{"id":6210,"date":"2016-10-02T11:34:35","date_gmt":"2016-10-02T09:34:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6210"},"modified":"2016-10-02T11:34:35","modified_gmt":"2016-10-02T09:34:35","slug":"the-big-bang-theorynerds-und-normalitaetvon-barbara-hornberger2-10-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2016\/10\/02\/the-big-bang-theorynerds-und-normalitaetvon-barbara-hornberger2-10-2016\/","title":{"rendered":"\u00bbThe Big Bang Theory\u00abNerds und Normalit\u00e4tvon Barbara Hornberger2.10.2016"},"content":{"rendered":"<p>Nr. 1 in der Zielgruppe<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u00a0[\u00fcberarbeitete Version eines Aufsatzes, der unter dem\u00a0 Titel\u00a0\u201eVerhandlungen \u00fcber Nerds und Normalit\u00e4t in The Big Bang Theory\u201c zuerst erschienen ist in:\u00a0Andreas Weich\/Julius Othmer (Hg.): \u201eMedien &#8211; Bildung \u2013 Dispositive. <span class=\"\">Beitr\u00e4ge zu einer interdisziplin\u00e4ren Medienbildungsforschung\u201c<\/span>.Wiesbaden: Springer VS 2015, S. 221-242.]<\/p>\n<p><br class=\"\u201dclear\u201d\/\" \/>Am 27. September 2007 startet mit der Sitcom-Serie <em>The Big Bang Theory<\/em> eine der erfolgreichsten TV-Serien des Jahrzehnts. Die Beliebtheit ist auf den ersten Blick \u00fcberraschend, denn in <em>The Big Bang Theory<\/em> (im folgenden: <em>TBBT<\/em>) geht es um Nerds \u2013 und die galten bis dahin der Inbegriff des ebenso schlauen wie sterbenslangweiligen Spie\u00dfers und gerade nicht als popul\u00e4re Stimmungskanonen.<\/p>\n<p>Doch zum einen sind Sitcoms in der Lage, aus allem einen Witz zu machen, sind doch f\u00fcr das Genre,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> wie der Name Sitcom bereits andeutet, die Komik, die in den Figuren, der Erz\u00e4hlung und der Spielweise liegt, essentiell, was sich in der hohen Frequenz von Wortwitz, Spielwitz, Situationskomik und Pointen deutlich zeigt. Zum anderen schafft es die Serie, den stereotypen Begriff des Nerds neu zu konfigurieren und ver\u00e4ndert damit dessen Wahrnehmung.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;EEYiDfx9838&#8243; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Heute steht die Bezeichnung \u201eNerd\u201c f\u00fcr coole, interessante, schlaute Typen mit einigen liebenswerten Macken und einem gesteigerten Interesse an medialer Popkultur. Daran hat <em>TBBT<\/em> einen nicht unerheblichen Anteil. Sitcoms teilen mit ihren Zuschauern den gesellschaftlichen Referenzrahmen und sind dadurch in besonderer Weise mit Relevanz aufgeladen. &#8222;The sitcom, which has displaced most other forms of video comedy, is supposed to &#8218;relate&#8216; to its audience. It does so in a number of ways, first by creating characters who are supposed to resemble and to represent the audience. Second, it dramatizes events or conditions (for example the conflict of female liberation with male chauvinism) which provide motivation for a plot. Third, the sitcom suggests an attitude towards things and toward ourselves.&#8220; (Berman 1987: 6)<\/p>\n<p>Im Zentrum von <em>TBBT<\/em> stehen vier junge, au\u00dferordentlich begabte Naturwissenschaftler und ihre durchschnittlich begabte, sehr h\u00fcbsche und meist gut gelaunte Nachbarin.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Sheldon Cooper, sein Mitbewohner Leonard Hofstadter sowie Howard Wolowitz und Rajesh (genannt &#8218;Raj&#8216;) Koothrappali arbeiten am California Institute of Technology in Pasadena. Sie sind eng befreundet, stehen aber auch in einer st\u00e4ndigen Konkurrenz zueinander.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Grundkonstellation der Serie ist die Nerdness der m\u00e4nnlichen Protagonisten essentiell. Sie werden als junge M\u00e4nner geschildert, deren Leben sich um drei Bereiche dreht: ihren Beruf, den sie mit gr\u00f6\u00dfter Leidenschaft aus\u00fcben, ausgew\u00e4hlte Bereiche der popul\u00e4ren Kultur wie z.\u00a0B. Comics oder Science Fiction und das Internet, insbesondere Rollenspiele. Ihr Interesse an Menschen au\u00dferhalb ihres Zirkels ist dagegen eher limitiert<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>: Sheldon ist nur an Menschen interessiert, die ann\u00e4hernd seinen Intellekt teilen \u2013 ihn aber nach M\u00f6glichkeit nicht \u00fcbertreffen. Howard ist an Sex mit Frauen interessiert \u2013 was zun\u00e4chst nicht bedeutet, dass ihn Frauen insgesamt interessieren. Raj kann mit Frauen gar nicht sprechen und Leonard hat zwar ein Interesse an anderen Menschen, aber Probleme, ein normales Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren. Sie sind &#8222;brilliant physicists &#8211; geniuses in the laboratory, but socially challenged everywhere else.&#8220; (<em>TBBT<\/em>, CBS 2013)<\/p>\n<p>Die Figurenkonzeption greift damit auf ein Stereotyp zur\u00fcck, das bei allen Unsch\u00e4rfen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> einen hohen Wiedererkennungswert hat. Unter dem Begriff Nerd wird im allgemeinen jemand verstanden, der \u00fcber hohe Intelligenz verf\u00fcgt und eine \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df hinausgehende Leidenschaft f\u00fcr z. B. technologische Fragen hat, dem es aber andererseits an sozialen F\u00e4higkeiten mangelt. &#8222;(\u2026) [O]ne type, disproportionately male, is intellectuell in ways that strike people as machinelike, and socially akward in ways that strike people as machinelike.&#8220; (Nugent 2009: 6)<\/p>\n<p>Nugent macht in seinem Buch <em>American Nerd. The Story of my people<\/em> darauf aufmerksam, dass der Nerd auch das Ergebnis einer Zuschreibung ist, wenn er n\u00e4mlich durch diese Bezeichnung aus der Gruppe der &#8218;Normalen&#8216; ausgeschlossen wird. &#8222;Nerds of this kind, crucially, are not acutally like machines; they just remind people of them. They get stuck with the name &#8217;nerd&#8216; because their outward behavior can make them seem less than, and more than, human.&#8220; (Nugent 2009: 7)<\/p>\n<p>In beiden F\u00e4llen ist der scheinbare Mangel an sozial ad\u00e4quater Emotionalit\u00e4t, also das &#8218;Maschinenhafte&#8216;, zentral f\u00fcr die Figur des Nerds.