{"id":6529,"date":"2017-02-19T15:19:09","date_gmt":"2017-02-19T13:19:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6529"},"modified":"2017-02-19T15:19:09","modified_gmt":"2017-02-19T13:19:09","slug":"social-media-februarvon-niklas-barthelke-wagner19-2-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/02\/19\/social-media-februarvon-niklas-barthelke-wagner19-2-2017\/","title":{"rendered":"Social Media Februarvon Niklas Barth\/Elke Wagner19.2.2017"},"content":{"rendered":"<p>Die unendliche Liste \u2013 Facebooks Kneipengespr\u00e4che<!--more --><\/p>\n<p>Es ist heute fast ein medientheoretischer Allgemeinplatz, dass ein Brief jenseits seines Inhalts etwas anderes kommuniziert als eine SMS, fehlende B\u00fcrow\u00e4nde in Gro\u00dfraumb\u00fcros die kommunikative Atmosph\u00e4re ver\u00e4ndern oder die Oberfl\u00e4chen und Interfaces digitaler Medien unseren Umgang mit ihnen beeinflussen.<\/p>\n<p>Mit diesem Blick hat man eine ungemein erfolgreiche Re-Lekt\u00fcre des Sozialen vorangetrieben, die nun die <em>Wiederkehr der Dinge<\/em> in den Kreis der Akteure feiert und sich den Fragen nach der Materialit\u00e4t der Kommunikation widmet. Gerade die soziologische Klassik hat darauf hingewiesen, dass die Praxis \u00f6ffentlicher Kommunikation durch die technologische Infrastruktur ihrer Verbreitungsmedien strukturiert wird.<\/p>\n<p>So baut bekanntlich J\u00fcrgen Habermas\u2019 <em>Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit<\/em> auf einem medientheoretischen Argument auf, denn den Anfangspunkt dieses Struktur<em>wandels <\/em>bildet gerade ein <em>Medien<\/em>wandel. Erst \u00fcber die neuen medialen Praktiken des Brief- und Tagebuchschreibens wurde eine neue Form von b\u00fcrgerlicher Innerlichkeit einge\u00fcbt: \u201eBriefe schreibend entfaltet sich das Individuum in seiner Subjektivit\u00e4t\u201c (Habermas 1990: 113).<\/p>\n<p>Umgekehrt sind es gerade die privaten Lesegewohnheiten, durch die ein \u00f6ffentliches an der Rationalit\u00e4t des Arguments orientiertes Diskutieren auf Augenh\u00f6he erst salonf\u00e4hig wird. Als kommunikative Infrastruktur entstehen im \u00dcbergang vom Modell der repr\u00e4sentativen \u00d6ffentlichkeit zur b\u00fcrgerlichen \u00d6ffentlichkeit kleine Lesegesellschaften in den architektonisch neuen Salons. Es ist also die Medialit\u00e4t der b\u00fcrgerlichen Kommunikationsstruktur, die diese Praxis mitpr\u00e4gt. Dieses Argument findet sich heutzutage nat\u00fcrlich in all jenen Ans\u00e4tzen, die der Materialit\u00e4t der Dinge einen angemessenen Platz in der Versammlung des Sozialen einr\u00e4umen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr ein Medium, das unsere Alltagskommunikation zwar relativ leise, aber doch ganz entscheidend mitgestaltet, ist die <em>Liste<\/em> \u2013 sei es als einfache Auflistung (Einkaufsliste, To-Do-Liste) oder als serielle Liste (Tabelle, Ranking).<\/p>\n<p>Im Zeitalter des Web 2.0 scheinen wir zunehmend mehr umgeben zu sein von listenf\u00f6rmigen Anordnungen von Inhalten; insbesondere zum Jahreswechsel wird dies deutlich, wenn uns Zeitungsredaktionen mit den Best-Of-Listen der zu h\u00f6renden bzw. zu lesenden B\u00fcchern versorgen.<\/p>\n<p>Interessiert man sich f\u00fcr die kommunikative Infrastruktur der <em>Social Network Site <\/em>Facebook, so stechen auch hier ganz unterschiedliche Listen ins Auge. Fast jeder Klick auf der eigenen Facebookseite \u00f6ffnet oder schlie\u00dft eine listenf\u00f6rmig verlaufende \u00dcbersicht. Facebook konfrontiert uns mit einer Gleichzeitigkeit verschiedener Listen: Kontaktpersonen, Interessen und Vorlieben arrangiert die Benutzeroberfl\u00e4che als Liste; ebenso werden die Aktivit\u00e4ten der <em>User <\/em>in einer Aktivit\u00e4tenliste protokolliert und damit als Chronik dokumentiert; schlie\u00dflich werden auch <em>Postings <\/em>jeden Inhalts und jeder medialen Form sowie darauffolgende Kommentare listenf\u00f6rmig im sogenannten <em>Newsfeed <\/em>angeordnet.<\/p>\n<p>Allen Listen gemeinsam ist deren spezifische mediale Logik.