{"id":3599,"date":"2014-09-21T10:04:38","date_gmt":"2014-09-21T08:04:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=3599"},"modified":"2014-09-21T10:04:38","modified_gmt":"2014-09-21T08:04:38","slug":"super-wirklichkeit-rezension-zu-verschiedenen-literarischen-neuerscheinungenvon-moritz-basler-heinz-drugh21-9-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2014\/09\/21\/super-wirklichkeit-rezension-zu-verschiedenen-literarischen-neuerscheinungenvon-moritz-basler-heinz-drugh21-9-2014\/","title":{"rendered":"Super Wirklichkeit Rezension zu verschiedenen literarischen Neuerscheinungenvon Moritz Ba\u00dfler \/ Heinz Dr\u00fcgh21.9.2014"},"content":{"rendered":"<p>Friedrich von Borries, Rafael Horzon, Konrad H. Roenne, Tex Rubinowitz, David Vann<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[aus: \u00bbPop. Kultur und Kritik\u00ab, Heft 5, Herbst 2014, S. 81-86]<\/p>\n<p style=\"text-align: center\" align=\"right\">The crux of the bisquit is the apostrophe (Frank Zappa)<\/p>\n<p>Als vor etwa zehn Jahren die Urban Movement Group von Mostar eine Statue errichten wollte, die die zerstrittenen Ethnien der Stadt vers\u00f6hnen und f\u00fcr die Einheit der Jugend Mostars stehen sollte, war die Frage: Wen sollte sie darstellen? Antwort: \u00bbOut of all the ethnic heroes and those who have a material interest in acting as victims, we have chosen Bruce Lee. Now they can rack their brains trying to decide whether he is Bosniak (Bosnian Muslim), Croat, or Serb\u00ab, erkl\u00e4rt einer der Aktivisten. Und so wacht heute also die Todeskralle \u00fcber den Frieden der Herzegowina. \u2013 Maxim Biller und andere beklagten in der j\u00fcngsten Debatte um die junge deutsche Literatur, speziell die aus den Schreibschulen von Leipzig und Hildesheim, Einwohner westlicher Wohlstandsgesellschaften lebten in einer irgendwie derealisierten Blase. Diesem von Georg Diez k\u00fcrzlich auf dem Prosanova-Festival in Hildesheim bekr\u00e4ftigten Vorwurf liegt eine interessante Vorstellung zugrunde: Die Wirklichkeit sei sozusagen nicht hier, sondern dort, wo die Migranten herkommen \u2013 zumindest sei sie dort irgendwie wirklicher. Aber wird unsere Literatur tats\u00e4chlich \u203arealer\u2039, wenn sie von tamilischen Emigranten, von Kontakten mit Kroatien oder Nigeria erz\u00e4hlt \u2013 oder wird sie dadurch wom\u00f6glich ganz im Gegenteil nur partikularer und entfernt sich so tendenziell vom Bruce-Lee-haften Zentrum des Wirklichen?<\/p>\n<p>Der sozialromantische Gedanke, das wahre Leben spiele sich dort ab, wo wir middle-class white kids jeweils gerade nicht sind \u2013 im vierten Stand, bei den Arbeitern, im Ghetto (Rap!), bei den Queers \u2013 hat eine lange Tradition. Wo er Literatur wird, tendiert er mitunter zu attraktivem Kitsch, vergleichbar dem, der den gestampften Lehmboden und die R\u00e4ucherkammer der \u00f6stlichen Gro\u00dfmutter f\u00fcr literarischer h\u00e4lt als Laminat und Gefrierkombi der eigenen K\u00fcche. Dabei wird eine gemeinsame Wirklichkeit, wenn es sie denn gibt, doch wohl eher \u00fcber die globalen M\u00e4rkte, Marken und Medien vermittelt \u2013 und die symbolische allemal. Die Immigranten von Lampedusa und Melilla tragen die Trikots der gro\u00dfen Fu\u00dfballvereine. Westeros, Michael Jackson und die Champions League sind nicht weniger wirklich als Nigeria \u2013 und vielleicht wirklicher.