{"id":5407,"date":"2016-02-15T16:31:24","date_gmt":"2016-02-15T14:31:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=5407"},"modified":"2016-02-15T16:31:24","modified_gmt":"2016-02-15T14:31:24","slug":"objektiver-journalismusvon-anastasia-steinke15-2-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/02\/15\/objektiver-journalismusvon-anastasia-steinke15-2-2016\/","title":{"rendered":"Objektiver Journalismus?von Anastasia Steinke15.2.2016"},"content":{"rendered":"<p>Ausgewogene Wahrheiten<!--more--><\/p>\n<p>Am 29. September 2014 ver\u00f6ffentlichte Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, ein Zwischenfazit zur Berichterstattung des Ukraine Konflikts. Die Stellungnahme war eine Reaktion auf die Kritik des ARD-Programmbeirats, die Berichterstattung sei \u201eeinseitig, wenig differenziert und l\u00fcckenhaft\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Das ARD-Gremium sah sich zu diesem ungew\u00f6hnlichen Schritt veranlasst, weil die Kritik von Zuschauern nicht abnahm, Informationen w\u00fcrden nicht realit\u00e4tsgerecht wiedergegeben werden und sogar zuungunsten Russlands manipuliert.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Gniffke betonte zwar, die Redaktion w\u00fcrde \u201edie Kritik sehr ernst [nehmen]\u201c, es gebe aber \u201ekeinen Grund, sich f\u00fcr Fehler zu entschuldigen oder in der Berichterstattung nun gar \u201agegenzusteuern\u2018.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter erschien eine aktualisierte Stellungnahme, in der eine Darstellung \u00fcber den Tod zweier Einwohner aus der Ukraine vom 20. Mai 2014 korrigiert wurde. Dort hie\u00df es, die ukrainischen B\u00fcrger seien durch \u201eKugeln der neuen Machthaber gestorben\u201c, womit auf die Verb\u00e4nde der prorussischen Separatisten angespielt wurde. Nun m\u00fcsse jedoch klargestellt werden, dass \u201eder Bericht die Separatisten an dieser Stelle v\u00f6llig zu Unrecht beschuldigt [hat]\u201c, die Sch\u00fctzen wurden \u201eder falschen Seite zugeordnet.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Man werde in Zukunft versuchen, \u201evorsichtiger [zu] sein mit Urteilen, Wertungen und Schlussfolgerungen.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Auch \u00bbDer Spiegel\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> wiederum erhielt am 09.09.2014 eine Missbilligung durch den Presserat, weil er die Opferfotos des Fluges MH17 auf der Titelseite zur Emotionalisierung im Sinne seiner politischen Botschaft instrumentalisierte. Dies sei ein eindeutiger Versto\u00df gegen den Pressekodex<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, wie der Beschwerdeausschuss einstimmig feststellte.<\/p>\n<p>Diese Vorkommnisse stellen keine Einzelf\u00e4lle dar, und auch die Kritik geht weit dar\u00fcber hinaus, nur einige Artikel anzuprangern. \u00bbTransparency International\u00ab stellte in einer Studie von 2013 einen generellen Vertrauensverlust in die etablierten Medien fest: \u00dcber die H\u00e4lfte aller Befragten ist \u00fcberzeugt, dass Rundfunk und Verlage von Korruption beeinflusst werden.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Dem wachsenden Misstrauen von Teilen der Bev\u00f6lkerung steht das Selbstverst\u00e4ndnis der Journalisten gegen\u00fcber. Die Studie \u201eJournalismus in Deutschland II\u201c (2005) ergab, dass 88,3 Prozent der befragten Journalisten die Abbildung der Realit\u00e4t als ihr oberstes Ziel ansehen. Die Mehrheit sei dar\u00fcber hinaus \u00fcberzeugt, dies auch erreichen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig sei die Zahl derjenigen, die ihre eigenen Ansichten pr\u00e4sentieren wollen, auf unter 20 Prozent gesunken.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00d6ffentlichkeit und Demokratie<\/p>\n<p>Die politische Funktion der Medien ergibt sich aus der gesellschaftlichen Funktion, verschiedene Teile der Gesellschaft, die nicht unmittelbar in Kontakt stehen, miteinander zu verbinden; nicht zuletzt werden auch die Politiker aus der Presse \u00fcber die aktuelle Stimmung der W\u00e4hler informiert. Die wichtigere politische Funktion der Medien ist jedoch die Bereitstellung der Informationsgrundlage f\u00fcr Meinungsbildungen. Dies ist schon insofern ein politisches Anliegen, als Meinungen konkrete Handlungsfolgen haben k\u00f6nnen. Bei politischen Ereignissen wie z.B. Streiks oder Protesten bedingen Meinungen, ob Personen sich anschlie\u00dfen oder nicht, und insbesondere bei Wahlen kann sich der Einfluss medialer Informationen auf die Meinungsbildung noch entscheidender auswirken.<\/p>\n<p>Da man Demokratien als Herrschaftsform definiert und postuliert, in der alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>, und da in liberalen Demokratien die Teilnahme an Wahlen das wichtigste Partizipationsmittel ist, kann dieser Prozess als grundlegend f\u00fcr demokratische Systeme betrachtet werden. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass \u201e[d]ie ungehinderte Bildung der \u00f6ffentlichen Meinung [es] erlaubt, das Ergebnis der Wahlen als repr\u00e4sentativ f\u00fcr den Willen des Volkes anzuerkennen\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Die Bereitstellung der f\u00fcr die Meinungsbildung des Souver\u00e4ns \u2013 des Volks \u2013 notwendigen Informationen wird daher als \u201e\u00f6ffentliche Aufgabe\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> der Medien durch das Grundgesetz gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Medien bilden einen integralen Bestandteil demokratischer Systeme. Jedoch ist der Prozess medial vermittelter Meinungsbildung komplexer als die eindimensionale Vorstellung, dass B\u00fcrger blo\u00dfe Fakten aus den Nachrichten aufnehmen und sich individuelle Ansichten dazu bilden. Vielmehr erzeugen die Medien einen \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr politische Kommunikation, in dem sich verschiedene Teil\u00f6ffentlichkeiten zu einer abstrakten, medial vermittelten gesamtgesellschaftlichen (politischen) \u00d6ffentlichkeit verbinden. In ihr werden Beschl\u00fcsse und Pl\u00e4ne von Regierungen sowie auch von anderen wichtigen Organisationen (z.B. Gewerkschaften oder gro\u00dfe Unternehmen) transparent gemacht. Gleichzeitig kann hier \u00f6ffentlich \u00fcber die Bedeutung von Ereignissen und Entscheidungen gerungen und Kritik ge\u00fcbt werden, was einen gesellschafts\u00fcbergreifenden Meinungsaustausch und die Herausbildung einer \u00f6ffentlichen Meinung erm\u00f6glicht. Dies hat nicht nur Einfluss auf Ansichten und Wahlverhalten einzelner B\u00fcrger, sondern spielt f\u00fcr die Legitimation demokratischer Entscheidungen eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Nimmt man die Bedeutung von Demokratie als Herrschaft des Volkes ernst, m\u00fcssen demokratisch legitimierte Regierungen im Sinne eines Volkswillens, verstanden als Gemeinwohl oder allgemeines Interesse, handeln. Dabei stellt sich die Frage, worin das allgemeine Interesse der Gesellschaft besteht bzw. wie dies zu ermitteln sei. Habermas pl\u00e4diert mit dem Konzept einer \u201edeliberativen Demokratie\u201c daf\u00fcr, dass die Ermittlung des allgemeinen Willens im \u00f6ffentlichen Diskurs stattfinden muss. Damit grenzt er sich einerseits ab von b\u00fcrgerlich-libert\u00e4ren Demokratietheorien, wie derjenigen Schumpeters, in der politische Eliten um Zustimmung des Volks werben und als deren Repr\u00e4sentanten den allgemeinen Willen vertreten, als auch von einem \u201efragw\u00fcrdig gewordenen Totalit\u00e4tskonzept von Gesellschaft\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>, wie demjenigen Wolfgang Abendroths, nach dem Demokratie in alle Teilbereiche der Gesellschaft vordringen m\u00fcsse, um die Verwirklichung eines allgemeinen Willens zu erm\u00f6glichen, was insbesondere die gesellschaftliche Organisation der Produktionsmittel einschlie\u00dft und daher letztlich eine Gleichsetzung von Demokratie und Sozialismus bedeutet.<\/p>\n<p>Habermas pl\u00e4diert f\u00fcr die Notwendigkeit einer wohlinformierten, hochpolitisierten \u00d6ffentlichkeit. Durch die diskursive Beratschlagung (Deliberation) \u00fcber politische Themen soll der allgemeine Wille von Rousseaus \u201eKonsensus der Herzen [zu einem] der Argumente\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> werden. \u201eDie kommunikativ verfl\u00fcssigte Souver\u00e4nit\u00e4t bringt sich in der Macht \u00f6ffentlicher Diskurse zur Geltung, die Themen von gesamtgesellschaftlicher Relevanz entdecken, Werte interpretieren, Beitr\u00e4ge zu Probleml\u00f6sungen leisten, gute Gr\u00fcnde produzieren und schlechte entwerten.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Der \u00f6ffentliche Diskurs ist dabei nicht unmittelbarer auf Beschlussfassung ausgerichtet (direkte Demokratie), sondern auf Problementdeckung und -l\u00f6sung. Damit beschr\u00e4nkt sich die Macht der \u00d6ffentlichkeit auf die Beschaffung und den Entzug von Legitimation f\u00fcr demokratische Regierungen und deren Handeln.<\/p>\n<p>Damit die \u00d6ffentlichkeit \u201avern\u00fcnftige\u2018 Resultate hervorbringen kann,<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> muss ein hoher Anspruch an die B\u00fcrger selbst, aber vor allem auch an die mediale Vermittlung politischer Kommunikation gestellt werden. Zun\u00e4chst m\u00fcssen die B\u00fcrger gut und sachlich informiert werden. Zudem m\u00fcssen, damit die \u00d6ffentlichkeit Probleme \u201aentdecken\u2018 und \u201al\u00f6sen\u2018 kann, anderen Teil\u00f6ffentlichkeiten als der staatlich-verwaltungstechnischen \u00d6ffentlichkeit R\u00e4ume gew\u00e4hrt werden, um sich zu \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen,<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>. Zumindest bei einem solchen Verst\u00e4ndnis von Demokratie bedeutet eine Gef\u00e4hrdung der \u00d6ffentlichkeit durch Beeinflussung der politischen Kommunikation auch eine Gef\u00e4hrdung der Demokratie. Dar\u00fcber hinaus legt das bereits erw\u00e4hnte Urteil des Bundesverfassungsgerichts nahe, dass eine St\u00f6rung der \u00f6ffentlichen Meinungsbildung es nicht mehr erlaubt, Wahlen als repr\u00e4sentativ f\u00fcr den Willen des Volkes anzuerkennen. Kann die \u00f6ffentliche Meinung also nicht \u201aungehindert\u2018 gebildet werden, stellt dies ein wesentliches Element von Demokratie in Zweifel, n\u00e4mlich die Garantie der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Grunds\u00e4tze von Presseorganen<\/p>\n<p>In den Statuten vieler Medienorgane, z.B. der Zeitungen, finden sich folgerichtig Grundsatzerkl\u00e4rungen im Sinne solch \u201agarantierter\u2018 demokratischer Meinungsbildung. Im Redaktionsstatut der \u00bbS\u00fcddeutschen Zeitung\u00ab hei\u00dft es bereits in der ersten Ziffer, die \u00bbSZ\u00ab bem\u00fche sich \u201eum unverf\u00e4lschte und m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige Informationen \u00fcber alle Ereignisse von \u00f6ffentlichem Interesse.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> \u00bbDie Zeit\u00ab sieht sich in der Tradition der fr\u00fcheren Chefredakteurin und Herausgeberin Marion Gr\u00e4fin D\u00f6nhoff und identifiziert sich an erster Stelle, im redaktionellen Profil, mit dem Ziel, \u201e[&#8230;] dem Leser Material [zu] bieten, damit er sich selber eine Meinung bilden kann, [er soll] nicht indoktriniert [werden]\u201c.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Das ehemalige langj\u00e4hrige Leitmedium \u00bbSpiegel\u00ab verweist auf eine Anfrage auf den Pressekodex, der in 16 Ziffern publizistische Grunds\u00e4tze definiert. Dort hei\u00dft es bereits in der ersten Ziffer: \u201eAchtung vor der Wahrheit [&#8230;] und die wahrhaftige Unterrichtung der \u00d6ffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Trotz dieser Hervorhebung der objektiven Berichterstattung als Ziel in redaktionellen Leitbildern oder Ethik-Kodizes, konnte in einer Befragung jedoch festgestellt werden, dass diese Kriterien zwar formal in beinahe jeder Redaktion existieren, jedoch selten Eingang in die t\u00e4gliche Arbeitsphase finden.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Staatliche Schutzma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Objektive Berichterstattung als Verkaufsargument von Prestigemedien besitzt laut Weischenberg ihren Ursprung in den 1920er Jahren. Das Objektivit\u00e4tspostulat habe dort seine Geburtsstunde als Teil einer \u00f6konomischen Strategie erfahren.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Das neue Qualit\u00e4tsmerkmal sollte dazu dienen, sich von anderen Zeitungen abzugrenzen \u2013 eben durch das Unterscheidungsmerkmal der objektiven Berichterstattung. Die Einf\u00fchrung des Objektivit\u00e4tspostulates f\u00fchrte zur Professionalisierung der Nachrichtenagenturen und erlaubte ihnen gleichzeitig, sich als neutrale Instanzen gegen\u00fcber der Gesellschaft und Umwelt zu pr\u00e4sentieren, was ihnen nach Grittmann auch einen strategischen Vorteil einbrachte.