<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> Indem Listen Elemente untereinander anschreiben, also aufz\u00e4hlen, bringen sie diese Elemente in einen semantischen Raum, der sich aber gerade der Logik der Schrift wie auch der Logik der Interaktion entzieht. Listen folgen keiner diskursiven Grammatik, sondern nur dem Additionsprinzip. Auf den ersten Blick liegt genau darin das Besondere der Liste; in ihrer vermeintlichen Einfachheit besteht ihr Reiz. \u00dcber das schlichte Auflisten erm\u00f6glicht sie es, die Komplexit\u00e4t der Welt zu bearbeiten. Listen erz\u00e4hlen zun\u00e4chst nichts, Listen z\u00e4hlen auf.<\/p>\n<p>Welche Effekte haben aber nun diese Listen auf eine post-b\u00fcrgerliche Netzwerkkommunikation? Treibt diese listenf\u00f6rmige Kommunikation gar einen Strukturwandel des \u00d6ffentlichen voran? <a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die unendliche Liste des Newsfeed<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die filternden und vorselektierenden Techniken der Algorithmen, die <em>hinter <\/em>den Listen des Interfaces wirken, kontrovers diskutiert werden, wird die Medialit\u00e4t der Interface-Listen von der Internetsoziologie weitgehend unkommentiert hingenommen. Ein Interesse f\u00fcr die Effekte dieser <em>Hyperlisten <\/em>l\u00e4sst sich erst in j\u00fcngerer Zeit feststellen (vgl. Bachmann 2013).<\/p>\n<p>Die Eigenlogik der medialen Plattform organisiert \u00fcber diese Listen bereits aber eine spezifische kommunikative Selektivit\u00e4t, indem sie nur bestimmte Praktiken erm\u00f6glicht \u2013 und viele andere ausschlie\u00dft. Auf Facebook finden sich sowohl <em>stabile <\/em>als auch h\u00f6chst <em>dynamisch<\/em>e Listen. Die Freundesliste sowie die Gruppen- und Interessenlisten des Facebook-<em>Interfaces <\/em>sind zun\u00e4chst von eher <em>stabilem <\/em>Charakter. Sie unterliegen der Bearbeitbarkeit durch die jeweiligen Nutzer, die dort Personen kategorisieren, sich Gruppen anschlie\u00dfen, oder Veranstaltungen kalendarisch einordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Stabil sind diese Listen in dem Sinne, dass sie eine ordnende <em>Arbeit an der Liste <\/em>erm\u00f6glichen. Als additive Speichermedien implizieren diese Listen deshalb zun\u00e4chst einen ordnenden Schlie\u00dfungsmodus. In der Logik der Datenbank adressiert die Plattform die <em>User <\/em>dementsprechend als Sekret\u00e4re ihrer Alltagskommunikation, die durch aktives Ordnen das Lesen, Filtern und Speichern relevanter Informationen erm\u00f6glichen (Barth\/Stempfhuber 2017).<\/p>\n<p>Der <em>Newsfeed <\/em>oder die Kommentarlisten unter den Beitr\u00e4gen der Nutzer, um die es hier gehen soll, treten wiederum als <em>dynamische Listen <\/em>in Erscheinung. Der <em>Newsfeed <\/em>von Facebook entsteht lediglich dadurch, dass die dort gezeigten <em>Postings<\/em>, Personen oder Gruppen vom <em>User <\/em>einmal f\u00fcr interessant genug gehalten, also entsprechend angeklickt, <em>gelikt <\/em>oder abonniert wurden. Er errechnet sich aber auch nach einem automatischen Algorithmus, der sich nach Aktualit\u00e4t, Aufmerksamkeit und den eigenen Aktivit\u00e4ten permanent neu bildet.<\/p>\n<p>Das Besondere an diesen Listen ist, dass sie ein \u201eWahrnehmbarmachen von etwas Nichtwahrnehmbaren\u201c (Kr\u00e4mer 2008: 84) erm\u00f6glichen, weil sie die algorithmische Dynamik des Netzwerks zur Darstellung bringen. Es ist dieser operative Mechanismus, der die <em>Arbeit der Liste<\/em> ausmacht.<\/p>\n<p>Was <em>Newsfeeds <\/em>zun\u00e4chst recht deutlich von \u201aklassischen\u2018 Listen unterscheidet, ist ihre Volatilit\u00e4t. Jedes neue <em>Posting <\/em>auf Facebook erzeugt eine Ver\u00e4nderung der als Standbild sichtbaren Liste. Diese Listen stabilisieren also einerseits Ordnung, andererseits er\u00f6ffnen sie aber auch einen Raum f\u00fcr Unordnung und Bewegung. Die Liste speichert zwar Ereignisse dauerhaft und ordnet sie chronologisch an, sie bleibt dabei aber zugleich offen, da sie sich auf dem Bildschirm immer wieder neu darstellt, situativ erg\u00e4nzt und verl\u00e4ngert wird. In dieser Dynamik und Unabgeschlossenheit erinnert die Ereignisliste an die unendlichen Listen postmoderner Literaturtheorie (etwa bei Eco 2009).