{"id":326,"date":"2012-09-06T13:28:09","date_gmt":"2012-09-06T11:28:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wp11048986.wp305.webpack.hosteurope.de\/?p=326"},"modified":"2012-09-06T13:28:09","modified_gmt":"2012-09-06T11:28:09","slug":"der-rocknroll-macht-es-dirgunter-amendt-und-die-politisierung-des-korpersvon-detlef-siegfried10-9-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2012\/09\/06\/der-rocknroll-macht-es-dirgunter-amendt-und-die-politisierung-des-korpersvon-detlef-siegfried10-9-2012\/","title":{"rendered":"\u00bbDer Rock\u2019n\u2019Roll macht es Dir\u00abG\u00fcnter Amendt und die Politisierung des K\u00f6rpersvon Detlef Siegfried6.9.2012"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Hedonistische Linke<!--more--><small>[dies ist die wesentlich erweiterte Version eines Artikels der Zeitschrift \u00bbPop. Kultur und Kritik\u00ab, Heft 1, Herbst 2012, S. 126-133]<\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><small>\u00bbHow does it feel, das ist die Frage aller Fragen.\u00ab<br \/>\nG\u00fcnter Amendt<\/small><\/p>\n<p>Als Hauptstr\u00f6me der aus \u00bb1968\u00ab hervorgegangenen Gegenkultur hat Rolf Schwendter \u00a0eine \u00bbrationale\u00ab und eine \u00bbemotionale Subkultur\u00ab unterschieden.<a title=\"\" href=\"#_edn1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a> \u00bbRational\u00ab waren demnach die vielen politischen Gruppen, die sich im Zerfall der SDS radikalisierten, \u00bbemotional\u00ab die aus der kulturrevolution\u00e4ren Seite von \u00bb1968\u00ab entstehenden Milieus von Musikfans, Drogenaffinen und Alternativen, die ein anderes Leben hier und jetzt wollten. Die Trennung in Idealtypen mag heuristisch sinnvoll und empirisch teilweise zutreffend sein, bleibt aber dennoch zu schematisch. Sie verdeckt, dass im Alltag vieler Beteiligter radikale Politik und alternativer Lebensstil eng miteinander verkn\u00fcpft waren. Nimmt man die SDS-Gro\u00dfen, so war G\u00fcnter Amendt (1939-2011) einer der wenigen, die nach 1968 nicht in revolution\u00e4rer Parteiarbeit aufgingen, sondern in der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sent waren und weit in die Gesellschaft hineinwirkten. Er reduzierte seinen Aktionsraum nicht auf das Politische, wie es die meisten seiner Genossinnen und Genossen taten, sondern verk\u00f6rperte die Ideen von \u00bb1968\u00ab \u2013 sofern man darunter die Verkn\u00fcpfung von linker Politik und individueller Emanzipation versteht \u2013 in ihrer wechselseitigen Bedingtheit. Sex, Drugs und Rock\u2019n\u2019Roll \u2013 Amendts Themen \u2013 waren wichtige Schaupl\u00e4tze des Kulturkampfes seit den 60er Jahren, Pr\u00fcfsteine f\u00fcr die Liberalisierung der Gesellschaft und zugleich thematische Schneisen zur Etablierung neuer Gef\u00fchlsnormen, die die Grenzen einer sich selbst disziplinierenden Angestelltenkultur \u00fcberwanden.<a title=\"\" href=\"#_edn2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt geh\u00f6rte zu den Wegbereitern eines emotionalen Habitus, der die Trennung von Geist und K\u00f6rper und damit die von Schwendter postulierte Bipolarit\u00e4t \u00fcberwand.<a title=\"\" href=\"#_edn3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Amendts Ansatz f\u00fcgt sich in einen Zusammenhang von Popkultur und Linksradikalismus ein, der eine l\u00e4ngere Tradition hat. Er resultiert aus der Koexistenz von Massenbezug und Avantgardismus und ist historisch etwa an Walter Benjamin, Bertolt Brecht oder Willi M\u00fcnzenberg zu exemplifizieren. Im Aufschwung von Massenkultur und Sozialismus in den 60er bis 80er Jahren kam diese Verbindung zu neuer Bedeutung, wobei Amendt einer ihrer herausragenden Protagonisten war, weil er die sinnlichen Seiten des kulturellen Wandels zugleich lebte, erforschte und in einem gesellschaftskritischen Zugang beurteilte. 1996 gefragt, was seine \u00bbBotschaft\u00ab sei, antwortete er: \u00bbIch habe keine Botschaft. [&#8230;] \u203aIch glaube an die sanfte Gewalt der Vernunft\u2039 \u2013 dieser Satz von Brecht ist so etwas wie das Leitmotiv meiner Arbeit.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn4\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a> Diese Selbstbeschreibung stand f\u00fcr die intellektuelle Seite von Amendts Zugang zu seinen Themen, die sich in einem produktiven Spannungsverh\u00e4ltnis zu den sensitiven Triebkr\u00e4ften eines \u00bbrichtigen\u00ab Lebens befand.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">1. Politisierung und Jugendrevolte<\/p>\n<p>1939 in Frankfurt geboren und gemeinsam mit der Mutter und zwei Geschwistern aufgewachsen \u2013 der Vater war 1942 als Soldat umgekommen \u2013 fand Amendts politische Sozialisation in den 50er Jahren statt. In der evangelischen Jugend begegnete er einem Widerstandsgeist, der aus der Tradition der Bekennenden Kirche kam. Zur \u00bbpr\u00e4gende[n] Erfahrung\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn5\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a> und dem Beginn seiner Politisierung wurde die Kriegsdienstverweigerung. Unterst\u00fctzt von seinem Anwalt, Heinrich Hannover, verschob sich seine urspr\u00fcnglich religi\u00f6se Argumentation hin zu einer politischen, \u00bbdie ihr Selbstverst\u00e4ndnis nicht aus dem, was das System vorgibt, ableitet\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn6\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt kam \u00fcber den Zweiten Bildungsweg an die Universit\u00e4t. Nach Abschluss der F\u00fcrstenberger Mittelschule absolvierte er ab 1957 eine Berufsausbildung zum Mineral\u00f6lkaufmann bei der Esso, um anschlie\u00dfend kurzzeitig als Sachbearbeiter bei BP zu arbeiten. Von 1960 bis 1962 holte er als Sch\u00fcler des ersten Jahrgangs des Hessenkollegs mit einem Hochbegabtenstipendium das Abitur nach \u2013 ein \u00bbdeutsches Tellerw\u00e4scherm\u00e4rchen, nicht so hemds\u00e4rmelig, daf\u00fcr aber bildungshumanistisch\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn7\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a> Nachdem er dort die Schriften von Marx und Engels kennengelernt hatte, studierte er seit dem Wintersemester 1962\/63 Soziologie in Frankfurt, u.a. bei Theodor W. Adorno. Schon als Erstsemester Mitglied des SDS, agierte Amendt innerhalb des Verbandes als \u00bbRebell\u00ab \u00bbim Namen der jungen Genossen\u00ab gegen die Etablierten. Ein Leben lang wurde Amendts Denken von der Kritischen Theorie geformt, doch im Gegensatz zum theoriefixierten Hauptstrom im Frankfurter SDS spielte die politische Praxis f\u00fcr ihn von Beginn an eine zentrale Rolle. R\u00fcckblickend konstatierte er, dass \u00bbmeine Praxis immer voraus war meiner theoretischen Artikulation, vor allen Dingen meinem theoretischen Artikulationsverm\u00f6gen. Ich habe also Theoriebildung immer erst begreifen k\u00f6nnen, wirklich in dem Moment, wo es ein aus der Praxis resultierendes Erfordernis gab.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn8\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a> Ausgehend von der gesellschaftlichen Praxis die Kritische Theorie in eine Form zu bringen, die einer breiten Masse zu einem freieren Leben und zugleich zu kritischem Bewusstsein gegen\u00fcber dem Bestehenden verhilft \u2013 darum ging es ihm.<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen 60er Jahren nahm Amendt an Osterm\u00e4rschen teil, an den Aktivit\u00e4ten des Ende 1962 als Kristallisationskern der linkssozialistischen Jugend in Frankfurt gegr\u00fcndeten Club Voltaire, und er engagierte sich eine Zeitlang in der Gewerkschaftsjugend \u2013 also in einem Aktionsrahmen, der weit \u00fcber den SDS hinausging. Im November 1963 sprach er bei einer Veranstaltung des Frankfurter DGB-Kreisjugendausschusses und des Club Voltaire zu Ehren des Emigranten Fritz von Unruh als \u00bbVertreter der Jugend\u00ab, wo er Positionen jedenfalls eines wachsenden Teils der westdeutschen Jugend bezog: radikale Gesellschaftskritik, entschiedenes Engagement, wobei die Kritik zugleich Bereitschaft zur Mitarbeit\u00ab signalisieren sollte.<a title=\"\" href=\"#_edn9\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a> 1964 leitete Amendt nicht nur eine SDS-Delegation aus Frankfurt und Freiburg in die DDR, er reiste auch in die USA, wo er in Chicago in den nationalen B\u00fcros des amerikanischen SDS und des Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC) Gespr\u00e4che f\u00fchrte. Zur\u00fcck in Deutschland schrieb er den Students for a Democratic Society, er hoffe auf eine Zusammenarbeit zwischen beiden SDS, denn von ihnen, den Amerikanern, k\u00f6nne man viel lernen. In seinem Aufsatz \u00fcber die Studentenrevolte in Berkeley f\u00fcr die Zeitschrift des deutschen SDS, \u00bbNeue Kritik\u00ab, wurden dem Verband erstmals die dortigen Ereignisse nahegebracht \u2013 insbesondere die aus der Erfahrung des Rassismus in den S\u00fcdstaaten resultierende zunehmende Militanz der Bewegung und die in den USA erprobten Methoden der direkten Aktion, die bald auch im deutschen SDS \u00fcbernommen wurden.<a title=\"\" href=\"#_edn10\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt im R\u00fcckblick: \u00bbDurch diese \u203aSpezialisierung\u2039 bin ich automatisch zu einem der R\u00e4delsf\u00fchrer der Studentenbewegung geworden.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn11\"><sup><sup>[11]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Als sich seit 1966 die oppositionelle Bewegung verbreiterte und vermehrt Gymnasiasten in den SDS eintraten, rief die neue Verbandsf\u00fchrung unter Reimut Reiche und Peter G\u00e4ng eine Jugendrevolte aus, die sich auf die vielen Nonkonformisten st\u00fctzen sollten, die au\u00dferhalb der Universit\u00e4ten aufgekommen waren: \u00bbGammler\u00ab und Provos, Anh\u00e4nger der Folk- und Beat-Musik, Kriegsdienstverweigerer und Vietnamkriegsgegner.<a title=\"\" href=\"#_edn12\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a> In der \u00d6ffnung des Verbandes gegen\u00fcber den Einfl\u00fcssen aus der Jugendkultur l\u00f6sten sie sich von den Altvorderen des SDS. Amendt kritisierte das Modell Reiche\/G\u00e4ng r\u00fcckblickend als \u00bbJugendmythos\u00ab, vor allem, weil die Strategie nicht klassenbezogen gewesen sei, sah aber gleichzeitig vor allem Dutschke und sich selbst als \u00bbAgitatoren dieser Jugendbewegung\u00ab, denn sie fuhren im Land umher, um den Gedanken des Aufruhrs unter den Sch\u00fclern zu verbreiten.<a title=\"\" href=\"#_edn13\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a> Vor allem war Amendt an der Gr\u00fcndung des Aktionszentrums Unabh\u00e4ngiger und Demokratischer Sch\u00fcler (AUSS) vom Juni 1967 beteiligt, das das organisatorische Fundament f\u00fcr diese Strategie darstellte, und galt als dessen \u00bbprominenteste[r] Formulierungshelfer\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn14\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a> Als Aktivist in Frankfurt war Amendt offen f\u00fcr militante Aktionen schon vor 1968, setzte aber strategisch auf \u00bbArgumente\u00ab, wie er den Frankfurter Provos (einer Gruppe von haupts\u00e4chlich Arbeiterjugendlichen) erkl\u00e4rte, die sich dem rationalen Diskurs grunds\u00e4tzlich entzogen.<a title=\"\" href=\"#_edn15\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt beteiligte sich an der Mobilisierung der Jungen, ohne deren notwendig und gewollt antiautorit\u00e4ren Grundzug zum revolution\u00e4ren Modell zu \u00fcberh\u00f6hen. Jedenfalls war er einer der Protagonisten der aktivistischen Wende innerhalb des SDS, so dass Rudi Dutschke, als er in \u00bbeiner Art Verm\u00e4chtnis\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn16\"><sup><sup>[16]<\/sup><\/sup><\/a> an die 22. SDS-Delegiertenkonferenz im September 1967 den R\u00fcckzug der alten SDS-F\u00fchrer forderte, neben Reiche, G\u00e4ng, Christian Semler, Hans-J\u00fcrgen Krahl und einer Handvoll anderer auch Amendt als Mitglied der k\u00fcnftigen SDS-F\u00fchrungsgarde nannte. 