{"id":6564,"date":"2017-03-06T22:46:16","date_gmt":"2017-03-06T20:46:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6564"},"modified":"2017-03-06T22:46:16","modified_gmt":"2017-03-06T20:46:16","slug":"kraftwerk-als-musterbeispiel-fuer-pop-konzeptevon-thomas-hecken6-3-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/03\/06\/kraftwerk-als-musterbeispiel-fuer-pop-konzeptevon-thomas-hecken6-3-2017\/","title":{"rendered":"Kraftwerk als Musterbeispiel f\u00fcr Pop-Konzeptevon Thomas Hecken6.3.2017"},"content":{"rendered":"<p>Tour de Force<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[zuerst erschienen in: Dirk Matejovski (Hg.): Kraftwerk &#8211; Die Mythenmaschine. Konzeption und \u00c4sthetik eines popmusikalischen Gesamtkunstwerks, D\u00fcsseldorf University Press,\u00a0D\u00fcsseldorf 2016, S. 53-69.]<\/p>\n<p>Zum Arbeitsprinzip der Gruppe Kraftwerk geh\u00f6rt es, die Aussagen lexikalisch einfach zu halten. Auf der Autobahn wird gefahren, ein Model sieht gut aus. Mit dem Imperativ jener Zeit, in der die Gruppe sich bildet und eine ganze Reihe ihrer Platten aufnimmt, kann Kraftwerk offenkundig nichts anfangen: Sich gegen Einordnungen, Schlagworte, Definitionen, herrschenden Sprachgebrauch, konventionelle Attribute zu wehren. Der alternativen Anforderung, es flie\u00dfen zu lassen und sich auf den anderen in langen Gespr\u00e4chen einzuschwingen, kreativ zu spielen und das Offene zu suchen, setzen sie indiskutable, abschlie\u00dfende Benennungen entgegen, hierin ihren Altersgenossen in den K-Gruppen wesentlich n\u00e4her als der k\u00fcnstlerischen Rock-Szene, der sie widerstrebend angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;YF1B4smQL7s&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Der Unterschied zu den Maoisten und Stalinisten liegt nat\u00fcrlich darin, dass Kraftwerks Aussagen nicht kapitalismuskritisch oder \u00fcberhaupt politisch ausfallen. Mit ihren Aussages\u00e4tzen kann man auch keine Zeitschriften und Programme f\u00fcllen. Sie sind knapp, unkritisch, kindlich, allerdings nicht auf hippiem\u00e4\u00dfige Weise kreativ-kindlich, sondern blo\u00df kindbezogen in der Art, wie Eltern und Erzieher Kindern Worte beibringen: Schau, das ist ein Model, sie sieht gut aus.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Kraftwerk - Das Model,  Na Sowas - ZDF German Television (original transmission 29\/03\/1982)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/84YCcDY4coU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Deshalb f\u00fchle ich mich bestens gerechtfertigt zu sagen: H\u00f6r und sieh und lies Kraftwerk, das ist Pop. Was g\u00e4ngige wissenschaftliche Praxis ist \u2013 Begriffe definieren, das Besondere im Allgemeinen aufgehen oder verschwinden zu lassen \u2013, dagegen d\u00fcrfte die Gruppe im Unterschied zu Hermeneuten, Adorniten, Poststrukturalisten, Dekonstruktivisten, individuell gesinnten K\u00fcnstlern aller Art aus konzeptuellen Gr\u00fcnden nicht nur keine Einw\u00e4nde haben, sondern m\u00fcsste solch ein rubrizierendes Verfahren geradezu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Damit gelangt meine Treue zur Gruppe freilich schon an ihr Ende. Ich werde, ganz im Unterschied zu Kraftwerk, viele Worte machen \u2013 viele Worte um etwas, was sich vielleicht von selbst versteht. So scheint es zumindest, wenn man Artikel zu Kraftwerk liest. Auf pitchfork.com hei\u00dft es: \u201ethey\u2019re pop\u201c. Das kommt dem Stil der Gruppe sehr nahe: \u201aSie hei\u00dfen Kraftwerk und sie sind Pop.\u2018 Erl\u00e4uternd wird aber leider von pitchfork.com angef\u00fcgt: \u201eKraftwerk produced music that worked as both experimental museum piece and a dancefloor (or living room) beacon.