{"id":5026,"date":"2015-10-17T15:38:53","date_gmt":"2015-10-17T13:38:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=5026"},"modified":"2015-10-17T15:38:53","modified_gmt":"2015-10-17T13:38:53","slug":"aesthetik-des-ersten-malsdas-erhabene-in-e-l-james-50-shades-trilogievon-franziska-mader17-10-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2015\/10\/17\/aesthetik-des-ersten-malsdas-erhabene-in-e-l-james-50-shades-trilogievon-franziska-mader17-10-2015\/","title":{"rendered":"\u00bb\u00c4sthetik des Ersten Mals\u00abDas Erhabene in E L James\u2019 \u00bb50 Shades\u00ab-Trilogievon Franziska Mader17.10.2015"},"content":{"rendered":"<p>Schwarz und Wei\u00df<!--more--><\/p>\n<p>\u201eThere\u2019s a fine line between pleasure and pain [\u2026]. They are two sides of the same coin, one not existing without the other.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Mit dem gewagten Gedanken, Lust in die N\u00e4he von Schmerz zu r\u00fccken, setzt sich bereits im 18. Jahrhundert der Philosoph Edmund Burke auseinander. In seinen \u00dcberlegungen zum Erhabenen spielt die N\u00e4he zwischen den scheinbar kontr\u00e4ren Empfindungen eine zentrale Rolle. Das Zitat stammt aber weder von Philosophen wie Immanuel Kant oder Jean-Fran\u00e7ois Lyotard, die sich ebenfalls mit dem Ph\u00e4nomen des Erhabenen besch\u00e4ftigt haben. Es ist ein Satz aus E L James\u2019 \u201aSkandalroman\u2018 <em>50 Shades of Grey<\/em>.<\/p>\n<p>Die \u00fcberdurchschnittlich erfolgreiche Trilogie <em>Fifty Shades of Grey<\/em>, <em>Fifty Shades Darker<\/em> und <em>Fifty Shades Freed<\/em> (im Folgenden <em>50 Shades<\/em>)<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> der britischen Autorin wird seit ihrer Publikation 2011 kontrovers diskutiert (vgl. z. B. Adorj\u00e1n oder Bull\/Tansini). W\u00e4hrend Kritiker die B\u00fccher \u00fcberwiegend als \u201apornographische Ersatzbefriedigung\u2018 f\u00fcr sexuell frustrierte M\u00fctter oder Frauen im allgemeinen denunzieren, wertet die Mehrheit der vornehmlich weiblichen Leser die Liebesgeschichte zwischen dem gleicherma\u00dfen reichen wie attraktiven CEO Christian Grey und der unscheinbaren, sch\u00fcchternen Literaturstudentin Anastasia Steele als Lesegenuss.<\/p>\n<p>Vor allem das angebliche Interesse der Rezipienten an der Sexualpraktik der Protagonisten, die Elemente von BDSM (Bondage, Disziplin, Sadismus und Masochismus) aufgreifen, veranlasst Kritiker zu der Annahme, dass die moderne Frau ihre wachsende gesellschaftliche Gleichberechtigung als unbefriedigend empfindet und infolge dessen die R\u00fcckkehr in eine patriarchalische Gesellschaft w\u00fcnscht.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Ob diese Zuschreibung der jeweiligen Lese-Motivation entspricht, bleibt Vermutung. Tatsache ist, dass die Rezeption f\u00fcr viele einen Lustgewinn \u2013 in welcher Form auch immer \u2013 mit sich bringt, der \u00fcber das durchschnittliche Lesevergn\u00fcgen hinausgeht.<\/p>\n<p>Anstatt weitere psychologisierende Spekulationen \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der modernen Frau anzustellen, soll im vorliegenden Essay eine rezeptions\u00e4sthetische Dimension der Trilogie untersucht werden, die bisher noch nicht ausgeleuchtet worden ist: \u201eSoll gro\u00dfe Dichtung Enthusiasmus erregen, so mu\u00df sie sich insbesondere des Schreckens bedienen\u201c (Zelle 1367). Dass es sich bei <em>50 Shades<\/em> nicht um gro\u00dfe Dichtung handelt, steht au\u00dfer Frage.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Dass die Trilogie \u201aEnthusiasmus erreg[t]\u2019 (hat), stimmt nichtsdestotrotz. Dieser Enthusiasmus aber resultiert aus einem speziellen Schrecken und ist die Wirkung des Erhabenen.<\/p>\n<p>Das Erhabene ist eine \u00e4sthetische Erfahrung, die eine ausl\u00f6sende Quelle braucht: Diese kann ein Naturereignis (Vulkanausbruch, Sturm) oder auch ein Kunstwerk (ein prominentes Beispiel ist Caspar David Friedrichs romantisches Gem\u00e4lde <em>Das Eismeer<\/em>)<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> sein.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Die Wirkung des Erhabenen auf den Rezipienten ist immer \u201eeine mentale oder k\u00f6rperliche \u00dcberw\u00e4ltigungserfahrung, bei der sich Faszination und Entsetzen mischen\u201c (Hoffmann 6). Das Erhabene evoziert also einen \u201efrohen Schrecken[]\u201c (Burke 110). Wichtig ist die sichere Distanz des Erlebenden zur Quelle, um letztere nicht als bedrohlich, sondern als erhaben wahrnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglich aus der antiken Rhetorik stammende Kategorie des Erhabenen, die dort den \u201egro\u00dfen Stil\u201c bezeichnet, wurde von dem irisch-britischen Philosophen Edmund Burke erstmals als \u00e4sthetisches Konzept behandelt. Burke gilt heute als neuzeitlicher Wiederentdecker des Erhabenen. Seine 1757 erschienene Abhandlung <em>A Philosophical Enquiry into the Origin of our Idea of the Sublime and Beautiful <\/em>f\u00fchrt eine empirisch-sensualistische \u00c4sthetik des Erhabenen ein.