{"id":6035,"date":"2016-08-06T17:49:29","date_gmt":"2016-08-06T15:49:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6035"},"modified":"2016-08-06T17:49:29","modified_gmt":"2016-08-06T15:49:29","slug":"die-fruehen-1960er-jahre-als-zweite-gruendung-der-bundesrepublikvon-detlef-siegfried6-8-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/08\/06\/die-fruehen-1960er-jahre-als-zweite-gruendung-der-bundesrepublikvon-detlef-siegfried6-8-2016\/","title":{"rendered":"Die fr\u00fchen 1960er-Jahre als \u201ezweite Gr\u00fcndung\u201c der Bundesrepublikvon Detlef Siegfried6.8.2016"},"content":{"rendered":"<p>BRD-Geschichte<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[zuerst erschienen in:\u00a0<span class=\"\">J\u00fcrgen Reulecke<\/span> (Hg.): <span class=\"\">50 Jahre danach \u2013 50 Jahre davor: Der Mei\u00dfnertag von 1963 und seine Folgen. Verlag Vandenhoeck &amp; Ruprecht,\u00a0G\u00f6ttingen 2015. S. 27-40.]<\/span><\/p>\n<p>In der Geschichte der alten Bundesrepublik sind vier Politisierungsperioden zu unterscheiden, die kurz genannt werden sollen, damit die lange Linie deutlich wird, in der die fr\u00fchen 60er-Jahre zu verorten sind: Die erste Phase l\u00e4sst sich als die Inkubationszeit einer demokratischen politischen Kultur in den 50er-Jahren charakterisieren, bei der von einer Politisierung im eigentlichen Sinne noch keine Rede sein kann \u2013 bestenfalls im Sinne einer Politisierung von oben insbesondere unter dem Vorzeichen des Antikommunismus \u2013, wohl aber eine Infrastruktur und manche Diskursfelder einer Zivilgesellschaft sichtbar werden. Es folgte zweitens der Durchbruch von \u201eZeitkritik\u201c und Reforminitiativen in der ersten H\u00e4lfte der 1960er-Jahre. Dabei handelte es sich um den ersten signifikanten Politisierungsschub in der Geschichte der Bundesrepublik. Drittens folgten die von Engagement und Polarisierung gepr\u00e4gten sp\u00e4ten 1960er- und fr\u00fchen 1970er-Jahre und viertens kam es schlie\u00dflich zum Ausbau der partizipatorischen Demokratie bei gleichzeitiger partieller R\u00fccknahme des Demokratisierungsversprechens in den 1970er- und fr\u00fchen 1980er-Jahren.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Bevor ich auf die fr\u00fchen 1960er-Jahre zu sprechen komme, ist es n\u00f6tig, etwas zu den vorangegangenen Jahren zu sagen, in denen sich die Bundesb\u00fcrger erst langsam an eine politische Kultur der Demokratie gew\u00f6hnten. Denn erst vor diesem Hintergrund wird der Strukturbruch erkennbar, der die sp\u00e4ten 1950er- und fr\u00fchen 1960er-Jahre pr\u00e4gte und der von der Forschung pointiert als \u201ezweite Gr\u00fcndung\u201c der Bundesrepublik bezeichnet worden ist. Genauer gesagt, handelt es sich hier um die Inkubationsphase einer solchen \u201ezweiten Gr\u00fcndung\u201c, die sich dann \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erstreckte \u2013 ungef\u00e4hr von der Mitte der 1950er- bis zur Mitte der 1970er-Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die langsame Gew\u00f6hnung an die politische Kultur einer Demokratie<\/p>\n<p>Nur vier Jahre nach Kriegsende hatten die Westdeutschen wieder eine parlamentarische Demokratie. Die Bundesrepublik war, ausdr\u00fccklich als Provisorium bis zur Wiederherstellung der nationalen Einheit mit dem Anspruch auf Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches und der Vertretung aller Deutschen gegr\u00fcndet, ebenso wie die gleichzeitig entstandene DDR, ein Kind des Kalten Krieges. Die politische Kultur befand sich im Schnittpunkt mehrerer Linien: Zum einen kn\u00fcpfte man an die erste deutsche Demokratie an, wobei gleichzeitig die \u201eFehler von Weimar\u201c vermieden werden sollten, die nicht zuletzt in einer verfehlten Verfassungskonstruktion gesucht wurden. Zum anderen war schon das Grundgesetz nicht ohne Einflussnahmen der Westalliierten, vor allem der USA, entstanden. Vor dem Hintergrund der Weimarer Demokratietradition und der neu implantierten parlamentarischen Verfassung, der realpolitisch allein m\u00f6glichen Westoption und den prek\u00e4ren politischen Mentalit\u00e4ten gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung, die der neuen Ordnung eher reserviert gegen\u00fcberstanden, gab es durchaus Hemmnisse f\u00fcr die Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur. Vor allem musste ein Weg gefunden werden, eine Integration nationalsozialistisch belasteter Teile der Bev\u00f6lkerung und zentraler Funktionseliten zustande zu bringen und gleichzeitig einen glaubw\u00fcrdigen Trennungsstrich zu den damit verbundenen politischen Belastungen zu ziehen. Diese schwierige Aufgabe der \u201eVergangenheitspolitik\u201c (Norbert Frei) wiederum vollzog sich unter der Glocke eines allgegenw\u00e4rtigen Antikommunismus, der ein schlichtes Freund-Feind-Denken mit strengen Sprachregelungen und einer bizarren Abendland-Ideologie gegen den \u201eBolschewismus\u201c f\u00f6rderte, in der eben nicht die Demokratie gegen die stalinistische Diktatur, sondern eine angeblich seit Jahrhunderten gegebene westliche Freiheit in religi\u00f6ser Bindung gegen einen immer schon vorhandenen \u00f6stlichen Kollektivismus gestellt wurde. Es gab eine Sp\u00e4tbl\u00fcte sittenstrenger Zensur bei den Medien und manifeste Versuche regierungsamtlicher Meinungslenkung. Veteranen- und Kameradschaftstreffen der Wehrmacht und Waffen-SS sowie Pfingstreffen der Vertriebenenverb\u00e4nde unter der Schirmherrschaft Bonner Politiker, auf denen ein Deutschland \u00fcber die Grenzen von 1937 hinaus gefordert wurde, lie\u00dfen nicht immer erkennen, dass sie nur der Erinnerungspflege dienten. Ein ma\u00dflos \u00fcberstrapaziertes politisches Strafrecht gegen die ohnehin marginalisierten Kommunisten war nur die Spitze einer illiberalen Atmosph\u00e4re \u2013 kurz: Die verkrampfte politische Kultur der fr\u00fchen 50er-Jahre war noch keineswegs die einer offenen Gesellschaft. Allerdings gab es durchaus virulente deutsche Demokratietraditionen und lokale Milieus sowie \u2013 von westlicher Seite teilweise initiierte und unterst\u00fctzte \u2013 Akteure, Foren und Ideen, die allm\u00e4hlich zu einer Liberalisierung der politischen Kultur und \u00d6ffentlichkeit beitrugen. In der Gr\u00fcnderzeit der Bundesrepublik waren sie allerdings noch nicht tonangebend, ihr Durchbruch erfolgte erst im folgenden Jahrzehnt.