<\/p>\n<p>Einmal eingestellte Inhalte verschwinden zwar nicht, r\u00fccken aber in der Eigenzeit der Liste permanent r\u00e4umlich nach unten. Der <em>Newsfeed <\/em>unterliegt dabei keiner prinzipiellen Schlie\u00dfung, sondern funktioniert in einer Logik des <em>Und<\/em>. Dies f\u00fchrt in der Praxis der Nutzung zu spezifischen Umgangsweisen mit der Startseite von Facebook. F\u00fcr den im Folgenden zitierten <em>User <\/em>ergibt sich aus der Eigenzeit der Liste etwa der Imperativ, nur spezifische Inhalte auf der Startseite einzustellen:<\/p>\n<p>\u201eIch <em>poste<\/em>, was ich grade gefunden hab, was mir gerade in den Kopf kommt, also ich w\u00fcrde sagen, ich benutze das ganz stark so, also das hat auch wirklich nur ne ganz kurze Halbwertszeit, <em>also was gestern bei Facebook passiert ist, ist heute schon wieder total egal<\/em>. Ich glaube diese Witze, Spr\u00fcche, Ding trifft es ganz gut, es ist pointiert, ich kann mir aber auch nichts davon kaufen, dass ich da gestern was Gutes gemacht habe. <em>Die Taktung ist total hoch. <\/em>Und alles, wof\u00fcr ich mich rechtfertigen m\u00fcsste, <em>worauf ich mich festnageln lassen m\u00fcsste, was morgen auch noch interessant sein k\u00f6nnte, ist eigentlich Nichts, was ich im Medium Facebook interessant finde.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Der Nutzer setzt seine Erz\u00e4hlung vor dem Hintergrund einer eigent\u00fcmlich \u201ekurzen Halbwertszeit\u201c der Kommunikation auf Facebook ein. Die Taktung, mit der einzelne kommunikative Offerten in der Liste des <em>Newsfeeds <\/em>(Startseite) aufeinander folgen, erscheint ihm dabei aber extrem hoch. Diese Volatilit\u00e4t des <em>Newsfeeds <\/em>wird von den interviewten Facebook-Nutzern immer wieder thematisiert.<\/p>\n<p>Die spezifische Eigenzeit, die der <em>User <\/em>beschreibt, erzeugt eine Form kommunikativer Gegenw\u00e4rtigkeit, die insbesondere selektive Konsequenzen f\u00fcr Stil und Kommunizierbarkeit von Themen auf Facebook zeitigt. Was hier beobachtet wird, ist der Umstand, dass im <em>Newsfeed <\/em>nicht unbedingt wiederholbare Ansichten und Kontinuit\u00e4ten erwartet werden, sondern eher ein pointiertes kommunikatives Kurzpassspiel.<\/p>\n<p>Die <em>User <\/em>spielen mit den \u00d6ffnungen und Schlie\u00dfungen der Liste. Oder sie scrollen die unendliche Liste des <em>Newsfeeds <\/em>entlang und flanieren gewisserma\u00dfen durch die Meldungen. So meinte ein Interviewter: \u201eMan scrollt durch die Liste \u2013 und ist dann wieder weg\u201c. Bevorzugt werden dementsprechend Darstellungsweisen oder Themen, die sich der Taktung der volatilen Liste f\u00fcgen. Der oben zitierte <em>User <\/em>beschreibt, er wolle sich auf Facebook auf \u201enichts festnageln lassen\u201c. Einer weiteren Nutzerin zufolge existiert ein \u201e\u00fcblicher gemeinsamer Stil\u201c, der die Eintr\u00e4ge in die Listen auf Facebook als <em>beil\u00e4ufig <\/em>ausflaggen muss, um nicht den steten Fluss der Kommunikation zu st\u00f6ren:<\/p>\n<p>\u201eWenn jetzt einer \u2018nen Videolink schickt, wo das Video f\u00fcnf Minuten lang ist, dann \u00fcberlegt man sich schon vorher, ob man jetzt in das Video reinschaut \u00fcberhaupt. Aber so ein vierzig-Sekunden-Ding, des guckst du dir eher mal an. Weil das ist halt so schnell nebenher. Und deshalb denke ich, wenn sich jetzt da einer stellt gegen den Commonsense oder gegen den (Pause) gegen <em>den \u00fcblichen gemeinsamen Stil <\/em>da stellt und sagt: ,Ich schreibe vollst\u00e4ndige S\u00e4tze\u2018, dann l\u00f6st man nur Irritationen aus.\u201c<\/p>\n<p>Eine stark frequentierte oder stilistisch abweichende F\u00fctterung der Liste mit den Inhalten einiger weniger nimmt dem Leser die \u00dcbersichtlichkeit, \u201eh\u00e4lt auf\u201c, \u201est\u00f6rt\u201c. Die zeitliche Logik der Liste l\u00e4uft hei\u00df. Der Kommunikation muss es gelingen, sich in die listenf\u00f6rmige Taktung der Beil\u00e4ufigkeit einzuf\u00fcgen. Gerade Kommunikationspraktiken, die dieser Dynamik \u00fcber ihre diskrete Beil\u00e4ufigkeit Rechnung tragen, werden hiermit funktional.