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Seitdem beschr\u00e4nkt sich das Erhabene nicht mehr auf den Stilbegriff, sondern bezieht sich dar\u00fcber hinaus zunehmend auf die \u201ebesondere Wirkung von Gr\u00f6\u00dfe \u00fcberhaupt\u201c (Redaktion 1357).<\/p>\n<p>Obwohl sich seit dem 20. Jahrhundert Literatur mit dem Erhabenen eher durch \u201eoxymoral[e]\u201c (Hoffmann 3) Verbindungen, wie bspw. Handkes \u201eerhabene[] Schw\u00e4che\u201c,<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> auf traditionsbrechende Weise auseinandersetzt, dient in diesem Essay Burkes \u00c4sthetik als Grundlage, weil in <em>50 Shades<\/em> sowohl die Reaktion der Protagonistin auf bestimmte Objekte und Situationen als auch das Verhalten und Verh\u00e4ltnis der Protagonisten zu- und miteinander wie Erhabenheitserfahrungen im Burkeschen Sinn gelesen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie aber findet das Erhabene Eingang in <em>50 Shades<\/em>? Vornehmlich dient BDSM, eine Sexualpraktik mit eindeutiger Machtverteilung und -aus\u00fcbung, als Quelle. Jeder Ausl\u00f6ser des Erhabenen ist f\u00fcr Burke eine Form von Macht: Dunkelheit, Privation, Riesigkeit oder Unendlichkeit (jeder Variation widmet Burke ein Kapitel).<\/p>\n<p>Anders als beispielsweise in Marquise de Sades <em>Die 120 Tage von Sodom<\/em><a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> wird die Praxis, Schmerz als luststeigerndes Mittel einzusetzen, in <em>50 Shades<\/em> allerdings nie ausge\u00fcbt, sondern lediglich durch spezielle R\u00e4ume und (Folter-)Instrumente angedeutet. Abgesehen von einer Spanking-Szene (vgl. I,505-509), die unmittelbar zur Trennung der Hauptfiguren f\u00fchrt, bleibt es in <em>50 Shades <\/em>bei nicht ausgef\u00fchrten Gewaltandrohungen \u2013 und selbst besagte Szene ist alles andere als exzessiver Sadomasochismus, wie ihn de Sade beschreibt. Den Genuss der Protagonistin an der Vorstellung, Schmerzen zugef\u00fcgt zu bekommen, erzeugen z. B. die ausf\u00fchrlichen Beschreibungen des \u201ered room of pain\u201c,<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> wie ihn Anastasia Steele nennt, in dem die harmlosen Z\u00fcchtigungen stattfinden<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>:<\/p>\n<p>\u201cThe first thing I notice is the smell: leather, wood, polish with a faint citrus scent. It\u2019s very pleasant, and the lighting is soft, subtle [\u2026]. The walls and ceiling are a deep, dark burgundy, giving a womb-like effect to the spacious room [\u2026]. There is a large wooden cross like an X fastened to the wall facing the door. It\u2019s made of high-polished mahogany, and there are restraining cuffs on each corner. Above it is an extensive iron grid suspended from the ceiling [\u2026] and from it hang all manner of ropes, chains, and glinting shackles. By the door, two long, polished, ornately carved poles, like spindles from a banister but longer, hang like curtain rods across the wall. From them swing a startling assortment of paddles, whips, riding crops, and funny-looking feathery implements\u201d (I,98).<\/p>\n<p>Steeles sensualistische Wahrnehmung (sie riecht, sieht, nimmt ganzheitlich wahr) des Raums entspricht Burkes empirisch-sensualistischem Vorgehen in seiner \u00c4sthetik. Christian Grey erl\u00e4utert auf Steeles Nachfrage ausf\u00fchrlich die luststeigernde Wirkung der einzelnen Gegenst\u00e4nde und Handlungen. BDSM und das Spielzimmer l\u00f6sen bei der Protagonistin einen Reiz aus, weil beide nicht angewandt, sondern lediglich angedeutet werden. Sie sind keine tats\u00e4chliche Gefahr und befl\u00fcgeln nur die Phantasie.<\/p>\n<p>Steeles erste Reaktion auf das Spielzimmer entspricht den bei Burke beschriebenen Symptomen, die in Gegenwart des Erhabenen auftreten: \u201eI think I\u2019m in shock. [\u2026] I can observe and absorb but not articulate my feelings about all this, because I\u2019m in shock\u201c (I,99). Burke res\u00fcmiert: \u201e[D]as Gem\u00fct [ist] so ausschlie\u00dflich von einem Objekt erf\u00fcllt, da\u00df es weder irgendeinen anderen Zutritt gew\u00e4hren noch auch in folgerichtiger Weise \u00fcber jenes, das ihn besch\u00e4ftigt, r\u00e4sonieren kann\u201c (Burke 91). Ihre Emotionen im Bezug auf BDSM beschreibt die Protagonistin als eine Mischung aus Angst und Begehren, wenn sie bekennt: \u201eI squirm as my fear collides with my excitement of the unknown\u201c (III,116).<\/p>\n<p>Die interne Fokalisierung \u2013 <em>50 Shades<\/em> wird durchgehend von Steele in Form eines inneren Monologs erz\u00e4hlt \u2013 f\u00f6rdert das Identifikationspotential des Rezipienten mit der Protagonistin.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Zus\u00e4tzlich erzeugt das Pr\u00e4sens der Erz\u00e4hlung die Illusion von Unmittelbarkeit zwischen Erz\u00e4hltem, Erz\u00e4hlen und Rezeption. Durch Steeles Perspektive wird der Rezipient selbst zur erlebenden Instanz.