<\/p>\n<p>Vorherrschend war eine konservative Abendland-Ideologie, derzufolge schon seit Jahrhunderten der christlich gepr\u00e4gte Westen dem Ansturm eines atheistisch-kollektivistischen Ostens sich hatte erwehren m\u00fcssen. Von der konservativen Abendland-Ideologie l\u00e4sst sich jedoch eine liberale Str\u00f6mung unterscheiden, die sich 1947\/48 im beginnenden Kalten Krieg nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in ganz Westeuropa konstituierte. Sie orientierte sich viel st\u00e4rker auf den Zusammenschluss des gesamten Westens und damit auf eine \u201eWesternisierung\u201c der politischen Kultur hin. Der Abendland-Terminologie wurde zwar auch hier anfangs mitunter gehuldigt und auch der kompromisslose Antikommunismus keineswegs abgelehnt. Die zum Beispiel von der CIA \u00fcber amerikanische Gewerkschaften insgeheim finanzierte Zeitschrift \u201eDer Monat\u201c hatte ihr erstes redaktionelles Vorwort im Oktober 1948 unter das Motto \u201eSchicksal des Abendlandes\u201c gestellt. Propagiert wurde hier die Verteidigung der \u201eFreiheit\u201c unter F\u00fchrung der USA gegen den \u201eTotalitarismus\u201c und Bertrand Russell sowie Franz Borkenau er\u00f6rterten, ob ein rascher pr\u00e4ventiver Waffengang unternommen werden sollte, bevor die Gegenseite \u00fcber ein umfassendes Atomwaffenarsenal verf\u00fcge.<\/p>\n<p>Allerdings mahnten die Intellektuellen dieser Str\u00f6mung, die vor allem liberale Publizisten, nicht wenige entt\u00e4uschte ehemalige Kommunisten und westlich orientierte Sozialdemokraten umfasste, auf ihrem zweiten Kongress 1953 in Hamburg, der Kampf gegen den Totalitarismus d\u00fcrfe nicht dazu f\u00fchren, im politischen Kampf des Kalten Krieges selbst totalit\u00e4re Mittel anzuwenden. Dies wandte sich gegen die Exzesse der McCarthy-\u00c4ra, die auch nach Westeuropa ausstrahlten. Was von konservativen Abendland-Ideologen begeistert begr\u00fc\u00dft wurde, f\u00fchrte bei Liberalen zu einer kritischen Wachsamkeit gegen\u00fcber dem Abbau b\u00fcrgerlicher Freiheiten. Nicht eine einheitliche Ideologie d\u00fcrfe dem Kommunismus entgegengestellt werden, wie es die konservativen Abendland-Protagonisten forderten, sondern pluralistische Gedankenfreiheit. Der Westen sollte dadurch attraktiv werden, dass er in diesem Sinne moderner war als der Osten. Die Modernit\u00e4t wiederum wurde pr\u00e4sentiert in der Propaganda f\u00fcr die marktwirtschaftliche Ordnung vor dem Hintergrund realer Konsumerfahrungen. Dieses Denken erhielt seit der Mitte der 1950er-Jahre immer gr\u00f6\u00dfere Resonanz und war nun l\u00e4ngst nicht mehr nur auf den \u201eMonat\u201c und verwandte Organe verwiesen.<\/p>\n<p>Der allm\u00e4hliche Klimawechsel, der vom dezisionistischen Freund-Feind-Denken zu einer entspannteren und dialogbereiteren politischen Kultur f\u00fchrte, l\u00e4sst sich anhand der Entwicklung zahlreicher Foren verfolgen, so etwa in den Programmen der seit 1947 gegr\u00fcndeten evangelischen und \u2013 zeitversetzt \u2013 auch der katholischen Akademien. Die Zahl der Tagungen Evangelischer Akademien, am bekanntesten wurden jene in Bad Boll und in Loccum, verdreifachten sich von 1952 bis 1961 auf \u00fcber 1\u00a0000, die Zahl der Teilnehmer wuchs von ca. 20\u00a0000 auf 50\u00a0000. Dort sowie auf zahlreichen Veranstaltungen anderer Bildungsst\u00e4tten und bei Gelegenheiten zum Meinungsaustausch, etwa beim \u201eDarmst\u00e4dter Gespr\u00e4ch\u201c (seit 1949), bei den w\u00f6chentlichen \u201eMittwochsgespr\u00e4chen\u201c im K\u00f6lner Hauptbahnhof (seit 1950) und \u00e4hnlichen Einrichtungen in beinahe jeder Stadt wurde der Dialog einge\u00fcbt und in einem permanenten Diskurs die Selbstbeschreibung der Gesellschaft allm\u00e4hlich differenziert. Schon in den fr\u00fchen 1950er-Jahren begann \u2013 unter restriktiven Rahmenbedingungen der politischen Kultur \u2013 die Wandlung der westdeutschen Gesellschaft in Richtung auf eine diskutierende \u00d6ffentlichkeit. W\u00e4hrend die konservative Regierung noch erfolgreich einen gro\u00dfen Teil der Medien direkt und indirekt mit ihren Sprachregelungen steuerte, ver\u00e4nderte sich die Diskurslandschaft allm\u00e4hlich. Traditionelle Orte des Politisierens wie der Stammtisch wurden dabei medial verh\u00e4uslicht, etwa von Werner H\u00f6fers \u201eInternationalem Fr\u00fchschoppen\u201c, einer der beliebtesten H\u00f6rfunk- und Fernsehsendungen der 1950er- und 1960er-Jahre. Die Mischung der Imagination von Modernit\u00e4t durch internationale G\u00e4ste und m\u00e4nnerb\u00fcndischem Bezug \u2013 Frauen hatten in dieser Sendung lange Zeit nur die Aufgabe des Nachschenkens von Wei\u00dfwein \u2013 passte offenbar ideal in die Zeit des Wiederaufbaus.