{"id":4750,"date":"2015-07-19T12:46:38","date_gmt":"2015-07-19T10:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=4750"},"modified":"2015-07-19T12:46:38","modified_gmt":"2015-07-19T10:46:38","slug":"die-ernste-musik-der-popmusikhumor-im-progressive-rockvon-attila-kornel19-7-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2015\/07\/19\/die-ernste-musik-der-popmusikhumor-im-progressive-rockvon-attila-kornel19-7-2015\/","title":{"rendered":"\u00bbDie ernste Musik der Popmusik?\u00abHumor im Progressive Rockvon Attila Kornel19.7.2015"},"content":{"rendered":"<p>Dystopie und Ironie<!--more--><\/p>\n<p>Muss ein wahrer Musiker leiden, um sein Werk hervorzubringen, oder darf er stattdessen im Frohsinn komponieren? Beschr\u00e4nkt sich Humor in der Musik wirklich nur auf letzteren? Die Auseinandersetzung mit musikalischer Seriosit\u00e4t f\u00fchrt zu kontroversen \u00e4sthetischen Wertungen.<\/p>\n<p>Zahlreiche Beispiele belegen die M\u00f6glichkeit anspruchsvollen musikalischen Humors, etwa bei Komponisten wie Joseph Haydn, Gioachino Rossini, Erwin Schulhoff oder Erik Satie. Europ\u00e4ischer Kunstmusik und Progressive Rock ist gemeinsam, dass den Interpreten und Rezipienten das Klischee humorloser Intellektueller einer elit\u00e4ren Musikrichtung anhaftet &#8211; statt in klangliche Ekstase zu tauchen, studieren sie die Partituren.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich erlebt progressive Rockmusik gegenw\u00e4rtig aber einen \u00e4sthetischen und merkantilen Aufschwung, wie k\u00fcrzlich die hohe Chartplatzierung<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> von Steven Wilsons <em>Hand. Cannot. Erase<\/em> (2015) beweist. Als Ph\u00e4nomen der neueren Musikgeschichte ist der Progressive Rock im deutschsprachigen Raum bisher kaum wissenschaftlich untersucht worden. Nachdem sich 2011 die Tagung <em>\u201eProgressive Rock zwischen Kunst und Kommerz\u201c<\/em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> in K\u00f6ln dem Themengebiet widmete, legte Bernward Halbscheffel 2013 erstmals ein eigenes Lexikon<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> und eine Monographie<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> zum Progressive Rock (kurz: Prog Rock) vor.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: center\">Terminologie des Progressive Rock<\/li>\n<\/ol>\n<p>Progressive Rockmusik kann durch die in ihr angelegte Vielf\u00e4ltigkeit keinesfalls als stilistisch eingrenzendes Genre wie etwa Metal und Reggae<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> beschrieben werden.Statt einer hinreichenden Bestimmung oder der Frage, was Prog Rock endg\u00fcltig meint, wird vorgeschlagen, ihn als kreativ-experimentelle Methode zu betrachten. Dadurch erm\u00f6glicht der Begriff die Betrachtung sehr unterschiedlicher Bands wie z.\u00a0B. Rush, Sigur R\u00f3s und The Pineapple Thief.<\/p>\n<p>Werden bekannte Interpreten des Prog Rock &amp; Metal zum Genre-Begriff befragt<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>, kommen bereits divergierende Positionen zum Vorschein: F\u00fcr Steven Wilson bedeutet progressive Musik \u201eetwas Verschwommenes und Episches, das den H\u00f6rer mit auf eine Reise nimmt, die seine Aufmerksamkeit f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit beansprucht.\u201c Mike Portnoy (Dream Theater) sieht im Prog Rock \u201edie Betonung von Spieltechnik, langen Songs, unkonventionellen Arrangements, ausufernden Instrumentalpassagen und das Experimentieren mit unterschiedlichen Stilrichtungen.\u201c Demgegen\u00fcber meint \u201eprogressiv\u201c f\u00fcr Mikael \u00c5kerfeldt (Opeth) nicht, m\u00f6glichst viele Noten zu spielen, sondern \u201eDinge nach vorne zu bringen, eine Mischung frischer Stile und Einfl\u00fcsse.\u201c Adam Jones (Tool) m\u00f6chte dabei \u201eweiter die eigenen Grenzen testen.