{"id":5812,"date":"2016-05-10T16:24:08","date_gmt":"2016-05-10T14:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=5812"},"modified":"2016-05-10T16:24:08","modified_gmt":"2016-05-10T14:24:08","slug":"das-phaenomen-adhs-aus-der-perspektive-des-normalismusvon-daniela-haas10-5-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/05\/10\/das-phaenomen-adhs-aus-der-perspektive-des-normalismusvon-daniela-haas10-5-2016\/","title":{"rendered":"Das Ph\u00e4nomen ADHS aus der Perspektive des Normalismusvon Daniela Haas10.5.2016"},"content":{"rendered":"<p>Im Normalspektrum<!--more--><\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: center\">Einleitung<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u201eIst mein Kind noch normal?\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u2013 so fragt der Titel einer Reportage des ZDF stellvertretend f\u00fcr drei besorgte Elternpaare, deren S\u00f6hne im sozialen Umfeld wiederholt als \u201averhaltensauff\u00e4llig\u2018 bezeichnet werden. Luca ist ausgesprochen lebhaft, kann in der Schule kaum stillsitzen und st\u00f6rt den Unterricht massiv durch permanentes Herumalbern. William und Seraphim hingegen sind sehr introvertiert und scheinen h\u00e4ufig ganz in ihren Gedanken versunken. Alle drei Jungen haben in unterschiedlichem Ausma\u00df Schwierigkeiten, sich auf bestimmte Lehrstoffe zu konzentrieren, was sich negativ auf ihre Zensuren auswirkt. Interesse hegen sie nur f\u00fcr wenige F\u00e4cher oder Einzelthemen, mit welchen sie sich dann aber \u2013 oft bevorzugt allein \u2013 sehr intensiv und ausdauernd besch\u00e4ftigen. Aufgrund ihres Betragens werden sie von ihren Mitsch\u00fclern ausgegrenzt und schikaniert, was einen enormen psychischen Leidensdruck verursacht. Die Eltern sind besorgt um die Zukunft ihrer Kinder und sehen sich wiederholt mit dem Vorwurf Au\u00dfenstehender konfrontiert, in der Erziehung \u201aversagt zu haben\u2018. Eine zumindest teilweise Entlastung k\u00f6nnen schlie\u00dflich die Kinderpsychologen bzw. -\u00e4rzte bewirken, die die Eltern auf der Suche nach professioneller Hilfe konsultieren. Bei allen drei Jungen werden spezifische Formen der Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> (ADHS) festgestellt und verschiedene Therapiekonzepte zur Linderung der Symptome empfohlen<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Nach einer Studie aus dem Jahr 2007 leben rund 5% der deutschen Kinder und Jugendlichen mit der Krankheit<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a>, immer wieder wird eine Zunahme der Fallzahlen konstatiert<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Die drei Kernsymptome der ADHS &#8211; Impulsivit\u00e4t, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivit\u00e4t &#8211; k\u00f6nnen in verschieden starker Auspr\u00e4gung auftreten<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a> und f\u00fchren so zu den Verhaltenserscheinungen, die sich bei umgangssprachlich als \u201aZappelphilipp\u2018 oder \u201aTr\u00e4umer\u2018 bezeichneten Kindern feststellen lassen. Die genauen Ursachen der St\u00f6rung sind bisher nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. In der Forschung geht man von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren aus. Demnach verf\u00fcgen die Betroffenen zum einen \u00fcber eine genetische Veranlagung zur Ausbildung der Krankheit, wobei zus\u00e4tzlich eine durch Stoffwechselst\u00f6rungen verursachte Sch\u00e4digung des Zentralnervensystems vorliegen kann<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Treten weiterhin \u201e[u]ng\u00fcnstige psychosoziale Bedingungen\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a>, etwa h\u00e4ufige innerfamili\u00e4re Konflikte, hinzu, kann dies die Auspr\u00e4gung der ADHS stark beeinflussen<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a>. An diese Theorie ankn\u00fcpfend erfolgt die Behandlung h\u00e4ufig durch eine Kombination aus Psychotherapie und Medikation mit dem Psychostimulans Methylphenidat<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> (etwa in Ritalin und Medikinet enthalten). Besonders das Medikament verspricht rasche Hilfe. Seine exakte Wirkungsweise konnte noch nicht vollst\u00e4ndig ermittelt werden, es wird aber vermutet, dass es einen Ausgleich des Hirnstoffwechsels bewirkt<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>, was wiederum zu einer Minderung der inneren Unruhe und einer Aufmerksamkeitssteigerung des Kindes f\u00fchrt<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a>, sodass die schulische Leistungsf\u00e4higkeit erh\u00f6ht und das Sozialverhalten des Betroffenen verbessert\u00a0 werden kann.<\/p>\n<p>Ganz unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen befassen sich mit der Erforschung der ADHS. Die P\u00e4dagogik diskutiert den angemessenen Umgang mit den erkrankten Kindern, die Neurobiologie bem\u00fcht sich um die Ermittlung der \u00c4tiologie und die Psychiatrie legt die exakte Definition des Krankheitsbildes fest. Weshalb sich nun die Kulturwissenschaft mit dem Ph\u00e4nomen befassen sollte, ist daher zun\u00e4chst nicht ersichtlich. Was aber bei den Debatten um Erziehungsmethoden und st\u00f6rungsspezifische Gene zumeist \u00fcbersehen wird, ist ausgerechnet die zentrale kulturelle Kategorie s\u00e4mtlicher Auseinandersetzungen mit der Thematik: die Normalit\u00e4t. Bei genauerer Betrachtung f\u00e4llt auf, dass dieser Ausdruck immer wieder im Zusammenhang mit der ADHS verwendet wird. Im Alltag fallen die Kinder auf, weil ihr Verhalten als \u201enicht mehr normal\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> empfunden wird, und auch die international anerkannten Diagnosekriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) unterscheiden das Verhalten Betroffener explizit von \u201anormalem\u2018 Verhalten<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>. Im Umkehrschluss wird konstatiert, dass eine Behandlung notwendig sei, um den Erkrankten Zugang zu Normalit\u00e4t zu verschaffen<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>. Obwohl diesem Terminus offenbar eine ma\u00dfgebliche Bedeutung innerhalb der ADHS-Diskurse zukommt und er sogar der Legitimation von Eingriffen in K\u00f6rper und Psyche dient, wird er nirgends definiert. In der vorliegenden Arbeit soll daher versucht werden, sich dem der ADHS zugrunde liegenden Normalit\u00e4ts- bzw. Anormalit\u00e4tsverst\u00e4ndnis zu n\u00e4hern. Grundlage hierf\u00fcr ist das Normalismuskonzept des Literaturwissenschaftlers J\u00fcrgen Link. In seiner Studie \u201eVersuch \u00fcber den Normalismus\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> legt der Autor eine ausf\u00fchrliche Analyse des Begriffs vor, grenzt ihn von verwandten und oft f\u00e4lschlicherweise synonym verwendeten Konzepten ab und liefert damit ein begriffliches Instrumentarium zur Untersuchung gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse und Entwicklungen. Von fundamentaler Bedeutung ist dabei die Annahme, dass das Normale eine auf Statistik gegr\u00fcndete soziale Kategorie darstellt, die entsprechend im historischen Zeitverlauf als wandelbar erscheint<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird die Theorie Links in ihren wesentlichen Z\u00fcgen nachgezeichnet und kritisch beleuchtet. Danach widmet sich ein zweiter Schritt der genaueren Untersuchung der Prozesse, die an der Definition der ADHS als Anormalit\u00e4t mitwirken. Hierauf aufbauend soll in einem dritten Abschnitt er\u00f6rtert werden, ob das St\u00f6rungsbild bei weiter steigender Pr\u00e4valenzrate zu einem zuk\u00fcnftigen Zeitpunkt wom\u00f6glich als normal gelten kann. Abschlie\u00dfend werden die Ergebnisse diskutiert und in einem Fazit zusammengefasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2. Was bedeutet Normalit\u00e4t? Die Normalismustheorie nach J\u00fcrgen Link<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2.1 Begriffliche Kl\u00e4rung und Grundz\u00fcge des Normalismus<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst scheint jedermann intuitiv zu wissen, was sich hinter dem Begriff der Normalit\u00e4t verbirgt, eine genaue Definition f\u00e4llt jedoch schwer. Handelt es sich um wertbasierte Normen, deren Einhaltung in einer bestimmten Gesellschaft geboten ist? Gibt die Natur vor, was normal ist, oder kennzeichnet schlicht das Verhalten der Mehrheit das Normale?<\/p>\n<p>Nach Link ist Normalit\u00e4t nicht als ahistorische, naturgegebene Gr\u00f6\u00dfe, sondern als ein spezifisch modernes Ph\u00e4nomen zu verstehen, das sich vor etwa 200 Jahren in den westlichen Gesellschaften zu entwickeln begonnen hat<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>. Dabei ist das Normale zun\u00e4chst grunds\u00e4tzlich von dem Normativen zu unterscheiden. Beide Ausdr\u00fccke leiten sich von dem lateinischen Wort \u201anorma\u2018 (rechter Winkel oder Regel, bspw. Ordensregel) und seinen neulateinischen Abwandlungen \u201anormalis\u2018 sowie \u201anormativus\u2018 ab, bilden jedoch im Laufe der Geschichte zwei v\u00f6llig verschiedene Bedeutungsgehalte heraus<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>. Inzwischen erweist sich die Normalit\u00e4t gegen\u00fcber der Normativit\u00e4t tendenziell als dominant<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a>, was allerdings nicht bedeutet, dass das Normative obsolet geworden ist. Vielmehr bestehen beide Kategorien parallel, wobei es immer wieder zu Konflikten, \u00dcberschneidungen und Verkn\u00fcpfungen kommt<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>.<\/p>\n<p>Normativit\u00e4t existierte und existiert, so Link, zu jeder Zeit in allen Gesellschaften, etwa in Form ethischer Werte oder Gesetze<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>. Es handelt sich hierbei um pr\u00e4skriptive<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> \u201ebin\u00e4re Erf\u00fcllungsnorm[en]\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>, d.h. das Handeln der Individuen wird nachtr\u00e4glich an ihnen gemessen, wobei lediglich zwischen Einhaltung und (ggf. zu sanktionierendem) Versto\u00df zu unterscheiden ist<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>.<\/p>\n<p>Normalit\u00e4t hingegen ist das (vorl\u00e4ufige) Ergebnis eines vielschichtigen, komplexen gesellschaftlichen Prozesses, einer Kombination \u201ediskursive[r] Konzept[e] und Modell[e] [so]wie praktische[r] Verfahren\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>, welche Link als \u201aNormalismus\u2018 bezeichnet<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>. Im Gegensatz zu den starren, normativen Normen ist die Normalit\u00e4t dynamisch<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> und deskriptiv, d.h. sie wird nach der Sichtung der gesellschaftlichen Realit\u00e4t auf Basis von Mittelwerten bestimmt, ist daher dem Handeln nachgeordnet und stets im Wandel begriffen<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>. Basale Voraussetzung ist die Etablierung der regelm\u00e4\u00dfigen, fl\u00e4chendeckenden Erhebung und statistischen Auswertung standardisierter gesellschaftlicher Massendaten seit dem 18. Jahrhundert<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a>. Hierzu z\u00e4hlen unmittelbar objektiv zug\u00e4ngliche, quantitative Gr\u00f6\u00dfen wie etwa K\u00f6rpergewicht und Einkommen, aber auch rein qualitative, lediglich indirekt messbare Gegenst\u00e4nde wie Intelligenz und Optimismus<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a>. In F\u00e4llen letzterer Art werden \u201eimagin\u00e4re Punkte-Skalen\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> erstellt, die bestimmten Tests oder Frageb\u00f6gen mehr oder minder offenkundig zugrunde liegen. Mit ihrer Hilfe soll ermittelt werden, zu welchem Grad der Untersuchte eine bestimmte Eigenschaft aufweist oder eine konkrete Einstellung vertritt<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a>. Dies ist ein weiterer markanter Unterschied zu dem Normativen, das keine abgestufte Bandbreite an Verhaltensweisen kennt, sondern lediglich strikt zwischen Normerf\u00fcllung und -bruch trennt<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a>. Der Normalismus hat daher das Potenzial, die Geltungskraft \u00fcberkommener, eventuell gar \u201esch\u00e4dliche[r]\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Normen zu schw\u00e4chen und somit Raum f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel zu schaffen<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a>.