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Das ist schon zu lang f\u00fcr eine Kraftwerk-Aussage. Unklar bleibt zudem, was daran Kraftwerk zum Pop-Ph\u00e4nomen macht: nur die Tanzbarkeit oder doch die Verbindung von musealem Experiment und Dancefloor.<\/p>\n<p>Schauen wir darum nach konservativer Vorgehensweise, der auch Kraftwerk vertraut, im Lexikon nach. Der Duden hilft jedoch auch nicht recht weiter. In seiner Onlineausgabe steht beim Eintrag \u201ePop\u201c unter der \u00dcberschrift \u201eBedeutungen\u201c als erste Angabe: \u201eGesamtheit von Popkunst, -musik, -literatur usw.\u201c Die zweite Angabe lautet: \u201ePopmusik\u201c. Geht man zum speziellen Eintrag \u201ePopmusik\u201c, bestimmt der Duden: \u201emassenhaft verbreitete popul\u00e4re Musik bzw. Unterhaltungsmusik unterschiedlicher Stilrichtungen (wie Schlager, Song, Musical, Folklore, Funk u.a.)\u201c. Das l\u00e4sst sich schwer in eine gute Liedzeile bringen: \u203aSie ist eine Popgruppe und sie ist eine Gesamtheit und unterschiedliche Stilrichtungen usw. u.a.\u2039<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;5c81X6BiI0Y&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Viel besser klingt da schon: \u201aSie ist eine Popgruppe und steht hoch in den Charts\u2018. Das w\u00e4re wohl zudem ein zuverl\u00e4ssiger Indikator, \u00fcberpr\u00fcfbare Daten und Zahlen bestimmten \u00fcber die Pop-Zugeh\u00f6rigkeit. Bei Kraftwerk steht einiges in den Annalen: die Single \u201eAutobahn\u201c: Platz 11 in den amerikanischen Billboardcharts, \u201eRadio-Aktivit\u00e4t\u201c: Nr. 1 in der franz\u00f6sischen Hitparade, \u201eDas Model\u201c in englischer Version Platz 1 der dortigen Charts, zudem viele goldene Schallplatten f\u00fcr LP-Ver\u00f6ffentlichungen. Charts gibt es allerdings auch f\u00fcr Klassik-Einspielungen, Sachb\u00fccher, Intellektuelle etc. Deren Spitzenreiter m\u00fcsste man ebenfalls zum Pop-Sektor schlagen, wenn man Pop strikt als Chartph\u00e4nomen bestimmte. Aber m\u00f6chte man wirklich Heinz Buschkowsky, Papst Benedikt XVI., Anne-Sophie Mutter, G\u00fcnther Grass als Pop-Vertreter einstufen?<\/p>\n<p>Falls man deshalb weitergehen will und Pop als reines Chartph\u00e4nomen hinter sich l\u00e4sst, bieten sich andere Eigenschaften als Bestimmungsgr\u00f6\u00dfen an. Jugendlichkeit z.B. Die Bindung an den Teenager ist historisch gesehen der entscheidende Absto\u00dfungspunkt gewesen, Pop von \u201apopular culture\u2018 und \u201apopular music\u2018 zu trennen. Pop konnte zwar \u2013 im Sinne starker massenmedialer Verbreitung und hoher Verkaufszahlen \u2013 popul\u00e4r sein, wie an Elvis und den Beatles leicht zu sehen, war aber dennoch von allgemeiner Beliebtheit, volksmythologischer Bindung und hegemonialer Akzeptanz wegen der exklusiven Bindung an eine vergleichsweise macht- und traditionslose K\u00fcnstler- und Publikumsschicht \u2013 den jungen Musiker, den Teenagerfan \u2013 weit entfernt.<\/p>\n<p>Auch Kraftwerk haben einmal so angefangen, allerdings bereits bezeichnenderweise eine kleine Altersstufe h\u00f6her, beim gymnasialen Post-Pubertierenden und studentischen Twen, der sich f\u00fcr Rock und politisierte Avantgardekunst interessiert. Zeichnete sich mit der damals h\u00e4ufig zu h\u00f6renden Entgegensetzung von kommerziellem Pop und progressivem Rock der Abschied vom Teenager, wenn auch noch nicht von jugendlichem Rebellentum, ab, hat sich heute die Lage noch viel st\u00e4rker ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Kraftwerks Gang in die Museen ist nur das offizielle, institutionelle Anzeichen jener Musealisierung und Archivierung der Pop- und Rockmusik, die sowohl von Feuilletonisten als auch von kommerziellen Unternehmen erfolgreich vorangetrieben wird und der selbst j\u00fcngere H\u00f6rer keineswegs abgeneigt gegen\u00fcberstehen. Letztere