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Ulrich Saxer setzt die Entstehung des Objektivit\u00e4tspostulats schon fr\u00fcher an, etwa analog zur Entstehung der wissenschaftlichen Objektivit\u00e4t im sp\u00e4ten 19 Jahrhundert. Er beschreibt es als \u201evermeintliche[n] Garant[en] der Wahrheit\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> und versteht darunter \u201edie Verpflichtung [&#8230;] zu einer m\u00f6glichst unverzerrten und daher annehmbaren publizistischen Beschreibung der Wirklichkeit.\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>In der historischen Perspektive wird deutlich, dass \u201edie Norm der objektiven Berichterstattung [&#8230;] an gewisse \u201asoziale Bedingungen und Voraussetzungen\u2018 gebunden ist.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Nicht nur im Nationalsozialismus stellten sowohl Tatsachenzensur als auch Meinungszensur Einschr\u00e4nkungen der M\u00f6glichkeit von Objektivit\u00e4t dar. Eine freie \u00f6ffentliche Meinungsbildung setzt voraus, dass unterschiedliche Perspektiven im Medienangebot widergespiegelt werden und die Medien ihre Kontrollfunktion frei von staatlicher Einflussnahme ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Aus diesem Grund fordert das Bundesverfassungsgericht eine unabh\u00e4ngige Medienordnung, gem\u00e4\u00df der Artikel 5 (1) und (2) des Grundgesetzes: (1) \u201eJeder hat das Recht seine Meinung [&#8230;] frei zu \u00e4u\u00dfern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug\u00e4nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung [&#8230;] werden gew\u00e4hrleistet. Eine Zensur findet nicht statt.\u201c<\/p>\n<p>Eine der wenigen Vorgaben, denen die Presse rechtlich unterliegt, ist die Pflicht, in einem Impressum den \u201everantwortlichen Redakteur auszuweisen.\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Bentele best\u00e4tigt nach historischer Betrachtung, dass konkrete Verpflichtungen, wie eine Quellenangabe oder die namentliche Kennzeichnung von Artikeln, die M\u00f6glichkeiten realit\u00e4tsad\u00e4quater Berichterstattung vergr\u00f6\u00dfern.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Diese erleichtern z.B. im Falle von Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen die Forderung einer Gegendarstellung. Umgekehrt ist die Presse auch mit Rechten ausgestattet, etwa Ausk\u00fcnfte von Beh\u00f6rden verlangen zu k\u00f6nnen, wenn sie diese brauchen, \u201eum ihr Publikum sachgerecht zu informieren.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Die Kontrollfunktion, die h\u00e4ufig als vierte Gewalt ausgezeichnet wird, erm\u00f6glicht die \u00dcberwachung der Gesellschaftsnormen und erlaubt, deren Verletzung anzuprangern, auch wenn dies das Privatleben einer Person des \u00f6ffentlichen Lebens betrifft (z.B. Politiker oder Prominente). Nicht erlaubt ist allerdings die Verbreitung von unwahren Behauptungen.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die Feststellung und Kontrolle ethischer Grundregeln f\u00fcr die journalistische Arbeit wurde der Pressekodex vom Deutschen Presserat 1973 ins Leben gerufen. Die \u201eAchtung vor der Wahrheit\u201c steht an erster Stelle und findet sich auch innerhalb der meisten Pressegesetze der Bundesl\u00e4nder als \u201eSorgfaltspflicht\u201c wieder.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Auch die Gefahr, dass Medienrealit\u00e4t durch private oder gesch\u00e4ftliche Interessen Dritter verf\u00e4lscht werden k\u00f6nnte, wird durch die Bestimmungen Ziffer 6 (Trennung von T\u00e4tigkeiten) und 7 (Trennung von Werbung und Redaktion) normativ geregelt. Bei Verst\u00f6\u00dfen drohen \u00f6ffentliche R\u00fcgen, die in den entsprechenden Printmedien abgedruckt werden m\u00fcssen. Allerdings stellt der Pressekodex kein Gesetz, sondern eine freiwillige Selbstverpflichtung dar, weshalb nicht alle Medien solche Sanktionen umsetzen.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Trennung von Text und Kommentar<\/p>\n<p>Lange existierten in der Presse die zwei journalistischen Textsorten Fakteninformation und Kommentar nebeneinander in unterschiedlichen Typen von Presseerzeugnissen. Die Kombination beider Textsorten Nachricht und Kommentar in ein und derselben Zeitung konnte in Deutschland erst sp\u00e4t Fu\u00df fassen.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Nachdem deren Trennung nach dem Zweiten Weltkrieg in angels\u00e4chsischer Tradition als verpflichtende Norm eingef\u00fchrt worden war, wurde sie in den 60er Jahren durch die Bewegungen der Studentenrevolte selbst als Ideologie und Verzerrung begriffen.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Die politische Wirkung, so wurde argumentiert, liege weniger in den offen eingestandenen politischen Richtungsbekundungen als in den verdeckten.<\/p>\n<p>Die weitreichende Kommentierung politischer Ereignisse wurde Anfang der achtziger Jahre hingegen von konservativer Seite als entscheidender Faktor f\u00fcr den Glaubw\u00fcrdigkeitsverlust gesellschaftlicher Institutionen betrachtet.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> In diesem Zusammenhang kam es zur Wiederbelebung der Forderung nach objektiver Berichterstattung als Darstellung von Fakten. Meinungsenthaltsamkeit wurde dar\u00fcber hinaus als positive journalistische Tugend gefordert.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>Zwar kann mit Weischenberg nach wie vor auf die Aussage von C.P. Scott als wichtiges journalistisches Postulat hingewiesen werden: \u201ecomment is free, facts are sacred\u201c.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Nachricht und Kommentar werden im Journalismus westlichen Typus auch heute noch zumindest analytisch streng getrennt. Allerdings, so Weischenberg weiter, seien heutzutage Artikel eher durch den Versuch der Ausgewogenheit gekennzeichnet: die Autoren stellen verschiedene Positionen dar, ohne selbst Stellung zu beziehen.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p>Zu beachten sind zudem zwei Arten der Vermischung von Nachricht und Kommentar: die explizite und implizite Vermischung. Als \u201eexplizite Vermischung\u201c versteht Sch\u00f6nbach \u201eeindeutig[e] journalistische Bewertung, Kommentierung\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> in formalen Nachrichten. \u201eImplizite Vermischung\u201c bedeutet einseitige Nachrichtenauswahl (vgl. Ausgewogenheit), Platzierung oder Hervorhebung.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a> Die implizite Vermischung k\u00f6nne, im Gegensatz zur expliziten, die leicht enttarnt werden kann, ihre Wirkung latent entfalten, was bedeutet, dass der Leser sie nicht unmittelbar bemerke.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Objektivit\u00e4tskriterien<\/p>\n<p>Ulrich Saxer pr\u00e4sentiert zwei M\u00f6glichkeiten objektiver Berichterstattung: eine Kombination aus reduktiver Objektivit\u00e4t, der \u201eumfassend unbestechlichen Augenzeugenschaft\u201c, und additiver Objektivit\u00e4t, \u201efairer Sprachvertretung\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> aller relevanten Meinungen zum Konfliktthema.<\/p>\n<p>Um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden, scheint es unumg\u00e4nglich, zu betonen, dass publizistische Objektivit\u00e4t nach Saxer nicht mit absoluter Wahrheit gleichgesetzt werden kann, sondern die Praktiken nur \u201eAnn\u00e4hrungswerte an die erstrebte Wirklichkeitstreue der publizistischen Aussage\u201c<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> erbringen.<\/p>\n<p>Bei der reduktiven Wirklichkeitsabbildung stellt Faktizit\u00e4t das Basiselement dar und meint die Wiedergabe der nachpr\u00fcfbaren Fakten und des nicht weiter eingeordneten Tatbestandes.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> Durch die reduktive Berichterstattung soll einerseits die Subjektivit\u00e4t der Autoren eingegrenzt werden, da sie nur die Beschreibung des intersubjektiv Beobachtbaren erlaubt. Andererseits wird \u201edie Welt\u201c nicht aus eigener Sicht wiedergegeben, sondern \u201eals Zitat\u201c<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a>, was Journalisten nur auf gepr\u00fcfte und zitierbare Quellen zur\u00fcckgreifen l\u00e4sst und dar\u00fcber hinaus zu einer gr\u00fcndlicheren Recherche anspornt.<\/p>\n<p>Der Vorteil, die Richtigkeit der Tatbestandswiedergabe, liegt auf der Hand. Allerdings besteht auch die Gefahr der Oberfl\u00e4chlichkeit blo\u00dfer Tatsacheninformationen.<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> Diese Kritik gr\u00fcndet in dem Pr\u00e4sentationsprinzip der reduktiven Objektivit\u00e4t: der Trennung von Nachricht (\u201afacts\u2018) und Kommentar (\u201acomment\u2018).<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Motive und Ursachen von Handlungen und Ereignissen sind Elemente des \u201acomments\u2018 und werden deswegen bei faktenorientierter Berichterstattung nach M\u00f6glichkeit ausgeschlossen. Bentele erkl\u00e4rt die Ablehnung mit dem Argument, objektive Publizistik verst\u00e4rke bestehende Machtverh\u00e4ltnisse und favorisiere die Standpunkte der offiziellen Institutionen.<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> So wurde h\u00e4ufig der Vorwurf vorgebracht, unkommentierte Berichterstattung lie\u00dfe sich mit Zustimmung gleichsetzen. Diese Annahme ist laut Saxer schlicht falsch. Publizistische Objektivit\u00e4t habe einen normativen Gehalt (die Kontrollfunktion), welcher an sich bereits mit einem kritischen Element ausstattet sei, das journalistische Ausschm\u00fcckungen \u00fcberfl\u00fcssig mache. Alles, was objektiv dargestellt werde und nicht die Standards der bestehenden Ordnung erf\u00fclle, werde auch ohne journalistische Ausschm\u00fcckung als Normverletzung erkannt. Dieses kritische Potential des Objektivit\u00e4tspostulates unterscheide sich von den politischen Publikationen der PR-Agenturen, die Missst\u00e4nde bewusst zu verschweigen versuchen.<\/p>\n<p>Sachlichkeit und pluralistische Meinungsrepr\u00e4sentation bilden die Kriterien der additiven Objektivit\u00e4t. Ihr Ziel ist die \u00dcberwindung der unvermeidlichen (Einzel-) Perspektiven (der Subjektivit\u00e4t des Einzelnen) durch die Addition aller relevanten Diskussionspositionen eines Konfliktthemas.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> Durch diese Addition der Standpunkte komme es zu einem \u00fcberindividuellen Gesamtbild der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Forderung nach Ausgewogenheit betrifft den gesamten publizistischen Prozess: gemeint ist sowohl die ausgewogene Quellendarstellung (Vollst\u00e4ndigkeit und Unparteilichkeit) als auch die vergleichbare Platzierung der Inhalte.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> Eine ausgewogene Quellendarstellung allein reicht nicht aus, wenn f\u00fcr Position A ein Leitartikel auf der ersten Seite gew\u00e4hlt wird und die oppositionelle Darstellung B optisch unauff\u00e4llig am Ende der Zeitung erscheint. Erg\u00e4nzend gilt auch, dass die Informationen zug\u00e4nglich f\u00fcr die Rezipienten sein m\u00fcssen, was beinhaltet, dass der Artikel nicht gespickt sein darf mit Fachtermini, sondern der gesamten Bev\u00f6lkerung von Nutzen (Verst\u00e4ndlichkeit). Komplement\u00e4r zum Pr\u00e4sentationsprinzip muss die Trennung von Nachrichten und Kommentar eingehalten werden.<\/p>\n<p>Je tiefer eine Publikation ein Thema durchdringt, desto weiter entfernt sie sich gew\u00f6hnlich vom Reduktionsmodus blo\u00dfer Faktizit\u00e4t. Die Objektivit\u00e4tsgarantie muss dann durch die Erg\u00e4nzung der additiven Komponenten geleistet werden. Allerdings neigt die additive Objektivit\u00e4t zu engagierenden Elementen, welche ebenfalls als unvereinbar mit objektiver Berichterstattung gelten. Zwar kann man versuchen, durch ausgewogene Meinungsdarstellung Objektivit\u00e4t zu erreichen, es besteht dennoch stets die Gefahr voreingenommener Selektion.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> Deswegen verlangt publizistische Objektivit\u00e4t auch reduktive Bem\u00fchungen. Zusammenfassend l\u00e4sst sich festhalten, dass publizistische Objektivit\u00e4t nach Saxer sowohl reduktiv (vereinfachend) als auch additiv (hinzuf\u00fcgend) ist.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der Objektivit\u00e4tsdebatte stellt Saxer heraus, dass die notwendige \u201eReduktionsleistung stets Strukturierungsleistungen impliziert\u201c.<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a> Das bedeutet, dass objektive Publizistik \u201enie rein und nur reproduktiv\u201c<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> sein kann. Publizistische Objektivit\u00e4t ist also unweigerlich auch stets \u201eManipulation (im wertneutralen Sinn) notwendiger Umsetzungsakte von Welt in Aussagen.