{"id":3353,"date":"2014-07-14T23:50:57","date_gmt":"2014-07-14T21:50:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=3353"},"modified":"2014-07-14T23:50:57","modified_gmt":"2014-07-14T21:50:57","slug":"mode-julivon-volker-orthmann15-7-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2014\/07\/14\/mode-julivon-volker-orthmann15-7-2014\/","title":{"rendered":"Mode Julivon Volker Orthmann15.7.2014"},"content":{"rendered":"<p>Beginn unserer neuen monatlichen Mode-Kolumne. Auftakt: Richtungswechsel in der M\u00e4nnermode<!--more mehr--><\/p>\n<p>Es geht um M\u00e4nnermode, speziell um das m\u00e4nnliche Beinkleid. Der Anlass ist aktuell, denn k\u00fcrzlich hat die Branche ihre Vorschl\u00e4ge f\u00fcr den Sommer n\u00e4chsten Jahres unterbreitet. W\u00e4hrend sich der globale Mainstream l\u00e4ngst auf schlanke bis <em>sehr<\/em> schlanke Hosensilhouetten verst\u00e4ndigt hat, wenden sich wegweisende Kollektionen und Stil-Pioniere zunehmend den weiten, entspannten Formen zu. Historisch betrachtet ist die enge, das Bein fest umschlie\u00dfende Hose die g\u00e4ngigere Variante. Man denke nur an die schmalen Beinlinge des Mittelalters oder die Kombination aus engem Strumpf und Culotte, die in Barock und Rokoko in Adelskreisen \u00fcblich war. Kein Wunder also, dass weite Hosenformen aktuell einen besonders hohen Cutting-Edge-Faktor besitzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/20s_oxford_bags1352905826202.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3356 aligncenter\" title=\"oxford bags\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/20s_oxford_bags1352905826202.png\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"790\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/20s_oxford_bags1352905826202.png 800w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/20s_oxford_bags1352905826202-253x300.png 253w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/20s_oxford_bags1352905826202-768x912.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich finde es angebracht, dem Thema ein wenig Historie voranzustellen. Ein ebenso eindrucksvolles wie kaum bekanntes Beispiel liefern die geradezu irrwitzig weit geschnittenen <em>Oxford Bags<\/em>, mit der Mitte der 1920er Jahre eine kleine Gruppe von Oxford-Studenten ihre betont extravagante,\u00a0 das erwachsene Establishment provozierende Attit\u00fcde betonen wollte. Der Look wurde aufgrund seiner extremen Wirkung nie zum Mainstream, verbreitete sich aber bald als Nischenkultur innerhalb der amerikanischen Ivy League Colleges. Vielleicht liegen hier sogar die Wurzeln f\u00fcr die allgemein weiten Hosenformen der 1930er Jahre.<\/p>\n<p>[iframe id=&#8220;\/\/www.youtube.com\/embed\/-dS2McPYzEE&#8220; align=&#8220;center&#8220;]<\/p>\n<p>Mark Leckeys legend\u00e4res Video \u201eFiorucci made me Hardcore\u201c ist ein hypnotisch wirkender Zusammenschnitt aus Video-Fundst\u00fccken verschiedener Tanz-, Club- und Subkulturen der 1970er bis 1990er Jahre. Die ersten Sequenzen zeigen Northern-Soul-T\u00e4nzer. Ihre betont weiten, h\u00e4ufig mit Soccer Shirts und Schwei\u00dfb\u00e4ndern kombinierten Hosen sind in erster Linie dem bewegungsintensiven Tanzstil geschuldet. Raf Simons, dessen Menswear-Kollektionen sich oft als wegweisend herausstellen, z\u00e4hlt diese Arbeit zu seinen wichtigsten Inspirationquellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/raf_simons_ss_2011_26.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-3357\" title=\"raf simons\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/raf_simons_ss_2011_26-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"958\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch wenn Raf Simons inzwischen ein Superstar ist, der das Traditionshaus Dior stilistisch dirigiert, liegen seine Wurzeln in der Verarbeitung jugendlicher Subkulturen. Die Sommerkollektion 2011 war eine Art R\u00fcckbesinnung auf die Kernbausteine seines Looks, in dem das Zusammenspiel von schmalen Tops, Sakkos oder M\u00e4nteln zu weiten Hosensilhouetten immer eine wichtige Rolle spielte. Erkennbar werden hier Elemente aus der Rave-Kultur oder Melbourne Shuffle zitiert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/Acne_Studios_016_1366.450x675.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3358\" title=\"Acne Studios\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/Acne_Studios_016_1366.450x675.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/Acne_Studios_016_1366.450x675.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/Acne_Studios_016_1366.450x675-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das schwedische Label Acne steht wie kaum ein anderes f\u00fcr einen cleanen, durch schmale Formen charakterisierten Stil. Gerade die Schweden werden ja gerne als Hauptinitiatoren der engen R\u00f6hrenhose angesehen, haben sich aber l\u00e4ngst von diesem Klischee befreit. Das abgebildete Beispiel zeigt einen Look aus der aktuellen Wintersaison, in der das Label vereinzelte, daf\u00fcr aber umso markantere Akzente in Richtung mehr Volumen setzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/ports_0003.450x675.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3359\" title=\"ports\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/ports_0003.450x675.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/ports_0003.450x675.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/ports_0003.450x675-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zuletzt ein Blick auf die Sommersaison n\u00e4chsten Jahres. Auch wenn der Begriff Paradigmenwechsel noch ein wenig \u00fcbertrieben scheint, steuert die M\u00e4nnermode langsam in eine entspanntere Richtung, die ma\u00dfgeblich durch weitere Hosenformen getragen wird. Das Label Ports 1961 pr\u00e4sentiert seit 2011 eine vielbeachtete M\u00e4nnerlinie. W\u00e4hrend die vergangenen Saisons eher durch striktes, am Look der 60er Jahre geschultes Tailoring charakterisiert waren, beinhaltet die neueste Kollektion jede Menge locker fallende, \u00fcberschnittene Formen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/YVL_0380.450x675.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3360\" title=\"lemaire\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/YVL_0380.450x675.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/YVL_0380.450x675.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2014\/07\/YVL_0380.450x675-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Christophe Lemaire ist einer derjenigen, die seit Saisons sensibel, aber beharrlich neue Proportionen propagiert und damit den Boden f\u00fcr eine Neudefinition der m\u00e4nnlichen Silhouette bereitet haben. Die Sommerkollektion 2015 wirkt aufger\u00e4umt, fokussiert und gleichzeitig entspannt. Typisch f\u00fcr seinen Look sind konische, im Oberschenkelbereich weit gehaltene Hosen, die Erinnerungen an Silhouetten der 1980er Jahre wachrufen. Lemaires stetig wachsende Fangemeinde w\u00e4re ein weiterer Beleg f\u00fcr die sukzessive Abkehr vom inzwischen arg strapazierten Skinny-Look.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Volker Orthmann ist Consultant f\u00fcr die Mode- und Lifestylebranche und Dozent am <a title=\"website design department\" href=\"http:\/\/www.designdept.de\/\" target=\"_blank\">Design Department<\/a> Akademie f\u00fcr Mode und Kommunikation D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p><strong><a title=\"\u201cPopmusik Juli&lt;br \/&gt;&lt;small&gt;&lt;i&gt;von Jonas Poppe&lt;\/i&gt;&lt;br \/&gt;8.7.2014&lt;\/small&gt;\u201d bearbeiten\" href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-admin\/post.php?post=3334&amp;action=edit\"><br \/>\n<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beginn unserer neuen monatlichen Mode-Kolumne. 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