{"id":4466,"date":"2015-04-15T10:17:09","date_gmt":"2015-04-15T08:17:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=4466"},"modified":"2015-04-15T10:17:09","modified_gmt":"2015-04-15T08:17:09","slug":"pop-als-distinktiver-intellektueller-selbstentwurf-der-1980er-jahrevon-nadja-geer15-4-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2015\/04\/15\/pop-als-distinktiver-intellektueller-selbstentwurf-der-1980er-jahrevon-nadja-geer15-4-2015\/","title":{"rendered":"Pop als distinktiver intellektueller Selbstentwurf  der 1980er Jahrevon Nadja Geer15.4.2015"},"content":{"rendered":"<p>Pop-Sophistication als Denkstil<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[zuerst unter dem Titel \u00bb\u203aIf you have to ask, you can\u2019t afford it\u2039. Pop als distinktiver Selbstentwurf der 1980er Jahre\u00ab ver\u00f6ffentlicht worden in: Bodo Mrozek\/Alexa Geisth\u00f6vel\/J\u00fcrgen Danyel (Hg.): \u00bbPopgeschichte\u00ab, Bd.2: Zeithistorische Fallstudien 1958-1988, Bielefeld 2014, S. 337-357.]<\/p>\n<p>Im Herbst 2007 beklagte Karl Heinz Bohrer, dass den Intellektuellen in Deutsch\u00adland der Wille zur Macht fehle.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Er diagnostizierte dem bundesrepublikanischen B\u00fcrgertum eine \u00bbkulturell und politisch schlaffe Bescheidenheit\u00ab<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und warf des\u00adsen Geisteselite vor, sich selbst den Zugang zum politischen System zu versper\u00adren.<\/p>\n<p>Indirekt gab Diedrich Diederichsen trotz seiner dezidierten Anti-B\u00fcrgerlich\u00adkeit Bohrer im Herbst 2010 recht, als er zugab, dass seine intellektuelle Peer\u00adgroup niemals an den \u00bbElendsnummern\u00ab \u00bbVerantwortung\u00ab und \u00bbKalk\u00fcl\u00ab inte\u00adressiert gewesen sei.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u00bbLyotards wahre Herren\u00ab zeichne ihr Au\u00dfenseiterstatus aus, es handele sich bei ihnen um \u00bbexperimentelle Maler, Popk\u00fcnstler, Yippies und Eingesperrte\u00ab.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Im Gegensatz zu Karl Heinz Bohrer blickte Diederichsen nicht ohne Stolz zur\u00fcck auf die fr\u00fchen 1980er Jahre, als er selbst und die \u00bbPunk-Linken\u00ab das Verschwenden ihrer Intellektualit\u00e4t noch mit der gleichen \u00dcberzeu\u00adgung praktiziert hatten wie das der eigenen Jugend:<\/p>\n<p>\u00bbDamals h\u00e4tte man sich nicht im Traum vorstellen k\u00f6nnen, dass diese Verschwendung nicht zum gro\u00dfen Nutzen des Potenziellen und des Endlosen und \u00fcber jedes Kalk\u00fcl und jede \u00d6konomie der Lebensf\u00fchrung triumphieren w\u00fcrde, nicht im Traum h\u00e4tte man ge\u00addacht, dass vielleicht gerade diese Verschwendung nichts anderes sein k\u00f6nnte, als der Verlust der M\u00f6glichkeit, f\u00fcr die eigenen Interessen einzutreten. Dass Verschwenden viel\u00adleicht einfach verzichten hei\u00dfen kann \u2013 zum Beispiel auf Rechte, auf die langfristig entwi\u00adckelte strategische Position.\u00ab<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Die \u00bblangfristig entwickelte strategische Position\u00ab, die Diederichsen nun auf ein\u00admal attraktiv erscheint \u2013 und die auch Bohrer fordert \u2013, war den linken Popintel\u00adlektuellen lange suspekt. Lieber erweiterten sie best\u00e4ndig ihr vor allem popkultu\u00adrelles Wissen und wandten sich in \u00bbhochverfeinerten Mikrodebatten \u00fcber Mik\u00adroprobleme\u00ab<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> gegen den Effizienzgedanken der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Durch ihre gegen Verwertbarkeit gerichtete Form der Intellektualit\u00e4t erschwerten sie sich selbst den Zugang zur Politik. Indem sie statt an einer langfristig entwi\u00adckelten Strategie an der inneren Verfeinerung und der Ausbildung eines \u00bb\u00e4sthe\u00adtisch-snobistischen Diskurses\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> arbeiteten, setzten sie an die Stelle der her\u00adk\u00f6mmlichen Politik ihre Politiken der Haltung und der Pose, getragen von einem ganz eigenen Denkstil.<\/p>\n<p>Dieser im Weiteren <em>sophistication<\/em><a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> genannte Denkstil zeichnet sich durch eine anspielungs- und geistreiche Pr\u00e4sentation von Wissen aus und erweitert den popkulturellen Wunsch nach Distinktion um die Inszenie\u00adrung des eigenen kritischen Denkens. In einer Mischung aus elit\u00e4rem Spezial\u00adwissen und zitierter britischer <em>working-class<\/em>-Intellektualit\u00e4t verschmelzen Kritik, Narzissmus, Arroganz, Bildung, Witz und (juvenile) Unsicherheit \u2013 doch wozu? Zu einem subversiven Denkstil? Oder zu einer intellektuellen Pose?<\/p>\n<p>Hatte der 68er-Intellektuelle noch auf eine gesellschaftliche Umsetzung sei\u00adner revolution\u00e4ren Gedanken hingearbeitet und der alternative Intellektuelle der 1970er Jahre zumindest auf die Diskussion seines Standpunkts in Universit\u00e4t und Schule gesetzt, so stellte der \u00bbHip-Intellektuelle\u00ab<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> der 1980er Jahre seine Kritik in Klubs, Bars, Romanen und Essays dar. Ihm reichte es, sich mit anderen Hip-Intellektuellen zu messen<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> und <em>stills<\/em> und Standbilder zu liefern f\u00fcr die eigene stroboskopartige intellektuelle Verwirrung\u00ab.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Aus dem britischen Popmusikjournalismus \u00fcbernahm der deutsche Popintel\u00adlektuelle nicht nur den provozierenden Ton, sondern auch Hipness als eine Kate\u00adgorie.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Wahrscheinlich nicht zuf\u00e4llig sickerte zur gleichen Zeit der Begriff \u00bbcontemporary\u00ab in die Kulturtheorie ein<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> und mit ihm die Idee, dass Kunst und Kultur gegenw\u00e4rtig und zeitgeistig sein m\u00fcssten, um intellektuell reizvoll und relevant zu sein. Pop stand in diesem Sinne f\u00fcr die Gegenwart in der Kultur. Dieses Gef\u00fchl der Gegenw\u00e4rtigkeit und Zeitgenossenschaft vermittelte zum Bei\u00adspiel Rainald Goetz 1983 in Klagenfurt:<\/p>\n<p>\u00bbWir brauchen keine Kulturverteidigung. Lieber geil angreifen, k\u00fchn totalit\u00e4r roh k\u00e4mpfe\u00adrisch und lustig, so mu\u00df geschrieben werden, so wie der heftig denkende Mensch lebt. [&#8230;] Wir brauchen noch mehr Reize, noch viel mehr Werbung Tempo Autos Modehedo\u00adnismen Pop und nochmal Pop. [&#8230;] So \u00fcbernehmen wir die Weltherrschaft. Denn alles alles alles geht uns an. Und jetzt, los ihr \u00c4rsche ab ins Subito.\u00ab<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Der Tonfall und die Erw\u00e4hnung einer bekannten Hamburger Underground-Bar, des \u00bbSubito\u00ab, intensivierten den Zeitbezug und stellten die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten Jugendkultur aus. Der intellektuelle Habitus der deutschen Popszene Anfang der 1980er Jahre erscheint besonders durch zwei geistige Hal\u00adtungen zur Welt gepr\u00e4gt: den Nachhall des \u00bbNo Future\u00ab des britischen Punk mit der daraus resultierenden Gegenwarts-Apotheose und den franz\u00f6sischen Post\u00adstrukturalismus.<\/p>\n<p>Mit seiner Volte, die Wirklichkeit der Wirklichkeit zu bestreiten \u2013 so in Jacques Derridas Grundhaltung, es gebe nichts au\u00dferhalb des Textes, und in Jean Baudrillards Idee, im Zeitalter der Massenmedien habe das \u00bbSimu\u00adlakrum\u00ab l\u00e4ngst die Stelle der Wirklichkeit eingenommen \u2013, kam der Poststruktu\u00adralismus den deutungsbesessenen Popintellektuellen der 1980er Jahre gerade recht.<\/p>\n<p>Wie stark sie dieses \u00bbIrrealisierungsgef\u00fchl\u00ab<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> pr\u00e4gte, beschrieb Diederich\u00adsen r\u00fcckblickend: \u00bbWarum war denn Baudrillard so wichtig? [\u2026] Was hat das ausgel\u00f6st? Was war toll an Bands wie Frankie goes to Hollywood oder an Peter-Greenaway-Filmen? [\u2026] Diese Koordinaten des Kalten Krieges wirkten so stark, gleichzeitig glaubte man sich auch im Zeitalter der Post-Histoire.\u00ab<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Franzosen bei der Ausarbeitung ihrer oftmals radikalen Gedan\u00adken von einer Besonderheit ihres rigiden Bildungssystems profitierten \u2013 wer es einmal erfolgreich durchlaufen hatte, konnte sich gute Hoffnungen auf eine gesi\u00adcherte Anstellung machen \u2013, mussten sich die deutschen Pop-Poststrukturalisten andere Verdienstm\u00f6glichkeiten suchen.<\/p>\n<p>Die Hochschulreform der 1970er Jahre und mit ihr die Job-Schwemme an den neu gegr\u00fcndeten Universit\u00e4ten war vor\u00ad\u00fcber, Studenten der Geisteswissenschaften hatten es schwer, \u00fcberhaupt eine Anstellung zu bekommen. Sie konnten kaum auf eine Stelle hoffen, die es ihnen erm\u00f6glicht h\u00e4tte, vom Staat alimentiert kritische Gedankensysteme zu entwerfen.