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Diskontinuit\u00e4ten der Kommentarliste<\/p>\n<p>Der <em>Newsfeed <\/em>listet immer wieder andere Kommunikationsofferten im Netzwerk auf. Ein Publikum, das nicht auf Ko-Pr\u00e4senz angewiesen ist, kann diese nun jederzeit kommentieren. Facebook l\u00e4sst sich in diesem Sinne als eine stete Liste von Kommentaren und Kommentaren von Kommentaren lesen.<\/p>\n<p>Im Folgenden wollen wir das an dem Facebook-<em>Post <\/em>eines privaten Profils illustrieren. Ein <em>User <\/em>teilt ein Foto. Dieses Foto zeigt eine Schultafel, die dicht beschrieben eine Buchbesprechung auflistet, die in einer Deutschstunde an einem Gymnasium entstanden ist. Der dazu geh\u00f6rige <em>Post <\/em>lautet: \u201eUnterrichtsstoff Oberstufe: Was an Thomas Meineckes Roman \u201a<em>Tomboy<\/em>\u2018 nervt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/02\/Bild_Facebook_Liste.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6533\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/02\/Bild_Facebook_Liste.png\" alt=\"Bild_Facebook_Liste\" width=\"800\" height=\"529\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/02\/Bild_Facebook_Liste.png 946w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/02\/Bild_Facebook_Liste-300x199.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/02\/Bild_Facebook_Liste-768x508.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><em>Abb. 1: Tomboy<\/em><\/p>\n<p>Der erste Leseeindruck der Kommentarliste liefert den Eindruck vergleichsweise chaotisch assoziierter Kommunikation. Die Liste listet kurze Pointen, Symbol- und Bildzeichen sowie Hypertexte nacheinander auf, die zun\u00e4chst in keinem sichtbaren logischen oder linearen Verh\u00e4ltnis zueinander stehen. Hier springen die Bez\u00fcge zwischen Initial- und Anschluss<em>post <\/em>hin und her und es erscheint zun\u00e4chst v\u00f6llig unklar, auf welche Kommunikationsofferte sich der jeweilige Anschluss bezieht:<\/p>\n<p><em>\u201eHaha\u201c<br \/>\n\u201eKeine Distanz zu Dingen wie Drogenmissbrauch\u201c<br \/>\n\u201eHihihi\u201c,<br \/>\n\u201eStilistisch anstrengend\u201c<br \/>\n\u201eJust say No to Drugs\u201c<br \/>\n\u201eLudwigshafen nervt\u201c,<br \/>\n\u201eFr\u00fcher gabs Max Frisch\u201c,<br \/>\n\u201eGibts auch ne Liste, was nicht nervt?\u201c<br \/>\n\u201eDa k\u00f6nnte man jeden einzelnen Punkt hier als Kommentar posten, mit Ausrufezeichen dahinter\u201c <\/em><\/p>\n<p>Es scheint zun\u00e4chst so, als st\u00fcnden die einzelnen Anschl\u00fcsse alleine da, \u201egeordnet in einer Art Addition, die einem in ihrer Schlichtheit fast als unvermeidlicher Prozess vorkommt\u201c (Goody 2012: 360). Dieser Befund darf nicht als die Klage \u00fcber den Verlust eines emphatischen bzw. dialogischen Kommunikationsbegriffs verstanden werden. Vielmehr liegt in der kontinuierlichen Diskontinuit\u00e4t der Liste ihre kommunikative Anschlussf\u00e4higkeit. Anders als etwa gesprochene Sprache, die durch kontinuierliche und wechselseitige Bezugnahme gepr\u00e4gt ist, handelt es sich bei der Liste um eine \u201enicht-syntaktische Formation untereinander anschreibbarer Posten\u201c (Vismann 2001: 20.)<\/p>\n<p>Die kontinuierlich addierende Logik der Liste beruht demnach eher auf Diskontinuit\u00e4t denn auf Kontinuit\u00e4t. Dies zeigt sich, wenn man die Logik der Liste mit der Logik der Interaktion kontrastiert \u2013 beispielsweise erscheint gegen diese multimedialen Kommentarm\u00f6glichkeiten das Foto der eigenen Kinder im Portemonnaie zur medialen Unterf\u00fctterung von Interaktionen \u00fcber den Familienstand geradezu arm. Auch Interaktionssituationen, in denen wir einfach nur kurz gestanzte Satzfetzen hervorpressen, gelten der (b\u00fcrgerlichen) Kinderstube nach als eher ungew\u00f6hnlich oder werden unter Kunstverdacht gestellt.