<\/p>\n<p>Die Blase weltarmer und handlungsfreier Befindlichkeitskunstprosa in autorinnennaher personaler oder Ich-Form ist ohnehin l\u00e4ngst verblubbert \u2013 beim Bachmannwettbewerb in Klagenfurt wird sie zwar noch zuhauf pr\u00e4sentiert, schafft es aber kaum mehr auf die Shortlist, bei Prosanova in Hildesheim fehlt sie ganz. Pop (Bachmannpreis 2014: Tex Rubinowitz) ist allerdings nur eins ihrer Gegenteile, ein anderes ist die Literatur der schweren Zeichen (Bachmannpreis 2013: Katja Petrowskaja). Konrad H. Roennes Erz\u00e4hlung \u00bbWill Abend werden\u00ab aus der Prosanova-Endrunde 2014 verhandelt genau diese poetologische Opposition von Konsumkultur und Fundamentalismus (Slacker und Mullah, ZIA und Schloss Elmau) in der Geschichte einer Sekte, deren letzte Woche angebrochen ist. Sehr reale Fragen kommen auf: Sollen die Kinder noch in die Schule vor dem gro\u00dfen Tag? Sektenf\u00fchrer Unser Hanno entscheidet: nein, und sie d\u00fcrften sich etwas w\u00fcnschen. Was aber w\u00fcnschen sich Kinder, wenn man gar zu offen fragt? \u00bbZu McDonald\u2019s!\u00ab. Man steht im Wort und daher schlie\u00dflich, im Angesicht der Ewigkeit, vor der Auswahl zwischen Big Chicken TS und Happy-Meal-Men\u00fc. L\u00e4sst sich die Situation unserer Gegenwartsliteratur genauer auf den Punkt bringen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Am ersten Tag jener letzten Woche<\/p>\n<p>Wie aber sich entscheiden? Roennes Erz\u00e4hlung gibt weder die Eschatologie noch die Konsumsph\u00e4re der L\u00e4cherlichkeit preis, sondern endet in einer Art \u00dcbersprungshandlung: \u00bbUnd auf dem Parkplatz dann, als wir endlich den McDonald\u2019s-Besuch hinter uns gebracht haben und die Kinder die T\u00fcten mit den Resten \u00fcberm\u00fctig umherschwenken, denn die meisten von ihnen haben ihre Men\u00fcs nicht geschafft, ist es so, dass pl\u00f6tzlich einer von ihnen zu weinen beginnt, ein Vater zweier Jungen, die sich, als sie dies mitbekommen, erschrocken zu ihm umdrehen\u00ab. Eine sehr merkw\u00fcrdige Travestie der Geschichte von den Emmausj\u00fcngern. Wo dort den traurigen, noch nicht so recht an die Auferstehung des Herrn glaubenden J\u00fcngern w\u00e4hrend einer Reprise des Abendmahls klar wird, wer da mit ihnen am Tisch sitzt und ihnen zuvor auf dem gemeinsamen Weg die Schrift erl\u00e4utert hat (\u00bbBrannte uns nicht das Herz in der Brust\u00ab), da gereicht hier das fr\u00f6hliche Schwenken von Speiseresten in McDonald\u2019s-T\u00fcten zur tr\u00e4nenreichen Erkenntnis, dass \u00bbdiese Welt doch nicht nur schlecht gewesen sei.