<\/p>\n<p>In ihrer prek\u00e4ren finanziellen Situation ergaben sich f\u00fcr die jugendlichen deut\u00adschen Popjournalisten, Popschriftsteller und Popkritiker der fr\u00fchen 1980er Jahre \u2013 Andreas Banaski alias \u00bbKid P.\u00ab, Diedrich Diederichsen, Thomas Meinecke, Rainald Goetz, Olaf Dante Marx und Clara Drechsler, um nur einige herausra\u00adgende Vertreter zu nennen \u2013 Publikationsm\u00f6glichkeiten auf dem Buchmarkt, in den Stadtzeitungen, Ausstellungskatalogen und Popmusikzeitschriften. Die wu\u00adchernde Fanzine-Szene war zwar als Ver\u00f6ffentlichungsort interessant, nicht aber finanziell.<\/p>\n<p>Die au\u00dferuniversit\u00e4re Popintellektualit\u00e4t musste sich verkaufen, das hei\u00dft, sie musste auf dem Markt bestehen und ihren Markenwert steigern. Daf\u00fcr wurde der bestehende intellektuelle Diskurs erweitert, verfeinert \u2013 im Sinne von sophisti\u00adziert \u2013 und mit dem Glamour der Popkultur versehen:<\/p>\n<p>\u00bbMir ging das Anfang der 80er mit Diederichsen so. Ich hab die fr\u00fchen \u203aSounds\u2039-Sachen gelesen, zum Beispiel diese Saisonberichte, und ich fand das einen irren Ton, ne irre Art, eben nicht nur \u00fcber Musik zu schreiben. Pl\u00f6tzlich hingen Fassbinder, Diana Ross, Lady Di, Documenta extrem zusammen, und es hatte, f\u00fcr mich zumindest, auch etwas total Gla\u00admour\u00f6ses.\u00ab<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup><sup>[17]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die neue Rolle \u00bbPopintellektueller\u00ab funktionierte also im Hinblick auf die intel\u00adlektuelle Inszenierung respektive Pose. Identit\u00e4tspolitisch wirkte sie jedoch prob\u00adlematisch. Denn w\u00e4hrend man \u00fcberwiegend dem deutschen Mittelstand ent\u00adstammte und zumeist auch einen entsprechenden Bildungsweg eingeschlagen hatte, identifizierte man sich doch aufgrund der eigenen \u00f6konomischen Verh\u00e4lt\u00adnisse \u2013 und nat\u00fcrlich auch aufgrund der Popmusik, die man h\u00f6rte \u2013 nicht selten mit den britischen (Post-)Punks.<\/p>\n<p>Diese kamen (zumindest teilweise) wirklich aus der britischen Arbeiterklasse, wie Mark E. Smith, Frontmann der Post-Punk-Band The Fall. Deren Haltung \u00fcbernahm nun die popaffine bundesrepublikani\u00adsche Kulturjugend, ohne dass die realen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse den briti\u00adschen \u00e4hnlich gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Man \u00fcbernahm sie nicht zuletzt, weil die hippen Popmusikjournalisten des <em>New Musical Express<\/em> \u2013 und hier muss besonders die aus der englischen Ar\u00adbeiterklasse stammende und diese Herkunft offensiv ausstellende Julie Burchill<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> genannt werden \u2013 ihre klassenk\u00e4mpferische Haltung so sexy vertraten. Man im\u00adportierte also \u00fcber die Popmusik und den Popmusikjournalismus eine Befind\u00adlichkeit.<\/p>\n<p>Die V\u00e4ter von Diedrich Diederichsen und Rainald Goetz jedoch waren nicht Gewerkschaftsf\u00fchrer und Kommunisten \u2013 wie der Vater von Julie Burchill, ein Verehrer Stalins \u2013, sondern sie waren Theaterkritiker (Diederichsen) und Chirurg (Goetz). Und auch wenn die Popintellektuellen im Westdeutschland der 1980er Jahre bestimmte Aspekte eines klassenspezifischen Habitus als Pop-Pose importierten, \u00e4nderte das nichts an ihrer Anh\u00e4ngerschaft, den K\u00e4ufern des Mu\u00adsikmagazins <em>Spex <\/em>und B\u00fcchern wie <em>Irre<\/em> und <em>Sexbeat<\/em>. Diese setzten sich aus den \u00bbRandzonen einer gymnasialen, kleinst\u00e4dtischen Jugend-Boheme\u00ab zusammen und waren \u00bbmit Erwachsenenkulturen (etwa auch den Resten einer linken Arbei\u00adterkultur) nicht kompatibel\u00ab.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Die radikal-linke Haltung \u2013 wie schon Ralf Hinz bemerkte, eher ein \u00bbSalon-Bolschewismus\u00ab<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> \u2013 war nicht das einzige kulturelle Muster, das man phantas\u00admagorisch aus der britischen Arbeiterklasse \u00fcbernahm: Wie man in Burchills Autobiographie nachlesen kann<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>, waren die weibliche und die m\u00e4nnliche Le\u00adbens\u00adwelt in der britischen <em>working class<\/em> streng getrennt, und diese un\u00fcberbr\u00fcck\u00adbare Differenz findet sich in fr\u00fchen Texten von Goetz und Diederichsen wieder, in denen das andere Geschlecht \u2013 <em>nach<\/em> allen Bestrebungen der 1970er Jahre, die Gleichberechtigung der Frau und das Gemeinsame der Geschlechter zu betonen \u2013 als \u00bbdas Andere\u00ab, um nicht zu sagen: das \u00bbAbjekte\u00ab<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>, behandelt wurde.<\/p>\n<p>Pop war in den 1980er Jahren nicht nur an Jugend gekoppelt, sondern wurde als eine gelebte \u00c4sthetik betrachtet und war von daher schlecht mit der distan\u00adzierten intellektuellen Beobachterposition in Einklang zu bringen. Dennoch wur\u00adde der Spagat zwischen Lifestyle und Kritik immer wieder versucht \u2013 nicht zu\u00adletzt war es das \u00bbexistenzielle Besserwissen\u00ab (Diederichsen), das der popaffinen Kulturkritik ihre Leidenschaft und ihre Attraktivit\u00e4t gab.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wurde der Popdiskurs theoretisch immer ambitionierter. In diesem Sinne k\u00f6nnte man sagen: Aus Popmusikjournalismus wurde Popkritik. Doch ihren Status als Berufsju\u00adgendliche gaben die Popintellektuellen damit noch lange nicht auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die 1970er Jahre: Theorie als Pop?<\/p>\n<p>In dem Jugendkult der Popintellektuellen lag eine echte Differenz zu den linken Intellektuellen der 1970er Jahre, die sich wie zum Beispiel die Herausgeber der Zeitschrift <em>Alternative: Zeitschrift f\u00fcr Literatur und Diskussion<\/em><a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> von der Jugend\u00adkultur wenig erhofften und folgerichtig auch Anfang der 1980er Jahre auf eher theorieferne Leitfiguren aus der DDR \u2013 insbesondere Heiner M\u00fcller \u2013 setzten, nachdem die \u00bbKonjunktur materialistischer Ans\u00e4tze im Laufe der siebziger Jahre rasch abflaute\u00ab, was die \u00bbSinnkrise der linken Intelligenz\u00ab<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> bef\u00f6rderte.<\/p>\n<p>Die vor\u00adherige linksintellektuelle Bl\u00fcte war einem Klima zu verdanken, in dem das \u00bbschwer Verst\u00e4ndliche und Verstiegene geradezu als erotisch galt\u00ab<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>, wobei der Suhrkamp-Verlag mit seinen beiden erschwinglichen Reihen \u00bbedition suhr\u00adkamp\u00ab und \u00bbsuhrkamp taschenb\u00fccher wissenschaft\u00ab (stw) diesen Trend sicher\u00adlich intensiv f\u00f6rderte. In den B\u00fcchern der beiden Reihen wurde Theorie auf eine Weise vermittelt, die r\u00fcckblickend mit Pop in Verbindung gebracht wird: \u00bbDie \u203aGeneration stw\u2039 suchte weniger nach einer Theorie des Pop, vielmehr wurde Theorie selbst als Pop rezipiert: je anspruchsvoller, desto besser.\u00ab<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Theorie war also in den 1970er Jahren Pop, ohne sich mit Pop zu besch\u00e4fti\u00adgen. Schaut man sich die Autoren von Suhrkamp Wissenschaft jener Zeit an \u2013 Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Siegfried Kracauer, Niklas Luhmann, Jean Piaget, Gershom Scholem beispielsweise \u2013, dann erkennt man dar\u00fcber hinaus sofort, dass es sich mit Ausnahme von Luhmann nicht um \u00bbTheo\u00adrien zur Zeit\u00ab handelte, um den Untertitel des Musikmagazins <em>Spex<\/em> \u2013 \u00bbMusik zur Zeit\u00ab \u2013 aufzugreifen.<\/p>\n<p>Es waren Theorien, die zu einem Gro\u00dfteil nicht aus der Besch\u00e4ftigung mit der allt\u00e4glichen Gegenwart entstanden waren. Offensicht\u00adlich nahm diese Form der kritischen Theorie gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen nur unzureichend zur Kenntnis \u2013 Ver\u00e4nderungen der (medialen) Wirklichkeit, aber auch des Zeitgeists und der intellektuellen Befindlichkeit, die sich sicherlich auch auf den Begriff Pop bringen lassen.<\/p>\n<p>In den USA gab es seit 1967 einen wis\u00adsenschaftlichen Diskurs \u00fcber die popul\u00e4re Kultur, der sich im <em>Journal of Popular Culture<\/em> widerspiegelte, dessen Redakteur Ray B. Browne 1984 sogar die \u00bbPopu\u00adlar Culture as the New Humanities\u00ab ausrief.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> In Gro\u00dfbritannien etablierte sich im Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) seit den 1960er Jahren die popul\u00e4re Kultur als legitimes Anschauungsobjekt der Wissen\u00adschaft.