{"id":5721,"date":"2016-04-21T09:31:20","date_gmt":"2016-04-21T07:31:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=5721"},"modified":"2016-04-21T09:31:20","modified_gmt":"2016-04-21T07:31:20","slug":"heute-denken-morgen-fertig-rezension-zur-ausstellung-geniale-dilletanten-subkultur-der-1980er-jahre-in-deutschlandvon-simone-jung21-4-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/04\/21\/heute-denken-morgen-fertig-rezension-zur-ausstellung-geniale-dilletanten-subkultur-der-1980er-jahre-in-deutschlandvon-simone-jung21-4-2016\/","title":{"rendered":"\u00bbHeute denken, morgen fertig\u00ab Rezension zur Ausstellung \u00bbGeniale Dilletanten. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland\u00abvon Simone Jung21.4.2016"},"content":{"rendered":"<p>Mythen in T\u00fcten<!--more--><\/p>\n<p>Der Dilettantismus wird in den 1980er-Jahren zum M\u00f6glichkeitsort des radikal Neuen. Der Begriff, zun\u00e4chst ein unbeabsichtiger Fehler, sp\u00e4ter im Sinne des Unperfekten strategisch \u00fcbernommen, bezieht sich auf das \u201eFestival der Genialen Dilletanten\u201c, das 1982 im Berlin Tempodrom stattfand.\u00a0 Im gleichen Jahr brachte der Autor und K\u00fcnstler Wolfgang M\u00fcller das B\u00fcchlein\u00a0\u201eGeniale Dilletanten\u201c beim Berliner Verlag Merve heraus. Verspielen und Verschreiben wurden zur zentralen Praktik jener Dilletanten und Individualisten, die sich in Hamburg, D\u00fcsseldorf und Berlin zu einer neuen k\u00fcnstlerischen Bewegung formten, das Nichtk\u00f6nnen versprach das Unperfekte und Unplanbare.<\/p>\n<p>Improvisation und Zufall werden zur Regel, K\u00f6rper und Prozess zum Medium. Etablierte Kategorien wie richtig und falsch, sch\u00f6n und h\u00e4sslich werden permanent infrage gestellt, um zu neuen Ausdrucksformen zu gelangen, reichen die alten doch nicht mehr aus, um die Energie jener Zeit zu transportieren. Die Subkultur der 1980er-Jahre war ein schwer durchschaubares Geflecht aus Mensch und Maschine, aus Krach und Sinnlichkeit, aus Droge und Geist, aus K\u00f6rper und Wahrnehmung, aus Affekt und Intellekt. Eine neue Kultur der H\u00e4rte, der H\u00e4sslichkeit, des Affronts.<\/p>\n<p>Waren es Linke, wohl eher. Waren es K\u00fcnstler, irgendwie nicht. Waren es Rocker, wohl kaum. Waren es Provokateure, irgendwie schon. War das nun wichtig, man wei\u00df es nicht. Was war so radikal neu? Und wie konnte es entstehen? Betritt man die Hamburger Ausstellung \u201eGeniale Dilletanten. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland\u201c im Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe, so springen einen verschiedene Elemente an, die nicht nur unterschiedlich, sondern auch widerspr\u00fcchlich sind. Mal brachial und holprig, mal kalt und einfach, mal bunt und schrill, mal dreckig und verschwitzt. Mal Anzug und Krawatte, mal nackter Oberk\u00f6rper und Netzhemd. Mal hochtoupierte Frisuren und abrasierte Haare, mal Plastik und Pl\u00fcsch. Im Gewirr der Stimmen und Kl\u00e4nge beschallen den Besucher Dreivierteltakte und Harcdcorefetzen genauso wie Kl\u00e4nge von Synthie und Industrial, dazu Sprechgesang, mehr Dada als verst\u00e4ndlich, mehr Trash als die vorherrschende Kunst.