\u201c Trotz v\u00f6llig unterschiedlicher Musik, zeigt sich bei vielen dieser Bands die \u00dcberwindung eing\u00e4ngiger Songstrukturen und Schemata.<\/p>\n<p>Prog Rock zu spielen galt lange Zeit als Beleidigung. W\u00e4hrend Rockmusiker gerade gegen die konservative Elterngeneration rebellierten, widersprachen die artifiziellen Ans\u00e4tze der 1970er Jahren scheinbar deren Attit\u00fcde. Der Begriff des \u201eProgressive Rock\u201c beschreibt eigentlich bereits retrospektiv diverse musikalische Ans\u00e4tze, unter die konsequent nicht nur der anf\u00e4nglich bezeichnete Art Rock f\u00e4llt. Tom Morello (Rage Against The Machine) ironisiert die Entwicklung wie folgt: \u201eUrspr\u00fcnglich ging es im Prog Rock mal darum, neue Songger\u00fcste zu erschaffen. Aber irgendwann driftete es in eine Parallelwelt voller Elfen und Keyboard-Soli ab.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Als Kernaspekt zeigt sich bei Musikern von Genesis, Yes u.\u00a0a. gegen\u00fcber der Banalit\u00e4t von Rock, Punk und puristischem Heavy Metal seit Jahrzehnten eine komplexe klanglich-kompositorische Inspiration, z.\u00a0B. bei Igor Strawinsky und weltweiten Einfl\u00fcssen. Das Bed\u00fcrfnis dieser Rockmusiker nach k\u00fcnstlerischer Anerkennung m\u00fcndet in einer Neukombination verschiedenster Klangquellen zu einer neuen \u00c4sthetik. Gegenw\u00e4rtig bezeichnet \u201eProgressive Rock\u201c eine Vielzahl an Genres, die durch Bands wie Porcupine Tree, Gazpacho u.\u00a0a. in den letzten Jahren eine \u00e4sthetische Wandlung erfahren und mit spezifisch modernen Mitteln eine neue Aktualit\u00e4t erlangt haben.<\/p>\n<p>Wie Halbscheffel darstellt, ist ein rein lexikalischer Zugriff hier nicht zielf\u00fchrend. Autorinnen und Autoren wie Jerry Lucky, John Covach, Kevin Holm-Hudson, Katherine Charlton und Lilian Roxon stellen eigene Systematiken auf. Ebenso wie diese, verlaufen sich Internetportale wie Progarchives.com oder Babyblaue-seiten.de, aber auch Szenemagazine wie Eclipsed in immer umfangreichere Klassifizierungen des Prog. Selbsternannte Fachleute diskutieren \u00fcber Nebenstile wie \u201eZeuhl\u201c, \u201eBaroque n Roll\u201c oder die \u201eCanterbury-Scene\u201c, stellen doppelte Unterkategorien auf, die zu absurden Konstruktionen wie \u201eSymphonic Avantgarde Prog\u201c, \u201eProg Fusion Cabaret\u201c oder \u201eClassical Post Ambient Nocturnal Atmospheric Neo Progressive Folk World Rock\u201c f\u00fchren. Bands entziehen sich dabei oft trotzdem einer eindeutigen Zuordnung dieser fragw\u00fcrdig wachsenden Stil-Landkarte. In Ann\u00e4herung der Frage, wie sich Humor im Progressive Rock zeigt, muss beleuchtet werden, warum diese Musik \u00fcberhaupt als \u201eernst\u201c gilt.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li style=\"text-align: center\">Aspekte des Ernsten im Prog Rock<\/li>\n<\/ol>\n<p>Einige mit Ernsthaftigkeit verbundene Aspekte haben viele progressive Rockbands gemeinsam und lassen sich anhand von f\u00fcnf Bereichen nachweisen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">a) Themen<\/p>\n<p>Progressive Rockmusiker suchen ihre Inspiration oft in Themen fernab des Am\u00fcsements. Entgegen der beliebten Diskomusik der 1970er Jahre, verarbeitete die Band Jethro Tull auf etwa <em>Heavy Horses<\/em> (1978) soziologische und \u00f6kologische Themen. Steven Wilson, einer der derzeit erfolgreichsten Musiker und Produzenten des Prog Rock, sucht seine Inspiration ebenfalls in ernsten Thematiken. Mit seinem Projekt Porcupine Tree vertonte er auf <em>The Incident<\/em> (2009) Ereignisse wie Verkehrsunf\u00e4lle und deren Einfluss auf pers\u00f6nliche Schicksale. Auf dem Album <em>Fear of a blank Planet<\/em> (2007) hingegen griff er das Konzept des Romans <em>Lunar Park<\/em> von Bret E. Ellis auf. Topos ist hier ein dystopischer Blick auf jugendliche Gro\u00dfstadtkultur zwischen Depression, medialer Omnipr\u00e4senz und Langeweile. Besonders in den 1980er Jahren pr\u00e4gten