{"id":5472,"date":"2016-03-01T17:36:42","date_gmt":"2016-03-01T15:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=5472"},"modified":"2016-03-01T17:36:42","modified_gmt":"2016-03-01T15:36:42","slug":"hip-hopsammelrezensionvon-martin-seeliger1-3-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/03\/01\/hip-hopsammelrezensionvon-martin-seeliger1-3-2016\/","title":{"rendered":"Hip-HopSammelrezensionvon Martin Seeliger1.3.2016"},"content":{"rendered":"<p>Rap in Deutschland &#8211; Raplightenment?<!--more--><\/p>\n<p>Dass Rap und HipHop einerseits als Ausdrucksformen und andererseits als Gegenstand \u00f6ffentlicher Diskussionen politische Angelegenheiten darstellen, haben seit einigen Jahren auch Vertreter der deutschsprachigen Kulturwissenschaft erkannt (und in eine entsprechende Forschungspraxis \u00fcberf\u00fchrt). Was eine solche Perspektive zum Verst\u00e4ndnis von Rap beitragen kann, versuchen Philipp Hannes Marquardt und Ayla G\u00fcler Saied in ihren (jeweils als Dissertationen angefertigten) Untersuchungen darzustellen.<\/p>\n<p>In seinem Buch \u201aRaplightenment\u2018 vergleicht Marquardt Texte aus dem Spektrum Aufkl\u00e4rungsliteratur des 18. Jahrhunderts mit Rap-Lyrics aus den 1990er Jahren. Ziel dieses Vergleichs ist es, \u00fcberzeitliche Konstanten im menschlichen Ausdruck als Muster aufkl\u00e4rerischer Kulturelemente zu identifizieren. Die wissenschaftliche und politische Absicht dahinter bringt der Autor in einem Interview auf der Verlagshomepage wie folgt auf den Punkt: <strong>\u201e<\/strong>Was n\u00fctzt es, wenn man Immanuel Kants Aufkl\u00e4rungs-Definition auswendig kennt, aber nicht mehr dar\u00fcber nachdenkt, was selbstverschuldete und feige Unm\u00fcndigkeit eigentlich zur Folge hat?\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Der aktuelle Stand der kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung, in die sich die komparatistische Untersuchung einf\u00fcgt, referiert der Autor relativ knapp und unter besonderem Bezug auf die Studie von Friedrich und Klein (2003). W\u00e4hrend diese Arbeit ohne Frage den wohl wichtigsten (und dies nicht nur, weil sie am h\u00e4ufigsten zitiert wurde) Beitrag darstellt, wirkt sich Marquardts ausbleibende Rezeption soziologischer Literatur (siehe etwa die Beitr\u00e4ge aus Dietrich\/Seeliger 2012) irref\u00fchrend auf den Argumentationsgang aus (mehr dazu weiter unten).<\/p>\n<p>Im den Texten der HipHop-Kultur erkennt der Autor nun ein aufkl\u00e4rungsphilosophisches Grundmotiv mit den \u201eFixpunkten Emanzipation, Popularisierung, Herrschaft sowie Selbstkritik und -aufl\u00f6sung\u201c, welches er anhand der untersuchten Rap-Lyrics Texte \u201evon der Gegenwart her auszuloten\u201c (7) versucht. Die zentrale Gemeinsamkeit in den Genres von HipHop und Aufkl\u00e4rung erkennt er hierbei in der \u201eargumentativen Synthese enzyklop\u00e4distischer Wissensproduktion und dialogischer (Selbst-)Reflexivit\u00e4t\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Indem er systematisch aufkl\u00e4rerische Originaltexte von Schiller oder Diderot (kontrastiv wie vergleichend) in Beziehung zu Rap Lyrics von Musikern wie Freundeskreis, Torch oder Eminem setzt, weist Marquardt diese \u00c4hnlichkeiten nach und gelangt zu dem Schluss \u201eauf einen politisch aktiven, \u00f6ffentlichkeitsorientierten sowie sendungsbewussten HipHop.