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><sup><sup>[28]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen br\u00fctete man in der Bundesrepublik immer noch \u00fcber Ernst Bloch und Theodor W. Adorno. In diesem historischen Kontext, der \u00bbPop\u00adw\u00fcste Deutschland\u00ab<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>, ist es verst\u00e4ndlich, dass Rainald Goetz 1986 schrieb, das Musikmagazin <em>Sounds<\/em> sei Deutschlands Rettung gewesen.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>In <em>Sounds<\/em> verfolgte auch Helmut Salzinger einen Ansatz weiter, den er schon in den 1960er Jahren neben Uwe Nettelbeck in der Wochenzeitung <em>Die Zeit<\/em> ent\u00adwickelt hatte, als beide noch absolute Ausnahmen waren: Sie hatten Rock als \u00bbdurchschlagende[n] Gegensatz zur herrschenden Gesellschaftsordnung\u00ab<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> gefei\u00adert und damit den eigenen kulturrevolution\u00e4ren Standpunkt untermauert.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Die ausdr\u00fcckliche Pop-Euphorie der 1960er Jahre, die dazu gef\u00fchrt hatte, dass man sich in Deutschland im literarischen Kontext intensiv mit Pop auseinandergesetzt hatte<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a>, war allerdings vorbei. Abgesehen von Salzingers <em>Rock Power<\/em> und dem Nachfolger <em>Swinging Benjamin<\/em> und vielleicht noch Klaus Theweleits <em>M\u00e4nner\u00adphantasien<\/em> herrschte in den 1970er Jahren auf dem B\u00fcchermarkt eine mehr oder weniger strikte Trennung zwischen Rock- und Popaffinit\u00e4t und (kritischer) The\u00adorie.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a><\/p>\n<p>Die Intellektuellenkultur \u00fcberschnitt sich kaum mit der avancierten Pop\u00adszene. Das \u00e4nderte sich erst mit dem Berliner Merve Verlag, der Michel Foucault und sp\u00e4ter vor allem auch Gilles Deleuze und F\u00e9lix Guattari mit ihrer \u00bbPopphilo\u00adsophie\u00ab<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> herausbrachte und Jean-Fran\u00e7ois Lyotard veranlasste, mit Wolfgang M\u00fcller von der Berliner New-Wave-Band T\u00f6dliche Doris zu fr\u00fchst\u00fccken.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> Was der deutsche Theoriediskurs der 1970er und der kritische Popdiskurs der 1980er Jahre jedoch teilten, war die Vorstellung, dass die Intellektuellen in Opposition zur herrschenden Klasse, der so genannten \u00bbBourgeoisie\u00ab, st\u00e4nden.<\/p>\n<p>Dieser Gedanke der Opposition zur Macht steigerte sich in der linken Pop\u00adtheorie, die sich tempor\u00e4r als Teil einer revolution\u00e4ren Bewegung verstand. In\u00adnerhalb des marxistischen Diskurses bewegte sie sich zwischen Louis Althusser und Antonio Gramsci, wobei letztlich wohl Gramsci gewann. Insbesondere die britischen Cultural Studies, und dort vor allem Dick Hebdige, sahen sich auf\u00adgrund der oben skizzierten historischen Situation in Gro\u00dfbritannien als organi\u00adsche Intellektuelle \u2013 mit anderen Worten: Sie identifizierten sich mit der Subkul\u00adtur. Damit wurde Theorie zu einer identit\u00e4tsstiftenden Konstante und Pop zu einem intellektuellen Selbstentwurf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die 1980er Jahre: Praktischer Pop als gelebte Theorie<\/p>\n<p>Die Idee der Subkultur, so wie sie von den fr\u00fchen Vertretern der britischen Cul\u00adtural Studies in Theorie \u00fcbersetzt wurde, stellte dar\u00fcber hinaus die Bedeutung von Stil als Verweigerung in den Mittelpunkt. Stil sei subversiv, schrieb Dick Hebdige, und spitze Schuhe seien somit \u00bbtokens of a self-imposed exile\u00ab.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>So \u00fcbertrieben diese \u00c4u\u00dferung heutzutage wirkt: Zu ihrer Zeit markierte sie eine Art Aufbruch. Auf jeden Fall war sie \u2013 so l\u00e4sst der Vergleich mit den Intel\u00adlektuellen der 1970er Jahre erkennen \u2013 der Versuch, einer \u00c4sthetik der Oberfl\u00e4\u00adche Rechnung zu tragen. Hebdige deklinierte in seinem Klassiker verschiedene Formen von Stil im Pop durch \u2013 Stil als Bricolage, als Emp\u00f6rung, als Praxis, so\u00adgar Stil als Kunst (und warf damit einmal mehr die Frage auf, ob Pop in einem Kunstkontext zu sehen sei) \u2013, doch er problematisierte in diesem Text nicht Stil als Pose.<\/p>\n<p>Dabei liegt hier einer der wirkungsm\u00e4chtigsten Faktoren von Stil im Pop. In der Pose, in der Stil \u00fcber den eigenen K\u00f6rper essentiell und existenziell wird und von der eigenen Identit\u00e4t nicht mehr zu trennen ist, wandelt sich Stil in Sein. \u00bbTr\u00e4gst du deinen K\u00f6rper, steht dir alles, was du tr\u00e4gst\u00ab, sang 1981 die D\u00fcsseldorfer New-Wave-Band DAF.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Genau hier kam die Funktionsweise von Pop als einer \u00bbAuthentizit\u00e4t zweiter Ordnung\u00ab (Thomas D\u00fcllo) ins Spiel.<\/p>\n<p>Pop fing an, mit den \u00bbVerhaltensmustern seiner eigenen Geschichte\u00ab<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> zu experimentieren. In diese Selbstreflexivit\u00e4t einbezogen wurde der Bildraum des Musikvideos, den man kreativ in die eigene Pop-Identit\u00e4t einbaute. Posing konn\u00adte man jetzt im \u00bbSchau-zu-mach-mit-Verfahren\u00ab lernen, indem man <em>Formel Eins<\/em> oder ab 1987 MTV Europe einschaltete. Die visuelle Umsetzung der glamour\u00f6\u00adsen Selbstinszenierung amerikanischer und britischer, aber auch deutscher Pop\u00adstars erreichte nun direkt das elterliche Wohnzimmer und dieser \u00bbGlam\u00ab wirkte sich sowohl auf die Identit\u00e4tsfindung der Jugendlichen als auch auf ihre Einbil\u00addungskraft aus.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich strebte man als Teenager in der Bundesrepublik nach einer Identit\u00e4t mit Glamour und einem Image, das essentiell war. Nichtauthenti\u00adsche Authentizit\u00e4tsposen wollte man auch im Alltagsleben nicht mehr aufgeben, mit dem \u00bbZitat-Pop\u00ab<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> hatte die Geburtsstunde von Pop als Pose im Sinne einer \u00bbFiguration des Realen\u00ab<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><sup><sup>[41]<\/sup><\/sup><\/a> geschlagen. Die Geburt des Musikvideos hatte also ei\u00adnen immensen Einfluss darauf, dass die Pose im Pop zu einer \u00bbAls-Ob-Authenti\u00adzit\u00e4t\u00ab<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><sup><sup>[42]<\/sup><\/sup><\/a> wurde, hinter die man nicht mehr zur\u00fccktreten konnte.<\/p>\n<p>Und so standen Mitte der 1980er Jahre auf den Schulh\u00f6fen der gelangweilten Bundesrepublik recht auff\u00e4llige Typen herum. Durchgestylt von den spitzen Schuhen bis zum Hemd mit den eingewebten Rosen demonstrierten sie mit arro\u00adgantem Gesichtsausdruck ihre \u00dcberzeugung, viel besser auszusehen als alle an\u00adderen und auch die bessere Musik zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Zu diesen \u00bbPosern\u00ab, wie man damals sagte, gab es Pendants in den Redaktionen der Musik- und Zeitgeist\u00admagazine. Diese f\u00fchrten ihre Pose in einem ganz bestimmten Denk- und Schreibstil fort, dem die \u00e4sthetische Verfeinerung wichtiger war als die direkte Kommunikation. Urspr\u00fcnglich im Jazz beheimatet, setzte sich die <em>sophistication<\/em> als intellektueller Habitus im Popdiskurs der 1980er Jahre in der Bundesrepublik fest.<\/p>\n<p>Neben der schon erw\u00e4hnten Idee von Stil als Exil im Sinne Hebdiges kann ein elit\u00e4res Bewusstsein als Humus der <em>sophistication<\/em> gelten. Der \u00bbNarzissmus der kleinen Differenzen\u00ab<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><sup><sup>[43]<\/sup><\/sup><\/a> dr\u00fcckte sich in einem gebrochenen, anspielungsrei\u00adchen und ironischen Schreibstil aus, der vorrangig auf der Ebene des lustbesetz\u00adten Vorzeigens und Legitimierens des eigenen kulturellen Kapitals operierte.<\/p>\n<p>Der Popdiskurs und seine <em>sophistication<\/em> stellten in den 1980er Jahren in Deutschland die Hegemonialstellung der b\u00fcrgerlichen Kultur sowohl auf inhalt\u00adlicher als auch auf performativer Ebene infrage. Gegen Helmut Kohls Bundes\u00adtagswahlkampf-Slogan von 1980 einer \u00bbgeistig-moralischen Wende\u00ab setzte man einen Denkstil, der extra performativ und amoralisch war.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wandte sich die Pop-<em>sophistication<\/em> jedoch auch gegen die Gegenkultur der 1970er Jahre: \u00bbWir wollten zwar weiter links sein, aber nicht moralisch links\u00ab.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> Das f\u00fchrte zu Ungereimtheiten, denn im \u00bblogischen Sinne stehen diejenigen, die gegen die Ge\u00adgenkultur sind, affirmativ zur Gesamtkultur\u00ab.