1967\/68 wurde der Frankfurter, inzwischen Vorstandssprecher des SDS, h\u00e4ufig in West-Berlin und zusammen mit Dutschke und Gaston Salvatore gesehen, was als \u00bbin-group in der in-group\u00ab misstrauisch be\u00e4ugt wurde.<a title=\"\" href=\"#_edn17\"><sup><sup>[17]<\/sup><\/sup><\/a> Strafrechtliche Folgen hatte Amendts Wirken als \u00bbAPO-General\u00ab \u2013 so \u00bbdie Rolle\u00ab, die ihm \u00bbin diversen Anklageschriften\u00ab zugewiesen wurde.<a title=\"\" href=\"#_edn18\"><sup><sup>[18]<\/sup><\/sup><\/a> Erstens ging es um die Blockade der Franfurter Societ\u00e4ts-Druckerei am Karfreitag 1968, mit der am Tag nach dem Attentat auf Rudi Dutschke die Auslieferung der Bild-Zeitung verhindert werden sollte. Mit Hans-J\u00fcrgen Krahl wurde er 1969 als \u00bbR\u00e4delsf\u00fchrer\u00ab zur Haftung f\u00fcr die der Druckerei entstandenen Sch\u00e4den in H\u00f6he von 72.000 DM verurteilt. 1973 kam es zum Vergleich, demzufolge Amendt (Krahl war verstorben) 30.000 DM an den Verlag zu zahlen hatte.<a title=\"\" href=\"#_edn19\"><sup><sup>[19]<\/sup><\/sup><\/a> Das Geld wurde durch eine Solidarit\u00e4tsaktion zusammengebracht.<a title=\"\" href=\"#_edn20\"><sup><sup>[20]<\/sup><\/sup><\/a> Zweitens war er bei den Protesten gegen die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den senegalesischen Pr\u00e4sidenten und Schriftsteller L\u00e9opold S\u00e9dar Senghor w\u00e4hrend der Frankfurter Buchmesse im September 1968 beteiligt und wurde ebenfalls 1969 gemeinsam mit Krahl und Karl Dietrich Wolff als \u00bbR\u00e4delsf\u00fchrer\u00ab angeklagt und zu einem Jahr und neun Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt. Nur der von der sozialliberalen Bundesregierung unter Willy Brandt erlassenen Amnestie f\u00fcr Demonstrationsstraftaten von 1970 ist es zu verdanken, dass ihm ein Gef\u00e4ngnisaufenthalt erspart blieb.<a title=\"\" href=\"#_edn21\"><sup><sup>[21]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ende der 60er, mit 30 Jahren, geh\u00f6rte Amendt zur SDS-Prominenz \u2013 ein politisch radikaler und militanter Intellektueller, der zentrale kulturelle Erneuerungssch\u00fcbe der Dekade ernst nahm, die allesamt auf ein neues Verh\u00e4ltnis zum K\u00f6rper hinausliefen und zugleich den emotionalen Habitus der Linken bestimmten: die \u203asexuelle Revolution\u2039, Drogenerfahrungen, Rockmusik. Nach seinen B\u00fcchern \u00bbKinderkreuzzug\u00ab \u00fcber die Sch\u00fclerrevolte von 1968 und \u00bbSexfront\u00ab von 1970 war er ein allgemein anerkannter \u00bblinker Literat\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn22\"><sup><sup>[22]<\/sup><\/sup><\/a> Damit war die intensivste Phase politischen Aktivismus vorbei, und es setzten Forschung und Reflexion ein \u2013 allerdings immer an der konkreten Praxis der jeweiligen Akteure orientiert und mit dem Ziel, die Gesellschaft zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2. Aufkl\u00e4rung und Wissenschaft<\/p>\n<p>Als Mentor des AUSS war Amendt an dessen \u00bbSexualkampagne\u00ab beteiligt, die in zweierlei Hinsicht auf einen Kern der Kulturrevolution um 1968 zielte. Erstens ging es darum, durch eine freie Sexualit\u00e4t die Demokratisierung der Gesellschaft voranzubringen \u2013 gleichsam als Gegenprogramm zur Faschisierung in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, die, so meinte man mit Wilhelm Reich, durch Unterdr\u00fcckung der Sexualit\u00e4t beg\u00fcnstigt worden sei.<a title=\"\" href=\"#_edn23\"><sup><sup>[23]<\/sup><\/sup><\/a> \u00bbZum Widerstand gegen die herrschenden Verh\u00e4ltnisse wird nur f\u00e4hig sein\u00ab, so Amendt im R\u00fcckblick, \u00bbwer den Repr\u00e4sentanten des Systems [\u2026] frei von \u00c4ngsten selbstbewusst gegen\u00fcbertreten kann\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn24\"><sup><sup>[24]<\/sup><\/sup><\/a> Die Kampagne ber\u00fchrte ein virulentes Bed\u00fcrfnis junger Leute und zugleich eine Sph\u00e4re, die nach wie vor mit Tabus belegt war. Amendt trieb die Liberalisierung auf diesem Gebiet ganz praktisch voran, indem er beispielsweise in einer Rede vor Sch\u00fclern in Baden-Baden in der Silvesternacht 1968\/69 dazu aufrief, \u00bballe Kisten und Kasten, alle Kastrations- und Entjungferungswerkzeuge aus den Turnhallen zu entfernen und Matten auszubreiten, um Liebe zu machen\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn25\"><sup><sup>[25]<\/sup><\/sup><\/a> Von einer \u00f6rtlichen Sch\u00fclerzeitung ver\u00f6ffentlicht, f\u00fchrte der Abdruck zur Beschlagnahmung, zu einer Anzeige wegen Verbreitung unz\u00fcchtiger Schriften und zu einem \u00fcberregionalen Medienecho.<a title=\"\" href=\"#_edn26\"><sup><sup>[26]<\/sup><\/sup><\/a> In seinen \u00bbThesen zur Sexualkampagne\u00ab vom Sommer 1969 zog der AUSS-Bundesvorstand eine Bilanz mit der Absicht, diese \u00bbvorpolitische Kampagne\u00ab hinter sich zu lassen.<a title=\"\" href=\"#_edn27\"><sup><sup>[27]<\/sup><\/sup><\/a> Denn anhand der \u00bbPille\u00ab und der Vermarktung der sexuellen Revolution wurde sichtbar \u2013 zweitens \u2013, wie sich Themen und Embleme der Revolte derart verbreitet hatten, dass sie sich von ihren emanzipatorischen Inhalten l\u00f6sten: \u00bbWenn wir uns mit den industriell verwertbaren Symbolen der \u203asexuellen Revolution\u2039 zufriedengeben, werden wir, ob wir wollen oder nicht, zur Avantgarde des neuen kapitalistischen Kultur- und Konsumideals anstatt zur Avantgarde der sozialen Revolution.\u00ab<\/p>\n<p>Daher ging es bei \u00bbSexfront\u00ab darum, sexuelle und gesellschaftliche Emanzipation auch weiterhin zusammenzuhalten. Mit diesem \u00bbnachgereichten sexualpolitischen Manifest\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn28\"><sup><sup>[28]<\/sup><\/sup><\/a> der Protestbewegung legte Amendt 1970 eine Aufkl\u00e4rungsschrift aus linker Perspektive vor, die wegen ihrer unverbl\u00fcmten Sprache, Fotos und Comics aus der Hand von Alfred von Meysenbug (in einer sp\u00e4teren Auflage auch von Felix Reidenbach) mit Verbotsantr\u00e4gen \u00fcberzogen wurde.<a title=\"\" href=\"#_edn29\"><sup><sup>[29]<\/sup><\/sup><\/a> Der Tabubruch, pointiert auszusprechen, \u00bbwas l\u00e4ngst alle \u2013 fast alle \u2013 taten\u00ab, befriedigte einen enormen Bedarf speziell unter Jugendlichen.<a title=\"\" href=\"#_edn30\"><sup><sup>[30]<\/sup><\/sup><\/a> Volkmar Sigusch hat Amendts \u00bbSexfront\u00ab und Reiches \u00bbSexualit\u00e4t und Klassenkampf\u00ab nebeneinander gestellt und gemeint, was Amendt \u00bbf\u00fcr die Sch\u00fcler- und Lehrlingsbewegung formulierte\u00ab, habe Reiche zwei Jahre zuvor f\u00fcr die Studentenbewegung artikuliert.<a title=\"\" href=\"#_edn31\"><sup><sup>[31]<\/sup><\/sup><\/a> Das greift zu kurz, denn weder das eine noch das andere Buch wurde f\u00fcr eine bestimmte Bewegung geschrieben. Eher war Reiches Text der Versuch einer theoretischen Verst\u00e4ndigung, \u00bbSexfront\u00ab hingegen eine politisch gerahmte Anleitung f\u00fcr eine emanzipatorische Sexualpraxis \u2013 eine Diskrepanz, die sich schon \u00e4sthetisch, in der Gestaltung beider B\u00fccher markant zur Geltung brachte. W\u00e4hrend Reiche hochgestochen theoretisch daher kommt, beflei\u00dfigt sich der \u00bblinksradikale Sex-Verklarer\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn32\"><sup><sup>[32]<\/sup><\/sup><\/a> einer schn\u00f6rkellosen Sprache, die nicht nur Tugendw\u00e4chter echauffierte, sondern auch den bem\u00fcht akademischen Diskurs im SDS unterlief. \u00bbSexfront\u00ab war ein \u00bbAufkl\u00e4rungsbuch\u00ab im umfassenden Sinne: Es kl\u00e4rte nicht nur \u00fcber Sexualpraktiken auf, sondern auch \u00fcber die Struktur der Gesellschaft, Geschlechterbeziehungen, politische Verh\u00e4ltnisse \u2013 und es propagierte eine Moral, die nicht von Normen ausging, sondern von L\u00fcsten und Akzeptanzgrenzen der Akteure. Die sexualmoralische Botschaft von \u00bbSexfront\u00ab war einfach: Erlaubt ist, was im gegenseitigen Einvernehmen gleichberechtigter Partner geschieht. Der \u00bbsch\u00f6nste, frechste und unverklemmteste Beitrag der 68er zur sexuellen Frage\u00ab unterlief so per se alle normativen Restriktionen und popularisierte die Verhandlungsmoral als Ma\u00dfstab des Sexualverhaltens.<a title=\"\" href=\"#_edn33\"><sup><sup>[33]<\/sup><\/sup><\/a> Damit wurden die Ergebnisse der theoretischen und praktischen Vorarbeit im Umfeld des SDS \u00bbhinaus in die deutsche Gesellschaft gewirbelt\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn34\"><sup><sup>[34]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00bbSexfront\u00ab war f\u00fcr den Soziologen auch ein Sprungbrett, sich auf dem Gebiet der Sexualforschung wissenschaftlich zu etablieren. Er nahm die Arbeit an einer Dissertation \u00fcber die Sexualit\u00e4t Jugendlicher in der Drogensubkultur auf und erkundete w\u00e4hrend der Recherchen by the way verschiedene Gro\u00dfst\u00e4dte f\u00fcr einen Neuanfang jenseits von Frankfurt, dem er ein \u00bbinquisitorisches Klima\u00ab attestierte.<a title=\"\" href=\"#_edn35\"><sup><sup>[35]<\/sup><\/sup><\/a> Die Wahl fiel auf Hamburg, \u00bbweil ich nach einer Stadt gesucht habe, die mich in Ruhe l\u00e4sst\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn36\"><sup><sup>[36]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt sah die Arbeit an der Dissertation als Beitrag zur politischen Diskussion, als \u00bbmaterialistische Interpretation der Subkultur\u00ab \u2013 ein Ansatz, der nicht nur linken Gruppen die M\u00f6glichkeit gab, den Gebrauch von Drogen anders als nur nach moralischen Ma\u00dfst\u00e4ben zu beurteilen.<a title=\"\" href=\"#_edn37\"><sup><sup>[37]<\/sup><\/sup><\/a> Die Dissertation, mit der er 1973 bei der Adorno-Sch\u00fclerin Helge Pross in Gie\u00dfen im Fach Soziologie promoviert wurde, war aber auch Teil einer Erneuerungsbewegung in der Sexualwissenschaft. Indem, wie schon in \u00bbSexfront\u00ab, das Sexualverhalten nicht normativ bewertet, sondern vorbehaltlos betrachtet wurde, standen im Mittelpunkt empirische Arbeiten.<a title=\"\" href=\"#_edn38\"><sup><sup>[38]<\/sup><\/sup><\/a> Sigusch bezeichnete Amendts Studie, die den Zusammenhang von Drogen und Sexualit\u00e4t nicht aus klinischer, sondern aus sozialwissenschaftlicher Sicht untersuchte, im R\u00fcckblick als \u00bbklassisch\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn39\"><sup><sup>[39]<\/sup><\/sup><\/a> Eberhard Schorsch, der Leiter des Instituts f\u00fcr Sexualforschung an der Universit\u00e4t Hamburg (sp\u00e4ter Abteilung f\u00fcr Sexualforschung der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universit\u00e4t) in den 70er Jahren, sei auf \u00bbdas fachliche Tun\u00ab von G\u00fcnter Amendt, Martin Dannecker und Reimut Reiche \u00bbbeinahe so stolz wie auf das Gedeihen seiner leiblichen S\u00f6hne\u00ab gewesen.<a title=\"\" href=\"#_edn40\"><sup><sup>[40]<\/sup><\/sup><\/a> Mitte der 70er Jahre bewarb Amendt sich auf Anregung seiner Doktormutter um eine in Gie\u00dfen ausgeschriebene Professur f\u00fcr \u00bbSoziologie der Sexualit\u00e4t\u00ab, scheiterte aber aus politischen Gr\u00fcnden. Ein regelrechtes Berufsverbot gab es nicht, aber nachdem er zwei Mal auf Platz 1 der Berufungsliste gekommen war, wurde die Stelle gestrichen. Das war, so Amendt sp\u00e4ter, \u00bbein Bruch in meiner Biografie\u00ab, weil ihm so der Berufsweg als Wissenschaftler versperrt war.<a title=\"\" href=\"#_edn41\"><sup><sup>[41]<\/sup><\/sup><\/a> Hermann L. Gremliza urteilt im R\u00fcckblick abgewogen: Damit \u00bbhat G\u00fcnter lange gehadert: wegen des erzwungenen Verzichts auf akademische Reputation, auch auf materielle Sicherheit. Und hat erst peu \u00e0 peu entdeckt, dass er, auch weil er sein Ansehen und Auskommen umsichtig zu organisieren verstand, au\u00dferhalb des Unibetriebs gl\u00fccklicher, freier, besser leben konnte.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn42\"><sup><sup>[42]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00bbSexfront\u00ab f\u00fcr Jugendliche der Mittelschicht geschrieben worden war und im M\u00e4rz Verlag erschien, zielte das 1979 publizierte, umfangreichere und weniger provokative \u00bbSex Buch\u00ab vornehmlich auf Arbeiterjugendliche. Es entstand in Zusammenarbeit mit Aktivisten der SDAJ und wurde im verbandsnahen Weltkreis-Verlag ver\u00f6ffentlicht.