<\/p>\n<p>Im Kontext einer Erhabenheitserfahrung wird der Lesegenuss au\u00dferdem dadurch gesteigert, dass die Erz\u00e4hlsituation zwar eine unmittelbare N\u00e4he zum Erz\u00e4hlten erzeugt, die Distanz zur lusterzeugenden Quelle aber eine besonders gro\u00dfe, weil dreifache ist: Die Quelle des Erhabenen wird nicht nur von Steele bereits aus der Distanz erlebt und dann von ihr erz\u00e4hlt, also durch eine zwischengeschaltete Instanz vermittelt, sondern vor allem anderen fungiert der Text selbst als Vermittler. Durch die dreifache Vermittlung wird die Distanz vergr\u00f6\u00dfert, gleichzeitig suggeriert die interne Fokalisierung eine Unmittelbarkeit zum Geschehen, die luststeigernde Auswirkungen hat.<\/p>\n<p>Im ersten Abschnitt seiner Abhandlung f\u00fchrt Burke Neugier als die schlichteste Emotion des Menschen ein (vgl. Burke 63f.). So, wie Kinder die Welt durch Neugier entdecken, erfreuen sich auch Erwachsene an neuen Dingen. Nach Burke bedarf jede \u00e4sthetische Erfahrung einer gewissen Neuheit, um Aufmerksamkeit zu erregen. Eine zu gro\u00dfe Vertrautheit mit dem jeweiligen Objekt f\u00fchrt zu Desinteresse. Auch bei der \u201e\u00e4sthetischen Kategorie\u201c (Hoffmann 2) des Erhabenen ist deshalb das Charakteristikum der Neuartigkeit wichtig.<\/p>\n<p>Um interessant zu bleiben, muss <em>50 Shades <\/em>das Thema BDSM kontinuierlich variieren und als \u201e\u00c4sthetik des Ersten Mals\u201c inszenieren.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Zwar bezieht sich die Formulierung \u201edes Ersten Mals\u201c urspr\u00fcnglich auf besagte notwendige Neuheit von Objekten, im Kontext dieses Essays darf aber ihre umgangssprachliche sexuelle Konnotation in den Vordergrund r\u00fccken. Jede sexuelle Begegnung der Protagonisten unterscheidet sich deshalb von der vorigen, sei es im Stil, der Umgebung oder sogar durch das Aussparen von BDSM-Elementen.<\/p>\n<p>Dass Steele zu Beginn der Erz\u00e4hlung Jungfrau ist, unterst\u00fctzt den Charakter des Neuen, weil f\u00fcr die Protagonistin jeglicher sexueller Kontakt ein Novum bedeutet und diese Qualit\u00e4t l\u00e4nger erhalten werden kann, nicht nur im Hinblick auf BDSM, sondern auf Sex generell. Ihre sexuelle Unerfahrenheit erm\u00f6glicht es, das gesamte Spektrum erotischer Praktiken \u2013 angefangen mit schlichtem \u201evanilla sex\u201c (I,132) bis hin zu Sexspielzeugen und Fesseltechniken \u2013 deskriptiv auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Burke stellt dem Erhabenen das Sch\u00f6ne gegen\u00fcber und verfolgt eine \u201ekonsequente[] Dichotomisierung (pleasure\/pain, grief\/delight, sympathy\/self-preservation [\u2026])\u201c (Zelle 1368).<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Das Erhabene und das Sch\u00f6ne kontrastieren sich antithetisch. W\u00e4hrend Begriffe wie \u201aroh\u2018, \u201akalt\u2018 oder \u201adunkel\u2018 das Erhabene evozieren, erregen Qualit\u00e4ten wie \u201aweich\u2018, \u201awarm\u2018 oder \u201ahell\u2018 die Kategorie des Sch\u00f6nen. Au\u00dferdem hat das Erhabene im Unterschied zum Sch\u00f6nen, das entspannt, eine animierende Wirkung auf den Rezipienten.<\/p>\n<p>Burke nimmt an, dass eine Erhabenheitserfahrung durch deren bedrohliche Ursache \u2013 im extremen Fall lebensbedrohlich \u2013 intrinsisch mit einem Bed\u00fcrfnis nach Selbsterhalt verbunden ist und den Rezipienten isoliert. Das Sch\u00f6ne hingegen wird mit sozialer Interaktion enggef\u00fchrt, weil es dem Weiblichen zugesprochen wird und der bei Burke m\u00e4nnliche Rezipient mit der Quelle des Sch\u00f6nen zusammenfinden m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Eine zentrale Dichotomie bei Burke ist die des M\u00e4nnlichen und Weiblichen, wobei er dem Erhabenen das Attribut des M\u00e4nnlichen zuordnet. Die Faszination des Erhabenen entspricht demnach einer Priorisierung von M\u00e4nnlichkeit \u2013 Burke bevorzugt das Erhabene vor dem Sch\u00f6nen \u2013 und ist deutlich geschlechtsspezifisch codiert. Dem Sch\u00f6nen schreibt Burke innerhalb dieser heteronormativen Weltsicht das Weibliche zu und kategorisiert den Effekt jeder einzelnen Wahrnehmung als m\u00e4nnlich oder weiblich.<\/p>\n<p>Obwohl es in <em>50 Shades<\/em> vordergr\u00fcndig um eine Liebesgeschichte mit BDSM-Praktiken geht, repr\u00e4sentieren diese in der Trilogie synekdochisch vor allem eine Ideologie, die die \u00dcberlegenheit des M\u00e4nnlichen \u00fcber das Weibliche propagiert: Grey und Steele stellen eine klassische Lehrer-Sch\u00fcler-Konstellation dar, wobei Grey durchgehend in der \u00fcberlegenen Position bleibt. Synekdochisch wird BDSM in den Romanen eingesetzt, indem die Praxis als <em>pars pro toto<\/em> eine Beziehung veranschaulicht, die sich durch die umfassende Herrschaft des Mannes \u00fcber die Frau auszeichnet.<\/p>\n<p>Die nicht nur geschlechterpolitische, sondern auch \u00e4sthetische Rollenverteilung in <em>50 Shades<\/em> liegt damit auf der Hand: Grey repr\u00e4sentiert das Erhabene und Steele steht f\u00fcr das Sch\u00f6ne. Besonders Greys sexuelle Vorlieben erscheinen vordergr\u00fcndig als die Quelle des Erhabenen f\u00fcr Steele \u2013 und damit f\u00fcr die Rezipienten. Doch Grey wird mit dem Erhabenen nicht nur auf sexueller Ebene enggef\u00fchrt, sondern auch in seinem Charakter, seinem Verhalten und seiner Umgebung.