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><sup><sup>[45]<\/sup><\/sup><\/a> Dieser Widerspr\u00fcchlichkeit ver\u00adsuchte man durch ein grunds\u00e4tzliches Zerschlagen des \u00bbbig Sinn[s]\u00ab<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> entgegen\u00adzuwirken. Die jugendkulturelle Gegenbewegung zu den Hippies und ihrem Ide\u00adologem der Nat\u00fcrlichkeit fiel dabei so artifiziell aus, dass f\u00fcr die \u00bbpunkaffine Intelligenz\u00ab<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> \u00fcber die Ironie sogar ein Eintreten in die CDU denkbar wurde \u2013 zumindest wurde dies literarisch durchgespielt:<\/p>\n<p>\u00bbDie 70er Jahre neigten sich dem Ende zu, in London rebellierten die Punks, in Hamburg die Popper. Das Jahrzehnt der Sozialdemokratie entartete in \u00f6ffentlichen Gesamtschulein\u00adrichtungen, Millionen P\u00e4dagogik-Studenten und -innen, J.J.-Cale-Musik, Schlaffheit. Je\u00adder aufrechte B\u00fcrger w\u00fcnschte den Sozialdemokraten den Tod, die das Land skandinavi\u00adsiert hatten, verholl\u00e4ndert, verd\u00e4mmert. Der Schwung der fr\u00fchen Jahre war dahin, geblie\u00adben war eine Haschisch-Mentalit\u00e4t: Alles nich\u2019 so verbissen sehn. Als ich eines Tages miterlebte, wie zwei Polizisten sich an einem Sit-In beteiligten, f\u00fcr irgendwas, gegen ir\u00adgendwas, Gr\u00f6\u00dfenordnung vierte Novellierung der Rentenanspr\u00fcche im Zweiten Hoch\u00adschulrahmengesetz, und sich dabei Strohhalme in die \u00fcber den Uniformkragen wuchern\u00adden Haare steckten, trat ich spontan in die CDU ein.\u00ab<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\"><sup><sup>[48]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Das sich postmodern gebende, oberfl\u00e4chliche und ironische Pop-Denken f\u00fchrte allerdings dazu, dass die inhaltliche Sto\u00dfrichtung des sich als links verstehenden Popdiskurses nie ungebrochen in Erscheinung trat. Auch Erkl\u00e4rungen nahmen dem Wissen den Glamour: <em>Sophistication<\/em> als eine Mischung verschiedener Wis\u00adsensschichten funktionierte nur, wenn man seine Quellen nicht nannte.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>So war Pop in den 1980er Jahren nicht mehr nur Popmusik, eine bestimmte \u00c4sthetik in der bildenden Kunst oder eine Literaturrichtung, sondern wurde zu einer Art Oberbegriff f\u00fcr Informationen und Inhalte, deren Ort der Untergrund der Kultur war und \u00fcber die es in einer der unterirdischen Kanalisation analogen Form zu kommunizieren galt. Schlie\u00dflich ging es darum, \u00bbdie Heerscharen zu benennen und zu kennzeichnen, ohne sie zu denunzieren oder soziologischer Analysierbarkeit zuzuf\u00fchren\u00ab.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/p>\n<p>Die neue Kommunikationsform <em>sophistication<\/em> arbeitete mit Ambivalenzen, Raffinements und Verfeinerungen, und diese er\u00adschwerten nicht nur den Soziologen ihre Arbeit, sondern f\u00fchrten auch zu Kom\u00admunikationsproblemen innerhalb des \u00bbEnsembles\u00ab der Popintellektuellen \u2013 Ensemble hier verstanden im Sinne Erving Goffmans als Gruppe von Indivi\u00adduen, \u00bbdie gemeinsam eine Rolle aufbauen\u00ab.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> Wie Goffman schreibt, bringt das Ensemble Eindr\u00fccke hervor, die \u00bbf\u00fcr sich allein als drittes Ph\u00e4nomen zwischen der Einzeldarstellung einerseits und der Gesamtinteraktion der Gruppe anderer\u00adseits\u00ab<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a> betrachtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das dritte Ph\u00e4nomen, das das Pop-Ensemble hervorbrachte, war der mehr oder weniger geschlossene Diskurs. Gut brachte das Clara Drechsler in einer \u00c4u\u00dferung \u00fcber ihre fr\u00fche Zeit als Redakteurin der Musikzeitschrift <em>Spex<\/em> zum Ausdruck: \u00bbEtwas zu kapieren oder erkl\u00e4rt zu bekom\u00admen, war eine Belohnung, kein Recht.\u00ab<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a><\/p>\n<p>Dass Wissen vorausgesetzt wird, zeigt das <em>sophisticatete <\/em>Wesen des deut\u00adschen Popkulturdiskurses, ganz im Sinne des amerikanischen Literaturwissen\u00adschaftlers Joseph Litvak: \u00bbWhere the question of sophistication is concerned, in fact, the cardinal principle would seem to be some version of the supercilious dictum used to show unwanted customers the door: If you have to ask, you can\u2019t afford it.\u00ab<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\"><sup><sup>[54]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wie die von der <em>sophistication<\/em> garantierte Exklusivit\u00e4t im Popdis\u00adkurs der 1980er Jahre als Schranke gegen den nicht eingeladenen Mainstream eingesetzt wurde, veranschaulicht die Autorin Heike Bl\u00fcmner in einem R\u00fcck\u00adblick, wenn sie schreibt, dass ihre \u00bb\u00fcberschaubare Welt von <em>Formel Eins<\/em> [\u2026] einen irreparablen Riss\u00ab dadurch erhielt, dass \u00bbein blasierter 17j\u00e4hriger\u00ab ein \u00bbMagazin namens <em>Spex<\/em>\u00ab mit sich herumtrug und \u00bbMusik grunds\u00e4tzlich in die Kategorien \u203awichtig\u2039 und \u203aunwichtig\u2039 unterteilte\u00ab.<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a><\/p>\n<p>Diese Aufteilung basierte auf der Pr\u00e4misse, dass es progressive und reaktion\u00e4re Popmusikformen gebe \u2013 eine Pr\u00e4misse, die Heike Bl\u00fcmner offensichtlich nicht zu teilen bereit war. Der praktische Ausschluss wird noch durch etwas verst\u00e4rkt, das Bl\u00fcmner im Nach\u00adhinein besonders \u00e4rgerte: \u00bbWenn wir doch etwas h\u00f6rten und fragten, wer das denn sei, wurde uns gesagt, dass uns das nichts angehe. Wir seien daf\u00fcr noch nicht weit genug.\u00ab<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a><\/p>\n<p>Auch wenn hier die blasierte \u00c4u\u00dferung mit viel gutem Willen als Versuch gedeutet werden kann, \u00fcber den Gedanken einer Fortschrittlichkeit in der Pop\u00admusik an die Idee des Cultural Marxism anzuschlie\u00dfen, so liegt doch die Deu\u00adtung n\u00e4her, dass es jugendlichen Popmusikh\u00f6rern darum ging, sich von anderen Popmusikh\u00f6rern abzugrenzen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Wunsch nach Distinktion entfernte sich damit der intellektuelle Selbstentwurf Pop wieder von der Postmoderne und bil\u00addete eine Allianz mit dem modernen Selbstentwurf Bildungsb\u00fcrger. So wie Pier\u00adre Bourdieu im Zusammenhang der Kunstbetrachtung die F\u00e4higkeit des richtigen Sehens als abh\u00e4ngig vom b\u00fcrgerlichen Wissenskanon beschrieben hat, wurde durch den in der <em>Spex<\/em> verbreiteten alternativen Kanon das H\u00f6ren gepr\u00e4gt.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> Die neu erworbene F\u00e4higkeit, Popmusik <em>richtig <\/em>zu h\u00f6ren und sie als Kunstform zu erkennen, lieferte der elit\u00e4ren Popszene eine ideale Ausgangsposition f\u00fcr einen kulturellen und diskursiven Machtkampf.<\/p>\n<p>Dass das elit\u00e4re Auftreten der jungen Popintellektuellen schnell den \u00bbArgwohn der Vertreter jener Sozialisierungs\u00adinstanzen\u00ab nach sich zog, \u00bbdenen mit der Popmusik ein l\u00e4stiger Konkurrent\u00ab<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a> erwuchs, ist nicht verwunderlich. Ein diskursives Kr\u00e4ftemessen zwischen den B\u00fcrgern \u2013 sprich: dem b\u00fcrgerlich dominierten Feuilleton \u2013 und den Bohemiens des Pop begann.<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a> Um sich in der codierten und \u00bbhistorisierten\u00ab Popkultur der 1980er Jahre auszukennen, bedurfte es bald mehr als nur der Sinne. Ein Popfan zu sein hie\u00df \u00bbeine Sprache beherrschen\u00ab.<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\"><sup><sup>[60]<\/sup><\/sup><\/a> Diese Sprache klang so:<\/p>\n<p>\u00bb\u203aLet it be\u2039\u201a war ja schon in the first place ein Schwanengesang, das Gegenteil eines Birth Of A Nation (vielleicht der Birth von Daydream Nation?), an denen Laibach, von gleich\u00adnamigen Titeln bis zur \u00bbKlangniederschrift Einer Taufe\u00ab, \u00fcber die Umtaufung von Natio\u00adnen, immer so interessiert waren, war ihr Arbeitsgebiet also bisher Gr\u00fcndung von Staaten und ihre ideologische Verkn\u00fcpfung mit Emotionszusammenh\u00e4ngen durch Musik, so scheint es jetzt seit \u203aSympathy for the Devil\u2039 der f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte dieses Jahrhunderts existierende Mythos der alternativen Nationen, der Woodstock-Nations, zu sein, und wie <em>sie<\/em> sich auf Musik gr\u00fcnden.\u00ab<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\"><sup><sup>[61]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>In diesem <em>einen<\/em> Satz werden extravagant Anglizismen, Schubert, Sonic Youth, Griffith, Ideologien und Emotionszusammenh\u00e4nge zu einem Urteil \u00fcber ein Album der Band Laibach zusammengemixt, ohne auch nur ein Wort \u00fcber das Album selbst zu verlieren \u2013 Laibachs <em>Let it be<\/em> war ein reines Coveralbum des gleichnamigen Albums der Beatles. Statt zu erz\u00e4hlen, was es zu h\u00f6ren und zu sehen gibt, f\u00fchrt Diedrich Diederichsen exemplarisch vor, was Thomas Mei\u00adnecke sp\u00e4ter \u00bbdie harte T\u00fcr\u00ab des Pop nennen wird: Wenn man nicht das erste Album der Band Laibach kannte, auf dem es eine Coverversion von Queens <em>One Vision<\/em> mit dem Titel <em>Geburt einer Nation<\/em> gab, dann ergab die Erw\u00e4hnung von Griffiths Stummfilm aus dem Jahre 1915 wenig Sinn (den man nat\u00fcrlich auch erst einmal kennen musste).