<a title=\"\" href=\"#_edn43\"><sup><sup>[43]<\/sup><\/sup><\/a> Trotz der gleichbleibenden Botschaft war Amendts Sexualmoral \u00bbnicht grenzenlos permissiv\u00ab,<a title=\"\" href=\"#_edn44\"><sup><sup>[44]<\/sup><\/sup><\/a> sondern wandte sich schon 1980 gegen die in Kreisen der Alternativbewegung propagierte P\u00e4dophilie, die im Namen von Tabubruch und Emanzipation die \u00bbBefreiung der Kindheit\u00ab propagierte, aber de facto die Freiheit Erwachsener gegen\u00fcber Schw\u00e4cheren bedeutete.<a title=\"\" href=\"#_edn45\"><sup><sup>[45]<\/sup><\/sup><\/a> Damit nahm er, der von 1975 bis 1982 dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sexualforschung angeh\u00f6rte, \u00bbvieles der folgenden Selbstbestimmungs- und Gewaltdebatte vorweg\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn46\"><sup><sup>[46]<\/sup><\/sup><\/a> Kurz vor seinem Tod, auf dem H\u00f6hepunkt der j\u00fcngst wiederbelebten Diskussion, nahm er dazu noch einmal in einem vielbeachteten Beitrag Stellung, in dem er sich zugleich vom \u00bbKindersch\u00e4nderdiskurs\u00ab (Gunter Schmidt) distanzierte, die \u00bbtragische\u00ab Situation p\u00e4dophiler Menschen in Rechnung stellte und die durch den Medienhype gef\u00f6rderte Tendenz kritisierte, den p\u00e4dagogischen Prinzipien Zucht und Distanz zur Wiederauferstehung zu verhelfen.<a title=\"\" href=\"#_edn47\"><sup><sup>[47]<\/sup><\/sup><\/a> Die von Alice Schwarzer und Emma 1987 ins Leben gerufenen \u00bbPorNO!\u00ab- Kampagne zur Durchsetzung eines Anti-Pornographie-Gesetzes lehnte er trotz seiner Kritik an der Kommerzialisierung der Sexualit\u00e4t ab, weil die Regelung der \u00bbGeschlechterbeziehungen mit Hilfe von Gesetzen und staatlichen Vollzugsorganen\u00ab anstelle einer Emanzipation der Individuen ein Klima der moralischen Panik erzeugte und den Geist von law and order reaktivierte.<a title=\"\" href=\"#_edn48\"><sup><sup>[48]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Doch bevor Amendt sich als freier Autor etablierte, stieg er praktisch auf einem Gebiet ein, mit dem er sich seit 1968 nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen mit der Frankfurter Szene besch\u00e4ftigt hatte, woraus noch vor der Dissertation ein weiteres, 1972 im M\u00e4rz Verlag publiziertes Buch hervorgegangen war: der Drogenfrage.<a title=\"\" href=\"#_edn49\"><sup><sup>[49]<\/sup><\/sup><\/a> In \u00bbSucht \u2013 Profit \u2013 Sucht\u00ab untersuchte er gemeinsam mit Ulrich Stiehler die \u00f6konomischen Mechanismen des weltweiten Drogenhandels und die staatliche Drogenpolitik, aber auch den Drogenkonsum in der Subkultur und seine Bedeutung f\u00fcr den revolution\u00e4ren Kampf. Das Buch nahm jedoch vornehmlich nicht die Konsumenten-, sondern die Produzentenseite in den Blick mit der These, Drogenkonsum sei als Problem im Kapitalismus nicht zu bew\u00e4ltigen: \u00bbNur hier gibt es ein Interesse, die Ware Droge zum Zwecke der Profitmaximierung herzustellen und zu vertreiben. Deshalb ist das Drogenproblem \u203aunter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen\u2039 nicht l\u00f6sbar.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn50\"><sup><sup>[50]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt hatte seit Mitte der 60er Jahre eigene Drogenerfahrungen gesammelt, u.a. mit LSD, als Teil einer grundlegenden Transzendenzerfahrung mit politischer Komponente: \u00bbsich zu befreien von ansozialisierten Zw\u00e4ngen, einen Wechsel der Perspektive zuzulassen und in die von einer ver\u00e4nderten Wahrnehmung geschaffene neue Realit\u00e4t einzutauchen\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn51\"><sup><sup>[51]<\/sup><\/sup><\/a> W\u00e4hrend er noch 1972 ambivalent war und die \u00bbHippie-Ideologie\u00ab der Bewusstseinserweiterung ohne kollektive Lernprozesse ebenso verurteilte wie die \u00bbmoralistisch[e] und ressentimentgeladen[e]\u00ab Anti-Drogen-Haltung in der linken Szene<a title=\"\" href=\"#_edn52\"><sup><sup>[52]<\/sup><\/sup><\/a> und Repression als das am wenigsten geeignete Mittel zur Bek\u00e4mpfung von Drogensucht betrachtete, sah er im R\u00fcckblick in Drogen auch eine \u00bbProduktivkraft\u00ab: Sie \u00bbhaben meinen Blick gesch\u00e4rft und meine Wahrnehmung sensibilisiert, sie haben mir sinnlich erfahrbar gemacht, was mir analytisches Denken schon lange vorher bewusst gemacht hatte: Es gibt mehr als nur eine Realit\u00e4t und folglich auch mehr als nur eine Wahrheit.\u00ab Daher urteilte Amendt \u00bbnicht vom Standpunkt des Abstinenzlers. Das Problem liegt nicht im Alkohol, sondern im Alkoholismus, nicht in Cannabis, sondern im Cannabilismus.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn53\"><sup><sup>[53]<\/sup><\/sup><\/a> Auch durch Einbeziehung gesellschaftlich legitimer Sucht erzeugender Substanzen wie Alkohol oder Zucker setzte er \u2013 ebenso wie auf dem Gebiet der Sexualit\u00e4t \u2013 auf eine \u00bbDiskussion ohne Doppelmoral\u00ab. Eine rauschfreie Gesellschaft jedoch war f\u00fcr ihn eine Horrorvorstellung.<\/p>\n<p>Zwischen Promotion und Freiberuflichkeit arbeitete Amendt seit 1975 in der Hamburger Drogenklinik \u00bbTherapie Zentrum Altona\u00ab \u2013 eine Modelleinrichtung, die Drogenabh\u00e4ngige sozialtherapeutisch behandelte, aber schon 1977 wieder geschlossen wurde \u2013 und mit Drogenabh\u00e4ngigen im Strafvollzug.<a title=\"\" href=\"#_edn54\"><sup><sup>[54]<\/sup><\/sup><\/a> Er profitierte von dieser \u00bbwichtige(n) Erfahrung\u00ab auch in den Folgejahren, als er sich als freier Autor immer wieder mit der staatlichen Drogenpolitik nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in den USA und der Schweiz besch\u00e4ftigte und bis in die Gegenwart die Rolle von Drogen in der kapitalistischen Gesellschaft und die Folgen f\u00fcr die Betroffenen untersuchte.<a title=\"\" href=\"#_edn55\"><sup><sup>[55]<\/sup><\/sup><\/a> Als Drogenexperte nahm er h\u00e4ufig in den Medien Stellung und wurde zu Hearings der Gr\u00fcnen und des Schweizer Nationalrats eingeladen. Seine \u00bbDrogenpolitik der praktischen Vernunft\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn56\"><sup><sup>[56]<\/sup><\/sup><\/a> lief darauf hinaus, die Realit\u00e4t anzuerkennen: Eine drogenfreie Gesellschaft ist nicht m\u00f6glich, am wenigsten durch das Methodenarsenal von Verbot und Repression. Statt dessen: Schluss mit der Doppelmoral, die Alkohol verharmlost und Cannabis verteufelt; Entsch\u00e4rfung des Problems nicht durch vollst\u00e4ndigen Verzicht, sondern durch Eind\u00e4mmung des Angebots, M\u00e4\u00dfigung des Konsums und \u00bbmedizinisch-therapeutische Versorgung der Abgest\u00fcrzten\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn57\"><sup><sup>[57]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3. Soziologie und \u00c4sthetik der Popmusik<\/p>\n<p>Ein dritter Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit lag auf dem Gebiet der Popmusik. Amendt war nicht nur der bekannteste Bob-Dylan-Experte der Bundesrepublik, er schrieb auch \u00fcber Festivals und Medienereignisse, die Rolle von Sexualit\u00e4t und Drogen in der Popkultur. Die meisten seiner Artikel erschienen in der Zeitschrift \u00bbKonkret\u00ab, die unter der Herausgeberschaft von Hermann L. Gremliza einen entschiedeneren politischen Kurs einschlug als noch zu Klaus Rainer R\u00f6hls Zeiten und aus dieser Perspektive auch das Kulturleben unter die Lupe nahm. Amendt schrieb f\u00fcr \u00bbKonkret\u00ab seit 1976 \u2013 bis zu seinem Lebensende waren es etwa 130 Artikel \u2013 nicht nur \u00fcber Sex, Drugs und Rock\u2019n\u2019Roll, sondern auch \u00fcber politische Themen wie die Befindlichkeiten in der linken Szene, Terrorismus, Karl Carstens als Bundespr\u00e4sident, Protest gegen den NATO-Doppelbeschluss; \u00fcber die Bundesrepublik hinaus besch\u00e4ftigte er sich mit h\u00e4ufig mit den Verh\u00e4ltnissen in den USA und der Schweiz, aber auch Mittelamerikas, der DDR und der Sowjetunion. Viele seiner \u00bbKonkret\u00ab-Artikel flossen sp\u00e4ter in seine B\u00fccher ein, von denen einige im Konkret Literatur Verlag erschienen. Er war ein beliebter Autor, wie sich bei einer Leserumfrage 1981 zeigte, nach der er auf Platz 5 derjenigen \u00bbKonkret\u00ab-Autoren rangierte, von denen die Leserinnen und Leser mehr haben wollten \u2013 nach G\u00fcnter Wallraff, Bernt Engelmann, Henning Venske und dem Herausgeber.<a title=\"\" href=\"#_edn58\"><sup><sup>[58]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt war mit Gremliza und anderen Mitarbeitern der Zeitschrift wie Werner Heine befreundet, zeitweise war er Redakteur f\u00fcr Kultur, ein andermal f\u00fcr Gesellschaft.<\/p>\n<p>Drei Themen waren es, die Amendts Zugang zur Rockmusik bestimmten: Erstens ihre affektive, k\u00f6rperliche Seite, bei der das \u203afeeling\u2039 im Mittelpunkt stand. Zweitens, unmittelbar damit verbunden, die Zuschreibung einer \u203arebellischen\u2039 Funktion, die nur begrenzt aus ihren kognitiven Aspekten r\u00fchrte. Und drittens der Live-Act als Kriterium der \u00e4sthetischen Wahrheit. Allen drei Themen war als Kern gemeinsam eine Wahrnehmung des Rock\u2019n\u2019Roll als umfassende Erfahrung, die K\u00f6rper und Geist gleicherma\u00dfen einbezog und nicht auf den Teilbereich einer \u203aKultur\u2039 zu begrenzen war, sondern die Stellung des Einzelnen in der Gesellschaft ber\u00fchrte. Daher auch ihre per se politische Qualit\u00e4t. \u203a<\/p>\n<p>Amendt hatte, wie schon die knallgelbe \u00bbSexfront\u00ab mit ihrer eing\u00e4ngigen Sprache und der offensiven Bebilderung als Gesamtkunstwerk zeigte, eine fr\u00fche Affinit\u00e4t zur Popkultur, die sich auch auf die Popmusik erstreckte \u2013 als Helden Bob Dylan (bezeichnenderweise erst in der elektrifizierten Phase ab \u00bbHighway 61\u00ab von 1965 \u2013 \u00bbdavor ging er mir eher auf die Nerven\u00ab)<a title=\"\" href=\"#_edn59\"><sup><sup>[59]<\/sup><\/sup><\/a> und Jimi Hendrix. Damit unterschied er sich von vielen der f\u00fchrenden SDS-Genossen, deren \u00bbIgnoranz [\u2026] gegen\u00fcber den Problemen k\u00fcnstlerischer Produktion\u00ab er kritisierte, weil sie bestenfalls glaubten, popul\u00e4re K\u00fcnste \u00bbals Ausdrucksformen des politischen Kampfes instrumentalisieren zu k\u00f6nnen\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn60\"><sup><sup>[60]<\/sup><\/sup><\/a> Zwar betrachtete auch er Popmusik als ein Medium der \u00bbkulturimperialistischen Expansion\u00ab, attestierte ihr aber auch in Teilen \u00bbemanzipatorische Inhalte\u00ab und nannte exemplarisch den Blues, der die Lage einer unterprivilegierten Klasse, und Bob Dylan, der die Protestbewegung der 60er Jahre repr\u00e4sentierte. Damit sah er die Dinge \u00e4hnlich wie andere Deuter der Popmusik, Helmut Salzinger oder Manfred Miller, die ihr trotz ihrer offensichtlichen kommerziellen Bedeutung ein befreiendes Potenzial abgewinnen wollten.<a title=\"\" href=\"#_edn61\"><sup><sup>[61]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dabei hatte sich Amendts musikalische Sozialisation \u00fcber die Adaption eben jenes \u203aKulturimperialismus\u2039 vollzogen, der seine befreiende Wirkung als Antipode des deutschen Schlagers entfaltete. \u00bbWie oft musste ich mich von Verwandten und Bekannten nach einer langen Nacht im Jazzkeller oder nach der R\u00fcckkehr vom Folk- und Bluesfestival in Offenbach fragen lassen, was es eigentlich mit diesem Amikram oder \u2013 wahlweise \u2013 dieser Niggermusik auf sich habe.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn62\"><sup><sup>[62]<\/sup><\/sup><\/a> Auch deutsche Jugendliche waren fasziniert von den Texten \u2013 nicht zuletzt ihretwegen arbeiteten sie an ihren Englischkenntnissen. Aber im Grunde r\u00fchrte ihre Affinit\u00e4t aus dem Sound, der am st\u00e4rksten die sinnliche Seite der Musik repr\u00e4sentierte und den K\u00f6rper zum Vibrieren brachte. Die \u00bbScheu vor der K\u00f6rperlichkeit des Rock\u2019n\u2019Roll\u00ab hingegen bestimmte die Wahrnehmung der \u00e4lteren Generationen.