<\/p>\n<p>Aus der Vielzahl der einzelnen Erhebungen ergibt sich eine Massenverteilung, die sich nach dem zentralen Grenzwertsatz idealtypisch der Normalverteilung (Gau\u00df- oder Glockenkurve) n\u00e4hert<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a>. Die Individuen werden dabei als frei bewegliche Massenatome vorgestellt, die permanent in Verteilungsprozessen begriffen sind<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>.\u00a0 Die entstandene Kurve l\u00e4sst sich grob in drei Abschnitte unterteilen. Die meisten Individuen sammeln sich im mittleren Bereich in der N\u00e4he des Durchschnittswertes und bilden hier einen \u201e\u201anormal range\u2018\u201c<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> (\u201aGlockenbauch\u2018). Zur linken und rechten Seite hin flacht die Kurve symmetrisch ab, d.h. je extremer ein Wert ist, desto weniger Menschen lassen sich unter ihn subsumieren. W\u00e4hrend der \u201anormal range\u2018 das Spektrum des Normalen abbildet, markieren seine Grenzen den \u00dcbergang in die Bereiche des Anormalen. Da die Kurve prinzipiell stetig ist, also keine wesenhaften Br\u00fcche aufweist, ist eine Ermittlung der Normalit\u00e4tsgrenzen durch mathematische Verfahren nicht m\u00f6glich. Die Grenzen sind stattdessen auf dem Kontinuum der Kurve frei verschiebbar und m\u00fcssen diskursiv festgelegt werden.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Dazu geh\u00f6rt auch das in der Statistik oftmals verwendete Ma\u00df der Standardabweichung. Auf den ersten Blick scheint es objektiv, allerdings handelt es sich auch hierbei letztlich um die bewusste Festlegung eines \u201aToleranzbereichs\u2018<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a>. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit der nach Link unzul\u00e4ssigen Gleichsetzung von Normalit\u00e4t mit biologischen Konstanten. Zun\u00e4chst mutet diese Verkn\u00fcpfung logisch und ganz selbstverst\u00e4ndlich an. Normalit\u00e4t wird aber ma\u00dfgeblich durch das Reden \u00fcber sie definiert, sodass etwa ein bestimmter Cholesterinwert erst dann als normal gilt, wenn er im Rahmen diskursiver Aushandlungsprozesse entsprechend bezeichnet wird. Das Ineinssetzen beider Kategorien birgt daher die Gefahr, \u201esoziale Normalit\u00e4ten als biologisch begr\u00fcndet auf[zufassen]\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a>.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p>Link unterscheidet nun drei verschiedene Diskurstypen, die an der Herstellung des Normalen beteiligt sind: Spezial-, Inter- und Elementardiskurs. Spezialdiskurse sind vor allem wissenschaftliche Diskurse, die \u201espezielles Wissen f\u00fcr ein spezialistisches Publikum bereitstellen\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a>. Sie erzeugen Normalit\u00e4ten in ihren jeweils spezifischen Bereichen, zum Beispiel der Medizin. Gerade hier spielt die Ermittlung von statistischen H\u00e4ufigkeiten eine wichtige Rolle. Dem gegen\u00fcber steht der Elementardiskurs, worunter oft floskelhafte und wenig reflektierte bzw. fundierte Aussagen \u00fcber das Normale aus Bereichen des Alltags zu verstehen sind. Dem hier verwendeten Normalit\u00e4tsbegriff liegt oft eine undifferenzierte Mischung aus subjektiven Werturteilen und einer vergleichenden Positionierung der eigenen und verschiedener anderer Personen innerhalb imagin\u00e4rer H\u00e4ufigkeitsverteilungen<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> zugrunde. Eine Zwischenposition nimmt hier der Interdiskurs ein. Er verbindet Elemente von Spezial- und Elementardiskurs zu \u201eallgemein kulturellen Vorstellungen von Normalit\u00e4t, zu einer Art Querschnittskategorie des Normalen\u201c<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a>, und zwar auf eine Weise, die \u201eVerst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr eine allgemeingebildete \u00d6ffentlichkeit\u201c<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> erzeugt. Von gro\u00dfer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die sogenannte Kollektivsymbolik, die bestimmte Sachverhalte und Entwicklungen innerhalb der normalistischen Diskurse in Form von sprachlich oder visuell erzeugten Sinnbildern f\u00fcr die Einzelnen plastisch begreifbar macht und somit einen wichtigen Beitrag zur Verkn\u00fcpfung des Wissens der Diskursebenen leistet<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a>. Das so entstandene und transportierte Wissen dient den Individuen nun zur st\u00e4ndigen Pr\u00fcfung und Ausrichtung des eigenen Handelns bzw. Verhaltens anhand dessen, was als normal gilt<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a>. Das Individuum wird zum normalistischen Subjekt<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a>.<\/p>\n<p>Da die Normalit\u00e4tsgrenzen auf dem Kontinuum der Kurve nicht grunds\u00e4tzlich starr fixiert sind, erscheinen die \u00dcberg\u00e4nge von der Normalit\u00e4t hin zur Anormalit\u00e4t flie\u00dfend. Das bedeutet, dass prinzipiell jedermann jederzeit aus dem Sicherheit vermittelnden Bereich des Normalen in die prek\u00e4ren Zonen der Anormalit\u00e4t \u201aabrutschen\u2018 kann. Die Angst, die dieser Umstand in den Subjekten ausl\u00f6st, nennt Link Denormalisierungsangst.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> Durch den st\u00e4ndigen Vergleich des eigenen Tuns mit den interdiskursiv vermittelten Vorstellungen von Normalit\u00e4t verorten sich die Menschen routinem\u00e4\u00dfig auf dem Kontinuum der (symbolischen) Gau\u00dfkurve und erhalten so Aufschluss dar\u00fcber, ob sie im Begriff sind, sich aus dem Bereich des Normalen zu bewegen und die Einleitung versichernder (Selbst-)Normalisierungsma\u00dfnahmen geboten ist<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a>. Das Faktum dieser permanenten Gefahr der Denormalisierung f\u00fchrt zu zwei unterschiedlichen Strategien des Normalismus, die im Folgenden erl\u00e4utert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2.2 Protonormalismus und flexibler Normalismus als diskursive Strategien<\/p>\n<p>Um die Erhebung und Auswertung der gesellschaftlichen Massendaten systematisch durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, werden verschiedene \u201eNormalfelder\u201c<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> hergestellt. Sie umfassen eine Vielzahl von Erscheinungen, die einem bestimmten Bereich eines Spezial- oder Interdiskurses zuzuordnen sind<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a>. Diese Bereiche k\u00f6nnen entweder allgemeinen Charakter besitzen (\u201e\u201aBasis-Normalfelder\u2018\u201c<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a>) oder sehr spezifische Einzelaspekte betreffen (spezielles Normalfeld)<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a>. Innerhalb eines Normalfeldes werden die Erscheinungen nun homogenisiert und kontinuiert, womit sie als miteinander vergleichbare Gr\u00f6\u00dfen erscheinen<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a>. Um diese ordnen zu k\u00f6nnen, werden nun eine oder mehrere Dimensionen bzw. Achsen implementiert. Die Auspr\u00e4gungen auf den Achsen sind graduiert oder skaliert, sodass feine Abstufungen der Messwerte erfasst werden k\u00f6nnen. Nun ist es m\u00f6glich, eine Vielzahl von Menschen im Hinblick auf ein solches Normalfeld zu verdaten und sie als sogenannte \u201eNormaleinheiten\u201c<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a> innerhalb desselben zu positionieren, sodass der Grad ihrer je pers\u00f6nlichen Abweichung von der Normalit\u00e4t bzw. dem Durchschnittswert als h\u00f6chstm\u00f6glichem Normalit\u00e4tsgrad ermittelbar wird. Hier ist wichtig festzuhalten, dass Link oftmals von konkreten mathematisch-statistischen Verteilungen abstrahiert und stattdessen von symbolischen Kurven ausgeht, wie es der o.g. Fall der Intelligenztests bereits andeutete. So sei \u201e[d]ie typische Skala [\u2026] quantitativ und linear-<em>gerichte[t] <\/em>[Hervorh. J.L.]\u201c<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a>, \u201emindestens m\u00fcssen [aber] auf solchen Achsen symbolische \u201aPunkte\u2018 (positive und\/oder negative) gemacht werden k\u00f6nnen\u201c<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a>, die entsprechend eine \u201esymbolische Quasi-\u201aAbbildungsrelatio[n]\u2018 zwischen [den] Elementen [\u2026] suggerier[en]\u201c<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a>.<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a><\/p>\n<p>Die Bandbreite der abgebildeten Ph\u00e4nomene wird durch semantische Oppositionen eingefasst, die sich an den \u00e4u\u00dferen Enden der Skalen befinden. Damit wird eine kontinuierliche Verbindung zwischen prinzipiell gegens\u00e4tzlichen Erscheinungen, etwa Gesundheit und Krankheit, hergestellt.<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> Die Schwelle zwischen dem letzten \u201anoch gesunden\u2018 und dem ersten bereits \u201akranken\u2018 Zustand ausfindig zu machen, erweist sich vor diesem Hintergrund als schwierig. F\u00fcr die normalistischen Subjekte erzeugt dieser Umstand \u201edie Vorstellung [\u2026] gleitender \u00dcbergangszone[n] des Durchdrehens\u201c<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a>, also das Bewusstsein eines permanenten Risikos der Denormalisierung. Link nennt nun zwei grundlegende, idealtypische Strategien zur Etablierung der Normalit\u00e4tsgrenzen. Obwohl prinzipiell verschieden, befinden sie sich in einer Art wechselseitigem Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis, dass der Autor durch den Begriff der \u201e\u201aaporetischen siamesischen Bifurkation\u2019\u201c<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a> beschreibt. So k\u00f6nnen sie abwechselnd einzeln oder auch in Mischformen Anwendung finden. Die erste Strategie, die vor allem in den Anfangsjahren des Normalismus vorherrscht, bezeichnet Link als protonormalistisch. Sie zielt darauf, das Normalspektrum m\u00f6glichst eng und (langdauer-)stabil zu fassen, wodurch ein streng abgetrennter, breiter Bereich der Anormalit\u00e4t entsteht. Das protonormalistische Verst\u00e4ndnis von Normalit\u00e4t weist \u00fcberdies eine tendenzielle N\u00e4he zur Normativit\u00e4t auf. Entsprechend entscheiden die Individuen nicht selbst \u00fcber eine Anpassung ihres Verhaltens, vielmehr werden ihnen Normalisierungsma\u00dfnahmen von Autorit\u00e4ten auferlegt. Der Autor spricht in diesem Zusammenhang in Anlehnung an Riesman und Foucault auch von \u201e\u201aAu\u00dfenlenkung\u2018\u201c<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> und \u201e\u201aDressur\u2018\u201c<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a>. Auch fungieren die Grenzen der Normalit\u00e4t hier als Stigma-Grenzen. Diejenigen, die eine solche, meist semantisch beschwerte Trennlinie \u00fcberschreiten, werden oft mit einem sozialen \u201aEtikett\u2018 versehen und unmittelbar r\u00e4umlich von den \u201aNormalen\u2018 separiert, etwa im Falle der Unterbringung \u201aWahnsinniger\u2018 in psychiatrischen Anstalten. So wird denn auch die prinzipielle Variationsbreite der Erscheinungen innerhalb eines Normalfeldes im Kontext dieser Strategie auf wenige typologische \u201eBl\u00f6cke\u201c<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a> reduziert. Eine Umkehr ist f\u00fcr die einmal als anormal Klassifizierten nur noch schwer m\u00f6glich.