<\/p>\n<p>Zu erw\u00e4hnen sind in diesem Zusammenhang auch die Massenmedien in Gestalt der intellektuellen Nachtprogramme, die alle Rundfunkstationen seit 1947\/48 einrichteten und die immerhin \u2013 selbst wenn es sich prozentual nur um Bruchteile der H\u00f6rer handelte \u2013 Hunderttausende erreichten. Man wollte dort, wie es immer wieder hie\u00df, nicht links oder rechts, sondern \u201etiefsinnig\u201c und anspruchsvoll sein, aber jedenfalls die Freiheit des Individuums an die erste Stelle r\u00fccken. Alfred Andersch gab dazu in einer Sendung \u00fcber die \u201eEurop\u00e4ische Avantgarde\u201c dem Schweizer Publizisten Denis de Rougemont das Wort. Dieser ironisierte die von den Vereinten Nationen proklamierten Menschenrechte mit der Bemerkung, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, soziale Sicherheit und Schutz vor \u00e4u\u00dferer Aggression gen\u00f6ssen vor allem \u201edie Str\u00e4flinge in amerikanischen Gef\u00e4ngnissen. (Man g\u00f6nnt ihnen sogar Kino am Samstag-Abend).\u201c Wahre Freiheit aber werde nicht vom Staat, ob sowjetisch oder demokratisch, gew\u00e4hrt \u2013 \u201ewas wir brauchen, um frei zu sein, ist einzig und einfach: Mut.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> In einer Terminologie, die an \u00e4ltere geistesgeschichtliche Traditionen erinnerte, artikulierten sich mitten in der politisch-kulturell dunkelsten Zeit der Bundesrepublik bereits jene intellektuellen Kr\u00e4fte, die zu einer liberalen Gesellschaft westlicher Provenienz dr\u00e4ngten. Insofern erscheint sie auch als \u201eInkubationszeit\u201c (J\u00fcrgen Habermas).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Politisierung des Alltags: Zeitkritik am Ende der \u00c4ra Adenauer<\/p>\n<p>Der Politisierungsschub, der die Bundesrepublik seit dem Ende der 1950er-Jahre erfasste, speiste sich also aus mehreren Quellen, wobei der Druck der traditionellen Konsumkritik und der Oppositionsgeist junger Intellektueller besonders stark wirkten und sich zum Teil auch gegeneinander aufbauten. Nachdem die Bereitschaft der Bev\u00f6lkerung offenkundig geworden war, die neuen M\u00f6glichkeiten des Konsums auch zu nutzen, f\u00fcrchteten viele Politiker, Publizisten und Erzieher um die moralische und politische Standfestigkeit insbesondere der Jugend und sie forderten kritisches Bewusstsein gegen\u00fcber den Verf\u00fchrungen der modernen Konsumgesellschaft. Hinzu kam: In der Zeit zwischen dem \u201eSputnikschock\u201c von 1957 und dem Weltraumflug Juri Gagarins sowie dem Mauerbau von 1961 ging die Bef\u00fcrchtung um, dass der Kommunismus vielleicht doch das Wettrennen um die politische Vorherrschaft in der geteilten Welt gewinnen k\u00f6nnte.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Kritikf\u00e4higkeit und Engagement galten als probate Mittel gegen wirtschaftliche und politische \u201eVerf\u00fchrer\u201c \u2013 so ein klassisches Schlagwort der Zeit. Aus dieser Perspektive erhielten Lederjacken, Lippenstift, Haartracht und Musikgeschmack eine politische Komponente. Sie wurden als Indikatoren mangelnder politischer und moralischer Zuverl\u00e4ssigkeit gedeutet.<\/p>\n<p>Wenn junge Intellektuelle eine Politisierung der Gesellschaft forderten, dann geschah dies in Abgrenzung gegen den \u201eZynismus der Gegenaufkl\u00e4rung\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> F\u00fcr sie war die Kritik an der Einf\u00f6rmigkeit und Saturiertheit der Wirtschaftswundergesellschaft Teil des aufkl\u00e4rerischen Projekts und bei ihnen hatte die Forderung nach Politisierung eine staatskritische Komponente, w\u00e4hrend sie aufseiten des \u201eEstablishments\u201c gerade die Stabilit\u00e4t des Staatswesens befestigen sollte. Politisch standen die meisten Jungintellektuellen links. 1961 \u00e4u\u00dferten sie sich in dem von Martin Walser herausgegebenen Band \u201eDie Alternative oder: Brauchen wir eine neue Regierung\u201c mit einer Stellungnahme zur Bundestagswahl erstmals auch parteipolitisch. Hans Magnus Enzensberger, G\u00fcnter Grass, Siegfried Lenz und andere sprachen sich f\u00fcr die Wahl der SPD aus, und 1962 rief die Verhaftung Rudolf Augsteins im Zuge der \u201eSpiegelaff\u00e4re\u201c den gesammelten Protest der Intellektuellen hervor. 1966 waren es schlie\u00dflich die Notstandsgesetze. Nie wieder haben seither Intellektuelle so stark in die parteipolitische Konfrontation eingegriffen und den Wandel des geistigen Klimas mitbef\u00f6rdert wie in dem Jahrzehnt zwischen den fr\u00fchen 1960er- und den fr\u00fchen 1970er-Jahren. Bei einer zunehmenden Zahl von ihnen radikalisierte sich die Kritik an der Gesellschaft zusehends. Sie richtete sich gegen die \u201eformierte Gesellschaft\u201c, gegen die vermeintliche Tendenz der Massenmedien zur Bet\u00e4ubung und Verdummung.<\/p>\n<p>Derart direkte Interventionen seitens der \u201eMandarine\u201c waren ungewohnt und es war Bundeskanzler Erhard, der einem latenten Antiintellektualismus regierungsamtliche Weihen verlieh. Wenn Erhard von Intellektuellen als \u201ePinschern\u201c sprach, dann lag er damit ganz auf der H\u00f6he der Volksmeinung. Unter den Begriff des \u201eIntellektuellen\u201c wurde, wie eine Meinungsumfrage ergab, von einem gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung alles subsumiert, was sich durch einen abweichenden Habitus auszeichnete: der Politisierungsdruck von oben und von unten, der Aufstieg des Fernsehens, der Streit um die Konturen des Deutschen in der Konsumgesellschaft \u2013 all dies bewirkte, dass in der Zeit zwischen den sp\u00e4ten 1950er- und den sp\u00e4ten 1960er-Jahren das politische Interesse der Bev\u00f6lkerung st\u00e4rker anstieg als je zuvor oder danach.