<a title=\"\" href=\"#_edn63\"><sup><sup>[63]<\/sup><\/sup><\/a> In einem zentralen Text zu diesem Thema von 1979 verkn\u00fcpfte Amendt Rock\u2019n\u2019Roll, Sexualit\u00e4t und Rebellion.<a title=\"\" href=\"#_edn64\"><sup><sup>[64]<\/sup><\/sup><\/a> \u00bbRock\u2019n\u2019Roll, das ist, wenn Musik vom Kopf in den K\u00f6rper rutscht. Rock\u2019n\u2019Roll, das ist, wenn du deinen K\u00f6rper sp\u00fcrst.\u00ab Der Rock\u2019n\u2019Roll \u00bbwird nicht unterzukriegen sein, weil er immer neuen Generationen lustvoll beibringt, ihren K\u00f6rper zu f\u00fchlen. Anders zu f\u00fchlen als in der Tretm\u00fchle am Arbeitsplatz, auf den Kasernenh\u00f6fen der Bundeswehr und in den Knochenmehlfabriken des Leistungssports.\u00ab Gleichzeitig wurde Rockmusik zum politisch-kulturellen Wandel in Beziehung gesetzt, war \u00bbverbunden mit den kleinen und gro\u00dfen Alltagserfahrungen ihrer Produzenten und ihrer H\u00f6rer\u00ab: \u00bbWer euch die Geschichte des Rock\u2019n\u2019Roll erz\u00e4hlen will und es unterl\u00e4\u00dft, das Leben und die Revolten der Jugend zu beschreiben, die den Rock\u2019n\u2019Roll erst zu ihrer Musik machten, der verf\u00e4lscht die Geschichte.\u00ab Dieser emphatische Begriff der \u203aRockmusik\u2039 stand im Gegensatz zum Begriff des \u203aPop\u2039, der die kommerzielle Seite repr\u00e4sentierte, aber in seiner Authentizit\u00e4tssuggestion auch im Gegensatz zu ostentativ anti-authentischen Ausformungen wie Glam-Rock, die die Pose in den Vordergrund r\u00fcckten.<\/p>\n<p>In den 70er Jahren hatte die von Amendt gegen alle Kommerzialisierung verteidigte Verbindung von Rockmusik und Rebellion noch erheblichen Widerhall und wurde im deutschsprachigen Raum am prominentesten adaptiert von Udo Lindenberg, der sich dabei direkt auf Amendt bezog.<a title=\"\" href=\"#_edn65\"><sup><sup>[65]<\/sup><\/sup><\/a> Dass dieser auch f\u00fcr Lindenberg, mit dem er befreundet war, Texte geschrieben hat, ist zumindest f\u00fcr den Song \u00bbStra\u00dfen-Fieber\u00ab verb\u00fcrgt, in dem die militante Stimmung der fr\u00fchen 80er Jahre beschrieben und die Reaktion des Staates verurteilt wird: \u00bbFieber, und was verordnen sie?\/Schwere Kn\u00fcppeltherapie\/gegen leichte Krawallerie\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn66\"><sup><sup>[66]<\/sup><\/sup><\/a> In eine Reihe mit Lindenberg stellte Amendt Wolfgang Ambros, BAP und \u00bballen voran Rio Reiser\u00ab, denen es gelungen sei, \u00bbden angels\u00e4chsischen Sound so zu verarbeiten, dass ein eigenst\u00e4ndiges Produkt entstand \u2013 weder blo\u00dfe Kopie der anglo-amerikanischen Tradition noch ein Ankn\u00fcpfen an die vom Faschismus missbrauchte und vom Stalinismus verdorbene deutsche Liedtradition.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn67\"><sup><sup>[67]<\/sup><\/sup><\/a> Ein neuer rebellischer Sound nach der Rockmusik war f\u00fcr ihn vorerst nicht zu erkennen. Punk als ein \u00bbtrauriger Versuch, Protest und Rebellion, wie die Schwestern und Br\u00fcder vor ihnen, mit der Musik zu verbinden\u00ab, kam in der Bundesrepublik nur noch als \u00bbzarte Brise\u00ab, \u00bbals schlaffe Welle ohne Schaumkronen\u00ab an. W\u00e4hrend Punk immerhin von unten kam, war Disco in \u00bbden Chefb\u00fcros gro\u00dfer Musik- und Freizeitkonzerne\u00ab geboren worden, die nicht nur einen Sound verkaufen wollen, sondern \u00bbWeltanschauung\u00ab. Das Disco-Tanzen hatte nichts mit K\u00f6rpergef\u00fchl zu tun: \u00bbDas ist Tanzen als Marschbefehl, als allgemeine Mobilmachung: Stumpfsinnige Kommandos, wo du deine F\u00fc\u00dfe hinzusetzen hast, wo deine H\u00e4nde zu bleiben haben, wie du f\u00fchrst, oder, wenn du das Pech hast, ein M\u00e4dchen zu sein, wie du dich f\u00fchren l\u00e4sst.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn68\"><sup><sup>[68]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ein paradigmatisches Beispiel f\u00fcr die Einpassung urspr\u00fcnglich \u00bbrebellischer\u00ab Elemente der Popkultur in einen konservativen Mainstream Anfang der 80er Jahre sah Amendt in dem kurzlebigen Versuch, die in den 60er Jahren erfolgreiche Zeitschrift f\u00fcr die \u00e4ltere Jugend, \u00bbTwen\u00ab, zu reanimieren: Den \u00bbgeschickten H\u00e4nden des \u203aTwen\u2039-art-directors ist es gelungen, zwei Ausdrucksformen der Jugendkultur \u2013 Punker und Popper \u2013 in der Realit\u00e4t nur in unvers\u00f6hnbarer Gegnerschaft bekannt, zu verschmelzen, wobei das Popperhafte schlie\u00dflich dominiert. [\u2026] F\u00fcr das neue \u203aTwen\u2039 sehe ich ein Publikum im Umkreis der Jungen Union, wo man einem seelenruhig ins Gesicht sagen kann, er sei ein Reaktion\u00e4r oder gar ein Faschist, wo man sich aber h\u00fcten sollte, jemanden unmodern zu nennen. Dieser flotte Typ, extravagant, brillant und stockreaktion\u00e4r, wird sich \u203aTwen\u2039 auf den Rauchtisch legen.\u00ab Diese zeitdiagnostische Beobachtung sollte sich auch im Vorgriff auf nachfolgende Popliteraten \u00e0 la Christian Kracht und Benjamin Stuckrad-Barre als zutreffend erweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">4. \u00bbBobby ist mein Hobby\u00ab\u2026<\/p>\n<p>\u2026 und, anders als Sex und Drogen, nicht Gegenstand einer semiakademischen Betrachtungsweise. Dass Amendt sich nie als Musikkritiker gerierte, war \u00bbseine gro\u00dfe Qualit\u00e4t\u00ab, wie Martin Sch\u00e4fer, Redakteur bei Radio Basel und ein Freund, urteilt.<a title=\"\" href=\"#_edn69\"><sup><sup>[69]<\/sup><\/sup><\/a> Drei Ans\u00e4tze bestimmten Amendts Dylan-Wahrnehmung. Erstens verortete er den K\u00fcnstler immer im Kontext der globalen politisch-gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, ohne ihn auf die Rolle des \u203aProtests\u00e4ngers\u00ab zu reduzieren. Zweitens nahm er Dylan nicht literaturwissenschaftlich wahr, aus der Textperspektive, sondern als multistimulantes Ph\u00e4nomen, bei dem die Musik \u2013 der Blues \u2013 die entscheidende Rolle spielt. Drittens wird das Werk nicht auf die Platten begrenzt, sondern manifestiert sich vor allem in der Live-Performance.<\/p>\n<p>Weil das Verh\u00e4ltnis zwischen einer antiautorit\u00e4ren Bewegung und den aus dieser Bewegung hervorgehenden oder von ihr erw\u00e4hlten Leitfiguren strukturell problematisch war, hatte es schon in den 60er Jahren harte Auseinandersetzungen \u00fcber die Rolle des \u203aStars\u2039 gegeben \u2013 herausgehobenen Einzelnen, denen immer wieder Verrat an der gemeinsamen Sache vorgeworfen wurde, insbesondere dann, wenn Geld ins Spiel kam.<a title=\"\" href=\"#_edn70\"><sup><sup>[70]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt, der selbst ein \u00bbStar der Studentenbewegung\u00ab (Werner Heine) war, hat sich fr\u00fch an dieser Debatte beteiligt und auch das eigene Tun reflektiert. Im Gegensatz zum \u00bbcharismatischen F\u00fchrer\u00ab, wie er von Max Weber beschrieben wurde, war der \u00bbantiautorit\u00e4re F\u00fchrer\u00ab ein \u00bbStar\u00ab: \u00bbMan erwartet von ihm keine Wunder, sondern man will von ihm unterhalten werden. Er soll etwas verkaufen, soll ankommen. Im Unterschied zum Star der Freizeitindustrie will er etwas und nicht sich verkaufen. [\u2026] Wo er auftritt, findet er zwar nicht aktuell politisches Bewusstsein vor, wohl aber potentiell. Er wird zum Handlungsreisenden in politischer Potentialit\u00e4t, zum Ausl\u00f6ser kraft Aufkl\u00e4rung und nicht kraft Wunder.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn71\"><sup><sup>[71]<\/sup><\/sup><\/a> Zwischen \u00bbantiautorit\u00e4ren F\u00fchrern\u00ab und Popidolen der 60er Jahre sah er \u00c4hnlichkeiten: \u00bbDeren \u203aF\u00fchrungseigenschaften\u2039 und Vorbildfunktion erkenne ich in vielen Handlungen und \u00c4u\u00dferungen der Studentenf\u00fchrer. Dutschkes Bild passt mehr neben das eines Mick Jagger als das eines b\u00fcrgerlichen Politikers.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn72\"><sup><sup>[72]<\/sup><\/sup><\/a> Was er dem \u00bbantiautorit\u00e4ren F\u00fchrer\u00ab (Anf\u00fchrungszeichen im Original) attestierte \u2013 \u00bbetwas und nicht sich\u00ab zu verkaufen \u2013 \u00fcbertrug er sp\u00e4ter auf jene Rockstars, die eine gewisse Distanz zu Medien und Fans hielten und sich Zudringlichkeiten aller Art zu erwehren hatten: \u00bbDistanzlosigkeit und in ihrer Gefolgschaft Respektlosigkeit sind Merkmale dieser Popkultur und ihrem von den Massenmedien angeheizten Starkult. Dylan bekam das als einer der ersten zu sp\u00fcren.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn73\"><sup><sup>[73]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt hielt es f\u00fcr eine Zumutung, von Bob Dylan mehr zu erwarten als seinen Job zu tun: gute Songs zu schreiben und auf der B\u00fchne zu pr\u00e4sentieren. Interviews, Ansprachen an das Publikum, Details aus dem Privatleben: \u00fcberfl\u00fcssig und immer redundant im Verh\u00e4ltnis zu seiner Kunst. Wenn der Performer die professionelle Distanz aufgab, reagierte Amendt verst\u00e4ndnislos, so etwa, als Dylan 1984 bei einem Konzert in Rom das Publikum zum Mitklatschen animierte: \u00bbEin Novum [&#8230;], \u00fcber das ich nicht viel Worte verlieren will, weil ich diesen peinlichen Stilbruch bis heute nicht ganz verkraftet habe.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn74\"><sup><sup>[74]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Professionelle Distanz wahrte er selbst, obwohl er sich Dylan engstens verbunden f\u00fchlte, seine eigene Sozialisationsgeschichte mit dessen k\u00fcnstlerischer Entwicklung synchronisierte und sogar von \u00bbLiebe\u00ab sprach.<a title=\"\" href=\"#_edn75\"><sup><sup>[75]<\/sup><\/sup><\/a> Die Verehrung Dylans beruhte auf den Texten ebenso wie auf dem Sound, wobei sie nicht in einer Bipolarit\u00e4t von Vernunft und Gef\u00fchl aufgingen. Auch die Lyrics transportierten Gef\u00fchle: \u00bbDylans Texte f\u00fchrten weg von den Trivialit\u00e4ten g\u00e4ngiger Rocksongs hin zur Alltagserfahrung von Jugendlichen. Musik wurde zu einer Erlebniswelt, in der Liebe, Sehnsucht, Hass, Trennungsschmerz, Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer, Paranoia und Einsamkeit \u2013 alle Stimmungslagen und alle Gef\u00fchlszust\u00e4nde ihren Platz hatten.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn76\"><sup><sup>[76]<\/sup><\/sup><\/a> Gleichzeitig lehnte Amendt jene Akademisierung der Dylan-Rezeption ab, die sich ausschlie\u00dflich auf den Text st\u00fctzte und \u00bbmitten im Ereignisstrom\u00ab ernsthaft und ironiefrei Dylans Werk analysierte.<a title=\"\" href=\"#_edn77\"><sup><sup>[77]<\/sup><\/sup><\/a> Die immer wieder vorgebrachte Forderung, Dylan mit dem Nobelpreis f\u00fcr Literatur zu ehren, war eine Kapitulation vor den herrschenden Verh\u00e4ltnissen: \u00bbMancher Dylan-Liebhaber scheint nun die beabsichtigte Heimholung seines Idols in den Olymp der b\u00fcrgerlichen Hochkultur als Auszeichnung des eigenen Beharrungsverm\u00f6gens und Best\u00e4tigung seiner jahrelangen Gefolgschaft zu begreifen. Quasi als Kompensation f\u00fcr erlittene Dem\u00fctigungen: Wird der Meister kanonisiert, sind auch seine J\u00fcnger gesalbt. Danach kann sich nur sehnen, wer in dieser Welt zu Hause ist oder ihr zuzugeh\u00f6ren trachtet. [\u2026] Wie kann jemand, der gerade Dylans Performance in Z\u00fcrich, Stuttgart, Oberhausen, K\u00f6ln, Hannover, Berlin, Dresden und Regensburg gesehen oder den Mittschnitt geh\u00f6rt hat, auf die Idee kommen, diese Show ausgerechnet mit einem Literaturpreis auszeichnen zu wollen? Das war keine Dichterlesung. Das war eine furiose Rockandrollshow.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn78\"><sup><sup>[78]<\/sup><\/sup><\/a> Die einseitige literarische Lesart vernachl\u00e4ssigte den wichtigsten Teil des Werkes \u2013 die Musik, die \u00bbihm nicht nur Medium [ist], um seine \u203alyrics\u2039 zu transportieren, wie der textlastige Fl\u00fcgel der Dylan-Forschung oft suggerieren will.