spielen aber l\u00e4ngst nicht mehr eine bedeutende Rolle. Die Teenager und Twens der vorherigen Jahrzehnte sind mit dem Erreichen einstmals symbolisch wichtiger Altersstufen \u2013 \u201etrau keinem \u00fcber 30\u201c \u2013 nicht ihren Vorlieben untreu geworden. Weder scheuen sie kategorisch vor neueren Mini-Trends im zeitgen\u00f6ssischen Pop-Bereich zur\u00fcck, der mittlerweile wie bereits in den 1980er Jahren der Jazz im Zeitalter der Nachgeschichte und Kristallisation angekommen ist, noch \u00fcberlassen sie das Studium der Popgeschichte der 1960er ff. Jahre interessierten Nachgeborenen. Eine ungeheure F\u00fclle an Wiederver\u00f6ffentlichungen, Zitaten, Remixen, Werkeditionen, R\u00fcckblicken steht daf\u00fcr ein.<\/p>\n<p>Viele derjenigen, die von den Ma\u00dfgaben des Gegenw\u00e4rtigen bei ihren Pop-Betrachtungen nicht lassen wollen, bemerken heutzutage wohl mehr unbewusst als bewusst die schwierige Lage, in die sie sich hineinbegeben. Ihren Versuch einer L\u00f6sung kann man sehr gut an ihren Ausf\u00fchrungen zu Kraftwerk studieren. In der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c hie\u00df es anl\u00e4sslich der MoMA-Aufritte der Gruppe: \u201eKraftwerk haben seit Jahrzehnten keine neue Musik mehr aufgenommen. Stattdessen haben sie ihr bestehendes Werk laufend aktualisiert, hier und dort die Akzente verschoben, da eine neue Basslinie eingef\u00fcgt. Das Ergebnis ist Musik, die \u00fcber weite Strecken fast schockierend neu klingt.\u201c<\/p>\n<p>Der j\u00e4he \u00dcbergang von \u201ehier und dort die Akzente verschoben\u201c zu \u201efast schockierend neu\u201c zeigt auf kom\u00f6diantische Weise den \u00dcbersprung, den die Gegenwarts- und Modernit\u00e4tsverfechter vollziehen m\u00fcssen, um ihre Pop-Exklusion dann doch nicht zu weit ausgreifen zu lassen. Allein die Angabe \u201efast schockierend neu\u201c reicht aus, um das deutlich zu belegen: Entweder ist es ein Schock oder nicht, zum Schock geh\u00f6rt es, dass er nicht graduierbar ist. \u201eFast schockierend\u201c ist ein sehr angemessener Ausdruck f\u00fcr die Probleme der Gr\u00fcndung von Pop auf eine Gegenw\u00e4rtigkeit, die mehr sein soll als die Anzeige, das etwas gerade hergestellt oder aufgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Das \u201afast\u2018 macht sich denn auch sofort im n\u00e4chsten Absatz des Artikels bemerkbar. Nun missf\u00e4llt dem Autor, dass H\u00fctter \u201edie Musealisierung des eigenen Werks mit einer Entschlossenheit\u201c betreibe, \u201edie irgendwann pedantisch wirken wird. \u201aHarrisburg \u2013 Sellafield \u2013 Tschernobyl\u2018 hei\u00dft es in \u201aRadioactivity\u2018. Fukushima kommt nicht vor.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;OPhUWrQx1zY&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Den Kraftwerk-Anh\u00e4ngern, die den Gegenw\u00e4rtigkeits-Ma\u00dfst\u00e4ben verpflichtet sind, bleibt folgerichtig nichts anderes \u00fcbrig, als die Einstufung im h\u00f6heren Bereich der Skala vorzunehmen. Im \u201eNew Yorker\u201c kommt das \u201afast\u2018 bei den Auftritten der Gruppe im MOMA nicht vor: Kraftwerks Songzeilen und \u201elullaby\u201c-Melodien \u201ecould be dropped, without change, into any modern pop song and sound appropriate to even the savviest listener. H\u00fctter says that the band is working on a new album, though that seems entirely unnecessary at this point. Their old is still our new.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Das ist zwar unzweifelhaft als hohes Lob gemeint, bringt aber die Pop-Bestimmung in Schwierigkeiten. Die Lobesformel entstammt einem anderen Register, dem des Klassischen \u2013 der Ansicht, dass ein Werk in h\u00f6chstem Ma\u00dfe gelungen ist, wenn es die Zeiten \u00fcberdauert, ja, ewig neu wirken werde. Wenn es jedoch klassisch ist, kann es kein Pop-Ph\u00e4nomen im Sinne besonderer Zeitgenossenschaft sein; beides zugleich ist f\u00fcr die Verfechter der Pop-Gegenwart nicht zu haben.