<\/p>\n<p>Etwas weniger kryptisch wiederum ist der Einbezug des Albums <em>Daydream Nation<\/em> der New Yorker Indieband Sonic Youth, wie Laibachs Platte von 1988. Die Kombination von <em>Sympathy for the Devil<\/em> mit dem W\u00f6rtchen \u00bbjetzt\u00ab l\u00e4sst vermuten, dass sich der Autor hier vorrangig auf die Songversion von Laibach bezieht, ebenfalls 1988 erschienen. All diese Informa\u00adtionen setzt Diederichsen als gewusst voraus, sein Kommunizieren \u00fcber Alben-, Song- und Filmtitel kann als eine typische Insiderkommunikation der 1980er Jahre angesehen werden. Was zur Schau gestellt wird, ist nicht im eigentlichen Sinne Musikwissen, son-dern man k\u00f6nnte fast auf den Gedanken kommen, dass der Autor hier allein kommunizieren m\u00f6chte, wie geistreich er ist. Andererseits k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich auch annehmen, dass Diederichsen schlicht so gedacht hat und dass im \u00bbModus Pop\u00ab zu denken einfach eine gewisse Form des assoziativen Denkens nahelegt.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel f\u00fcr <em>sophistication<\/em> im Text ist die Szene \u00bbUnd die Seele flog aus den Gliedern\u00ab des St\u00fccks <em>Heiliger Krieg<\/em> von Rainald Goetz.<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\"><sup><sup>[62]<\/sup><\/sup><\/a> Bereits der Szenentitel ist sehr <em>sophisticated<\/em>, verweist er doch auf Zeilen aus Homers <em>Ilias<\/em>: \u00bbUnd die Seele entflog aus den Gliedern hinunter zum Hades, \/ Klagend \u00fcber ihr Los und Mannheit und Jugend verlassend.\u00ab<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> Diese Verse beschreiben den Tod Hektors, in leicht variierter Form tauchen sie auch beim Tod des Patro\u00adklos auf.<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a> Inhaltlich lassen sie sich als Kommentar auf das Ende der Punk- und New-Wave-Szene in der Bundesrepublik lesen, zu der Rainald Goetz geh\u00f6rte. Es k\u00f6nnte sich allerdings auch um einen selbstironischen Kommentar handeln, denn schlie\u00dflich ist es Goetz, der mit dem Eintritt ins dramatische Schreiben (und da\u00admit in den subventionierten Theaterbetrieb) um seinen Status als junger Wilder bangen muss: Die Jugend ist vorbei, die eigene und die der Gruppe, so scheint der Szenentitel anzudeuten.<\/p>\n<p>Dennoch ist es dem damals 30-J\u00e4hrigen noch immer wichtig, die eigene Peergroup zu unterhalten. Der Witz, die drei Figuren der Sze\u00adne \u00bbStammheimer\u00ab, \u00bbStockhausen\u00ab und \u00bbHeidegger\u00ab zu nennen, mochte nicht unbedingt von einem durchschnittlichen Theaterbesucher der 1980er Jahre ver\u00adstanden werden, wohl aber von der \u00bbGruppe der jungen Bolschewiken\u00ab um den \u00bbgenialen Kulturkritiker Neger Negersen, genannt Stalin\u00ab<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a> \u2013 also, mit anderen Worten, von den Popintellektuellen. Diese werden den Text von Goetz mit sei\u00adner \u00bbVerweish\u00f6lle\u00ab<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> nicht nur verstanden, sondern, so ist anzunehmen, \u00fcberaus witzig, geistreich und subversiv gefunden haben, kurz: <em>sophisticated<\/em>.<\/p>\n<p>\u00bb22. Und die Seele flog aus den Gliedern<\/p>\n<p>FERNE STIMME STAMMHEIMERS<\/p>\n<p>Prost<\/p>\n<p>FERNE STIMME STOCKHAUSENS<\/p>\n<p>Prost<\/p>\n<p>FERNE STIMME HEIDEGGERS<\/p>\n<p>Prost<\/p>\n<p>FERNE STIMME STOCKHAUSENS<\/p>\n<p>Prost ihr \u00c4rsche Prost<\/p>\n<p>FERNE STIMME HEIDEGGERS<\/p>\n<p>Prost<\/p>\n<p>FERNE STIMME STAMMHEIMERS<\/p>\n<p>Prost<\/p>\n<p>FERNE STIMME HEIDEGGERS<\/p>\n<p>Hau weg die Schei\u00dfe Prost\u00ab<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a><\/p>\n<p>Rainald Goetz er\u00f6ffnet hier drei Referenzsysteme: das der politischen (Zeit-)<br \/>\nGeschichte \u00fcber den Stammheimer, also die RAF, das der Avantgarde der elek\u00adtronischen Musik \u00fcber Karlheinz Stockhausen und das der Philosophie \u00fcber ihren umstrittenen Repr\u00e4sentanten Martin Heidegger. Goetz dekonstruiert diese drei seinerzeit noch hei\u00df umk\u00e4mpften Felder der deutschen Kulturgeschichte, indem er sie, personifiziert in drei Figuren, als einfachste Trinkgenossen zeigt. Die drei Figuren sagen nur \u00bbProst\u00ab und \u00bbProst ihr \u00c4rsche Prost\u00ab und dann: \u00bbHau weg die Schei\u00dfe Prost\u00ab.<\/p>\n<p>Letzteres ist aber signifikanter, als zuerst angenommen werden k\u00f6nnte, denn bei diesem Trinkspruch handelt es sich um den damals sehr beliebten Zitatpop. Goetz zitiert hier einen in einem anderen Kontext gepr\u00e4gten Spruch, er wendet also eine Art Objet-trouv\u00e9-Verfahren in der Literatur an. Denn Mitte der 1980er Jahre war ein Comic namens <em>Werner<\/em><a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a> popul\u00e4r, in dem sich l\u00e4cherliche Provinzrocker permanent \u00bbHau weg die Schei\u00dfe\u00ab zugrunzten, bevor sie ihren \u00bbB\u00f6lkstoff\u00ab, Bier, literweise in sich hineinsch\u00fctteten.<\/p>\n<p>Dass Goetz in sei\u00adnem Theaterst\u00fcck die banalste Popkultur mit geschichtstr\u00e4chtigen ernsten The\u00admen verbindet, stellt eine Subversion des einen Kunstsystems durch das andere dar, der Hochkultur durch die Popkultur. Damit desavouiert er den damaligen Kulturbetrieb, in dem noch eine strikte Trennung zwischen legitimer Kultur und \u00bbTrash\u00ab vorherrschte. Mit Josef Litvak k\u00f6nnte man auch sagen: Er f\u00fchrt eine <em>de\u00adsophistication<\/em> des deutschen Kulturbetriebs durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Poptheorie als Konzeptkunst der Kulturkritik<\/p>\n<p>Sicher war die <em>sophistication<\/em> als Denkstil an eine bestimmte Zeit gebunden. Doch der Versuch, Pop an Wissen zu koppeln und daraus eine eigene, jugend\u00adlich-auftrumpfende Form stroboskopartiger kritischer Intellektualit\u00e4t zu entwi\u00adckeln, war mehr als nur Zeitgeist \u2013 er dr\u00fcckt vielmehr ein grunds\u00e4tzliches Di\u00adlemma des kritischen Schreibens in Deutschland zwischen Kulturkritik und Gesellschaftstheorie aus.<\/p>\n<p>Denn fragt man sich, was diese hippe glamour\u00f6se Kommunikationsform in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext bewirkt hat, k\u00f6nnte man auf den Gedanken kommen: gar nichts. Das w\u00fcrde also Bohrers am Anfang zitierte Position auf die Popintellektuellen ausweiten. Andererseits kann man, was die \u00d6konomie des Symbolischen und damit letztendlich die Funktion der <em>sophistication<\/em> im Spiel um die Macht in der bundesrepublikanischen Kultur\u00adlandschaft angeht, schon konstatieren, dass der pr\u00e4tenti\u00f6se Stil der Popintellek\u00adtuellen im Kontext der Aufmerksamkeits\u00f6konomie hervorragend funktioniert hat \u2013 eben nicht als Kritik, sondern als Mittel der Selbstpositionierung.<\/p>\n<p>Im Feld Pop und Politik existiert also ein Widerspruch, der den Popdiskurs in Deutschland bis heute pr\u00e4gt und an dem der Denkstil <em>sophistication<\/em> nicht un\u00adschuldig ist. Die <em>sophistication<\/em> hat sich seit Beginn der 1980er Jahre in mehreren Fangstricken verfangen und das hatte seinen Grund in der Spannung zwischen Selbststilisierung und politischem Handeln.<\/p>\n<p>Einerseits wollte man mit ihrer Hilfe Kritik \u00fcben \u2013 besonders Kritik an der vorherrschenden b\u00fcrgerlichen Kritik \u2013, an\u00addererseits verf\u00fchrte der eigene Narzissmus und der Wunsch nach Coolheit die \u00bbm\u00e4nnliche Kulturjugend\u00ab<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\"><sup><sup>[69]<\/sup><\/sup><\/a> immer wieder dazu, der eigenen \u00bbEitelkeit des Geistigen\u00ab zu erliegen.<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\"><sup><sup>[70]<\/sup><\/sup><\/a> Damit wurde die Tendenz zur Selbststilisierung der Stolperstein des Popdiskurses auf seinem Weg in die Politik. Die individualutopischen Mikropolitiken standen einer kollektivutopischen Politik im Weg.<\/p>\n<p>Im Kontext der narzisstisch motivierten \u00bbProto-Solipsist[en]\u00ab<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\"><sup><sup>[71]<\/sup><\/sup><\/a> der 1980er Jahre und der Verkl\u00e4rung der Subkultur und ihrer Dandys wurde Stil zur Rebel\u00adlion hochstilisiert. Die Ausgestaltung des eigenen Selbst wurde \u2013 im Einklang mit Michel Foucault \u2013 als ausschlaggebend im Prozess gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung erachtet, wichti\u00adger als Handeln.