\u00ab<\/p>\n<p>Immer diese Parkpl\u00e4tze. Was man so Nicht-Orte nennt in unserer Zivilisation. Dirk von Lowtzow von Tocotronic hatte dort, wie wir wissen, den sch\u00f6nsten Tag in seinem Leben verbracht. An einem Donnerstag. Vor dem Supermarkt. \u00bbV\u00f6llig ohne Grund\u00ab, und doch nicht blo\u00df ironisch. Als Zwischenreich zwischen dem Absoluten und der \u00f6konomischen Konsumsph\u00e4re wird der Supermarktparkplatz so zum Symbol neuerer Literatur. Auch Cormac McCarthys Endzeitroman \u00bbThe Road\u00ab imaginiert die Apokalypse, das Kommen der letzten Tage, wobei der Abschied von den Segnungen der Konsumgesellschaft ebenso ersehnt wie melancholisch wahrgenommen wird: Ein Vater zieht mit seinem Sohn durch ein endzeitliches Amerika und treibt in einem verbeulten Automaten eine allerletzte Dose Coca-Cola auf, die f\u00fcr den Sohn gleichzeitig die allererste ist \u2013 ein emphatischer Moment wie der im Zombiefilm \u00bb28 Days Later\u00ab, als eine Gruppe \u00dcberlebender noch einmal in einem Supermarkt mit intakter Warenpalette landet (bis auf jene Fr\u00fcchte, versteht sich, die unbestrahlt waren), um dort den jeweiligen Konsumvorlieben zu fr\u00f6nen: vom Malt Whisky bis zum Dosenobst.<\/p>\n<p>Man kann nat\u00fcrlich auch ganz aussteigen und auf Subsistenz umstellen. Wie jener Vater in David Vanns Roman \u00bbIm Schatten des Vaters\u00ab, der ganz thoreauesk den Segnungen der westlichen Zivilisation samt Sexsucht entsagt und mit seinem Sohn ein Blockh\u00fctten-Sabbatical in Alaska einlegt. Was das zivilisationsverw\u00f6hnte Duo allerdings ziemlich \u00fcberfordert (Vorsicht Spoiler): In einer schockartigen, weil wie aus dem Nichts kommenden Szene erschie\u00dft sich der Junge. Mit nichts als dem verwesenden Sohnesk\u00f6rper im Gep\u00e4ck macht sich der Vater auf den beschwerlichen R\u00fcckweg. In einer voll ausgestatteten Blockh\u00fctte macht er Station, zwar nicht mit Laminatboden, aber Gefrierkombi gewisserma\u00dfen gleich in Raumgr\u00f6\u00dfe vorhanden: \u00bbOkay gro\u00dfer Junge, sagte er, Zeit, in den K\u00fchlraum zur\u00fcckzukehren.\u00ab Wo die Leiche des eigenen Sohns in der K\u00fchl- und Vorratskammer landet, da wird auch eine der puren Not geschuldete Mahlzeit von Babykrebsen zur saturnischen Phantasie: \u00bbEr nahm eine Handvoll, und da er nicht wusste, wie er sie auf seine \u00fcbliche Art ausnehmen sollte, a\u00df er sie einfach ganz, zermalmte sie und schluckte sie mitsamt Schale und Innereien hinunter.\u00ab \u2013 Dann doch lieber die Portion Scampis bei Fisch-Gosch auf Sylt, mitsamt falschem Plural, m\u00f6chte man sagen.<\/p>\n<p>Was ist hier wirklich, liebe Leser, wenn\u2019s denn wirklich ist? Der schiere Ausstieg aus dem way of life der middle-class white kids oder nicht doch eher die per Ausstiegsfantasie geleistete Reflexion ebenjenes, unseres Lebensstils, mit seinen unterschiedlichen emotionalen Banden an Konsumg\u00fcter und kulturindustrielle Erzeugnisse \u2013 samt der bei Vann besonders drastisch zugespitzten Frage, ob bzw. mit welchen Gef\u00fchlen wir die Ressourcen kommender Generationen verspeisen? Wobei der Exit ja irgendwie auch verbaut erscheint: Denn wer Sorgen hat, hat meist auch eine Outdoorjacke. \u00bbIch bin raus\u00ab, lautet der Claim der Marke