einige \u201eNeo Prog\u201c-Bands \u00e4hnliche d\u00fcster-melancholische Tendenzen, die sich mittlerweile auch bei Lunatic Soul aus Polen oder No Sound aus Italien zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">b) Konzeptalben vs. Unterhaltungsindustrie<\/p>\n<p>Konzeptalben sind ein Ausdruck multimedialer Synthese von Musik mit Texten, Artwork, Booklets und die die Live-Performance erg\u00e4nzenden Videos. In der Fr\u00fchzeit des Prog war zudem oft ein Album von einer einzigen Komposition bestimmt, die eine Seite der damals \u00fcblichen LPs einnahm. Besonders prominent in England bei Yes mit <em>Close to the Edge<\/em> (1972) als Reflexion auf die Erz\u00e4hlung \u201e<em>Siddharta<\/em>\u201c von Hermann Hesse sowie Emerson, Lake &amp; Palmer mit <em>Tarkus<\/em> (1971).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">c) Virtuose Beherrschung der Instrumente<\/p>\n<p>Die Musiker des Prog Rock haben oft Konservatorien besucht und stellen ihr K\u00f6nnen offen zur Schau. Neben der Etablierung von Keyboards und Synthesizern, erweiterten Gruppen wie Jethro Tull und Gentle Giant das g\u00e4ngige Rockinstrumentarium von Querfl\u00f6te, Saxofon und Violine bis hin zu Blockfl\u00f6te und Xylophon. Prominente Vertreter virtuoser Solisten sind au\u00dferdem Dream Theater oder das Solo-Projekt Animals As Leaders des Gitarristen Tosin Abasi. In den Grenzbereichen des Prog Rock dient technische \u00dcberlegenheit auch als Abgrenzung, so etwa bei Blue \u00d6yster Cult, die sich dadurch vom \u201eritualistischen Humbug und verqu\u00e4lten Kinderschreck-Theater\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> anderer Hard Rock-Gruppen abgrenzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">d) Rhythmische und klangliche Komplexit\u00e4t<\/p>\n<p>Oftmals reizt progressive Musiker das Experimentieren mit rhythmischen M\u00f6glichkeiten. W\u00e4hrend in <em>\u201eMetropolis, Pt. 1: The Miracle and The Sleeper\u201c<\/em> auf dem Dream Theater-Album <em>Images and Words<\/em> (1992) perkussive Akzente variiert werden, besteht der Song <em>\u201eSchism\u201c<\/em> auf dem Album <em>Lateralus<\/em> (2001) der US-amerikanischen Prog Metal-Band Tool aus zahlreichen Rhythmuswechseln und krummer Metrik. Deren Vorbilder von King Crimson experimentierten bereits zwei Jahrzehnte vorher z.\u00a0B. im Song <em>\u201eFrame by Frame\u201c<\/em> auf <em>Discipline<\/em> (1981) mit polyphonen 6\/8- und 7\/8-Verschiebungen.<\/p>\n<!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-4750-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/07\/King-Crimson-Frame-By-Frame-Auszug.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/07\/King-Crimson-Frame-By-Frame-Auszug.mp3\">http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/07\/King-Crimson-Frame-By-Frame-Auszug.mp3<\/a><\/audio>\n<p><em>[MUSIKBEISPIEL \u201eKing Crimson &#8211; Frame By Frame-Auszug.mp3\u201c]<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">e) Vielf\u00e4ltige Einfl\u00fcsse<\/p>\n<p>Im Neoklassizismus schufen Komponisten wie Igor Strawinsky, Darius Milhaud und Erik Satie neue Verbindungen der Musiksprache des 18. Jahrhunderts mit Elementen des Jazz und der internationalen Folklore. Im Prog Rock wird dieses Denken weitergetragen und nicht nur an den Grenzen zur sogenannten \u201eWeltmusik\u201c, Fusion und dem Jazzrock verarbeitet.<\/p>\n<p>Diese und weitere Aspekte diskutiert Halbscheffel ebenfalls in seinem Buch, dem er den Untertitel \u201eDie Ernste Musik der Popmusik\u201c gibt, ohne diesen n\u00e4her zu erl\u00e4utern. Humor wird von ihm an einigen Stellen scheinbar auf ironische Tendenzen im Art Rock reduziert:<\/p>\n<p>\u201eProgressive Rock ist in aller Regel nicht ironisch; er stellt die \u201aErnste Musik\u2018 der Rockmusik dar. Dies findet seinen Ausdruck auch in den Themen der Texte, die sich von den bis dahin obligaten \u201aBoy meets Girl\u2018-Themen der Rockmusik absetzen. Art Rock als Teil des Progressive Rocks dagegen wahrt ironische Distanz vor allem zur Rockmusik selbst.