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Der Nerd ist vor allem anders, eine Figur der Distanzierung, der Exklusion und der Normabweichung. &#8222;Die Besessenheit, mit der sich Nerds einer Aufgabe widmen, ist f\u00fcr die meisten Menschen das Verwirrendeste an ihnen, weil normale Ma\u00dfst\u00e4be auf sie einfach nicht anwendbar sind.&#8220; (de Bruijn 2000: 12)<\/p>\n<p>Benjamin Nugent begreift die Entwicklung des Nerds als Folge insbesondere dreier historischer Enwicklungen: Zum ersten die rasante technologische und naturwissenschaftliche Entwicklung der letzten 200 Jahre, die neue F\u00e4higkeiten erfordert und neue M\u00f6glichkeiten schafft. Zum zweiten das, was er als &#8222;romantic reaction&#8220; (Nugent 2009: 22, 38) auf diesen Fortschritt bescheibt: ein Trennen von Sinnlichkeit und Vernunft, das er insbesondere dem britischen Empire<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> zuschreibt. Drittens eine Fokussierung der Erziehung auf physische Fitness im englischen und amerikanischen Raum, die k\u00f6rperliche Kraft als \u00c4quivalent zu und Beweis von moralischer (christlicher) St\u00e4rke und m\u00e4nnlicher H\u00e4rte ansieht.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Diese Priorisierung des Physischen schl\u00e4gt sich nieder in der schulischen und au\u00dferschulischen Erziehung in den USA<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> und f\u00fchrt zu einer Ablehnung allzugro\u00dfer intellektueller Strebsamkeit. &#8222;So the nerd \u2013 the technical expert who shies from pyhsical and emotional confrontation \u2013 was a concept fed by the resentment by people who preferred, at least aesthetically, the gentry to the technies.&#8220; (Nugent 2009: 37) Die Konzentration auf k\u00f6rperliche St\u00e4rke als Nebeneffekt moralischer Erziehung f\u00fchrt zu einer Ausgrenzung jener, die sich selbst eher \u00fcber den Intellekt definieren, physische und emotionale Konfrontationen vermeiden (ebd.: 6) und schlie\u00dflich als &#8222;Nerd&#8220; bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Als Helden gelten andere. &#8222;The heroes of American popular culture are surfers, cowboys, pioneers, gangsters, cheerleaders, and baseball players, people at home in the heat of physical exertion.&#8220; (ebd.: 9) Der Nerd kann also konzeptionell als Gegenmodell zu der Art von amerikanischen Held begriffen werden, wie er massenmedial, z.\u00a0B. als Sportler oder als Superheld, auftritt, und ebenso als Gegenmodell zum sportlichen All-American Guy.<\/p>\n<p>In der Serie <em>TBBT<\/em> wird dieser Gegensatz narrativ bespielt: In der ersten Folge m\u00fcssen Sheldon und Leonard gegen Pennys sportlichen Ex-Freund eine dem\u00fctigende Niederlage einstecken, weil sie ohne Hosen und ohne den abzuholenden Fernseher zur\u00fcckkommen. In Episode 13 hingegen feiert Howard den Gewinn des Physic Bowl zu den Kl\u00e4ngen der Queen-Hymne <em>We are the Champions<\/em> mit dem Habitus eines Sportlers: Er sinkt auf die Knie, ballt die F\u00e4uste, rei\u00dft sich das Hemd auf. (Staffel 1, Episode 13, ab 00.17.35)<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;sZLwz1zMSzE&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Der Nerd nimmt die Siegerpose des Sportlers ein \u2013 und macht sich zu dem Gewinner, der er historisch l\u00e4ngst ist. Denn im digitalen Zeitalter werden die technologischen und intellektuellen F\u00e4higkeiten sowohl f\u00fcr Individuen als auch f\u00fcr Staaten zunehmend zur Existenzfrage, der Nerd wird vom Verlierer potentiell zum patriotischen Helden. In <em>TBBT <\/em>wird daher ein gesellschaftlicher Trend aufgegriffen und fortgesetzt, der den Nerd vom Verlierer zum Helden des digitalen Zeitalters macht.<\/p>\n<p>Die Defekte und Defizite der Nerds werden in <em>TBBT<\/em> zwar als Schw\u00e4chen erkennbar, sind aber kein echter Makel. Denn die Serie geht in ihrer Erz\u00e4hlweise \u00fcber die Kategorie der Zuschreibung im Sinne des Klischees hinaus. Zum einen erscheint die Zuschreibung auch als Selbstbeschreibung, zum anderen wird das Prinzip Normalit\u00e4t, aufgrund dessen der Nerd als ein &#8218;anderer&#8216; ausgeschlossen wird, selbst in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Die Figur des Nerd wird also auf drei Ebenen verhandelt: Auf der ersten Ebene wird das Stereotyp f\u00fcr die Erz\u00e4hlung einfach genutzt, auf der zweiten wird es von den Figuren aktiv angeeignet und positiv besetzt und auf der dritten wird die Zuschreibung und damit die Bestimmung von Normalit\u00e4t selbst verhandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Der Nerd als Stereotyp<\/p>\n<p>Da alle drei Ebenen vom Stereotyp<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> des Nerds ausgehen, muss die Serie zun\u00e4chst ihre Hauptfiguren als Nerds etablieren. Dies leistet bereits die erste Szene:<\/p>\n<p>Sheldon: &#8222;So, if a photon is directed through a plane with two slits in it and either is observed, it will not go through both. If it&#8217;s unobserved, it will. However, if it&#8217;s observed after it left the plane, before it hits it&#8217;s target, it will not have gone through both slits.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Agreed! What&#8217;s Your Point?&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;There&#8217;s no point, I just think it&#8217;s a good idea for a T-shirt!&#8220;<br \/>\n(Staffel 1, Episode 1, 00.00.00 \u2013 00.00.18)<\/p>\n<p>Dieser erste Dialog ist gew\u00f6hnlich und ungew\u00f6hnlich zugleich. Er erf\u00fcllt einerseits die Regel der Sitcom, dass Situationen und Figuren schnell und pr\u00e4zise etabliert werden m\u00fcssen: Z.\u00a0B. erfahren wir, dass Sheldon Small Talk \u00fcber Physik macht, gern der Wortf\u00fchrer ist und eine Vorliebe f\u00fcr bedruckte T-Shirts hat. Wir erfahren au\u00dferdem, dass Leonard zwar das Beispiel versteht, nicht aber Sheldons Gespr\u00e4chsziel. Andererseits ist es ungew\u00f6hnlich, dass eine Sitcom mit einem Dialog beginnt, der sich inhaltlich kaum allen Zuschauern voll erschlie\u00dfen d\u00fcrfte. Nur ein Teil wird ad hoc verstehen, dass es in diesem Gespr\u00e4ch um das f\u00fcr die Entwicklung der Quantenmechanik bedeutsame Doppelspaltexperiment geht.