, N\u00ba 251, 16; Peter Richter: \u201eDie Neophilister\u201c, in: <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,<\/em> 13.12.2009, N\u00ba 50, 31.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Jerrold Seigel: <em>Bohemian Paris. <\/em><em>Culture, Politics, and the Boundaries of Bourgeois Life, 1830\u20131930,<\/em> New York, Penguin, 1987.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Walter Benjamin: \u201eCharles Baudelaire. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus\u201c, in: ders.: <em>Gesammelte Schriften,<\/em> ed. Rolf Tiedemann\/Hermann Schweppenh\u00e4user, vol. I,2, Frankfurt\/M., Suhrkamp, 1974, 509\u2013690, 530sq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Detlef Kuhlbrodt<ins cite=\"mailto:ad%20min\" datetime=\"2011-10-02T10:51\">:<\/ins> \u201eDie Stimmung war superangenehm. Rainald Goetz \u201aklagt\u2018 nicht mehr\u201c, in: <em>die tageszeitung,<\/em> 23.6.2008, N\u00ba 8612 , 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Ijoma Mangold: \u201eEnde aller Klagen. Rainald Goetz feiert den Abschluss seines \u201aVanity Fair\u2018-Blogs\u201c, in: <em>S\u00fcddeutsche Zeitung,<\/em> 23.6.2008, N\u00ba 144, 11.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Zur fr\u00fcheren N\u00e4he und Zusammenarbeit der Autoren cf. Rainald Goetz: <em>Dekonspiratione,<\/em> Frankfurt\/M., Suhrkamp, 2000.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Hajo Schumacher: <ins cite=\"mailto:Office%202004%20Test%20Drive-Benutzer\" datetime=\"2011-08-31T17:26\">\u201e<\/ins>Berlin ist Deutsches Theater. Ein Gespr\u00e4ch mit Benjamin von Stuckrad-Barre<ins cite=\"mailto:Office%202004%20Test%20Drive-Benutzer\" datetime=\"2011-08-31T17:26\">\u201c<\/ins>, in: <em>Cicero. Magazin f\u00fcr politische Kultur,<\/em> Juli 2008, 128\u2013130, 130.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Http:\/\/www.cicero.de\/stuckrad-barre.php [22.4.2011].<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Herlinde Koelbl: <em>Rausch und Ruhm \u2013 Popliterat Benjamin von Stuckrad-Barre<\/em> (ARD 2003); cf. Rainald Goetz: <em>Klage,<\/em> Frankfurt\/M., Suhrkamp, 2008, 171\u2013173, 181sq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ednref19\"><sup>[19]<\/sup> <\/a>Goetz: Klage, op. cit., 419.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Benjamin v. Stuckrad-Barre: \u201espeichern unter: krankenakte dankeanke\u201c, in: ders.: <em>Blackbox. Unerwarteter Systemfehler,<\/em> K\u00f6ln, Kiepenheuer &amp; Witsch, 2000, 75\u2013169, 118.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Max Goldt<ins cite=\"mailto:ad%20min\" datetime=\"2011-10-02T10:15\">:<\/ins> \u201eDie Verachtung\u201c, in: ders., <em>Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens. Prosa und Szenen 2002\u20132004,<\/em> Reinbek b.H., Rowohlt, 2005, 104\u2013115, 112sq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Goetz: <em>Klage,<\/em> op. cit., 67.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Goetz: <em>Klage,<\/em> op. cit., 394, 416sq.,<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> \u201eI also wanted the speech to convey my sense of moral outrage.\u201c \u2013 \u201eI closed with Psalm 23: \u201aEven though I walk through the valley of the shadow of death, I will fear no evil, for You are with me.\u2018\u201c (George W. Bush: <em>Decision Points,<\/em> New York, Crown, 2010, 137sq.)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Cord Riechelmann<ins cite=\"mailto:ad%20min\" datetime=\"2011-10-02T10:52\">:<\/ins> \u201eIrre und L\u00fccken. [\u00dc]ber \u201aLoslabern\u2018 von Rainald Goetz, in: <em>Jungle World,<\/em> 29.10.2009, N\u00ba 44, 6\u20139, 6.