<\/p>\n<p>Ein 28 Meter langes und drei Meter hohes Gem\u00e4lde durchzieht den gesamten Raum. Es zeigt die Berliner S-Bahn, die fortlaufend an dem Betrachter vorbeif\u00e4hrt. \u201e1\/10 Sekunde vor der Warschauer Br\u00fccke\u201c von Bernd Zimmer. Einst als Partydekoration f\u00fcr den Berliner Club SO36 gemalt, erzeugt es einen Moment der Fl\u00fcchtigkeit und urbanen Bewegung \u2013 Synonym der Zeit. Dazwischen immer wieder Klangfetzen, der schnelle harte Beat der \u201eDeutsch Amerikanischen Freundschaft\u201c unterlegt mit minimalistischem Synthie, dazu der bewegte K\u00f6rper auf der Leinwand von Gabi Delgado-L\u00f3pez und seine nasale Stimme, die von Vernunft und Massenkultur spricht. Davon, dass die Alten so \u00fcberintellektuell, kopflastig und unerregbar seien. Das hier ist keine Kunst, das ist Party. Raus aus dem Kopf, rein in den K\u00f6rper.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;0uRd8CbX0As&#8220; align=&#8220;center&#8220; mode=&#8220;normal&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Acht Stellw\u00e4nde \u2013 acht Protagonisten. Insgesamt 250 Exponate werden gezeigt, darunter B\u00fchnenbilder, Instrumente, Gem\u00e4lde, Fotos, Mode, Schallplatten, Kassetten, Fanzine, Plakate, Konzertausschnitte, Interviews, Kurzfilme. Streift man durch den Raum, erklingen an anderer Stelle die Trompeten von Palais Schaumburg.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;GI876rqao8A&#8220; align=&#8220;center&#8220; mode=&#8220;normal&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Dazu Stolper-Schlagzeug, der k\u00fchle Funk-Bass, die peitschenden Synthies. \u201eGibst du mir Steine, geb\u00b4 ich dir Sand. Gibst du mir Wasser, r\u00fchr ich den Kalk. Wir bauen eine Stadt.\u201c Auch sie bewegte K\u00f6rper, die \u00fcber die Leinwand flirren. Leicht, schwebend, zackig, kompetitiv. Dazu Trachtenjanker, ausrasierter Nacken, Seitenscheitel. Die Befragung des Urdeutschen.<\/p>\n<p>Dann \u201eMania D\u201c. Die Lederjacke mit Flugsicherheitsgurt von Eva G\u00f6\u00dfling h\u00e4ngt im Raum. Daneben das abgeschnittene bemalte Unterhemd von Gudrun Gut. Gemeinsam mit Bettina K\u00f6ster betrieb sie in Berlin den Laden \u201eEisengrau\u201c, der Second-Hand-Klamotten verkaufte. Schuhe wurden gef\u00e4rbt, Strickmodelle konzipiert, Kassetten und Fanzines verkauft, Treffpunkt der Berliner Dilletanten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Gudrun-Gut.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5745\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Gudrun-Gut.png\" alt=\"Gudrun Gut\" width=\"403\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Gudrun-Gut.png 403w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Gudrun-Gut-202x300.png 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><\/a> <em>Gudrun Gut, Bettina K\u00f6ster, Beate Bartel von Mania D, von vorne nach hinten,<br \/>\n1980,\u00a0 <\/em><em>Foto: Wolfgang Burat<\/em><\/p>\n<p>Dort ein Tisch, ein Mahagoni-Imitat, darauf eine Glasschale mit Japaonaise-Keksen der Firma Bahlsen. Kunst oder Alltag, zugreifen oder betrachten. Ein Kunstprojekt des damaligen Kunststudenten und heutigen Techno-Produzenten Mark Ernestus. Das Motiv der Unentschiedenheit war zentrales Moment vieler dilletantischer K\u00fcnstler, auch das der \u201eT\u00f6dlichen Doris\u201c, das Berliner Kunstprojekt zwischen Kunst, Theorie, Aktion und Musik von Wolfgang M\u00fcller und Nikolaus Uterm\u00f6hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Die-to\u0308dliche-Doris.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5736\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Die-to\u0308dliche-Doris.png\" alt=\"Die to\u0308dliche Doris\" width=\"600\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Die-to\u0308dliche-Doris.png 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Die-to\u0308dliche-Doris-300x212.