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Der Gespr\u00e4chsinhalt ist dennoch pr\u00e4zise gesetzt: Fachspezifisch genug, um die Figuren als leidenschaftliche Physiker auszuweisen, ist er zugleich potentiell verst\u00e4ndlich f\u00fcr ein Publikumssegment, das dieses Experiment aus dem Schulunterricht oder dem Studium wiedererkennt und die fachliche Korrektheit goutiert.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Der Witz, dass es bei Gespr\u00e4ch gar nicht so sehr um ein fachliches Problem geht, sondern lediglich um einen T-Shirt-Print, ist in jedem Fall verst\u00e4ndlich. Bei diesem Eingangsdialog handelt es sich aber nicht nur um ein Fachgespr\u00e4ch mit einer etwas merkw\u00fcrdigen Pointe, sondern es zeigt bereits das Nerd-Sein der Figuren, wie es sich wenig sp\u00e4ter noch einmal best\u00e4tigt, als Sheldon beim Treppensteigen einen Kurzvortrag \u00fcber geringf\u00fcgige erh\u00f6hte Treppenstufen und das daraus resultierende Stolpern h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Sheldon: &#8222;Do you want to hear an interesting thing about stairs?&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Not really.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;If the height of a step is off by as little as two millimeters, most people will trip.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;I don&#8217;t care. 2 millime&#8211;? That&#8217;s doesn&#8217;t seem right.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;It&#8217;s true. I did a series of experiments when I was 12. My father broke his clavicle.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Is that why they sent you to boarding school?&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;No. That was the result of my work with lasers.&#8220;<\/p>\n<p>Sheldon, das zeigen schon die ersten Minuten der Serie, begreift das ganze Leben als eine Art Wissenschaft. Schon als Kind hat er sich das Leben \u00fcber wissenschaftliche Experimente erschlossen, und auch die Art und Weise, wie er sein Sozialleben gestaltet, folgt Regeln und Gesetzen, die er aus Beobachtungen und Studien ableitet, als sei das Leben ein Labor.<\/p>\n<p>Zugleich wird in der Interaktion die Variationsbreite innerhalb der Nerds deutlich. Denn anders als Sheldon scheint Leonard in seiner Nerdness weniger radikal und schwankend. Er blockt zun\u00e4chst das Gespr\u00e4ch \u00fcber die Treppenstufen genervt ab, um dann doch interessiert nachzufragen. W\u00e4hrend Sheldon als idealtypischer Nerd gezeichnet wird, hat Leonard durchaus einen Sinn f\u00fcr das &#8217;normale&#8216; Alltagsleben, verh\u00e4lt sich in diesem aber immer wieder inad\u00e4quat.<\/p>\n<p>Anders als Sheldon wei\u00df Leonard aber, dass das Soziale nicht durch Berechnungen zu bew\u00e4ltigen ist. Howard und Raj machen als weitere Varianten das Nerd-Quartett komplett \u2013 ihr erster Auftritt, bei dem sie aufgeregt ein Video einer Vorlesung von Stephen Hawking am MIT aus dem Jahr 1974 pr\u00e4sentieren, zeigt sie sofort ebenfalls als Nerds (Staffel 1, Episode 1, ab 00.13.05)<\/p>\n<p>Besonders sichtbar wird die Nerdness der Figuren durch die Konfrontation mit dem Normalen. Ausgangspunkt der Serienhandlung ist der Einzug der neuen Nachbarin Penny. Sie ist die f\u00fcnfte Hauptfigur und der Prototyp des &#8218;girl next door&#8216;: blond, h\u00fcbsch und durchschnittlich intelligent. Sie will \u2013 Klischee des weiblichen American Dream \u2013 eigentlich Schauspielerin werden. W\u00e4hrend sie auf ihren Druchbruch wartet, arbeitet sie als Kellnerin in der &#8218;Cheesecake Factory&#8216;. Penny ist Best\u00e4tigung und Verst\u00e4rkung des Nerd-Status der vier Freunde, weil mit ihr eine Figur eingef\u00fchrt wird, die so etwas wie Normalit\u00e4t repr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Damit bedeutet sie f\u00fcr das Leben der vier Freunde eine fundamentale Ver\u00e4nderung. Sie tritt in ihr Dasein wie ein Urknall; sie <em>ist<\/em> der Big Bang, mit dem die Geschichte erst beginnt. Aus der Differenz zwischen den Nerds und Penny entstehen die erz\u00e4hlerische Spannung und ein gro\u00dfer Teil der Komik. Schon als Leonard und Sheldon ihre neue Nachbarin zum Essen einladen wollen, ger\u00e4t dies zu einem kommunikativen Super-GAU: Das Bem\u00fchen Leonards um Normalit\u00e4t scheitert, Sheldon begreift nicht einmal den Zweck der Unternehmung.<\/p>\n<p>Leonard: &#8222;I&#8217;m gonna invite her over. We&#8217;ll have a nice meal and \u2026 chat.&#8220;<br \/>\nSheldon:&#8220;Chat? We don&#8217;t chat, at least not off-line.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Well, it&#8217;s not difficult. You just listen to what she says, and then you say somthing appropriate in response.&#8220; (klopft)<br \/>\nSheldon: &#8222;To what end&#8220;?<br \/>\n(Staffel 1, Episode 1, 00.04.36 \u2013 00.04.56)<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Moment scheitert Leonard jedoch selbst an dieser scheinbar einfachen sozialen Aufgabe eines Gespr\u00e4chs, wenn er eben nicht &#8222;appropriate&#8220; antwortet, sondern seine Einladung mit der wohltuenden, abf\u00fchrenden Wirkung von Curry begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Penny steht ahnungs- und fassungslos vor dem Wissenschaftsjargon und der Eigenartigkeit ihrer Nachbarn. Sie ist die narrative Kontrastfolie, vor der die Defizite der Nerds verdeutlicht \u2013 und zu Komik \u2013 werden. Die Figur Penny macht den Zuschauern ein besonderes Teilhabe-Angebot, indem sie m\u00f6gliche \u2013 und sicher auch wahrscheinliche \u2013 Reaktionen stellvertretend zeigt: Ihr verst\u00e4ndnisloses Gesicht entspricht unserem Kopfsch\u00fctteln, wenn etwa die vier Physiker au\u00dfer sich vor Begeisterung sind, weil es ihnen gelungen ist, das Licht ihrer Stehlampe durch ein Signal einzuschalten, das sie per Internet um den Erdball geschickt haben. W\u00e4hrend die Physiker sich \u00fcber das Gelingen dieser Versuchsanordnung freuen, empfiehlt Penny das Anschaffen einer Universalfernbedienung. Penny braucht, ganz pragmatisch, L\u00f6sungen f\u00fcr den Alltag und hat keinen Sinn f\u00fcr die Lust der Nerds am blo\u00dfen Experiment. &#8222;Penny: &#8218;Um, here&#8217;s a question: Why?