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Eckhard Schumacher: \u201e\u201aJetzt, ja, noch mal. Jetzt.\u2018 Rainald Goetz\u2019 Geschichte der Gegenwart\u201c, in: ders.: <em>Gerade Eben Jetzt. Schreibweisen der Gegenwart,<\/em> Frankfurt\/M., Suhrkamp, 2003, 111\u2013154, Zitat: 13.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Rainald Goetz: <em>loslabern. Bericht. Herbst 2008,<\/em> Frankfurt\/M., Suhrkamp, 2009, 118sqq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Goetz: <em>loslabern,<\/em> op. cit., 124sq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Cf. zu <em>Vanity Fair<\/em> in dieser Hinsicht auch Goetz: <em>loslabern,<\/em> op. cit., 81.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Cf. Joachim Lottmann: \u201eMein Leben mit Stuckrad-Barre. Alle mal herh\u00f6ren. Letzte Durchsage: Joachim Lottmann erkl\u00e4rt die Popliteratur\u201c, in: <em>Jungle World,<\/em> 16.\/23.7.2003, N\u00ba 30\/31, 25. Zu v. Stuckrad-Barres <em>BILD<\/em>-Boulevardanalysen cf. insbesondere Benjamin v. Stuckrad-Barre: \u201eTruppenbetreuung\u201c und \u201eBoulevardjournalismus\u201c, in: ders.: <em>Deutsches Theater,<\/em> K\u00f6ln, Kiepenheuer &amp; Witsch, 2001, 32\u201337 und 122\u2013127.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Mangold: \u201eEnde aller Klagen\u201c, l. c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Goetz: <em>loslabern,<\/em> op. cit., 75.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> Goetz: <em>loslabern,<\/em> op. cit., 86. Um dies nachzuvollziehen, bedarf es allerdings einer Portion Ironie, wie man sie eher in Lottmann- als in Goetz-Lekt\u00fcren zu investieren gewohnt ist; cf. Benjamin v. Stuckrad-Barre: \u201eGuido Westerwelle im Bundestagswahlkampf\u201c, in: ders.: <em>Auch Deutsche unter den Opfern,<\/em> K\u00f6ln, Kiepenheuer &amp; Witsch, 2010, 226\u2013233.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> Goetz: <em>loslabern,<\/em> op. cit., 170.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Goetz: <em>loslabern,<\/em> op. cit., 171.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Siehe im Unterschied dazu die vergleichsweise Entschiedenheit von Rembert H\u00fcser: \u201eKlavierbegleitung\u201c, in: Carla A. Damiano\/J\u00f6rg Drews\/Doris Pl\u00f6schberger (ed.): <em>\u201eWas das nun wieder soll?\u201c Von \u201eIm Block\u201c bis \u201eLetzte Gr\u00fc\u00dfe\u201c; zu Werk und Leben Walter Kempowskis,<\/em> G\u00f6ttingen, Wallstein, 2005, 221\u2013246.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> Honor\u00e9 de Balzac: <em>Verlorene Illusionen. <\/em><em>Roman,<\/em> transl. Udo Wolf, 2. ed., Berlin\u2013Weimar, Aufbau, 1983 (= <em>Die menschliche Kom\u00f6die. Szenen aus dem Provinzleben,<\/em> vol. 9), 256.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> Balzac: <em>Verlorene Illusionen,<\/em> op. cit., 258.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> Balzac: <em>Verlorene Illusionen,<\/em> op. cit., 266.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> Balzac: <em>Verlorene Illusionen,<\/em> op. cit., 267.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Ernst Robert Curtius: <em>Balzac,<\/em> Bonn, Friedrich Cohen, 1923, 369sq. sowie 429sqq.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> Stefan Ripplinger: \u201eJournalisten, nicht nur nach Balzac\u201c (\u201eWas k\u00fcmmert mich der Dax\u201c), in: <em>Jungle World,<\/em> 4.3.2010, N\u00ba 9, 17, mit gewisser Skepsis gegen\u00fcber dem sozialhistorischen Gehalt: \u201edie tugendhafte Boh\u00e8me, die er r\u00fchmt, hat es wohl nie gegeben.