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a> <em>Die T\u00f6dliche Doris, Die T\u00f6dliche Doris in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival Genialer Dilletanten, Westberlin, 1981, Foto: H. Blohm, Archiv: Die T\u00f6dliche Doris<\/em><\/p>\n<p>Im Unkonkreten bleiben, wie es M\u00fcller selbst formuliert. Das betrifft auch die vom Surrealismus inspirierte Band \u201eDer Plan\u201c, die mit ihren kontroversen B\u00fchnenbildern und ironischen Umkehrungen der Dinge die laufende BRD infrage stellte: \u201eWarum nicht bei Rot geh\u00b4n? Warum bei Gr\u00fcn steh\u00b4n?\u201c<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;arl9QNEpJzs&#8220; align=&#8220;center&#8220; mode=&#8220;normal&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Die Band \u201eOrnament &amp; Verbrechen\u201c war wiederum getrieben vom Experiment unter anderen Bedingungen. \u00a0Inspiriert von den genannten Projekten, setzte sie im ehemaligen Osten eine eigene Dilletanten-Szene in Gang, die stets \u00fcber Kassetten und dem besagten Merve-B\u00fcchlein von Wolfgang M\u00fcller mit dem Westen verbunden war.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ornament-und-Verbrechen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5744\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ornament-und-Verbrechen.png\" alt=\"Ornament und Verbrechen\" width=\"600\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ornament-und-Verbrechen.png 756w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ornament-und-Verbrechen-300x201.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Ornament und Verbrechen, Bo Kondren, unbekannt, Ronald Lippok, Robert Lippok, Alexander Wolf v.l.n.r., Kino Babylon, Ost-Berlin, 1987, Foto: Hartmut Beil<\/em><\/p>\n<p>Und es ist sch\u00f6n, die Musik der \u201eFreiwilligen Selbstkontrolle\u201c \u00fcber Kopfh\u00f6rer zu h\u00f6ren und dabei das gro\u00dfe ausgestellte Foto zu betrachten, wie sie da einem so herrlich uniformiert und mit einer Trompete in der hoch erhobenen Hand im Laufschritt \u00fcber die schneebedeckte weite Landschaft entgegenkommen, kraftvoll, die M\u00f6glichkeit im Nacken, Welt neu zu denken. \u201eHeute Disco, morgen Umsturz, \u00fcbermorgen Landpartie.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/FSK.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5743\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/FSK.png\" alt=\"FSK\" width=\"600\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/FSK.png 728w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/FSK-150x150.png 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/FSK-300x300.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/FSK-100x100.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.), Bandfoto f\u00fcr die LP \u201eSt\u00fcrmer\u201c, Justin Hoffmann, Michaela Meli\u00e1n, Wilfried Petzi, Thomas Meinecke v.l.n.r., 1981, Foto: F.S.K.<\/em><\/p>\n<p>Dahinter das letzte Exponat, das Bild zeigt Alfred Hilsberg bei der Arbeit. Er liegt quer auf einem Bett, um ihn herum ein gr\u00fcnes Telefon, diverse Platten, Kassetten verstreut auf Bett und Boden, eine Flasche Wodka auf einem Tablett drapiert, eine Tasse Kaffee auf der Decke. Gemalt hat es Michaela Melian von F.S.K. Die Bez\u00fcge und Zusammenh\u00e4nge der Szene werden deutlich. Hilsberg ist Journalist, Konzertmanager und vor allem Labelbetreiber des Hamburger ZickZack-Labels, das unter dem Motto \u201eLieber zuviel als zuwenig\u201c nicht nur