{"id":4889,"date":"2015-09-23T10:45:04","date_gmt":"2015-09-23T08:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=4889"},"modified":"2015-09-23T10:45:04","modified_gmt":"2015-09-23T08:45:04","slug":"konsumrezension-september-von-simon-bieling23-9-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2015\/09\/23\/konsumrezension-september-von-simon-bieling23-9-2015\/","title":{"rendered":"Konsumrezension September von Simon Bieling23.9.2015"},"content":{"rendered":"<p>Fertigpizza<!--more mehr--><\/p>\n<p>Einem Backofen die Zubereitung des abendlichen Men\u00fcs zu \u00fcberlassen ist eine Bequemlichkeit, die sicher nur Wohlstandsgesellschaften kennen. Der Griff nach dem noch k\u00fchl-feuchten Karton, das Aufrei\u00dfen der Plastikfolie, das Mustern des unfertigen Teiglings, das Drehen an den Reglern des Backofens, der wiederholte Blick durch dessen Fenster, das Warten darauf, die Fertigpizza endlich auf dem vorbereiteten Teller platzieren zu k\u00f6nnen und letztlich die Zufriedenheit, kaum M\u00fche f\u00fcr das fertige Men\u00fc aufgebracht zu haben: All dies, wichtige Bestandteile des Gef\u00fchls, es beim Zubereiten einer Fertigpizza gerade <em>very convenient <\/em>zu haben, hat schlie\u00dflich sein Vorbild in den TV-Dinners der Nachkriegsjahre, die ohne die weite Verbreitung von Fernsehern, K\u00fchlschr\u00e4nken und elektrischen Back\u00f6fen undenkbar gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Als die Firma Swanson begann, Flugzeugkost in amerikanische Haushalte zu transferieren, verfiel sie noch wie selbstverst\u00e4ndlich in die tumbe Meinung, der Vorzug von Fertiggerichten bestehe letztlich nur darin, dass die Ehefrau dem unp\u00e4sslichen Ehemann (\u00bbI&#8217;m late \u2013 but dinner won&#8217;t be.\u00ab) doch noch ein warmes, wenn auch alumniumverschaltes Abendessen servieren k\u00f6nne. War die <em>convenience<\/em> des Fertiggerichts damals nicht ohne stereotype Geschlechterrollen zu haben, so gibt es heute Fertigpizzen nicht ohne einen Imperativ, n\u00e4mlich den zum Genuss: \u00bbGenie\u00dfen Sie das beliebte Wagner Original\u00ab, schreibt Nestl\u00e9 auf seine Pizzaverpackungen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4893\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-1.jpg\" alt=\"Abb. 1\" width=\"400\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-1.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-1-300x298.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-1-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4894\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-2.jpg\" alt=\"Abb. 2\" width=\"400\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-2.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-2-300x296.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-2-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4895\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-31.jpg\" alt=\"Abb. 3\" width=\"400\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-31.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-31-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-31-300x298.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-31-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dass man zum \u00bbGenie\u00dfen\u00ab aufgefordert wird, aber es sich eigentlich doch nur etwas profaner um \u00bb772 Kalorien\u00ab dreht, die nach wenigen Minuten auf dem Teller liegen, k\u00f6nnte sicher Anlass werden f\u00fcr eine Pauschalkritik der Lebensmittelindustrie. Weitaus erhellender aber ist, die Werbeinszenierungen der Hersteller einfach in ihrer Bedeutung umzukehren. Im Kontrast mit entgegengesetzten Formulierungen k\u00f6nnte deutlich werden, welche Zielrichtung die Werbeinszenierungen eigentlich besitzen.<\/p>\n<p>Dazu kann man sich an der franz\u00f6sischen Schriftstellergruppe OuLiPo orientieren. Sie hat systematische Strategien entwickelt, aus schon vorliegenden Texten noch unerprobte Formulierungen abzuleiten. In ihrem \u00bbAtlas de litt\u00e9rature potentielle\u00ab, der verschiedene solcher Strategien vorstellt, findet sich unter der \u00dcberschrift \u00bbAntonymie\u00ab auch der Vorschlag, Aussagen zu variieren, indem man einzelne Worte durch ihre entgegengesetzten Begriffe ersetzt und so eine \u00bbAussage [&#8230;] in ihr Gegenteil verwandelt.\u00ab Bei Fertigpizzen k\u00f6nnte man also statt an \u00bbGenuss\u00ab an \u00bbAbscheu\u00ab denken, nicht von \u00bbEdelsalami\u00ab, sondern von \u00bbAlltagssalami\u00ab sprechen, Dr. Oetker den Doktortitel streichen oder von Original Wagner nur Nachbildungen anderer Hersteller erwarten.<\/p>\n<p>Oder man versucht, auf gleichem Weg n\u00e4her nach der <em>convenience <\/em>der Tiefk\u00fchlpizzen zu fragen. Ist es nicht ohnehin naheliegend, dem \u00bbSo einfach geht&#8217;s\u00ab der Original Wagner Pizza den Verdacht entgegenzubringen, dass die Zubereitung nicht letztlich doch mit M\u00fchen verbunden ist? Warum sollte es sonst notwendig sein, so ausf\u00fchrlich zu beschreiben, was alles zu tun ist, um sich dem anzun\u00e4hern, was die Vorderseiten der Verpackungen darstellen?