\u201c<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zwischenbilanz<\/p>\n<p>Nach der Darstellung der Systemrelevanz objektiver Berichterstattung wurde die Problematik des Begriffs \u201aObjektivit\u00e4t\u2018 diskutiert. Es gibt sowohl verschiedene Positionierungen innerhalb der Journalistik, die verschiedene Umsetzungsm\u00f6glichkeiten sehen und damit auch verschiedene Anspr\u00fcche an eine objektive Berichterstattung legen, als auch verschiedene Modelle zur Messung. Es wurde dargelegt, dass es zwei Arten zur Umsetzung von Objektivit\u00e4t gibt, die reduktive und die additive, die allerdings in der Praxis selten in strikter Trennung aufgefunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aus ihnen ergeben sich verschiedene Merkmale als Teilaspekte von Objektivit\u00e4t. Andere Autoren haben andere Kriterien zur Messung derselben gefunden, jedoch gibt es einige Merkmale, die \u2013 sozusagen als kleinster Nenner \u2013 immer wieder aufgegriffen werden. Das sind beispielsweise Richtigkeit (auch: Wahrheit oder Faktenorientierung) und Ausgewogenheit (auch: Verst\u00e4ndlichkeit und neutrale Pr\u00e4sentation). Schwierigkeiten bei der Trennung von Nachricht (Fakt) und Meinung (subjektive Interpretation) stellen die M\u00f6glichkeit reiner faktenorientierter Berichterstattung in Frage und zeigen, dass implizite Vermischungen subversiv manipulativ wirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den folgenden zwei Hauptkapiteln sollen nun die theoretischen Herausforderungen des Objektivit\u00e4tspostulates vorgestellt werden, zuerst der Ansatz Stuart Halls, dann der von Lakoff und Johnson. Sie besch\u00e4ftigen sich unabh\u00e4ngig voneinander und mit verschiedenen Schwerpunkten mit der Problematik einer medialen Realit\u00e4tskonstruktion und kommen zu dem Schluss, dass die bislang genannten Kriterien keine Garantie f\u00fcr eine objektive Berichterstattung abgeben, weil die Probleme viel tiefergehender wurzeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Mediale Realit\u00e4tskonstruktion nach Stuart Hall<\/p>\n<p>Hall besch\u00e4ftigt sich mit Nachrichten \u00fcber \u201eEreignisse von politischer, \u00f6konomischer oder sozialer Bedeutung\u201c<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a>. Daneben existieren Nachrichten \u00fcber Lebensstile, Denken oder Handeln in verschiedenen Teilen der Gesellschaft. Beide Arten seien jedoch nicht nur Informationen, sondern \u201aBilder\u2018 und \u201aAbbildungen\u2018 der Welt, die \u201epraktisches soziales Wissen\u201c<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> vermitteln.<\/p>\n<p>Betrachtet man Nachrichten haupts\u00e4chlich als Informationen \u00fcber Menschen f\u00fcr andere Menschen, m\u00fcsse doch festgestellt werden, dass die Beschaffung dieser Nachrichten nicht durch einen neutralen Kanal geschehe, in dem die Informationen \u201evon den Leuten wieder zu ihnen zur\u00fcckflie\u00dfen.\u201c<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a><\/p>\n<p>Journalisten sind diejenigen, die diesen Kommunikationsprozess erst in Gang setzen und ihn dadurch bereits stark pr\u00e4gen. Sie \u201everwalten und monopolisieren nicht nur die Mittel (technische, soziale, finanzielle), um Informationen zu finden und zu \u00fcbermitteln. Sie m\u00fcssen immer auch selektieren.\u201c<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a> So w\u00e4hlen sie aus, welche Ereignisse, welche Aspekte der Ereignisse und in welcher Reihenfolge diese pr\u00e4sentiert werden und bestimmen L\u00e4nge, Art und Format des Berichts.<\/p>\n<p>So k\u00f6nne das Problem nicht nur in den redaktionellen Grenzen gesucht werden. \u201eDieser Prozess der \u00bbInitiierung\u00ab von Kommunikation (\u2026) beinhaltet weitreichende editorische Eingriffe, viele Verfahren des Formens und der Auswahl, welche nicht nur auf den vorhandenen, zur Verf\u00fcgung stehenden technischen Mitteln basieren, sondern auf Urteilen \u2013 z.B. auf Vorstellungen davon, was \u201abedeutend\u2018, \u201awichtig\u2018 und \u201adramatisch\u2018 ist, was einen \u201aNachrichtenwert hat und was nicht\u2018\u201c.<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a><\/p>\n<p>Nach Hall geht es bei Nachrichten im w\u00f6rtlichen Sinne darum, Neues zu berichten, also \u201ewie sich die Dinge ge\u00e4ndert haben\u201c<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a>. Dar\u00fcber definiert er den Nachrichtenwert<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> von Ereignissen: Die gr\u00f6\u00dften und dramatischsten Ver\u00e4nderungen haben den h\u00f6chsten Anspruch auf Berichterstattung. Neben Katastrophen, bewaffneten Konflikten und \u00e4hnlich bedeutenden Ereignissen sind vor allem politische Ver\u00e4nderungen f\u00fcr das Publikum relevant. Das erkl\u00e4rt sich dadurch, dass Meinungen und Entscheidungen von m\u00e4chtigen und einflussreichen Menschen per Definition gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung betreffen. Deswegen seien Medien \u201efasziniert von Macht\u201c<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a>. Zudem stellt Hall fest, dass Nachrichten \u201eethnozentrisch\u201c<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> seien, sich also prim\u00e4r auf die eigene Nation und diese betreffende Ver\u00e4nderungen konzentrieren.<\/p>\n<p>Von Selektion und Form der Darstellung abgesehen, st\u00f6\u00dft auch die Umsetzung des Kriteriums Vollst\u00e4ndigkeit auf zwei Probleme. Einerseits ist es unm\u00f6glich, die Wirklichkeit eines Ereignisses als Ganzes einzufangen. Die Unendlichkeit des Detailreichtums der Welt erfordert immer auch einen Selektionsprozess. Andererseits ist vieles, was von gro\u00dfer Bedeutung ist, um die Situation zu verstehen, gar nicht in der Situation selbst (dem Fakt) zu finden. So muss man beispielsweise, um eine Konfliktsituation zu verstehen, auch um die Ursachen, den bisherigen Konfliktverlauf, die verschiedenen Fraktionen, ihre Gr\u00fcnde und Ziele oder um Verkn\u00fcpfungen zum Weltgeschehen und weitere Auswirkungen auf dieses wissen. Aufgrund der eingeschr\u00e4nkten L\u00e4nge von Berichten und weil eine gewisse Interpretation der vorhergehenden Ereignisse sich zu einem bestimmten Zeitpunkt der l\u00e4ngerfristigen Berichterstattung \u00fcber ein Thema festgesetzt hat, werden solche Informationen oftmals ausgelassen. Andererseits herrscht \u00fcber manche dieser Punkte kein allgemeiner Konsens, so dass sich die repr\u00e4sentierten Realit\u00e4ten in verschiedenen Berichten stark unterscheiden k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a><\/p>\n<p>Nachrichten k\u00f6nnen folglich nie umfassend genau sein, \u201enicht weil Journalistinnen und Journalisten \u00bbvoreingenommen\u00ab sind, sondern weil es objektiv unm\u00f6glich ist. Sie \u00fcbersetzen komplexe historische Ereignisse in \u00bbHandlungsszenarien\u00ab. Sie m\u00fcssen unter Verwendung einer substituiert Erkl\u00e4rungslogik ein Ereignis mit dem anderen verbinden.\u201c<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Deutungsrahmen<\/p>\n<p>Die Produktion solcher Repr\u00e4sentationen der Wirklichkeit ist nach Hall ein Produzieren von Bedeutungen. \u201eDies ist eine soziale, keine nat\u00fcrliche Praxis, die Praxis der Bedeutungsproduktion.\u201c<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> Damit meint er, dass Bedeutungen nicht von sich aus in der Welt sind und Ereignissen dadurch verschiedene Bedeutungen beigelegt werden k\u00f6nnen. \u201eSehr wenige \u00bbTatsachen\u00ab (&#8230;) erreichen uns jemals in Form von \u201areiner Information\u2018. Wir w\u00fcrden nichts mit ihnen anzufangen wissen, wenn das der Fall w\u00e4re. Ihnen wird st\u00e4ndig Sinn gegeben durch die Einbettung in einen sinnvollen, erkl\u00e4renden Kontext.\u201c<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a> Berichterstattung sei also angewiesen auf einen Interpretationsrahmen, ohne den die Nachrichten f\u00fcr die Zuschauer nichts bedeuten w\u00fcrden. Hall kommt daher zu der Feststellung: \u201eNachrichten zu produzieren bedeutet, die Realit\u00e4t zu interpretieren.\u201c <a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a><\/p>\n<p>Er stellt heraus, dass die notwendige Interpretation der Welt durch die Journalisten, anhand derer sie f\u00fcr das Publikum die Realit\u00e4t definieren, etwas anderes sei, als bewusste Voreingenommenheit. Die verwendeten Interpretationsschemata seien jedoch \u201eum so m\u00e4chtiger<em>\u201c,<\/em><a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\"><strong>[69]<\/strong><\/a> je unbewusster sie ablaufen, bis hin zum Status von unhinterfragten Selbstverst\u00e4ndlichkeiten.<\/p>\n<p>Zusammenfassend bezeichnet er den Prozess der Nachrichtenproduktion als \u201eKodierungsprozess: Nachrichten sind nicht \u201aRealit\u00e4t\u2018, sondern Repr\u00e4sentanten von Realit\u00e4t, kodiert in Botschaften und Bedeutungen.\u201c<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a> Dem gegen\u00fcber steht der Prozess des Dekodierens auf Seiten des Publikums. Auch dies sei eine soziale Praxis und abh\u00e4ngig vom jeweiligen Interpretationsrahmen, den der Zuschauer teile.<\/p>\n<p>Sender und Empf\u00e4nger m\u00fcssen dabei nicht nur \u201edas gleiche perzeptorische System teilen\u201c<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a> und die gleiche Sprache sprechen, sondern auch \u201ebis zu einem gewissen Grad den Interpretationsrahmen oder die Kodes (\u2026), sowie eine ganze Menge von verf\u00fcgbarem allgemeinen sozialen Wissen teilen.\u201c<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a> Ohne eine derart geteilte Grundlage w\u00e4re der Empf\u00e4nger nicht in der Lage, die Berichterstattung zu verstehen. Bedeutung ist Hall zufolge also \u201eabh\u00e4ngig von gemeinsamen Systemen, gemeinsamen Kodes, gemeinsamen Wissen und einem gemeinsamen Interpretationsrahmen zwischen Kommunikator und Empf\u00e4nger.\u201c<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Konsens<\/p>\n<p>F\u00fcr Situationen, in denen eine solche gemeinsame Perspektive zwischen Sender und Empf\u00e4nger besteht, f\u00fchrt Hall \u201eden Begriff des Konsenses als deskriptiven Terminus\u201c<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a> ein. Damit sei jedoch nicht gemeint, dass der Empf\u00e4nger dem Gesagten auch zustimme. Hall bezieht sich hier auf \u201eden Unterschied zwischen dem Verstehen der w\u00f6rtlichen Bedeutung von Worten und Bildern (der denotativen Bedeutung) und entweder dem Verstehen, oder, wichtiger noch, dem \u00dcbereinstimmen mit der interpretierten Bedeutung (der konnotativen Bedeutung).\u201c<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a> Es sei nicht immer einfach, eine Trennlinie dazwischen zu ziehen, jedoch k\u00f6nne es \u201eeinen \u00bbKonsens\u00ab \u00fcber die w\u00f6rtliche Bedeutung geben, w\u00e4hrend gleichzeitig eine Divergenz oder ein Konflikt \u00fcber die Interpretation besteht.\u201c<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a><\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Frage nach publizistischer Objektivit\u00e4t kann geschlussfolgert werden, dass sie nur m\u00f6glich sei, wenn es \u201eeinen generellen Konsens \u00fcber eine Angelegenheit oder ein Ereignis\u201c<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a> gebe, das hei\u00dft, wenn Journalisten und der gr\u00f6\u00dfte Teil der Bev\u00f6lkerung diese Sache in der gleichen Weise deuten. Bei wichtigen Fragen, welche die Nation spalten, sei dies hingegen unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es kann zusammengefasst werden, dass Objektivit\u00e4t f\u00fcr Hall \u201eein anderer (h\u00f6flicherer oder zweckm\u00e4\u00dfigerer) Name f\u00fcr Konsens [ist].\u201c<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a> Das hat zur Konsequenz, dass Journalisten sich, um Objektivit\u00e4t bem\u00fchend, am Konsens orientieren. Hat sich noch kein Konsens gebildet, sind sie diejenigen, die ihn produzieren m\u00fcssen. Da er sich st\u00e4ndig verschiebt, ist dies eine schwierige Aufgabe, \u201eabzusch\u00e4tzen und zu beurteilen, wohin sich die \u00bbMeinungsbalance\u00ab bewegt \u2013 oder in welchem zul\u00e4ssigen Rahmen.\u201c<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Deutungsmacht durch den Objektivit\u00e4tsanspruch<\/p>\n<p>Existiert noch kein Konsens in einem Streitpunkt, kommt es zu einer Auseinandersetzung um die \u201eDefinition der Situation\u201c<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a> durch verschiedene Parteien. Dieser Zeitpunkt ist von besonderer Bedeutung, da die Definition, die sich gegen Alternativen durchsetzen kann, zum Konsens wird und dadurch Einfluss auf das Verhalten der Menschen und die sozialen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse hat. An dieser Stelle w\u00e4re publizistische Objektivit\u00e4t besonders wichtig, da sich in einer Demokratie Konsens aus dem Disput bilden sollte. Setzen Journalisten stattdessen eine angebotene Definition als \u201abestehenden Konsens\u2018 voraus, tragen sie dazu bei, sie dazu zu machen (\u201aself-fulfilling prophecy\u2018).<a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a><\/p>\n<p>Nachrichten stellen also auch Zustimmung her und k\u00f6nnen Definitionen zu Selbstverst\u00e4ndlichkeiten werden lassen. Im Zusammenhang mit objektiver Berichterstattung ist die Frage entscheidend, woher dieser Konsens stammt, wenn er nicht in Voreingenommenheit gr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Hall sieht den medial vermittelten, \u00f6ffentlichen Diskurs \u201estark nach dem Modell des \u201aZweiparteien-Systems\u2018 strukturiert.