\u201c<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Darstellung gelangt die Untersuchung zu dem Schluss, \u201edass Prozesse des Aufkl\u00e4rens nicht zum Erliegen gekommen sind und eine vern\u00fcnftige Betrachtung der Gegenwart auch heute zu aufkl\u00e4renden Denkmethoden zwingt\u201c (257). Rap stellt aus dieser Sicht eine progressive Kulturform dar, die das kritische Reflexionspotential der Gesellschaft erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Eine m.E. interessante Anschlussfrage formuliert der Autor, wenn ich ihn richtig verstehe, zum (insgesamt recht pl\u00f6tzlich und knapp ausfallenden) Schlusskapitel: Wenn es, \u00e4hnlich wie etwa Beck und Grande (2010) dies nahelegen, unterschiedliche Kulturr\u00e4ume in ihren jeweiligen Entwicklungen unterschiedlichen Modernisierungspfaden folgen, so lie\u00dfe sich hier untersuchen, inwiefern dort verschiedene Formen von HipHop und Rap (oder anderen modernen Aufkl\u00e4rungsph\u00e4nomenen) entstanden sind. So lie\u00dfe sich der Einfluss von Globalisierung auf Rap (und m\u00f6glicherweise auch andere Varianten aufkl\u00e4rungsspezifischer Kulturg\u00fcter) erkennen, \u201eindem elementare Charakteristik international in Erscheinung tretender Aufkl\u00e4rungsph\u00e4nomene auf der Folie jener interdependenten Austauschprozesse lokalisiert w\u00fcrden\u201c (267). Vor diesem Hintergrund benennt der Autor die HipHop-Kultur als ein \u201eForschungsfeld, dessen reichhaltige Erkenntnispotentiale es weiter auszusch\u00f6pfen gilt.\u201c<\/p>\n<p>Die systematische Suche nach Mustern aufkl\u00e4rerischer Wissensproduktion in unterschiedlicher Erscheinungsform erscheint mir als ein innovativer Ansatz, der Einblicke in grundlegende Kulturmuster verschaffen k\u00f6nnte. In Bezug auf den Gegenstand von Rapmusik erscheint mir der die Darstellung Marquardts allerdings als zu optimistisch. Zwar st\u00fctzt das von ihm ausgew\u00e4hlte Textmaterial seine Thesen zum politisch-progressiven Charakter rap-spezifischer \u00c4u\u00dferungen, das Panorama zeitgen\u00f6ssischer Rapmusik bildet der Autor damit allerdings nicht ab. Dieser Umstand spiegelt sich auch in seiner Rezeption des Forschungsstandes zum Thema, der Arbeiten zu den potenziell regressiven, affirmativen Tendenzen zwar umfasst, in der Darstellung Marquardts allerdings nicht vollst\u00e4ndig (d.h. unter Auslassung derselben) ber\u00fccksichtig wird (siehe etwa Seeliger 2013).<\/p>\n<p>Die Stilisierung von HipHop zu einer \u201e\u00c4sthetik des Widerstandes\u201c (59) erscheint angesichts der Beitr\u00e4ge von Rappern wie Bushido und anderen zwar nicht als falsch, jedoch als eindimensional. Denn offen bleibt hierbei die Frage, inwiefern Versuche von Befreiung und Empowerment nicht auch regressiv wirken k\u00f6nnen. Stellt eine Individualisierung des Klassenkampfes (\u201eArm gegen Reich\u201c) in Form einer \u201afrom Rags to Riches\u2018-Story nicht vielleicht eine \u201aDialektik der Aufkl\u00e4rung\u2018 dar, die vom optimistischen Blickpunkt der Cultural Studies nur schwer zu erkennen ist?<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> (Weiterhin bleibt zu sagen, dass die mitunter \u00fcberm\u00e4\u00dfig blumige Sprache meinen Geschmack genau so wenig trifft wie die mitunter \u00fcber sieben oder mehr Zeilen hinwegreichenden S\u00e4tze).<\/p>\n<p>Der Gegenstand der zweiten hier besprochenen Monografie ist f\u00fcr mich nicht so spezifisch benennbar \u2013 es geht allgemein um die deutsche HipHop- und vor allem Rap-Szene und die Bedeutung verschiedener sozialer Kategorien (Haupts\u00e4chlich Ethnizit\u00e4t, \u201aRasse\u2018 und Migrationserfahrung, teilweise aber auch Geschlecht) f\u00fcr ihre soziale Konstitution. Was abstrakt schwer zu fassen erscheint (und dies sei gleich gesagt: mir konnte die Autorin nicht vermitteln, was genau sie mit der Untersuchung beabsichtigt), gewinnt seine Bedeutung in der konkreten Auseinandersetzung: Denn hier ist das als Dissertation im Fach Soziologie entstandene Buch \u00e4u\u00dferst informativ.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend an das Forschungsparadigma der Cultural Studies liefert Saied eine lebensweltlich fundierte Analyse der Biographien einer Reihe von RapperInnen mit Fokus auf \u201eWechselwirkung von Macht, Identit\u00e4t und Kultur\u201c (12). Der Gro\u00dfteil der empirischen Daten wurde hierbei in narrativen Interviews mit verschiedenen RapperInnen aus verschiedenen Genres (sowie einem Sozialarbeiter) aus dem Raum K\u00f6ln erhoben und mit den Methoden der Grounded Theory in Bezug zum Forschungsstand gesetzt.