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Offen bleibt die begriffliche Ungenauigkeit, denn \u201eernste Musik\u201c meint eigentlich nicht das Gegenteil von humorvoller, sondern von unterhaltender Musik. Ein \u00fcberholtes, aber latent bei Musikkritikern verbreitetes Vorurteil sieht hier eine vermeintliche Bedrohung kultureller Trivialit\u00e4t: \u201e,Unterhaltungsmusik\u2018 ist alles das, was keine \u201arichtige\u2018 Musik ist, ist bestimmt durch ihr Gegenteil, die \u201aernste\u2018 Musik.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Es ist die b\u00fcrgerliche Musik\u00e4sthetik des 19. Jahrhunderts, die sich auf den antiken Philosophen Seneca gr\u00fcndete: \u201eNur eine ernste Sache \u2013 sprich: eine ernsthafte, feierliche Musik [\u2026] ist eine wahre Freude.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Komponisten der Neuen Musik wie Pierre Boulez<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> heben diesen Graben zwischen E- und U-Musik bedauerlicherweise weiterhin aus.<\/p>\n<p>Vielleicht zeigt sich im Untertitel des Buches aber auch der Gedanke, dass der Prog Rock entgegen der Popularmusik durchaus ernst zu nehmen sei? Zwar stellen sich progressive Rock-Bands in der Tat gegen eing\u00e4ngige Massenmusik, doch ist die Behauptung, dass Prog Rock nur am Rande zur Ironie neige, offensichtlich nicht haltbar. Wie gezeigt werden kann, existieren zahlreiche Beispiele f\u00fcr Humor im Prog Rock.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li style=\"text-align: center\">Fallbeispiele<\/li>\n<\/ol>\n<p>In neueren Publikationen untersucht Michael Custodis neben dem Symphonic Prog von The Nice und Steve Vai auch detailliert die Ironie im vielf\u00e4ltigen Schaffen von Devin Townsend.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Dessen Ironie zeige sich neben der inhaltlichen, handlungsbezogenen Ebene auch in der rein illustrativen Unterstreichung von Textpassagen. Zudem betont Custodis, dass die Konzepte des Prog Rock der 1970er Jahre von Disco und puristischem Heavy Metal abgedr\u00e4ngt wurden. Hier erkl\u00e4rt sich, dass Prog Rock lange Zeit neben dem Mainstream stattfand.<\/p>\n<p>Humor funktioniert im Prog Rock auf vielen Ebenen, z.\u00a0B. musikalisch, szenisch oder ironisch \u00fcberzogen. Die Interpreten m\u00fcssen dazu das Insiderwissen, die Konventionen und Denkweisen als Kernelemente verstehen und beherrschen, um diese dann humoristisch \u00fcberzeichnen zu k\u00f6nnen. Dadurch kann Humor auch als Verbindung zwischen Band und Publikum funktionieren, wenn z.\u00a0B. persifliert wird, dass bei Rockkonzerten \u00fcberwiegend die Songs <em>\u201eFreebird\u201c <\/em>(Lynyrd Skynyrd) und <em>\u201eStairway to Heaven\u201c<\/em>(Led Zeppelin) gew\u00fcnscht w\u00fcrden. Diesem regressiven Anhaften an \u00fcberholten Ikonen begegnen Porcupine Tree mit ironischer Ank\u00fcndigung eines siebzehnmin\u00fctigen <em>\u201eFreebird\u201d<\/em>-Coversongs. <em>Thick as a Brick <\/em>(1972) von Jethro Tull hingegen gilt als zentrales Album des Prog Rock und spricht sich als Parodie auf Konzeptalben f\u00fcr Humor aus. Innermusikalischen Humor verdeutlichen folgende Beispiele:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">a) Opeth: \u201e<em>Hessian Peel\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die schwedische Prog Metal-Band Opeth ver\u00f6ffentlichte 2008 auf ihrem Album <em>Watershed <\/em>ein humoristisches Spiel mit der h\u00e4rteren Stilrichtung. Der Song <em>\u201eHessian Peel\u201c<\/em><a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> beinhaltet eine Passage mit r\u00fcckw\u00e4rts gesungenem Gesang, der sich umgekehrt als die Textzeile \u201eWandering in the courtyard. My sweet Satan I see you.\u201c offenbart.