Sch\u00f6ffel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Redesigndeutschland<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen St\u00e4rken des Kapitalismus, dass er bislang noch jedes Ausstiegsbegehren, jede Revolte zu einer Ware gemacht hat. \u00bbDer gegenw\u00e4rtige Kapitalismus kennt kein Au\u00dfen. Er erkennt keine Alternative an. Kritik am gegenw\u00e4rtigen Kapitalismus kann nicht vom gesicherten Standpunkt eines vermeintlichen Au\u00dfen aus operieren. Sie operiert von einem Standpunkt innerhalb des Systems\u00ab, erkl\u00e4rt die Internetseite RLF-Propaganda, Teil eines vom Architekten und Designtheoretiker Friedrich von Borries initiierten Projekts. Im dazugeh\u00f6rigen Roman \u00bbRLF. Das richtige Leben im falschen\u00ab verwandelt ein Werber namens Jan \u00bbden Wunsch nach Protest und Widerstand in Konsumprodukte\u00ab. Zun\u00e4chst entwirft er zynisch den radical chic eines Turnschuhs namens Urban Force auf seine Zielgruppe hin: \u00bbKids, die nichts haben und nie etwas haben werden \u2013 au\u00dfer ein paar Konsumtr\u00e4umen\u00ab; Melilla und Lampedusa lassen gr\u00fc\u00dfen. In einer Ausstiegsbewegung wird dieses Modell dann aber umgewandelt in ein Unternehmen, das teure, konzeptgek\u00fcnstelte Produkte designt, z.B. einen herk\u00f6mmlichen IKEA-Beistelltisch mit echter Vergoldung, die sich allerdings aufgrund mangelnder Versiegelung abnutzt: \u00bbdie Botschaft \u203aShow you are not afraid\u2039 wird durch Benutzung des Tischs sichtbar\u00ab. Produkte wie dieses (Auflage: 20; Preis: auf Anfrage) lassen sich au\u00dferhalb der Fiktion realiter im Internet bestellen. Ziel: Durch Konsum Shareholder der Revolution werden!<\/p>\n<p>Welcher Part bleibt in der RLF-Trias \u00bbUnternehmen, Konzeptkunst, Roman\u00ab f\u00fcr die literarische Fiktion? Den Literaturwissenschaftler freut, dass \u00bbDas richtige Leben im falschen\u00ab ein mitunter lexikonartiges Brevier heutiger Kapitalismuskritik ist, inklusive Gespr\u00e4chen mit Protagonisten wie Harald Welzer, Judith Butler oder Tom\u00e1\u0161 Sedl\u00e1\u010dek. Wie aber Werber Jan dann jene Musen schildert, die ihn zum Revoluzzertum inspirieren: Ang\u00e9lique (\u00bbEr kann ihr von der Seite in den Ausschnitt kucken, sieht ihre Br\u00fcste, betrachtet ihre langen Haare, l\u00e4sst seinen Blick ihren R\u00fccken hinuntergleiten. Ihre Bluse ist hochgerutscht. Unter dem d\u00fcnnen Stoff ihrer Hose zeichnet sich ein Tanga ab.\u00ab) oder die (real \u2013 fiktional \u2013 kann man das noch unterscheiden?) bis in das Board des Unternehmens aufgenommene Slavia (\u00bbEr betrachtet ihren K\u00f6rper, die festen, gro\u00dfen Br\u00fcste, die langen blonden Haare.\u00ab) \u2013 ist das noch subversive Affirmation oder vielleicht doch die falsche Prosa im Richtigen?