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn79\"><sup><sup>[79]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Amendt ma\u00df der Musik, dem Sound, generell einen hohen Stellenwert bei der Beurteilung k\u00fcnstlerischer Qualit\u00e4t bei. Vor allem aber war sie entscheidend beim Live-Auftritt, der die Probe aufs Exempel darstellte, die Bew\u00e4hrungssituation, in der sich zeigte, ob ein neues St\u00fcck wirklich ausgereift war. Schon 1986 entschied sich f\u00fcr ihn an der B\u00fchnenperformance die Qualit\u00e4t eines Songs \u2013 Jahre bevor Sony Music mit der Ver\u00f6ffentlichung aussortierter Songvarianten deutlich machte, welcher Reichtum jenseits des ver\u00f6ffentlichten Albummaterials vorhanden war. \u00bbMan sollte sich wohl abgew\u00f6hnen die oft zuf\u00e4lligen Plattenver\u00f6ffentlichungen in einem Atemzug zu nennen, mit dem, was Dylan auf der B\u00fchne tut, denn eigentlich sind alle Dylanplatten nur Rohfassungen seiner Lieder, so sorgf\u00e4ltig sie studiotechnisch arrangiert und bearbeitet sein m\u00f6gen. Es sind ver\u00f6ffentlichte Songideen, die sich erst auf der B\u00fchne voll entfalten. Oder auch nicht.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn80\"><sup><sup>[80]<\/sup><\/sup><\/a> Im Konzert spielte der Text eine vollkommen untergeordnete Rolle, nicht zuletzt, weil er oftmals kaum zu verstehen war \u2013 nicht nur vom gr\u00f6\u00dften Teil der Besucher, deren Muttersprache nicht Englisch war. \u00bbDylans Songs sind als Lieder entstanden und nicht als Gedichte. In der Show sind sie Stimm-Material. And nothing more\u2026\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn81\"><sup><sup>[81]<\/sup><\/sup><\/a> In seinem Vorwort zur deutschen \u00dcbersetzung von Paul Williams\u2019 Buch \u00fcber Dylan als \u00bbPerforming Artist\u00ab von 1992 erl\u00e4uterte Amendt nochmals die Bedeutung der (oft\u00a0 minimalistischen) Show, der Stimme, die auch erkl\u00e4rt, was den K\u00fcnstler auf seiner \u00bbnever ending tour\u00ab antrieb. In seinem gro\u00dfen Bericht \u00fcber die Europatournee 1984 hielt Amendt als Motiv f\u00fcr seine Mitwirkung als Fellow Traveller fest: \u00bbGestern, das war ein Konzert, die Teilnahme an einem einzigartigen Ereignis, heute und morgen und \u00fcbermorgen, das ist die Fortsetzung einer Tournee und Beginn der Entwicklung zu einem Gesamtkunstwerk, das einmal \u203aBob Dylans Europa-Tour \u201884\u2019\u2039 genannt werden wird.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn82\"><sup><sup>[82]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Seit Mitte der 80er Jahre, mit dem Wandel des K\u00fcnstlers selbst, relativierte Amendt peu a peu das von ihm bis dahin stets hochgehaltene Authentizit\u00e4tsideal der Rockmusik und gewichtete auch in seinen r\u00fcckblickenden Urteilen das Moment der Konstruktion st\u00e4rker. Ihre andauernde Anziehungskraft konnte Dylans \u00bbnever ending tour\u00ab nur gewinnen, weil der \u00bbSong-and-Dance-Man\u00ab sich permanent wandelte und seinem Material immer neue Facetten abgewann. Gerade in der Wandlungsf\u00e4higkeit, im fl\u00fcchtigen Charakter seiner Kunst bestand aus Amendts Sicht das Faszinosum Bob Dylan seit den 60er Jahren, wo er \u00bbdas Bed\u00fcrfnis vieler Jugendlicher sich selbst zu erfinden und neu zu definieren, um sich zu unterscheiden von einer Elterngeneration, die moralisch versagt hatte\u00ab, verk\u00f6rpert hatte.<a title=\"\" href=\"#_edn83\"><sup><sup>[83]<\/sup><\/sup><\/a> \u00bbIt ain\u2019t me, babe\u00ab \u2013 das in dieser knappen Formel verdichtete Selbstverst\u00e4ndnis des K\u00fcnstlers unterlief alle Authentizit\u00e4tserwartungen des Publikums und musste zu Entt\u00e4uschungen f\u00fchren. Darin sah Amendt eine von vielen Parallelen mit Bertolt Brecht, auf die er lange vor der Ver\u00f6ffentlichung des ersten Teils der Dylan-Autobiografie und der Erinnerungen Suze Rotolos, in denen Dylans Brecht-Adaption der fr\u00fchen 60er Jahre beschrieben wird, verwiesen hatte.<a title=\"\" href=\"#_edn84\"><sup><sup>[84]<\/sup><\/sup><\/a> Sp\u00e4ter hob er besonders die Gemeinsamkeit des Sich-Entziehens hervor: \u00bbWie Brecht f\u00fchlt sich auch Dylan als einer, der \u203aaus den schwarzen W\u00e4ldern\u2039 kommt und sein Publikum wissen l\u00e4\u00dft: \u203aIn mir habt ihr einen, auf den k\u00f6nnt ihr nicht bauen.\u2039 Wer so vor das Publikum tritt, mu\u00df mit Liebesentzug rechnen.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn85\"><sup><sup>[85]<\/sup><\/sup><\/a> Die von Martin Sch\u00e4fer an seinen Freund gerichtete Anregung, einmal systematisch \u00bbdie vielen Parallelen zwischen Dylan und Brecht auf den Punkt zu bringen\u00ab, konnte er (\u00bbDieses Thema behalte ich mir f\u00fcr mein Alter vor!\u00ab) nicht mehr verwirklichen.<a title=\"\" href=\"#_edn86\"><sup><sup>[86]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>So sehr Amendt Dylan verehrte, so wenig unkritisch war er \u2013 wie \u00fcberhaupt der kulturpessimistische Topos, Fans seien h\u00f6rige Adepten ihrer Stars, in die Irre f\u00fchrt. Verst\u00e4ndnislos reagierte er um 1980 auf Dylans barocke B\u00fchnenshow und besonders auf seinen religi\u00f6sen Fundamentalismus. Am Live-Album \u00bbAt Budokan\u00ab (1978) kritisierte er die \u00bbLadung Pomade\u00ab, forderte eine \u00bbAbmagerungskur\u00ab und hielt trotz einiger guter St\u00fccke fest: \u00bbEs geht hier ums Ganze, das das Unwahre ist.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn87\"><sup><sup>[87]<\/sup><\/sup><\/a> Einige Songs auf der ersten Platte der religi\u00f6sen Phase, \u00bbSlow Train Coming\u00ab (1979), hielt er f\u00fcr \u00bboffen reaktion\u00e4r\u00ab, prophezeite aber, diese werde bald wieder beendet sein, um dann angesichts von \u00bbSaved\u00ab (1980) zur \u00bbbissigen Persiflage\u00ab (Martin Sch\u00e4fer) \u00fcberzugehen. In seiner \u00bbKonkret\u00ab-Besprechung \u2013 wie stets in diesen Jahren zusammen mit Uwe Heidorn verfasst \u2013 erkl\u00e4rte er die Platte zur F\u00e4lschung, auf der \u00bbein (nicht unbegabter) Dylan-Imitator religi\u00f6se Liedchen darbietet\u00ab, und erfand ein Album namens \u00bbRaved\u00ab (die auf dem Originalcover dem g\u00f6ttlichen Finger entgegengereckten offenen H\u00e4nde hatte Alfred von Meysenbug in F\u00e4uste verwandelt) und besprach es, als habe der K\u00fcnstler zu seinen Wurzeln zur\u00fcckgefunden: \u00bbDylan ist wieder runter vom \u203aslow train\u2039, der aufs Abstellgleis keucht, und wieder da, wo er hingeh\u00f6rt: on the road again, back in the rain.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn88\"><sup><sup>[88]<\/sup><\/sup><\/a> Nach diesen \u00bbVinyl-Oblaten\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn89\"><sup><sup>[89]<\/sup><\/sup><\/a> wurde Amendt angesichts des Dylan-Konzerts von 1981 in Bad Segeberg vers\u00f6hnlicher, weil der K\u00fcnstler das dort ver\u00f6ffentlichte Material \u00bbausgesprochen schwungvoll\u00ab pr\u00e4sentierte und durch \u00e4ltere Songs erg\u00e4nzte, also die Phase \u00bbder hysterischen Ausschlie\u00dflichkeit und fundamentalistischen Agitation\u00ab \u00fcberwand. Obwohl auf \u00bbShot of Love\u00ab (1981) nach wie vor christliche T\u00f6ne zu vernehmen waren, war auf beiden Seiten Ern\u00fcchterung eingetreten. \u00bbWir glauben, dass Dylan glaubt, was er glaubt, das ist die Gesch\u00e4ftsgrundlage unserer Besch\u00e4ftigung mit ihm. Deshalb geht es nicht darum, sich nach irgendeinem \u203aalten\u2039 Dylan zur\u00fcckzusehnen und zu beklagen, dass er nicht mehr ist, wer er einmal war. (Was war er eigentlich? It ain\u2019t me, babe, das war er, Babe!) Wir wollen von Dylan auch keine Ratschl\u00e4ge, weil wir uns selber beraten, wir wollen keine Protestsongs, weil wir selber protestieren.\u00ab Jedenfalls markierte \u00bbShot of Love\u00ab \u00bbDylans Wendepunkt, die langsame Abkehr von allzu rascher Bekehrung\u00ab.<a title=\"\" href=\"#_edn90\"><sup><sup>[90]<\/sup><\/sup><\/a> Schon der spielerische Umgang mit \u00bbSaved\u00ab zeigt, dass Amendt seinem Helden mit Ironie entgegentreten konnte. Allerdings war sie, anders als der um 1980 in der Popkritik sich durchsetzende Gestus der demonstrativen Distanz, mit Bitternis durchsetzt, die aus entt\u00e4uschter Identifikation r\u00fchrte.<a title=\"\" href=\"#_edn91\"><sup><sup>[91]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">4. 1990. Radicalism Revisited<\/p>\n<p>Als Reinhard Mohr 1999 im Spiegel klagte, die zur Selbstreflexion unf\u00e4hige, von einer \u00bbDenkstarre\u00ab befallene deutsche Linke liefe \u00bbder Zeit hoffnungslos hinterher\u00ab, reihte er auch Amendt unter diejenigen \u00bbVerschw\u00f6rungstheoretiker und Teufelsaustreiber mit dem eingebauten Moral-Navigator\u00ab ein, die zu ihren fr\u00fcheren Irrt\u00fcmern schwiegen.<a title=\"\" href=\"#_edn92\"><sup><sup>[92]<\/sup><\/sup><\/a> Daran ist so viel richtig, dass Amendt auch nach 1989 seine grunds\u00e4tzlich ablehnende Haltung gegen\u00fcber dem Kapitalismus und seiner konkreten Gestalt in der Bundesrepublik nicht revidierte, die schnelle Anpassung mancher \u00bb68er\u00ab registrierte \u2013 exemplifiziert besonders an der Person Joschka Fischers und seiner Vereinnahmung der \u00bb68er-Generation\u00ab \u00bbf\u00fcr eine verbrecherische Politik\u00ab \u2013 und pessimistisch in die Zukunft blickte.<a title=\"\" href=\"#_edn93\"><sup><sup>[93]<\/sup><\/sup><\/a> Weil seine Themen kaum in einem festen ideologischen Rahmen verzurrt, sondern nur durch eigene intellektuelle Anstrengungen und mit Blick auf das Konkrete zu bearbeiten waren, trug Amendt gleichzeitig zu einer demokratischen Praxis im Alltag bei, indem er weiterhin auf seinen Themenfeldern aktiv blieb. Was die Arbeit an den Irrt\u00fcmern angeht, so war er 1988 von einem Mitglied des DKP-Pr\u00e4sidiums wegen seiner ablehnenden Haltung zu Alice Schwarzers \u00bbPorNO!\u00ab-Kampgane kritisiert worden \u2013 ausgerechnet in der Parteizeitung \u00bbUnsere Zeit\u00ab, nicht gerade eine Vork\u00e4mpferin des Feminismus.<a title=\"\" href=\"#_edn94\"><sup><sup>[94]<\/sup><\/sup><\/a> Dieses Statement kam einer offiziellen R\u00fcge gleich \u2013 auf dem H\u00f6hepunkt einer massiven innerparteilichen Auseinandersetzung, in der er sich auf der Seite der \u00bbErneuerer\u00ab befand, die in Opposition zur traditionalistischen Mehrheit der Parteif\u00fchrung stand. Amendt war Mitte der 70er Jahre in die DKP eingetreten \u2013 weil er in der seinerzeit noch jungen und aufsteigenden Partei die effektivste Kraft links von der Sozialdemokratie sah (allerdings schon damals \u00bbmit allerlei Reserven gegen\u00fcber ihrer Politik\u00ab), und weil im relativ liberalen Klima der Hamburger DKP ein breites intellektuelles und k\u00fcnstlerisches Umfeld entstanden war, das ihn interessierte.<a title=\"\" href=\"#_edn95\"><sup><sup>[95]<\/sup><\/sup><\/a> Sein dortiger Freundeskreis war pluralistisch links, keineswegs nur aus dem DKP-Spektrum, und eher \u00bbflippig-kifferig\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn96\"><sup><sup>[96]<\/sup><\/sup><\/a> als parteidogmatisch. Den zeitgleich entstehenden \u00bbSpontis\u00ab und dem Spontaneismus als politischem Konzept stand er trotz bohemistischer Neigungen mehr als skeptisch gegen\u00fcber. In seinem zu diesem Thema zentralen Text \u00bbSie wollen nichts. Und das nie\u00ab kritisiert er die \u00bbAufl\u00f6sung aller Kategorien \u2013 es gibt nicht richtig oder falsch, oben oder unten, hinten oder vorne\u00ab \u2013 die \u00bbad\u00e4quate Philosophie einer b\u00fcrgerlichen Intelligenz, die nicht handeln will (und kann) und deshalb den praxisfordernden Marxismus flieht.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn97\"><sup><sup>[97]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt, der nicht nur im Politischen viel von Verbindlichkeit hielt, kritisierte die Ideologie der Spontis, aber nicht die Spontaneit\u00e4t. Vielmehr reklamierte er die Lust, das Sinnliche und das Konkrete f\u00fcr die Kommunisten. Dies war teils Wunschdenken, teils entsprach es der Wirklichkeit etwa in Gruppen der SDAJ, wo, wie sich auch am \u00bbSex Buch\u00ab zeigte, Amendts Themen als Alltagspraktiken eine wichtige Rolle spielten.