<\/p>\n<p>Musikgeschichtlich ist es eine direkte Referenz auf Led Zeppelin und die Debatten um angeblich versteckte Botschaften in <em>\u201eStairway to Heaven\u201c<\/em>. Die Ankl\u00e4ger meinten damals, die konkrete Textzeile \u201eOh my sweet Satan\u201c zu h\u00f6ren, worauf sich Opeth ironisch beziehen, indem sie eben jenen unbegr\u00fcndeten Vorwurf selbst konkret nachweisbar <em>ad absurdum <\/em>f\u00fchren. Weitere F\u00e4lle vom Spiel mit juristischen Grauzonen lassen sich vielfach aufzeigen, besonders erinnert es aber an Frank Zappa und dessen humoristische\/ironische Anh\u00f6rung zum Recht der freien Rede bzw. dem 1985 geplanten Verbot pornografischer Textbeitr\u00e4ge auf Schallplatten.<\/p>\n<p>Folgender Zusammenschnitt von <em>\u201eHessian Peel\u201c<\/em> pr\u00e4sentiert zun\u00e4chst die wesentliche Passage aus dem Original samt einem stilistischen Ausblick auf den sp\u00e4teren Growl-Gesang. Gerade durch diesen wird der Humor verst\u00e4rkt: Eingeweihte H\u00f6rer sehen es lediglich als vokales Stilmittel und am\u00fcsieren sich \u00fcber emp\u00f6rte Kritiker, die im Growling einen Verweis auf die \u201esatanischen\u201c Botschaften ohne die ironische Brechung sehen. Anschlie\u00dfend wird der Ausschnitt r\u00fcckw\u00e4rts abgespielt, um die \u201eversteckten\u201c Texte zu offenbaren &#8211; ein Verfahren, dass f\u00fcr Fans der Band durch kostenlose Audioprogramme mittlerweile keine Schwierigkeit mehr darstellt.<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-4750-2\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/07\/Opeth_Hessian-Peel-Auszug_Bearbeitet.mp3?_=2\" \/><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/07\/Opeth_Hessian-Peel-Auszug_Bearbeitet.mp3\">http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/07\/Opeth_Hessian-Peel-Auszug_Bearbeitet.mp3<\/a><\/audio>\n<p><em>[Musikbeispiel \u201eOpeth_Hessian Peel-Auszug_Bearbeitet.mp3\u201c]<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">b) Gazpacho: <em>\u201eThe Wizard of Altai Mountains\u201c<\/em><\/p>\n<p>Viele progressive Rockbands arbeiten nicht nur anspruchsvoll auf der klanglichen Ebene, sondern gestalten auch Texte und Konzepte in hochwertiger Absicht. Gazpacho aus Norwegen greifen dabei manchmal auf Romanvorlagen zur\u00fcck<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> oder nutzen Humor direkt auf der musikalischen Ebene. Beispielsweise beginnt der Song \u201e<em>The Wizard of Altai Mountains<\/em>\u201c auf <em>Demon<\/em> (2014) zun\u00e4chst mit melancholischen Synthesizer-Sounds und getragenem Gesang in der etablierten Grundstimmung. Unverhofft setzt jedoch ein t\u00e4nzerischer Klezmer-Part samt Akkordeon und Violine als stilistischer Bruch ein. Darf Prog Rock im ernsten Gestus unterhaltsam und fr\u00f6hlich sein? Die Band spielt hier mit eben solchen Erwartungen an ein progressives Rockalbum.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;2vfDGPhxJu0&#8243; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p><em>Demon<\/em> ist inspiriert von einer Unterhaltung, die Thomas Andersen (Keyboarder und Produzent von Gazpacho) vor einigen Jahren mit seinem Vater f\u00fchrte. Dieser berichtete von einer geheimnisvollen Dunkelheit, mit der er sich w\u00e4hrend einer Gesch\u00e4ftsreise nach Prag in den 1970er Jahren auseinandersetzen musste.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Auf die Frage, ob ihre musikalische Herangehensweise eine \u201eernste Angelegenheit\u201c sein muss oder dennoch Raum f\u00fcr humorvolle oder ironische Elemente l\u00e4sst, reagiertAndersen im Interview gelassen:<\/p>\n<p>\u201eIt&#8217;s a good question that you ask and one that we have discussed many times within the band as we do tend have a lot of fun together and share laughs. I would like to say that in prog in general I find lots of humour. There is no shortage of humour in the genre. As for when it is appropriate, that is a very different question. If you are making something you intend to be a serious work of art then humour can elevate the final result or break the mood.