<\/p>\n<p>Der Ursprung dieser seltsam passiven Form der Kritik liegt, so d\u00fcrfte inzwischen deutlich geworden sein, sowohl in den philosophischen Pr\u00e4\u00admissen des Poststrukturalismus und der Postmoderne, die eigentlich nur eine passive Revolution zulie\u00dfen<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\"><sup><sup>[72]<\/sup><\/sup><\/a>, als auch in der Verkl\u00e4rung der Subkultur. Die Ide\u00aden in Hebdiges Grundlagentext <em>The Meaning of Style<\/em> sind im deutschen Popmu\u00adsikjournalismus auf derart fruchtbaren Boden gefallen, dass bis in die Gegenwart das Schreiben \u00fcber Pop als ein Ort \u00bbpolitischen Widerstands\u00ab diskutiert wird.<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\"><sup><sup>[73]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Was ist das nun f\u00fcr ein Ort, den der (Pop-)Stil kreiert? Hat das alternative Pop-Wissen es wirklich geschafft, die Funktion eines \u00bbVorzimmer[s] der Gesell\u00adschaft\u00ab zu etablieren, in dem die Popintellektuellen in geradezu idealer Weise ih\u00adrer Funktion als Gesellschaftstheoretiker und Kulturkritiker nachgehen k\u00f6n\u00adnen?<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\"><sup><sup>[74]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Das wohl eher nicht, schlie\u00dflich sind aus all den hier erw\u00e4hnten Popintel\u00adlektuellen respektable Mitglieder der Gesellschaft geworden \u2013 als Professor, Schriftsteller oder \u00dcbersetzerin gehen sie klassisch intellektuellen Berufen nach. Vielmehr muss man auch die von Ina Blom dem Stil zugeschriebene Funktion, n\u00e4mlich nicht \u00bbals Instrument zur Kategorisierung [&#8230;] sondern als einen sozialen Ort k\u00fcnstlerischer Aktivit\u00e4t und Intervention\u00ab, in Bezug auf Pop modifizieren.<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\"><sup><sup>[75]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zwar l\u00e4sst sich Ina Bloms Beobachtung, dass manche k\u00fcnstlerische Arbeiten nicht einfach nur Stil haben, sondern gleichzeitig \u00bbArbeiten <em>\u00fcber<\/em> die zeitgen\u00f6ssi\u00adsche Frage nach dem Stil sind, sowie \u00fcber die \u00e4sthetisch-politischen Bez\u00fcge, die mit ihr er\u00f6ffnet werden\u00ab, auf den Denkstil der <em>sophistication<\/em> im Pop anwen\u00adden.<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a> Auch hier trafen die Erscheinung eines bestimmten Stils mit der Beob\u00adachtung von Stil zusammen: Das Schreiben \u00fcber Pop wurde selbst Pop, der Hip-Intellektuelle selbst zum Hipster.<\/p>\n<p>Dennoch war das Neue, das diese Form von Stil produziert hat, nicht progressiv, sondern schlicht alternativ. Der neue Denkstil half bei der Ausarbeitung einer alternativen popkritischen Subjektivit\u00e4t, Doch nicht in der dekorativen Ausarbeitung des eigenen Selbst, sondern in dem kreativen Erschaffen eines phantasievoll-glamour\u00f6sen Theoriediskurses \u2013 man k\u00f6nnte hier sogar von einer Art Konzeptkunst der Kulturkritik sprechen \u2013 liegt die wahre Errungenschaft der Popintellektualit\u00e4t der 1980er Jahre. Damit lassen sich k\u00fcnstlerische Aktivit\u00e4t und die Intervention, die die Besch\u00e4ftigung mit Pop in den 1980ern hervorgebracht hat, auf einen Begriff bringen: Poptheorie \u2013 Theorie als kreatives Erschaffen diskursiver Wirklichkeiten zwischen Politik und Phantasma.<\/p>\n<p>Es ist somit die Einbildungskraft als notwendige und hinreichende Bedin\u00adgung radikaler Theorie, in der Verschwendung Sinn ergibt. Als gelebte Pop-\u00c4sthetik ist sie dahingegen \u00fcberholt. Denn was ist Verschwendung in ihrer Pop-Variante des Live-Fast-Die-Young anderes als eine private Feier des Lebens?<\/p>\n<p>Hedonismus als Kulturkritik ist <em>dated<\/em>, wie man im Pop sagen w\u00fcrde, ein intel\u00adlektueller Selbstentwurf, der derart nicht zuf\u00e4llig in den fr\u00fchen 1980er Jahren in der Bundesrepublik entstand. Damals war noch nicht jeglicher Aufbruchsgeist von der \u00bbewigen\u00ab Kanzlerschafts Kohls erstickt worden, die Wende \u2013 und die damit einhergehende Re-Politisierung \u2013 war noch nicht in Sicht und die Spa\u00dfge\u00adsellschaft hatte den Popintellektuellen den Spa\u00df noch nicht genommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Bohrer: Kein Wille, S.\u00a0667.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ebd., S.\u00a0666.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Diederichsen: Menschen, S.\u00a038.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ebd., S.\u00a039.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ebd., S.\u00a036.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ba\u00dfler: Freund, S.\u00a0217.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Arning: Sophistik, S.\u00a01083: \u00bbIm 20. Jh. ist \u203asophisticated\u2039 zu einem Modewort geworden, das ausdr\u00fcckt, dass ein Mensch, eine Theorie oder eine Technik in der Ent\u00adwicklung fortgeschritten ist. In diesem Sinne und in der englischen Form hat es Ein\u00adgang in die deutsche Sprache gefunden.\u00ab Vgl. auch die Studie der Autorin zum The\u00adma: Sophistication. Zwischen Denkstil und Pose.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Diederichsen: Sexbeat, S.\u00a065: \u00bbDas Mischverh\u00e4ltnis Hipster\/Hip-Intellektueller ist wichtig f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Szene. Auf hundert Hipster darf h\u00f6chsten ein Hip-Intel\u00adlektueller kommen, aber der mu\u00df gut sein, schlechte Hip-Intellektuelle k\u00f6nnen alles verderben.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ebd: \u00bbGemessen an London ist jeder Hamburger Hipster bestenfalls ein Pseudo-Hip-Intellektueller. Dagegen braucht sich ein Hamburger Hip-Intellektueller vor einem Londoner Hip-Intellektuellen nicht zu verstecken.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00a0\u00a0 Joseph Vogl: Einf\u00fchrung zu \u00bbMehr\u00ab, Vortrag von Rainald Goetz und Diedrich Diede\u00adrichsen im Rahmen von \u00bbFortsetzung folgt\u2026Formate des Seriellen in den K\u00fcnsten und Medien\u00ab, einer Veranstaltungsreihe der \u00bbMosse Lectures\u00ab der Humboldt-Univer\u00adsit\u00e4t zu Berlin im Sommersemester 2012, 3.5.2012, <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=i1cAk_RoAeQ&amp;list=PLE2041BE984DAAF64&amp;feature=player_embedded\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?<br \/>\nv=i1cAk_RoAeQ&amp;list=PLE2041BE984DAAF64&amp;feature=player_embedded#<\/a> (Zu\u00adgriff 16.9.2013).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Burchill: Verdammt, S.\u00a0208\u00a0f.: \u00bbJene Jahre [die 1980er Jahre, N.G.] waren so wichtig, weil sie die letzte Periode darstellten, in der Hip in der Welt von heute wirk\u00adlich zu Hause war. Er nahm Positionen ein, vor denen alte Linke und Intellektuelle zur\u00fcckscheuten \u2013 sei dreist, aber nicht zu dreist! \u2013, und feierte das Verg\u00e4ngliche, die M\u00f6glichkeiten und Produkte neuer Industrien, die Bedeutung von Stil und Geschmack und die neue Freiheit, die aus der kulturellen Verwirrung entstand.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u00a0\u00a0 Osborne: Anywhere, S.\u00a018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0\u00a0 Goetz: Subito, S.\u00a020 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u00a0\u00a0 Diederichsen: \u00bbSo obskur, wie es gerade noch ging\u00ab. Interview, in: Jungle World 9\/2013, 28.2.2013, S.\u00a02-7, hier S.\u00a06.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u00a0\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u00a0\u00a0 Eckart Schumacher in Meinecke u.\u00a0a.: Pop hat eine harte T\u00fcr, S.\u00a0376.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> \u00a0\u00a0 In ihrer Autobiographie beschreibt Julie Burchill r\u00fcckblickend, wie sehr in den 1980er Jahren eine Herkunft aus der Arbeiterklasse als \u00bbcool\u00ab empfunden wurde. Vgl. Bur\u00adchill: Verdammt, S.\u00a0146.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> \u00a0\u00a0 Behrens: Partyfraktion, <a href=\"http:\/\/www.jungle-world.com\/artikel\/2008\/46\/29734.html\">www.jungle-world.com\/artikel\/2008\/46\/29734.html<\/a> (Zugriff vom 23.9.2013).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hinz: Cultural Studies, S.\u00a0207 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> \u00a0\u00a0 Burchill: Verdammt, S.\u00a027.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> \u00a0\u00a0 So bei Goetz: Und Blut, S.\u00a0177: \u00bbDie Frau kennt nur Plural und Schleim, wabern, wogen, mal dies, mal jenes, sie kennt nat\u00fcrlich keine Entscheidung, sie ist nichts als Scheide\u00ab. Vgl. auch Goetz: Krieg, S.\u00a0114.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> \u00a0\u00a0 Die Literaturzeitschrift <em>Alternative<\/em>, 1964 bis 1982 von Hildegard Brenner heraus\u00adgegeben, kann als Beispiel f\u00fcr die Intellektuellen-Kultur der \u00bbNeuen Linken\u00ab gelten, von der sich die Popintellektuellen absetzten. Sie steht f\u00fcr den Versuch, Theorie im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in Schule und Universit\u00e4t zu diskutieren. Dem setzte die Pop-Linke ihre Orte \u2013 Bar, Klub, Rockkonzertsaal \u2013 und ihren Stil entgegen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00a0\u00a0 Neuffer: Ende der \u00bbAlternative\u00ab, S.