F.S.K., sondern auch andere der hier ausgestellten Bands ver\u00f6ffentlicht. Palais Schaumburg, Einst\u00fcrzende Neubauten, die T\u00f6dliche Doris, sp\u00e4ter Andreas Dorau, Blumfeld, Knarf Rell\u00f6m, Jens Friebe. Hilsberg, der selbst gerne im Hintergrund bleibt, wird auf diese Weise als treibende Kraft der Szene in Hamburg erkennbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Michaela-Melia\u0300n1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5746\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Michaela-Melia\u0300n1.png\" alt=\"Michaela, Melia\u0300n\" width=\"600\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Michaela-Melia\u0300n1.png 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Michaela-Melia\u0300n1-300x209.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Michaela Meli\u00e0n, Portr\u00e4t Alfred Hilsberg, 1982, Acryl auf Bettlaken, Sammlung der K\u00fcnstlerin,<br \/>\nFoto: Simone Jung<\/em><\/p>\n<p>Szenen aber sind immer nur so stark wie die Orte, an denen sie entstehen. So war es nicht nur der Clash zwischen Kunst und Punk, sondern auch der Zusammenprall der Milieus, der so wichtig f\u00fcr die Bewegung wurde. Manche der K\u00fcnstler kamen aus der Arbeiterklasse, die meisten aus dem klassischen Bildungsb\u00fcrgertum. Punks entstammten in der Regel dem Kleinb\u00fcrgertum. Das Neue, das, was sp\u00e4ter einmal Subkultur genannt wird, entwickelte sich gerade aus dem Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen den b\u00fcrgerlichen und proletarischen Kulturen und ihren heterogenen Denk- und Sprechweisen, die sich allabendlich im damals noch sehr begrenzten urbanen Raum zwischen Club und Galerie, zwischen Stra\u00dfe und Akademie, zwischen Kneipe und Keller versammelten. Hier treffen Punks, Avantgardisten, K\u00fcnstler, Intellektuelle, Theoretiker, Popper und Konsumenten aufeinander, um sich in ihrer Andersartigkeit zu begegnen, letztlich um neue Projekte auszuhandeln. Je nach Ausma\u00df der kulturellen Grenz\u00fcberschreitung kam es gerade in Hamburg immer wieder zu Konflikten, wurde dem Punk die \u201aKunstkacke\u2018 der Avantgarde zu viel, \u00fcbersch\u00fcttete er sie mit Bier oder holte sie kurzerhand von der B\u00fchne. Das Konzert wurde dann zum politischen Terrain f\u00fcr Klassenk\u00e4mpfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ddorf-1985.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5741\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ddorf-1985.png\" alt=\"Ddorf 1985\" width=\"600\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ddorf-1985.png 860w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ddorf-1985-300x209.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Ddorf-1985-768x536.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Konzert der Band Aram und die Schaffner, Xao Seffcheque (Musiker, Drehbuchautor und Journalist) mit Krawatte vor der S\u00e4ule und Peter Hein (Fehlfarben) rechts tanzend mit Anzug, Ratinger Hof, D\u00fcsseldorf, 1985, Foto: ar\/gee gleim<\/em><\/p>\n<p>Und doch fand man im Widerspruch Gemeinsames. \u201eDie Proto-Techno-Elektronik der mittleren Phase von D.A.F. gefiel den Punks sehr gut, die funky K\u00fcnstlerband Palais Schaumburg wurde auch von Pogo-T\u00e4nzen angenommen, Punk-Dauerbrenner wie EA 80 schrieben die interessantesten politischen Texte, Kunststudenten spielten in rauen Pogo-Truppen und Hauptsch\u00fcler quakten in genial-dilettantischen Avantgardecombos auf Blasinstrumenten,\u201c schreibt Diederich Diederichsen im Ausstellungskatalog.