<\/p>\n<p>Ein l\u00e4ngeres Kapitel \u00fcber die Geschichte von HipHop als Kulturform mit subalternem Ursprung bildet eine solide Grundlage f\u00fcr die Spezifischeren Ausf\u00fchrungen f\u00fcr die Entwicklung des deutschen Kontextes. Beide Kapitel erf\u00fcllen die Anforderungen einer empirischen Fundierung mehr als nur ordentlich. Besonders hervorzuheben ist die kenntnisreiche Darstellung der deutschen Einwanderungsgeschichte seit dem Tweiten Weltkrieg aus einer rassismustheoretisch informierten Perspektive. So arbeitet sich die Autorin etwa an Ulrich Beck (1986) und der rezenten Sozialstrukturanalyse ab und kritisiert eine lang andauernde Indifferenz gegen\u00fcber Binnendifferenzierungen unter Migranten sowie deren Nachkommen.<\/p>\n<p>Die Analyse von Ethnizit\u00e4t als sozialer Kategorie wird in der umfassenden Darstellung nicht nur auf vermeintliche Migranten und deren Nachkommen beschr\u00e4nkt, sondern auch auf Seiten der \u201aMehrheitsgesellschaft\u2018: Am Beispiel des Rappers Fler (100) zeigt die Autorin, wie die Konstruktion subjektiver Zugeh\u00f6rigkeit zu unterschiedlichen Bev\u00f6lkerungsgruppen keineswegs nur zur Konstruktion von \u201aFremdheit\u2018 auf Seiten der Migranten, sondern auch zur Schaffung symbolischer Zugeh\u00f6rigkeit (und damit sozialer Koh\u00e4sion) in der Mehrheitsgesellschaft dient. Neben Ethnizit\u00e4t geht es im Buch auch immer wieder um Geschlecht als Strukturkategorie und Ressourcen (inter-)subjektiver Identit\u00e4tskonstruktion unter Bezug auf HipHop-Images (einerseits in Form m\u00e4nnlicher Dominanz, andererseits aber auch in Form weiblichen Empowerments durch den expliziten Fokus auf \u201aFemale Rap\u2018).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Zwar thematisiert sie an verschiedenen Stellen die machistischen und misogynen Inhalte von zeitgen\u00f6ssicher Rap-Songs. Indem entsprechende Ausdrucksformen in einem gesellschaftlichen Krisendiskurs allerdings vor allem auf den migrantischen Hintergrund vieler Rapper zur\u00fcckgef\u00fchrt w\u00fcrden, verkenne man hier die gesellschaftlichen Ursachen derartiger Diskrimierungen. Einen Schwerpunkt der Darstellung legt Saied aber gleichzeitig, und dies \u00e4hnlich wie auch Marquardt, auf die emanzipatorischen Aspekte und Potenziale der HipHop-Kultur. Neben der reflexiven Thematisierung der eigenen Randst\u00e4ndigkeitserfahrungen stellt die Autorin Rap als Kontinuum gesellschaftskritischer \u00c4u\u00dferungen dar und gelangt so zu ihrer Schlusseinsch\u00e4tzung, dass Rapmusik \u201eeine selbst kreierte Arena f\u00fcr Selbsterm\u00e4chtigung und konstruktive Ver\u00e4nderungsprozesse\u201c(287) darstellt.<\/p>\n<p>Im Text fallen mir kleinere sprachliche und editorische M\u00e4ngel auf, die ich aus anderen Ver\u00f6ffentlichungen (au\u00dfer meinen eigenen) nicht gewohnt bin. Auch erscheinen mir einige der Text-Transkriptionen als fraglich.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Mitunter erinnert auch die Ausdrucksweise an den n\u00f6ligen Tonfall, den ich sonst vor allem von der Webseite de.indymedia.org kenne. \u00c4hnlich hochtrabend wirkt mitunter die m.E. undifferenziert und global ausfallende Kritik, die die Autorin in Nebens\u00e4tzen an den verschiedensten Dingen \u00e4u\u00dfert. Der Text wirkt auf mich daher mitunter normativ \u00fcberladen und dies auch in Bezug auf Themen, die mit dem Inhalt gar nicht direkt zu tun haben.