{"id":5630,"date":"2016-04-04T13:20:29","date_gmt":"2016-04-04T11:20:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=5630"},"modified":"2016-04-04T13:20:29","modified_gmt":"2016-04-04T11:20:29","slug":"maskulines-1968-rezension-zu-stefanie-pilzweger-maennlichkeit-zwischen-gefuehl-und-revolutionvon-martin-seeliger4-4-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/04\/04\/maskulines-1968-rezension-zu-stefanie-pilzweger-maennlichkeit-zwischen-gefuehl-und-revolutionvon-martin-seeliger4-4-2016\/","title":{"rendered":"Maskulines 1968 Rezension zu Stefanie Pilzweger, \u00bbM\u00e4nnlichkeit zwischen Gef\u00fchl und Revolution\u00abvon Martin Seeliger4.4.2016"},"content":{"rendered":"<p>Die Funktion der Emotionen<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><em>\u201eLange Zeit bedeutete Sozialist sein, alles in die Sprache der \u2019Strukturen\u2018 \u00fcbersetzen zu k\u00f6nnen. Aber das Problem ist nicht nur die Sprache. Teilweise liegt das Problem darin begr\u00fcndet, dass es selbst innerhalb der Linken meist M\u00e4nner sind, die die Kategorien liefern, in denen alle die Dinge erfahren\u201c (Hall 2004: 83)<\/em><\/p>\n<p>Eine Prognose: Wenn \u00fcbern\u00e4chstes Jahr zum 50. Jubil\u00e4um des Kulturereignisses \u201a1968\u2018 eine \u00e4hnliche Welle an autobiografischer (Schneider 2008), popul\u00e4rer (2008) und wissenschaftlicher (Frei 2008) Literatur \u00fcber den deutschsprachigen Buchmarkt schwappt, wie dies schon 2008 der Fall war, ist Stefanie Pilzweger mit ihrer Untersuchung zu \u201aM\u00e4nnlichkeit zwischen Gef\u00fchl und Revolution\u2018 den Autoren nicht nur im Hinblick auf das Ver\u00f6ffentlichungsdatum voraus. Denn mit ihrer (als Dissertation im Fach der Geschichtswissenschaft angefertigten) Studie der Bedeutung von Geschlechterverh\u00e4ltnissen (genauer: M\u00e4nnlichkeit) rund um die zivilgesellschaftlichen Entwicklungen des Jahres, in dem sich die deutsche Studentenbewegung als wesentlicher politischer Akteur im Nachkriegsdeutschland etablieren konnte, leistet die Autorin einen au\u00dferordentlich gut fundierten und originellen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis dieser politischen Mobilisierungsprozesse.<\/p>\n<p>Der These, \u201edass es sich bei der bundesdeutschen Oppositionsbewegung rund um das Jahr 1968 um eine maskulin codierte Protestbewegung gehandelt hat\u201c (12), geht Pilzweger auf Grundlage der Analyse von Gef\u00fchlswelten politischer Aktivistinnen und Aktivisten nach. M\u00e4nnliche Dominanz, so gelingt es ihr zu zeigen, pr\u00e4gte die Aktivit\u00e4ten der \u201a68er\u2018-Bewegung nicht nur im Wege einer quantitativen \u00dcberrepr\u00e4sentation von M\u00e4nnern, sondern auch \u00fcber die Durchsetzung ihrer Wissensbest\u00e4nde und Symbolsysteme. Insofern damit nicht nur die Bewegung als solche, sondern auch ihre Selbstbeschreibung (z.B. in Form autobiografischer Beitr\u00e4ge) \u201estark m\u00e4nnlichen Einfl\u00fcssen\u201c (66) unterliegt, stellt der Analysegegenstand m\u00e4nnlicher Dominanz auch den epistemologischen und forschungspolitischen Ausgangspunkt der Studie dar.<\/p>\n<p>Die dicht geschriebene Einleitung benennt als Anliegen der Untersuchung die Rekonstruktion \u201erelevanter emotionaler Dispositionen\u201c (14), die Frage nach \u201eEmotionalen Mechanismen der In- und Exklusion\u201c und schlie\u00dflich das Ziel, zu \u201eermitteln, welche Aussagekraft der sprachlich Ausdruck der Protagonisten von \u201a1968\u2018 \u00fcber deren kollektive Gef\u00fchlshaushalt besitzt.