<\/p>\n<p>Die recht \u00fcberschaubare Szenen der Punks und K\u00fcnstler, die sich allabendlich in den wenigen Kneipen in der Ratinger Stra\u00dfe in D\u00fcsseldorf, im Karolinenviertel in Hamburg oder Sch\u00f6neberg und Kreuzberg in Berlin trafen, bleiben in jener Zeit stets aufeinander verwiesen. Im Ratinger Hof, ein offenes Kunst-Punk-Gemisch, treffen erstmals Gabriel Delgado-Lopez und Robert G\u00f6rl von D.A.F. aufeinander. Der Maler Martin Kippenberger, tempor\u00e4rer Betreiber des Szenentreffs SO36 in Berlin war fasziniert von der Intensit\u00e4t der Dilletanten-Konzerte und holte Bands wie Mittagspause, DIN A Testbild, Mania D in seinen Club. Akademische Prinzipien wurden entakademisiert: \u201eEs war wirklich wichtiger, ein gutes Konzert zu h\u00f6ren als sich ein Bild anzugucken. Das war eindeutig inspirierender f\u00fcr uns.\u201c Die Radikalit\u00e4t und Reduziertheit, das Direkte und Minimalistische der Dilletanten wurde zum perfekten Sound f\u00fcr die \u201eJungen Wilden\u201c um Helmut Middendorf, Markus und Albert Oehlen, Markus L\u00fczpertz und Rainer Fetting, deren Bilder auch in der Ausstellung zu sehen sind. Mit schwerem und schnellem Pinselstrich wird die Fl\u00fcchtigkeit der typisch dillentantischen Pose des S\u00e4ngers festgehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Helmut-Middendorf.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5738\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Helmut-Middendorf.png\" alt=\"Helmut Middendorf\" width=\"600\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Helmut-Middendorf.png 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Helmut-Middendorf-300x239.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Helmut Middendorf, Singer-red-yellow, 1981, Kunstharz auf Nessel, Privatsammung, Foto: Simone Jung<\/em><\/p>\n<p>Erkennt man unter den bestehenden Bedingungen einen Mangel, fehlen R\u00e4ume und Medien, f\u00fcr das, was man sagen und machen m\u00f6chte, dann macht man es selbst. Der Mangel nicht nur an k\u00fcnstlerischen Formen, sondern auch an Infrastrukturen oder ganz pragmatischen Dingen wie Geld f\u00fchrt notwendig zum D.I.Y., ohne dass der Begriff damals schon g\u00e4ngig war. Damals nannte man es Independent, eine kleine Insel im Kapitalismus.<\/p>\n<p>Das bedeutete notwendig: Kontextwechsel. Raus aus der Akademie und den Galerien, rein in die Clubs und Bars. Wir bringen unsere Platten selbst raus, wir organisieren unsere Konzerte selbst, gr\u00fcnden Labels, machen unsere eigenen Fanzines, drucken Flyer und Plakate. Wir bauen Musikinstrumente selbst: Ornament und Verbrechen funktionieren einen Gartenschlauch und den Auspuff ihres Mopeds zum Blasinstrument um, die Einst\u00fcrzenden Neubauten experimentierten mit Schrott. Prominent steht das Stahlschlagzeug von N.U. Unruh in der Ausstellung. Zwei blecherne goldschimmernde Becken, ein quer liegender flacher Stein, darunter ein Snareblech versehen mit Drum-Sticks aus Metall. Dazu ein elektrischer Bohrhammer. Zusammengesuchte Alltagsgegenst\u00e4nde, die einen Sound erzeugen, der ebenso radikal ist wie sein neu entworfenes Instrument.