\u201c \u2013 In dieser Hinsicht w\u00e4re mit Seigel die doppelte Topographie der Boh\u00e8me zu bedenken: Sie hat eine empirische und eine imagin\u00e4re Adresse (Seigel: \u201ePutting Bohemia on the Map\u201c, op. cit., 39sq.).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> Honor\u00e9 de Balzac: \u201eDer Journalismus\u201c, in: <em>Die Fackel<\/em><em>,<\/em> 11. Jahr, N\u00ba 283\/284, 26.6.1909, 1\u201318.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> Erich M\u00fchsam: \u201eBoh\u00eame\u201c, in: <em>Die Fackel,<\/em> 8. Jahr, N\u00ba 202, 30.4.1906, 4\u201310.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> Elias Canetti: <em>Die Fackel im Ohr. Lebensgeschichte 1921\u20131931,<\/em> 21. ed., Frankfurt\/M.: Fischer Taschenbuch, 2000, 259.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> Canetti: <em>Die Fackel im Ohr,<\/em> op. cit., 260.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref47\"><sup>[47]<\/sup><\/a> Siehe den ausf\u00fchrlich w\u00fcrdigenden Hinweis bei Seigel: <em>Bohemian Paris,<\/em> op. cit., 401 auf Helmut Kreuzer: <em>Die Boheme. Analyse und Dokumentation der intellektuellen Subkultur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart,<\/em> Stuttgart, Metzler, 2000.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a> Honor\u00e9 de Balzac: \u201eEin F\u00fcrst der Boh\u00e8me\/Un Prince de la Boheme\u201c, in: ders., <em>Die menschliche Kom\u00f6die. Gesamtausgabe<\/em> mit Anmerkungen und biographischen Notizen \u00fcber die Romangestalten, ed. Ernst Sander: <em>Szenen aus dem Pariser Leben,<\/em> M\u00fcnchen, Goldmann, o.J., 27\u201364.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a> Cf. Georg Stanitzek: \u201eDie Boh\u00e8me als Bildungsmilieu: Zur Struktur eines Soziotopos\u201c, in: <em>Soziale Systeme,<\/em> 16, 2: Die Wirklichkeit der Universit\u00e4t. Rudolf Stichweh zum 60. Geburtstag, ed. J\u00fcrgen Kaube\/Johannes F.K. Schmidt (2010), 404\u2013418.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a> Arthur Schopenhauer: \u201eUeber Schriftstellerei und Stil\u201c, in: ders.: <em>Parerga und Paralipomena: Kleine philosophische Schriften,<\/em> vol. 2, in: ders.: <em>Werke in f\u00fcnf B\u00e4nden,<\/em> ed. Ludger L\u00fctkehaus, Z\u00fcrich, Haffmans, 1991, vol. 5, 445\u2013479, 445 (\u00a7 272).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a> Niklas Luhmann: \u201eSoziologie der Moral\u201c, in: ders.: <em>Die Moral der Gesellschaft,<\/em> Frankfurt\/M., Suhrkamp, 2008, 56\u2013162, 111f.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Narr Francke Attempto Verlags. Weitere Hinweise zum Buch <a title=\"verlagshinweis\" href=\"http:\/\/www.narr-shop.de\/index.php\/haussmann-und-die-folgen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"website stanitzek\" href=\"http:\/\/www.uni-siegen.de\/phil\/germanistik\/mitarbeiter\/stanitzek_georg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Georg Stanitzek<\/a> ist Professor f\u00fcr Germanistik an der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man gegenw\u00e4rtig \u00fcber die Boh\u00e8me sprechen, und was ist ihr Stellenwert in der Gegenwart?<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[364,377,850,1830,1943,2252],"class_list":["post-2795","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-boheme","tag-boulevard","tag-georg-stanitzek","tag-pop-literatur","tag-rainald-goetz","tag-stuckrad-barre"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2795"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2795\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}