<\/p>\n<p>Man m\u00f6chte einwenden, dass Kommentarlisten doch ganz oft auch syntaktische Sinnb\u00f6gen hervorbringen. Und in der Tat finden sich immer auch wieder kurze dialogische Argumentationen, narrative Episoden, Techniken des direkten Bezugs, der Anrede, des <em>Likens <\/em>und <em>Taggens <\/em>(Personen mit Namen markieren). Gerade das <em>Liken <\/em>erzeugt immer auch wieder eine wechselseitige Aufmerksamkeits\u00f6konomie. Nicht zuletzt hat Facebook 2013 das <em>Feature <\/em>der direkten Antwort in die Kommentarspalten hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Das schw\u00e4cht jedoch nicht unser Argument, sondern st\u00e4rkt es vielmehr: Techniken wie diese werden im Grunde genommen erst dadurch funktional, dass sich die Logik der Liste immer wieder gegen\u00fcber zu starken Konsistenzerwartungen sperrt. Einerseits entfaltet die Kommentarliste einen Sog der Kommunikation, der sich gerade der Logik der Interaktion immer wieder auch entzieht. Andererseits werden Listenelemente auch nicht einfach listenf\u00f6rmig abgehakt. Die Kommentarliste erzeugt eine eigene kommunikative Ordnung, wenn sie einzelne Kommentare unabh\u00e4ngig von ihrer eigentlichen Bezugnahme auf den Ur-<em>Post <\/em>oder vorherige Kommentare ihrem Erscheinen nach chronologisch anordnet.<\/p>\n<p>Die Diskontinuit\u00e4t der Liste \u00fcberlistet damit die interaktionsspezifischen Prinzipien einer sequenziellen Zug-um-Zug-Abfolge. Die Kommentare der Kommentarliste sind weniger aufeinander bezogen als vielmehr lose nebeneinander gestellt (vgl. auch Bachmann 2013). In diesem Zusammenhang kommen Facebook-Nutzer immer wieder auf einen spezifischen <em>Sound <\/em>auf Facebook zu sprechen. Hierzu eine Interviewpartnerin:<\/p>\n<p>\u201eDie Flapsigkeit des Tons auf Facebook hat ja \u00e4hm auch was damit zu tun, <em>dass man darauf nicht weiter reagiert, <\/em>oder so [&#8230;] Sondern der Ton, der irgendwie <em>ironisch, cool, oberfl\u00e4chlich, entzughaft <\/em>oder so sich selbst erh\u00f6hend f\u00fcr mich ist, der l\u00e4sst es jetzt nicht unbedingt zu in ne Diskussion auf Augenh\u00f6he zu kommen.\u201c<\/p>\n<p>Der Nutzer steigt vor dem Hintergrund ein, dass der flapsige Ton auf Facebook damit zu tun habe, dass man auf Kommunikationsofferten oftmals \u201enicht weiter reagiert\u201c. Gerade die hohe Frequenz des Newsfeeds wird in den Erz\u00e4hlungen zuvor als Grund f\u00fcr diese kommunikative Beil\u00e4ufigkeit markiert. Kommentare werden in den Kommentarlisten oftmals recht schnell additiv aufgelistet, deshalb besteht seitens der <em>User <\/em>aber nicht die Erwartung diese in eine geschlossene Narration \u00fcbersetzen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Logik dieser Schreibpraktiken ist der lediglich beistellende, \u201acoole\u2018 Kommentar, der neue Sinnbez\u00fcge herzustellen vermag, indem er den <em>Post <\/em>oder die vorhergehenden Kommentare ironisch verformt, verfremdet, distanzierend in Frage stellt\u00a0\u2013 oder eben auch ohne jeden Bezug erfolgt. <em>Postings <\/em>und Kommentare k\u00f6nnen sich zwar aufeinander beziehen, aber es ist f\u00fcr den Fortlauf der Kommunikation eher unerheblich, ob sie es tun oder nicht. Entscheidend ist gar nicht, dass \u201esie auf Augenh\u00f6he kommen\u201c.<\/p>\n<p>Dementsprechend stabilisiert sich die kommunikative Erwartungsstruktur auch nicht in der Form des b\u00fcrgerlichen Dialogs oder der schriftlichen Briefwechsels. Derselbe Nutzer f\u00fchrt dazu dann aus, seine Praxis auf Facebook \u00e4hnele einem \u201eKneipengespr\u00e4ch\u201c unter Freunden, das seinen Reiz gerade daraus bezieht, \u201edass es vor Publikum funktioniert\u201c.<\/p>\n<p>Facebook stellt diese Form des Kneipengespr\u00e4chs<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> gewisserma\u00dfen auf Dauer. Was gerade nicht erwartet wird, ist, \u201edass sich da ein ernstes Gespr\u00e4ch entspinnt\u201c (so eine Interviewte). Im folgenden Ausschnitt berichtet ein anderer <em>User <\/em>\u00fcber seine <em>Posting<\/em>-Praktiken auf Facebook und erkl\u00e4rt ebenso, dass es eher un\u00fcblich ist, langwierige Streitgespr\u00e4che und Diskussionen zu f\u00fchren:<\/p>\n<p>\u201eEs war einfach [&#8230;] nicht der Ort irgendwie daf\u00fcr. [&#8230;] teilweise (Pause) hatte ich da auch keinen Sinn dann drin gesehen da jetzt noch mal (lacht), also nochmal wirklich, <em>also so argumentativ durchzuboxen irgendwie mit jemanden. <\/em>Wenn doch irgendwie \u00e4h <em>zwei Minuten sp\u00e4ter irgendwie das n\u00e4chste schon zur Debatte steht <\/em>[&#8230;] ich k\u00f6nnte auch den n\u00e4chsten Kommentar schon irgendwie (Pause) schon immer zum n\u00e4chsten Thema schreiben, weil des n\u00e4chste Thema irgendwie auf alle F\u00e4lle kommt.