<\/p>\n<p>Der Grund liegt wohl darin, dass das Gef\u00fchl der <em>convenience<\/em> sich nur einstellt, wenn man sich bewusst werden kann, wie viele Anstrengungen eigentlich h\u00e4tten aufgebracht werden m\u00fcssen. So sind die Aufbackmanuale der Verpackungen vor allem verk\u00fcrzte Kochrezepte, die nur darauf verweisen, wie viel Geschick und M\u00fche es erforderte, ihren Langversionen zu folgen. Wesentlich sind sie vor allem daf\u00fcr, die Zeit der Zubereitung mit einem Index verringerten, ja ausgel\u00f6schten Arbeitsaufwands zu versehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4896\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-4.jpg\" alt=\"Abb. 4\" width=\"400\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-4.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-4-300x296.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-4-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4897\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-5.jpg\" alt=\"Abb. 5\" width=\"400\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-5.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-5-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-5-300x298.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-5-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4898\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-6.jpg\" alt=\"Abb. 6\" width=\"400\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-6.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-6-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-6-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-6-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4899\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-7.jpg\" alt=\"Abb. 7\" width=\"400\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-7.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-7-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-7-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-7-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>So gleich sich die einzelnen Angebote darin sind, diese Form der Anstrengungsverdr\u00e4ngung anzubieten, so unterschiedlich f\u00e4llt aus, welche Zuschreibungen die Fertigpizzen noch dar\u00fcber hinaus erhalten. Die Backfrische und die Ofenfrische, paradigmatische Beispiele daf\u00fcr, wie Konkurrenz eben nicht immer durch Differenzen, sondern im Gegenteil durch Angleichungen ausgefochten wird, sind ganz offensichtlich jenen zugedacht, die sich noch mit Misstrauen gegen\u00fcber der industriellen Herstellung von Lebensmitteln tragen. Dass dieses Misstrauen tats\u00e4chlich noch weitgehend fest etabliert ist, wird einsichtig, wenn man auch die Hinweise auf das\u00bbfrische Geschmackserlebnis\u00ab und den \u00bbfrischen Pizza-Genuss\u00ab mit m\u00f6glichen entgegengesetzten Zuschreibungen konfrontiert.<\/p>\n<p>Undenkbar ist zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt n\u00e4mlich, auf den Verpackungen k\u00f6nnten anstelle der Abbildungen, die den Anschein machen, als w\u00fcrden die Zutaten, die sie zeigen, gleich von Hand verarbeitet, eher elegant ausgeleuchtete Fotografien gedruckt werden, die einen Einblick in die Produktionstrassen der Hersteller geben. Und statt fast schamhaft dem Nat\u00fcrlichen und Frischen immer wieder zu hofieren, statt \u00bb100 % nat\u00fcrlichen Geschmack\u00ab, \u00bbnaturgereifte Edelsalami\u00ab oder \u00bbsonnengereifte Tomaten\u00ab zu preisen, statt der Garantie, dass die vermeintlichen Haupterkennungszeichen der Lebensmittelindustrie, \u00bbk\u00fcnstliche Aromen\u00ab, \u00bbGeschmacksverst\u00e4rker\u00ab und \u00bbFarbstoffe\u00ab hier nicht zu erwarten sind, k\u00f6nnten auch Vokabeln gefunden werden, die das industrielle Raffinement der Fertigpizzen einfach st\u00e4rker thematisieren.<\/p>\n<p>Dass Marketingabteilungen Fertigpizzen so vielleicht einmal als <em>sneak preview<\/em> in eine technisch weiter entwickelte Zukunft vermarkten werden, ist jedoch auch angesichts eines weiteren Produkts wie der Pizza Tradizionale eher unwahrscheinlich. Sie zeichnet sich f\u00fcr Dr. Oetker nicht durch \u00bbFrische\u00ab, sondern ihre italiennahe, historische Urspr\u00fcnglichkeit aus.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4914\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-8.jpg\" alt=\"Abb. 8\" width=\"400\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-8.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-8-300x296.