\u201c<\/p>\n<p>Der Untersuchungszeitraum reicht von der Konstituierungsphase der Studentenbewegung im Jahr 1965 bis zur Aufl\u00f6sung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) im Jahr 1970. Als theoretische Rahmenelemente benennt die Autorin zum einen Raewyn Connells (2014) Konzept hegemonialer M\u00e4nnlichkeit und zum anderen einen an Bourdieu (2012) angelehnten Fokus auf die Wirkm\u00e4chtigkeit eines m\u00e4nnlichen Habitus unter den und auf die Protagonisten der Bewegung. Als Datenbasis dient hierbei eine Menge von Quellen, \u201edie von den Akteuren der Protestbewegung selbst produziert\u201c (14) worden sind (u.a. Diskussionsbeitr\u00e4ge, Positionspapiere und Flugbl\u00e4tter, aber auch autobiografische Zeugnisse von Bewegungsvertretern).<\/p>\n<p>Anders als sich vermuten lie\u00dfe, w\u00e4hlt die Autorin allerdings keinen diskursanalytischen Zugang. Der Fokus auf die interne Auseinandersetzung der Mitglieder des SDS sowie der Kommune I und der Kommune II sowie deren Programmatik und Positionierung zum tagespolitischen Geschehen l\u00e4sst sich wohl am ehesten als handlungstheoretischer Rahmen beschreiben. Emotionssoziologischer Schwerpunkt des praxis- und hegemonietheoretischen Interesses liegt so auf der \u201ehandlungsleitende[n] Funktion von Gef\u00fchlen in der Geschichte des politischen Protests\u201c (12). Die Darstellung des empirischen Teils zielt demnach auf \u201eemotionale Strukturen in der maskulin codierten Protestkultur in der 68er-Bewegung\u201c unter Bezug auf neun Sph\u00e4ren.<\/p>\n<p>Unter dem Oberbegriff der <em>Utopie<\/em> erkl\u00e4rt Pilzweger den Mobilisierungserfolg der \u201a68\u2018er \u00fcber eine durch die Aktivisten erzeugte \u201erevolution\u00e4re Ungeduld\u201c. In der Auffassung, dass man sich (subjektiv) an einem historischen Scheideweg befand, wurden die Aktivisten durch theoretische Versatzst\u00fccke aus dem Repertoire des Historischen Materialismus best\u00e4rkt (110). Die Verquickung rationalistischer Wissenschaftlichkeit und utopischen Potenzials \u00fcbte hier eine besondere Faszination auf die Aktivisten aus. Psychoanalytisch inspiriert erkl\u00e4rt Pilzweger die \u201eAllmachts- und Gr\u00f6\u00dfenfantasien der Revolteure\u201c (114) durch \u201edie Unvereinbarkeit der enorm hohen Erwartungen an sich selbst und die verschwindend geringen Chancen zur Umsetzung der revolution\u00e4ren Ambitionen.\u201c Ihre <em>Solidarit\u00e4t<\/em> untereinander sch\u00f6pfen die Vertreter der Bewegung nicht nur aus solchen ideellen Bezugsrahmen, sondern auch aus einer lebensweltlichen Praxis, welche sich durch \u201eGeselligkeit, Freigiebigkeit und eine Abkehr von individualistischem Besitzdenken\u201c (129) auszeichnet.<\/p>\n<p>Eine besondere Bedeutung f\u00fcr die politische Mobilisierung erkennt Pilzweger in der \u201e<em>Sprache des Protestes<\/em>\u201c. Ein \u201espezieller Politwortschatz\u201c (140) dient nicht nur als Grundlage eines \u201eausgepr\u00e4gte[n] Elitebewusstsein[s]\u201c (152), sondern auch als Mittel der \u201eEinsch\u00fcchterung\u201c (150) und \u201e(un-)bewussten Unterordnung des weiblichen Geschlechts\u201c (152f). Doch auch in der homosozialen Dimension verwendeten m\u00e4nnliche R\u00e4delsf\u00fchrer ihre rhetorischen F\u00e4higkeiten zur Auseinandersetzung mit den (fast ausschlie\u00dflich m\u00e4nnlichen) Professoren als Vertreter der \u00e4lteren Generation.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie etwa bei Mitscherlich und Mitscherlich (2007: Kap. IV) aufgearbeitet, stellen solche <em>Generationenkonflikte<\/em> ein weiteres zentrales Vergemeinschaftungsmoment der \u201a68\u2018er-Generation dar.