<a title=\"\" href=\"#_edn98\"><sup><sup>[98]<\/sup><\/sup><\/a> Gleichzeitig war dieses Buch Ergebnis und Medium seines Vorsatzes, die Haltung der DKP zur Homosexualit\u00e4t zu liberalisieren \u2013 was er sp\u00e4ter (mit gemischten Ergebnissen) auch auf die DDR und die Sowjetunion ausdehnte.<a title=\"\" href=\"#_edn99\"><sup><sup>[99]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Christoph Dr\u00f6sser, der 1985 mit Amendt an den Weltfestspielen der Jugend in Moskau teilnahm, lernte ihn dort als \u00bbundogmatischen Kommunisten\u00ab kennen, und als es im darauf folgenden Jahr zum innerparteilichen Konflikt um die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl kam, kritisierte er die Haltung der Parteif\u00fchrung und forderte das sofortige Abschalten aller Atomkraftwerke.<a title=\"\" href=\"#_edn100\"><sup><sup>[100]<\/sup><\/sup><\/a> In der von Gorbatschow ausgel\u00f6sten Wende der sowjetischen Politik in Richtung Glasnost und Perestroika sah er eine \u00bbR\u00fcckgewinnung der Dialektik\u00ab: \u00bbDie Bed\u00fcrfnisse, die dort formuliert werden und auch die Frustrationen, die ich dort h\u00f6re \u00fcber die Entwicklung des Sozialismus \u2013 das ist erstaunlich nahe dran an dem, was bei uns fortschrittliche Jugendliche denken oder fortschrittliche Frauen.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn101\"><sup><sup>[101]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00c4hnlich begriff Amendt auch die Protestbewegung in der DDR, wie er im Fr\u00fchjahr 1990 erl\u00e4uterte, als \u00bbeine antiautorit\u00e4re Revolte\u00ab, etwas, \u00bbworauf ich gewartet und gehofft hatte. Wie konnte einer jemals Hoffnung auf die DDR setzen? Die Antwort ist einfach. Etwas anderes gab es nicht. [\u2026] Ich muss gestehen, dass ich heute kaum noch Fragen an die Entwicklung in der DDR habe. Was sich dort unaufhaltsam durchsetzt, kenne ich bereits. Es ist das, was ich seit meinem 16. Lebensjahr, als ich mich dazu durchrang, den Kriegsdienst zu verweigern, mit wachsender Entschlossenheit bek\u00e4mpft habe. Ich will diese Wiedervereinigung nicht. Auf keinen Fall und unter keinem Umstand, auch nicht dem europ\u00e4ischen, der ein Vorwand ist und auf der Annahme beruht, das Nationalstaatliche werde absterben in Europa. Daran glaube ich nicht.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn102\"><sup><sup>[102]<\/sup><\/sup><\/a> Mitte der 90er Jahre res\u00fcmierte Amendt, das Ende der DDR sei ein \u00bblebensgeschichtlichen Bruch\u00ab gewesen: \u00bbIch bedauere den Untergang der DDR. Ich habe dieses Land gut gekannt. Einiges habe ich falsch eingesch\u00e4tzt, \u00fcbersch\u00e4tzt, auch untersch\u00e4tzt. Ich hatte beispielsweise keine Vorstellung davon, wie stark die autorit\u00e4ren Strukturen von den Menschen in der DDR verinnerlicht worden sind. Trotzdem: Mit der Ver\u00e4nderung der Eigentumsverh\u00e4ltnisse war f\u00fcr mich ein erster Schritt zur sozialistischen Gesellschaft getan. Ich habe auf ein Ver\u00e4nderungspotenzial gebaut, das zweifellos vorhanden war und meiner Vorstellung von einem demokratischen Sozialismus entsprach.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn103\"><sup><sup>[103]<\/sup><\/sup><\/a> Diese Hoffnung war mit der Vereinigung von 1990 gestorben. Damit, so Werner Heine, \u00bbverabschiedeten wir uns von dem Traum, die Menschheit k\u00f6nnte doch noch die Kurve kriegen und ihre Angelegenheiten rational zu regeln versuchen, statt weiter mit Vollgas in die Barbarei zu steuern.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn104\"><sup><sup>[104]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Obwohl skeptisch gegen\u00fcber dem Erinnerungsboom zu diversen Jubil\u00e4en von \u00bb1968\u00ab, nahm Amendt gelegentlich an Diskussionsveranstaltungen zu diesem Thema teil. Er verteidigte den Aufbruch, sah aber auch selbstkritisch zur\u00fcck. So stimmte er Adornos sp\u00e4ter Aussage zur Studentenbewegung zu, ihrem fruchtbaren Tun sei \u00bbein Quentchen Wahn beigemischt, dem das Totalit\u00e4re teleologisch beiwohnt\u00ab. Das h\u00e4tte sich, so Amendt, in den \u00bbsch\u00e4bigen und besch\u00e4menden Aktionen\u00ab gezeigt, die die Auseinandersetzung der Aktivisten mit dem remigrierten j\u00fcdischen Philosophen begleiteten: \u00bbSch\u00e4big und besch\u00e4mend deshalb, weil wir, mehr als uns bewusst war, an den Verdr\u00e4ngungsmechanismen unserer Eltern teilhatten.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn105\"><sup><sup>[105]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Amendt hielt nicht viel von vergangenheitsseligen Reminiszenzen, empfahl aber als Sonde in die 60er Jahre: \u00bbWer verstehen will, was emotional gelaufen ist in diesen Jahren, sollte sich mit der Musik von damals besch\u00e4ftigen.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn106\"><sup><sup>[106]<\/sup><\/sup><\/a> Die politischen Flugschriften widerspiegelten nur einen Ausschnitt und verzerrten das Bild, wenn nicht auch der Sound der Revolte einbezogen werde. Schon 1968 hatte er \u00bbdas kulturrevolution\u00e4re Element\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn107\"><sup><sup>[107]<\/sup><\/sup><\/a> als entscheidenden Aspekt der Rebellion gesehen und auch in der R\u00fcckschau darauf verwiesen: \u00bbWer jung war in den 60er Jahren und wach, der lebte nicht einfach mit Musik. Er lebte in der Musik, in der pl\u00f6tzlich Dinge geschahen, die niemand f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Die Texte der Popul\u00e4rmusik f\u00fchrten weg von den Trivialit\u00e4ten g\u00e4ngiger Schlager hin zu den Alltagserfahrungen von Jugendlichen. Musik wurde zu einer Erlebniswelt, in der Liebe, Sehnsucht, Hass, Trennungsschmerz, Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer, Paranoia und Einsamkeit \u2013 alle Stimmungslagen und alle Gef\u00fchlszust\u00e4nde ihren Platz hatten.\u00ab<a title=\"\" href=\"#_edn108\"><sup><sup>[108]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">5. Fazit<\/p>\n<p>G\u00fcnter Amendt war ein theoretisch reflektierter und zugleich empirisch an konkretem Material arbeitender, praktischer Intellektueller, der seine Gegenst\u00e4nde grunds\u00e4tzlich in einen politischen Kontext stellte und politisch bewertete, ohne sie auf diese Dimension zu reduzieren. Er setzte auf das rationale Argument in der Auseinandersetzung um Themen, die zu weiten Teilen emotional und affektiv bestimmt waren. Gerade weil sie die unterschiedlichsten Gef\u00fchle zulie\u00dfen, reflektierten und erzeugten, waren sie f\u00fcr den Alltag Jugendlicher so wichtig geworden. Auch weil im Gestr\u00fcpp \u00fcberwuchernder moralischer Wertungen von rechts wie links die Fakten schwer zu erkennen und ein eigenst\u00e4ndiges Urteil nicht leicht zu gewinnen waren, gab es nur wenige, die sich mit derart fluiden Gegenst\u00e4nden ernsthaft auseinandersetzten. Hinzu kam, dass eine \u00bbhedonistische Linke\u00ab in den Jahren der Trennung von \u00bbrationalen\u00ab und \u00bbemotionalen\u00ab Subkulturen nicht viele F\u00fcrsprecher hatte.<a title=\"\" href=\"#_edn109\"><sup><sup>[109]<\/sup><\/sup><\/a> Amendt attackierte die kulturkritischen Werturteile, mit denen seine hoch umstrittenen Themen in der Regel bedacht wurden. Bei der Untersuchung ihres empirischen Gehalts bediente er sich der Sprache der \u203aSachlichkeit\u2039, allerdings nicht in der Rhetorik des Antiemotionalen, wie es in den 50er Jahren insbesondere durch Helmut Schelsky als antitotalit\u00e4res Programm propagiert und zum generationellen Stil einer \u00bbskeptischen Generation\u00ab \u00fcberh\u00f6ht worden war.<a title=\"\" href=\"#_edn110\"><sup><sup>[110]<\/sup><\/sup><\/a> Im Gegenteil: Der positive Bezug auf Massenbewegungen und ihre emotionalen Triebkr\u00e4fte verband Amendts Ansatz mit der linken Sachlichkeit Brechts, ohne dessen \u00bbK\u00e4lte\u00ab-Duktus zu \u00fcbernehmen.<a title=\"\" href=\"#_edn111\"><sup><sup>[111]<\/sup><\/sup><\/a> Ideale des Kampfes, der Militanz und des Dezisionismus waren Amendt nicht fremd, aber sie verbanden sich mit Offenheit und Empathie, die auch ideologische Grenzen \u00fcberschritten. Der vorurteilsfreie Zugang bedeutete nicht, dass Amendt keine Moral gehabt h\u00e4tte: Sie radikalisierte den nach Emanzipation des Individuums, nach Befreiung des K\u00f6rpers und der Emotionen strebenden Zeitgeist und setzte ihn in Politik um. Fehlurteile kamen vor, Amendt hat sie gelegentlich revidiert, manchmal auch nicht. Im Hinblick auf die Popkultur sind etwa antikommerzielle Affekte nicht zu \u00fcbersehen, wie sie weit verbreitet waren und eine n\u00fcchterne Sicht verstellten; dass die \u00bbkids\u00ab \u00bbimmer alright\u00ab waren, wie er 1985 meinte, war eine der vielen sch\u00f6nen Fortschrittsideen, die man verabschieden konnte sp\u00e4testens als Neonazis auf Rechtsrock setzten.<a title=\"\" href=\"#_edn112\"><sup><sup>[112]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Im 20. Jahrhundert korrespondierten revolution\u00e4re politische Ideen oft mit neuen Trends in Musik, Mode und Habitus. Ihre Protagonisten nach 1945 bezogen sich immer wieder auf die in dieser Hinsicht tonangebenden Akteure der ersten Jahrhunderth\u00e4lfte und betteten ihre eigenen Pr\u00e4ferenzen in einen solchen Bezugsrahmen ein. Amendts Zugang zu seiner Gegenwart wurde theoretisch von der Kritischen Theorie und praktisch von der Kulturrevolution der 60er Jahre bestimmt. Gleichzeitig war er ma\u00dfgeblich daran beteiligt, eine bestimmte Generationserfahrung der \u00bb68er\u00ab zu erzeugen, indem er die durch Drogen, Sexualit\u00e4t und Musik bestimmten neuen K\u00f6rperwahrnehmungen registrierte, interpretierte und in der \u00d6ffentlichkeit legitimierte. Bei allen Meinungsverschiedenheiten im Politischen formulierte er damit zeitspezifische Wir-Gef\u00fchle der westdeutschen Linken seit den 60er Jahren.<a title=\"\" href=\"#_edn113\"><sup><sup>[113]<\/sup><\/sup><\/a> Allerdings handelte es sich um mehr als den emotionalen Kitt der \u00bb68er-Generation\u00ab, gerade weil diese Themen weit \u00fcber sie hinaus in die Gesellschaft hineinwirkten und einen wichtigen Teil der sich wandelnden Alltagskultur darstellten. Immer ging es um das gro\u00dfe Ganze, das im Detail sich manifestierte und von hier aus zu ver\u00e4ndern war.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a title=\"Detlef Siegfried Homepage Universit\u00e4t Kopenhagen\" href=\"http:\/\/engerom.ku.dk\/english\/staff\/profile\/?id=126409&amp;f=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Detlef Siegfried<\/a><br \/>\nProfessor f\u00fcr Neuere Deutsche und Europ\u00e4ische Geschichte an der Universit\u00e4t Kopenhagen.<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Rolf Schwendter, Theorie der Subkultur, Hamburg <sup>4<\/sup>1993 (erstmals K\u00f6ln 1973).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref2\">[2]<\/a> Andreas Reckwitz, Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der b\u00fcrgerlichen Moderne zur Postmoderne, Weilerswist 2006.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref3\">[3]<\/a> Sabine Flach\/Jan S\u00f6ffner, Emotionaler Habitus. Verk\u00f6rperte Sinnlichkeit zwischen Subjektivit\u00e4t und Umweltrelation, Paderborn 2011.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref4\">[4]<\/a> Sabine Hering\/Hans-Georg L\u00fctzenkirchen, Wohin f\u00fchrt der lange Marsch? Die politische Erwachsenenbildung der 68er. Gespr\u00e4che, Frankfurt am Main 1996, S. 80.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref5\">[5]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Eine Absage als Nachwort, in: Werner Pieper (Hrsg.), Alles schien m\u00f6glich\u2026 60 Sechziger \u00fcber die 60er Jahre und was aus ihnen wurde, L\u00f6hrbach [2007] S. 246-247, 246.