<\/p>\n<p>Nach Christine Riding and Nigel Llewellyn wird das Erhabene immer durch Dinge hervorgerufen, die \u201eraised aloft, set high up and excalted\u201c (Riding\/Llewellyn) sind. Demzufolge ist es kaum \u00fcberraschend, dass Grey im Penthouse seines Hochhauses Escala \u2013 spanisch f\u00fcr Skala, Ma\u00dfstab \u2013 wohnt (dass das Hochhaus als phallisches Geb\u00e4ude Greys \u201eimpressive erection\u201c (I,137) symbolisiert, ist offensichtlich). Grey steht an der Spitze der Skala, und seine Hobbys (Segelfliegen und der Hubschrauber Charlie Tango) unterstreichen seine \u00dcberlegenheit als Lufthoheit. Als CEO seiner Firma hat Grey zus\u00e4tzlich eine f\u00fchrende Position inne und verdient st\u00fcndlich rund 100 000 Dollar. Wiederholt betont er seine Einflussnahme und seine \u201eimmense power\u201c (I,10), die sich beispielsweise darin \u00e4u\u00dfert, dass er den Verlag kauft, in dem Steele arbeitet. Greys andauerndes Bed\u00fcrfnis nach Kontrolle demonstriert seine Machtaus\u00fcbung. Seine Undurchschaubarkeit tr\u00e4gt zus\u00e4tzlich zu seiner Wirkung auf Steele als erhaben bei: Es bleibt unklar, wie er seine Firma aufgebaut hat, und auch die Ursache f\u00fcr seine sexuelle Vorliebe kl\u00e4rt sich erst nach und nach auf. Selbst seine Stimmungsschwankungen evozieren das Erhabenen, weil sie ihn unberechenbar und deshalb bedrohlich machen.<\/p>\n<p>Steele best\u00e4tigt ihn in ihrer Reaktion als Quelle des Erhabenen. Sie bewundert ihn und teilt dies wiederholt mit: \u201eI can admire him from afar\u201c (I,31), \u201eI can stand and admire Mr. Grey from not so afar\u201c (I,38) oder \u201eI step forward while surreptitiously admiring his physique\u201c (I,133), um nur einige der unz\u00e4hligen Beispiele anzuf\u00fchren. Burke schreibt: \u201ewir unterwerfen uns dem, was wir bewundern\u201c (Burke 153). Obwohl Steele wiederholt versucht, ihre eigenen Interessen durchzusetzen (Freunde treffen, ein bestimmtes Essverhalten verfolgen), leistet sie Greys Anordnungen \u00fcberwiegend folge mit dem Argument, dass letztere in ihrem eigenen Interesse seien und Grey sie allein aus F\u00fcrsorge und sp\u00e4ter Liebe zu ihr fordert (vgl. z. B. I,68, 438). Sein Einfluss auf und seine Macht \u00fcber sie spiegelt sich in ihrer Wahrnehmung der Penetration beim Sex. Immer wieder beschreibt Steele das Gef\u00fchl, von ihm ausgef\u00fcllt zu sein (vgl. z. B. I,267, 275, 366). Diese Formulierung beschreibt Greys Omnipr\u00e4senz in Steeles Leben, denn er dominiert nicht nur ihr Sexualleben, sondern dar\u00fcber hinaus auch ihr soziales.<\/p>\n<p>Steele ist die Quelle des Sch\u00f6nen, sie wird mit ihrer Bl\u00e4sse (vgl. Burke 157) und glatten Haut (vgl. Burke 154) von Grey als sch\u00f6n wahrgenommen. Grey bewundert besonders Steeles \u201emost beautiful skin, pale and flawless\u201c (I,113) und res\u00fcmiert: \u201eYou\u2019re very beautiful, Anastasia Steele. I can\u2019t wait to be inside you\u201c (I,114). Steeles Charakteristiken beziehen sich, abgesehen von ihrer Unschuld und Sch\u00fcchternheit als m\u00f6gliche Kriterien f\u00fcr Weiblichkeit, \u00fcberwiegend auf ihre \u00e4u\u00dfere Erscheinung.<\/p>\n<p>Im Laufe der Trilogie wird sie zudem noch sch\u00f6ner,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> indem sich ihr bisher legerer Kleidungsstil mit Jeans und T-Shirt zu einem weiblicheren mit Bleistiftr\u00f6cken, tief ausgeschnittenen Blusen und High Heels \u00e4ndert, also zunehmend sexy wird. Ihre Kleidung w\u00e4hlt Steele allerdings nicht selbst, sondern wird ihr von Grey gestellt, der ihr mitteilt: \u201eYou should be in silks and satins, you beautiful girl\u201c (I,276). Besonders in der Wahl ihrer Unterw\u00e4sche zeichnet sich Steeles emotionale Abh\u00e4ngigkeit von Grey ab, denn sie tr\u00e4gt vermehrt Korsagen, die nicht nur die weiblichen Konturen unterstreichen \u2013 Burke beschreibt die weiblichen Kurven als ein zentrales Merkmal als sch\u00f6n wahrgenommener Objekte (vgl. Burke 155) \u2013, sondern durch ihre Schn\u00fcrung auch veranschaulichen, wie \u201agebunden\u2019 Steele in ihrer Beziehung zu Grey ist.<\/p>\n<p>Nach anf\u00e4nglichen Diskussionen besucht Steele auf Greys Verordnung regelm\u00e4\u00dfig einen Sch\u00f6nheitssalon, um \u00e4u\u00dferlich makellos zu bleiben. Vor allem aber tr\u00e4gt ihre K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe dazu bei, von Grey als sch\u00f6n wahrgenommen zu werden: Sie ist klein und macht sich wiederholt noch kleiner (vgl. Burke 152f.). Zahllose Male berichtet Steele, wie sie sich zusammenrollt, sei es auf einem Sessel, \u00fcberwiegend aber in Greys Armen, auf seinem Scho\u00df oder an seiner Brust \u2013 meistens nach dem Sex. Nachdem Grey sie beim Sex vollst\u00e4ndig ausgef\u00fcllt hat, macht sie sich in seiner Gegenwart zus\u00e4tzlich klein und zerbrechlich, l\u00e4sst sich buchst\u00e4blich von ihm umh\u00fcllen und begibt sich in die traditionelle Rolle des schw\u00e4cheren Geschlechts. Burke schreibt, \u201ewir lieben das, was sich uns unterwirft\u201c (Burke 153).