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Aber das sind eigentlich Kleinigkeiten, denn eigentlich gef\u00e4llt mir das Buch sehr gut. Die Darstellung ist so umfangreich wie informativ. Eine ganz pointierte Message kann ich nicht erkennen, aber wenn man das Buch liest, wird man nicht nur gut unterhalten (vor allem durch die biografischen Darstellungen), sondern wei\u00df hinterher auch eine Menge \u00fcber deutschen Rap und seine Bedeutung f\u00fcr die Subjektivierung, Identit\u00e4tsbildung sowie ihren Zusammenhang mit dem \u00f6ffentlichen Diskurs \u00fcber (vermeintliche) Migranten und deren Nachkommen. Gemeinsam mit den Arbeiten von Szillus (2012) sowie Loh und Verlan (2015) stellt die Untersuchung den wohl wichtigsten deskriptiven Beitrag zu den deutschen HipHop-Studies dar.<\/p>\n<p>Eine Gemeinsamkeit der beiden B\u00fccher ist, dass mir in beiden F\u00e4llen nicht klar geworden ist, worin <em>genau<\/em> das Anliegen der Autoren besteht. Zwar f\u00e4llt die thematische Ausrichtung recht deutlich aus, eine nachvollziehbare Fokussierung der Forschungsfrage, die sich aus einem mehr oder weniger klar dargestellten Forschungsstand ableitet, finde ich in den zwei B\u00fcchern nicht. Das ist \u2013 wie gesagt \u2013 nicht sehr schlimm, denn informativ sind sie trotzdem. Aber erhellend w\u00e4re es schon gewesen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Hiermit zusammenh\u00e4ngend f\u00e4llt mir auf, dass Ausblick und Res\u00fcmee in beiden Texten relativ kurz ausfallen. Vielleicht w\u00fcrde man besser verstehen, worin die Forschungsabsicht besteht und wie genau sie sich die Befunde zum <em>state of the art<\/em> verhalten, wenn Autoren versuchen w\u00fcrden, diese klarer herauszuarbeiten (gern auch in Bezug zu sich hieraus ableitenden, zuk\u00fcnftigen Forschungsfragen).<\/p>\n<p>Beiden Titeln ist dar\u00fcber hinaus eine optimistische Sicht auf das Kulturph\u00e4nomen Rap zu eigen. Vom Blickpunkt der Cultural Studies betonen sie vor allem die emanzipatorischen Potenziale (ohne die affirmativ- und\/oder regressiv-diskriminierenden Elemente ganz zu verschweigen). Indem etwa Saied immer wieder betont, diskriminierende Klischees im HipHop w\u00fcrden dort nur reproduziert und w\u00e4ren origin\u00e4r in den gesellschaftlichen Institutionen insgesamt verwurzelt, relativiert sie implizit die verst\u00e4rkende Wirkung einiger der semantischen Filter aus dem Bereich der HipHop-Kultur (und hier vor allem des Gangstarap). Innerhalb dieses Spektrums zu einer realistischeren Sicht zwischen Kulturpessimismus und optimistischer Relativierung zu gelangen (wie dies etwa Verlan und Loh 2015) gelingt), w\u00e4re eine Aufgabe zuk\u00fcnftiger Forschungsarbeiten aus diesem Bereich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a title=\"autoreninterview transcript\" href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-3253-8\/raplightenment\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autoreninterview<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> In einfacheren Worten k\u00f6nnte man eventuell auch sagen, die kritische Auseinandersetzung mit der Welt und sich selbst.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Einen \u00e4hnlichen Gedanken versuche ich in einer kurzen Besprechung der Biografie des Rappers Xatar auszuarbeiten (siehe Seeliger 2015).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Die Kategorie \u201aKlasse\u2018 als Dimension sozialer Ungleichheit ber\u00fccksichtigt die Autorin lediglich am Rande (d.h. vor allem unter dem Aspekt der r\u00e4umlichen Segregation innerhalb der Stadt sowie deren Thematisierung im Rap).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Die alternative Benennung des K\u00f6lner Stadtteil lautet \u201eGrembranx\u201c, nicht \u201eGrembrand\u201c, und Rapper payen m.E. \u201eDues\u201c und nicht \u201eDuce\u201c. Au\u00dferdem weicht das B-Tight-Zitat auf Seite 101vom Originaltext ab.