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref6\">[6]<\/a> Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 68. Zitat: G\u00fcnter Amendt, Kriegsdienstverweigerung oder Das verweigerte Gewissen, in: Heinz Liepmann (Hrsg.), Kriegsdienstverweigerung oder Gilt noch das Grundgesetz?, Reinbek 1966, S. 77-92, 90.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref7\">[7]<\/a> Amendt zit. nach Karin Storch, Der zweite Bildungsweg \u2013 Chance oder Illusion?, Frankfurt am Main 1974, S. 207.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref8\">[8]<\/a> Dies und das Folgende im Interview mit G\u00fcnter Amendt von Tilman Fichter und Siegwart L\u00f6nnendonker, 24.9.1973, Archiv \u00bbAPO und soziale Bewegungen\u00ab, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universit\u00e4t Berlin (ehem. ZI 6).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref9\">[9]<\/a> Fritz von Unruh, Rede an die Frankfurter Jugend. Mit Beitr\u00e4gen von Oberb\u00fcrgermeister Werner Bockelmann und G\u00fcnter Amendt, Frankfurt am Main 1964, S. 9-14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref10\">[10]<\/a> Martin Klimke, The Other Alliance. Student Protest in West Germany and the United States in the Global Sixties, Princeton 2010, S. 52; G\u00fcnter Amendt, Die Studentenrevolte in Berkeley, in: Neue Kritik, Nr. 28, 1965, S. 5-7.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref11\">[11]<\/a> Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 72.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref12\">[12]<\/a> Reimut Reiche\/Peter G\u00e4ng, Vom antikapitalistischen Protest zur sozialistischen Politik, in: Neue Kritik, Nr. 41, 1967, S. 17-35, 22 u. 24.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref13\">[13]<\/a> Interview Amendt, S. 17ff. u. 22.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref14\">[14]<\/a> Underground v. Januar 1969, S. 1.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref15\">[15]<\/a> Frankfurter Neue Presse v. 4.3.1967.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref16\">[16]<\/a> Gretchen Dutschke, Rudi Dutschke. Wir hatten ein barbarisches, sch\u00f6nes Leben. Eine Biographie, M\u00fcnchen 1998, S. 209.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref17\">[17]<\/a> Interview Amendt, S. 20f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref18\">[18]<\/a> G\u00fcnter Amendt, V\u00e4ter und Erben. Ein Interview, in: Frank Deppe (Hrsg.), 2. Juni 1967 und die Studentenbewegung heute, Dortmund 1977, S. 19-32, 20f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref19\">[19]<\/a> Der Spiegel, 3.12.1973, S. 218.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref20\">[20]<\/a> Aufruf u.a. in Langer Marsch v. Januar 1973, S. 18.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref21\">[21]<\/a> Details in Wolfgang Kraushaar (Hrsg.), Frankfurter Schule und Studentenbewegung. Von der Flaschenpost zum Molotowcocktail 1946-1995, Bd. 1, Frankfurt am Main 1998, passim; Niels Seibert, Vergessene Proteste. Internationalismus und Antirassismus 1964-1983, M\u00fcnster 2008, S. 59ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref22\">[22]<\/a> Der Spiegel, 21.8.1970, S. 71.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref23\">[23]<\/a> Dagmar Herzog, Die Politisierung der Lust. Sexualit\u00e4t in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, M\u00fcnchen 2005.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref24\">[24]<\/a> G\u00fcnter Amendt, \u00bbSexfront\u00ab. Revisited, in: Zeitschrift f\u00fcr Sexualforschung, Jg. 19, 2006, S. 159-172, 161.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref25\">[25]<\/a> Konkret, 2\/2004, S. 48; Der Spiegel, 15.4.1968, S. 78.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref26\">[26]<\/a> Torsten Gass-Bolm, Revolution im Klassenzimmer? Die Sch\u00fclerbewegung 1967-1970 und der Wandel der deutschen Schule, in: Christina von Hodenberg\/Detlef Siegfried (Hrsg.), Wo \u00bb1968\u00ab liegt. Reform und Revolte in der Geschichte der Bundesrepublik, G\u00f6ttingen 2006, S. 113-138, 122.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref27\">[27]<\/a> AUSS-Bundesvorstand, Thesen zur Sexualkampagne, abgedruckt in Rote Presse-Korrespondenz, Nr. 21 v. 11.7.1969, 8ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref28\">[28]<\/a> Konkret, 2\/2004, S. 48.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref29\">[29]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Sexfront, Frankfurt am Main 1970. Erw. Neuausgabe: Reinbek 1994 (48.-50. Tausend). Zur Resonanz vgl. Protest! Literatur um 1968. Eine Ausstellung d. Deutschen Literaturarchivs in Verbindung m. d. Germanistischen Seminar der Universit\u00e4t Heidelberg u. d. Deutschen Rundfunkarchiv im Schiller-Nationalmuseum Marbach a. Neckar, Marbach 1998, S. 586ff.; Der Spiegel, 21.8.1970, S. 71.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref30\">[30]<\/a> Amendt, \u00bbSexfront\u00ab Revisited, S. 164.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref31\">[31]<\/a> Sigusch, Geschichte, 403.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref32\">[32]<\/a> Der Spiegel, 21.8.1970, S. 71.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref33\">[33]<\/a> Zitat: Gunter Schmidt (Hrsg.), Kinder der sexuellen Revolution. Kontinuit\u00e4t und Wandel studentischer Sexualit\u00e4t 1966-1996, Gie\u00dfen 2000, S. 11.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref34\">[34]<\/a> Mona Steffen, SDS, Weiberr\u00e4te, Feminismus?, in: Kraushaar, Flaschenpost, Bd. 3, S. 126-140, 135.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref35\">[35]<\/a> Die Zeit, 17.6.1977.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref36\">[36]<\/a> Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 75.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref37\">[37]<\/a> Zitat: Interview Amendt, S. 26f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref38\">[38]<\/a> Volkmar Sigusch, Geschichte der Sexualwissenschaft, Frankfurt\/New York 2008, S. 430.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref39\">[39]<\/a> Volkmar Sigusch, Sexuelle St\u00f6rungen und ihre Behandlung, 4., \u00fcberarb. u. erw. Aufl., Stuttgart u.a. 2006, S. 139.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref40\">[40]<\/a> Sigusch, Geschichte, S. 485.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref41\">[41]<\/a> Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 76.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref42\">[42]<\/a> Konkret, 5\/2011, S. 41.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref43\">[43]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Das Sex Buch, Dortmund 1979. Das Buch erschien seit 1985 bei Zweitausendeins und als erweiterte Neuausgabe mit dem Untertitel \u00bbAufkl\u00e4rung f\u00fcr Jugendliche und junge Erwachsene\u00ab 1993 bei Elefanten Press, seit 1996 bei Rowohlt). Zur Zielgruppe: Amendt, \u00bbSexfront\u00ab Revisited, S. 167.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref44\">[44]<\/a> So Ulrike Baureithel im Freitag v. 17.3.2011.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref45\">[45]<\/a> Konkret, 5\/1980, S. 26; Der Spiegel, 21.6.2010, S. 45; Sebastian Haunss, Identit\u00e4t in Bewegung: Prozesse kollektiver Identit\u00e4t bei den Autonomen und in der Schwulenbewegung, Wiesbaden 2004, S. 223.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref46\">[46]<\/a> So Gunther Schmidt in seinem Beitrag zur Trauerfeier f\u00fcr G\u00fcnter Amendt im Hamburger \u00bbPolittb\u00fcro\u00ab am 5.4.2011: <a href=\"http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/schmidt.html\">http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/schmidt.html<\/a> (gel. 8.11.2011)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref47\">[47]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Sexueller Missbrauch von Kindern. Zur P\u00e4dophiliediskussion von 1980 bis heute, in: Merkur, 64, 12, 2010, S. 1161-1172.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref48\">[48]<\/a> So in seinem Beitrag zu einem Hearing der SPD-Bundestagsfraktion, dokumentiert in Konkret, 10\/1988, S. 14. \u00bbBegleiterscheinung\u00ab: Konkret-Sexualit\u00e4t 1986, S. 22. Zu dieser Kampagne vgl. Elizabeth Heineman, Before Porn was Legal. The Erotica Empire of Beate Uhse, Chicago\/London 2011, S. 167 u. 177.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref49\">[49]<\/a> G\u00fcnter Amendt\/Ulrich Stiehler, Sucht \u2013 Profit \u2013 Sucht, Politische \u00d6konomie des Drogenhandels, Frankfurt am Main 1972; eine stark \u00fcberarbeitete und erweiterte Neuausgabe mit Amendt als alleinigem Verfasser erschien 1984 bei Zweitausendeins, 1990 bei Rowohlt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref50\">[50]<\/a> Amendt, Sucht \u2013 Profit \u2013 Sucht (1984), S. 377. Das Folgende S. 376.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref51\">[51]<\/a> Dies und das Folgende in Konkret, 3\/2006, S. 62.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref52\">[52]<\/a> Amendt, Sucht \u2013 Profit \u2013 Sucht (1972), S. 67 u. 178.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref53\">[53]<\/a> Dies und das Folgende in Amendt, Sucht \u2013 Profit \u2013 Sucht (1984), S. 376 u. 378. \u00bbProduktivkraft\u00ab in Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 74.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref54\">[54]<\/a> Zum TZA Amendts Bericht in Konkret, 7\/1977, S. 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref55\">[55]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Der gro\u00dfe wei\u00dfe Bluff. Die Drogenpolitik der USA, Hamburg 1987; ders., Die Droge. Der Staat. Der Tod. Auf dem Weg in die Drogengesellschaft, Hamburg 1992; ders.\/Patrick Walder, Ecstasy &amp; Co. Alles \u00fcber Partydrogen, Reinbek 1997; G\u00fcnter Amendt, No drugs \u2013 no Future. Drogen im Zeitalter der Globalisierung, 2003; ders., Die Legende vom LSD, Frankfurt am Main 2008. Zitat Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 75.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref56\">[56]<\/a> So Wolfgang Neskovic in seinem Beitrag zur Trauerfeier f\u00fcr G\u00fcnter Amendt im Hamburger \u00bbPolittb\u00fcro\u00ab am 5.4.2011: <a href=\"http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/neskovic.html\">http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/neskovic.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref57\">[57]<\/a> Amendt, Droge, S. 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref58\">[58]<\/a> Konkret, 5\/1981, S. 4.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref59\">[59]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Reunion Sundown. Bob Dylan in Europa, Frankfurt am Main 1985, 21.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref60\">[60]<\/a> Dies und das Folgende in G\u00fcnter Amendt, K\u00fcnstler in der antiautorit\u00e4ren Bewegung, in: A. v. Meysenbug, Superm\u00e4dchen und andere Comics aus den letzten Tagen des gro\u00dfen Boom, Frankfurt am Main 1975, o.Pag.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref61\">[61]<\/a> Helmut Salzinger, Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution? Ein Essay \u00fcber Pop-Musik und Gegenkultur, Frankfurt am Main 1972; Manfred Miller, Und Blues ritt das Karnickel. Vom \u00fcberraschenden Erscheinen und m\u00e4hlichen Schwinden einer amerikanischen Musik im Land, aus dem der K\u00e4fer kam, in: Rauhut\/Lorenz (Hrsg.), Blues, S. 18-39. Vgl. Detlef Siegfried, Time Is on My Side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre, G\u00f6ttingen <sup>2<\/sup>2008, S. 662ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref62\">[62]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Zeitenwende, in: Michael Rauhut\/Reinhard Lorenz (Hrsg.), Ich hab den Blues schon etwas l\u00e4nger. Spuren einer Musik in Deutschland, Berlin 2008, S. 228-229.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref63\">[63]<\/a> So Amendt bei einer Podiumsdiskussion, in: Axel Honneth\/Peter Kemper\/Richard Klein (Hrsg.), Bob Dylan. Ein Kongress. Ergebnisse des internationalen Bob Dylan-Kongresses 2006 in Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2007, S. 317.