<\/p>\n<p>Nur in Steeles Gegenwart kann Grey sich entspannen, ruhig schlafen, denn sie hat eine beruhigende Wirkung auf ihn. Burke beschreibt ausf\u00fchrlich die k\u00f6rperliche Reaktion im Angesicht des Sch\u00f6nen, die dem Schlaf \u00e4hnelt: \u201eder Kopf ist etwas nach einer Seite geneigt, die Augenlieder sind mehr als gew\u00f6hnlich geschlossen, [\u2026] der Mund ist wenig ge\u00f6ffnet, der Atem geht langsam, [\u2026] der ganze K\u00f6rper ist in Ruhe\u201c (Burke 192). Noch zu Beginn der Trilogie behauptet Grey: \u201eI find it hard to sleep and I\u2019m not used to sleep with anyone\u201c (I,123), doch neben Steele ist Grey \u201efast aslepp\u201c (I,125). Steele beobachtet, dass \u201e[h]is lovely face looks younger, relaxed in sleep. His sculptured, pouty lips are parted slightly\u201c (ebd.).<\/p>\n<p>In seinem Traktat weist Burke darauf hin, dass ein kontinuierliches Alternieren zwischen der entspannenden Wirkung des Sch\u00f6nen und der belebenden Qualit\u00e4t des Erhabenen wichtig ist, weil ein einseitiges Verharren kein gesunder Zustand sein kann. An dieser Stelle tritt Burkes misogyne Tendenz besonders deutlich zum Vorschein, denn w\u00e4hrend die Lebensbedrohung in der Quelle des Erhabenen unverschleiert gegenw\u00e4rtig ist, bergen Objekte, die das Sch\u00f6ne evozieren, dieselbe Gefahr, jedoch verdeckt in der Entspannung, die im \u00e4u\u00dfersten Fall und ad absurdum gef\u00fchrt im Herzstillstand gipfelt und also ebenfalls t\u00f6dlich enden kann. Der kontinuierliche Wechsel zwischen der animierenden und entspannenden \u00e4sthetischen Erfahrung ist deshalb nach Burke lebenswichtig.<\/p>\n<p>Ganz in diesem Sinne wechseln die Protagonisten im Laufe der Erz\u00e4hlung ihre traditionellen Geschlechterrollen. Grey eignet sich mehr und mehr sch\u00f6ne, respektive weibliche Attribute an. Diese Verlagerung zeichnet sich exemplarisch in folgender Verschiebung ab: Zu Beginn der Beziehung weist Grey Steele darauf hin, dass er nicht Liebe mache, sondern \u201efuck[s]\u201c \u2013 \u201ehard\u201c (I,96) \u2013 und zwar vor allem in seinem Spiel- und nie in seinem Schlafzimmer. Nach und nach zieht er sich jedoch aus dem \u201ered room of pain\u201c zur\u00fcck und bevorzugt konventionellen Sex in seinem Bett. Sein Kontrollbed\u00fcrfnis und seine Dominanz, die zun\u00e4chst aus der angestrebten Vertragsbindung resultieren, werden sp\u00e4ter Ausdruck seiner Liebe, ein Charakteristikum des Sch\u00f6nen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Steele spielt besonders Greys schwere Kindheit eine wichtige Rolle, denn durch ihre Phantasie von dem kleinen, vernachl\u00e4ssigten Jungen kann Steele Grey als verletzlich und klein wahrnehmen und dadurch lieben. Gleichzeitig entwickelt sie zunehmend m\u00e4nnliche Qualit\u00e4ten in ihrem Verhalten. Besonders Steeles handgreiflichen Auseinandersetzungen mit ihrem Vorgesetzen Jack Hide \u2013 seinen ersten sexuellen \u00dcbergriffe wehrt Steele mit einem Tritt in seine Genitalien ab, beim zweiten Mal befreit sie sich von ihm, indem sie auf ihn schie\u00dft \u2013 veranschaulichen dieses m\u00e4nnliche Potential. Eine Quelle des Erhabenen wird Steele f\u00fcr Grey aber vor allem durch ihre Unberechenbarkeit und ihre daraus resultierende Unklarheit.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Wiederholt betont Grey die Macht, die Steele \u00fcber ihn besitzt. Diese Wechsel in der Rollenverteilung sind essentiell f\u00fcr die Figuren, weil sie die Alternierung zwischen den Polen des Erhabenen und Sch\u00f6nen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Beide Figuren kombinieren sowohl m\u00e4nnliche als auch weibliche Attribute. Deshalb liegt es nahe, sie als androgyn zu beschreiben, wie es die Soziologin Eva Illouz in ihrem Essay <em>Die neue Liebesordnung<\/em> zu <em>50 Shades<\/em> tut (vgl. Illouz, S. 46). Allerdings verbinden die Protagonisten die jeweiligen Attribute nicht zu einem neuen Charakter, sondern wechseln kontinuierlich zwischen den beiden Modi. Grey und Steele k\u00f6nnten als Verk\u00f6rperung der zeitgen\u00f6ssischen Gleichheit der Geschlechter und <em>50 Shades<\/em> als fortschrittlich verstanden werden. Dieser R\u00fcckschluss entspricht jedoch nicht der Situation, wie sie <em>50 Shades<\/em> entwirft. Der Text entbl\u00f6\u00dft vielmehr, sobald man ihn auf Burkes Kategorien bezieht, eine perpetuierend chiastische Struktur: Grey und Steele erg\u00e4nzen sich als diametrale, kontinuierlich zwischen dem M\u00e4nnlichen und Weiblichen wechselnde Gegens\u00e4tze. Weil der Wechsel zwischen Animation und Entspannung existentiell ist, werden die Protagonisten zum lebenswichtigen Gegenpol f\u00fcreinander. Die Figuren bleiben trotzdem \u00fcberwiegend in den traditionellen Geschlechterrollen verhaftet: Der zwar lebenswichtige Wechsel zwischen dem \u00e4sthetischen Erleben des Sch\u00f6nen und Erhabenen, wie Burke ihn betont, bedeutet eine sich wiederholende, aber die Regel best\u00e4tigende Ausnahme.<\/p>\n<p>Die Faszination f\u00fcr das Erhabene versetzt die Rezipienten unmerklich zur\u00fcck in die traditionelle Hierarchie der Geschlechter. Im R\u00fcckgriff auf Burkes \u00c4sthetik fungiert die BDSM-Praxis als lebensrettende Quelle, gleichzeitig f\u00f6rdert sie jedoch die Dominanz des Mannes \u00fcber die Frau. Unter dem Deckmantel weiblicher sexueller Freiheit und Enttabuisierung ungew\u00f6hnlicher sexueller Vorlieben wie BDSM f\u00f6rdert <em>50 Shades<\/em> (betrachtet mit Burkes \u00c4sthetik) eine traditionelle Rollenverteilung der Geschlechter.