\u201c<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a> Es gebe zwei Meinungen, die miteinander in Konflikt stehen und die Berichterstatter positionieren sich moderierend in der Mitte. Dies soll \u201aAusgewogenheit\u2018 und \u201aUnparteilichkeit\u2018 sichern. Zudem kommen die Definitionen und Ansichten bez\u00fcglich eines Konflikts in der Regel nicht von den Journalisten selbst, sondern, im reduktiven Sinne, von au\u00dferhalb der Medien.<\/p>\n<p>Dabei werden typischerweise Vertreter der gro\u00dfen Parteien, insbesondere der Regierungs- und der gr\u00f6\u00dften Oppositionspartei befragt. Dies soll wiederum die Objektivit\u00e4t und Unparteilichkeit wahren. \u201eGleichzeitig bedeutet es, dass die etablierten Stimmen der m\u00e4chtigen korporativen Gruppen gew\u00f6hnlich, rechtm\u00e4\u00dfig, die erste M\u00f6glichkeit haben werden, und zwar ausf\u00fchrlich, eine Konfliktsituation zu definieren. [Sie] erhalten die prim\u00e4re Definitionsmacht [&#8230;].\u201c<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a><\/p>\n<p>Dies hei\u00dft auch, dass entschieden wird, was relevant ist und was nicht, und mit welchen Begriffen \u00fcberhaupt die Diskussion gef\u00fchrt wird. Andere, die etwas weiter vom Machtzentrum entfernt sind, werden es Hall zufolge schwer haben, diesen Definitionen und Begriffen \u201eein alternatives Erkl\u00e4rungssystem\u201c<a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\">[84]<\/a> entgegenzusetzen: \u201eDie prim\u00e4re Definition eines Themas gewinnt enorme Glaubw\u00fcrdigkeit und Autorit\u00e4t und ist nur schwer zu verschieben.\u201c<a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\">[85]<\/a> Sie m\u00fcssen sich daher in dem durch diese Definitionen und Begriffe gegebenen \u201eBezugsrahmen\u201c<a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\">[86]<\/a> bewegen.<\/p>\n<p>Am ehesten noch findet eine Verschiebung statt, wenn sich, aufgrund ver\u00e4nderter Bedingungen, in der Elite selbst der Bezugsrahmen \u00e4ndert. Der Konsens, an dem sich Journalisten orientieren, entstammt also nicht der Pluralit\u00e4t der Gesellschaft, sondern dem Kreis der Herrschenden. Dadurch wird \u201e[d]ie Bandbreite der zul\u00e4ssigen Definitionen systematisch [begrenzt]\u201c.<a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\">[87]<\/a><\/p>\n<p>Per Definition sind die M\u00e4chtigen und Einflussreichen diejenigen, deren Handlungen und Meinungen die gr\u00f6\u00dften Auswirkungen auf die Bev\u00f6lkerung haben, weshalb ihnen ein hoher Nachrichtenwert zukommt und die Berichterstattung sie nicht ignorieren kann. Um nicht beeinflussend einzugreifen, m\u00fcssen die Medien \u201eanerkannte Externe zitieren\u201c und \u201esich in der Tat auf diese verlassen, um die Diskussionsbedingungen festzulegen.\u201c<a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\">[88]<\/a><\/p>\n<p>Gleichzeitig haben die gro\u00dfen Parteien, zwischen denen sich \u00bbausgewogene\u00ab Berichterstattung bewegt, eine gro\u00dfe Menge an gemeinsamen \u00dcberzeugungen, die auf diese Weise in der Regel unangetastet bleiben und sich verh\u00e4rten. Meinungen, die weit von diesen Diskussionsgrundlagen abweichen und die Bandbreite der zul\u00e4ssigen Definitionen und Begriffe \u00fcberschreiten, k\u00f6nnen daher auch nicht einfach ohne Weiteres im Fokus der Berichterstattung stehen, da man sich sonst den Vorwurf einhandeln w\u00fcrde, \u201eextremistischen Ansichten oder Minderheitsmeinungen Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen.\u201c<a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\">[89]<\/a><\/p>\n<p>Es ist schwierig zu bestimmen, aufgrund welcher Kriterien eine objektive, ausgewogene und unparteiliche Berichterstattung diesen Meinungen Gewicht verschaffen k\u00f6nnte. Hall sieht \u201e[d]ie Bandbreite, innerhalb derer sich die Diskussion bewegen kann, bevor sie hart an die Grenzen st\u00f6\u00dft, durch die au\u00dferhalb des Konsens liegende Ansichten als \u00bbextremistisch\u00ab, \u00bbunverantwortlich\u00ab, \u00bbpartikularistisch\u00ab oder \u00bbirrational\u00ab definiert werden, [als] \u00e4u\u00dferst schmal [&#8230;]\u201c.<a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\">[90]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Konsequenzen f\u00fcr die objektive Berichterstattung<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Analyse nach Hall stellen die Umsetzungsm\u00f6glichkeiten publizistischer Objektivit\u00e4t nach dem additiven und reduktiven Prinzip grunds\u00e4tzlich in Frage. Die definierten Objektivit\u00e4tskriterien wirken nur innerhalb des Konsenses und unterliegen so dennoch der unumg\u00e4nglichen Subjektivit\u00e4t des Journalisten. Ergeben Fakten nur innerhalb von bestimmten Deutungsrahmen Sinn, wird einer faktenorientierten Berichterstattung das Fundament abgesprochen, insbesondere wenn Uneinigkeit \u00fcber die Deutung besteht. Der Deutungsrahmen stellt eine Realit\u00e4tskonstruktion von Journalisten nach ihren unbewussten Interpretationsschemata dar.<\/p>\n<p>Die Nachricht wird also nicht durch ihre bewusste Voreingenommenheit verzerrt, sondern unter anderem durch ihr Bem\u00fchen selbst, dem Objektivit\u00e4tsanspruch gerecht zu werden. Um ihre pers\u00f6nlichen Interessen m\u00f6glichst weit auszuschlie\u00dfen, orientieren sie sich am gesellschaftlichen Konsens, als sei er das Zentrum der Objektivit\u00e4t. Dieser Konsens stellt jedoch keine ad\u00e4quate Abbildung der Realit\u00e4t dar, sondern wurde und wird durch die Medien mitkonstruiert. Im Bem\u00fchen um Unparteilichkeit und Ausgewogenheit konzentrieren sie sich auf die Eliten aus Wirtschaft und Politik, da sie den gr\u00f6\u00dften Nachrichtenwert haben, und vermitteln nur zwischen deren Standpunkten. Da der elit\u00e4re Kreis sich in den wesentlichen Themen einig ist, beherrschen ihre Definitionen die Berichterstattung, weswegen sie letztlich tats\u00e4chlich zum Konsens der Gesellschaft werden.<\/p>\n<p>Es gestaltet sich schwierig, den Einbezug au\u00dfenstehender Meinungen in die Berichterstattung objektiv zu rechtfertigen. M\u00f6chte man dennoch der Forderung nach Objektivit\u00e4t nachkommen, muss man Ausgewogenheit k\u00fcnstlich innerhalb des Konsenses konstruieren. \u201e\u201aKonsens\u2018 (\u2026) bildet den gemeinsamen Boden \u2013 die zugrunde liegenden Werte und Pr\u00e4missen \u2013, auf dem die beiden Positionen sich bewegen, die im Detail scharf divergieren k\u00f6nnen. (\u2026) \u201aAusgewogenheit\u2018 wird daher durch Konsens eingerahmt.\u201c<a href=\"#_ftn91\" name=\"_ftnref91\">[91]<\/a> Die Grenzen sind also nicht zuf\u00e4llig strukturiert, sondern systematisch.<\/p>\n<p>Hall bestreitet, dass Medien voreingenommen seien, insofern sie weder f\u00fcr Partei A oder Partei B werben beziehungsweise nicht unmittelbar f\u00fcr sie arbeiten. \u201eSie sind aber \u201aeingenommen\u2018 f\u00fcr das System und f\u00fcr die \u201eDefinitionen der politischen Realit\u00e4t\u201c, die das System definiert.\u201c<a href=\"#_ftn92\" name=\"_ftnref92\">[92]<\/a><\/p>\n<p>Publizistische Objektivit\u00e4t kann also durch Kriterien wie Richtigkeit, Ausgewogenheit, Vollst\u00e4ndigkeit und Unparteilichkeit nicht gew\u00e4hrleistet werden. Hall betrachtet sie als eine Fiktion von Objektivit\u00e4t, die ihrer Umsetzung selbst im Wege steht. Sie entfaltet sich innerhalb des Konsenses, statt ihn selbst kritisch in Frage zu stellen. Somit bleibt das Hauptproblem unangetastet.<\/p>\n<p>Hall stellt dem sein Konzept des strukturierten kommunikativen Prozesses entgegen: Die Kommunikation zwischen verschiedenen Journalisten und Publikum finde in gewissen Strukturen statt, von denen sie \u201estark beeinflusst, geformt und bestimmt wird.\u201c<a href=\"#_ftn93\" name=\"_ftnref93\">[93]<\/a> Zudem sei sie \u201enicht eine Sache (\u201afrei\u2018 oder \u201avoreingenommen\u2018), sondern ein Prozess\u201c<a href=\"#_ftn94\" name=\"_ftnref94\">[94]<\/a>. Dieser finde \u00fcber einen Zeitraum hinweg statt und habe aufgrund der verschiedenen Strukturen, Beziehungen und Praxen der involvierten Gruppen, in denen er stattfindet, vorhersehbare, also nicht zuf\u00e4llige Resultate.<\/p>\n<p>Verstehe man die \u201eStrukturen, die Beziehungen, die Praxen, die Ideen oder Ideologien, die sie beeinflussen, die Bedingungen unter denen sie funktionieren, die anderen Teile der Gesellschaft zu denen sie in Beziehung stehen\u201c<a href=\"#_ftn95\" name=\"_ftnref95\">[95]<\/a>, so k\u00f6nne man diesen Prozess und seine Muster besser verstehen. Dadurch wird zwar nicht das Prinzip der Objektivit\u00e4t gerettet. Einsicht in diesen Prozess kann jedoch sowohl den Empf\u00e4ngern als auch den Produzenten von Nachrichten helfen, den Gefahren eines naiven Objektivit\u00e4tsverst\u00e4ndnisses nicht zu erliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">George Lakoff: Realit\u00e4tskonstruktion durch Metaphern und Frames<\/p>\n<p>Als sprachanalytische Erg\u00e4nzung des strukturierten kommunikativen Prozesses nach Hall kann die kognitive Metapherntheorie<a href=\"#_ftn96\" name=\"_ftnref96\">[96]<\/a> von George Lakoff (und seinen Mitautor_innen Mark Johnson und Elisabeth Wehling) herangezogen werden.<\/p>\n<p>Als OSZE-Beauftragter f\u00fcr die Freiheit der Medien beobachtet Georg Lakoff seit vielen Jahren Gef\u00e4hrdungen der freien Berichterstattung. Lakoff schreibt Metaphern und Frames dabei eine zentrale Bedeutung in der politischen Kommunikation zu. Metaphern, so die These, k\u00f6nnen unbemerkt \u201epolitische Wahrheiten schaffen und dar\u00fcber bestimmen, wie wir [&#8230;] politisch handeln.\u201c<a href=\"#_ftn97\" name=\"_ftnref97\">[97]<\/a> Das kann ungehindert geschehen, da an althergebrachten Annahmen \u00fcber den Denkprozess festgehalten wird, statt sich mit dem neusten Erkenntnissen aus den Kognitiven Wissenschaften auseinander zu setzen.<\/p>\n<p>Grundlage der demokratischen Ordnung sei die Vorstellung von einem vern\u00fcnftigen, rationalen W\u00e4hler. Diese Idee des Rationalismus entstammt, wie viele andere Ideale in westlichen Demokratien, der Aufkl\u00e4rung. Vereinfacht formuliert ist die zentrale Annahme, dass jeder Mensch gleicherma\u00dfen rational sei und sich deswegen auch selbst regieren k\u00f6nne (vgl. Autonomie als Selbstgesetzgebung z.B. bei Kant). Die Vernunft, als Teil des menschlichen Wesens, unterscheidet Menschen von Tieren und macht sie zu \u201erationale[n] Lebewesen\u201c.<a href=\"#_ftn98\" name=\"_ftnref98\">[98]<\/a> Lakoff bezeichnet diese Vorstellung als \u201eMythos\u201c.<a href=\"#_ftn99\" name=\"_ftnref99\">[99]<\/a><\/p>\n<p>Er hebt drei Annahmen \u00fcber den menschlichen Verstand hervor, die implizit im Rationalismus enthalten sind und denen er vehement widerspricht: Denken sei buchst\u00e4blich, Denken sei universell und Denken geschehe bewusst. Die Argumentation Lakoffs soll nach diesen (Fehl-)Annahmen gegliedert dargestellt werden. Darauf folgend wird der Einfluss von Metaphern auf politische Grund\u00fcberzeugungen skizziert, die Gef\u00e4hrdungen eines metaphorischen Sprachgebrauchs und die Konsequenzen f\u00fcr die politische Kommunikation. Mit diesem theoretischen Hintergrundwissen kann abschlie\u00dfend die Frage diskusstiert werden, ob Fakten in Anbetracht der Erkenntnisse noch einen zentralen Bestandteil der objektiven Berichterstattung ausmachen sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Erster Irrtum (nach Lakoff): Denken ist buchst\u00e4blich<\/p>\n<p>Metaphern sind mehr als ein rhetorisches sprachliches Mittel, sie strukturieren unsere Wahrnehmung. \u201eWir denken, sprechen und handeln in Metaphern.\u201c<a href=\"#_ftn100\" name=\"_ftnref100\">[100]<\/a> Das l\u00e4sst sich dadurch erkl\u00e4ren, dass wir sie im Laufe unseres Lebens unbewusst und automatisch erlernen. Dadurch werden neue Sachverhalte und abstrakte Ideen zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Durch Erfahrungen ver\u00e4ndert sich die physische Beschaffenheit des Gehirns bereits w\u00e4hrend der ersten f\u00fcnf Jahre nachhaltig. Indem bestimmte neuronale Verbindungen gest\u00e4rkt werden und andere verschwinden, formt sich das Denkverm\u00f6gen.<a href=\"#_ftn101\" name=\"_ftnref101\">[101]<\/a> Dabei gilt: Je h\u00e4ufiger eine Synapse benutzt wird, desto schneller werden diese Neuronen in Zukunft aktiviert. So ist \u201e[z]un\u00e4chst einmal alles Denken [&#8230;] physisch\u201c<a href=\"#_ftn102\" name=\"_ftnref102\">[102]<\/a>, wenn auch noch nicht metaphorisch.<\/p>\n<p>Unterschieden wird zwischen metaphorischen Konzepten und nicht metaphorischen Konzepten, die aus der direkten physischen Erfahrung gewonnen werden. Beispielsweise enth\u00e4lt die Wahrnehmung des steigenden Wasserspiegels keine Metapher, sondern entspricht der Beobachtung: je mehr Wasser ins Glas l\u00e4uft, desto h\u00f6her steigt der Wasserspiegel. Obwohl Vertikalit\u00e4t im Bereich Orientierung und Quantit\u00e4t bei Zahlen und Mengen im Gehirn lokalisiert sind, entsteht durch die gleichzeitige Aktivierung beider Bereiche eine neuronale Verbindung, die das erlernte Konzept von einer Wechselbeziehung zwischen H\u00f6he und Menge speichert. Die Metapher \u00bbmehr ist oben\u00ab und \u00bbweniger ist unten\u00ab entstammt also unseren tats\u00e4chlichen physischen Erfahrungen und wird im Laufe des Lebens unz\u00e4hlige Male gemacht (z.B. \u00bbje h\u00f6her der Stapel ist, desto mehr B\u00fccher liegen auf dem Tisch\u00ab) und dadurch gefestigt.