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Humor wird hier \u00e4sthetisch zwischen zwei Pole gesetzt: Einerseits funktioniert er als erg\u00e4nzendes kreatives Mittel. Andererseits besteht die Gefahr, im Ausbruch aus der \u201eErnsthaftigkeit\u201c an k\u00fcnstlerischer Glaubw\u00fcrdigkeit zu verlieren. Andersen fundiert seine Sicht mit Bezug auf die Bereiche Literatur und Theater:<\/p>\n<p>\u201eIf you look at serious works of literature I would have no hesitation in claiming that there are many hysterically funny bits in Proust\u00b4s \u201aIn Search of Lost Time\u2018 or in the plays of Henrik Ibsen (some of the lines of Helmer spring to mind). The humour is used to great effect because it highlights a situation. When Helmer talks about his \u201alittle squirrel\u2018 it is funny because it is inappropriate and as such it shows us a lot about him and his relationship to Nora. The humour is a natural part of the story. In music, jokes are a different matter because music is seen as something elevated above regular life.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Daher k\u00f6nnen auch Texte des Alltags wie Bedienungsanleitungen o.\u00a0\u00e4. zum humoristischen Material f\u00fcr Musik werden. Der Klezmer-Teil am Ende von <em>\u201eWizard of Altai\u201c<\/em> erkl\u00e4rt sich letztlich als ein Hinweis auf die Atmosph\u00e4re im j\u00fcdischen Teil Prags w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges. Der Song wurde besonders durch die Geschichte von Petr Ginz und seiner Auseinandersetzung mit den grauenhaften Umst\u00e4nden inspiriert.Die Musik intendiert daher einen Kontrast zur Ernsthaftigkeit und Hoffnungslosigkeit dieser Zeit. Trotz des ernsthaften Konzepts, nehmen sich die norwegischen Musiker selbst nicht zu ernst: \u201eOf course there is a heavy dose of irony as well but irony is humour too right? Humour gone bad.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">c) King Crimson:<em> \u201eThe King Crimson Barber Shop\u201c<\/em><\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;cbuowTL1nSg&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Im abschlie\u00dfenden Beispiel schlie\u00dft sich der Kreis zu King Crimson. Immer wieder als Referenz f\u00fcr den Ursprung des Prog Rock herangezogen, ist gerade in ihrem Oeuvre Humor ein spannendes Thema. Besonders im Bonus Track <em>\u201eThe King Crimson Barber Shop\u201c <\/em>auf dem im Jahr 2001 remasterten Album <em>Three of a Perfect Pair<\/em> (1984), wird mithilfe eines stilistischen Bruchs ein humoristisches Res\u00fcmee der Bandgeschichte gezogen. Wie bei Gazpacho entsteht der Humor durch die perfekte Umsetzung der kontrastierenden Stile, d.\u00a0h. hier konkret des Barber Shop-Gesangs. W\u00e4ren die Stilzitate reine Parodie, w\u00fcrde der eigene und f\u00fcr den Prog Rock charakteristische Anspruch verlorengehen.<\/p>\n<p>Im Song wird auf das mit der Band assoziierende Gitarrenspiel verzichtet und stattdessen im deutlichen <em>acapella<\/em>-Text auf weitere charakteristische Instrumente (Chapman Stick) und die elit\u00e4ren Seiten von Gr\u00fcnder Robert Fripp (keine Fotos und Zugaben) verwiesen. Ironisch kommt zudem ihr Song <em>\u201e21st Century Schizoid Man\u201c <\/em>zur Sprache, mit dem die Band im Jahr 1969 kritisch Stellung zum Vietnamkrieg bezog. Noch mit Greg Lake (sp\u00e4ter bei Emerson, Lake &amp; Palmer) geschrieben, wollten King Crimson jedoch nie auf diesen Song reduziert werden.<\/p>\n<p>\u201eOh, we\u00b4re the King Crimson band\/ don&#8217;t you know it?\/We&#8217;re the best in all the land, all the land.\/ We play bass and the drums and guitar for you. And if you really want we\u00b4ll throw the stick in too\/ [\u2026] And tap your foot in twenty-one [\u2026] The King Crimson band, we don\u00b4t do encores.