&#8216; Alle: &#8218;Because we can.'&#8220; (Staffel 1, Episode 9, 00.00.00 \u2013 00.02.00)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Nerd als Kategorie von Aneignung<\/p>\n<p>Was in den Augen von Penny als Defizit erscheint, nehmen die Nerds selbst nicht als Mangel wahr. Sie sind auf ihr Anderssein im Gegenteil sogar stolz, weil sie damit hohen Intellekt, wissenschaftliche F\u00e4higkeiten und berufliche Erfolge verbinden. &#8222;That&#8217;s my work. It&#8217;s just some quantum mechanics. A little string theory doodling around the edges. That part there \u2013- that&#8217;s just a joke. It&#8217;s a spoof of the Born-Oppenheimer approximation&#8220;, so erkl\u00e4rt Sheldon seine auf einem Flipchart skizzierte Arbeit, als Penny das erste Mal bei ihnen zu Besuch ist, und Leonard hat sofort das Bed\u00fcrfnis, mit seinem Flipchart ebenfalls brillieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Beiden ist es v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, dass Penny davon zwar prinzipiell beeindruckt ist \u2013- &#8222;This is really impressive&#8220; \u2013-, aber den Inhalt der beiden Poster gar nicht versteht. (Staffel 1, Episode 1, 00.06.18 \u2013 00.04.56) Beiden M\u00e4nnern ist durchaus klar, dass sie anders sind als Penny. Sheldon bringt dies schon nach der ersten Begegnung mit ihr auf den Punkt. Als Leonard auf der grunds\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeit einer sexuellen Beziehung zu Penny besteht mit den Worten: &#8222;I&#8217;m a male and she&#8217;s a female&#8220;, antwortet er: &#8222;Yes, but not of the same species&#8220;.<\/p>\n<p>Allerdings halten die <em>TBBT<\/em>-Nerds sich und ihre Welt f\u00fcr das bessere Modell. Darum ist die Bezeichnung Nerd f\u00fcr sie auch keine Abwertung, sondern ein Kompliment. Sie eignen sich die mit einem Ausschluss aus der Normalit\u00e4t verkn\u00fcpfte Zuschreibung aktiv an. Anders sein hei\u00dft besser sein, das negative Stereotyp wird positiv umgedeutet. Damit machen sich die vier Freunde gleichzeitig zum Bestandteil einer anderen Gemeinschaft, die sich als naturwissenschaftliche und\/oder digitale Elite empfindet und den Titel &#8218;Nerds&#8216; tr\u00e4gt wie eine Auszeichnung. Diese Art von Exklusivit\u00e4t hat Glamour. Howards Verk\u00fcndung einer Absage von vier Kollegen f\u00fcr den Physic Superbowl als &#8222;nerd news&#8220;<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> ist ein Zeichen von Exklusivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Abwertung und Anerkennung k\u00f6nnen au\u00dferdem verschmelzen, wie z. B. in der Folge <em>The Cooper-Hofstadter Polarization. <\/em>Howard hat ein Video auf <em>YouTube<\/em> gestellt, das Sheldon und Leonard zeigt, wie sie sich auf einem Kongress pr\u00fcgeln. Am Ende der Episode sieht man zwei Chinesen \u2013 die im Outfit aussehen wie asiatische Versionen von Sheldon und Leonard \u2013 vor ihrem PV sitzen und das Video kommentieren.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;mp4nbbgzsQU&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Chinese 1: &#8222;What losers.&#8220;<br \/>\nChinese 2: &#8222;Yeah. Gigantic American geeks.&#8220;<br \/>\n(Das Licht geht ohne ihr Zutun aus und an.)<br \/>\nChinese 1: &#8222;Who&#8217;s doing that?&#8220;<br \/>\nChinese 2: &#8222;Someone in Pasadena, California, named &#8218;Wolowizard&#8216;.&#8220;<br \/>\nBeide (begeistert High-Five schlagend): &#8222;Awsome!&#8220;<\/p>\n<p>Sheldon und Leonard werden von den beiden Chinesen wegen ihrer aus wissenschaftlicher Eitelkeit entstandenen Pr\u00fcgelei als Loser und als American geeks bezeichnet. Der User namens &#8222;Wolowizard&#8220; (Howard) dagegen wird f\u00fcr seine Idee gefeiert. Dass die beiden Physiker im Video und Wolowizard diesen Lichteffekt gemeinsam ersonnen haben, wei\u00df nur der Zuschauer. Was in der Au\u00dfensicht der Chinesen unterschieden wird, f\u00e4llt in der Sicht des TV-Zuschauer zusammen: Die vier Freunde sind Loser und Genies zugleich.<\/p>\n<p>Neben der pejorativen Bedeutung des Nerds steht die positive Aneignung. In ihrer eigenen Auffassung geh\u00f6ren die <em>TBBT<\/em>-Nerds zur Gruppe der Coolen. Darum l\u00e4dt die Produktionsfirma ganz folgerichtig den Zuschauer ein, sich selbst ebenfalls als Teil dieser Nerd-Gemeinschaft zu betrachten: Auf dem Back-Cover der DVD wird auf das Special \u00fcber Quantenmechanik aufmerksam gemacht: &#8222;Ein Blick hinter die Kulissen, warum es cool ist, ein Nerd zu sein&#8220;. (<em>TBBT<\/em> 2010)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Nerds und die Verhandlung von Normalit\u00e4t<\/p>\n<p>W\u00e4hrend auf der ersten Ebene das Stereotyp Nerd als negative Kategorie der Zuschreibung zur Erzeugung von Komik genutzt wird, zeigt die zweite Ebene eine positive Aneignung und Umdeutung des Begriffs durch die Freunde selbst. Indem sich die Freunde in einer exklusive Gemeinschaft der Nerds verorten bzw. selbst eine Gemeinschaft bilden, begr\u00fcnden sie zugleich eine eigene Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Sie nehmen sich selbst keineswegs als merkw\u00fcrdig oder dysfunktional wahr, sondern gehen miteinander v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich um, verstehen einander und haben gemeinsame Interessen. Es werden in der Serie also zwei Kategorien von Normalit\u00e4t entwickelt und miteinander konfrontiert: Die Normalit\u00e4t Pennys und die Normalit\u00e4t des Nerd-Freundeskreises. Damit stellt die Sitcom <em>TBBT<\/em> auf einer dritten Ebene die Frage nach der Kategorie &#8217;normal&#8216; als solcher.