<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a><\/p>\n<p>Die zweite Strategie ist die flexibel-normalistische. Sie ist tendenziell von der Normativit\u00e4t entkoppelt, sucht den Bereich des Normalen auf historische Variabilit\u00e4t hin anzulegen und m\u00f6glichst weit auszudehnen, also viele verschiedene Erscheinungen als Normalit\u00e4t zu integrieren, auch solche, die im Protonormalismus als anormal gelten. Innerhalb eines fein differenzierten Spektrums von Ph\u00e4nomenen entsteht so ein weiter \u201anormal range\u2018 mit breiten \u00dcbergangszonen zu den Sph\u00e4ren der Anormalit\u00e4t, die wiederum selbst eher schmal ausfallen. Die Grenzen sind locker und weich symbolisch gekennzeichnet und erlauben ein \u201aGleiten\u2018 der Individuen auf dem Kontinuum, was eine vollst\u00e4ndige Normalisierung \u201aanormaler\u2018 Subjekte gestattet. Diese wird jeweils eigenst\u00e4ndig auf der Basis von pers\u00f6nlichem \u201eRisiko- und Kompensationskalk\u00fcl\u201c<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a> eingeleitet, was es den Einzelnen erlaubt, ein \u201aauthentisches\u2018 Leben zu f\u00fchren.<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a> In diesem Zusammenhang sei \u00fcberdies auf den ambivalenten Charakter der Normalit\u00e4tsgrenzen verwiesen. Einerseits schrecken sie die normalistischen Subjekte ab, indem sie den \u00dcbergang in die Zonen der Anormalit\u00e4t, etwa der Kriminalit\u00e4t oder der psychischen St\u00f6rung, und damit das Risiko der Exklusion (Unterbringung in Gef\u00e4ngnis und Psychiatrie) markieren. Andererseits aber \u00fcben sie eine mitunter gro\u00dfe Anziehungskraft aus, weil sie \u201aNervenkitzel\u2018 und \u201eintensiv[e] [\u2026] Erfahrungen\u201c<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a> verhei\u00dfen.<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">2.3 Der Einfluss der Normativit\u00e4t auf die Normalit\u00e4t<\/p>\n<p>Unklar bleibt, wie genau nun die Normalit\u00e4tsgrenzen ermittelt werden. Henning Ritter f\u00fchrt dazu an, dass das Urteil hier\u00fcber letztlich normativ erfolgen m\u00fcsse<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a>. Link kritisiert dieses Argument mit dem Verweis auf die scharfe Trennung von pr\u00e4skriptiver Normativit\u00e4t und deskriptiver Normalit\u00e4t, gerade im Hinblick auf die verschiedenen Konsequenzen, die der Versto\u00df gegen eine Norm oder die Verortung eines Individuums im Spektrum der Anormalit\u00e4t nach sich ziehe<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a>. Er spricht jedoch ebenso immer wieder an, dass die analytische Unterscheidung beider Kategorien lediglich idealtypischen Charakter besitze und man es \u201ein der historischen Realit\u00e4t [\u2026] stets mit Kopplungen zwischen beiden diskursiven Regimen zu tun\u201c<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a> habe, wozu neben dem Konflikt auch der \u201esymbiotisch[e] Kompromiss\u201c<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a> geh\u00f6re<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a>. Am n\u00e4chsten kommt letzterem wohl die protonormalistische Strategie. Zun\u00e4chst unterscheidet Link sie grunds\u00e4tzlich von der Normativit\u00e4t, da er den Normalismus als solchen \u2013 und damit auch den Protonormalismus &#8211; wesentlich als auf Statistik basierend beschreibt, gibt aber anschlie\u00dfend an, dass sie ihre \u201eNormen ex ante fest[lege]\u201c<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a> \u2013 also nicht auf Basis des Datenmaterials \u2013\u00a0 und \u201ebereit [sei], sie den Individuen repressiv aufzuzwingen\u201c<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a> <a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a>. An anderer Stelle setzt er zudem \u201estatistische\u201c<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a> mit \u201eflexibel-normalistische[n] Verfahren\u201c<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a> gleich<a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\">[84]<\/a>, was impliziert, dass der Protonormalismus nichts oder nur sehr wenig mit Statistik zu tun hat, wodurch sich der Unterschied zur Normativit\u00e4t endg\u00fcltig aufzul\u00f6sen scheint.<\/p>\n<p>Der flexible Normalismus hingegen wird u.a. durch eine \u201eTendenz zur \u201aEntfernung\u2018 der Normalit\u00e4t von Normativit\u00e4t\u201c<a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\">[85]<\/a> gekennzeichnet<a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\">[86]<\/a>. Wie hier aber die Bestimmung des Normalspektrums innerhalb der diskursiven Prozesse stattfindet, wird nicht ausgef\u00fchrt. Einerseits verneint der Autor zwar die Existenz eines \u201emathematische[n] Kriterium[s] f\u00fcr eine Normalit\u00e4tsgrenze\u201c<a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\">[87]<\/a>. Andererseits postuliert er, dass die normalistischen Normen im Nachhinein \u201eerrechnet\u201c<a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\">[88]<\/a> werden, obgleich sp\u00e4ter gezeigt wird, dass etwa das oben beispielhaft genannte Ma\u00df der Standardabweichung Objektivit\u00e4t nur suggeriert, eigentlich aber als \u201e\u201adezisionistisch[es]\u2019\u201c<a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\">[89]<\/a> Verfahren zur Etablierung der Normalit\u00e4tsgrenze fungiert<a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\">[90]<\/a>. Dar\u00fcber hinaus gibt Link an, dass die Grenze in dieser Strategie \u201edurch <em>keine<\/em> harte semantische und insbesondere symbolische Markierung als <em>Stigma-Grenze<\/em> [Hervorh. J.L.] fixiert\u201c<a href=\"#_ftn91\" name=\"_ftnref91\">[91]<\/a> sei, der flexible Normalismus aber \u201eam Punkte der \u201aabsoluten Normalit\u00e4tsgrenze\u2018 mit dem Protonormalismus wieder ineinsf\u00e4llt\u201c<a href=\"#_ftn92\" name=\"_ftnref92\">[92]<\/a> und \u201eauf ein absolutes Stigmasymbol nicht verzichten [kann]\u201c<a href=\"#_ftn93\" name=\"_ftnref93\">[93]<\/a>. Es liegt daher nahe, dass die unvermeidbare Grenzsetzung, ohne die der Normalit\u00e4tsbegriff beliebig w\u00fcrde, tats\u00e4chlich in jedem Fall mittels normativer Entscheidung vorgenommen wird. Anders ist eine solche (wenn auch wenig stabile) Festlegung nicht vorstellbar. Daher ist Ritter schlussendlich zuzustimmen.<\/p>\n<p>Das historisch Innovative des Normalismus besteht nun darin, die Normen gewisserma\u00dfen zu weiten und zu dynamisieren. Dabei wird durch die Orientierung an der Statistik zumindest im flexiblen Normalismus theoretisch gew\u00e4hrleistet, dass diese gesellschaftlichen Normen nicht g\u00e4nzlich fernab der sozialen Realit\u00e4t etabliert werden. Diese Kopplung von Normativit\u00e4t und Normalit\u00e4t zeigt sich auch im Bereich der ADHS, die Link, wie sich zeigen wird, aus gutem Grund als \u201enormalistisches Syndrom\u201c<a href=\"#_ftn94\" name=\"_ftnref94\">[94]<\/a> beschreibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3. Die Produktion von ADHS als Anormalit\u00e4t<\/p>\n<p>Die bisherigen Ausf\u00fchrungen haben ergeben, dass Normalit\u00e4t und damit auch Anormalit\u00e4t Produkte eines Zusammenspiels elementar-, inter- und spezialdiskursiver Prozesse sind. Im Falle der ADHS wird vorwiegend bestimmt, was anormales Verhalten ist. Der zugrunde liegende Normalit\u00e4tsbegriff ergibt sich also ex negativo, bleibt aber in gewisser Weise unscharf. Um zu begreifen, wie hier das spezielle Anormalit\u00e4tsverst\u00e4ndnis entsteht, werden im folgenden Abschnitt die verschiedenen diskursiven Ebenen n\u00e4her beleuchtet. Einschr\u00e4nkend ist anzumerken, dass diese Arbeit ob ihres begrenzten Umfanges nicht den n\u00f6tigen Platz f\u00fcr eine umfassende Diskursanalyse bietet. Stattdessen soll das Ineinandergreifen der Diskurstypen anhand der Darstellung eines idealtypischen Diagnoseprozesses exemplarisch nachgezeichnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3.1 Ans\u00e4tze einer Diskursanalyse<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3.1.1 Elementardiskurs<\/p>\n<p>Der Verdacht, ein Kind leide unter einer ADHS, entwickelt sich meist innerhalb des Elementardiskurses, an welchem vor allem die Eltern und Erzieher bzw. Lehrer<a href=\"#_ftn95\" name=\"_ftnref95\">[95]<\/a> beteiligt sind<a href=\"#_ftn96\" name=\"_ftnref96\">[96]<\/a>. Zwar handelt es sich um eine psychische St\u00f6rung, die daher vor allem in dem psychiatrischen Diskurs situiert ist. Da die ADHS aber eine starke Pr\u00e4senz im Interdiskurs, vor allem in den Massenmedien, aufweist, ist das Wissen um ihre verschiedenen Erscheinungsformen bereits in den Alltagsdiskurs vorgedrungen (vgl. w.u.). Nun sind es aber nicht die Kinder selbst, die sich an den interdiskursiv vermittelten Normalit\u00e4tsvorstellungen orientieren. Nat\u00fcrlich vergleichen Sch\u00fcler ihre Leistungen schon sehr fr\u00fch miteinander, vor allem indem sie ihre Position auf dem Notenspiegel verorten und ermitteln, ob ihr Ergebnis in Relation zu dem der Klassenkameraden \u00fcber- oder unterdurchschnittlich ausf\u00e4llt. Sie bilden jedoch erst im Laufe ihrer Entwicklung nach und nach den Charakter eines normalistischen Subjektes aus, das regelm\u00e4\u00dfig mit Bezug auf H\u00e4ufigkeitsverteilungen nach der Normalit\u00e4t etwa seines Handelns fragt und ggf. normalisierende Schritte einleitet. Stattdessen \u00fcbernehmen P\u00e4dagogen und Eltern die Sorge um die Normalit\u00e4t der Kinder. F\u00e4llt nun ein Kind durch Ungeduld, \u201ageringes\u2018 Konzentrationsverm\u00f6gen und\/oder k\u00f6rperliche Unruhe auf, kann dies als Alarmsignal wahrgenommen werden. Das Verhalten des Betroffenen wird dabei ins Verh\u00e4ltnis zu einem subjektiv empfundenen Durchschnitts-, also Normalverhalten und\/oder bestimmten normativen Erwartungen bez\u00fcglich angemessenen kindlichen Verhaltens gesetzt und als hiervon \u201anegativ abweichend\u2018 eingesch\u00e4tzt. Aufgrund dieses Verdachts bilden vor allem die Eltern eine ausgepr\u00e4gte Denormalisierungsangst aus. Sie bef\u00fcrchten, dass ihr Kind in Folge von mangelnder Selbststeuerung, Konzentrationsproblemen und hierdurch bedingten \u201aschlechten\u2018 Zensuren \u201aauf die schiefe Bahn\u2018 geraten, mit der Zeit also zunehmend in die Anormalit\u00e4t \u201aabrutschen\u2018 k\u00f6nnte und sich somit als Erwachsener am Rande der Gesellschaft befindet, sofern keine korrigierenden Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, die eine endg\u00fcltige Exklusion verhindern bzw. eine Reintegration in das Normalspektrum bef\u00f6rdern.