\u201c<\/p>\n<p>Dass sich Kommentarlisten auf Facebook allzu konsistenten Dialogzumutungen entziehen, ist f\u00fcr die <em>User <\/em>nicht unbedingt ein Problem. Gleichzeitig finden sich auf Facebook nat\u00fcrlich politische Debatten, hier wird regelrecht hitzig argumentiert und gestritten. Im Medium der dynamischen Kommentarliste wird der <em>zwanglosen Zwang des besseren Arguments<\/em> aber immer wieder durch den zwanglosen <em>Post <\/em>konterkariert.<\/p>\n<p>Wirag spricht in Anlehnung an Roland Barthes vom guten <em>Post <\/em>als \u201e<em>haikuistisches Posting<\/em>\u201c (Wirag 2010: 59). Das <em>Haiku <\/em>\u2013 zu Deutsch scherzhafter Vers \u2013 ist pointiert, unbestimmt, an niemanden direkt gerichtet, f\u00fcr sich stehend. Die Kunst des <em>Haiku <\/em>besteht also darin, es durch das \u201ereizvolle Flirren des Signifikanten\u201c in der Schwebe zu halten (vgl. Barthes 1981: 94). Gerade deshalb bedarf es der Kommentierung. Dabei ist aber nicht so sehr entscheidend, <em>was <\/em>kommuniziert wird, sondern vielmehr, <em>dass <\/em>kommuniziert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Listen und Narrative<\/p>\n<p>Sind also die Listen Facebooks die Salons unserer Zeit? Der kommunikative Stil dieser Listen, so legen es zumindest unsere Ergebnisse nahe, entzieht sich immer wieder klassisch b\u00fcrgerlichen \u00d6ffentlichkeitsmodellen. In <em>Newsfeed <\/em>und Kommentarlisten nehmen Kommunikationsofferten oftmals nicht \u00fcber gute Argumente ab, sondern stetig zu, da wir in und durch diese Listen gerade eine neue Halbwertszeit unserer Kommunikation lernen.<\/p>\n<p>Wir werden dabei gleichzeitig damit konfrontiert, dass sich die Kreise unserer Kommunikation dezentral ausbreiten und ein disperses Publikum sich dazu verhalten kann, weil im Umgang der <em>User <\/em>mit dieser listenf\u00f6rmigen Kommunikation gerade geringere Erwartungen an Koh\u00e4renz, Kontinuit\u00e4t und inhaltlicher Reziprozit\u00e4t gestellt werden. Die diskontinuierliche Logik dieser dynamischen Listen des Netzwerks l\u00e4sst deshalb die permanente Revidierbarkeit und Perspektivit\u00e4t unserer Kommunikation erfahrbar werden.<\/p>\n<p>Innerhalb der medialen \u00d6kologie dieser Listen steigt eher die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Praktiken des <em>Kommentierens <\/em>als f\u00fcr Praktiken des <em>Diskutierens<\/em>. Anstelle diskursiver Praktiken des <em>Aufeinanderbezogenseins<\/em>, wird es wahrscheinlicher \u201e<em>Miteinander im Nebeneinander<\/em>\u201c (Bachmann 2013: 130) zu kommunizieren. Dabei gewinnt die <em>phatische <\/em>Dimension der Kommunikation zu Gunsten der <em>argumentativ-negierenden <\/em>Dimension an Bedeutung.<\/p>\n<p>So kommt es auch, dass sich die Diskontinuit\u00e4t unserer untersuchten Facebook-Listen der Logik des Narrativen immer wieder entzieht. Dies muss nicht hei\u00dfen, dass sich nicht auch im <em>Newsfeed <\/em>oder in den unterschiedlichen Kommentarspalten Erz\u00e4hlungen finden lassen. Dort finden sich narrative Episoden, die in der Timeline biographische Konsistenz erzeugen, oder in den <em>Posting<\/em>-Spielen des Kommentierens die Geschichte einer Freundschaft erz\u00e4hlen\u00a0\u2013 und auch das Interface Facebooks kennt die Anrufung des Nutzers als Erz\u00e4hler.<\/p>\n<p>Die Gegen\u00fcberstellung von einer Logik der Narration und einer Logik der Liste hat dabei vor allem einen heuristischen Sinn. Der <em>Newsfeed <\/em>und die Kommentarlisten <em>erz\u00e4hlen <\/em>aber eben nicht unbedingt eine <em>konsistente <\/em>Geschichte im klassischen Sinne, sondern sie <em>z\u00e4hlen <\/em>lediglich Ereignisse auf.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Gerade die <em>Digital Humanities <\/em>haben betont, das digitale Zeitalter totalisiere das Additive, das Z\u00e4hlen und das Z\u00e4hlbare, aber es erz\u00e4hle eben nicht (vgl. Manovich 2001). Diese Diagnose, die eine Logik der Datenbank gegen die Logik des Narrativen in Stellung bringt, hat seitdem einige Popularit\u00e4t erfahren. Das Digitale lasse unsere Geschichten nicht als konsistente Geschichte erfahrbar werden, man m\u00fcsse deshalb die \u201eAlgorithmen wieder in Narration\u201c \u00fcbersetzen (Schirrmacher \/ Kluge: 2010).