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ein \u201ebesonderes Augenmerk\u201c (198) der Studie auf der Darstellung von Konflikten zwischen V\u00e4tern und S\u00f6hnen in der Selbstbeschreibung der Bewegung zeigt hier eine \u201eKollision zweier soziokulturell und historisch unterschiedlich sozialisierter Modelle von M\u00e4nnlichkeit\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Schl\u00fcsselbedeutung f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis der Bewegung kommt der <em>provokativen Selbstbehauptung<\/em> in Abgrenzung zu einer konservativen Alltagskultur zu. Eine solche generieren ihre Vertreter durch zur Schau gestellte \u201eL\u00e4ssigkeit\u201c (165) und \u201eoppositionelle Kleidungsst\u00fccke\u201c (167) und \u201eVersto\u00df gegen K\u00f6rperpflegestandards\u201c (349). Ein idealisiertes Image nach dem Vorbild des Revolutionsf\u00fchrers Che Guevara pr\u00e4gt hierbei die weithin geteilte Vorstellung hegemonialer M\u00e4nnlichkeit im Sinne Connells (2014).<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Mit Blick auf die Bedeutung <em>psychoanalytischer Theorie<\/em> f\u00fcr die Bewegung gelangt Pilzweger zu einem widerspr\u00fcchlichen Befund (249). Einerseits legten die Mitglieder des SDS Wert auf die Geheimhaltung subjektiver Verletzbarkeiten als Zeichen \u201evon unm\u00e4nnlicher Schw\u00e4che und Hilfsbed\u00fcrftigkeit.\u201c Gleichzeitig, und dies deckt sich etwa mit den Ergebnissen der Studie von Reichhardt (2014), demzufolge sich die \u201a68\u02bber-Bewegung im Laufe ihrer Entwicklung (zumindest teilweise) dem Ideal \u201edes sensiblen, empathischen Mannes\u201c zuwandte, dem man sich, etwa im Rahmen von Selbsterfahrungsgruppen, anzun\u00e4hern versuchte (oder dies zumindest vorgab).<\/p>\n<p>Weitere Ambivalenzen erkennt Pilzweger im Verh\u00e4ltnis der Aktivisten zu <em>Gewalt<\/em> als politischem Mittel. Einerseits gelten Ereignisse wie die Schlacht am Tegeler Weg und der Angriff auf das von 350 Polizisten gesch\u00fctzte Springer-Hochhaus als Kristallationspunkte der Bewegung (und man identifizierte sich auch mit den milit\u00e4rischen K\u00e4mpfen der Befreiungsbewegungen aus dem Trikont), w\u00e4hrend man sich andererseits von entsprechenden Tendenzen der Elterngeneration abzugrenzen bem\u00fchte.<\/p>\n<p>Einen letzten Referenzpunkt der Analyse stellt f\u00fcr die Autorin der Umgang der Aktivisten mit dem <em>Scheitern<\/em> der Bewegung dar. Die Aktivisten \u201everdr\u00e4ngten krampfhaft die unweigerliche Tatsache, dass die politische Bewegung ihrem Ende nahe kam, bis sich schlie\u00dflich eine Welle der schmerzhaften Ern\u00fcchterung ihren Weg in das Protestmilieu von \u201a1968\u2018 bahnte\u201c (339). An Stelle der anf\u00e4nglichen Hybris trat im Verlauf der Ereignisse zu Beginn der 1970er Jahre eine Haltung, welche \u201evon Weltflucht und Innerlichkeit\u201c (341) gepr\u00e4gt war.<\/p>\n<p>In einem abschlie\u00dfenden Teil fasst die Autorin die Befunde der Studie zusammen und leitet vor diesem Hintergrund einige Folgerungen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Forschungsfeldes ab. Kern ihrer programmatischen Forderung f\u00fcr die Rahmung zuk\u00fcnftiger Forschungsanliegen in diesem Bereich ist es, \u201eden wissenschaftlichen Blickwinkel von der politischen Sachlichkeit hin auf die politische Qualit\u00e4t von Emotionen und Gef\u00fchlsmobilisierungen zu lenken\u201c (359).<\/p>\n<p>In ihrer eigenen Arbeit zeigt Pilzweger eindrucksvoll, wie man einen solchen theoretischen Anspruch im Umgang mit empirischen Material einzul\u00f6sen vermag. Dass die Argumentation schl\u00fcssig und nachvollziehbar erscheint, liegt an der sorgf\u00e4ltigen Auswahl der Quellen sowie der Anordnung ihrer Inhalte in einer koh\u00e4renten Darstellungsform.<\/p>\n<p>Dass ich den Text gerne gelesen habe, liegt allerdings nicht nur an seiner Gliederung (sowie an der Tatsache, dass ich das Thema spannend finde). Er ist stilistisch sehr zug\u00e4nglich, die empirischen Teile fallen anschaulich aus, auch die konzeptionellen Abschnitte sind \u00fcber die Vermittlung theoretischer Inhalte hinaus informativ: Hier gef\u00e4llt mir vor allem, dass Pilzweger AutorInnen zitierter Literatur oft in Nebens\u00e4tzen vorstellt. Dies erscheint mir keineswegs redundant (oder gar anbiedernd), sondern hilft (wohl vor allem fachfremden LeserInnen), die Inhalte korrekt einzuordnen.