<a href=\"#_ftn97\" name=\"_ftnref97\">[97]<\/a> Bei der Entstehung dieser Angst ist \u00fcberdies die Wirkung des Internets nicht zu untersch\u00e4tzen. Nicht nur existieren zahlreiche Webseiten von Selbsthilfegruppen, die mehr oder minder fundiertes Informationsmaterial und Schnelltests bereitstellen<a href=\"#_ftn98\" name=\"_ftnref98\">[98]<\/a>, auch bieten Kommunikationsplattformen wie z.B. Foren Betroffenen und Interessierten die M\u00f6glichkeit, sich detailliert \u00fcber Symptome und Krankheitsverl\u00e4ufe auszutauschen<a href=\"#_ftn99\" name=\"_ftnref99\">[99]<\/a>. Dies tr\u00e4gt dazu bei, dass Eltern bereits vor der ersten Untersuchung ihres Kindes eine Einsch\u00e4tzung bez\u00fcglich einer m\u00f6glichen Erkrankung entwickeln.<\/p>\n<p>Als Best\u00e4tigung des im Alltagsdiskurs verankerten Deutungsmusters der o.g. Kombination abweichender Verhaltensweisen fungiert der \u00e4rztliche bzw. psychiatrische Befund einer ADHS zwar einerseits als offizielle Diagnose der Anormalit\u00e4t, stellt aber gleichzeitig auch einen ersten Schritt hin zu einer Normalisierung des Kindes dar, da er eine Reihe von Normalisierungsma\u00dfnahmen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3.1.2 Spezialdiskurs<\/p>\n<p>Der ma\u00dfgebliche Spezialdiskurs zum Thema ADHS findet innerhalb der Psychiatrie statt. Ihr kommt letztlich die Deutungshoheit \u00fcber das Ph\u00e4nomen zu. Sie f\u00fcgt einzelne Erscheinungen zu einem St\u00f6rungsbild zusammen, das unter der Bezeichnung ADHS\/ADS bzw. HKS in internationalen Klassifikationssystemen auffindbar ist und damit als Grundlage f\u00fcr die individuelle Diagnosestellung in der klinischen Praxis dient. Daher wird der psychiatrische Diskurs hier als Leitdiskurs betrachtet und isoliert in den Blick genommen.<\/p>\n<p>Das Basis-Normalfeld, mit dem sich diese Disziplin befasst, ist das der \u201ageistigen Gesundheit\u2018. Dieses Feld spaltet sich selbst in zahlreiche weitere, spezifischere Normalfelder auf. Welche Felder bei der Pr\u00fcfung des Vorliegens einer Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung im Mittelpunkt stehen, ist den Ausf\u00fchrungen des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders zu entnehmen. DSM-IV<a href=\"#_ftn100\" name=\"_ftnref100\">[100]<\/a> enth\u00e4lt einen umfangreichen Kriterienkatalog, der die einzelnen Symptome der St\u00f6rung beschreibt<a href=\"#_ftn101\" name=\"_ftnref101\">[101]<\/a>. Insgesamt werden zwei Merkmalskategorien unterschieden: \u201aUnaufmerksamkeit\u2018 und \u201aHyperaktivit\u00e4t-Impulsivit\u00e4t\u2018. Um den Befund erstellen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen sechs oder mehr der aufgef\u00fchrten Kriterien mindestens einer Kategorie innerhalb der letzten sechs Monate aufgetreten sein. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen die Symptome von einem \u201aunangemessenen\u2018 Ausma\u00df und nicht mit dem Entwicklungsstand des Betroffenen vereinbar sein.<a href=\"#_ftn102\" name=\"_ftnref102\">[102]<\/a> Gerade diese letzte Beschreibung verweist auf massendatenbasierte \u201aVerhaltensstandards\u2018, welchen ein Kind mit ADHS nicht gerecht wird. Zur Illustration der beiden Kategorien seien im Folgenden einige Beispielbeschreibungen genannt:<\/p>\n<p>zu Unaufmerksamkeit:<\/p>\n<p>\u201eb) often has difficulty in sustaining attention in tasks or play activities [\u2026]<a href=\"#_ftn103\" name=\"_ftnref103\"><\/a><\/p>\n<p>f) often avoids, dislikes, or is reluctant to engage in tasks that require sustained mental effort (such as schoolwork or homework)\u201c<a href=\"#_ftn103\" name=\"_ftnref103\">[103]<\/a><\/p>\n<p>zu Hyperaktivit\u00e4t-Impulsivit\u00e4t:<\/p>\n<p>1) Hyperaktivit\u00e4t<\/p>\n<p>\u201ea) often fidgets with hands or feet or squirms in seat [\u2026]<a href=\"#_ftn104\" name=\"_ftnref104\"><\/a><\/p>\n<p>f) often talks excessively\u201c<a href=\"#_ftn104\" name=\"_ftnref104\">[104]<\/a><\/p>\n<p>2) Impulsivit\u00e4t<\/p>\n<p>\u201eg) often blurts out answers before questions have been completed<a href=\"#_ftn105\" name=\"_ftnref105\"><\/a><\/p>\n<p>h) often has difficulty awaiting turn\u201c<a href=\"#_ftn105\" name=\"_ftnref105\">[105]<\/a><\/p>\n<p>Ferner m\u00fcssen einige dieser Erscheinungen vor dem siebten Lebensjahr aufgetreten sein, in mindestens zwei Bereichen (etwa zu Hause oder in der Schule) Beeintr\u00e4chtigungen (\u201eimpairment\u201c<a href=\"#_ftn106\" name=\"_ftnref106\">[106]<\/a>) verursachen und sich negativ auf das soziale, akademische oder berufliche Funktionieren (\u201efunctioning\u201c<a href=\"#_ftn107\" name=\"_ftnref107\">[107]<\/a>) auswirken (\u201eimpairment\u201c<a href=\"#_ftn108\" name=\"_ftnref108\">[108]<\/a>)<a href=\"#_ftn109\" name=\"_ftnref109\">[109]<\/a>.<\/p>\n<p>Diese Kriterien sind qualitativ und daher nur schwer objektiv zug\u00e4nglich. Wann ist ein Kind zum Beispiel nicht mehr nur \u201agelegentlich\u2018, sondern \u201aoft\u2018 ungeduldig, und wo liegt die Grenze zwischen \u201alebhaftem\u2018 und \u201aexzessivem\u2018 Sprechen? In der diagnostischen Praxis wird der Befund nach einer \u201eExploration der Eltern, des Kindes\/Jugendlichen und der Erzieher\/Lehrer\u201c<a href=\"#_ftn110\" name=\"_ftnref110\">[110]<\/a>, die aus Verhaltensbeobachtungen des Kindes und m\u00fcndlichen Befragungen auf Basis der DSM-Kriterien besteht<a href=\"#_ftn111\" name=\"_ftnref111\">[111]<\/a>, erstellt<a href=\"#_ftn112\" name=\"_ftnref112\">[112]<\/a>. Um die Validit\u00e4t des Verfahrens zu erh\u00f6hen, werden h\u00e4ufig Frageb\u00f6gen eingesetzt, die das Verhalten der Kinder pr\u00e4zise erfassen sollen. Zu diesem Zweck sind sie meist in drei Abschnitte geteilt, die jeweils verschiedene Beschreibungen eines der Kernsymptome enthalten. Der Befragte &#8211; Eltern, Erzieher oder ab einem Alter von 11 Jahren auch das betroffene Kind selbst<a href=\"#_ftn113\" name=\"_ftnref113\">[113]<\/a> &#8211; kreuzt nun an, wie wenig oder stark er den Aussagen zustimmt. Hierzu dient eine je nach Fragebogen unterschiedlich breit angelegte gerichtete Skala, etwa von 0 bis 3 (\u201agar nicht\u2018, \u201aein wenig\u2018, \u201aweitgehend\u2018, \u201abesonders\u2018)<a href=\"#_ftn114\" name=\"_ftnref114\">[114]<\/a> oder 1 bis 9 (\u201aschwach\u2018 bis \u201asehr stark\u2018)<a href=\"#_ftn115\" name=\"_ftnref115\">[115]<\/a>. Es werden also imagin\u00e4re Punkteskalen eingesetzt, um das in Frage stehende Verhalten in seiner Problemintensit\u00e4t \u2013 womit sowohl die Belastungen des Kindes als auch des Umfeldes gemeint sind<a href=\"#_ftn116\" name=\"_ftnref116\">[116]<\/a> &#8211; zu quantifizieren und zwischen zwei gegens\u00e4tzlichen Polen zu kontinuieren. Indem das Kind ausschlie\u00dflich im Hinblick auf die einzelnen Symptome verdatet wird, wird es mit anderen Kindern vergleichbar und damit zu einer \u201aNormaleinheit\u2018, die eine bestimmte Position innerhalb der Normalfelder der Symptomkategorien \u201aAufmerksamkeit\u2018 und \u201amotorische Aktivit\u00e4t und Impulsivit\u00e4t\u2018 einnimmt. Meyer, der von einer komplexen Vererbung der ADHS ausgeht, konstatiert in diesem Zusammenhang eine Normalverteilung von \u201eAufmerksamkeit\u201c<a href=\"#_ftn117\" name=\"_ftnref117\">[117]<\/a> und \u201eAktivit\u00e4t\u201c<a href=\"#_ftn118\" name=\"_ftnref118\">[118]<\/a>, wobei er die von ADHS Betroffenen im Bereich der \u201aExtreme\u2018 verortet<a href=\"#_ftn119\" name=\"_ftnref119\">[119]<\/a>.<\/p>\n<p>Im Zuge der Auswertung der Frageb\u00f6gen werden nun Indices ermittelt, indem die angekreuzten Auspr\u00e4gungen innerhalb jeder Symptomkategorie summiert und durch die Anzahl der Einzelbeschreibungen dividiert werden. Die so ermittelten Kennwerte werden mit einer \u201eNormtabelle\u201c<a href=\"#_ftn120\" name=\"_ftnref120\">[120]<\/a> verglichen, die jeweils Grenzwerte enth\u00e4lt, die den Grad der \u201aAuff\u00e4lligkeit\u2018 des Kindes markieren. Dabei gilt: je h\u00f6her der Wert eines Index, desto h\u00f6her die Auff\u00e4lligkeit.<a href=\"#_ftn121\" name=\"_ftnref121\">[121]<\/a> Das abschlie\u00dfende Urteil obliegt jedoch dem zust\u00e4ndigen Psychologen oder Arzt, der seinerseits eine Checkliste der DSM-Merkmale auf Basis der Explorationsergebnisse ausf\u00fcllt<a href=\"#_ftn122\" name=\"_ftnref122\">[122]<\/a>. Dabei wird zus\u00e4tzlich eine Pr\u00e4zisierung der Diagnose nach den drei Subtypen der ADHS vorgenommen. Je nachdem, ob eine Auff\u00e4lligkeit in nur einem oder beiden Bereichen festgestellt wird, handelt es sich um den \u201evorwiegend unaufmerksamen\u201c<a href=\"#_ftn123\" name=\"_ftnref123\">[123]<\/a>, \u201evorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typus\u201c<a href=\"#_ftn124\" name=\"_ftnref124\">[124]<\/a> oder den \u201eMischtypus\u201c<a href=\"#_ftn125\" name=\"_ftnref125\">[125]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Therapie der ADHS ist auf den jeweiligen Typus und den Grad der Symptomauspr\u00e4gung abgestimmt. Ist letzterer \u201eextrem\u201c<a href=\"#_ftn126\" name=\"_ftnref126\">[126]<\/a>, ist eine vorl\u00e4ufige oder l\u00e4ngerfristige station\u00e4re Behandlung m\u00f6glich<a href=\"#_ftn127\" name=\"_ftnref127\">[127]<\/a>. Bei weniger starker Auspr\u00e4gung kann hingegen eine ambulante Therapie, bestehend aus Psycho- und ggf. Pharmakotherapie, durchgef\u00fchrt werden<a href=\"#_ftn128\" name=\"_ftnref128\">[128]<\/a>. Dabei soll der Betroffene einerseits u.a. Techniken des \u201eSelbstmanagement[s]\u201c<a href=\"#_ftn129\" name=\"_ftnref129\">[129]<\/a> (z.B. Selbstinstruktionstraining zur Konzentrationssteigerung bei der Bearbeitung von Hausaufgaben) erlernen, die ihn in die Lage versetzen, sein \u201eProblemverhalten\u201c<a href=\"#_ftn130\" name=\"_ftnref130\">[130]<\/a> eigenst\u00e4ndig zu modifizieren, w\u00e4hrend die Einnahme eines Psychostimulans, meist Methylphenidat, zus\u00e4tzlich den Bewegungsdrang eind\u00e4mmen und die Konzentration f\u00f6rdern kann<a href=\"#_ftn131\" name=\"_ftnref131\">[131]<\/a>. Die Therapieerfolge, explizit als Normalisierung bezeichnet<a href=\"#_ftn132\" name=\"_ftnref132\">[132]<\/a>, werden durch regelm\u00e4\u00dfige Neuverdatung des Patienten ermittelt, sodass seine erw\u00fcnschte \u201aWanderung\u2018 hin zur \u201aMitte\u2018 der Verteilungen innerhalb der Normalfelder kontrolliert werden kann<a href=\"#_ftn133\" name=\"_ftnref133\">[133]<\/a>.