<\/p>\n<p>\u00bbTr\u00e4umer haben die Welt noch nie ver\u00e4ndert, es waren immer Gesch\u00e4ftsleute&#8230;\u00ab Auch Rafael Horzons \u00bbDas weisse Buch\u00ab schildert reale, allesamt recherchierbare Unternehmen seines Autors: Die Gr\u00fcndung einer privaten Wissenschaftsakademie sowie der Galerie Berlintokyo in Berlin, des Modelabels Gel\u00e9e Royale und des (wegen der Buchstabensymmetrie so geschriebenen) Ladens Moebel Horzon. Dessen einziges Produkt ist ein Pressholz-B\u00fccherregal namens \u00bbModern\u00ab, das nicht nur DJ Koze oder Isabelle Graw erwerben, sondern im richtigen, richtigen Leben wissenschaftliche Mitarbeiter realer an dieser Kolumne beteiligter Autoren. Christian Kracht half bei der Auslieferung. Auch von einem (scheiternden) Projekt \u00bbRedesigndeutschland\u00ab ist die Rede, mit einer Revision unserer Gegenwartssprache in ein sogenanntes \u00bbRededeutsch\u00ab (bestehend aus zehn Regeln, die restlichen werden einfach aus der Grammatik rausgerissen) \u2013 probehalber wird Goethes ber\u00fchmtestes Drama in den sogenannten \u00bbRedefaust\u00ab \u00fcbertragen. Hinzu kommen ein unbescheidenes Projekt zur fl\u00e4chendeckenden Verkleidung des h\u00e4sslichen Berlin mit wei\u00dfen, quadratischen Platten unter dem Titel BELFAS (Belle Fa\u00e7ade) und noch manches mehr. \u00bbDas weisse Buch\u00ab h\u00e4lt eine sch\u00f6ne Schwebe zwischen Sachbuch und Schelmenroman. Es nimmt die grassierende Ich-AG-Ideologie aufs Korn und spottet \u00fcber die Vergottung des Unternehmers zum Genie (\u00bb\u203aDer Gesch\u00e4ftssinn ist der Motor der Welt\u2039, murmelte ich vor mich hin.\u00ab) \u2013 in der pragmatischen Form einer genial-unternehmerischen Ich-AG mit ausgezeichneten Markennamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literarische Welten mit Apostroph<\/p>\n<p>Vor solchen Projekten nimmt sich Florian Kesslers Vorwurf an die Jungautorschaft beim Literaturwettbewerb Open Mike, diese interessiere sich bei Pausengespr\u00e4chen nurmehr f\u00fcr Marktchancen, \u00bbgro\u00dfkalibrige Verlegerwechsel und das Termingesch\u00e4ft ihres eigenen Deb\u00fcts\u00ab, geradezu m\u00fcffelig aus. Wem soll man dienen, den Idealen des Sch\u00f6nen, Wahren und Guten? Die wieder einmal nur jenseits des \u00d6konomischen, der Konsumwelt, des Marktes zu finden sein sollen, im Freilichtmuseum des genuin Literarischen? Das wird Kessler kaum meinen, denn gerade in Hildesheim lernt man, anders als in Leipzig, nicht nur zu schreiben, sondern auch ein Buch draus zu machen, den Autor- zum Markennamen zu veredeln, wie auf der Prosanova \u2013 guter Markenname! \u2013 zu erfahren war. Horzon und Borries erscheinen \u00fcbrigens beide in der Reihe Suhrkamp Nova. Und in Klagenfurt hei\u00dft der Ernst-Willner-Preis seit 2014 nach seinem Stifter, der Klagenfurter Buchhandlung Heyn, \u00bbMr. Heyn\u2019s Ernst-Willner-Preis\u00ab \u2013 \u00bbanalog zu \u203aMandy\u2019s Nagelstudio\u2039 nur echt mit Apostroph\u00ab, wie Christoph Schr\u00f6der in der \u00bbZeit\u00ab spottet.<\/p>\n<p>Die Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA), aus der bereits vor Tex Rubinowitz Klagenfurter Preistr\u00e4ger wie Wolfgang Herrndorf und Kathrin Passig hervorgegangen sind, vergibt bei ihrer Automatischen Literaturkritik einen Pluspunkt f\u00fcr \u00bbText spielt in einer Welt, in der es das Internet gibt.