<\/p>\n<p>Aus dieser Perspektive best\u00e4tigt sich die \u00f6ffentliche Kritik an der Trilogie als einer Regression in eine \u00fcberholte Geschlechterkonstellation. Illouz schreibt: \u201eSich zu verlieben hei\u00dft, Souver\u00e4nit\u00e4t einzub\u00fc\u00dfen. In der Epoche der Romantik wurde dies als die erhabene und unmittelbare Erfahrung einer Leidenschaft von urspr\u00fcnglicher, roher Naturgewalt empfunden\u201c (Illouz, S. 47). <em>50 Shades<\/em> bewegt sich mit seiner pr\u00e4sentierten Geschlechterrollenverteilung motivisch in der Romantik und ist damit Jane Austen und ihren Zeitgenossen n\u00e4her, als der Roman zun\u00e4chst vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u00dcber die B\u00fccher hinaus bilden die beschriebene konventionelle Rollenverteilung der Geschlechter besonders die Plakate zur Verfilmung von <em>50 Shades<\/em>, die alle in schwarz-wei\u00df gehalten sind, ab.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5033\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_1.jpg\" alt=\"Aufsatz_Mader_Bild_1\" width=\"736\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_1.jpg 736w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_1-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 736px) 100vw, 736px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sie zeigen die Frau auf der linken und traditionell schw\u00e4cheren Seite entweder unterhalb des Mannes oder bedr\u00e4ngt von ihm. Entsprechend Burkes geschlechtergebundenen Ausf\u00fchrungen zum Erhabenen und Sch\u00f6nen tr\u00e4gt die Frau in der horizontalen Haltung helle Kleidung und posiert vor einem hellen Hintergrund. Das \u201ecurious?\u201c schl\u00e4gt dar\u00fcber hinaus eine direkte Br\u00fccke zu der von Burke als grundlegend bezeichneten Emotion der Neugier.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5034\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_2.jpg\" alt=\"Aufsatz_Mader_Bild_2\" width=\"405\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_2.jpg 648w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_2-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 405px) 100vw, 405px\" \/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der in dunklen Farben gehaltene Mann gesichtslos bleibt, ist das Gesicht beider Frauen gut zu erkennen, eine der beiden Abbildungen fokussiert sogar den Betrachter. Die Aufforderung \u201elose control\u201c erinnert an die zentrale Position der Macht, die die Grundlage aller Quellen des Erhabenen in Burkes \u00c4sthetik ist. Besonders folgendes Bild verbindet diverse Attribute des Erhabenen: Unendlichkeit durch den Blick aus dem Fenster und die Rahmenlosigkeit der Abbildung, Privation durch die abgewandte Haltung der Figur, und Macht, durch die Position der Figur in Verbindung mit dem Zitat. Denn sie implizieren, dass der Protagonist den Kontakt kontrolliert und nicht beliebig verf\u00fcgbar ist. Auff\u00e4lligerweise fehlt die narrative Instanz des Buches auf dem Bild, sodass der Betrachter in deren Position und pl\u00f6tzlich in die Rolle des oder vielmehr der Protagonistin r\u00fcckt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-5035\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_3-1024x500.jpg\" alt=\"Aufsatz_Mader_Bild_3\" width=\"695\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_3-1024x500.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_3-300x147.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_3-768x375.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2015\/10\/Aufsatz_Mader_Bild_3.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Durch die \u00f6ffentliche Werbung werden Rezipienten erreicht, die andernfalls nicht mit der Geschlechterverteilung, wie sie in <em>50 Shades<\/em> dargestellt wird, konfrontiert worden w\u00e4ren. Die Gr\u00f6\u00dfe dieser Gruppe \u00fcbersteigt um ein Vielfaches die Leserschaft von <em>50 Shades<\/em> und bekommt unbewusst das in der Trilogie abgebildete, \u00fcberholte Geschlechterverh\u00e4ltnis vermittelt.<\/p>\n<p>Der Name Grey veranschaulicht buchst\u00e4blich Burkes \u00e4sthetisches Konzept, denn die Farbe Grau setzt sich aus Schwarz und Wei\u00df \u2013 dem Erhabenen und dem Sch\u00f6nen, dem M\u00e4nnlichen und Weiblichen \u2013 zusammen. Obwohl sich im Grau die zwei Komponenten vermischen, bleiben sie trotzdem zwei Kategorien. Ebenso k\u00f6nnen sowohl das Erhabene als auch das Sch\u00f6ne, das M\u00e4nnliche und Weibliche, Merkmale eines Charakters sein. Das kontinuierliche Wechselspiel beider Komponenten sichert einen stabilen Zustand und f\u00f6rdert nach Burke eine erfolgreiche heterosexuelle Beziehung. Die f\u00fcnfzig Schattierungen von Grau verweisen bereits im Titel der Trilogie auf die zentrale Position der Neuheit bzw. notwendiger Vielfalt und Abwechslung, um die jeweilige Quelle des Erhabenen bzw. Sch\u00f6nen zu erhalten:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u201eIf black and white blend, soften and unite,<br \/>\nA thousand ways, are there no black and white?