<\/p>\n<p>Vergleicht man die zwei letzten Ausgaben des DSM miteinander, ist festzustellen, dass sich die Diagnosekriterien der ADHS im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert haben. DSM-5 (2013) weist gegen\u00fcber DSM-IV-TR (2000) zwei wesentliche Neuerungen auf. Zum einen m\u00fcssen die einzelnen Symptome nicht l\u00e4nger vor dem siebten, sondern nur noch vor dem 12. Lebensjahr aufgetreten sein<a href=\"#_ftn134\" name=\"_ftnref134\">[134]<\/a>. Zum anderen wurde die Diagnosem\u00f6glichkeit f\u00fcr ADHS im Erwachsenenalter, die in den vorangegangenen Ausgaben lediglich eine Nebenrolle spielte, durch das Hinzuf\u00fcgen von speziell auf die Lebensbereiche Erwachsener zugeschnittener Symptombeschreibungen und eine Verminderung der Zahl der Mindestkriterien von sechs auf f\u00fcnf betont<a href=\"#_ftn135\" name=\"_ftnref135\">[135]<\/a>. Somit wurde es m\u00f6glich, dass zahlreiche \u201agesunde\u2018 Menschen mit der Ver\u00f6ffentlichung von DSM-5 praktisch \u201a\u00fcber Nacht\u2018 als \u201akrank\u2018 klassifiziert werden konnten. Dies mag denn auch einen Beitrag zu dem anhaltenden Anstieg der Pr\u00e4valenzraten beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3.1.3 Interdiskurs<\/p>\n<p>Der Interdiskurs vermittelt zwischen Spezial- und Elementardiskurs. Hier spielen vor allem die Massenmedien eine zentrale Rolle. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema ADHS werden einem breiten Publikum in Zeitschriften, Brosch\u00fcren, Ratgebern, auf Webseiten und im Fernsehen in aufbereiteter Form pr\u00e4sentiert. Oft wird dabei eine einseitige Verkn\u00fcpfung von Wissenschafts- und Alltagsdiskurs geschaffen, indem Mediziner oder Psychologen in Form von Interviews selbst zu Wort kommen und den Lesern bzw. Zuschauern ihr Wissen direkt kommunizieren<a href=\"#_ftn136\" name=\"_ftnref136\">[136]<\/a>. Ihre Sprache ist dabei von Fachvokabular entlastet und schlie\u00dft an die von Symbolen durchzogene Alltagsrede an. Adressaten sind meist die Bezugspersonen von Kindern.<\/p>\n<p>Bei genauerer Betrachtung sind vor allem vier Funktionen des Interdiskurses festzustellen. Erstens wird Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Belastungssituation aller Betroffenen, also des Kindes, der Familie, der Freunde und der P\u00e4dagogen, geschaffen. Da die \u201agest\u00f6rten\u2018 kindlichen Verhaltensweisen nicht diffus als Resultate \u201aschlechter Erziehung\u2018 oder \u201aLaunenhaftigkeit\u2018, sondern als Merkmale einer psychischen Krankheit bezeichnet werden, erscheint die Anormalit\u00e4t konkret erfass- und behandelbar. Hiermit verbunden ist eine umfangreiche Aufkl\u00e4rungsarbeit bez\u00fcglich des St\u00f6rungsbildes der ADHS und seiner vermuteten Ursachen. H\u00e4ufig werden dabei reale Fallbeispiele einbezogen, in deren Rahmen nachgezeichnet wird, wie eine Therapie den anf\u00e4nglich immensen Leidensdruck betroffener Familien lindern und den Kindern \u201eein normales Leben\u201c<a href=\"#_ftn137\" name=\"_ftnref137\">[137]<\/a> erm\u00f6glichen kann<a href=\"#_ftn138\" name=\"_ftnref138\">[138]<\/a>. Hierdurch wird ein pers\u00f6nlicher Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr die Rezipienten geschaffen, die ihre eigene Problemkonstellation mit der jeweils dargestellten vergleichen und symbolisch ins Verh\u00e4ltnis setzen k\u00f6nnen. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist die Website adhs.de, auf die der Interessierte mithin als erstes bei seiner Onlinerecherche st\u00f6\u00dft. Sie informiert den Leser detailliert \u00fcber das Krankheitsbild, bietet Checklisten mit Symptombeschreibungen an und stellt verschiedene Therapiekonzepte vor. Dar\u00fcber hinaus gibt sie Eltern Hinweise zur gezielten F\u00f6rderung ihres Sohnes\/ihrer Tochter, der harmonischen Alltagsgestaltung und zum selbstbewussten Umgang mit Kritik von Au\u00dfenstehenden. Es wird darauf verwiesen, dass das Leben mit einem betroffenen Kind f\u00fcr alle Familienmitglieder strapazierend sein kann, das unerw\u00fcnschte Verhalten allerdings nicht in einer b\u00f6sen Absicht, sondern in der St\u00f6rung begr\u00fcndet liegt. Es findet sich auch der Erfahrungsbericht einer Mutter, die ihrem inzwischen achtj\u00e4hrigen Sohn nach \u201aanf\u00e4nglichen Vorbehalten\u2019 \u00fcber einen Zeitraum von anderthalb Jahren Medikinet verabreichte und mit den Resultaten sehr zufrieden ist. So habe sich nicht nur die Konzentrationsf\u00e4higkeit, sondern auch das Gesamtverhalten des Kindes gebessert, sodass es statt Zurechtweisungen nun Lob und Anerkennung erf\u00e4hrt und, durch diese positiven Erfahrungen gest\u00e4rkt, auch selbstst\u00e4ndig Motivation und Leistungsbereitschaft entwickeln kann. Einschr\u00e4nkend wird angemerkt, dass dieser Zustand haupts\u00e4chlich auf die Wirkung des Medikinets zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Medikamentengabe erscheint hier als notwendige \u201aUnterst\u00fctzung\u2019 des Kindes zur Ausbildung normalen Betragens.<a href=\"#_ftn139\" name=\"_ftnref139\">[139]<\/a><\/p>\n<p>Bei der dritten Funktion schlie\u00dflich handelt es sich um eine Art Warnfunktion. So wird erkl\u00e4rt, dass und auch weshalb eine Intervention bei Vorliegen einer ADHS notwendig ist. Aus normalistischer Perspektive lie\u00dfe sich formulieren, dass hier eine umfassende Denormalisierungsangst erzeugt wird. Mitunter wird gar eine s\u00e4mtliche Lebensbereiche betreffende \u201eSpirale der negativen Entwicklung\u201c<a href=\"#_ftn140\" name=\"_ftnref140\">[140]<\/a> bei ausbleibender Behandlung prognostiziert. Eine solche zeichnet etwa die vom Pharmaunternehmen Janssen-Cilag betriebene Website mehr-vom-tag.de. Demnach f\u00fchren Konzentrationsschwierigkeiten und st\u00f6rendes Verhalten im Unterricht zu schlechten Schulnoten, weshalb die Kinder entweder keinen oder nur einen schlechten Abschluss erwerben. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie daher erheblich geringere Chancen als ihre \u201agesunden\u2018 Mitbewerber. Auch im sozialen Bereich drohen die Betroffenen zu \u201eentgleisen\u201c<a href=\"#_ftn141\" name=\"_ftnref141\">[141]<\/a>, da sie durch ihre \u201emangelnde Anpassungsf\u00e4higkeit\u201c<a href=\"#_ftn142\" name=\"_ftnref142\">[142]<\/a> schon fr\u00fch in Konflikte mit Gleichaltrigen geraten und zu Au\u00dfenseitern werden k\u00f6nnen. Dies hemme die Entwicklung des Selbstwertgef\u00fchls und beg\u00fcnstige die Ausbildung von Depressionen, S\u00fcchten und kriminellen Verhaltensweisen. Ferner sei die allgemeine Risikobereitschaft von ADHS-Patienten erh\u00f6ht, wodurch die Gefahr von Unfallverursachungen, etwa im Stra\u00dfenverkehr, steige<a href=\"#_ftn143\" name=\"_ftnref143\">[143]<\/a>. Zudem wirken sich die Probleme des Kindes oft auf die ganze Familie aus. Die Eltern f\u00fchlen sich schuldig und streiten \u00fcber geeignete Erziehungsmethoden, was bis zur Scheidung f\u00fchren k\u00f6nne<a href=\"#_ftn144\" name=\"_ftnref144\">[144]<\/a>. Die hohe Aufmerksamkeit, die das kranke Kind beanspruche, n\u00f6tige die Eltern \u00fcberdies h\u00e4ufig zur Vernachl\u00e4ssigung oder Aufgabe ihres Berufes, was nicht nur die finanzielle Situation der Familie verschlechtere, sondern gleichzeitig negative Auswirkungen auf die elterliche Psyche nach sich ziehe. Geschwisterkinder k\u00f6nnen sich zudem vernachl\u00e4ssigt f\u00fchlen und verst\u00e4rkt Eifersucht und Konkurrenzdenken entwickeln, was zu zus\u00e4tzlichen Spannungen f\u00fchrt.<a href=\"#_ftn145\" name=\"_ftnref145\">[145]<\/a> Ein Artikel des \u201aStern\u2019 argumentiert \u00e4hnlich. F\u00fcr den Fall, dass der Nachwuchs durch sein Benehmen \u201eaus dem Rahmen [f\u00e4llt]\u201c<a href=\"#_ftn146\" name=\"_ftnref146\">[146]<\/a>, empfiehlt die Autorin: \u201eBeobachten Sie ihr Kind und andere Kinder, vergleichen sie sein Verhalten mit dem Gleichaltriger aus \u00e4hnlichen Elternh\u00e4usern\u201c<a href=\"#_ftn147\" name=\"_ftnref147\">[147]<\/a>, und gibt den Lesern hierzu gleich eine erste Merkmalsliste an die Hand<a href=\"#_ftn148\" name=\"_ftnref148\">[148]<\/a>. Um ihre Kinder und auch sich selbst zu sch\u00fctzen, sind Eltern also angehalten, Verhaltensauff\u00e4lligkeiten ernst zu nehmen und im Zweifel diagnostisch beurteilen zu lassen. Der als Experte befragte Psychologe Manfred D\u00f6pfner f\u00fchrt die Dringlichkeit des Handelns im Falle eines positiven Befundes vor Augen. Der Betroffene m\u00fcsse andernfalls wom\u00f6glich eine Sonderschule besuchen, k\u00f6nne \u201eim Extremfall sozial v\u00f6llig ausgegrenzt [werden]\u201c<a href=\"#_ftn149\" name=\"_ftnref149\">[149]<\/a> und \u201ekeine Beziehungen zu Gleichaltrigen aufbauen\u201c<a href=\"#_ftn150\" name=\"_ftnref150\">[150]<\/a>. Da die Kinder sich selbst nicht ausreichend steuern k\u00f6nnen, sind Eltern und Erzieher als stabilisierende und Orientierung stiftende Instanzen gefragt, die wiederum selbst professionelle Unterst\u00fctzung, auch in Form einer Familientherapie, in Anspruch nehmen d\u00fcrfen.<a href=\"#_ftn151\" name=\"_ftnref151\">[151]<\/a> Dies f\u00fchrt schlie\u00dflich zur vierten Funktion des Interdiskurses, der Vermittlung von Beratungsstellen, sodass Familien direkt in Kenntnis dar\u00fcber gesetzt werden, bei welchen Institutionen sie Hilfe erhalten k\u00f6nnen<a href=\"#_ftn152\" name=\"_ftnref152\">[152]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">3.2 Zusammenfassung<\/p>\n<p>Die Diagnose der ADHS mittels Abgleich der Verhaltensweisen mit den St\u00f6rungsmerkmalen des DSM suggeriert eine objektive Beurteilung des Gesundheitszustandes eines Kindes. Was als gesund und was als krank gilt, ist jedoch massiv diskursiven Prozessen unterworfen und erweist sich daher als normalistisches Konstrukt. Kinder werden stets im Vergleich mit ihren Altersgenossen als \u201aauff\u00e4llig\u2018 beschrieben und klassifiziert. Als normalistische Subjekte verorten ihre Bezugspersonen sie regelm\u00e4\u00dfig innerhalb imagin\u00e4rer Normalspektren, wobei sie stets das u.a. durch die Kollektivsymbolik des Interdiskurses (\u201aentgleisen\u2018, \u201aSpirale der negativen Entwicklung\u2018) markierte Risiko der Denormalisierung vor Augen haben. Kann ein Diagnostiker im Verdachtsfall ermitteln, dass sich ein Kind au\u00dferhalb des \u201anormal range\u2018, in den Anormalit\u00e4tszonen der Normalverteilungen von Aufmerksamkeit und\/oder Impulsivit\u00e4t und motorischer Aktivit\u00e4t befindet, k\u00f6nnen therapeutische Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um das Verhalten des Betroffenen zu normalisieren. Dabei sind jedoch nicht nur die Unterscheidungen zwischen vier und mehr \u201aStufen\u2018 der Auff\u00e4lligkeit und Belastungsst\u00e4rke, die Eltern, Erzieher und auch der Untersucher im Kontext der Exploration treffen m\u00fcssen, stark subjektiv. Auch die in den \u201aNormtabellen\u2018 verzeichneten Grenzwerte m\u00fcssen innerhalb des psychiatrischen Diskurses bewusst festgelegt werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem darf bei dieser speziellen Thematik nicht vergessen werden, dass die soziale Realit\u00e4t, die statistisch erhoben wird und sich tendenziell in Normalverteilungen niederschl\u00e4gt, normativ beeinflusst ist. Schlie\u00dflich entwickelt sich das Betragen der Kinder nicht rein aus sich heraus, sondern ist zu einem erheblichen Teil als Resultat der elterlichen Erziehung zu verstehen. Die Erziehung wiederum wird an bestimmten Werten und normativen Verhaltensma\u00dfst\u00e4ben ausgerichtet, wobei mit Link davon auszugehen ist, dass auch solche Richtlinien, die beispielsweise auf einem Verst\u00e4ndnis von Moral beruhen, interdiskursiv und \u201emassenvermittelt\u201c<a href=\"#_ftn153\" name=\"_ftnref153\">[153]<\/a> sind<a href=\"#_ftn154\" name=\"_ftnref154\">[154]<\/a>. Bleibt wiederum die Frage, wie das Verhalten oder die Auffassungen dieser Masse entstehen. Es ist zu vermuten, dass es sich um eine komplexe, enge und zirkelhafte Wechselwirkung von Normativit\u00e4t und Massenverhalten bzw. -eigenschaften\/-meinungen handelt. Demnach bleibt denn auch offen, wie die im DSM festgeschriebenen Diagnosekriterien innerhalb des Leitdiskurses genau zustande kommen, also ob den empirischen Verteilungen oder bestimmten normativen Vorstellungen eventuell ein Primat zuzusprechen ist.