<a href=\"#_ftn103\" name=\"_ftnref103\">[103]<\/a><\/p>\n<p>Metaphorisch wird das Denken, sobald es um abstrakte Begriffe geht, die nicht universell aus der direkten k\u00f6rperlichen Erfahrung erschlossen werden k\u00f6nnen. Dabei bietet sich der Gebrauch der bildhaften Sprache anstelle einer schwierigen Erl\u00e4uterung, zur Reduzierung der Komplexit\u00e4t, an. Es liegt im Wesen der Metapher, unbekannte Worte oder Vorg\u00e4nge durch Merkmale eines anderen Wortes oder Vorganges deutlich zu machen. Durch das \u00bbhighlighting\u00ab, also der Betonung gew\u00fcnschter Merkmale, werden abstrakte Ideen leichter zug\u00e4nglich.<a href=\"#_ftn104\" name=\"_ftnref104\">[104]<\/a> Einige Charakteristika der einen Sache werden durch die Metapher auf eine andere \u00fcbertragen, z.B. in dem gel\u00e4ufigen metaphorischen Ausdruck f\u00fcr Preiserh\u00f6hungen: \u00bbDie Preise steigen\u00ab. Im Gegensatz zum Wasserspiegel steigen die Preise aber nicht wirklich, sondern nur auf einer mathematischen Skala (sie werden mehr). Da das Gehirn jedoch die Verbindung zwischen Vertikalit\u00e4t und Quantit\u00e4t trainierte (\u00bbmehr ist oben\u00ab), erscheint es logisch und nicht metaphorisch, zu schreiben, dass die Preise steigen. Darin sieht Lakoff eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die Fehlannahme, Worte k\u00f6nnten die Welt objektiv beschreiben. \u00bbDie Preise steigen\u00ab bezeichnet nicht die Welt, wie sie tats\u00e4chlich existiert, sondern als Ergebnis von Erfahrungen, die in der Welt gemacht wurden. Sie verdeutlicht die Weltsicht, aufgrund der physisch verankerten metaphorischen Konzepte. W\u00e4re buchst\u00e4bliches Denken m\u00f6glich, k\u00f6nnte \u201ees Dinge wie Metaphern und andere mentale Strukturen nicht geben.\u201c<a href=\"#_ftn105\" name=\"_ftnref105\">[105]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zweiter Irrtum (nach Lakoff): Denken ist universell<\/p>\n<p>\u201eAuf der ganzen Welt und in jeder Kultur findet sich die einfache Metapher mehr ist oben\u201c<a href=\"#_ftn106\" name=\"_ftnref106\">[106]<\/a>, weil sie aus einer direkten k\u00f6rperlichen Erfahrung gewonnen wurde. Metaphern zu abstrakten Begriffen werden allerdings kulturell gelernt und sind deswegen stark von den Erfahrungen des einzelnen Menschen abh\u00e4ngig. Stammen zwei Menschen aus einem Kulturkreis und kommen aus einem vergleichbaren gesellschaftlichen Stand, werden sie aufgrund \u00e4hnlicher Erfahrung eine \u00e4hnliche konzeptuelle Struktur haben.<\/p>\n<p>Neben einfachen Beispielen wie \u00bbDie Preise steigen\u00ab existieren sehr komplexe metaphorische Konzepte, die sich aus verschiedenen Metaphern zusammensetzen oder an unsere kulturellen Erfahrungen ankn\u00fcpfen beziehungsweise das Verst\u00e4ndnis der Metapher bedingen.<a href=\"#_ftn107\" name=\"_ftnref107\">[107]<\/a> Ein weiteres Beispiel soll einen solchen Fall veranschaulichen: Die in westlichen Kulturen weit verbreitete Metapher \u00bbZeit ist Geld\u00ab pr\u00e4gt unser Weltbild. Au\u00dferhalb industrialisierter Regionen ist sie hingegen nicht gel\u00e4ufig, weswegen zwangsl\u00e4ufig nicht verstanden wird, wie man auf dem Nachhauseweg Zeit \u00bbsparen\u00ab oder aber wie er jemanden Zeit \u00bbkosten\u00ab k\u00f6nnte. Da die Einwohner westlicher L\u00e4nder jedoch mit der allgegenw\u00e4rtigen Metapher \u00bbZeit ist Geld\u00ab aufwachsen, wird sie unbewusst zu ihrem eigenen \u201eVerst\u00e4ndnis von der Welt\u201c<a href=\"#_ftn108\" name=\"_ftnref108\">[108]<\/a> (Common Sense) \u00fcbernommen, einer Wahrheit, die nicht mehr hinterfragt wird.<\/p>\n<p>Das Entscheidende dabei ist, dass diese Metapher nicht nur als Redewendung zur Veranschaulichung verwendet wird (es wird nicht nur gesagt), sondern es wird auch tats\u00e4chlich gedacht,<a href=\"#_ftn109\" name=\"_ftnref109\">[109]<\/a> dass das Warten auf den versp\u00e4teten Bus \u00bbvergeudete\u00ab Zeit sei, die man \u00bbinvestieren\u00ab wollte oder stattdessen jemand anderem h\u00e4tte \u00bbschenken\u00ab k\u00f6nnen. Das macht sich auch in Handlungsfolgen bemerkbar: Menschen betrachten \u00f6konomisch ungenutzte Stunden als \u00bbVerschwendung\u00ab, denn sie wurden nicht genutzt, um sie in Geld umzuwandeln, welches eins der erstrebenswertesten G\u00fcter der kapitalistischen Gesellschaft ist. Zeit kann allerdings nur von denjenigen Menschen als Geld verstanden werden, die die M\u00f6glichkeit haben, sie auch in Geld umzuwandeln, andernfalls ergibt die Metapher keinen Sinn.<a href=\"#_ftn110\" name=\"_ftnref110\">[110]<\/a><\/p>\n<p>Daraus schlussfolgert Lakoff, dass Denken niemals universell geschieht, sondern abh\u00e4ngig ist von unseren pers\u00f6nlichen Erfahrungen. Diese sind f\u00fcr die unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen neuronaler Verbindungen verantwortlich, aufgrund derer die Welt unterschiedlich interpretiert wird.<a href=\"#_ftn111\" name=\"_ftnref111\">[111]<\/a> Folglich k\u00f6nnen verschiedenen Menschen auch verschiedene Metaphern f\u00fcr ein und dieselbe Idee haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Dritter Irrtum (nach Lakoff): Denken ist bewusst<\/p>\n<p>Metaphern sind ein so verinnerlichter Bestandteil der Wahrnehmung, dass sie nicht aktiv verwendet werden m\u00fcssen, aber gleichzeitig auch nicht verhindert werden k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn112\" name=\"_ftnref112\">[112]<\/a> \u201eDer Gebrauch von Metaphern ist unvermeidbar. Wir k\u00f6nnen uns nicht den physischen Beschaffenheit unseres Gehirns wiedersetzen und sagen: \u00bbIch werde nicht in dieser Metapher denken!\u00ab Es passiert automatisch.\u201c<a href=\"#_ftn113\" name=\"_ftnref113\">[113]<\/a><\/p>\n<p>Jedes Wort aktiviert unwillk\u00fcrlich einen Deutungsrahmen, der der Information, durch seine gespeicherten Konzepte einen Sinn zuordnet. Allerdings beinhaltet er auch eine Reihe gedanklicher Schlussfolgerungen, die unbewusst mitausgel\u00f6st werden. Ein Satz wie \u00bbDas Kind trinkt ein Glas Wasser\u00ab<a href=\"#_ftn114\" name=\"_ftnref114\">[114]<\/a> ruft bereits Konzepte hervor, die uns erlauben zu verstehen was, \u00bbein Glas Wasser trinken\u00ab bedeutet. Man hat ein Bild von einem Glas als Gef\u00e4\u00df und von der Bedeutung von Wasser. Schlie\u00dflich auch von jemandem, der es heben und trinken kann.<a href=\"#_ftn115\" name=\"_ftnref115\">[115]<\/a> Das Wort \u00bbKind\u00ab ruft den Frame auf, der unser Wissen \u00fcber ein Kind strukturiert.<a href=\"#_ftn116\" name=\"_ftnref116\">[116]<\/a> Darin befinden sich verschiedene Konzepte wie \u00bbMutter und Vater\u00ab, aber auch \u201eprototypische Vorstellungen \u00fcber genetische, biologische und soziale Beziehungen\u201c<a href=\"#_ftn117\" name=\"_ftnref117\">[117]<\/a> innerhalb dieser Gruppe. Diese Schlussfolgerungen enthalten also bereits bestimmte Unterstellungen bzw. Annahmen, die \u00fcber die reine Bedeutung des Wortes hinausgehen. Dabei ist ausschlaggebend, dass es nicht m\u00f6glich, ist au\u00dferhalb dieses Deutungsrahmens zu denken oder zu sprechen. Lakoff stimmt Hall also dahingehend zu, dass das Wort au\u00dferhalb des Deutungsrahmens keinen Sinn ergibt. Lakoff untermauert seine Argumentation mit neueren Studien aus den Kognitions- und Neurowissenschaften, die sch\u00e4tzten, dass 98% dessen, was im Gehirn w\u00e4hrend des Verstehensprozesses einer Idee abl\u00e4uft, \u201ereflexiv und unbewusst ist\u201c.<a href=\"#_ftn118\" name=\"_ftnref118\">[118]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Metaphern und politische Grund\u00fcberzeugungen<\/p>\n<p>Metaphern finden aber nicht erst \u00fcber Kommunikation im Erwachsenenalter Zugang zu unseren politischen Entscheidungen. Die Weichenstellung f\u00fcr moralische Grund\u00fcberzeugungen, nach denen die Entscheidungen bez\u00fcglich einer moralisch guten und schlechten Politik getroffen werden, findet ebenfalls im Kindesalter durch metaphorische Strukturierung statt. Dabei macht Lakoff zwei konkurrierende Auffassungen von Moral, stellvertretend verankert in zwei Familienmodellen<a href=\"#_ftn119\" name=\"_ftnref119\">[119]<\/a>, fest. Diese Familienmodelle repr\u00e4sentieren unsere Weltsicht, die das Verst\u00e4ndnis moralisch guter und schlechter Politik beinhaltet.<\/p>\n<p>Dabei soll betont werden, dass es in Lakoffs Sinn keine Moral an sich geben kann (also auch keine falsche Moral), sondern lediglich zwei konkurrierende Metaphern f\u00fcr Moral, die jede f\u00fcr sich in den jeweiligen K\u00f6pfen wahr sind.<\/p>\n<p>Die ersten Erfahrungen mit einer Regierung, also mit einem (durch die Eltern) vorgegebenen Verst\u00e4ndnis von Richtig und Falsch, werden in den eigenen Familien gemacht. Vereinfacht lassen sich die Erziehungsmodelle in ein konservatives Familienmodell mit einer \u00bbStrenger-Vater-Moral\u00ab und in ein progressives Familienmodell mit einer \u00bbF\u00fcrsorgliche-Eltern-Moral\u00ab einteilen. \u00dcbertragen auf das politische Verst\u00e4ndnis bedeutet das: staatliche Strenge<a href=\"#_ftn120\" name=\"_ftnref120\">[120]<\/a> und staatliche F\u00fcrsorge<a href=\"#_ftn121\" name=\"_ftnref121\">[121]<\/a>. Sollten zwei Menschen im entgegengesetzten Familienmodell aufwachsen, k\u00f6nnen sie das andere dennoch nachvollziehen, da beide in der westlichen Kultur gegenw\u00e4rtig sind.<\/p>\n<p>In Kombination mit der Metapher \u00bbNation als Familie\u00ab, wird die Erfahrung aus den eigenen Familien unterbewusst auf die Nation \u00fcbertragen. Diese Metapher ist so gel\u00e4ufig, dass kaum jemand zur Kenntnis nimmt, wenn \u00fcber \u00bbVater Staats\u00ab Disziplinierungen und \u00bbMuttis\u00ab<a href=\"#_ftn122\" name=\"_ftnref122\">[122]<\/a> Entscheidungen berichtet wird, man m\u00fcsse f\u00fcr den \u00bbHaushalt sparen\u00ab. Klassischerweise gibt es in diesen Bildern auch ein Familienoberhaupt (z.B. die Repr\u00e4sentanten von Vater Staat) und seine Kinder, die Bev\u00f6lkerung, die weniger Befehlsgewalt haben. Die \u00bbStrenger-Vater-Weltsicht\u00ab geht einher mit einer nat\u00fcrlichen \u00bbSelektion der St\u00e4rksten\u00ab,<a href=\"#_ftn123\" name=\"_ftnref123\">[123]<\/a> weshalb durch Autorit\u00e4t zu Disziplin erzogen wird. Die \u00bbF\u00fcrsorgliche-Eltern-Weltsicht\u00ab versucht durch Empathie zur Verantwortung zu erziehen. Beide Modelle lassen sich in den Programmen der jeweiligen Parteien wiederfinden. So forcieren Sozialprogramme aus konservativer Sicht das System von Belohnung und Strafe, das sich aus dem freien Wettbewerb ergibt. Das Scheitern innerhalb dieses Systems wird unzureichend entwickelter Selbstdisziplin zugeschrieben, durch Bestrafung soll zu h\u00f6heren Anstrengungen motiviert werden (\u00bbMoral ist St\u00e4rke\u00ab).<a href=\"#_ftn124\" name=\"_ftnref124\">[124]<\/a> Die moralische St\u00e4rke der Menschen, die sich innerhalb dessen behaupten k\u00f6nnen, wird dagegen finanziell belohnt.<a href=\"#_ftn125\" name=\"_ftnref125\">[125]<\/a> Hier wurzelt auch der Widerstand der Konservativen gegen hohe Steuern: Sie bestrafen diejenigen, die sich im sozialen Wettbewerb behaupten konnten. Gleichzeitig f\u00fchren staatlich finanzierte Sozialleistungen dazu, dass die Verlierer des Systems sich in der \u00bbsozialen H\u00e4ngematte\u00ab ausruhen, anstatt neue \u00bbLeistungsanreize\u00ab zu bekommen. Das steht im Wiederspruch zum konservativen Grundsatz<a href=\"#_ftn126\" name=\"_ftnref126\">[126]<\/a>: das Wohlergehen aller wird maximiert, wenn jeder sein Eigeninteresse verfolgt (vgl. Adam Smith, die unsichtbare Hand des freien Marktes).<a href=\"#_ftn127\" name=\"_ftnref127\">[127]<\/a><\/p>\n<p>Im \u00bbF\u00fcrsorgliche-Familie-Modell\u00ab tritt der Dialog an die Stelle des hierarchischen Gehorsams. Die Mitglieder der Gesellschaft sollen Verantwortung f\u00fcr sich selbst und andere \u00fcbernehmen lernen, statt zu konkurrieren. Die \u00bbprogressive Weltsicht\u00ab spiegelt sich auch im Umgang deutscher Parteien (z.B. der Linken) mit Steuern wider: Steuern sind gemeinsames Verm\u00f6gen (\u00bbCommon Wealth\u00ab) und so auch f\u00fcr das gemeinsame Wohl zu nutzen (\u00bbCommon Good\u00ab).<a href=\"#_ftn128\" name=\"_ftnref128\">[128]<\/a> Menschen behaupten sich nicht alleine in der Welt, sondern durch die Hilfe anderer (z.B. durch Nutzung der Infrastruktur oder von Erfindungen, die durch staatliche Forschung entwickelt wurden, wie das Internet). So l\u00e4sst sich zusammenfassen, dass jeder, der es in der Wirtschaft nach \u00bboben\u00ab geschafft hat, von der Nutzung der gemeinsamen G\u00fcter profitieren konnte. Deswegen wird es als seine gesellschaftliche Pflicht angesehen, entsprechend h\u00f6here Steuern zu zahlen.