<\/p>\n<p>Diese drei Ebenen werden in der Sitcom immer wieder miteinander verschr\u00e4nkt, so auch in der letzten Folge der ersten Staffel. Leonard hat Penny endlich gefragt, ob sie mit ihm ausgehen w\u00fcrde und Penny hat zugestimmt. Dann kommen ihr allerdings Bedenken und sie bittet Sheldon um Rat. Sheldon kann mit ihrem Ansinnen zun\u00e4chst nichts anfangen, folgt ihr aber in ihr Apartment. Als ihm Penny wie eine normale Gastgeberin einen Platz anbietet, wei\u00df er nicht, wo er sich hinsetzen soll \u2013 eine Marotte von Sheldon, die der Zuschauer seit der ersten Episode kennt. Er wei\u00df nicht genug \u00fcber die Luftstr\u00f6mung und die Sonneneinstrahlung in Pennys Apartment, um &#8222;an informed choice&#8220; zu treffen. Penny schl\u00e4gt ihm daher vor, einfach einen Sitzplatz auszuprobieren: &#8222;Why don&#8217;t you just pick one at random and then if you don&#8217;t like it, you can sit somewhere else next time?&#8220;. Darauf entgegnet Sheldon: &#8222;No, no, that&#8217;s crazy&#8220;. (Staffel 1, Episode 17, 00.12.33)<\/p>\n<p>Dass Sheldon Pennys Vorschlag als verr\u00fcckt bezeichnet, zeigt einen Clash von zwei Normalit\u00e4tsvorstellungen. Penny \u2013 wie die meisten Zuschauer \u2013findet es normal, sich erst einmal irgendwo hinzusetzen und sich auf das Gespr\u00e4ch zu konzentrieren. F\u00fcr Sheldon dagegen ist die Vorstellung, eine nicht auf Fakten beruhende und daher irrationale Wahl zu treffen, absurd.<\/p>\n<p>Was verr\u00fcckt ist und was normal, wird hier als Frage der Perspektive offen gelegt. Sheldon verbringt die folgenden Minuten damit, verschiedene Sitzm\u00f6glichkeiten zu testen, w\u00e4hrend Penny ihr Problem schildert. Er h\u00f6rt ihr dabei durchaus zu, fokussiert sich aber auf Fakten, w\u00e4hrend Penny ihr emotionales Dilemma ausbreitet: Sie vermutet, dass Leonard in sie verliebt ist und dass er kein Typ f\u00fcr kurze Aff\u00e4ren ist. Wenn das Date und die sich hiermit anbahnende Beziehung schiefgehen, f\u00fcrchtet sie einen Freund zu verlieren. Als Sheldon nach umst\u00e4ndlicher Suche &#8222;seinen&#8220; Sitzplatz gefunden hat, ist er auch in der Lage, Penny einen Rat zu geben. Allerdings nicht in einer Form, der f\u00fcr sie verst\u00e4ndlich und daher n\u00fctzlich w\u00e4re. Sheldon begegnet ihrem Dilemma mit einem Verweis auf Schr\u00f6dingers Katze \u2013 einem Gedankenexperiment aus der Physik, das die Unvollst\u00e4ndigkeit der Quantentheorie mit einem Paradoxon demonstrieren soll.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;HCOE__N6v4o&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Sheldon: &#8222;Well, let&#8217;s see. We might consider Schr\u00f6dinger&#8217;s Cat.&#8220;<br \/>\nPenny: &#8222;Schr\u00f6dinger? Is that the woman in 2A?&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;No. That&#8217;s Mrs Grossinger. And she doesn&#8217;t have a cat, she has a Mexican hairless, annoying little animal, yip yip yip yip\u2026&#8220;<br \/>\nPenny: &#8222;Sheldon!&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;Sorry, you diverted me. Anyway, in 1935, Erwin Schr\u00f6dinger, in an attempt to explain the Copenhagen interpretation of quantum physics, he proposed an experiment where a cat is placed in a box with a sealed vial of poison that will break open at a random time. Now, since no one knows when or if the poison has been released, until the box is opened, the cat can be thought of as both alive and dead.&#8220;<br \/>\nPenny: &#8222;I&#8217;m sorry, I don&#8217;t get the point.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;Well of course you don&#8217;t get it, I haven\u2019t made it yet. You&#8217;d have to be psychic to get it, and there\u2019s no such thing as psychic.&#8220;<br \/>\nPenny: &#8222;Sheldon, what&#8217;s the point?&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;Just like Schr\u00f6dinger&#8217;s Cat, your potential relationship with Leonard right now can be thought of as both good and bad. It is only by opening the box that you&#8217;ll find out which it is.&#8220;<br \/>\nPenny: &#8222;Okay, so you&#8217;re saying I should go out with Leonard.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;No, no, no, no, no, no. Let me start again. In 1935, Erwin Schrodinger\u2026&#8220;<br \/>\n(Staffel 1, Episode 17, 00.14.16 \u2013 00.15.38)<\/p>\n<p>Dass Penny diese Antwort wenig hilft, ist in ihrer Mimik deutlich sichtbar \u2013 und absolut verst\u00e4ndlich: Sheldons Antwort ist unangemessen. Sie erfordert Vertrautheit mit dem Gegenstand, \u00dcbertragungsleistung und mehr Aufmerksamkeit f\u00fcr das Beispiel als f\u00fcr das eigentlich in Rede stehende Problem. Die Kommunikation gelingt nicht, Sheldon und Penny bleiben letztlich unterschiedliche &#8222;species&#8220;. Nur wenige Minuten sp\u00e4ter gibt es eine Parallelszene, in der Leonard Sheldon in der gleichen Angelegenheit um Rat bittet.<\/p>\n<p>Leonard: &#8222;Sheldon, this date is probably my one chance with Penny, what happens if I blow it?&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;Well, if we accept your premise, and also accept the highly improbable assumption that Penny is the only woman in the world for you then we can logically conclude that the result of blowing it would be that you end up a lonely, bitter old man with no progeny. The image of any number of evil lighthouse keepers from Scooby Doo cartoons comes to mind.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;You&#8217;re not helping.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;Alright, what response on my part would bring this conversation to a speedy conclusion?&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Tell me whether or not to go through with the date.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;Schr\u00f6dinger&#8217;s Cat.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Wow, that&#8217;s brillant.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;You sound surprised.&#8220;<br \/>\n(Staffel 1, Episode 17, 00.16.36 \u2013 00.17.20)<\/p>\n<p>Erneut antwortet Sheldon mit dem Beispiel von Schr\u00f6dingers Katze. Diesmal aber hilft er seinem Gespr\u00e4chspartner. Allein die Erw\u00e4hnung des Experiments reicht, Leonard versteht sofort und ist dankbar f\u00fcr den Rat. Was im Gespr\u00e4ch mit Penny inad\u00e4quat war, erweist sich gegen\u00fcber Leonard als genau richtig. Die Szene zeigt: Die Nerds sind \u2013 jedenfalls innerhalb ihrer eigenen Gruppe &#8211; zu einer gelingenden, normalen Kommunikation in der Lage. Sie teilen gewisserma\u00dfen einen eigenen Normalit\u00e4tsraum.