\/ The King Crimson band, no photos please.\/ \u00b4Cause we\u00b4re the King Crimson band.\/ We don\u00b4t do 21st Century Schizoid Man.\/ But we\u00b4re the King Crimson band.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Ausblick (statt eines Fazits)<\/p>\n<ol>\n<li>Prog Rock ist eine weiterhin in Entwicklung begriffene Spielart der Rockmusik und somit als Ausdruck avantgardistischer Tendenzen im 20. und 21. Jahrhundert aufzuarbeiten bzw. zu verfolgen. Die terminologischen Schwierigkeiten in der Besch\u00e4ftigung mit dem Thema erfordern dabei eine kritische Distanz von wissenschaftlichem Vokabular und musikjournalistischer Betrachtung. Zu untersuchen gilt es, wo sich Humor an Insider richtet und wo er eine breitere Zielgruppe erreicht. Abgewogen werden muss dabei immer, ob es sich um eine \u00e4sthetisch hochwertige Stilsynthese handelt oder ob stattdessen ein humorvolles Spiel mit Erwartungen bei den Rezipienten evoziert werden soll.<\/li>\n<li>Als weiteren Ausblick bleiben exemplarisch die je eigenen Strategien mit Humor, Ironie und Satire bei folgenden Interpreten des Prog Rock zu nennen: Komische Sounds und Wendungen bei Haken (z.\u00a0B. in <em>\u201eCockroach King\u201c<\/em>), die \u201esilly tunes\u201c bei Yes (insbesondere durch deren Keyboarder Rick Wakeman), das Projekt Platypus (Mitglieder von Dream Theater und Kings X), Primus, Henry Cow, Dixie Dregs und die verschiedenen Experimente von Mike Patton. Zudem lohnt die durch virtuose Perfektion umgekehrte Ironie bei Panzerballet einer Betrachtung.<\/li>\n<li>Lohnenswert ist auch der Blick auf international wachsende Prog-Szenen wie in China, wo z.\u00a0B. Cold Fairyland eigene Strategien im Umgang mit der musikalischen Kulturgeschichte verwirklichen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Besonders der Post Rock von Mogwai und Merkmale des Symphonic Rock pr\u00e4gen hier Bands wie Rainbow Danger Club, Wang Wen und Hua Lun.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a class=\"row-title\" title=\"\u201c\u00bbNew Standards of Beauty and Style and Taste\u00ab&lt;br \/&gt;Expanding the Concept of Camp&lt;br \/&gt;&lt;small&gt;&lt;i&gt;von Moritz Ba\u00dfler&lt;\/i&gt;&lt;br \/&gt;7.6.2015&lt;\/small&gt;\u201d bearbeiten\" href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-admin\/post.php?post=4675&amp;action=edit\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 RockHard, 10.\u00a003.\u00a02015, online: http:\/\/www.rockhard.de\/news\/newsarchiv\/newsansicht\/40187-steven-wilson-erreicht-mit-hand-cannot-erase-platz-3-der-deutschen-albumcharts.html (zuletzt aufgerufen am 5.\u00a05.\u00a02015).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eProgressive Rock zwischen Kunst und Kommerz\u201c, 23.\u201324.\u00a011.\u00a02011, Universit\u00e4t K\u00f6ln.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bernward Halbscheffel, Lexikon Progressive Rock, Leipzig 2013: Halbscheffel-Verlag.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ders., Progressive Rock, Die Ernste Musik der Popmusik, 3. Nachdruck, Leipzig 2014: Halbscheffel-Verlag.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Selbst diese beiden Stile werden bereits seit Jahren von Bands wie P.O.D. und Skindred erfolgreich in \u00e4sthetische Synthesen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zit. nach: Rock History, presented by Metal Hammer, <em>Progressive Rock<\/em>, Nr. 2\/2014, S. 130 und Michael Rensen:<em>\u201eDie Geschichte des Progressive Metal&amp; Rock\u201c<\/em>, S. 69, in: Rock Hard, Juni 2010, S. 67\u201381.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rensen:<em>\u201eDie Geschichte des Progressive Metal&amp; Rock\u201c<\/em>, S. 69, in: Rock Hard, Juni 2010, S. 67\u201381.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Andreas Hinners, Progressive Rock. Musik zwischen Kunstanspruch und Kommerz, Marburg 2005: Tectum-Verlag, S. 249.