<\/p>\n<p>Demokratie sollte also nicht mehr nur auf die Teilnahme an Wahlen und die Mitwirkung in Parteien begrenzt bleiben. Gefordert wurden jetzt Reformen \u2013 ein Zauberwort der 1960er-Jahre \u2013, die eine Demokratisierung aller gesellschaftlichen Bereiche, nicht zuletzt der Bildungseinrichtungen, zum Ziel hatten. Dabei richtete sich bei der Suche nach Vorbildern der Blick vor allem auf die USA, daneben auf west- und nordeurop\u00e4ische Gesellschaften. Symbolisiert durch die Pr\u00e4sidentschaft von John F. Kennedy schien eine gemeinsame westliche liberale Werteordnung zu entstehen, die die westdeutsche Wirklichkeit in den Augen kritischer Intellektueller als anachronistisch erscheinen lie\u00df, w\u00e4hrend gleichzeitig die Bem\u00fchungen zur Bewahrung traditionalistischer Grenzen zunahmen. Insbesondere die Konflikte der mittleren 1960er-Jahre waren gepr\u00e4gt von Versuchen, die kulturelle Liberalisierung einzugrenzen oder zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Die als Reaktion auf Ingmar Bergmanns Film \u201eDas Schweigen\u201c 1964 gestartete Aktion \u201eSaubere Leinwand\u201c des CDU-Abgeordneten Adolf S\u00fcsterhenn, die 142 Bundestagsabgeordnete mobilisierte und eine Million Unterschriften gegen die angeblich \u00fcberm\u00e4\u00dfige Sexualisierung der Medien sammelte, Ludwig Erhards Ideal einer \u201eformierten Gesellschaft\u201c oder der Aufstieg der NPD bei den Landtagswahlen seit 1966 waren Elemente dieses Rollback-Versuchs, der wiederum starke Gegenreaktionen ausl\u00f6ste.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Diese fr\u00fchen Versuche, eine \u201eTendenzwende\u201c gegen Liberalisierung und Demokratisierung herbeizuf\u00fchren, richteten sich direkt gegen die vermuteten kulturellen Folgen der Konsumgesellschaft, die eine, wie es in einer Quelle hei\u00dft, \u201eVerbrauchergemeinschaft mit halber Moral\u201c erzeugt habe.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Allerdings konnten sie gegen den sich verbreiternden Liberalisierungsstrom kaum etwas ausrichten. Nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch in Fragen der Moral f\u00e4cherte sich das Spektrum dessen, was als zul\u00e4ssig erachtet wurde, weiter auf. Vor allem wurden normative Vorgaben von oben immer st\u00e4rker infrage gestellt und das Konzept des \u201ePluralismus\u201c \u00fcber die Politik auch auf Moralfragen und das Alltagsverhalten \u00fcbertragen. So erhielten im Liberalisierungsstrom jene Reformer mehr und mehr Spielraum, die noch in den 1950er-Jahren vor dem traditionalistischen Mainstream hatten klein beigeben m\u00fcssen. In der politischen Kultur bekamen jene Oberwasser, die, um den Werbeslogan einer zeitgen\u00f6ssisch stark nachgefragten Zigarettenmarke zu zitieren, den \u201eDuft der gro\u00dfen weiten Welt\u201c verstr\u00f6mten und den Anschluss der Bundesrepublik an den Westen auch auf dem Gebiet der politischen Kultur erreichen wollten.<\/p>\n<p>Eine der zentralen Reformforderungen betraf die Bildungsreform, die zugleich eine wesentliche Ausgangsbasis des Politisierungsschubs in den sp\u00e4ten 1960er-Jahren wurde. Sie wurde schon bald nicht mehr nur als eine \u201eErschlie\u00dfung des Begabungspotentials\u201c verstanden, die den vermeintlichen R\u00fcckstand der Bundesrepublik im Wettkampf mit dem Kommunismus und den anderen westlichen L\u00e4ndern ausgleichen sollte, sondern als Teil einer Gesellschaftsreform, als demokratisches Projekt zur Verbesserung der \u201eChancengleichheit\u201c.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Wie die soziale Gleichstellung \u00fcber Bildung und die Zivilisierung der Deutschen konzeptionell ineinandergriffen, illustriert das von Willy Brandt in seiner Regierungserkl\u00e4rung von 1969 skizzierte Ideal des Bundesb\u00fcrgers: \u201eDas Ziel ist die Erziehung eines kritischen, urteilsf\u00e4higen B\u00fcrgers, der imstande ist, durch einen permanenten Lernprozess die Bedingungen seiner sozialen Existenz zu erkennen und sich ihnen entsprechend zu verhalten.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Wie auf anderen Gebieten auch, war der parteipolitische Konsens bei der Bildungsreform bis in die fr\u00fchen 1970er-Jahre hinein gro\u00df. Erst danach lehnten konservative Kreise dezidiert das zuvor geteilte Ziel der Chancengleichheit als \u201esozialistische Gleichmacherei\u201c ab.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Neben der Bildungsreform stand in der ersten H\u00e4lfte der 1960er-Jahre die Deutschlandpolitik im Mittelpunkt der politischen Debatten. Der Mauerbau vom 13. August 1961 hatte Hoffnungen auf eine baldige Wiedervereinigung zunichte gemacht. W\u00e4hrend die Regierungen Adenauer und Erhard sich nun erst recht auf die Position der Nichtanerkennung der DDR versteiften, dachten Politiker der FDP und der SPD zunehmend \u00fcber M\u00f6glichkeiten der Entspannung nach, um die verh\u00e4rtete Konfrontationssituation aufzubrechen. Hinzu kam, dass nach der Teilung der Stadt gerade in Berlin die Notwendigkeit zu einer \u00dcbereinkunft mit der DDR besonders dringlich war, um die Folgen der Abschottung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung zu mildern. Daher entwickelte Egon Bahr als Mitarbeiter des Westberliner Oberb\u00fcrgermeisters Willy Brandt 1963 das Konzept des \u201eWandels durch Ann\u00e4herung\u201c, das darauf abzielte, durch eine Entspannung des Verh\u00e4ltnisses zwischen beiden deutschen Staaten eine innere Liberalisierung der DDR zu bef\u00f6rdern, die die Lage der Menschen verbessern w\u00fcrde.