\u00a052.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> \u00a0\u00a0 B\u00fcrger: Stunde der Theorie, S.\u00a06.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> \u00a0\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Browne: Popular Culture.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Mrozek: Popgeschichte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> \u00a0\u00a0 Niemczyk: Wehret den Anf\u00e4ngen, S.\u00a07.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Goetz: Subito, S.\u00a017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> \u00a0\u00a0 Hecken: Pop, S.\u00a0243.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> \u00a0\u00a0 Sch\u00e4fer: Nachwort, S.\u00a0309.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Hecken: Pop, S.\u00a0252 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> \u00a0\u00a0 Salzinger: Rock Power; ders.: Swinging Benjamin; Theweleit: M\u00e4nnerphantasien.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Deleuze\/Guattari: Kafka. S.\u00a038.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> \u00a0\u00a0 M\u00fcller: Subkultur, S.\u00a0167.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> \u00a0\u00a0 Hebdige: Subculture, S.\u00a02.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> \u00a0\u00a0 Zeile aus dem Song der D\u00fcsseldorfer Band DAF <em>Was ziehst du an heute Nacht<\/em>, auf: <em>Gold Und Liebe<\/em>, Virgin [204 165] 1981.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> \u00a0\u00a0 B\u00fcsser: Gimme Dat Old Time Religion, S.\u00a047.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Schumacher: \u00bbRe-Make\/Re-model\u00ab, S.\u00a0277 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> \u00a0\u00a0 Brandstetter: Pose, S.\u00a048.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> \u00a0\u00a0 D\u00fcllo: Kultur als Transformation, S.\u00a0445.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> \u00a0\u00a0 Freud: Unbehagen, S.\u00a079.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> \u00a0\u00a0 Diederichsen: Menschen der Steigerung, S.\u00a038.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> \u00a0\u00a0 Frank: Nachfahren, S.\u00a0219.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> \u00a0\u00a0 Goetz: Subito, S.\u00a019: \u00bbDa rief ich aus: Gehe weg, du bl\u00f6der Sausinn, ich will von dir Dummen Langweiligen nie nichts wissen. Den sollen die professionellen Politfla\u00adschen, die Staatsidioten, diese ganzen fetten dummdreisten Kohls vertreten; den sollen die Peinsackschriftsteller vertreten, die in der Peinsackparade, angef\u00fchrt von den pr\u00e4\u00adsenilen Chefpeins\u00e4cken B\u00f6ll und Grass, von Friedenskongre\u00df zu Friedenskongre\u00df, durch die Zeitungsfeuilletons und \u00fcber unsere Bildschirme in der unaufh\u00f6rlichen Pein\u00adsackpolonaise ziehen und dabei den geistigen Schlamm und Schleim absondern, den das Weltverantwortungsdenken, das Wackertum, unaufh\u00f6rlich produziert, dieses gan\u00adze Geschwerl, dieses Nullenpack soll ruhig noch jahrelang den BIG SINN vertreten.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Geisth\u00f6vel: B\u00f6se reden, S.\u00a0368.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lottmann: Mai, Juni, Juli, S.\u00a0163.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> \u00a0\u00a0 So der Punkmusiker Franz Bielmeier in Teipel: Verschwende deine Jugend, S.\u00a095: \u00bbPeter Hein und ich, wir wollten Texte schreiben, und der Fernseher lief dazu. Es kam aber nur das Testbild. Also haben wir einen Text dar\u00fcber gemacht. Das war seine Hal\u00adtung \u2013 sehr <em>sophisticated<\/em> von ihm \u2013, die ich ihm nat\u00fcrlich abgeguckt habe: dem Lang\u00adweiligen zugewandt. Er hatte nat\u00fcrlich viel mehr gelesen als ich und wusste viel mehr. Der hat das einfach einflie\u00dfen lassen und seine Einfl\u00fcsse daf\u00fcr nicht genannt. Aber die Erkl\u00e4rung w\u00e4r ja auch schei\u00dfe gewesen.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> \u00a0\u00a0 Diederichsen: Freiheit, S.\u00a043.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> \u00a0\u00a0 Goffman: Theater, S.\u00a05.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> \u00a0\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> \u00a0\u00a0 Drechsler: Lebe sparsam, S.\u00a056.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> \u00a0\u00a0 Litvak: Strange Gourmets, S.\u00a01.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Bl\u00fcmner: Pop, S.\u00a056.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> \u00a0\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> \u00a0\u00a0 Bourdieu: Unterschiede, S.\u00a019.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Hinz: Cultural Studies, S.\u00a0199.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Geer: Humus oder L\u00f6schkalk.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> \u00a0\u00a0 Diederichsen: Subkulturen, S.\u00a0156.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> \u00a0\u00a0 Diederichsen: Schallplatten, S.\u00a0192.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Goetz: Krieg, S.\u00a0124.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Homer: Ilias, S.\u00a0465.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> \u00a0\u00a0 Dort hei\u00dft es: \u00bbUnd die Seele den Gliedern entflog zum Hause des Hades,\/ Klagend \u00fcber ihr Los, verlassend Mannheit und Jugend.\u00ab Ebd., S.\u00a0349.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> \u00a0\u00a0 So nannte Rainald Goetz den Journalisten- und Intellektuellenzirkel um das Musik\u00admagazin <em>Spex<\/em> in K\u00f6ln. \u00bbNeger Negersen\u00ab bezieht sich auf das von Diedrich Diede\u00adrichsen damals verwendete Pseudonym \u00bbStalin Stalinsen\u00ab. Vgl. Goetz, Subito, S.\u00a014.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Meinecke u.\u00a0a.: Pop hat eine harte T\u00fcr, S.\u00a0367: \u00bbWas ich das Aufregende an Pop finde, ist, dass man sich aufmacht in die Verweish\u00f6lle, die Pop ja immer ist.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Goetz: Krieg, S.\u00a0124 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Das erste Buch einer Reihe um die gleichnamige Figur erschien 1981.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> \u00a0\u00a0 Iris Radisch: \u00bbTotal Normal\u00ab, in: Die Zeit Nr. 3\/1992, 10.1.1992, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1992\/03\/total-normal\">www.zeit.de\/1992\/<br \/>\n03\/total-normal<\/a> (25.08. 2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> \u00a0\u00a0 Goetz: Klage, S.\u00a0149.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> \u00a0\u00a0 Hebdige: Aneignungen, S.\u00a0121.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Rehmann: Links-Nietzscheanismus, S. 10: \u00bbTrotz des historischen Abstands bleibt der Grundgedanke lehrreich, dass es sich bei der passiven Revolution um eine gesellschaftliche Umw\u00e4lzung bei gleichzeitigem \u203aFehlen einer Volksinitiative\u2039 han\u00addelt.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> \u00a0\u00a0 Jacke: Zwischen Faszination, S.\u00a059.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> \u00a0\u00a0 Vgl. Diederichsen: Gesellschaft, S.\u00a0333.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> \u00a0\u00a0 Blom: Stil, S.\u00a0165.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Ebd., S.\u00a0169. (Kursivierung im Original)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Diskographie<\/strong><\/p>\n<p>DAF: Gold und Liebe. Virgin 204 165, 1981 [LP].<\/p>\n<p>Laibach: Let It Be. Mute STUMM 58, 1988 [LP].<\/p>\n<p>Laibach: Sympathy For The Devil. Restless 7 71404-1, 1988 [Maxi].<\/p>\n<p>Sonic Youth: Daydream Nation. Enigma Records 775403-1, 1988 [LP].<\/p>\n<p>Queen: One Vision\/A Kind of Magic. EMI 7462672, 1986 [LP].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Arning, Ralf Heinrich: Sophistik; sophistisch; Sophist II, in: Joachim Ritter\/<br \/>\nKarlfried Gr\u00fcnder (Hg.): Historisches W\u00f6rterbuch der Philosophie, Bd. 9, Basel: Schwabe Verlag 1995, S. 1082-1086.<\/p>\n<p>Ba\u00dfler, Moritz: <em>Der Freund<\/em>. Zur Poetik und Semiotik des Dandyismus am Be\u00adginn des 21. Jahrhunderts, in: Alexandra Tacke\/Bj\u00f6rn Weyand (Hg.): De\u00adpressive Dandys. Spielformen der Dekadenz in der Pop-Moderne, K\u00f6ln\/<br \/>\nWeimar\/Wien: B\u00f6hlau 2009, S. 199-217.<\/p>\n<p>Blom, Ina: Stil als Ort. Eine Neudefinition der Frage nach Kunst und Sozialit\u00e4t, in: Karin Gludovatz\/Michael L\u00fcthy\/Bernhard Schieder\/Dorothea von Hantelmann (Hg.): Kunsthandeln, Z\u00fcrich: Diaphanes 2010, S.