\u201c<br \/>\n(Burke 166)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>\u00a0Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> E L James: <em>The Fifty Shades Trilogy<\/em>. Bd. 1: Fifty Shades of Grey. London 2012, S. 221. Die Zitate im Text sind den B\u00e4nden dieser Ausgabe entnommen und stehen im Folgenden in runden Klammern, wobei die r\u00f6mische Zahl den jeweiligen Band und die lateinische die Seite angeben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Bereits kurze Zeit nachdem <em>50 Shades<\/em> als Druck erschienen war, stiegen die Verkaufszahlen in den sechsstelligen Bereich. Weltweit erzielt die Trilogie gr\u00f6\u00dfte Erfolge und stellt Bestseller wie <em>Harry Potter<\/em> oder<em> Twilight<\/em> in den Schatten. Neben der Trilogie mit deutschem und originalem Cover, der Kindle-Version und der Verfilmung als DVD oder Blu-ray vertreibt der Internetversand Amazon auch diverse Selbsthilfe- und an <em>50 Shades<\/em> anlehnende B\u00fccher (z. B. ein \u201eBlank Book\u201c \u2013 ein Blanko-Buch, das als Tagebuch f\u00fcr die \u201einnere G\u00f6ttin\u201c, so bezeichnet die Protagonistin in <em>50 Shades<\/em> eine ihr innewohnende Instanz, die ihre tiefen W\u00fcnsche repr\u00e4sentiert, vgl. Ina Hartwig, benutzt werden kann), Sex-Toys, Parfums, Schmuck und sogar Backartikel zu <em>50 Shades<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Julia Encke verweist vor allem auf die \u201eBild\u201c-Zeitung und den \u201eStern\u201c, die das Bed\u00fcrfnis der modernen Frau nach Unterwerfung (zumindest beim Sex) proklamierten (vgl. Julia Encke: \u201eSadomasochismus im Bl\u00fcmchenstil\u201c. In: <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em> (Feuilleton) (2012), Nr. 155, S. 27).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Die Repetition der Phrase \u201eholy crap\u201c (ca. 40 Mal im ersten Band) dient als gutes Beispiel f\u00fcr den insgesamt schlichten Stil (im Sinne von reduziertem Vokabular und simplen Formulierungen und S\u00e4tzen) der B\u00fccher. Zwar verlangt die Erz\u00e4hlperspektive des inneren Monologs eine gewisse N\u00e4he zur M\u00fcndlichkeit, der durchgehend umgangssprachliche Duktus verliert jedoch bald seinen anf\u00e4nglichen Charme. Ina Hartwig bezeichnet James\u2019 Stil euphemistisch als \u201eentwaffnend simple[] Prosa\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Zu Friedrichs Gem\u00e4lde <em>Das Eismeer <\/em>vgl. Hoffmann, S. 210-214.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Vgl. zur Begriffsgeschichte den zwar \u00fcberblicksartigen, aber dennoch sehr aufschlussreichen Eintrag zum Erhabenen im Historischen W\u00f6rterbuch der Rhetorik (Redaktion\/Craig Kallendorf\/Carsten Zelle\/Christine Pries: Erhabene, das. In: Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik. T\u00fcbingen 1994, Sp. 1357-1389).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Gut drei\u00dfig Jahre nach Burkes Traktat beginnt 1790 mit Immanuel Kants \u00dcberlegungen zum Erhabenen in seiner <em>Kritik der Urteilskraft<\/em> die \u201emoderne Auseinandersetzung\u201c[7] (Pries 1379). Kant betont besonders die subjektiv-passive Rezeption, die sich in einem Widerstreit zwischen Einbildungskraft und Vernunft angesichts des Gro\u00dfen \u00e4u\u00dfert. Das Erhabene wird als zu gro\u00df erlebt und \u00fcbersteigt dadurch die \u00fcbliche Wahrnehmung eines Gegenstands. Allein die Vernunft erm\u00f6glicht einen Lustgewinn in der Rezeption des Erhabenen nach Kant. W\u00e4hrend seiner Ansicht nach die physische Unterlegenheit zun\u00e4chst Schrecken ausl\u00f6st, \u00fcberwindet die Vernunft den Schrecken und l\u00f6st entsprechend Lust aus (vgl. ebd.). Nach Kant ebbt das Interesse am Ph\u00e4nomen des Erhabenen zun\u00e4chst ab und erlebt erst im 20. Jahrhundert, vornehmlich durch den franz\u00f6sischen Theoretiker Jean-Fran\u00e7ois Lyotard, eine Renaissance (vgl. Hoffmann, S. 4). Lyotards Interesse galt der avantgardistischen Kunst und ihrem Versuch, das Undarstellbare, als das Lyotard das Erhabene verstand, darzustellen (vgl. Pries, Sp. 1385). Besonders den Bildern von Barnett Newman widmete er sich ausf\u00fchrlich. Das Erhabene sah er dort in der Gleichzeitigkeit des zeitlich Unendlichen (z. B. kontur- und grenzenlose Farbfl\u00e4chen) und des Hier und Jetzt (die konkrete Materialit\u00e4t des Bildes und die dadurch entstehende Gegenw\u00e4rtigkeit, die den Betrachter vor der Unendlichkeit rettet). Sowohl Kant als auch Lyotard beziehen sich in ihren Auseinandersetzungen auf Burke.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Peter Handke: Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982-1987). Wien 1998, S. 254.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> De Sades Figuren sind teilweise ihren Peinigern wider ihren Willen als Sexsklaven ausgeliefert und die beschriebenen Praktiken sind in ihrer Brutalit\u00e4t und Grausamkeit keinesfalls mit denen aus <em>50 Shades<\/em> vergleichbar.