<\/p>\n<p>Man kann diesen gro\u00dfen S\u00e4tzen mit guten Gr\u00fcnden skeptisch gegen\u00fcberstehen. Unsere Ergebnisse zeigen hingegen im Kleinen, dass sich an diesen Listen weder der Verfall einer digitalen \u00d6ffentlichkeit noch deren telematisches Pfingstwunder ablesen l\u00e4sst, sondern eher ein geradezu l\u00e4ssiges Ein\u00fcben von Diskontinuit\u00e4ten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Ein kurzer Blick in die Sozial- und Kulturwissenschaften zeigt ein zunehmendes Interesse an Listen und ihren unterschiedlichen Formaten. F\u00fcr die Literaturwissenschaft hat Jack Goody (1977) eindrucksvoll nachgewiesen, dass die Erfindung der Schrift im fr\u00fchen Mesopotamien nicht literarischen Werken zuzurechnen ist, sondern dem Gebrauch administrativer Listen. Die Listen sind es, die Europa zun\u00e4chst als eine \u201eKultur der Sekret\u00e4re\u201c hervorbringen (Siegert\/Vogl 2003). Man findet sie als Aufzeichnungsformat im modernen Rechtssystem (Vismann 2001), in Archiven (Ebeling\/G\u00fcnzel 2009) sowie im Rahmen von Kategorisierungspraktiken (Bowker\/Star 2000). In der Literaturwissenschaft l\u00e4sst sich seitdem das listenf\u00f6rmige Aufz\u00e4hlen auch als poetologische Praktiken in den Blick nehmen (Mainberger 2003). Und in der Organisationssoziologie geht man davon aus, dass \u00fcber die Praktiken des Bewertens und Rankens die Vermessung der Welt in der organisatorischen Lesbarkeit von Zahlen, Tabellen und Listen grundiert wird (etwa Vollmer 2013). Hier werden Listen als Technik in den Blick genommen. Gerade in Organisationen werden sie zu einer universellen Technik, der es erfolgreich gelingt, die Kontingenzen des Entscheidens zu bearbeiten. Besonders prominent wiederum adressiert die Wissenssoziologie die Liste als komplexes \u201eepistemisches Objekt\u201c (Knorr-Cetina 2001). Durch die Praktiken des Aufschreibens, Visualisierens und Einschreibens in das Inskriptionsmedium der Liste wird nicht nur das Labor zum Kalkulationszentrum der modernen Wissenschaften (Latour 1987), sondern die Liste selbst zu einer Metapher des Sozialen (vgl. St\u00e4heli 2011).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Dieser Text ist eine stark gek\u00fcrzte Version von: Wagner, Elke \/ Barth, Niklas (2016): &#8222;Die Medialit\u00e4t der Liste. Digitale Infrastrukturen der Kommunikation&#8220;, in: Herbert Kalthoff, Torsten Cress ,Tobias R\u00f6hl (Hrsg.): Materialit\u00e4t. M\u00fcnchen: Wilhelm Fink, S. 343-359.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[3]<\/a> Der Historiker Philipp Felsch hat darauf aufmerksam gemacht, dass im Werk Niklas Luhmanns gerade solche Formen von \u201eGerede\u201c, also \u201egr\u00f6\u00dfere Parties\u201c und \u201eDiskussionen in Bars\u201c, als Beispiele ins Feld gef\u00fchrt werden, um die Idee einer idealen Sprechsituation zu konterkarieren. Felsch verweist darauf, dass Luhmann in diesem Zusammenhang systematisch die Arbeiten der amerikanischen Ethnologin Sherri Cavan zitiert. In Cavans Ethnographie des Nachtlebens erkannte Luhmann exemplarische Situationen, in denen zwar das Aufnehmen und Beenden von Kontakten erleichtert ist, es jedoch in keinster Weise darum ging, Wahrheitsanspr\u00fcche zu diskutieren oder gar einen Konsens zu erzielen. Vielmehr lag deren sozialer Sinn gerade in der Kontaktaufnahme selbst (vgl. Felsch 2015, S.232).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Die eigentlichen Erz\u00e4hler, so f\u00fchrt Roberto Simanowski aus, s\u00e4\u00dfen deshalb nicht im Front-End des Interfaces, sondern im Back-End, wo die Daten des Netzwerks miteinander gekreuzt werden und sich zum Profil eines jeden Einzelnen und zum Beziehungsnetz der Vielen verdichten (vgl. Simanowski 2014, S. 67 f.). Erst die \u201enarrative Beziehungslosigkeit der Daten\u201c, so Simanowksi weiter, \u201eist Garantie ihrer Vollz\u00e4hligkeit, denn wenn es keine Geschichte zu erz\u00e4hlen gibt, kann es auch keine Daten geben, die aus ihr herausfallen\u201c (ebd., S. 68).