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-8-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch hier jedoch erweist sich das Spiel der Umkehrung als n\u00fctzlich. Zum einen l\u00e4sst sie an eine Entitalienisierung der Pizza denken, die der Tatsache Rechnung tr\u00fcge, dass die Pizza schon seit mehreren Dekaden ohnehin schon l\u00e4ngst international verbreitet ist. Zum anderen aber an eine doch in Italien verortete Pizza Futura: Sie setzte dem Stereotyp etwas entgegen, Italien sei als zukunftsloser Fleck auf der Landkarte bestens f\u00fcr in Schwarz-Wei\u00df gehaltene Patinatr\u00e4ume geeignet, aber liefere jeder Science Fiction nur v\u00f6llig unbrauchbare Settings.<\/p>\n<p>Findet sich die italienisierende Pizzatraditionspflege lediglich bei Dr. Oetker, hat sich in anderer Hinsicht ein \u00fcbergreifender Konsens unter den Herstellern entwickelt. Die Produktverpackungen mit Pizza-Achteln zu verzieren, als ob man sich schon beim Blick in die Tiefk\u00fchlauslagen ein erstes St\u00fcck servieren k\u00f6nnte, halten die meisten Hersteller f\u00fcr unverzichtbar. Der Grund daf\u00fcr liegt sicher darin, im Rahmen der Aufmerksamkeitskonkurrenz der K\u00fchlregale f\u00fcr visuelle Stimulation zu sorgen. Gleichzeitig sind sie aber auch das bildliche Pendant der zahlreichen Direktadressen auf der R\u00fcckseite der Verpackungen: \u00bbWir garantieren Ihnen 100% nat\u00fcrlichen Geschmack!\u00ab, \u00bbSo machst Du Deinen Hunger fertig!\u00ab oder auch das erw\u00e4hnte Dr\u00e4ngen zum Genuss: \u00bbGenie\u00dfen Sie das beliebte Wagner Original\u00ab.<\/p>\n<p>Sind die meisten Fertigpizzen darauf angelegt, zu pers\u00f6nlichen Geschmacksfavoriten zu werden, k\u00f6nnte ein denkbarer Gegenentwurf hier lauten, eine Pizza ohne einseitige Eigenschaften, keinen Durchschnittsstrand also, sondern eine Durchschnittspizza zu entwickeln, die alle g\u00e4ngigen Geschmacksrichtungen miteinander kombiniert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4915\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-9.jpg\" alt=\"Abb. 9\" width=\"400\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-9.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-9-300x293.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4916\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-10.jpg\" alt=\"Abb. 10\" width=\"400\" height=\"403\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-10.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-10-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-10-298x300.jpg 298w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-10-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4917\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-11.jpg\" alt=\"Abb. 11\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-11.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-11-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-11-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-11-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4918\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-12.jpg\" alt=\"Abb. 12\" width=\"400\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-12.jpg 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/09\/Abb.-12-300x289.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erwiesen sich die vorgestellten Umkehrungen als weitgehend einsichtsstiftend, so d\u00fcrften auch Konsumprodukte von Interesse sein, bei denen der Hersteller selbst Gegens\u00e4tze in seine Produktlinien integriert: Die nicht italienisierte, sondern amerikanisierte Big Pizza ist sicher im direkten Gegensatz zu den Piccolinis platziert. Wird in einem Fall die Pizza zum Aggressionstr\u00e4ger, mit der man den eigenen Hunger nicht mehr nur stillt, sondern gleich \u00bbfertig macht\u00ab wie Endgegner in Computerspielen, ist sie in kleinerer Gr\u00f6\u00dfe Sympathieschmiere f\u00fcr \u00bbM\u00e4dels-Abende\u00ab, \u00bbKinderpartys\u00ab oder den samst\u00e4glichen \u00bbBrunch\u00ab mit den Schwiegereltern.<\/p>\n<p>Obwohl hier schon alle M\u00f6glichkeiten der Entgegensetzung ausgesch\u00f6pft scheinen, finden sich auch hier Gelegenheiten zur Umkehrung. Fragt sich denn nicht, ob nicht Piccolinis tats\u00e4chlich Katalysatoren von Aggressionen sind, die sonst vers\u00f6hnliche soziale Zusammenk\u00fcnfte sprengen? Und hat nicht die Big Pizza eigentlich die beruhigende Wirkung eines Entspannungsbads?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"website bieling\" href=\"http:\/\/www.konsumaesthetik.de\/?\/Personen\/SimonBieling\/\" target=\"_blank\">Simon Bieling<\/a> ist akademischer Mitarbeiter an der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Gestaltung Karlsruhe und promoviert im Forschungsverbundprojekt \u00bbKonsum\u00e4sthetik. Formen des Umgangs mit k\u00e4uflichen Dingen\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fertigpizza<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[744,1282,1458],"class_list":["post-4889","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-fertigpizza","tag-konsumrezension","tag-marketing"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4889"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4889\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}