<\/p>\n<p>Auf diese Weise entwickeln sich nicht nur neue \u00d6konomien und Infrastrukturen unter selbst gew\u00e4hlten Bedingungen, die einen gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Unabh\u00e4ngigkeit garantieren, sondern auch neue k\u00fcnstlerische Ausdrucksformen. Egal ob Maschine oder Blechschlagzeug, ob billiger Casio oder Gartenschlauch, die neuen Instrumente setzen Kl\u00e4nge frei, die das Gez\u00e4hmte und Gem\u00e4\u00dfigte der klassischen Instrumente sprengte. Es war der unbedingte Wille, den K\u00f6rper als zentrales Medium erfahrbar zu machen, Affekte zu produzieren, die Kunst und Rezeption erst m\u00f6glich werden lassen. Schreien, das Einh\u00e4mmern auf Blech, sich auf den Boden werfen und umherw\u00e4lzen war da nur die logische Folge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Einstu\u0308rzende-Neubauten.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5739\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Einstu\u0308rzende-Neubauten.png\" alt=\"Einstu\u0308rzende Neubauten\" width=\"600\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Einstu\u0308rzende-Neubauten.png 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/Einstu\u0308rzende-Neubauten-300x208.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Einst\u00fcrzende Neubauten, N.U. Unruh, documenta 7, Fridericianum, Kassel, 1982,<br \/>\nFoto: Peter Gruchot<\/em><\/p>\n<p>Maler betrieben Clubs, produzierten Zeitschriften oder gr\u00fcndeten Bands, Filmer machten Musik und Literaten machten Filme. Punks trafen Avantgardisten, K\u00fcnstler spielten Pogo. Die Subkultur jener Jahre ist ein in sich h\u00f6chst heterogenes und widerspr\u00fcchliches Gewebe, das jedoch eine gemeinsame Abgrenzungslinie aufweist, die sie f\u00fcr eine Weile zusammenh\u00e4lt: Die Abgrenzung gegen\u00fcber der westdeutschen Wirklichkeit und der unbedingte Wille sie zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Dilletanten gab es nichts, womit sie sich \u00e4sthetisch oder politisch identifizieren konnten. Nicht mit der Love-and-Peace-Subkultur der 70er-Jahre, nicht mit den politischen Str\u00f6mungen der Friedensbewegung, auch nicht mit den Linksaktivisten, wie sie sich aus den 68ern herausgebildet haben, und schon gar nicht mit der Konsenskultur des Sch\u00f6nen, Wahren und Gesitteten. Man verweigerte sich aber auch dem virtuosen Gebaren der Rock\u00e4sthetik, dem neuen Konsumverhalten, dem Mainstream und der Musikindustrie im Allgemeinen. Die Anf\u00e4nge der Subkultur war die gemeinsame Suche nach Intensit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit, eine gemeinsame Suche nach neuen k\u00fcnstlerischen M\u00f6glichkeiten, letztlich\u00a0 nach einer neuen Lebensform in der Stadt gegen die empfundene Enge und Entfremdung. Es war eine Zeit der Euphorie und radikalen Negation des Bestehenden im \u00c4sthetischen.<\/p>\n<p>Die radikale Abgrenzung bildet sich aber nicht allein aus einem aggressiven Hass gegen\u00fcber der Wirklichkeit heraus, sondern vielmehr aus einer allgemeinen Langeweile an ihr, die ein Spiel in Gang setzt, um im kreativen Off Neues entstehen zu lassen. Die Bewegung der Genialen Dilletanten schafft ihr Politikum aus dem Eigenen heraus, und das so druckvoll und pr\u00e4sent, dass es alles Vorhandene in den Schatten der Bedeutungslosigkeit stellte. Der Zwang zur neuen Form war da nur die notwendige Konsequenz. Zur Bew\u00e4ltigung der M\u00f6glichkeiten bedurfte es neuer R\u00e4ume und Praktiken, Ausdrucksweisen und Mittel, die sich weder rein in den Institutionen der Kunstakademie verwirklichen lie\u00dfen, noch alleine im Dreiviertel-Takt des Punk. Die Schnelllebigkeit und K\u00fcnstlichkeit des Pop bot dem dr\u00e4ngenden Hier und Jetzt den direktesten Raum, ein M\u00f6glichkeitsraum, innerhalb dessen Punk und Kunst in den 1980er-Jahren zusammenfanden, um eine neue Subkultur zu begr\u00fcnden, letztendlich um den Pop in Westdeutschland zu revolutionieren.