<\/p>\n<p>Die Erstellung des Befundes einer ADHS ist ein Musterbeispiel f\u00fcr eine Kopplung von Protonormalismus und flexiblem Normalismus. Die dynamische Ver\u00e4nderung und weiche Setzung der Normalit\u00e4tsgrenzen, wie sie sich in der relativ unpr\u00e4zisen Beschreibung und der zuletzt vorgenommenen Lockerung der Symptommerkmale zeigt, sowie die prinzipiell m\u00f6gliche Normalisierung der Kinder durch therapeutische Ma\u00dfnahmen sind urspr\u00fcnglich Zeichen f\u00fcr ein Vorherrschen des flexiblen Normalismus. Allerdings wurden die Grenzen nicht ausgeweitet, sondern verengt, da die Zahl der potenziell \u201aAnormalen\u2018 mit Ver\u00f6ffentlichung des DSM-5 gestiegen und die Zahl der potenziell \u201aNormalen\u2018 entsprechend gesunken ist, was eher der protonormalistischen Strategie entspricht. Dar\u00fcber hinaus besteht die M\u00f6glichkeit, besonders schwer Betroffene auch langfristig station\u00e4r zu behandeln, womit eine absolute, materielle Trennung \u201anormaler\u2018 und \u201aanormaler\u2018 Menschen etabliert ist. Beide Strategien scheinen hier demnach gemeinsam in Verkn\u00fcpfung zu wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">4. Ausblick: \u201eGeneration ADHS\u201c &#8211; Normale Kinder?<\/p>\n<p>Bislang gelten Kinder, die mit einer ADHS diagnostiziert werden, als anormal. Innerhalb der Normalfelder der motorischen Aktivit\u00e4t und der Impulsivit\u00e4t werden sie im supranormalen, im Feld der Aufmerksamkeit im subnormalen Bereich verortet. Nun wurde eingangs konstatiert, dass die Zahl der Diagnosen immer wieder zunimmt. Im Jahr 2007 ermittelten Schlack et al. eine Pr\u00e4valenzrate unter Kindern und Jugendlichen (3 bis 17 Jahre) von 4,8%<a href=\"#_ftn155\" name=\"_ftnref155\">[155]<\/a>. Erst k\u00fcrzlich zeichnete die Barmer GEK in ihrem \u201aArztreport 2013\u2018 das Bild einer \u201eGeneration ADHS\u201c<a href=\"#_ftn156\" name=\"_ftnref156\"><sup><sup>[156]<\/sup><\/sup><\/a>, die derzeit hierzulande heranwachse. Auf Basis der Daten ihrer Versicherten stellt die Kasse allein f\u00fcr den Zeitraum von 2006 bis 2011 eine Zunahme der diagnostizierten F\u00e4lle unter den bis 19j\u00e4hrigen um 42% fest<a href=\"#_ftn157\" name=\"_ftnref157\"><sup><sup>[157]<\/sup><\/sup><\/a>. Was geschieht nun, wenn auch die Gesamtpr\u00e4valenz weiter steigt, sodass eventuell zu einem k\u00fcnftigen Zeitpunkt 15, 20 oder 30% der Kinder mit einer ADHS leben? Damit ginge eine Ver\u00e4nderung der Massenverteilungen innerhalb der (Symptom-)Normalfelder einher. Die vormals symmetrischen Normalverteilungen w\u00e4ren nun schief. Zwar gibt Link an, dass sich Normalit\u00e4ten auch in g\u00e4nzlich von der Normalverteilung abweichenden Verteilungen bestimmen lassen, indem die \u201eZone gr\u00f6\u00dfter Massierung [\u2026] als \u201aMittelzone\u2018 diskursiviert\u201c<a href=\"#_ftn158\" name=\"_ftnref158\">[158]<\/a> und \u201eeine Hauptachse [\u2026] durch diese Mittelzone in Richtung zweier entgegengesetzter Zonen geringerer Dichte gelegt [wird]\u201c<a href=\"#_ftn159\" name=\"_ftnref159\">[159]<\/a>. Andererseits aber erkennt er die Normalverteilung als Vergleichsma\u00dfstab f\u00fcr den Grad der Normalit\u00e4t realer Verteilungen, wonach eine schiefe Kurve Denormalisierungsangst ausl\u00f6sen und damit die Einleitung von Normalisierungsma\u00dfnahmen in Form von (sozialen) Umverteilungen bewirken m\u00fcsste<a href=\"#_ftn160\" name=\"_ftnref160\">[160]<\/a>. Wie aber sind dynamische Verschiebungen der Normalit\u00e4tsgrenzen denkbar, wenn bestimmte, gerichtete massenhafte Ver\u00e4nderungen der sozialen Realit\u00e4t normalisierende Korrekturen ausl\u00f6sen? An anderer Stelle \u00e4u\u00dfert sich der Autor zu dieser Problematik, wobei er sich explizit auf die ADHS bezieht:<\/p>\n<p>\u201e\u201a[N]eue Krankheiten\u2018 wie ADHS [\u2026] dienen flexibel-normalistisch der Inklusion und Integration: Wenn solche \u201aProbleme\u2018 derartig verbreitet sind, sind sie normal und k\u00f6nnen integrativ bew\u00e4ltigt werden. Gleichzeitig k\u00f6nnen sie protonormalistisch als \u201aVorfelder\u2018 ernsthafter Anormalit\u00e4ten interpretiert werden \u2013 wobei die protonormalistische \u201aTherapie\u2018 auch darin bestehen kann, \u201adie Sache nicht hochzuspielen\u2018 und statt dessen eine symbolische Schocktherapie zu empfehlen. Erweist sich die \u201aAnormalit\u00e4t\u2018 allerdings als hartn\u00e4ckig, so pl\u00e4diert die protonormalistische Mentalit\u00e4t f\u00fcr Separation, z.B. in Sonderschulen. Die Alternative zwischen Separation und Integration ist im Allgemeinen ein deutliches Symptom f\u00fcr die Alternative zwischen Protonormalismus und flexiblem Normalismus.\u201c<a href=\"#_ftn161\" name=\"_ftnref161\">[161]<\/a><\/p>\n<p>Der Protonormalismus, welcher eine gro\u00dfe N\u00e4he zur Normativit\u00e4t aufweist und daher auch tendenziell auf die Setzung zeitlich stabiler Normalit\u00e4tsgrenzen abzielt, w\u00fcrde also ungeachtet der Masse der Betroffenen auf der Anormalit\u00e4t des Ph\u00e4nomens bestehen. Eine entsprechende asymmetrische Verteilung lie\u00dfe demnach repressive Eingriffe als notwendig erscheinen. W\u00e4hrenddessen geht Link davon aus, dass der flexible Normalismus die ADHS in das Normalspektrum aufn\u00e4hme. Die Verteilung bleibt dabei allerdings schief, was oben als \u201e\u201aHandlungsbedarf\u2018\u201c<a href=\"#_ftn162\" name=\"_ftnref162\">[162]<\/a> suggerierendes \u201eAlarmsignal\u201c<a href=\"#_ftn163\" name=\"_ftnref163\">[163]<\/a> vorgestellt wurde. Auch impliziert diese Aussage, dass der flexible Normalismus die ADHS beliebig weit in die Zone der Normalit\u00e4t integrieren kann. Dabei ist auch diese normalistische Strategie auf Grenzen angewiesen, weil das Normale sonst g\u00e4nzlich beliebig wird. Schlussendlich ist auch hier ausschlaggebend, in welchem Ausma\u00df wichtige gesellschaftliche Instanzen \u201aAbweichler\u2018 von der ehemaligen \u201aMitte\u2018 zu tolerieren bereit sind. Diese Toleranz ist sicherlich einerseits \u201amassenvermittelt\u2018, andererseits aber auch von sozialen normativen Normen beeinflusst. Wann eine Entwicklung zur Verschiebung der Normalit\u00e4tsgrenzen f\u00fchrt, sodass eine neue Normalit\u00e4t entsteht, und wann Denormalisierung festzustellen ist, bleibt also der Wechselwirkung von Normativit\u00e4t und Massenhandeln\/-meinung unterworfen. Eine enorme Verbreitung der ADHS allein reicht jedoch nicht aus, um diese zu normalisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">5. Schlussbetrachtung<\/p>\n<p>Ziel dieser Arbeit war zun\u00e4chst, zu ermitteln, auf welche Weise das Verst\u00e4ndnis von Normalit\u00e4t bzw. Anormalit\u00e4t in Bezug auf ADHS entsteht. Die Betrachtung der Normalismustheorie hat ergeben, dass das Normale als kulturelles Konstrukt zu verstehen ist, das durch das Zusammenwirken verschiedener diskursiver Prozesse permanent produziert und best\u00e4tigt wird, aber auch ver\u00e4ndert werden kann. Weder der Alltags-, noch der Spezial- oder Interdiskurs bieten eine Definition normalen kindlichen Verhaltens an. Stattdessen befasst man sich mit der Konkretisierung des \u201aabweichenden\u2019 und damit anormalen Betragens. Augenscheinlich bietet das in der psychiatrischen Diagnostik verwendete Handbuch DSM eindeutige, objektive Kriterien zur Definition dieser Anormalit\u00e4t. Im Rahmen der Diskursanalyse konnte jedoch gezeigt werden, dass auch diese Bestimmungen prek\u00e4r sind. Die Grenzen zwischen \u201anormal\u2018 und \u201anicht normal\u2018 resp. \u201agesund\u2018 und \u201akrank\u2018 sind prinzipiell flie\u00dfend und werden im Kontext der Einzeldiagnose auf der Grundlage subjektiver Einsch\u00e4tzungen gezogen. Dabei ist eine Gleichzeitigkeit des Wirkens von Protonormalismus und flexiblem Normalismus bzw. von Normativit\u00e4t und Statistik zu erkennen. Durch die wenig pr\u00e4zise Bestimmung und die k\u00fcrzlich vorgenommene \u201aAufweichung\u2018 der Symptommerkmale wird es prinzipiell m\u00f6glich, das Vorliegen einer ADHS bei einer Vielzahl von Kindern festzustellen. Ob der Befund jedoch erstellt wird, h\u00e4ngt letztlich wesentlich von dem Urteil der Eltern und Erzieher ab, das wiederum sowohl auf internalisierten Werten als auch auf interdiskursiv vermittelten Normalit\u00e4tsvorstellungen basiert. Was also als normal gilt und was nicht, wird in jedem konkreten Fall neu entschieden und ist einem st\u00e4ndigen Wandel unterworfen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus galt es, zu kl\u00e4ren, ob das Krankheitsbild der ADHS bei weiter steigender Verbreitung in Zukunft eine neue Normalit\u00e4t definieren kann. Die normalistische Progonostik st\u00f6\u00dft in dieser Frage rasch an ihre Grenzen. So ist die Dynamik der Normalit\u00e4tsgrenzen, also die jederzeit m\u00f6gliche Erweiterung oder Verengung des Normalspektrums, fundamentaler Bestandteil des Normalismus. Andererseits k\u00f6nnen massenhafte gesellschaftliche Ver\u00e4nderungsprozesse Denormalisierungsangst erzeugen und mehr oder minder radikale Ma\u00dfnahmen zur Wiederherstellung des Normalzustandes nach sich ziehen. Wie der Normalit\u00e4t generierende Diskurskomplex auf eine solche Dynamik reagiert, dar\u00fcber l\u00e4sst sich nur spekulieren, da seine konkreten Mechanismen verborgen bleiben. Die enge Verzahnung von Normativit\u00e4t und statistischen H\u00e4ufigkeiten im Kontext der Herstellung von Normalit\u00e4t erlaubt keine Trennung der Kategorien, die eine Prognose fundieren k\u00f6nnte. Setzt sich aber der flexible Normalismus, wie Link konstatiert, tendenziell durch, ist eine Normalisierung der ADHS in Zukunft durchaus m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Wegner.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Weniger h\u00e4ufig ist auch von Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tssyndrom die Rede. Es existieren verschiedene Variationen der St\u00f6rung, die in den g\u00e4ngigen Klassifikationssystemen DSM-IV, DSM-IV-TR bzw. DSM-5 (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer St\u00f6rungen) und ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme)\u00a0unterschiedlich bezeichnet werden und in ihrer Beschreibung teilweise voneinander abweichen. Beide Systeme k\u00f6nnen gleicherma\u00dfen als Grundlage f\u00fcr die Diagnosestellung herangezogen werden. Das DSM enth\u00e4lt jedoch differenziertere Kriterien und eignet sich daher besonders f\u00fcr die klinische Praxis (vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 52). Die Bezeichnung ADHS wird dort als \u00dcberbegriff verwendet, der verschiedene Subtypen (DSM-IV, DSM-IV-TR) bzw. \u201aspecified presentations\u2018 (DSM-5) beinhaltet, die sich durch unterschiedlich starke Auspr\u00e4gungen der einzelnen Kernsymptome auszeichnen (s. Kapitel 3). Hiermit wird eine verbesserte Erfassung individueller Problemlagen angestrebt (vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 52). Aus diesem Grund werden im Weiteren lediglich die Definitionen und Kriterien der drei genannten Ausgaben des DSM ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Wegner.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Schlack (et al.), S. 831.