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> M\u00f6glicherweise eine Referenz auf den \u201ered-room\u201c in Charlotte Bront\u00ebs <em>Jane Eyre<\/em>, der allerdings dort mit dem Tod enggef\u00fchrt wird \u2013 er ist das Sterbezimmer des Onkels Reed \u2013 und eine traumatisierende Wirkung auf die junge Protagonistin hat (Charlotte Bront\u00eb: <em>Jane Eyre<\/em>. London 1996, S. 20-24).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Dass Grey Steeles Augenrollen \u2013 neben dem Bei\u00dfen auf die Lippe die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Z\u00fcchtigung \u2013 mit Schl\u00e4gen auf das nackte Ges\u00e4\u00df bestraft und ihr daf\u00fcr die Hose herunterzieht, empfindet Steele als \u201e[d]emeaning and scary and hot\u201c (I, S. 273f.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Im August 2015 ist die deutsche Ausgabe von E L James\u2019 neuem Roman <em>Grey. Fifty Shades of Grey as told by Christian<\/em> beim Goldmann Verlag erschienen. Darin erz\u00e4hlt Christian Grey die Geschichte von <em>50 Shades<\/em> aus seiner Sicht. Welche Auswirkung dieser Perspektivwechsel auf das im vorliegenden Essay beschriebene hat, bleibt zu untersuchen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Raoul Schrott: <em>Tropen<\/em>. <em>\u00dcber das Erhabene<\/em>. M\u00fcnchen\/Wien 1998, S. 211.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Auff\u00e4lligerweise f\u00fchrt Zelle nicht die Dichotomie \u201amale\/female\u2019 an, obwohl sie bei Burke von zentraler Bedeutung ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Im Sinne unsere heutigen Sch\u00f6nheitsideals.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Grey betont wiederholt, dass Steele ihn \u00fcberrascht und erstaunt. Allein die Formulierung \u201cyou never cease to amaze me\u201d kommt sieben Mal vor (z. B. I, S. 137, 353, 454).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Bibliographie<\/strong><\/p>\n<p>Burke, Edmund: <em>Philosophische Untersuchungen \u00fcber den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen und Sch\u00f6nen. <\/em>\u00dcbers. v. Friedrich Bassenge, hg. v. Werner Strube. Hamburg 1980.<\/p>\n<p>Adorj\u00e1n, Johanna: \u201eDieses r\u00e4tselhafte Ziehen im Unterleib\u201c. In: <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/em> (Feuilleton) (2012), Nr. 27, S. 21.<\/p>\n<p>Bull, Kate\/Michael Tansini: \u201e\u201aFifty Shades of Grey\u2019: Two Perspektives\u201c. In: &lt; http:\/\/www-production.theyorker.co.uk\/arts\/art-and-literature\/features\/11943-fifty-shades-of-grey-two&gt; (Datum des Zugriffs: 17.9.2015).<\/p>\n<p>Encke, Julia: \u201eSadomasochismus im Bl\u00fcmchenstil\u201c. In: <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em> (Feuilleton) (2012), Nr. 155, S. 27.<\/p>\n<p>Hartwig, Ina: \u201eSadomaso-Sex und Schleichwerbung in simpler Prosa\u201c. In: &lt;http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/sadomaso-bestseller-shades-of-grey-mit-duschgel-gefesselt-1.1405155&gt; (Datum des Zugriffs: 17.9.2015).<\/p>\n<p>Hoffmann, Thorsten: <em>Konfigurationen des Erhabenen<\/em>. Berlin 2006.<\/p>\n<p>Illouz, Eva: <em>Die neue Liebesordnung. Frauen, M\u00e4nner und Shades of Grey.<\/em> Berlin 2013.<\/p>\n<p>James, E L: <em>The Fifty Shades Trilogy<\/em>. London 2012.<\/p>\n<p>Pries, Craig: \u201eErhabene, das. B. V. Ende des 18. Jh. bis 20. Jahrhundert.\u201c In. <em>Historisches W\u00f6rterbuch<\/em> <em>der Rhetorik<\/em>, Sp. 1378-1389.<\/p>\n<p>Redaktion: \u201eErhabene, das: Definition.\u201c In: <em>Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik<\/em>. Bd. 2. Hg. v. Gert Ueding. T\u00fcbingen 1994, Sp. 1357.<\/p>\n<p>Riding, Christine \/Nigel Llewellyn: \u201eBritish Art and the Sublime\u201c. In: &lt;https:\/\/www.tate.org.uk\/art\/research-publications\/the-sublime\/christine-riding-and-nigel-llewellyn-british-art-and-the-sublime-r1109418&gt; (Datum des Zugriffs: 27.08.2015).<\/p>\n<p>Zelle, Carsten: \u201eErhabene, das: 17., 18. Jahrhundert.\u201c In: <em>Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik<\/em>. Bd. 2. Hg. v. Gert Ueding. T\u00fcbingen 1994, Sp. 1364-1378.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Bildnachweise<\/strong><\/p>\n<p>\u201eCurious?\u201c (URL: http:\/\/www.wallpaperup.com\/616014\/FIFTY_SHADES_OF_GREY_romance_book_romantic_drama_fiftyshadesgrey_poster.html, Datum des Zugriffs: 13.10.2015).<\/p>\n<p>\u201eLose control\u201c (URL: http:\/\/www.finalreel.co.uk\/fifty-shades-of-grey-trailer-2\/fifty-shades-of-grey-poster\/, Datum des Zugriffs: 13.10.2015).<\/p>\n<p>\u201eMr Grey will see you now\u201c (URL: http:\/\/www.impawards.com\/2015\/fifty_shades_of_grey_ver2_xlg.html, Datum des Zugriffs: 13.10.2015).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwarz und Wei\u00df<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[91788,399,604,656,750,751,752],"class_list":["post-5026","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-50-shades","tag-burke","tag-e-l-james","tag-erhabenes","tag-fifty-shades-darker","tag-fifty-shades-freed","tag-fifty-shades-of-grey"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5026"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5026\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}