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Das Ziel der Wiedervereinigung wurde dabei keineswegs aufgegeben. Auf dem Karlsruher Parteitag der SPD 1964 zierte die B\u00fchnenwand eine Landkarte Deutschlands in den Grenzen von 1937, darunter das Motto: \u201eErbe und Auftrag\u201c. Unterst\u00fctzt wurde der weiter um sich greifende Gedanke der Entspannungspolitik durch den Druck aus den USA, die insbesondere nach der Kubakrise eine L\u00f6sung des Ost-West-Konflikts erleichtern wollten, indem sie die L\u00f6sung der deutschen Frage nicht mehr zur Conditio sine qua non erkl\u00e4rten, sondern Verhandlungen mit der Sowjetunion unter Umgehung dieses Stolpersteins einleiteten und auch die Bundesrepublik zum Arrangement mit der DDR dr\u00e4ngten.<\/p>\n<p>Doch blieb in Westdeutschland insbesondere der Umgang mit den ehemals deutschen Gebieten im Osten nach wie vor ein Reizthema von erheblicher Brisanz. Als die EKD im Oktober 1965 eine sogenannte \u201eOstdenkschrift\u201c \u00fcber \u201eDie Lage der Vertriebenen und das Verh\u00e4ltnis des deutschen Volkes zu seinen \u00f6stlichen Nachbarn\u201c ver\u00f6ffentlichte, wurde dies vielfach als Provokation wahrgenommen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Erstmals wurde hier das stets eingeklagte \u201eRecht auf Heimat\u201c f\u00fcr die Vertriebenen auch auf die Millionen in den ehemaligen deutschen Gebieten geborenen Polen bezogen, und es fehlte nicht der Hinweis auf die deutsche Verantwortung f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg. Obwohl damit eine Forderung nach Anerkennung der Oder-Nei\u00dfe-Grenze nicht verbunden war, wurde die Denkschrift stark attackiert und von der Bundesregierung abgelehnt. Doch zeigte sich, dass das Insistieren der Bundesregierung auf ihrer unvers\u00f6hnlichen Haltung gegen\u00fcber den osteurop\u00e4ischen Staaten und das Festhalten an ihren Rechtspositionen mit den Erwartungen der Bev\u00f6lkerung, die die Situation n\u00fcchterner beurteilte, immer st\u00e4rker in Konflikt gerieten. Erhebungen des Instituts f\u00fcr Demoskopie Allensbach ergaben, dass sich der Anteil derjenigen, die Pommern, Schlesien und Ostpreu\u00dfen f\u00fcr immer verloren gaben, im Laufe der 60er-Jahre erh\u00f6hte \u2013 von 32 % (1959) auf 46 % (1964) und 61 % (1967). Der Anteil derjenigen, die meinten, eines Tages w\u00fcrden diese Territorien wieder zu Deutschland geh\u00f6ren, halbierte sich gleichzeitig von 35 \u00fcber 25 auf 18 %.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> F\u00fcr die Mehrzahl der Bundesb\u00fcrger war daher in der Mitte der 1960er-Jahre eine Wiedervereinigung nur noch als Vereinigung von Bundesrepublik und DDR vorstellbar.<\/p>\n<p>Dabei unterschieden sich die politischen Kulturen der beiden deutschen Staaten mittlerweile viel tief greifender als diejenige der Bundesrepublik von ihren westeurop\u00e4ischen Nachbarn. Die Kritik vieler Intellektueller an der ihnen anachronistisch erscheinenden \u201eG\u00e4nsef\u00fc\u00dfchen- und Verbotspolitik\u201c, die nach dem Mauerbau noch einmal f\u00fcr kurze Zeit wiederbelebt wurde, war eng verbunden mit Forderungen nach einer Liberalisierung der Bundesrepublik. Gleichzeitig befeuerten obrigkeitsstaatliche Reaktionen der Regierung auf publizistische Kritik den \u00f6ffentlichen Protest. Zum ersten Mal \u00f6ffentlich sichtbar wurde dieser Mechanismus bei der \u201eSpiegelaff\u00e4re\u201c. Die Besetzung der Redaktionsr\u00e4ume am 26. Oktober 1962 durch die Polizei und die Verhaftung des Herausgebers Rudolf Augstein, der Chefredakteure und eines Redakteurs mit der Begr\u00fcndung, das Blatt habe in einem kritischen Bericht zur Verteidigungspolitik Landesverrat begangen, riefen in der \u00d6ffentlichkeit derart massive Proteste hervor, dass die FDP-Minister aus dem Kabinett austraten und bei der nachfolgenden Regierungsumbildung der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strau\u00df seinen Hut nehmen musste.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Auf einen weiteren Bereich ist noch hinzuweisen, an dem sich der Wandel der politischen Kultur in der Bundesrepublik zeigen l\u00e4sst \u2013 die Haltung zu den USA. Schon seit den 1920er-Jahren wurde in Deutschland als \u201eamerikanischer Kulturimperialismus\u201c wahrgenommen, was lediglich Merkmale einer allgemeinen Modernisierung waren, die sich mit einer Verz\u00f6gerung von zwanzig oder drei\u00dfig Jahren auch in Deutschland einstellen sollten: die Motorisierung und der Einzug der elektronischen Massenmedien in der Sozialkultur, die Abl\u00f6sung der scharf geschiedenen Klassengesellschaft durch eine feiner diversifizierte \u201enivellierte Mittelstandsgesellschaft\u201c (Helmut Schelsky) in der Sozialstruktur, die Demokratisierung und die Abl\u00f6sung einer konsensualen politischen Kultur durch eine politische Kultur der Konfliktf\u00e4higkeit.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Arnold Bergstraesser, ein Sch\u00fcler Max Webers und Mitbegr\u00fcnder der westdeutschen Politikwissenschaft,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> setzte sich 1963 kritisch mit dem in der Bundesrepublik grassierenden Antiamerikanismus auseinander, der auch eine gesamteurop\u00e4ische Erscheinung war und einen, wie er zu Recht meinte, \u201enationalen oder kontinentalen Kulturstolz\u201c widerspiegelte.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Antiamerikanische Stereotypen hatten weniger mit den Verh\u00e4ltnissen in den USA zu tun als mit Selbstbildern und Kulturidealen der Deutschen und Europ\u00e4er. \u201eWer etwas nicht will oder doch aus Prinzip ablehnt, hat heute dann, wenn er es als amerikanisch bezeichnet, zu vermuten, dass er Zustimmung erf\u00e4hrt und dass diese Zustimmung von leichtem Schaudern begleitet ist.