<\/p>\n<p>Die vielf\u00e4ltigen Vermischungen von Punk und Kunst im Medium des Pop machten aus der losen Verbindung erst eine Bewegung, die deshalb so besonders war, weil sie in ihrer Vermischung Grenzen auf unterschiedlichen Ebenen \u00fcberschritt. Vielf\u00e4ltig verflochten durchkreuzte die Bewegung das Bestehende und bahnte sich so ihren eigenen Weg. Strategien und k\u00fcnstlerische Praktiken wurden hier nicht einfach von einen in den anderen Bereich transferiert, sie wurden vielmehr im neuen Kontext neu angeeignet und ver\u00e4nderten gerade dadurch die gewohnten Strukturen. Geniale Dilletanten bewegen sich immer zwischen den Dingen und aus ihnen heraus. Der Dreivierteltakt wurde mit den neuen M\u00f6glichkeiten der Kunst angereichert, die Kunst der \u201eJungen Wilden\u201c wurde grober, direkter, schneller.<\/p>\n<p>Die Kulturen l\u00f6sen sich jedoch nicht ineinander auf, sie bleiben in ihrer jeweiligen Struktur bestehen, vermischen und hybridisieren sich im Medium des Pop, nehmen jeweils Elemente des anderen in sich auf, um auf diese Weise zu einer neuen kulturellen Form zu finden. Der geniale Dilletantismus, der weder reiner Punk noch reine Kunst ist, sondern etwas dazwischen. Der Punk als Identit\u00e4t und Kultur bleibt dabei genauso bestehen wie die akademische Malerei. Auf diese Weise ist eine neue ernstzunehmende Kunst entstanden, eine neue Form, die K\u00f6rper, Exzess, H\u00e4rte und H\u00e4sslichkeit nicht nur zul\u00e4sst, sondern zum zentralen Motor macht.<\/p>\n<p>Will man ein umfassendes Kriterium aufstellen, l\u00e4sst sich die Kultur des Dilletantismus der 1980er-Jahre vielleicht auf eines zur\u00fcckf\u00fchren: Das experimentelle Spiel mit den Elementen im Bruch und kreativen Zwischenraum jener Zeit. Das Spiel mit der Kunst, dem L\u00e4rm, der Technik, dem K\u00f6rper, der Wahrnehmung, der Mode, dem Stil, dem Klang, dem Urbanen. Dabei sind immer auch Spuren der Vergangenheit enthalten, werden doch nicht nur musikalische Bez\u00fcge zu New Wave, Punk, Synthie-Pop und Industriel aus Amerika und England deutlich, sondern auch die k\u00fcnstlerische N\u00e4he zu Dadaismus, Surrealismus und zur Fluxus-Bewegung.<\/p>\n<p>Die sehr dokumentarisch gehaltene Ausstellung wirft viele Fragen auf: Woher kommt der Drang, sich unterschiedlicher Medien und Formen zu bedienen, um sie in einen anderen Kontext zu f\u00fchren oder neu zu entwerfen? Welche historische Situation muss vorliegen, dass die Kunst als Medium zu klein f\u00fcr die Bedeutungsgewalt einer kleinen Anzahl von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern war? Warum war es notwendig, die in den Kunsthochschulen vermittelten Formen und Ausdrucksmittel in Musik zu transformieren? Warum gingen K\u00fcnstlerInnen wie Michaela Melian, Marcus Oehlen, Martin Kippenberger, Frank Fenstermacher, Moritz Reichelt, Thomas Fehlmann, Mark Ernestus und all die anderen in die Popmusik? Und warum wurde die deutsche Sprache zu einem weiteren Charakteristikum der Bewegung? Warum sangen alle deutsch? Und wo war eigentlich Max M\u00fcller? Letztlich: Was bedeutet die Figur des Dilettanten heute in einer digitalisierten Zeit, in der potentiell jeder zum Kreativen in Form von Schreiben, Fotografieren und Musizieren werden kann?