<\/p>\n<p>Angenehm erscheint es mir au\u00dferdem, seit l\u00e4ngerer Zeit mal wieder einen Beitrag zur Neuen Kulturgeschichte zu lesen, der \u2013 allen m\u00f6glichen rezenten <em>turns<\/em> (Bachmann-Medick 2006) zum Trotz \u2013 ohne Foucault-Referenzen auskommt. Der Fokus auf Akteure (oder meinetwegen auch \u201ePraktiken\u201c oder \u201ePraxen\u201c) anstatt auf \u201aDiskurse\u2018, \u201aInstitutionen\u2018 o.\u00e4.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> erleichtert das Verst\u00e4ndnis sozialer Prozesse ungemein und tr\u00e4gt damit einer der m.E. wichtigsten epistemologischen Pr\u00e4missen einer politischen Kultursoziologie (oder auch: kultursoziologisch informierten Politikwissenschaft) Rechnung: ihrer Akteurszentrierung.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erscheint es auch als vollkommen in Ordnung, dass das in der Arbeit verfolgte Forschungsanliegen mitunter etwas unspezifisch dargestellt wird.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Auch die Auswahl der neun Sph\u00e4ren erscheint sinnvoll, wird aber nicht genauer begr\u00fcndet. Wieso wird etwa die Bedeutung theoretischer Ideen nicht separat untersucht, sondern ist den Bereichen der Utopie und der Sprache untergeordnet? (Ich sage nicht, dass das schlecht ist, es erscheint mir allerdings formal unbegr\u00fcndet).<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie ich es in einer \u00e4lteren Besprechung eines anderen zeithistorischen Werks (Seeliger 2015) bemerkte, ist hier f\u00fcr die szientistische Politikwissenschaft eine Menge zu lernen. Denn anstatt sich an der (zugegebenerma\u00dfen etwas beliebig anmutenden) Variablenwahl und der eher vagen Bestimmung des Explanandum (geschweige denn der Abwesenheit eines \u201aPuzzles\u2018) aufzuhalten, erscheint es viel eher geboten, den inhaltlichen Sachverstand und die kluge theoretische Rahmung der Studie wertzusch\u00e4tzen. Die Autorin stellt die Entwicklungsdynamiken der \u201a68er\u2018-Bewegung unter Bezug auf die Bedeutung von Geschlecht f\u00fcr die emotionalen Grundlagen politischer Mobilisierung dar. Als konzeptionelle Rahmung gen\u00fcgt das vollkommen. Ihren eigentlichen Wert gewinnen solche Studien aber durch die Darstellung inhaltlicher Substanz. Und hier hat Pilzwegers Buch einiges zu bieten.<\/p>\n<p>Entwicklungsbedarf erkenne ich einzig mit Blick auf ihren programmatischen Vorschlag, die Bedeutung von Emotionen st\u00e4rker in die Analyse politischer Mobilisierung einzubeziehen. Denn w\u00e4hrend die Umsetzung dieser Idee Eingang in die eigene Untersuchung findet, fehlt ein systematischer Bezug zum diesbez\u00fcglichen Forschungsstand.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Vielleicht w\u00e4re eine sorgf\u00e4ltigere Sichtung der Literatur aus dem Bereich der Social Movement Studies auch dazu geeignet gewesen, eine systematischere Verbindung zwischen den internen Dynamiken und sozialer Bewegung in Bezug auf das Konzept hegemonialer M\u00e4nnlichkeit herzustellen. \u00dcberraschenderweise tauchen Bez\u00fcge zur theoretischen Rahmung im Anschluss an Connell und Bourdieu aber nicht auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Bedeutung von Sprache in diesen Auseinandersetzungen illustriert das folgende Zitat: \u201eDie Professoren, die Scheu zeigten, sich dem maskulin assoziierten dialogischen Meinungskampf ohne Vorbereitung zu stellen, erf\u00fcllten aus der Perspektive der \u00fcberwiegend m\u00e4nnlichen Studenten nicht das M\u00e4nnlichkeitsideal intellektueller Wortmacht.