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref64\">[64]<\/a> Zuerst gedruckt in Konkret-Sexualit\u00e4t 1979, S. 83, dann als Kapitel im \u00bbSex Buch\u00ab (1979), S. 152ff. Zitate nach dem \u00bbKonkret\u00ab-Text.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref65\">[65]<\/a> Er zitierte Amendts eben zitierten Satz zu diesem Thema als Motto seines Buches: Udo Lindenberg, Rock\u2019n\u2019Roll und Rebellion. Ein panisches Panorama, 1981, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref66\">[66]<\/a> Udo Lindenberg, Das Textbuch, Frankfurt am Main 1981, S. 166f.; vgl. Klaus D\u00f6rre\/Paul Sch\u00e4fer, In den Stra\u00dfen steigt das Fieber. Jugend in der Bundesrepublik, K\u00f6ln 1981, S. 7. Vgl. auch die Erinnerungen Peter Zadeks, Die hei\u00dfen Jahre 1970-1980, K\u00f6ln 2006, 284.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref67\">[67]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Back to the Sixties. Bob Dylan zum Sechzigsten, Hamburg 2001, S. 45.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref68\">[68]<\/a> Konkret-Sexualit\u00e4t 1979, S. 83.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref69\">[69]<\/a> In seinem Beitrag zur Trauerfeier f\u00fcr G\u00fcnter Amendt <a href=\"http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/schaefer.html\">http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/schaefer.html<\/a> (gel. 6.11.2011).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref70\">[70]<\/a> Detlef Siegfried, Stars der Revolte. Die Kommune 1, in: Daniela M\u00fcnkel\/Lu Seegers (Hrsg.), Medien und Imagepolitik im 20. Jahrhundert. Deutschland, Europa, USA, Frankfurt\/New York 2008, S. 229-246.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref71\">[71]<\/a> G\u00fcnter Amendt, \u00dcber die trostlose Generation, in: ders. (Hrsg.), Kinderkreuzzug oder Beginnt die Revolution in den Schulen?, Reinbek 1968, S. 13-36, 23f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref72\">[72]<\/a> Amendt, V\u00e4ter, S. 23.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref73\">[73]<\/a> Konkret, 1\/2005, S. 62.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref74\">[74]<\/a> Amendt, Reunion Sundown, S. 48.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref75\">[75]<\/a> Amendt, Back to the Sixties, S. 46; Videoclip von 2001 auf <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NI6E89LN_uE\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NI6E89LN_uE<\/a>, ges. 16.1.2012. Vgl. den Artikel von Martin Sch\u00e4fer in der Wochenzeitung v. 14.4.2011.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref76\">[76]<\/a> Amendt, Back to the Sixties, S. 47.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref77\">[77]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Vorwort, in: Paul Williams, Forever Young. Die Musik von Bob Dylan 1974-1986, Heidelberg 1995, S. 10-19, S. 15<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref78\">[78]<\/a> Konkret, 9\/2000, S. 60.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref79\">[79]<\/a> Amendt, Reunion Sundown, S. 47.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref80\">[80]<\/a> Konkret, 10\/1986, S. 96. Zu Recht sind Zweifel ge\u00e4u\u00dfert worden, dass sehr viele andere zu diesem Zeitpunkt die zentrale Rolle des B\u00fchnenauftritts erkannt h\u00e4tten. So Manfred Helfert auf <a href=\"http:\/\/bobdylanroots.blogspot.com\/2011\/03\/renowned-dylan-author-gunter-amendt.html\">http:\/\/bobdylanroots.blogspot.com\/2011\/03\/renowned-dylan-author-gunter-amendt.html<\/a> (gel. 10.12.2011)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref81\">[81]<\/a> Amendt, Vorwort, in: Williams, Forever Young, S. 13.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref82\">[82]<\/a> Amendt, Reunion Sundown, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref83\">[83]<\/a> Amendt, Back to the Sixties, S. 49.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref84\">[84]<\/a> So 1985 in Anspielung auf das epische Theater: \u00bbBrecht h\u00e4tte seine Freude an Dylan. Und in der Tat, kein K\u00fcnstler seines Genres hat wie Dylan die F\u00e4higkeit entwickelt, voll da zu sein und zugleich neben sich zu stehen. Emotionen, die er ausl\u00f6st, scheint er zu misstrauen.\u00ab (Amendt, Reunion Sundown, S. 39.). Zu der von Patrick Rampone herausgearbeiteten Gemeinsamkeit einer \u00bbPoetik des Sich-Entziehens\u00ab vgl. Die Augsburger Zeitung v. 9.2.2011. Bob Dylan, Chronicles, vol. 1, New York 2004, S. 272; Suze Rotolo, A Freewheelin\u2019 Time. A Memoir of Greenwich Village in the Sixties, New York 2008, S. 233ff. Vgl. New York Times, 8.10.2006; Amendts Besprechung von \u00bbChronicles\u00ab in Konkret, 12\/2004, S. 62.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref85\">[85]<\/a> Konkret, 1\/2005, S. 62.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref86\">[86]<\/a> So Martin Sch\u00e4fer in seinem Beitrag zur Trauerfeier f\u00fcr G\u00fcnter Amendt <a href=\"http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/schaefer.html\">http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/schaefer.html<\/a> (gel. 6.11.2011)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref87\">[87]<\/a> Amendt, Never Ending Tour, 26f. Das Folgende 31ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref88\">[88]<\/a> Ebd., S. 34. Zu Meysenbug: Amendt in Honneth\/Kemper\/Klein (Hrsg.), Bob Dylan, S. 324f. Der Spiegel v. 28.7.1980 war begeistert: \u00bbWo es den wahren Dylan nicht mehr gibt, muss man ihn erfinden. Und das machen die beiden \u203aRaved\u2039-Rezensenten fabelhaft. Dylan auf \u203aRaved\u2039: \u203aLet the man on the cross \/ not be your boss \/ There is no hope \/ with that pope.\u2039\u00ab<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref89\">[89]<\/a> Dies und das Folgende: Amendt, Never Ending Tour, S. 39f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref90\">[90]<\/a> Ebd., S. 45.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref91\">[91]<\/a> Christoph Rauen, Pop und Ironie. Popdiskurs und Popliteratur um 1980, Berlin u.a. 2010.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref92\">[92]<\/a> Der Spiegel, 29.11.1999, S. 168 u. 174.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref93\">[93]<\/a> G\u00fcnter Amendt, Psychogramm einer neuen Kriegsgeneration, in: Klaus Bittermann\/Thomas Deichmann (Hrsg.), Wie Dr. Joseph Fischer lernte, die Bombe zu lieben. Die Gr\u00fcnen, die SPD, die Nato und der Krieg auf dem Balkan, Berlin 1999, S. S. 155-159, Zitat 155.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref94\">[94]<\/a> UZ-Artikel und Amendts Reaktion in Konkret, 11\/1988, S. 50.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref95\">[95]<\/a> Amendt, V\u00e4ter, S. 24; Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 71f. \u00bbReserven\u00ab: Die Zeit, 17.6.1977. Mehrfach wurde in den Nachrufen nach seinem Tode Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber seiner Entscheidung f\u00fcr die DKP ge\u00e4u\u00dfert, die so gar nicht mit seinem Habitus vereinbar zu sein schien (so Jan Feddersen in der taz v. 14.3.2011 und Reinhard Kahl in der Zeit: <a href=\"http:\/\/www.reinhardkahl.de\/pdfs\/Amendt.pdf\">www.reinhardkahl.de\/pdfs\/Amendt.pdf<\/a><cite>, gel. 12.1.2012.<\/cite><em>).<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref96\">[96]<\/a> So Felix Reidenbach im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref97\">[97]<\/a> Konkret, 3\/1978, S. 16.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref98\">[98]<\/a> Amendt, V\u00e4ter, S. 28f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref99\">[99]<\/a> Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 78f. Zum Erfolg in der DKP und \u2013 verz\u00f6gert \u2013 in der DDR vgl. Konkret, 1\/1982, S. 44, 9\/1986, S. 30 u. 2\/1989, S. 22. \u00bbDie DDR schafft die Homosexualit\u00e4tsgesetzgebung ab. Endg\u00fcltig. Wer h\u00e4tte das gedacht? Ich.\u00ab (Konkret, 9\/1987, S. 62).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref100\">[100]<\/a> Konkret, 7\/1986, S. 20. Zitat aus Dr\u00f6ssers Eintrag im Kondolenzbuch zum Tode Amendts: <a href=\"http:\/\/guenteramendt.de\/kondolenzbuch\/kondolenz_01.html\">http:\/\/guenteramendt.de\/kondolenzbuch\/kondolenz_01.html<\/a>, gel. 12.1.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref101\">[101]<\/a> Konkret, 7\/1988, S. 35ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref102\">[102]<\/a> Konkret, 3\/1990, S. 42.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref103\">[103]<\/a> Hering\/L\u00fctzenkirchen, Marsch, S. 79.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref104\">[104]<\/a> So Werner Heine in seinem Beitrag zur Trauerfeier f\u00fcr G\u00fcnter Amendt im Hamburger \u00bbPolittb\u00fcro\u00ab am 5.4.2011: <a href=\"http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/heine.html\">http:\/\/guenteramendt.de\/nachrufe\/heine.html<\/a>, gel. 12.1.2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref105\">[105]<\/a> Konkret, 7\/1998, S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref106\">[106]<\/a> Dies und das Folgende: G\u00fcnter Amendt, Eine Absage als Nachwort, in: Werner Pieper (Hrsg.), Alles schien m\u00f6glich\u2026 60 Sechziger \u00fcber die 60er Jahre und was aus ihnen wurde, L\u00f6hrbach [2007] S. 246-247.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref107\">[107]<\/a> Amendt, Generation, S. 16.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref108\">[108]<\/a> Konkret, 2\/2004, S. 48. Vgl. auch Konkret 7\/1998, S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref109\">[109]<\/a> Diethart Kerbs (Hrsg.), Die hedonistische Linke. Beitr\u00e4ge zur Subkultur-Debatte, Neuwied\/Berlin 1971.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref110\">[110]<\/a> Franz-Werner Kersting, Helmut Schelskys \u00bbSkeptische Generation\u00ab von 1957. Zur Publikations- und Wirkungsgeschichte eines Standardwerkes, in: Vierteljahrshefte f\u00fcr Zeitgeschichte 50 (2002), 465-495.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref111\">[111]<\/a> Helmut Lethen, Verhaltenslehren der K\u00e4lte. Lebensversuche zwischen den Kriegen, Frankfurt am Main 1994.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref112\">[112]<\/a> Konkret, 5\/1985, S. 68; Diedrich Diederichsen, The Kids are not alright, Vol. IV \u2013 Oder doch? Identit\u00e4t, Nation, Differenz, Gef\u00fchle, Kritik und der ganze andere Schei\u00df, in: ders., Freiheit macht arm. Das Leben nach Rock\u2019n\u2019Roll 1990-1993, K\u00f6ln 1993, S. 253-283; Max Annas\/Ralph Christoph (Hrsg.), Neue Soundtracks f\u00fcr den Volksempf\u00e4nger. Nazirock, Jugendkultur und rechter Mainstream. Berlin\/Amsterdam 1993.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref113\">[113]<\/a> Vgl. Jochen Voit, Linker Marsch. \u00dcberlegungen zu einer popkulturellen Generationengeschichte der deutschen Linken. In: Vorg\u00e4nge 171\/172, 44. Jg., 2005, S. 199-207.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich danke Felix Reidenbach f\u00fcr Auskunft und Joachim Lietzke f\u00fcr Feedback. Dieser erste Zugriff auf G\u00fcnter Amendts Werk beruht im Wesentlichen auf gedrucktem Material. Sein Nachlass wird zur Zeit geordnet und verzeichnet. Sobald er zug\u00e4nglich ist, steht ein sehr viel gr\u00f6\u00dferer Fundus zur Verf\u00fcgung. Vgl. auch die von Freunden Amendts betreute Homepage www.guenteramendt.de<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hedonistische Linke<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[110404,527,918,1289,1309,1315,1807,1816,2132,2589],"class_list":["post-326","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-amendt","tag-detlef","tag-gunter","tag-korper","tag-kritik","tag-kultur","tag-politisierung","tag-pop","tag-siegfried","tag-zeitschrift"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}