<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungsmotive zur Vertiefung lassen sich in aktuellen Publikationen finden wie \u201eDoppelleben\u201c von J\u00f6rg Heiser, der minuti\u00f6s die Beziehung von Kunst und Pop durchleuchtet, oder dem gerade erschienenen Buch \u201eDas ZickZack Prinzip\u201c von Christof Meueler, der aus Alfred Hilsbergs Popleben erz\u00e4hlt. \u00dcberhaupt h\u00e4ufen sich die Rekonstruktionen zur Postpunk-\u00c4ra der 80er, sind doch viele historische Auskopplungen zu nennen wie \u201eB-Movie: Lust &amp; Sound in West-Berlin\u201c von und mit Marc Reeder oder jene von Oskar Roehler \u201eTod den Hippes \u2013 Es lebe der Punk\u201c, und nicht zuletzt die (popul\u00e4r)wissenschaftlichen Auseinandersetzungen und Tagungen zu diesem Thema. Auch das wirft Fragen auf.<\/p>\n<p>Wurde die Bewegung von den \u201aAnderen\u2018 zeitgen\u00f6ssisch auch als unpolitisch empfunden, grenzte man sich doch sowohl von den politischen Praktiken der 68er als auch von den neuen sozialen Bewegungen eindeutig ab, so wurde gerade diese radikale Abgrenzung zum Medium des Politischen, formte sich doch gerade darin eine neue Art und Weise, das Kulturelle zu verhandeln. Pr\u00e4ziser formuliert, die Absage an die Politik soll selbst zur Politik werden.<\/p>\n<p>Als subversiv in politischer Hinsicht haben sich die Strategien der Genialen Dilletanten auf l\u00e4ngere Sicht aber nicht erwiesen. Schon in den sp\u00e4ten 1980er-Jahren wurden Dilletanten Teil der Documenta gesponsert mit einem Katalog von Lufthansa und der Deutschen Bank. Fetischmode, Irokesen-Haarschnitte, hautenges Leder, Korsetts, Modeschmuck und DIY-Praktiken wurden Teil der Alltagskultur der Jugendlichen. Secondhandl\u00e4den, Happenings und Kunsth\u00e4user sprossen aus dem Boden. Grenz\u00fcberschreitung wurde zum normalen Bestandteil des kulturellen Lebens.<\/p>\n<p>Die Bewegung l\u00f6ste sich auf, andere machten weiter. Heute spielen Kraftwerk im Moma, Jeff Koons ziert das Plattencover von Lady Gaga und die Einst\u00fcrzenden Neubauten spielen mit ihrem Blech-Schlagzeug k\u00fcnftig in der Hamburger Elbphilharmonie. Die damals noch teilweise neuen Verflechtungen von Kunst und Pop sind heute g\u00e4ngige Praktik des Popgesch\u00e4fts, ein erw\u00fcnschter Bestandteil der Unterhaltungsindustrie, der f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgt und heterogene Publika erreicht. Daraus entsteht in den seltensten F\u00e4llen Neues und Kraftvolles, in der Regel bewegen sich die hybriden Strategien im Bereich des Erwartbaren, ohne weiter zu st\u00f6ren. Bleibt abzuwarten, wann der Techno als die n\u00e4chste neue Bewegung nach und durch die Subkultur der 1980er-Jahre die Museen betritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/abcity.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5740\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/abcity.png\" alt=\"abcity\" width=\"600\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/abcity.png 600w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2016\/04\/abcity-300x229.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>a-b-city, Brigitte B\u00fchler und Dieter Hormel, BRD, 1985<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mythen in T\u00fcten<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[259,619,839,1179,2365],"class_list":["post-5721","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ausstellung-museum-fuer-kunst-und-gewerbe","tag-einstuerzende-neubauten","tag-geniale-dilletanten","tag-junge-wilde","tag-toedliche-doris"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5721"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5721\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}