<\/p>\n<p>Nun mag dies auf den ersten Blick gerade als Indiz f\u00fcr die Andersartigkeit der Nerds erscheinen: eine kleine Gruppe von intelligenten, aber sozial defizit\u00e4ren Typen, die fast zwangsl\u00e4ufig nur miteinander zu tun haben (k\u00f6nnen) und dabei ihre Marotten auch noch kultivieren. Allerdings stellen die Nerds in <em>TBBT<\/em> eben nicht die Minorit\u00e4t, sondern die Majorit\u00e4t. Sie sind zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegen und bestimmen allein dadurch Normalit\u00e4t neu. In dieser Normalit\u00e4t ger\u00e4t Penny zur Au\u00dfenseiterin, und mit ihr gewisserma\u00dfen auch der Zuschauer, soweit er sie als Stellvertreterfigur rezipiert.<\/p>\n<p>Auf diese Weise fragt die Serie ganz grunds\u00e4tzlich nach der Entstehung und Verfasstheit von Normalit\u00e4t. Denn im permanenten Clash der beiden Normalit\u00e4tsr\u00e4ume und durch die zahlenm\u00e4\u00dfige Verteilung zugunsten der Nerds wird der scheinbar sichere Begriff des Normalen au\u00dfer Kraft gesetzt und neu verhandelt. Die Gau\u00dfsche Glocke der Normalverteilung scheint sich verschoben zu haben: Hier sind die Nerds in der Mitte und Penny am Rand.<\/p>\n<p>Penny: &#8222;Wow! So in your world, you&#8217;re like the cool guys.<br \/>\nHoward: &#8222;Recognize!&#8220;<br \/>\n(Staffel 1, Episode 13, 00.01.13)<\/p>\n<p>Neben der Perspektive von Penny kann die Teilhabe der Zuschauer aber auch durch die Perspektive der Nerds initiiert und gepr\u00e4gt werden. Sheldons Bestehen auf Regeln wird narrativ und darstellerisch \u00fcbertrieben und sorgt dadurch f\u00fcr Komik. Jenseits der \u00dcbertreibung ist aber die Erfahrung, dass das moderne Leben wie ein Labor funktioniert, dass es nach mehr oder weniger festen, geheimen oder institutionalisierten Regeln gef\u00fchrt wird oder wenigstens der Anspruch besteht, es so zu f\u00fchren, eine auch f\u00fcr Nicht-Nerds identifizierbare Realit\u00e4t und Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wenn man, einer Idee J\u00fcrgen Links folgend (Link 2006), Normalit\u00e4t in modernen Gesellschaften als ein Dispositiv auffasst, als etwas, das weder einfach vorhanden noch von oben bestimmt, sondern best\u00e4ndig gesellschaftlich und kulturell produziert und reproduziert wird,<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> dann sind die Massenmedien in diesem Prozess ein wichtiger Faktor. Sie werden h\u00e4ufig als diejenigen beschrieben, die Stereotypen fortschreiben, Klischees bedienen, das Immergleiche wiederholen.<\/p>\n<p>Auch in <em>TBBT<\/em> wird mit Stereotypen gearbeitet: Frauen (besonders wenn sie jung, h\u00fcbsch und blond sind) verstehen nichts von Physik, sondern wollen Schauspielerin werden und schaffen es nur bis zur Kellnerin. Jungs, die nur vor dem Computer rumh\u00e4ngen, Rollenspiele spielen und bei ihrer Mutter wohnen, kriegen keine Freundin. Diese Stereotypen werden aufgegriffen und sogar noch weiter zugespitzt.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings geht <em>TBBT<\/em> \u00fcber eine blo\u00dfe affirmative Best\u00e4tigung von Stereotypen hinaus. Gerade weil sie bis zur Karikatur, bis zur Kenntlichkeit, \u00fcbertrieben werden, bilden die Stereotypen in <em>TBBT<\/em> Anlass und Ausgangspunkt f\u00fcr die Verhandlung von Einschluss und Ausschluss, Normalit\u00e4t und Abweichung. In der Konfrontation der durch Penny und die Nerds repr\u00e4sentierten Normalit\u00e4tsfelder zeigen sich beide Seiten als sozial anpassungs- und lernf\u00e4hig sowie als in ihrer jeweils eigenen Auffassung normal.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger die Serie l\u00e4uft, desto mehr wird au\u00dferdem die Varianz innerhalb der Nerd-Gruppe sichtbar. Die Darstellung von vier ganz unterschiedlichen Nerds mit jeweiligen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und jeweils eigenen Geschichten zeigt sie zunehmend weniger als stereotyp, sondern als unterschiedlich und unterl\u00e4uft so die Idee, der Nerd sei eine klar zu definierende Defizitfigur.<\/p>\n<p>Die Sitcom &#8222;Big Bang Theory&#8220; ist also nicht in erster Linie eine Best\u00e4tigung, sondern eine st\u00e4ndige Verhandlung von Normalit\u00e4t. Was als normal gelten k\u00f6nnte, wird permanent zur Disposition gestellt und neu \u2013 und dabei komisch \u2013 verhandelt.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Das Komische ist dabei nicht so sehr angenehmer Nebeneffekt, sondern vielmehr Transporteur von Erkenntnis, weil es Distanz herstellt und damit einen neuen Blick erm\u00f6glicht. Normalit\u00e4t wird, das zeigt die Szene mit Schr\u00f6dingers Katze, kontextabh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Die Wiederholung erz\u00e4hlerischer Muster, sich \u00e4hnelnder Situationen und Vorg\u00e4nge, vertieft diesen Effekt: Je l\u00e4nger und h\u00e4ufiger die Nerds ihre Art von Normalit\u00e4t zeigen, desto normaler erscheint diese. Die Erweiterung des Figurenensembles um weibliche Nerds ist dabei ebenso wichtig wie die zunehmende Ausdifferenzierung der Unterschiede zwischen den Nerds, die sie immer weniger als &#8218;gleiche&#8216;, sondern als unterschiedliche Typen zeigt.<\/p>\n<p>Dass uns die Nerds auf der einen Seite immer weniger nerdig erscheinen, je l\u00e4nger die Serie l\u00e4uft, und auf der anderen Seite Penny dazulernt und gelegentlich sogar selbst etwas nerdig erscheint, ist also kein Widerspruch zur These. Im Gegenteil, die Auseinandersetzung mit der jeweilig anderen &#8218;Species&#8216; muss dramaturgisch Folgen haben, weil sonst die Serie statisch und die Normalit\u00e4tsverhandlung redundant wird.