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Halbscheffel, Progressive Rock, Die Ernste Musik der Popmusik, Leipzig 2014, S. 615. Vgl. au\u00dferdem S. 586 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Klemens Hippel:<em>\u201eVon der Kunst, einen F\u00fcrsten zu unterhalten.\u201c<\/em>, S.16, in: Sabine Borris (Hg.): Das L\u00e4cheln der Euterpe. Musik ist Spa\u00df auf Erden, Berlin 2000: Parthas Verlag, S. 16\u201321.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Wilhelm Seidel, zit. nach: Patrick Kast:<em>\u201eRes Servera \u2013 oder \u2013 Verum Gaudium\u201c<\/em>, S. 27, in: Borris (Hg.): Das L\u00e4cheln der Euterpe, Berlin 2000: Parthas Verlag, S. 24\u201329.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Zuletzt zog Boulez hierzu den Vergleich zum Fast-Food: \u201ePopmusik ist auf \u201afast-listening\u2018 ausgerichtet und sucht den Effekt im Moment, ihre Mittel sind bemerkenswert simpel. Vergleichen Sie das Gedudel aus dem Radio mit Strawinskys Sacre du Printemps \u2013 dann sehen Sie sofort, dass der Pop meilenweit hinter den Erkenntnissen der Neuen Musik hinterherhinkt.\u201c, in: Axel Br\u00fcggemann:<em>\u201ePierre Boulez\u201c<\/em>, S. 13, in: crescendo, Jg. 18, 02\/2015, hrsg. von Winfried Hanuschik, S. 12\u201313.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Siehe: Michael Custodis:<em>\u201eIronie im Metal. Devin Townsends musikalisches Omniverse\u201c<\/em>, in: Musik aus zweiter Hand (Reihe \u00bbSpektrum der Musik\u00ab, Bd. 10), hrsg. von Albrecht Riethm\u00fcller und Fr\u00e9d\u00e9ric D\u00f6hl, Laaber 2015: Laaber (im Druck).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 S\u00e4nger \u00c5kerfeldt erkl\u00e4rt den Titel des St\u00fccks: \u201ePeel is like in orange peel but it can also mean like peeling skin. And Hessian is a heavy type of texture of cloth. It also comes from record collectors. The word is describing a very rough texture on album sleeves.\u201c Siehe: Interview auf Metal-nose.org, April 2008 [online], http:\/\/www.metal-nose.org\/news.php?item.345.9 [zuletzt aufgerufen am 7.\u00a06.\u00a02015].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Attila Kornel:<em>\u201eDas klanglich-literarische Konzept in Gazpachos Album \u201aTick Tock\u2018\u201c<\/em>, Radiobeitrag im Rahmen der Sendung Die Geschichte des Progressive-Rock, Radio Q, M\u00fcnster, 8.\u00a010.\u00a02014.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Gazpachoworld.com: <em>Demon<\/em>, in: http:\/\/gazpachoworld.com\/product\/demon-cd\/ (zuletzt aufgerufen am 29.\u00a04.\u00a02015).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Thomas Andersen im schriftlichen Interview mit dem Autor am 2. M\u00e4rz 2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Thomas Andersen im schriftlichen Interview mit dem Autor am 2. M\u00e4rz 2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Thomas Andersen im schriftlichen Interview mit dem Autor am 2. M\u00e4rz 2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl.: Kunal Sinha, China\u00b4s Creative Imperative. How Creativity is Transforming Society and Business in China, Singapore 2008: John Wiley &amp; Sons, S. 69\u201372.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[Basierend auf dem gleichnamigen Vortrag im Rahmen des interdisziplin\u00e4ren Symposiums <em>Musik und Humor<\/em> am 15. M\u00e4rz 2015 an der Hochschule f\u00fcr Musik und Tanz Leipzig]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dystopie und Ironie<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[665,1035,1100,1230,1724,1900],"class_list":["post-4750","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ernste-musik","tag-humor","tag-ironie","tag-king-crimson","tag-opeth","tag-prog-rock"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4750"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4750\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}