\u00ab Nun wirkten die Facebook-Anspielungen im diesj\u00e4hrigen Wettbewerb noch etwas bem\u00fcht \u2013 vielleicht ist das noch zu fr\u00fch. Wir freuen uns auch schon \u00fcber Diegesen, in denen es McDonald\u2019s-Parkpl\u00e4tze gibt (mit Apostroph), oder Coca-Cola (\u00bbDas ist jetzt das Imperium.\u00ab). In denen Popmusik nicht topisch als \u00bbHintergrundgedudel\u00ab gedisst wird wie im Beitrag von Anne-Kathrin Heier (die allerdings einen sch\u00f6nen Song im Videoportr\u00e4t pr\u00e4sentiert), sondern, wie bei Rubinowitz, der Exegese der letzten Dinge dient \u2013 K\u00fcssen mit offenen Augen (\u203aYou\u2019ve lost that lovin\u2019 feeling\u2039) \u2013 und der Literatur hilft, die richtigen Fragen im Falschen zu stellen: \u203aWhy don\u2019t we do it in the road\u2039<em>?<\/em> In solcher Prosa befreit sich die Literatur vom Schatten der V\u00e4ter und vom g\u00fcldenen Geist der Gro\u00dfm\u00fctter; hervor tritt der Spirit von Bruce Lee, uns zu zeigen, dass man keine Angst haben muss vor der Wirklichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Automatische Literaturkritik Preis, Internetquelle: https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1CvANIOEDGGTiMWfvI_rCcBTJPZZrl0c70-FH6Z5DpGM\/edit?pli=1.<\/p>\n<p>Friedrich von Borries: RLF. Das richtige Leben im falschen, Berlin 2013.<\/p>\n<p>Rafael Horzon: Das weisse Buch, Berlin 2010.<\/p>\n<p>Cormac McCarthy: The Road, New York 2006.<\/p>\n<p align=\"left\">RLF \u2013 Werde Shareholder der Revolution, Interquelle: <a href=\"http:\/\/www.rlf-propaganda.com\">http:\/\/www.rlf-propaganda.com<\/a> \/ <a href=\"http:\/\/www.friedrichvonborries.de\/neues\/rlf\">http:\/\/www.friedrichvonborries.de\/neues\/rlf<\/a>.<\/p>\n<p>Konrad H. Roenne: Will Abend werden, in: Bella Triste 39 (Sommer 2014), S. 33-37.<\/p>\n<p>Tex Rubinowitz: Wir waren niemals hier, Interquelle: <a href=\"http:\/\/bachmannpreis.eu\/de\/texte\/4898\">http:\/\/bachmannpreis.eu\/de\/texte\/4898<\/a>.<\/p>\n<p>Tocotronic: Es ist egal, aber, L\u2019age d\u2019or 1997.<\/p>\n<p>David Vann: Im Schatten des Vaters. Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow, Berlin 2012.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung mit freundlicher Genehmigung des <a title=\"verlagsseite transcript\" href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Transcript<\/a> Verlags.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>N\u00e4heres zum Heft 5 der Zeitschrift \u00bbPop. Kultur und Kritik\u00ab <a title=\"pop transcript verlag heft 5\" href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-2797-8\/pop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong><a title=\"\u201cMetakrise&lt;br \/&gt; Rezension zu Eva Horn, \u00bbZukunft als Katastrophe\u00ab&lt;br \/&gt;&lt;small&gt;&lt;i&gt;von Julia Diek\u00e4mper&lt;\/i&gt;&lt;br \/&gt;24.8.2014&lt;\/small&gt;\u201d bearbeiten\" href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-admin\/post.php?post=3529&amp;action=edit\">\u00a0<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedrich von Borries, Rafael Horzon, Konrad H. 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