<\/p>\n<p>Dass wir als Zuschauer die Protagonisten im Verlauf der Staffeln immer weniger als Nerds empfinden, kann au\u00dferdem als Gew\u00f6hnungseffekt aufgefasst werden, der genau Abbild jener Normalit\u00e4tsproduktion ist: Nerds sind inzwischen in den Bereich des Normalen integriert \u2013 wenn auch am Rand. Genau diese Position, etwas abweichend, aber nicht \u201edrau\u00dfen\u201c zu sein, garantiert den Coolness-Faktor, der den Nerd zu einer popul\u00e4ren Figur der Gegenwart macht, immer noch Klugschei\u00dfer, aber nun einer, den man mag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Sitcom ist ein Genre mit klaren formalen Konventionen: Eine Folge dauert ca. 25 Minuten. Sie spielt \u00fcberwiegend in wenigen Innenr\u00e4umen, die in immer gleichen Kameraperspektiven gefilmt sind; charakteristisch f\u00fcr die amerikanische Sitcom ist das Wohnzimmer mit der frontal angeordneten Couch. Sitcoms haben ein stabiles und \u00fcberschaubares Figurenensemble, das lediglich durch Nebenfiguren erg\u00e4nzt. Im Mittelpunkt stehen Familien oder familien\u00e4hnliche Konstellationen wie ein fester Freundeskreis. Dramaturgisch typisch ist die St\u00f6rung der &#8222;Normalsituation&#8220; zu Beginn einer Folge, die Etablierung und Erz\u00e4hlung des Konflikts und seine Aufl\u00f6sung am Ende der Folge. Damit die Situationen und Konflikte schnell und unkompliziert etabliert werden k\u00f6nnen, sind die Figuren in der Regel stereotyp und zugespitzt. Entscheidend sind nicht eine komplexe Dramaturgie oder die psychologische Tiefe, sondern die Qualit\u00e4t des Dialogs, was Script, Timing und Spiel angeht. Anders als z. B. die Soap erm\u00f6glicht die Sitcom durch den Witz stets ein gewisses Ma\u00df an Distanz. Nicht das Mitgef\u00fchl mit den handelnden Figuren steht im Vordergrund, sondern das durch das Publikum[1] verst\u00e4rkte Lachen, das sowohl Wiedererkennen als auch Fremdheit bedeuten kann. Dieses Lachen ist in den amerikanischen Sitcoms traditionell das Lachen eines &#8218;echten&#8216; Publikums, das entweder bei der Aufzeichnung anwesend ist oder die fertig geschnittene Folge zu sehen bekommt. (Zum &#8222;laugh track&#8220; siehe auch Savorelli 2010: 22f. und 30ff. ) Die &#8218;Lachkonserven&#8216; der deutschen Versionen sind vermutlich vor allem den Verschiebungen der Pointen durch die Synchronisation der Texte geschuldet.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In Staffel 3 bzw. 4 kommen mit Bernadette Maryann Rostenkowski und Amy Farrah Fowler zwei weitere hochintelligente und im naturwissenschaftlichen Bereich t\u00e4tige Frauenfiguren hinzu, die die bis dahin m\u00e4nnlich dominierte Nerd-Dom\u00e4ne erweitern.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Leonard: &#8222;We need to widen our circle.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;I have a very wide circle. I have 212 friends on <em>MySpace<\/em>.&#8220;<br \/>\nLeonard: &#8222;Yes, and you\u2019ve never met one of them.&#8220;<br \/>\nSheldon: &#8222;That\u2019s the beauty of it.&#8220;<br \/>\n(<em>TBBT<\/em>, 1. Staffel, 1. Folge, ab 00.04.22)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00dcber die &#8218;richtige&#8216; Definition des Nerd und verwandte Figuren wie etwa den Geek, gibt es in den letzten Jahren reichlich Diskussionen. Die verschiedenen Erscheinungsformen und ihre Bezeichnungen werden, insbesondere \u00fcber das Internet, permanent verhandelt und befinden sich dadurch und durch immer neue mediale Aufbereitungen st\u00e4ndig im Wandel. Es kann und soll darum an dieser Stelle nicht darum gehen, die diversen Kategorien von Nerd, Geeks und anderen erneut und wiederum zeitlich limitiert zu definieren. Erkenntnisf\u00f6rdernder im Zusammenhang mit <em>TBBT<\/em> ist statt dessen, das all diesen Typen zugrundeliegende Gemeinsame zu benennen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Insbesondere von Sheldon wird dieses Maschinenhafte des Nerds idealtypisch repr\u00e4sentiert. Er wirkt in Alltagssituationen oft deplaziert, fast autistisch. Zum Eindruck des &#8218;Maschinenhaften&#8216; tr\u00e4gt auf der Schauspielebene das &#8218;Stone face play&#8216; bei: Sheldon verzieht kaum eine Miene und gibt somit auch keine Hinweise auf seine Emotionen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nugent identifiziert diese romantische Reaktion mit dem &#8222;Rise oft the British Empire&#8220; (38) &#8211; vermutlich meint er hier nicht die gesamte Geschichte des britischen Empire, sondern vor allem das imperiale 19. Jahrhundert; er verweist auf die Romantik, aber auch auf das viktorianische Zeitalter.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nugent nennt hier als zentralen Ausgangspunkt die &#8222;Muscular Christianity&#8220;(31.ff.), eine vom vikorianischen England ausgehende pietistische Bewegung, die k\u00f6rperliche St\u00e4rke \u2013 und damit implizit Sport \u2013 als Bestandteil und Ausweis eines christlichen Lebens propagiert. Damit einher geht die Vorstellung eines dezidiert maskulinen Christentums.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das amerikanische System des Sport-Stipendiums, das Studierenden Stipendien aufgrund ihrer Leistungen in einer Sportart \u2013 und nicht etwa im zu studierenden Fach \u2013 vergibt, d\u00fcrfte hierin seinen Ursprung haben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zwischen Stereotyp und Vorurteil wird h\u00e4ufig nicht oder nicht trennscharf unterschieden. Am plausibelsten erscheint mir die Differenzierung, die f\u00fcr das Vorurteil das affektive, emotionale Moment betont und f\u00fcr das Stereotyp die &#8222;kognitive Dimension und de[n] Aspekt der Orientierungsfunktion&#8220; (Reisigl 2008: 246) hervorhebt. Der in <em>TBBT<\/em> medial pr\u00e4sentierte Habitus eines Nerds ist ein Stereotyp, w\u00e4hrend ein Vorurteil sich beispielsweise darin \u00e4u\u00dfert, dass ein brilletragender und mathematikbegabter Junge in der Schule abgelehnt und gemobbt wird. Stereotypen sind also geeignet, Vorurteile zu begr\u00fcnden und zu best\u00e4tigen. Die soziologische Konversationsanalyse begreift Stereotypisierung als Teil sozialer Kategorisierung, sie sieht Stereotypen als ausgehandelte Entit\u00e4ten und pl\u00e4diert f\u00fcr ein dynamisches, nicht statisches Verst\u00e4ndnis des Stereotyps, das sie nicht mehr als Ausnahme, sondern als Normalfall ansieht (ebd.: 248).