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Weik, ebenso Pressemitteilung. BARMER GEK Arztreport 2013 sowie Hucklenbroich.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Becker (2014), S. 33.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. ebd..<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. ebd., S. 16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. ebd., S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. ebd., S. 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. K\u00f6hler, S. 108.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Urbia Forenarchiv.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. American Psychiatric Association (1994), S. 79.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Peters, Freia (2013).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Vgl. Link (2013b).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. ebd., S. 34f., S. 57.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. ebd., S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Link (2002), S. 540.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Link (2013a), S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 113.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. ebd., S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Vgl. ebd., S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Vgl. ebd., S. 39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Vgl. ebd., S. 34, S. 71 sowie Link (2006), S. 325.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Vgl. Link (2013a), S. 22.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Vgl. Link (2006), S. 325.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Vgl. Link (2002), S. 540.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 40, S. 42.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Vgl. ebd., S. 44.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Vgl. Link (2002), S. 540f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Vgl. Link (2006), S. 324 sowie Link (2013b), S. 355.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Vgl. ebd., S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Vgl. ebd., S. 352.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Vgl. ebd., S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Vgl. ebd., S. 42f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Vgl. ebd., S. 19f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Vgl. ebd., S. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Vgl. Link (2002), S. 541.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Vgl. ebd., S. 51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Vgl. ebd., S. 333.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Vgl. ebd., S. 51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Vgl. ebd., S. 333.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Vgl. ebd., S. 52.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Vgl. ebd., S. 337.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Vgl. ebd., S. 51f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Vgl. ebd., S. 336.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Vgl. ebd., S. 52.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Vgl. ebd., S. 59.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Vgl. ebd., S. 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Vgl. ebd., S. 57.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Vgl. ebd., S. 52ff., S. 57f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Vgl. ebd., S. 58.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Vgl. ebd., S. 54f., S. 57f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Vgl. ebd., S. 354.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Vgl. Ritter, S. 921, zit. n. Link (2002), S. 539.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Vgl. Link (2002), S. 539f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> Vgl. Link (2006), S. 325.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 71.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Vgl. ebd., S. 72.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref84\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref85\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Vgl. ebd., S. 57.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref86\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref87\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> Vgl. Link (2006), S. 324.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref88\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 71.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref89\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> Vgl. ebd., S. 345.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref90\" name=\"_ftn90\">[90]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref91\" name=\"_ftn91\">[91]<\/a> Vgl. ebd., S. 356.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref92\" name=\"_ftn92\">[92]<\/a> Vgl. ebd., S. 357.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref93\" name=\"_ftn93\">[93]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref94\" name=\"_ftn94\">[94]<\/a> Vgl. Link (2013a), S. 84.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref95\" name=\"_ftn95\">[95]<\/a> Streng genommen handelt es sich bei der Kommunikation zwischen Eltern und P\u00e4dagogen um einen Grenzfall zwischen Elementar- und Interdiskurs. So ist es m\u00f6glich, dass sich Lehrer und Erzieher im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildung Wissenselemente des Spezialdiskurses aneignen, diese f\u00fcr Eltern verst\u00e4ndlich aufbereiten und damit ein Bindeglied zwischen beiden Diskursen bilden. Allerdings ist es ebenso m\u00f6glich, dass sie \u00fcber keinerlei Fachkenntnisse verf\u00fcgen und sich ausschlie\u00dflich im Rahmen des Alltagsdiskurses bewegen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref96\" name=\"_ftn96\">[96]<\/a> Vgl. Johannes Streif, zit. n. Sadigh.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref97\" name=\"_ftn97\">[97]<\/a> Beispiele hierf\u00fcr finden sich bei Liebsch (et al.), die in ihrer Studie betroffene Eltern und Kinder und deren Umgang mit der ADHS in verschiedenen Stadien des Diagnoseprozesses portr\u00e4tieren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref98\" name=\"_ftn98\">[98]<\/a> Vgl. Selbsthilfegruppe \u201eWunderkind\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref99\" name=\"_ftn99\">[99]<\/a> Vgl. ADHS-Chaoten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref100\" name=\"_ftn100\">[100]<\/a> Vgl. Sa\u00df (et al.), S. 118-127.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref101\" name=\"_ftn101\">[101]<\/a> Im Jahr 2013 wurde eine aktualisierte Version des Handbuches, DSM-5, ver\u00f6ffentlicht. Die dort aufgef\u00fchrten Beschreibungen der ADHS und ihrer Symptome weichen zum Teil von jenen des DSM-IV (1994) bzw. DSM-IV-TR (2000) ab (vgl. w. u.). Die mir zug\u00e4ngliche Fachliteratur zur Diagnostik bezieht sich jedoch s\u00e4mtlich auf die Kriterien des DSM-IV. Daher werde ich mich bei der Analyse des Diagnoseverfahrens ausschlie\u00dflich auf diese Vorg\u00e4ngerversion des Handbuches beziehen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref102\" name=\"_ftn102\">[102]<\/a> Vgl. American Psychiatric Association (1994), S. 83ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref103\" name=\"_ftn103\">[103]<\/a> Vgl. ebd., S. 83f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref104\" name=\"_ftn104\">[104]<\/a> Vgl. ebd., S. 84.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref105\" name=\"_ftn105\">[105]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref106\" name=\"_ftn106\">[106]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref107\" name=\"_ftn107\">[107]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref108\" name=\"_ftn108\">[108]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref109\" name=\"_ftn109\">[109]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref110\" name=\"_ftn110\">[110]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 43.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref111\" name=\"_ftn111\">[111]<\/a> Vgl. ebd., S. 47f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref112\" name=\"_ftn112\">[112]<\/a> Dies ist die Minimalanforderung an den Prozess der Diagnosestellung. Optional sind dar\u00fcber hinaus testpsychologische und k\u00f6rperliche Untersuchungen (Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 43)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref113\" name=\"_ftn113\">[113]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2006), S. 61.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref114\" name=\"_ftn114\">[114]<\/a> Vgl. ebd., S. 68f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref115\" name=\"_ftn115\">[115]<\/a> Vgl. ebd., S. 141.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref116\" name=\"_ftn116\">[116]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 49.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref117\" name=\"_ftn117\">[117]<\/a> Vgl. Meyer.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref118\" name=\"_ftn118\">[118]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref119\" name=\"_ftn119\">[119]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref120\" name=\"_ftn120\">[120]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2006), S. 65f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref121\" name=\"_ftn121\">[121]<\/a> Vgl. ebd., S. 61-66.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref122\" name=\"_ftn122\">[122]<\/a> Vgl. ebd., S. 56.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref123\" name=\"_ftn123\">[123]<\/a> Vgl. American Psychiatric Association (1994), S. 85.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref124\" name=\"_ftn124\">[124]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref125\" name=\"_ftn125\">[125]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref126\" name=\"_ftn126\">[126]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 78.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref127\" name=\"_ftn127\">[127]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref128\" name=\"_ftn128\">[128]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref129\" name=\"_ftn129\">[129]<\/a> Vgl. ebd., S. 79.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref130\" name=\"_ftn130\">[130]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref131\" name=\"_ftn131\">[131]<\/a> Vgl. K\u00f6hler, S. 108.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref132\" name=\"_ftn132\">[132]<\/a> Vgl. D\u00f6pfner (et al.) (2013), S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref133\" name=\"_ftn133\">[133]<\/a> Vgl. ebd., S. 76.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref134\" name=\"_ftn134\">[134]<\/a> Vgl. American Psychiatric Association (2013), S. 60.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref135\" name=\"_ftn135\">[135]<\/a> Vgl. ebd., S. 59f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref136\" name=\"_ftn136\">[136]<\/a> Vgl. Klaus Skrodzki, zit. n. Blech\/Thimm.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref137\" name=\"_ftn137\">[137]<\/a> Vgl. Peters, Freia (2013).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref138\" name=\"_ftn138\">[138]<\/a> Vgl. Becker (2012); D\u00f6pfner (et al.) (2011) sowie Leitfaden ads\/adhs.