<a href=\"#_ftn129\" name=\"_ftnref129\">[129]<\/a> Moralisch spiegelt sich der Unterschied in der Vorstellung von Leistungsgerechtigkeit gegen soziale Gerechtigkeit. W\u00e4hrend im sozialen Wettbewerb die St\u00e4rksten naturgem\u00e4\u00df an die Spitze gelangen, soll der soziale Ausgleich allen Gesellschaftsmitgliedern ann\u00e4hrend gleichen Anteil am gesamtgesellschaftlichen Wohlstand sichern.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte entgegnet werden, dass sowohl die konservative als auch die progressive Familie selten in ihrer Reinform vorkommt. Es gibt Familien, die grundlegend konservativ sind, aber in einigen Punkten progressive Weltsichten vertreten und umgekehrt. Diese Mischform von Moralkonzepten l\u00e4sst sich auch im menschlichen mentalen System finden, in denen der \u00bbBi-Conceptuals\u00ab.<a href=\"#_ftn130\" name=\"_ftnref130\">[130]<\/a> Welches Modell sie auf die Politik \u00fcbertragen, wird dadurch bestimmt, welche Sprache die \u00f6ffentliche Debatte dominiert, und dabei ist das Framing entscheidend.<a href=\"#_ftn131\" name=\"_ftnref131\">[131]<\/a> <a href=\"#_ftn132\" name=\"_ftnref132\">[132]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Gefahren eines metaphorischen Sprachgebrauchs<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich wird diese gedanklich-metaphorische \u00dcbertragung, wenn man sich ihren selektiven Charakter vor Augen f\u00fchrt: Es werden niemals alle Merkmale der einen Sache auf die andere \u00fcbertragen, sondern es wird immer ein Aspekt betont und der andere ausgeblendet \u201eDie eine Idee wird zwar im Sinne der anderen Idee abgebildet, jedoch niemals ersch\u00f6pfend erfasst\u201c<a href=\"#_ftn133\" name=\"_ftnref133\">[133]<\/a>, da es sich sonst um dieselbe Idee handeln w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die komplement\u00e4re Funktion des \u00bbhighlighting\u00ab, das \u00bbhiding\u00ab, verhindert eine alternative Sichtweise auf den Sachverhalt.<a href=\"#_ftn134\" name=\"_ftnref134\">[134]<\/a> Es ist zwar prinzipiell m\u00f6glich, die Deutungsrahmen zu wechseln, aber nie sie gleichzeitig zu aktivieren. Zur Veranschaulichung w\u00e4hlt Lakoff das Bild eines in Linien gezeichneten W\u00fcrfels: Bei der Betrachtung l\u00e4sst sich mit jeweils einer kurzen \u00bbUmschaltphase\u00ab entweder das untere oder das obere Quadrat als vordere Fl\u00e4che bestimmen. Es ist jedoch nicht m\u00f6glich, ihn in beiden Positionen gleichzeitig wahrzunehmen.<a href=\"#_ftn135\" name=\"_ftnref135\">[135]<\/a> Empfindet man Steuern zum Beispiel in konservativer Tradition als Last, kann man sie nicht gleichzeitig als gemeinsamen Reichtum (vgl. \u00bbCommon Wealth\u00ab) wahrnehmen. Das hat erhebliche Folgen f\u00fcr unser Denken, denn die gew\u00e4hlte Metapher entscheidet so, \u201eauf welche Aspekte wir uns konzentrieren und welche unser Gehirn ignoriert\u201c.<a href=\"#_ftn136\" name=\"_ftnref136\">[136]<\/a> Das macht eine bewusste politische Kommunikation so entscheidend.<\/p>\n<p>Es ist in der politischen Kommunikation also m\u00f6glich, Metaphern als \u201eselektives Instrument\u201c<a href=\"#_ftn137\" name=\"_ftnref137\">[137]<\/a>, einzusetzen, weil sie entscheiden \u201ewie unser Gegen\u00fcber die Situation wahrnimmt\u201c<a href=\"#_ftn138\" name=\"_ftnref138\">[138]<\/a>. Ebenfalls gilt: Je h\u00e4ufiger eine Metapher wiederholt wird, desto st\u00e4rker werden die entsprechenden Verbindungen physisch im Gehirn gest\u00e4rkt.<a href=\"#_ftn139\" name=\"_ftnref139\">[139]<\/a> Dabei reicht es, die Metapher in einer politischen Diskussion \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg zu h\u00f6ren. \u00c4hnlich wie die Definitionen der Elite (nach Hall) durch mediale Verbreitung zum Konsens werden, wird die Metapher \u201ein unseren K\u00f6pfen zum Common Sense, also zum allgemeinen Verst\u00e4ndnis der Situation\u201c.<a href=\"#_ftn140\" name=\"_ftnref140\">[140]<\/a> Gleichzeitig \u2013 und das ist das Entscheidende \u2013 wird ein alternatives Verst\u00e4ndnis der Situation ausgeschlossen. Die Metapher entscheidet also nicht nur, was wir denken, sondern auch, \u201ewas wir nicht denken.\u201c<a href=\"#_ftn141\" name=\"_ftnref141\">[141]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Auswirkungen auf die politische Kommunikation<\/p>\n<p>In der vorangegangen Darstellung wurden die wesentlichen Punkte Lakoffs gegen die Existenz eines rationalen W\u00e4hlers hervorgebracht: Erstens, Worten, die nur innerhalb von Frames Sinn ergeben, kann keine objektive Bedeutung beigemessen werden. Worte k\u00f6nnen die Welt also nicht abbilden, wie sie existiert, das hei\u00dft Denken kann nicht buchst\u00e4blich stattfinden.<a href=\"#_ftn142\" name=\"_ftnref142\">[142]<\/a> Zweitens, gibt es kulturell gepr\u00e4gte Weltanschauungen, weswegen Denken nicht universell sein kann. Da Erfahrungen unser Gehirn physisch unterschiedlich formen, denken wir auch unterschiedlich. Drittens, spricht Lakoff \u2013 wie Hall \u2013 der Existenz von Deutungsrahmen in der politischen Kommunikation einen h\u00f6heren Wert zu als Fakten.<a href=\"#_ftn143\" name=\"_ftnref143\">[143]<\/a> Allerdings geschehen all diese Prozesse nicht bewusst, denn Denken findet gr\u00f6\u00dftenteils, wie die Kognitionswissenschaften best\u00e4tigen, unbewusst statt.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen auf die politische Kommunikation k\u00f6nnen daraus gezogen werden? Richtet sich Politik nach dem Rationalismus aus, besteht ihre Hauptaufgabe darin, der Bev\u00f6lkerung alle politischen Fakten zug\u00e4nglich zu machen, damit der rationale W\u00e4hler die Informationen vern\u00fcnftig abw\u00e4gen und diejenige Partei w\u00e4hlen kann, die seine wichtigsten Eigeninteressen vertritt. Doch, wie aufgezeigt wurde, \u201en\u00fctzen [Fakten] nur dort, wo sie in mentale Strukturen passen.\u201c<a href=\"#_ftn144\" name=\"_ftnref144\">[144]<\/a> W\u00e4hrend die Progressiven Wahlkampf getreu dem Motto \u201ethe facts will set you free\u201c<a href=\"#_ftn145\" name=\"_ftnref145\">[145]<\/a> betreiben, fanden Meinungsforscher aus dem konservativen Lager bereits in den 70er Jahren heraus, dass \u201ematerielles Eigeninteresse ein marginaler Indikator f\u00fcr Wahlverhalten [ist]\u201c<a href=\"#_ftn146\" name=\"_ftnref146\">[146]<\/a>, und kommunizieren seitdem stattdessen moralische Werte<a href=\"#_ftn147\" name=\"_ftnref147\">[147]<\/a>.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal in der Strategie der Konservativen von den Progressiven.<a href=\"#_ftn148\" name=\"_ftnref148\">[148]<\/a> Auch wenn Lakoff sich haupts\u00e4chlich auf Nordamerika bezieht, k\u00f6nnen die Erkenntnisse ebenso auf Deutschland \u00fcbertragen werden. Im Bundestagswahlkampf 2013 entschied sich die CDU f\u00fcr einen personalisierten Wahlkampf um Angela Merkel mit Slogans wie \u00bbJede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig\u00ab, w\u00e4hrend die Linke mit ihren politischen Positionen \u00bbWaffenexporte verhindern! Auslandseins\u00e4tze beenden!\u00ab warb. Da es aber nicht die politischen Positionen sind, nach denen B\u00fcrger ihre Wahlentscheidung unterbewusst treffen, sondern ihre moralischen \u00dcberzeugungen, hilft es nicht, die Politik vorzustellen, die betrieben werden soll, wenn man ihren moralischen Wert nicht in einen entsprechenden Kontext einbettet.<a href=\"#_ftn149\" name=\"_ftnref149\">[149]<\/a> Das, so Lakoff, sei ein h\u00e4ufiger und verh\u00e4ngnisvoller Fehler der progressiven Parteien.<\/p>\n<p>Seit \u00fcber 40 Jahren haben Konservative deswegen \u201eMilliarden von Dollar investiert, um ihre politische Ideologie auszuarbeiten und sie in Sprache umzusetzen.\u201c<a href=\"#_ftn150\" name=\"_ftnref150\">[150]<\/a> Dazu unterhalten sie amerikaweit \u00fcber 40 Think-Tanks (Stand 2011).<a href=\"#_ftn151\" name=\"_ftnref151\">[151]<\/a> Aber auch in Deutschland gibt es die \u00bbInitiative Neue Soziale Marktwirtschaft\u00ab\u00a0(INSM) oder die \u00bbBertelsmann Stiftung\u00ab, um nur zwei bekannte Beispiele zu nennen.\u00a0Durch Aneignung von Fernsehsendern wie \u00bbFOX\u00ab k\u00f6nnen die Konservativen in den USA ihre Ideologie \u00fcber Medien verbreiten. Dar\u00fcber hinaus sind Agenturen entstanden, deren Aufgabe es ist, Intellektuelle mit konservativer Weltsicht als Experten in Fernsehsendungen einzusetzen.<\/p>\n<p>So wird die konservative Sprache nicht nur in der Bev\u00f6lkerung verbreitet, sondern auch von der politischen Opposition \u00fcbernommen, was dazu f\u00fchrt, dass die Opposition die entsprechenden neuronalen Verbindungen noch weiter st\u00e4rkt und es sich selbst verwehrt, anschlie\u00dfend Fakten n\u00fctzlich in die Diskussion einbringen zu k\u00f6nnen. Die \u00bbNew York Times\u00ab<a href=\"#_ftn152\" name=\"_ftnref152\">[152]<\/a> fand in einem Experiment 2006 heraus, was Lakoff bereits seit drei\u00dfig Jahren konstatiert: Parteiliches Denken findet unbewusst statt. Erkl\u00e4rte Demokraten und Republikaner erkannten auf Anhieb, wenn die politische Opposition log, erkannten aber nicht, wenn der eigene Kandidat ebenfalls log. Es wird nicht bewusst entschieden, ob Fakten relevant sind oder nicht: Widersprechen sie dem Common Sense, prallen sie automatisch ab.<a href=\"#_ftn153\" name=\"_ftnref153\">[153]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schluss: Fakten oder Fiktionen?<\/p>\n<p>Elisabeth Klaus und Margret L\u00fcnenborg sprechen sich f\u00fcr \u201eeine \u00dcberwindung des vermeintlichen Gegensatzes von Fakten und Fiktionen\u201c<a href=\"#_ftn154\" name=\"_ftnref154\">[154]<\/a> aus. Sie kommen zu der Auffassung, Fakten seien im Journalismus nur \u201ein ihrer kontextuellen Einbindung\u201c<a href=\"#_ftn155\" name=\"_ftnref155\">[155]<\/a> als zentrales Element der objektiven Berichterstattung anzusehen. Erst die Fiktion macht die Pr\u00e4sentation von Fakten zu einem Produkt der Journalistik,<a href=\"#_ftn156\" name=\"_ftnref156\">[156]<\/a> die man von statistischen Jahrb\u00fcchern, Lexika und Datensammlungen abgrenzen kann. Sie stellen immer einen \u201e[&#8230;] Teil bestimmter Diskurse, kultureller Erkl\u00e4rungsmuster oder gesellschaftlicher Debatten [&#8230;]\u201c<a href=\"#_ftn157\" name=\"_ftnref157\">[157]<\/a> dar, ohne dessen Kontextualisierung sie sinnlos w\u00e4ren. \u201eDie [&#8230;] \u00fcbermittelten Fakten schaffen eine Br\u00fccke zwischen unseren [&#8230;] Alltagserfahrungen und unseren weiter gehenden Lebensweisen und kulturellen Deutungsmustern.\u201c<a href=\"#_ftn158\" name=\"_ftnref158\">[158]<\/a> Deswegen seien im Journalismus \u201eFakten ohne Fiktionen irrelevant\u201c.<a href=\"#_ftn159\" name=\"_ftnref159\">[159]<\/a> Fiktionen hingegen k\u00f6nnen Aussagen treffen, ohne sich notwendigerweise auf Tatsachen oder Fakten st\u00fctzen zu m\u00fcssen. Klaus und L\u00fcnenborg ziehen die Brockhaus\u2018sche Definition der \u00bbfictio\u00ab (lat.), Bildung, Formung und Gestaltung, heran, um darin die Aufgabe des Journalismus neu zu definieren: Sie gebe \u201eFakten eine Gestalt und formt sie in einer Weise, die das Zeitgespr\u00e4ch der Gesellschaft \u00fcber sich selbst erm\u00f6glicht.\u201c<a href=\"#_ftn160\" name=\"_ftnref160\">[160]<\/a> Je nach Publikationsgattung werden die Informationen in unterschiedlichen Fiktionen pr\u00e4sentiert und vom Publikum unterschiedlich interpretiert.<\/p>\n<p>Als weiteres Argument wird angef\u00fchrt, dass Fakten keinen Garanten f\u00fcr Wahrheit darstellen, \u201eebenso wenig wie Fiktionen per se F\u00e4lschungen [seien]\u201c.<a href=\"#_ftn161\" name=\"_ftnref161\">[161]<\/a> Exemplarisch wird diese Aussage durch den selbsternannten Konzeptk\u00fcnstler Tom Kummer untermauert, der Hollywood-Interviews f\u00e4lschte. Daraus ziehen die Autoren den Schluss, dass fiktive Interviews mehr Wahrheit enthalten k\u00f6nnten, als die von PR-Agenturen strategisch vorgeschriebenen Statements, die Politiker und Prominente lernen und aufsagen. Allerding ist dieses Beispiel nur bedingt als Argument anzuerkennen, da Beeinflussung der Meinungsbildung bei Hollywood-Interviews nicht solch weitreichende Folgen f\u00fcr die Gesellschaft haben wie in der politischen Kommunikation. Es wurde bereits deutlich gemacht, dass das Objektivit\u00e4tspostulat in dieser publizistischen Sparte nicht den Stellenwert hat, den es in der politischen Kommunikation einnimmt. Bei Letzterer geht es um das Funktionieren von Demokratie, um Wahlverhalten, \u00f6ffentliche Meinung und Legitimation von Politik. Es k\u00f6nnte sich hier als folgenschwer erweisen, die faktenorientierte Berichterstattung zugunsten fiktiver Berichterstattung zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>Obwohl auch Lakoff mit der lakonischen Kernaussage \u201eFrames \u00fcbertrumpfen Fakten\u201c<a href=\"#_ftn162\" name=\"_ftnref162\">[162]<\/a> Deutungsrahmen eindeutig den h\u00f6heren Wert beimisst, ist seine Schlussfolgerung eine andere. Eine Trennung von Meinung und Information k\u00f6nne einen objektiven Journalismus deswegen nicht gew\u00e4hrleisten, weil es keine wertneutrale Sprache in der Politik gebe, die es erm\u00f6glichen w\u00fcrde, neutral \u00fcber Fakten zu berichten.