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcr die Korrektheit der Dialoge im Bereich Physik ist die Serie auch unter Naturwissenschaftlern ber\u00fchmt. Dies wird u. a. David Saltzberg zugeschrieben, einem Physiker an der University of California, der f\u00fcr die Serie als Berater arbeitet. &#8222;Saltzberg likes to inject scripts with terms such as Casimir effect, molecular positronium, and giant magnetoresistance (the subject of the 2007 Nobel Prize in physics). &#8218;I go for stuff that sounds really fake\u2014that you think is Hollywood science but find out not only is it real, it&#8217;s topical,&#8216; he says.&#8220; (Heyman 2008: 741)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zumindest in den deutschen Gymnasien ist das Doppelspaltexperiment Schulstoff im Fach Physik. Auch wenn sich das amerikanische Schulsytem vom deutschen sehr unterscheidet, d\u00fcrfte zumindest auf vielen Colleges Quantenmechanik zum Unterrichtsstoff geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8222;Gentlemen, switching to local nerd news, Fishmen, Chen, Chaudury and MacNair aren&#8217;t fielding a team in the University Physics Bowl this year.&#8220; (Staffel 1, Episode 13, 00.00.58)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Link 2006, der die Produktion von Normalit\u00e4t(en), u. a. durch Datenerhebungen und Statistiken, in Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft als soziale und industrielle Normierung diskursgeschichtlich analysiert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 So steigert sich bei Raj die dem Nerd zugeschriebene Unbeholfenheit im Umgang mit Frauen zur Unf\u00e4higkeit, mit Frauen \u00fcberhaupt zu sprechen (selektiver Mutismus) \u2013 au\u00dfer wenn er betrunken ist. Dass diese Unf\u00e4higkeit in seiner Nerdiness begr\u00fcndet ist, wird dadurch belegt, dass selbst ein eingebildeter Rausch mit alkoholfreiem Bier zu gelingender Kommunikation f\u00fchrt. Bei Howard hingegen wird seine Unbeholfenheit \u00fcberm\u00e4\u00dfig sichtbar gemacht. Seine Flirtversuche sind plump, direkt und meist erfolglos. Er kommunziert mit den Frauen wie mit einer Maschine: Er gibt seine W\u00fcnsche ein. Bei Sheldon \u00e4u\u00dfert sich das Bed\u00fcrfnis nach Regeln und eindeutiger Kommunikation in einer \u00fcberregulierten Lebensf\u00fchrung. F\u00fcr jeden Tag gibt es vorgesehenes Essen, die Sitzpl\u00e4tze sind festgelegt, ebenso die Bedingungen f\u00fcr Geschenke oder gegenseitige Hilfe. In der von ihm verfassten und in der Serie oft zitierten Mitbewohner-Vereinbarung (sp\u00e4ter auch in der Beziehungsrahmenvereinbarung) findet dieses Regulierungsbed\u00fcrfnis eine immer wiederkehrende Materialisierung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In den Begrifflichkeiten von Link k\u00f6nnte eine solche Aushandlung als flexibel-normalistische Strategie bezeichnet werden. (vgl. Link 2006,S 51ff.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Bibliografie<\/p>\n<p>Berman, Ronald (1987) &#8222;Sitcoms&#8220;. In: Journal of Aesthetic Education, Vol. 21, No. 1, 5-19. OnlIne unter: <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/page\/info\/about\/policies\/terms.jsp\">http:\/\/www.jstor.org\/page\/info\/about\/policies\/terms.jsp<\/a><\/p>\n<p>Bermes, Christian\/Dierse, Ulrich\/Erler Michael (Hrsg.) (2008): Archiv f\u00fcr Begriffsgeschichte. Bd.50. Hamburg: Felix Meiner Verlag<\/p>\n<p>Bermes, Christian\/Dierse, Ulrich\/Erler Michael (Hrsg.) (2009): Archiv f\u00fcr Begriffsgeschichte. Bd.50. Hamburg: Felix Meiner Verlag<\/p>\n<p>De Bruijn, Max (2000) Wie werde ich Bill Gates? Aufzucht und Lebensweise des gemeinen <em>Nerd<\/em>. Frankfurt\/Main: Fischer<\/p>\n<p>Heyman, Karen (2008) &#8222;Talk Nerdy to Me&#8220;. In: Science, Vol. 320 no. 5877, 9 May 2008: 740-741. Online unter: <a href=\"http:\/\/www.sciencemag.org\/content\/320\/5877\/740.summary\">http:\/\/www.sciencemag.org\/content\/320\/5877\/740.summary<\/a>.<\/p>\n<p>Link, J\u00fcrgen (2006) Versuch \u00fcber den Normalismus. Wie Normalit\u00e4t produziert wird. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht<\/p>\n<p>Nugent, Benjamin (2009) American Nerd.The Story of My People. New York: Scribner<\/p>\n<p>Reisigl, Martin (2008) &#8222;Stereotyp&#8220;. In: Archiv f\u00fcr Begriffsgeschichte. Hg. v. Christian Bermes, Ulrich Dierse u. Michael Erler. Bd.50. Hamburg: Felix Meiner Verlag, 231-251<\/p>\n<p>Reisigl, Martin (2009) &#8222;Stereotyp&#8220; (2). In: Archiv f\u00fcr Begriffsgeschichte. Hg. v. Christian Bermes, Ulrich Dierse u. Michael Erler. Bd.50. Hamburg: Felix Meiner Verlag, 105-125<\/p>\n<p>Savorelli, Antonio (2010) Beyond Sitcoms. New Directions in American Television Comedy. Jefferson, North Carolina, London: McFarland &amp; Company<\/p>\n<p>The Big Bang Theory, Staffel 1 (2010). Warner Brothers Entertainment (TV-Erstausstrahlung: 2008)<\/p>\n<p>The Big Bang Theory. CBS, <a title=\"big bang theory cbs\" href=\"http:\/\/www.cbs.com\/shows\/big_bang_theory\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Official Site<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags Springer VS.<\/p>\n<p>Weitere Hinweise zum Sammelband \u00bb<span class=\"\">Medien &#8211; Bildung \u2013 Dispositive. Beitr\u00e4ge zu einer interdiszilin\u00e4ren Medienbildungsforschung<\/span>\u00ab, in dem der Aufsatz zuerst erschienen ist, <a title=\"verlagshinweis springer vs\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/la\/book\/9783658071851\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"website hornberger\" href=\"https:\/\/www.hs-osnabrueck.de\/de\/prof-dr-barbara-hornberger\/#c633138\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barbara Hornberger<\/a> ist Professorin f\u00fcr Didaktik der Popul\u00e4ren Musik an der Hochschule Osnabr\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nr. 1 in der Zielgruppe<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[334,1642],"class_list":["post-6210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-big-bang-theory","tag-nerds"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6210\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}