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur<\/p>\n<p>Bachmann, G\u00f6tz (2013): Listen, Zeit und Atmosph\u00e4ren. Die Kommentarlisten der japanischen Videoplattform <em>Nico Nico Douga. <\/em>In: Passoth, Jan-Hendrik\/Wehner, Josef (Hg.): Quoten, Kurven und Profile. Zur Vermessung der sozialen Welt. Wiesbaden: VS, S.115\u2013143.<\/p>\n<p>Barth, Niklas \/ Stempfhuber, Martin (2017): Alltagssekret\u00e4re. Der Like-Button und die Praktiken der Ordnung auf der SNS Facebook, in: \u00d6sterreich Z Soziol 42, S. 45\u201364.<\/p>\n<p>Barthes, Roland (1981): Das Reich der Zeichen. Frankfurt\/Main: Suhrkamp.<\/p>\n<p>Bowker, Geoffrey C.\/Star, Susan L. (2000): Sorting Things out. Classification and its Con- sequences. Cambridge, Mass.: MIT Press.<\/p>\n<p>Dolezalova, Lucie (Hg.) (2009): The Charm of a List. From the Sumerians to Computeri-<\/p>\n<p>Eco, Umberto (2009): Die unendliche Liste. M\u00fcnchen: Carl Hanser.<\/p>\n<p>Ebeling, Knut\/G\u00fcnzel, Stephan (Hg.) (2009): Archivologie. Theorien des Archivs in Philosophie, Medien und K\u00fcnsten. Berlin: Kadmos.<\/p>\n<p>Felsch, P. (2015). Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960\u20131990. M\u00fcnchen: C.H.Beck.<\/p>\n<p>Goody, Jack (1977): The Domestication of the Savage Mind. Cambridge: Cambridge University Press.\u2028Goody, Jack (2012): Woraus besteht eine Liste? In: Zanetti, Sandro (Hg.): Schreiben als Kulturtechnik. Berlin: Suhrkamp, S. 338\u2013397.<\/p>\n<p>Kalthoff, Herbert (2004): Finanzwirtschaftliche Praxis und Wirtschaftstheorie. Skizze einer Soziologie \u00f6konomischen Wissens. In: Zeitschrift f\u00fcr Soziologie 33 (2): 154-175.<\/p>\n<p>Knorr-Cetina, Karin (2001): Objectual Practice. In: Schatzki, Theodore\/Knorr Cetina, Karin\/Savigny, Eike von (Hg.): The Practice Turn in Contemporary Theory. New York: Routledge, S.175\u2013188.<\/p>\n<p>Kr\u00e4mer, Sybille (2008): Medien, Boten, Spuren. Wenig mehr als ein Literaturbericht, in: Muenker, Stefan\/Roesler, Alexander (Hg.): Was ist ein Medium? Frankfurt\/Main: Suhrkamp, S. 65\u201391.<\/p>\n<p>Latour, Bruno (1987): Science in Action. How to Follow Scientists and Engineers through Society. Harvard: Harvard University Press.<\/p>\n<p>Manovich, Lev (2001): The Language of New Media. Cambridge: MIT Press.\u2028Nassehi, Armin (2006): Der soziologische Diskurs der Moderne. Frankfurt\/Main: Suhrkamp.<\/p>\n<p>Siegert, Berhard\/Vogl, Joseph (2003): Europa. Kultur der Sekret\u00e4re. Berlin: Diaphanes.<\/p>\n<p>Simanowski, Roberto. 2014. Selbsterkenntnis und Dokumentation im Zeitalter ihrer mechanischen Produktion. Facebooks Tagebuch. In: Dokument, F\u00e4lschung, Wirklichkeit. Theater der Zeit, hrsg. Boris Nikitin, Carena Schlewitt und Tobias Brenk, 60-76. Berlin: Theater der Zeit<\/p>\n<p>St\u00e4heli, Urs (2011): Das Soziale als Liste. Zur Epistemologie der ANT. In: Balke, Friedrich\/Muhle, Maria\/Sch\u00f6ning, Antonia von (Hg.): Die Wiederkehr der Dinge. Kaleidogramme Band 77. Berlin: Kadmos, S.83\u2013103.<\/p>\n<p>Vismann, Cornelia (2001): Akten. Medientechnik und Recht. Frankfurt\/Main: Fischer.<\/p>\n<p>Vollmer, Hendrik (2013): Fantastische Zahlen. In: Passoth, Jan-Hendrik\/Wehner, Josef (Hg.): Quoten, Kurven und Profile. Zur Vermessung der sozialen Welt. Wiesbaden: Springer VS, S.27\u201345.<\/p>\n<p>Wirag, Lino (2010): Postdemokratie. Zur Genealogie und Poetologie des Postens. In: Porombka, Stephan\/Mertens, Mathias (Hg.): Statusmeldungen. Schreiben in Facebook. Salzhemmendorf: Blumenkamp, S. 50\u201363.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prof. Dr. Elke Wagner und Niklas Barth arbeiten am DFG-Projekt \u201e\u00d6ffentlichkeit und Privatheit 2.0. Die medialen Bedingungen der Praxis von Publika in Social Networking Sites\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soziale Medien und die Kommunikationsform der Liste<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[701,1393,2164],"class_list":["post-6529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-facebook","tag-liste","tag-social-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6529"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6529\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}