<a href=\"#_ftn163\" name=\"_ftnref163\">[163]<\/a> Journalisten \u00fcbernehmen h\u00e4ufig konservative Sprache, als sei sie wertneutral, und verbreiten damit das konservative Framing politischer Themen. Deswegen ist es entscheidend, den Prozess hinter der politischen Sprache zu verstehen, um Informationen keinen unintendierten Deutungsrahmen zu geben.<\/p>\n<p>Darum fordert Lakoff einen bewussten Journalismus, der die grundlegenden Erkenntnisse aus der Gehirnforschung und die Reflexion von Sprache als verpflichtenden Teil der Ausbildung einbezieht. Journalisten m\u00fcssten lernen, welche Weltsicht aus einer Metapher entspringt, welche Aspekte der Wirklichkeit sie ausblendet, was sie hervorhebt und welche Handlungs- und Denkweisen sie hervorruft. Lakoff betont, dass \u201e[p]olitischer Sprachgebrauch und Medienfreiheit eng zusammen[h\u00e4ngen].\u201c<a href=\"#_ftn164\" name=\"_ftnref164\">[164]<\/a> Unterw\u00fcrfen sie sich unreflektiert dem \u201eSprachdiktat der politischen Parteien\u201c<a href=\"#_ftn165\" name=\"_ftnref165\">[165]<\/a>, ignorierten sie ihre zentrale Verantwortung in der Demokratie, den \u00f6ffentlichen Diskurs frei und transparent zu halten (vgl. 2. Funktionen der Medien).<\/p>\n<p>Die Forderung eines bewussten Journalismus ist aufgrund der demokratietheoretischen Relevanz politischer Kommunikation sinnvoller als eine Vernachl\u00e4ssigung der Trennung von Fakten und Fiktion. Selbst in Anlehnung an Lakoffs These des fehlenden Rationalismus, die einem Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung abspricht, das Wahlverhalten nach Fakten und eigenen Interessen auszurichten, sondern nach Frames und den in ihnen vermittelten Werten, darf die Schlussfolgerung dennoch nicht sein, die Bem\u00fchung um eine realit\u00e4tsgerechte Darstellung der politischen Ereignisse einzustellen. Dies w\u00fcrde bedeuten, die Ideen von Aufkl\u00e4rung und Rationalismus, die mit der Autonomie und W\u00fcrde des Menschen in Zusammenhang stehen, aufzugeben zugunsten eines v\u00f6llig entkoppelten Relativismus, welcher der Demokratie seine anthropologische Grundlage entz\u00f6ge. Demokratie ist auf die Idee des rationalen B\u00fcrgers angewiesen, ohne den es keinen allgemeinen Willen und keine Legitimation durch Wahlen oder \u00f6ffentliche Meinung geben kann.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung aus den Problemen kann daher nicht sein, Fiktionen mit Fakten gleichzusetzen, sondern sollte in einer Aufkl\u00e4rung bez\u00fcglich der Wirkung der Metapher und einem bewussten Umgang mit Sprache liegen. Durch Bildung k\u00f6nnten B\u00fcrger und Journalisten f\u00fcr den rationalen Umgang mit diesen Problemen ausgebildet und ger\u00fcstet werden. Durch Einbezug grundlegender Erkenntnisse aus den Kognitionswissenschaften und die Reflexion von Sprache in der Schulung k\u00f6nnen Journalisten lernen, welche Wirkungen Frames und Metaphern auf ihre Berichterstattung haben. Lakoff betont, dass Gedankenfreiheit Voraussetzung ist f\u00fcr Entscheidungsfreiheit. Der bewusste Journalismus k\u00f6nne so der neue \u201eobjektive Journalismus\u201c<a href=\"#_ftn166\" name=\"_ftnref166\">[166]<\/a> werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Erster Chefredakteur von ARD-aktuell und somit der Tagesthemen und der Tagesschau.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Huber: ARD kritisiert ARD, unter: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/ukraine-konflikt-ard-kritisiert-ard\/10720438.html\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/ukraine-konflikt-ard-kritisiert-ard\/10720438.html<\/a> [07.11.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Meisner: Neuer \u00c4rger um altes Panzer-Bild, unter: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/ukraine-konflikt-im-wdr-neuer-aerger-um-altes-panzer-bild\/10651538.html\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/ukraine-konflikt-im-wdr-neuer-aerger-um-altes-panzer-bild\/10651538.html<\/a> [07.11.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Gniffke: Zwischenbilanz: Der Ukraine-Konflikt in der Tagesschau, unter: <a href=\"http:\/\/blog.tagesschau.de\/2014\/%2009\/29\/zwischenbilanz-der-ukraine-konflikt-in-der-tagesschau\/\">http:\/\/blog.tagesschau.de\/2014\/ 09\/29\/zwischenbilanz-der-ukraine-konflikt-in-der-tagesschau\/<\/a> [07.11.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Gniffke: Noch einmal: Ukraine-Berichterstattung, unter: <a href=\"http:\/\/blog.tagesschau.de\/2014\/10\/01\/noch-einmal-ukraine-berichterstattung\/\">http:\/\/blog.tagesschau.de\/2014\/10\/01\/noch-einmal-ukraine-berichterstattung\/<\/a> [07.11.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Der SPIEGEL Nr. 31, Titel: \u201eStoppt Putin jetzt!\u201c [vom 26.07.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Pressekodex (1973), unter: http:\/\/www.presserat.de\/pressekodex\/pressekodex\/ [20.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0Vgl. SZ-Redaktion: Deutsche verlieren Vertrauen in die Medien, unter: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/%20wirtschaft\/korruptionsbericht-von-transparency-international-deutsche-verlieren-vertrauen-in-die-medien-1.1716739\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/ wirtschaft\/korruptionsbericht-von-transparency-international-deutsche-verlieren-vertrauen-in-die-medien-1.1716739<\/a> [07.11.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Weischenberg: Journalismus in Deutschland II, unter: <a href=\"https:\/\/www.wiso.uni-hamburg.de\/fileadmin\/sowi\/journalistik\/kvvarchiv\/KvvArchiv\/jid.html\">https:\/\/www.wiso.uni-hamburg.de\/fileadmin\/sowi\/journalistik\/kvvarchiv\/KvvArchiv\/jid.html<\/a> [20.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Grundgesetz, Artikel 20, Absatz 2: \u201eAlle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausge\u00fcbt.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00bbSPIEGEL-Urteil\u00ab des Bundesverfassungsgerichts vom 05.08.1966, unter: http:\/\/www.servat.unibe.ch \/dfr\/bv020162.html# [15.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Landespressegesetz Paragraf 3:\u00a0Die Presse erf\u00fcllt eine \u00f6ffentliche Aufgabe insbesondere dadurch, dass sie Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik \u00fcbt oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirkt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Habermas (1990), S. 35.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Habermas (1990), S. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Habermas (1990), S. 44.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. Habermas (1990), S. 41ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> <em>Anmerkung:<\/em> So etwa der Zivilgesellschaft. Habermas versteht unter Zivilgesellschaft \u201enicht-staatliche und nicht-\u00f6konomische Zusammenschl\u00fcsse auf freiwilliger Basis\u201c (Habermas (1990), S. 46). Sie soll eine Gegen\u00f6ffentlichkeit bilden zur vermachteten staatlich-verwaltungstechnischen \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. Redaktionsstatut f\u00fcr die S\u00fcddeutsche Zeitung (1981), S.2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. \u00bbDIE ZEIT\u00ab Redaktion und Verlag im Profil, unter: <a href=\"http:\/\/www.zeit-verlagsgruppe.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/pressemappe.pdf\">http:\/\/www.zeit-verlagsgruppe.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/pressemappe.pdf<\/a> [20.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. 4. Ziffer 1 in: Publizistische Grunds\u00e4tze (auch: Pressekodex), abgedruckt im deutschen Presserat (1973), unter: http:\/\/www.presserat.de\/pressekodex\/pressekodex\/ [20.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Wyss (2003), S. 37f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. Schmidt\/Weischenberg (1994), S. 224f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. Grittmann (2007), S. 232.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Saxer (2012), S. 22f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Hall (2001), S. 319.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Bentele (2008), S. 96.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Branahl (2010), S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 96.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Branahl (2010), S. 9f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 118.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Vgl. STG: So sch\u00f6n ist R\u00fcgen, unter: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/?dig=2004\/08\/03\/a0205\">http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/?dig=2004\/08\/03\/a0205<\/a> [10.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 95.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 105.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 108.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Weischenberg (2001), S. 56.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Bentele (2008), S. 158.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 156.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Saxer (2012), S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Saxer (2012), S. 61.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Vgl. Saxer (2012), S. 25.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Saxer (2012), S. 37.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Vgl. Saxer (2012), S. 58.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Vgl. Saxer (2012), S. 58.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Vgl. Bentele (2008), S. 107. <em>Anmerkung:<\/em> Nach Bentele war ein wesentliches Argument gegen objektive Publizistik in den 60 und 70er Jahren, dass sie bestehende Machtverh\u00e4ltnisse verst\u00e4rkt und die Standpunkte der offiziellen Institutionen favorisiert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Vgl. Saxer (2012), S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Vgl. Saxer (2012), S. 59.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Vgl. Saxer (2012), S. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Saxer (2012), S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Hall (2001), S. 346.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Hall (2001), S. 345.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Hall (2001), S. 353.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Hall (2001), S. 347.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Hall (2001), S. 348.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Hall (2001), S. 349.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Hall (2001), S. 348.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Vgl. Hall (2001), S. 354.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Hall (2001), S. 354.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Hall (2001), S. 355.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Hall (2001), S. 355.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Hall (2001), S. 356.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Hall (2001), S. 357.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Hall (2001), S. 358.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Hall (2001), S. 359.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Vgl. Hall (2001), S. 360.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Hall (2001), S. 363.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref84\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Hall (2001), S. 364.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref85\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref86\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref87\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> Hall (2001), S. 365.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref88\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref89\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> Hall (2001), S. 367.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref90\" name=\"_ftn90\">[90]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref91\" name=\"_ftn91\">[91]<\/a> Hall (2001), S. 368.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref92\" name=\"_ftn92\">[92]<\/a> Hall (2001), S. 369.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref93\" name=\"_ftn93\">[93]<\/a> Hall (2001), S. 351.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref94\" name=\"_ftn94\">[94]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref95\" name=\"_ftn95\">[95]<\/a> Hall (2001), S. 352.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref96\" name=\"_ftn96\">[96]<\/a> Vgl. Lakoff\/Johnson (1998).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref97\" name=\"_ftn97\">[97]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref98\" name=\"_ftn98\">[98]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 69.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref99\" name=\"_ftn99\">[99]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 70.