\u00a0165-180.<\/p>\n<p>Bl\u00fcmner, Heike: Pop oder was aus einem verlockenden Versprechen wurde, in: Jochen Bonz (Hg.): Sound Signatures. Pop-Splitter, Frankfurt a.\u00a0M.: Suhr\u00adkamp 2001, S.\u00a055-60.<\/p>\n<p>Bohrer, Karl Heinz: Kein Wille zur Macht, in: Merkur 61 (2007), S. 659-668.<\/p>\n<p>Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteils\u00adkraft, 8. Aufl. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1996.<\/p>\n<p>Brandstetter, Gabriele: Pose \u2013 Posa \u2013 Posing. Zwischen Bild und Bewegung, in: Bettina Brandl-Risi\/dies.\/Stefanie Diekmann (Hg.): Hold it! Zur Pose zwi\u00adschen Bild und Performance, Berlin: Verlag Theater der Zeit 2012, S.\u00a041-51.<\/p>\n<p>Br\u00f6sel (d.\u00a0i. R\u00f6tger Feldmann): Werner oder was?, Kiel: Semmel-Verlach 1981.<\/p>\n<p>Browne, Ray B.: Popular Culture as the New Humanities, in: The Journal of Popular Culture 4 (1984), S. 1-8.<\/p>\n<p>B\u00fcrger, Jan: Die Stunde der Theorie, in: Zeitschrift f\u00fcr Ideengeschichte 4 (2012), S. 5-10.<\/p>\n<p>B\u00fcsser, Martin: Gimmie Dat Old Time Religion. Pop-Werte im Wandel, in: Pe\u00adter Kemper\/Thomas Langhoff\/Ulrich Sonnenschein (Hg.): \u00bbAlles so sch\u00f6n bunt hier\u00ab. Die Geschichte der Popkultur von den F\u00fcnfzigern bis heute, Leip\u00adzig: Reclam 2002, S. 38-48.<\/p>\n<p>Burchill, Julie: Verdammt \u2013 ich hatte recht! Eine Autobiographie, Reinbek: Ro\u00adwohlt 1999.<\/p>\n<p>Deleuze, Gilles\/F\u00e9lix Guattari: Kafka, f\u00fcr eine kleine Literatur, Frankfurt a.\u00a0M.: Suhrkamp 1976.<\/p>\n<p>Diederichsen, Diedrich: Sexbeat. 1972 bis heute, K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch 1985.<\/p>\n<p>Ders.: 1500 Schallplatten 1979-1989, K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch 1989.<\/p>\n<p>Ders.: Freiheit macht arm. Das Leben nach Rock\u2019n\u2019Roll. 1990-93, K\u00f6ln: Kiepen\u00adheuer &amp; Witsch 1993.<\/p>\n<p>Ders.: \u00bbSubkulturen schlie\u00dfen sich nicht nur aus politischen Reflexionsgr\u00fcnden zusammen\u00ab. Gespr\u00e4ch von Christoph Doswald, in: Paolo Bianchi (Hg.): Cool Club Cultures, Ruppichteroth: Kunstforum 1996, S. 154-159.<\/p>\n<p>Ders.: Allein mit der Gesellschaft. Was kommuniziert Pop-Musik?, in: Christian Huck\/Carsten Zorn (Hg.): Das Popul\u00e4re der Gesellschaft. Systemtheorie und Popul\u00e4rkultur, Wiesbaden: VS 2007, S.\u00a0322-334.<\/p>\n<p>Ders.: Menschen der Steigerung, Menschen der Macht: Die Nietzsche-\u00d6kono\u00admie, in: Sighard Neckel (Hg.): Kapitalistischer Realismus. Von der Kunst\u00adaktion zur Gesellschaftskritik, Frankfurt a.\u00a0M.\/New York: Campus 2010, S.\u00a033-47.<\/p>\n<p>Drechsler, Clara: Lebe sparsam \u2013 und koche nach Rezept, in: Spex 10\/1995, S. 56-59.<\/p>\n<p>D\u00fcllo, Thomas: Kultur als Transformation. Eine Kulturwissenschaft des Perfor\u00admativen und des Crossover, Bielefeld: transcript 2011.<\/p>\n<p>Frank, Dirk: Die Nachfahren der \u00bbGegengegenkultur\u00ab. Die Geburt der \u00bbTristesse Royal\u00ab aus dem Geiste der achtziger Jahre, in: Heinz Ludwig Arnold\/J\u00f6rgen Sch\u00e4fer (Hg.): Pop-Literatur, M\u00fcnchen: Text und Kritik 2003, S.\u00a0218-233.<\/p>\n<p>Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur [1930], in: ders.: Das Unbehagen in der Kultur. Und andere kulturtheoretische Schriften, Frankfurt a.\u00a0M.: Fi\u00adscher 1994, S. 29-108.<\/p>\n<p>Geer, Nadja: Humus oder L\u00f6schkalk: Zum journalistischen (Unter-)Grund von literarischer Subversion am Ende der achtziger Jahre, in: Jahrbuch f\u00fcr inter\u00adnationale Germanistik 1 (1995), S. 66-84.<\/p>\n<p>Dies.: Sophistication. Zwischen Denkstil und Pose, G\u00f6ttingen: V&amp;R Unipress 2012.<\/p>\n<p>Geisth\u00f6vel, Alexa: B\u00f6se reden, fr\u00f6hlich leiden: \u00c4sthetische Strategien der punk\u00adaffinen Intelligenz um 1980, in: Jens Elberfeld\/Marcus Otto (Hg.): Das sch\u00f6\u00adne Selbst: Zur Genealogie des modernen Subjekts zwischen Ethik und \u00c4sthe\u00adtik, Bielefeld: transcript 2009, S. 367-399.<\/p>\n<p>Goetz, Rainald: Krieg. St\u00fccke, Frankfurt a.\u00a0M.: Suhrkamp 1986.<\/p>\n<p>Ders.: Subito, in: ders.: Hirn, Frankfurt a.\u00a0M.: Suhrkamp 1986, S. 9-21.<\/p>\n<p>Ders.: Und Blut, in: ders.: Hirn, Frankfurt a.\u00a0M.: Suhrkamp 1986, S. 177-194.<\/p>\n<p>Ders.: Klage, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2008.<\/p>\n<p>Goffman, Erving: Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag, M\u00fcnchen: Piper 2003.<\/p>\n<p>Hebdige, Dick: Subculture. The Meaning of Style, London\/New York: Rout\u00adledge 1988 (zuerst 1979).<\/p>\n<p>Ders.: \u00bbIs it really so strange?\u00ab Verschiedene Aneignungen: Morrissey und der Blues, in: Pop. Kultur und Kritik 1 (2012), S. 116-125.<\/p>\n<p>Hecken, Thomas: Pop. Geschichte eines Konzepts 1955-2009, Bielefeld: transcript 2009.<\/p>\n<p>Hinz, Ralf: Cultural Studies und Pop. Zur Kritik der Urteilskraft wissenschaftli\u00adcher und journalistischer Rede \u00fcber popul\u00e4re Kultur, Opladen\/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1998.<\/p>\n<p>Homer: Ilias, \u00dcbersetzung, Nachwort und Register von Roland Hampe, Stutt\u00adgart: Reclam 2010.<\/p>\n<p>Jacke, Christoph: Zwischen Faszination und Exploitation. Pop(musik)journalis\u00admus als Forschungsdesiderat, in: Jochen Bonz\/Michael B\u00fcscher\/Johannes Springer (Hg.): Popjournalismus, Mainz: Ventil 2005, S. 49-65.<\/p>\n<p>Litvak, Joseph: Strange Gourmets. Sophistication, Theory, and the Novel, Durham\/London: Duke University Press 1997.<\/p>\n<p>Lottmann, Joachim: Mai, Juni, Juli. Ein Roman, K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch 2003 (zuerst 1987).<\/p>\n<p>Meinecke, Thomas\/Benjamin von Stuckrad-Barre\/Eckhard Schumacher\/Kerstin Gleba: Pop hat eine harte T\u00fcr. Protokoll eines Gespr\u00e4chs, in: Kerstin Gleba\/<br \/>\nEckhard Schumacher (Hg.): Pop seit 1964<em>,<\/em> K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch 2007, S. 365-399.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/docupedia.de\/zg\/Docupedia:Bodo_Mrozek\">Mrozek<\/a>, Bodo: Popgeschichte, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 6.5.2010, <a href=\"http:\/\/docupedia.de\/zg\/Popgeschichte?oldid=84650\">http:\/\/docupedia.de\/zg\/Popgeschichte?oldid=84650<\/a> (Zugriff vom 9.9.2013).<\/p>\n<p>M\u00fcller, Wolfgang: Subkultur Westberlin 1979-1989. Freizeit, Hamburg: Philo Fine Arts 2013.<\/p>\n<p>Neuffer, Moritz: Das Ende der \u00bbAlternative\u00ab, in: Zeitschrift f\u00fcr Ideengeschichte 4 (2012), S. 50-61.<\/p>\n<p>Niemczyk, Ralf: Wehret den Anf\u00e4ngen. Ralf Niemczyk \u00fcber das Popjahr 1982, in: Philipp Oehmke\/Johannes Waechter (Hg.): 1982. Ein Jahr und seine 20 Songs, M\u00fcnchen: Verlag S\u00fcddeutsche Zeitung 2005, S. 7-15.<\/p>\n<p>Osborne, Peter: Anywhere or Not at All. Philosophy of Contemporary Art, Lon\u00addon\/New York: Verso 2013.<\/p>\n<p>Rehmann, Jan: Postmoderner Links-Nietzscheanismus. Deleuze &amp; Foucault. Eine Dekonstruktion, Hamburg: Argument Verlag 2004.<\/p>\n<p>Salzinger, Helmut: Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution? Ein Essay \u00fcber Pop-Musik und Gegenkultur, Frankfurt: Fischer 1972.<\/p>\n<p>Ders.: Swinging Benjamin, Frankfurt a.\u00a0M.: Fischer 1973.<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer, Frank: Nachwort, in: ders. (Hg.): Helmut Salzinger. Best of Jonas \u00dcberohr. Popkritik 1966-1982, Hamburg: Philo Fine Arts 2010, S. 309-346.<\/p>\n<p>Schumacher, Eckhard: \u00bbRe-make\/Re-model\u00ab \u2013 Zitat und Performativit\u00e4t im Pop-Diskurs, in: Andrea Gutenberg\/Ralph J. Poole (Hg.): Zitier-F\u00e4higkeit. Fin\u00addungen und Erfindungen des Anderen, Berlin: E. Schmidt 2001, S. 271-289.<\/p>\n<p>Teipel, J\u00fcrgen: Verschwende deine Jugend. Ein Doku-Roman \u00fcber den deut\u00adschen Punk und New Wave, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2001.<\/p>\n<p>Theweleit, Klaus: M\u00e4nnerphantasien, 2 Bde. Frankfurt a.\u00a0M.: Roter Stern\/<br \/>\nStroemfeld 1977\/1978.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Transcript Verlags.<\/p>\n<p>N\u00e4here Angaben zum Sammelband, in dem der Aufsatz erschienen ist, <a title=\"verlagshinweis popgeschichte\" href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-2529-5\/popgeschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Der Blog zur Forschergruppe Popgeschichte <a title=\"website popgeschichte\" href=\"http:\/\/pophistory.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pop-Sophistication als Denkstil<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[556,1613,1828,1837,1877,1943,2175],"class_list":["post-4466","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-diedrich-diederichsen","tag-nadja-geer","tag-pop-intellektuelle","tag-pop-zeitschrift-2","tag-postmoderne","tag-rainald-goetz","tag-sophistication"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4466\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}