\u201c (148)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Interessanterweise, so die Autorin, stehen fast nie die M\u00fctter der \u201a68er\u2018 im Zentrum der Anklage.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Kennen wir auch heute noch von T-Shirts der Band rage against the machine oder Werbepostkarten der Jungen Union.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Anstatt es zu verkl\u00e4ren; denn diese Prozesse sind im Handeln fundiert und Diskurse und Institutionen handeln nicht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> In der oben angef\u00fchrten dicht geschriebenen Einleitung z\u00e4hle ich auf nomineller Ebene vier bis f\u00fcnf unterschiedliche teils komplement\u00e4re, teils auch untereinander redundante Anliegen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Tats\u00e4chlich gibt es ja auch schon eine ganze Reihe von Untersuchungen zur Bedeutung von Emotionen im Prozess politischer Mobilisierung (siehe \u00fcberblickshalber z.B. den fast 15 Jahre alten Handbucheintrag von Goodwinn et al. 2004).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Aly, G\u00f6tz (2008): Unser Kampf: 1968 \u2013 ein irritierter Blick zur\u00fcck. M\u00fcnchen: Fischer<\/p>\n<p>Bachmann-Medick, Doris (2006): Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt<\/p>\n<p>Bourdieu, Pierre (2012): Die m\u00e4nnliche Herrschaft. Berlin: Suhrkamp<\/p>\n<p>Connell, Raewynn (2014): Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von M\u00e4nnlichkeiten. Wiesbaden: Springer<\/p>\n<p>Frei, Norbert (2008): 1968: Jugendrevolte und globaler Protest. M\u00fcnchen: Deutscher Taschenbuch Verlag<\/p>\n<p>Goodwinn, Jeff et al. (2004): Emotional Dimensions of Social Movements. In: Snow, David A. (eds.): The Blackwell Companion to Social Movements. Oxford: Blackwell, 413-432<\/p>\n<p>Hall, Stuart (2004): Cultural Studies. Ausgew\u00e4hlte Schriften 3. Berlin: Argument<\/p>\n<p>Mitscherlich, Alexander; Mitscherlich, Margarete (2007): Die Unf\u00e4higkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. M\u00fcnchen: Piper<\/p>\n<p>Reichhardt, Sven (2014): Authentizit\u00e4t und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und fr\u00fchen achtziger Jahren. Berlin: Suhrkamp<\/p>\n<p>Schneider, Peter (2008): Rbellion und Wahn. Mein \u00b468. K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch<\/p>\n<p>Seeliger, Martin (2015): Linksalternative Geschichte, H\u00f6hepunkt bundesdeutscher Subkultur. Quelle: http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2014\/10\/10\/linksalternative-geschichte-hohepunkt-bundesdeutscher-subkultur-rezension-zu-sven-reichardt-authentizitat-und-gemeinschaft-u-a-von-martin-seeliger10-10-2014\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bibliographischer Nachweis:<br \/>\n<\/strong>Stefanie Pilzweger<br \/>\nM\u00e4nnlichkeit zwischen Gef\u00fchl und Revolution. Eine Emotionsgeschichte der Bundesdeutschen 68er-Bewegung<br \/>\nBielefeld 2015<br \/>\nTranscript Verlag<br \/>\nISBN: 987-3-8376-3378-8<br \/>\n410 Seiten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Martin Seeliger ist Post-Doktorand am Max-Planck-Institut f\u00fcr Gesellschaftsforschung in K\u00f6ln und zurzeit Junior Fellow am Jenaer Kolleg Postwachstumsgesellschaften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Funktion der Emotionen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[92168,825,1439,2228],"class_list":["post-5630","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-68er","tag-gefuehl","tag-maennlichkeit","tag-stefanie-pilzweger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5630"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5630\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}