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Siehe hierzu das folgende Zitat: \u201eW\u00e4hrend nationale Konzepte in einer globalisierten, transnationalen Welt eigentlich der Vergangenheit angeh\u00f6ren m\u00fcssten, werden diese meines Erachtens jedoch immer wieder aktiviert, um bestehende Machtverh\u00e4ltnisse und die damit verbundene Handlungsmacht aufrechterhalten zu k\u00f6nnen\u201c (125). Wieso sollte man auf methodologischer Ebene nicht mehr national vergleichen? Und sind Konzepte nationaler Steuerung nicht mehr wirkm\u00e4chtig (und dies auch im Sinne einer, so vermute ich, von der Autorin favorisierten linken Politiklinie? Man mag es mir als Krittelei auslegen, aber der prinzipielle Kosmopolitismus linker Wissenschaftler erscheint mir nicht als zielf\u00fchrend.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vielleicht hat das ja auch mit Unterschieden im fachspezifischen Wissenschaftsverst\u00e4ndnis oder der jeweils individuellen Art Forschung zu betreiben zu tun. Es w\u00fcrde mich interessieren, ob die Autoren im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch den Forschungsstand, die Forschungsl\u00fccke, die Forschungsfrage und die Antwort auf diese Frage in Bezug zum Forschungsstand klar benennen k\u00f6nnten. Vielleicht habe ich es ja einfach nicht verstanden? Oder die Absicht war von vornherein eine andere?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a.M.: Suhrkamp<\/p>\n<p>Beck, Ulrich; Grande, Edgar (2010): Jenseits des methodologischen Nationalismus. Au\u00dfereurop\u00e4ische und europ\u00e4ische Variationen der Zweiten Moderne. In: Soziale Welt 61 (2), 187-216<\/p>\n<p>Dietrich, Marc; Seeliger, Martin (Hg.) (2012): Deutscher Gangstarap. Sozial- und kulturwissenchaftliche Beitr\u00e4ge zu einem Pop-Ph\u00e4nomen. Bielefeld: Transcript<\/p>\n<p>Klein, Gabriele; Friedrich, Gabriele (2003): Is this real? Die Kultur der HipHop. Frankfurt a.M.: Suhrkamp<\/p>\n<p>Seeliger, Martin (2015): &#8222;Z\u00e4hl so viele Scheine Du kannst, bevor Du sitzt.&#8220; Die Geschichte des Rappers Xatar aus klassenpolitischer Sicht. In: <a title=\"artikel seeliger\" href=\"http:\/\/lowerclassmag.com\/2015\/11\/zaehl-so-viele-scheine-du-kannst-bevor-du-sitzt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lower Class Magazine<\/a>.<\/p>\n<p>Seeliger, Martin (2012): Deutscher Gangstarap. Zwischen Affirmation und Empowerment. Berlin: Posth<\/p>\n<p>Szillus, Stephan (2012): Unser Leben &#8211; Gangstarap in Deutschland. Ein popkulturell-historischer Abriss. In: Dietrich, Marc; Seeliger, Martin (Hg.): Deutscher Gangstarap. Sozial- und kulturwissenchaftliche Beitr\u00e4ge zu einem Pop-Ph\u00e4nomen. Bielefeld: Transcript, 41-65<\/p>\n<p>Verlan, Sascha; Loh, Hannes (2015): 35 Jahre HipHop in Deutschland. H\u00f6fen: Hannibal<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bibliografischer Nachweis:<\/strong><\/p>\n<p>Ayla G\u00fcler Saied<br \/>\nRap in Deutschland. Musik als Interaktionsmedium zwischen Partykultur und urbanen Anerkennungsk\u00e4mpfen<br \/>\nBielefeld 2013<br \/>\nTranscript Verlag<br \/>\nISBN 978-3-8376-2251-5<br \/>\n310 Seiten<\/p>\n<p>Philipp Hannes Marquardt<br \/>\nRaplightenment. Aufkl\u00e4rung und HipHop im Dialog<br \/>\nBielefeld 2015<br \/>\nTranscript Verlag<br \/>\nISBN 978-3-8376-3253-8<br \/>\n314 Seiten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Martin Seeliger ist Post-Doktorand am Max-Planck-Institut f\u00fcr Gesellschaftsforschung in K\u00f6ln und zurzeit Junior Fellow am Jenaer Kolleg Postwachstumsgesellschaften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rap in Deutschland &#8211; Raplightenment?<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[248,537,995,1947],"class_list":["post-5472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-aufklaerung","tag-deutschland","tag-hiphop","tag-rap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5472\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}