\u201c Als Zeitgenosse kam Bergstraesser zu einer Beobachtung, die die zeitgeschichtliche Forschung inzwischen vielfach best\u00e4tigt gefunden hat: Antiamerikanismus war nicht auf allen Feldern gleich verbreitet; am wenigsten war er im Politischen pr\u00e4sent, wo die Bundesrepublik schon aus Selbsterhaltungsgr\u00fcnden den engen Schulterschluss mit den USA pflegte. St\u00e4rker gegenw\u00e4rtig war er im Wirtschaftsleben und in der Technik, wo eine deutsche Besonderheit behauptet wurde. Allgegenw\u00e4rtig aber war der Antiamerikanismus in der Kultur, die als ureigenes deutsches Terrain betrachtet wurde \u2013 auch und besonders nach dem politischen und milit\u00e4rischen Bankrott des \u201eDritten Reiches\u201c. Als in den 1950er- und 1960er-Jahren amerikanische Einfl\u00fcsse auf breiter Front auch die Wirtschaftsformen und Produktionsweisen in der Bundesrepublik ver\u00e4nderten, prallten die unterschiedlichen Auffassungen noch einmal heftig aufeinander. Flie\u00dfbandfertigung, der Einfluss der Werbung, die Verdr\u00e4ngung des \u201eTante-Emma-Ladens\u201c durch Superm\u00e4rkte waren Themen, an denen sich damals die Gem\u00fcter erhitzten.<\/p>\n<p>Als der j\u00fcdische US-Remigrant Bergstraesser seinen Text ver\u00f6ffentlichte, hatte er wahrlich Anlass, den \u201edeutschen dumm-stolzen Kulturhochmut\u201c anzuprangern, der in den fr\u00fchen 1960er-Jahren noch tonangebend war. Das Gebiet der klassischen Musik etwa betrachteten die Bundesb\u00fcrger als urdeutsches Terrain. NS-belastete Gr\u00f6\u00dfen wie Wilhelm Furtw\u00e4ngler, Carl Orff oder der Nachwuchsstar Herbert von Karajan konnten ihre Karrieren fortsetzen, w\u00e4hrend popul\u00e4re Musikstile amerikanischen Ursprungs wie Jazz und Rock\u2019n\u2019Roll inst\u00e4ndig bek\u00e4mpft wurden. Auch auf dem Gebiet der Literatur galt amerikanische Kultur selbstredend als minderwertig, doch im Langzeittrend zeichnete sich ab, dass das Image der Amerikaner positiver wurde. Differenziert man nach Altersgruppen, dann zeigt sich, dass junge Leute den USA gegen\u00fcber stets positiver eingestellt waren als die Gesamtbev\u00f6lkerung.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> 1963 etwa hatten 73% der 14- bis 24-J\u00e4hrigen eine gute und sehr gute Meinung von den USA \u2013 deutlich mehr als etwa im Hinblick auf Frankreich, Gro\u00dfbritannien oder Italien.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Wenn das Etikett \u201eAntiamerikanismus\u201c zu plakativ ist, um die tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse zu erfassen \u2013 was war es dann, was Jugendliche an den USA anziehend fanden, und worin gr\u00fcndete die insbesondere von ihrer besser gebildeten Schicht ge\u00e4u\u00dferte Skepsis? Politische Kritik an den USA artikulierte sich schon in den 1950er-Jahren an der Rassentrennung, wurde aber \u00fcberlagert und zum Teil verdr\u00e4ngt insbesondere durch die Akzeptanz der von den \u201eLiberals\u201c forcierten Politik des gleichen Rechts f\u00fcr alle, aber sie nahm exponentiell im Verlauf des Vietnamkrieges zu. Am positivsten war die Haltung insbesondere junger Leute gegen\u00fcber den USA in der ersten H\u00e4lfte der 1960er-Jahre, als Kennedy als jugendlicher Erneuerer auch in der Bundesrepublik Begeisterung ausl\u00f6ste. Nach seiner Ermordung, die in Deutschland noch unter dem unmittelbaren Eindruck seines Staatsbesuches wahrgenommen wurde, beteiligten sich 20\u00a0000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie Studierende am 22. November 1963 in Westberlin an einer Gedenkdemonstration. Als in den sp\u00e4ten 1960er- und fr\u00fchen 1970er-Jahren die Skepsis gegen\u00fcber dem milit\u00e4rischen B\u00fcndnis mit den Amerikanern zunahm, war sie in den j\u00fcngsten Altersgruppe am weitesten verbreitet, ebenso wie Neutralit\u00e4tsvorstellungen. Es handelte sich um eine politische Kritik, die nicht antiliberal war, sondern im Gegenteil den Versto\u00df gegen liberale Grunds\u00e4tze aufs Korn nahm. Auf der kulturellen Ebene hingegen hatte sich die positive Einstellung zu amerikanischen Impulsen verfestigt. Folkmusik, Hippiebewegung und Undergroundkultur, die \u2013 nach dem ihr wichtigster Kristallisationskern, die Burg Waldeck, den Weg gebahnt hatte \u2013 ,<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> im Laufe der 1960er-Jahre auch immer mehr westdeutsche Jugendliche begeisterten, transportierten Botschaften, die sich gegen politische Verh\u00e4ltnisse in den USA sowie gegen die US-Au\u00dfenpolitik richteten und dort selbst entstanden waren. Auch dies war nicht \u201eantiamerikanisch\u201c, aber es kn\u00fcpfte in der Bundesrepublik zum Teil durchaus an stereotype Vorstellungen von der amerikanischen Mentalit\u00e4t an, die eine lange Tradition hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schluss<\/p>\n<p>Die Skepsis der Bundesb\u00fcrger gegen\u00fcber der Demokratie, ihre ausgepr\u00e4gte Staatsloyalit\u00e4t, das Ideal politischer Harmonie, ihre Neigung zur Unterordnung und das geringe politische Engagement \u2013 diese Merkmale einer \u201eUntertanenkultur\u201c traten im Laufe der 1960er- und fr\u00fchen 1970er-Jahre deutlich zur\u00fcck.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> In den langen 1960er-Jahren entstand zun\u00e4chst nur in Ans\u00e4tzen eine politische Kultur der Teilhabe, die \u00fcber den Rahmen der repr\u00e4sentativen Demokratie hinausging. Indikatoren waren etwa das Interesse f\u00fcr Politik, das mit dem Reichtum der Gesellschaft, dem Anwachsen des Dienstleistungssektors, dem Bildungsgrad, der Medialisierung und der politischen Konflikte stark zunahm. Die Tatsache, dass 1966 das sozialdemokratische Ideal einer \u201em\u00fcndigen Gesellschaft\u201c viele B\u00fcrger bereits mehr ansprach als Visionen einer \u201eformierten Gesellschaft\u201c, signalisierte ihr wachsendes politisches Selbstbewusstsein.