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref139\" name=\"_ftn139\">[139]<\/a> Vgl. Anon.: ADHS bei Kindern und Erwachsenen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref140\" name=\"_ftn140\">[140]<\/a> Vgl. Anon.: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?, \u00e4hnlich Klaus Skrodzki, zit. n. Blech\/Thimm.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref141\" name=\"_ftn141\">[141]<\/a> Vgl. Wolschner.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref142\" name=\"_ftn142\">[142]<\/a> Vgl. Anon: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref143\" name=\"_ftn143\">[143]<\/a> Vgl. DiScala (et al.), zit. n. Anon.: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref144\" name=\"_ftn144\">[144]<\/a> Vgl. Murphy (et al.), zit. n. Anon.: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref145\" name=\"_ftn145\">[145]<\/a> Vgl. Anon.: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref146\" name=\"_ftn146\">[146]<\/a> Vgl. Wernecke.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref147\" name=\"_ftn147\">[147]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref148\" name=\"_ftn148\">[148]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref149\" name=\"_ftn149\">[149]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref150\" name=\"_ftn150\">[150]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref151\" name=\"_ftn151\">[151]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref152\" name=\"_ftn152\">[152]<\/a> Vgl. Peters, Ursula (2013), S. 34-40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref153\" name=\"_ftn153\">[153]<\/a> Vgl. Link (2006), S. 326.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref154\" name=\"_ftn154\">[154]<\/a> ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref155\" name=\"_ftn155\">[155]<\/a> Vgl. Schlack (et al), S. 832.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref156\" name=\"_ftn156\">[156]<\/a> Vgl. Pressemitteilung. BARMER GEK Arztreport 2013.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref157\" name=\"_ftn157\">[157]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref158\" name=\"_ftn158\">[158]<\/a> Vgl. Link (2013b), S. 346.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref159\" name=\"_ftn159\">[159]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref160\" name=\"_ftn160\">[160]<\/a> Vgl. Link (2013a), S. 51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref161\" name=\"_ftn161\">[161]<\/a> Vgl. Link (2012), S. 48.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref162\" name=\"_ftn162\">[162]<\/a> Vgl. Link (2013a), S. 51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref163\" name=\"_ftn163\">[163]<\/a> ebd.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur- und Quellenverzeichnis<\/p>\n<p>ADHS-Chaoten. Online unter <a href=\"https:\/\/adhs-chaoten.net\/\">https:\/\/adhs-chaoten.net\/<\/a>. [Letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Anon: ADHS bei Kindern und Erwachsenen. Online unter <a href=\"http:\/\/www.adhs.de\/index.html\">http:\/\/www.adhs.de\/index.html<\/a> [Letzter Zugriff: 21.02.2016].<\/p>\n<p>Anon.: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben? Online unter <a href=\"http:\/\/www.mehr-vom-tag.de\/g_adhs_unbehandelt\">http:\/\/www.mehr-vom-tag.de\/g_adhs_unbehandelt<\/a>. [Letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>American Psychiatric Association (1994): Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fourth edition (DSM IV). Washington DC.<\/p>\n<p>American Psychiatric Association (2013): Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition. Arlington, VA.<\/p>\n<p>Becker, Claudia (2012): Wann ist ein Kind normal? Online unter <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/wams\/article107255968\/Wann-ist-ein-Kind-normal.html\">http:\/\/www.welt.de\/print\/wams\/article107255968\/Wann-ist-ein-Kind-normal.html<\/a>. [Stand: 24.06.2012, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Becker, Nicole (2014): \u201eSchwierig oder krank?\u201c ADHS zwischen P\u00e4dagogik und Psychiatrie. Bad Heilbrunn.<\/p>\n<p>Blech, J\u00f6rg\/Thimm, Katja (2002): Kinder mit Knacks. Online unter <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-23215482.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-23215482.html<\/a>. [Stand: 15.07.2002, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>DiScala, C. (et al.) (1998): Injuries to children with attention deficit hyperactivity disorder. Pediatrics 102, S. 1415-1421.<\/p>\n<p>D\u00f6pfner, Manfred (et al.) (2006): KIDS Kinder-Diagnostik-System 1. Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS). G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>D\u00f6pfner, Manfred (et al.) (<sup>4<\/sup>2011): Wackelpeter und Trotzkopf. Hilfen f\u00fcr Eltern bei ADHS-Symptomen, hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten. Weinheim.<\/p>\n<p>D\u00f6pfner, Manfred (et al.) (\u00b22013): Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS). G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Hucklenbroich, Christina (2014): ADHS, L\u00fcgen und andere Bestseller. [Stand: 18.12.2014, letzter Zugriff: 17.02.2016].<\/p>\n<p>K\u00f6hler, Thomas (<sup>3<\/sup>2014): Medizin f\u00fcr Psychologen und Psychotherapeuten. Stuttgart.<\/p>\n<p>Leitfaden ads\/adhs. Online unter <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/contentblob\/72700\/data\/bbs-sch-d-adhs-leitfaden.pdf\">http:\/\/www.hamburg.de\/contentblob\/72700\/data\/bbs-sch-d-adhs-leitfaden.pdf<\/a>. [Stand: November 2002, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Liebsch, Katarina (et al.): Normalit\u00e4t und Normalisierung von AD(H)S. Prozesse und Mechanismen der Entgrenzung von Erziehung und Medizin, in: Kelle, Helga\/Mierendorff, Johanna (Hg.): Normierung und Normalisierung der Kindheit, Weinheim und Basel, S. 158-175.<\/p>\n<p>Link, J\u00fcrgen (2002): \u201eNormal\/Normalit\u00e4t\/Normalismus\u201c, in: Barck, Karlheinz (et al.) (Hg.): \u00c4sthetische Grundbegriffe, Bd.4., Stuttgart\/Weimar, S. 538-562.<\/p>\n<p>Link, J\u00fcrgen (2006): Zum Anteil des Normalismus an der Problematik von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung in der Biomedizin. Zehn Thesen, in: Pflege &amp; Gesellschaft, Jg. 11 (4), S. 322-328.<\/p>\n<p>Link, J\u00fcrgen (2012): Wie man auf \u201e780\/800 fuckability\u201c kommt. Zum Verh\u00e4ltnis von Crowdsourcing, Datenrevolution und Normalismus, in: Riegraf, Birgit (et al.) (Hg.): Medien \u2013 K\u00f6rper \u2013 Geschlecht. Diskursivierungen von Materialit\u00e4t. Bielefeld, S, 37-51.<\/p>\n<p>Link, J\u00fcrgen (2013a): Normale Krisen? Normalismus und die Krise der Gegenwart (Mit einem Blick auf Thilo Sarrazin). Konstanz.<\/p>\n<p>Link, J\u00fcrgen (<sup>5<\/sup>2013b) [1997]: Versuch \u00fcber den Normalismus. Wie Normalit\u00e4t produziert wird. G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Meyer, Jobst: ADHS &#8211; Das Aufmerksamkeitsdefizit bei Kindern aus genetischer Sicht. Online unter https:\/\/www.genetikum.de\/de\/genetikum\/Infothek\/infothek_detail.php?oid=224&amp;p=3&amp;dtl=ADHS+-+Das+Aufmerksamkeitsdefizit+bei+Kindern+aus+genetischer+Sicht&amp;all=1. [Letzter Zugriff: 01.11.2015].<\/p>\n<p>Murphy KR\/Barkley RA (1996): Parents of children with attention-deficit\/ hyperactivity disorder, psychological and attentional impairment, in: American Journal of Orthopsychiatry 66(1), S. 3-102.<\/p>\n<p>Peters, Freia (2013): Warum so viele Kinder in Deutschland ADHS haben. Online unter <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article113348472\/Warum-so-viele-Kinder-in-Deutschland-ADHS-haben.html\">http:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article113348472\/Warum-so-viele-Kinder-in-Deutschland-ADHS-haben.html<\/a>. [Stand: 04.02.2013, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Peters, Ursula (2013): adhs. aufmerksamkeitsdefizit\/hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung\u2026 was bedeutet das? K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Pressemitteilung. BARMER GEK Arztreport 2013. ADHS-Diagnosen und Ritalin-Verordnungen boomen. Online unter http:\/\/presse.barmer-gek.de\/barmer\/web\/Portale\/Presseportal\/Subportal\/Presseinformationen\/Archiv\/2013\/130129-Arztreport-2013\/PDF-digitale-Pressemappe,property=Data.pdf. [Stand: 29.01.2013, letzter Aufruf: 22.09.2015].<\/p>\n<p>Ritter, Henning (1984): \u201eNormal, Normalit\u00e4t II\u201c, in: Ritter, Bd. 6, S. 921.<\/p>\n<p>Sadigh, Parvin (2013): &#8222;ADHS ist keine Modekrankheit&#8220;. Online unter <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2013-01\/adhs-behandlung-psychologe-johannes-streif\/seite-2\">http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2013-01\/adhs-behandlung-psychologe-johannes-streif\/seite-2<\/a>. [Stand: 31.01.2013, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Sa\u00df, Henning (et al.) (2000): Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer St\u00f6rungen. Textrevision. DSM-IV-TR. G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Schlack, R.\/H\u00f6lling, H.\/Kurth, B.-M.\/Huss, M. (2007): Die Pr\u00e4valenz der Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Erste Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS), in: Bundesgesundheitsblatt \u2013 Gesundheitsforschung \u2013 Gesundheitsschutz, 50 (5-6), Luxemburg\/Berlin, S. 827-835.<\/p>\n<p>Selbsthilfegruppe \u201eWunderkind\u201c. Online unter http:\/\/www.selbsthilfegruppe-wunderkind.de\/ads,selbsttest-ads-kinder,87.html. [Letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Urbia Forenarchiv. Online unter <a href=\"http:\/\/www.urbia.de\/archiv\/forum\/th-4108578\/ich-weiss-nicht-mehr-weiter-ads-adhs-das-ist-doch-nicht-mehr-normal.html\">http:\/\/www.urbia.de\/archiv\/forum\/th-4108578\/ich-weiss-nicht-mehr-weiter-ads-adhs-das-ist-doch-nicht-mehr-normal.html<\/a>. [Stand: 14.01.13, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>Wegner, Katrin (2011): 37 Grad. Ist mein Kind noch normal?<\/p>\n<p>Weik, Sarah (2010): Zappeln, bis der Arzt kommt. Online unter http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/adhs-zappeln-bis-der-arzt-kommt-1985141.html. [Stand: 23.05.2010, letzter Aufruf: 17.02.2015].<\/p>\n<p>Wernecke, Maren: Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen. Online unter: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/gesundheit\/kinderkrankheiten\/erkrankungen\/adhs-und-ads-wenn-kinder-nicht-zur-ruhe-kommen-3762378.html\">http:\/\/www.stern.de\/gesundheit\/kinderkrankheiten\/erkrankungen\/adhs-und-ads-wenn-kinder-nicht-zur-ruhe-kommen-3762378.html<\/a>. [Letzter Aufruf: 20.02.2016].<\/p>\n<p>Wolschner, Helmut (2012): Definition: ADS\/ADHS. Online unter <a href=\"http:\/\/www.dr-wolschner.de\/ads-adhs\/definition-adsadhs\">http:\/\/www.dr-wolschner.de\/ads-adhs\/definition-adsadhs<\/a>. [Stand: 15.10.2012, letzter Zugriff: 02.11.2015].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Normalspektrum<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[96472,1687],"class_list":["post-5812","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-adhs","tag-normalismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5812"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5812\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}