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref100\" name=\"_ftn100\">[100]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref101\" name=\"_ftn101\">[101]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref102\" name=\"_ftn102\">[102]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref103\" name=\"_ftn103\">[103]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 16f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref104\" name=\"_ftn104\">[104]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref105\" name=\"_ftn105\">[105]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 70. &#8211; Es wird nicht deutlich, warum Lakoff einen so radikalen Schluss aus seiner Argumentation zieht. Mit dem Eingest\u00e4ndnis, es gebe nicht-metaphorische Konzepte, beschreibt Lakoff selbst Beobachtungen, die tats\u00e4chlich ein Abbild der Realit\u00e4t darstellen, also buchst\u00e4blich sind. Um die Brisanz seiner Theorie zu begr\u00fcnden, w\u00e4re es ausreichend nachzuweisen, dass buchst\u00e4bliches Denken bei abstrakten Begriffen nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref106\" name=\"_ftn106\">[106]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref107\" name=\"_ftn107\">[107]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 25.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref108\" name=\"_ftn108\">[108]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 23.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref109\" name=\"_ftn109\">[109]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref110\" name=\"_ftn110\">[110]<\/a> <em>Anmerkung<\/em>: Dabei wird nicht ausgeschlossen, dass Menschen aus anderen Kulturen Zeit dennoch als wertvoll erachten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref111\" name=\"_ftn111\">[111]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref112\" name=\"_ftn112\">[112]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref113\" name=\"_ftn113\">[113]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref114\" name=\"_ftn114\">[114]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 74.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref115\" name=\"_ftn115\">[115]<\/a> Vgl. Wehling\/Lakoff (2011): Die neue Sprache der Sozialdemokratie, S. 3. Unter: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/08012-20110525.pdf\">http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/08012-20110525.pdf<\/a> [10.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref116\" name=\"_ftn116\">[116]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 77.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref117\" name=\"_ftn117\">[117]<\/a> Wehling\/Lakoff (2011): Die neue Sprache der Sozialdemokratie, S. 5. Unter: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/08012-20110525.pdf\">http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/08012-20110525.pdf<\/a> [10.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref118\" name=\"_ftn118\">[118]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref119\" name=\"_ftn119\">[119]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref120\" name=\"_ftn120\">[120]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref121\" name=\"_ftn121\">[121]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 47.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref122\" name=\"_ftn122\">[122]<\/a> Vgl. Pramstaller: Wie L\u00e4mmer, die Merkel nachlaufen unter: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/%202013-09\/Merkel-Mutti-Demokratie-Psychoanalyse\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/ 2013-09\/Merkel-Mutti-Demokratie-Psychoanalyse<\/a> [20.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref123\" name=\"_ftn123\">[123]<\/a> <em>Anmerkung<\/em>: \u00bbsurvival of the strongest\u00ab ist eine Fehlinterpretation durch einen in Amerika dominierenden konservativen Frame. Die richtige Bezeichnung w\u00e4re \u00bbsurvival oft he fittest\u00ab.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref124\" name=\"_ftn124\">[124]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref125\" name=\"_ftn125\">[125]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 44.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref126\" name=\"_ftn126\">[126]<\/a> <em>Anmerkung<\/em>: Lakoff verwendet die Unterteilung in Konservative und Progressive. In Deutschland w\u00fcrde dieser Sachverhalt eher als \u00bbliberal\u00ab bezeichnet werden. Jedoch bilden liberale Wirtschaftsvorstellungen starke Elemente konservativer Politik.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref127\" name=\"_ftn127\">[127]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 46.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref128\" name=\"_ftn128\">[128]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref129\" name=\"_ftn129\">[129]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 55.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref130\" name=\"_ftn130\">[130]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 62.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref131\" name=\"_ftn131\">[131]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 63.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref132\" name=\"_ftn132\">[132]<\/a> <em>Anmerkung<\/em>: Die deutsche Parteilandschaft ist zwar differenzierter als die amerikanische, jedoch lassen sich die beiden Archetypen \u00bbkonservativ\u00ab und \u00bbprogressiv\u00ab auch in Deutschland als grobe Str\u00f6mung unterteilen und den Parteien zuordnen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref133\" name=\"_ftn133\">[133]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref134\" name=\"_ftn134\">[134]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 98.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref135\" name=\"_ftn135\">[135]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 75.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref136\" name=\"_ftn136\">[136]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref137\" name=\"_ftn137\">[137]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 30.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref138\" name=\"_ftn138\">[138]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref139\" name=\"_ftn139\">[139]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 30ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref140\" name=\"_ftn140\">[140]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref141\" name=\"_ftn141\">[141]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref142\" name=\"_ftn142\">[142]<\/a> Vgl. Fu\u00dfnote 148.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref143\" name=\"_ftn143\">[143]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 73.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref144\" name=\"_ftn144\">[144]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 71.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref145\" name=\"_ftn145\">[145]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 70.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref146\" name=\"_ftn146\">[146]<\/a> Kinder 1998 zit. n. Wehling\/Lakoff (2011): Die neue Sprache der Sozialdemokratie, S. 5. Unter: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/08012-20110525.pdf\">http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/08012-20110525.pdf<\/a> [10.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref147\" name=\"_ftn147\">[147]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 71.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref148\" name=\"_ftn148\">[148]<\/a> <em>Anmerkung:<\/em> Bis zu Obamas Wahlkampf 2008\/2009 \u00bbYes, we can\u00ab, der ebenfalls auf Werten basierte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref149\" name=\"_ftn149\">[149]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 83.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref150\" name=\"_ftn150\">[150]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 78.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref151\" name=\"_ftn151\">[151]<\/a>Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref152\" name=\"_ftn152\">[152]<\/a> Vgl. Stanley: The Human Behavior Experiments: What Can Be Done in the Name of Obedience, unter: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2006\/06\/01\/arts\/television\/01huma.html?_r=0\">http:\/\/www.nytimes.com\/2006\/06\/01\/arts\/television\/01huma.html?_r=0<\/a> [15.10.2014].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref153\" name=\"_ftn153\">[153]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 73.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref154\" name=\"_ftn154\">[154]<\/a> Klaus\/L\u00fcnenborg (2002), S. 103.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref155\" name=\"_ftn155\">[155]<\/a> Klaus\/L\u00fcnenborg (2002), S. 102.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref156\" name=\"_ftn156\">[156]<\/a> Vgl. Klaus\/L\u00fcnenborg (2002), S. 101.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref157\" name=\"_ftn157\">[157]<\/a> Klaus\/L\u00fcnenborg (2002), S. 102.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref158\" name=\"_ftn158\">[158]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref159\" name=\"_ftn159\">[159]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref160\" name=\"_ftn160\">[160]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref161\" name=\"_ftn161\">[161]<\/a> Klaus\/L\u00fcnenborg (2002), S. 103.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref162\" name=\"_ftn162\">[162]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 72.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref163\" name=\"_ftn163\">[163]<\/a> Vgl. Lakoff\/Wehling (2009), S. 175.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref164\" name=\"_ftn164\">[164]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref165\" name=\"_ftn165\">[165]<\/a> Lakoff\/Wehling (2009), S. 178.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref166\" name=\"_ftn166\">[166]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Bentele, G\u00fcnther: Geschichte und Relevanz der Objektivit\u00e4tsnorm, in: Objektivit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit: Medienrealit\u00e4t rekonstruiert, hrsg. v. Stefan Wehmeier\/Howard Nothaft\/Ren\u00e9 Seidenglanz, Wiesbaden 2008, S. 79-165.<\/p>\n<p>Bentele, G\u00fcnther: Realit\u00e4t und Medienrealit\u00e4t, in: Medienrealit\u00e4t rekonstruiert, hrsg. v. Stefan Wehmeier\/Howard Nothaft\/Ren\u00e9 Seidenglanz, Wiesbaden 2008, S. 257-367.<\/p>\n<p>Branahl, Udo: Was Medien d\u00fcrfen und sollen: Sensation und Gesetze, in: Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung 309 (2010), S. 9-12.<\/p>\n<p>Grittmann, Elke: Das politische Bild. K\u00f6ln 2007.<\/p>\n<p>Habermas, J\u00fcrgen: Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit, Frankfurt am Main 1990.<\/p>\n<p>Hall, Steward: Die strukturierte Vermittlung von Ereignissen. In: Grundlagentexte zur Fernsehwissenschaft. Theorie, Geschichte, Analyse, hrsg. v. Ralf Adelmann et all. Adelmann, Ralf, et. All. Konstanz 2001, S. 344-375.<\/p>\n<p>Klaus, Elisabeth\/L\u00fcneborg, Margret: Journalismus: Fakten, die unterhalten \u2013 Fiktionen, die Wirklichkeit schaffen, in: Grundlagentexte zur Journalistik, hrsg. v. Irene Neverla\/Elke Grittmann\/Monika Prater, Konstanz 2002, S. 100-113<\/p>\n<p>Lakoff, Georg\/Johnson, Mark: Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern, Heidelberg 1998.<\/p>\n<p>Lakoff, George\/Wehling, Elisabeth: <em>Auf leisen Sohlen ins Gehirn.\u00a0Politische Sprache und ihre heimliche Macht, Heidelberg 2009.<\/em><\/p>\n<p>Saxer, Ulrich: Die Objektivit\u00e4t publizistischer Information, in: Objektivit\u00e4t im Journalismus, hrsg. v. Hans Wagner, Baden-Baden 2012, S. 11-60<\/p>\n<p>Schmidt, Siegfried\/Weischenberg, Siegfried: Mediengattungen; Berichterstattungsmuster, Darstellungsformen, in: Die Wirklichkeit der Medien, hrsg. v. Klaus Merten\/Siegfried Schmidt\/Siegfried Weischenberg, Opladen 1994.<\/p>\n<p>Weischenberg, Siegfried: Nachrichten-Journalismus. Anleitungen und Qualit\u00e4ts-Standards f\u00fcr die Medienpraxis, Wiesbaden 2001.<\/p>\n<p>Wyss, Vinzenz: Journalistische Qualit\u00e4t und Qualit\u00e4tsmanagement, in: Qualit\u00e4t im Journalismus. Grundlagen-Dimensionen-Praxismodelle, hrsg. v. Hans-J\u00fcrgen Bucher\/Klaus-Dieter Altmeppen, Wiesbaden 2003, S. 129-145<\/p>\n<p>Wyss, Vinzenz: Redaktionlesses Qualit\u00e4tsmanagement. Ziele, Normen, Ressourcen, Konstanz, zit. n. Wyss, Vinzenz: Journalistische Qualit\u00e4t und Qualit\u00e4tsmanagement, in: Qualit\u00e4t im Journalismus. Grundlagen-Dimensionen-Praxismodelle, hrsg. v. Hans-J\u00fcrgen Bucher\/Klaus-Dieter Altmeppen, Wiesbaden 2003, S. 129-145<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgewogene Wahrheiten<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[256,852,1164,1697,2251],"class_list":["post-5407","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ausgewogenheit","tag-george-lakoff","tag-journalismus","tag-objektivitaet","tag-stuart-hall"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5407"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5407\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}