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> In den politischen \u201eWendejahren\u201c, die mit dem Regierungseintritt der SPD im Rahmen der Gro\u00dfen Koalition von 1966 einsetzten, wurden die Demokratiedefizite der westdeutschen Gesellschaft immer vehementer thematisiert.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Insbesondere forderten die Kritiker, die parlamentarische Ordnung durch eine demokratische Verankerung in der Gesellschaft zu vertiefen. Von den Kirchen und dem St\u00e4dtebau \u00fcber die Arbeitspl\u00e4tze, Schulen und Hochschulen bis hin zu den Erziehungsheimen und der Bundeswehr sollten den Betroffenen mehr Mitbestimmungsrechte einger\u00e4umt werden \u2013 das war der Sinn der Losung \u201eMehr Demokratie wagen\u201c des sozialliberalen Regierungsprogramms von 1969. Wie weit die Demokratisierung der Gesellschaft gehen sollte, ob sie etwa, wie beispielsweise J\u00fcrgen Habermas meinte, auf die soziale Teilhabe ausgedehnt werden oder sogar in sozialistische Verh\u00e4ltnisse m\u00fcnden sollte, wie einem Teil der Studentenbewegung vorschwebte, war Gegenstand der politischen Auseinandersetzung.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Konservative Gegner der Demokratisierung betrachteten die politische Teilhabe der \u201eMasse\u201c als ein Grund\u00fcbel der Moderne, liberale Kritiker sahen darin ein totalit\u00e4res Konzept, das die Regeln des Miteinanders in Staat und Gesellschaft unzul\u00e4ssig gleichsetzte und die Legitimit\u00e4t der staatlichen Institutionen unterlief. Insgesamt nahm in der Bundesrepublik die Bereitschaft, politische, soziale und kulturelle Gegebenheiten infrage zu stellen, ebenso zu wie das Selbstbewusstsein, sie ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Zwischen 1959 und 1974 wuchs der Anteil derer, die meinten, politisch Einfluss nehmen zu k\u00f6nnen, st\u00e4rker als in Gro\u00dfbritannien und den USA \u2013 insbesondere in der Jugend.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Diese Entwicklung setzte die Institutionen in Staat und Gesellschaft unter Druck, stellte aber auch die mentale Wandlungsf\u00e4higkeit der B\u00fcrger auf die Probe. Eine konservative Gegenmobilisierung richtete sich insbesondere gegen \u201e1968\u201c, dem alle als negativ erachteten Zeiterscheinungen kultureller wie politischer Natur zugerechnet wurden. Sie begann nicht erst auf dem H\u00f6hepunkt der Studentenbewegung, sondern setzte bereits einige Jahre fr\u00fcher ein und m\u00fcndete auch in staatlichen Ma\u00dfnahmen wie dem Radikalenerlass von 1972, der die Polarisierung wiederum vorantrieb. Hier und in den \u00fcberzogenen staatlichen Reaktionen auf den Terrorismus wurde das von Willy Brandt abgegebene Demokratisierungsversprechen, das so viele Bundesb\u00fcrger mobilisiert hatte, teilweise wieder zur\u00fcckgenommen. Dass die Demokratisierung jenseits des Staates, von unten her, dennoch weiterging, zeigten die Neuen Sozialen Bewegungen, in denen in den sp\u00e4ten 1970er- und fr\u00fchen 1980er-Jahren so viele Menschen politisch aktiv wurden wie nie zuvor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dieser Text rekapituliert zum Teil Befunde zur Entwicklung der politischen Kultur aus: Axel Schildt, Detlef Siegfried: Deutsche Kulturgeschichte. Die Bundesrepublik von 1945 bis zur Gegenwart, M\u00fcnchen 2009. \u2013 Siehe zu diesem Themenkomplex auch die Beitr\u00e4ge in Franz-Werner Kersting, J\u00fcrgen Reulecke, Hans-Ulrich Thamer (Hg.): Die zweite Gr\u00fcndung der Bundesrepublik. Generationswechsel und intellektuelle Wortergreifungen 1955\u20131975 (= Nassauer Gespr\u00e4che der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft 8), Stuttgart 2010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Denis de Rougemont: \u00dcber die Europ\u00e4ische Avantgarde, Radiosendung mit Alfred Andersch, zit. nach Axel Schildt: Zwischen Abendland und Amerika. Studien zur westdeutschen Ideenlandschaft der 50er Jahre, M\u00fcnchen 1999, S. 91.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Emnid-Informationen, Nr. 36\/1964. \u2013 DIVO-Pressedienst vom Juli 1961.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> So J\u00fcrgen Habermas, zitiert nach Kaspar Maase: Grenzenloses Vergn\u00fcgen. Der Aufstieg der Massenkultur 1850\u20131970, Frankfurt a. M. 1997, S. 240.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Philipp von Hugo: \u201eEine zeitgem\u00e4\u00dfe Erregung.\u201c Der Skandal um Ingmar Bergmanns Film \u201eDas Schweigen\u201c (1963) und die Aktion \u201eSaubere Leinwand\u201c, in: Zeitgeschichtliche Forschungen 3 (2006), S. 210\u2013230.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Herbert Sch\u00e4fer: Wei\u00dfe-Kragen-Kriminalit\u00e4t und Jugendgef\u00e4hrdung. Ein Pinselstrich am Bild des professionellen Jugendgef\u00e4hrders, in: Ders. (Hg.): Grundlagen der Kriminalistik, Bd. 1: Jugendkriminalit\u00e4t, Hamburg 1965, S. 347\u2013380, hier S. 380.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Jens Naumann: Entwicklungstendenzen des Bildungswesens der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen wirtschaftlicher und demographischer Ver\u00e4nderungen, in: Bildung in der Bundesrepublik Deutschland. Daten und Analysen, Bd. 1: Entwicklungen seit 1950, hg. vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Bildungsforschung, Projektgruppe Bildungsbericht, Stuttgart 1980, S. 21\u2013102, hier S. 39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Verhandlungen des Deutschen Bundestags, 6. Wahlperiode, 5. Sitzung (28.10.1969), S. 27.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Zitiert nach Alfons Kenkmann: Von der bundesdeutschen \u201eBildungsmisere\u201c zur Bildungsreform in den 60er Jahren, in: Axel Schildt, Detlef Siegfried, Karl Christian Lammers (Hg.): Dynamische Zeiten. Die beiden deutschen Gesellschaften in den 60er Jahren, Hamburg 2003, S. 402\u2013423, hier S. 414.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Peter Bender: Neue Ostpolitik. Vom Mauerbau bis zum Moskauer Vertrag, M\u00fcnchen 1986 \u2013 Bernd St\u00f6ver: Der Kalte Krieg 1947\u20131991. Geschichte eines radikalen Zeitalters, Bonn 2007, S. 386\u00a0ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Martin Greschat: Die \u201eOstdenkschrift\u201c zur Auss\u00f6hnung mit den \u00f6stlichen Nachbarn Deutschlands, in: Christlicher Widerstand \u2013 Kirchlicher Neuanfang \u2013 Auss\u00f6hnung mit Polen, hg. von der Gesellschaft zur F\u00f6rderung vergleichender Staat-Kirche-Forschung, Berlin 2005, S. 67\u201379.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Schildt, Siegfried: Kulturgeschichte (Anm. 1), S. 222\u00a0f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Joachim Schoeps (Hg.): Die Spiegel-Aff\u00e4re des Franz Josef Strau\u00df, Reinbek 1983 \u2013 Dorothee Liehr: Von der \u201eAktion\u201c gegen den \u201eSpiegel\u201c zur \u201eSpiegel-Aff\u00e4re\u201c. Zur gesellschaftspolitischen Rolle der Intellektuellen, Frankfurt a. M. 2002.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Axel Schildt: Zwischen Abendland und Amerika. Studien zur westdeutschen Ideenlandschaft der 50er Jahre, M\u00fcnchen 1999.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Siehe zu dem jugendbewegt gepr\u00e4gten Bergstraesser den Beitrag von G\u00fcnter C. Behrmann: Arnold Bergstraesser, in: Barbara Stambolis (Hg.): Jugendbewegt gepr\u00e4gt. Essays zu autobiographischen Texten von Werner Heisenberg, Robert Jungk und vielen anderen, G\u00f6ttingen 2013, S. 103\u2013124.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Dies und das Folgende bei Arnold Bergstraesser: Zum Problem der sogenannten Amerikanisierung Deutschlands, in: Jahrbuch f\u00fcr Amerikastudien 8 (1963), S.13\u201323, hier S. 13\u00a0ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Kaspar Maase: BRAVO Amerika. Erkundungen zur Jugendkultur der Bundesrepublik in den f\u00fcnfziger Jahren, Hamburg 1992.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Die Zahlen nach Viggo Graf Bl\u00fccher: Die Generation der Unbefangenen. Zur Soziologie der jungen Menschen heute, D\u00fcsseldorf\/K\u00f6ln 1966, S. 360.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Siehe dazu Michael Kleff (Hg.): Die Burg Waldeck Festivals 1964\u20131969. Chansons \u2013 Folklore \u2013 International, Hambergen 2008. \u2013 Siehe au\u00dferdem Detlef Siegfried: Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre, G\u00f6ttingen 2006, bes. S. 571\u2013600. \u2013 J\u00fcrgen Reulecke: Von der Jungenschaft zur Studentenbewegung. Die b\u00fcndische Jugend und die Festivals auf Burg Waldeck 1964-1969, in: Ders., Norbert Schwarte (Hg.): Anst\u00f6\u00dfe. Diethart Kerbs als Kunstp\u00e4dagoge, Fotohistoriker und Denkmalsch\u00fctzer. Eine Zusammenstellung aus Anlass seines 70. Geburtstages, Essen 2007, S. 9\u201327. \u2013 Hotte Schneider (Hg.): Die Waldeck. Lieder, Fahrten, Abenteuer, Berlin 2005, bes. S. 313\u2013386.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Gabriel A. Almond, Sidney Verba: The Civic Culture. Political Attitudes and Democracy in Five Nations, Boston 1965 \u2013 Dies. (Hg.): The Civic Culture Revisited. An Analytic Study, Boston 1980.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Gabriele Metzler: Am Ende aller Krisen? Politisches Denken und Handeln in der Bundesrepublik der sechziger Jahre, in: Historische Zeitschrift 275 (2002), S. 57\u2013103, hier S. 91\u00a0f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Klaus Sch\u00f6nhoven: Wendejahre. Die Sozialdemokratie in der Zeit der Gro\u00dfen Koalition 1966\u20131969, Bonn 2004.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Moritz Scheibe: Auf der Suche nach der demokratischen Gesellschaft, in: Ulrich Herbert (Hg.): Wandlungsprozesse in Westdeutschland. Belastung, Integration, Liberalisierung 1945\u20131980, G\u00f6ttingen 2002, S. 245\u2013277.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> David P. Conradt: Changing German Political Culture, in: Almond, Verba (Hg.): Culture (Anm. 20), S. 212\u2013272, hier S. 232.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags <span class=\"\">Vandenhoeck &amp; Ruprecht<\/span>.<\/p>\n<p>Weitere Hinweise zum Sammelband \u00bb<span class=\"\">50 Jahre danach \u2013 50 Jahre davor<\/span>\u00ab, in dem der Aufsatz zuerst erschienen ist, <a title=\"verlagswebsite\" href=\"http:\/\/www.v-r.de\/de\/50_jahre_danach_50_jahre_davor\/t-1\/1035667\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn Sie den Aufsatz im wissenschaftlichen Zusammenhang zitieren wollen, benutzen Sie bitte die Buchfassung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRD-Geschichte<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[89214,381,1368,1805],"class_list":["post-6035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-1960er-jahre","tag-brd-geschichte","tag-liberalisierung","tag-politische-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6035"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6035\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}