<\/p>\n<p>Greifen wir deshalb einen anderen, vielleicht einfacheren Hinweis des \u201eNew Yorker\u201c auf, das Wort vom \u201emodern pop song and sound\u201c. Kraftwerk selbst stimmen dem offenkundig zu. Sie sprechen in ihren St\u00fccken ab und zu vom \u201eElectro Pop\u201c. Auf die Frage, was Kraftwerk von Industrialbands unterscheide, antwortet H\u00fctter im gleichen Interview: Ihre Musik sei \u201eeinfacher und poppiger, leichter verst\u00e4ndlich.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Damit ruft H\u00fctter einen zentralen Topos der Rede \u00fcber Popul\u00e4rkultur auf: Eing\u00e4ngigkeit, leichte Verst\u00e4ndlichkeit, im Laufe einer langen Geschichte seit der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts mal negativ gefasst als simple, standardisierte, geistfeindliche Unkultur, mal positiv gew\u00fcrdigt als sinnlich ansprechende, organisch gewachsene, reiche Volkskultur. Ein Topos, der seit Elvis und Little Richard ebenfalls gerne f\u00fcr den Rock\u2019n\u2019Roll und seine Nachfahren verwendet wird.<\/p>\n<p>Musikalisch kommt das Einfache nach \u00dcberzeugung vieler Popul\u00e4rkulturverfechter oder -ver\u00e4chter gern mit geraden Metren, einer einpr\u00e4gsamen Melodie und der Abfolge Strophe\/Refrain daher. Mitsamt elektronischen Instrumenten w\u00e4re das also besagter Electro Pop. H\u00e4lt man sich wiederum an die Aussagen der Musiker selbst, ist das jedoch keine tragf\u00e4hige Arbeitsgrundlage. Eine erste Besonderheit kann zwar noch gut eingepasst werden: der h\u00e4ufig artikulierte Anspruch, eine \u201estilistisch eigenst\u00e4ndige moderne Unterhaltungsmusik\u201c zu schaffen, die \u201eihre Urspr\u00fcnge in der eigenen [deutschen] Kultur\u201c habe. Wolfgang Fl\u00fcr verweist in diesem Zusammenhang auf die \u201eBasis unserer romantischen Volksliedtradition\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Eine zweite Eigencharakterisierung weist aber \u00fcber die einfache Lied-Bestimmung entschieden hinaus. Ralf H\u00fctter: \u201eSongs. Schon das Wort allein. \u00dcbel.\u201c Dagegen: \u201eKlangkompositionen. Kling Klang Kompositionen. Das ist richtig. Singende Autos, Z\u00fcge, klingende Metalle.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Ersetzung der Abfolge Strophe\/Refrain durch anders angeordnete, aufeinanderfolgende Kl\u00e4nge, bei Kraftwerk selbstverst\u00e4ndlich keineswegs nur die Kl\u00e4nge vertrauter Instrumentalmusik, sondern moderne, oft technische Alltagsger\u00e4usche: Taschenrechner, Autos, aber auch Samples des Atmens des Radfahrers. \u201eWir wollten an die traditionellen St\u00e4tten der futuristischen Musik zur\u00fcckkehren, nach Bologna, nach Padua. \u201aThe Art of Noise\u2018 ist in der Gegend von Leuten wie Roussollo [sic] begr\u00fcndet worden\u201c, f\u00fchrt H\u00fctter (ebd.) unmissverst\u00e4ndlich aus.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;BYPXAo1cOA4&#8243; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Damit ist der Anspruch der Gruppe, sich an anderen Prinzipien als denen von Tin Pan Alley, Brill Building, aber auch von Lennon\/McCartney auszurichten, deutlich erkl\u00e4rt. Im Unterschied zu den Futuristen jedoch agiert Kraftwerk wesentlich vorsichtiger. An eine versuchte Aufhebung des musikalisch-k\u00fcnstlerischen Werks im Medium der Alltagsger\u00e4usche ist nicht gedacht. Die futuristische Bindung der avantgardistischen Bem\u00fchungen an das Ziel, die entgrenzte Kunst in der Intensit\u00e4t des hochtechnisierten modernen Krieges, in der martialischen Geschwindigkeit und Au\u00dferallt\u00e4glichkeit aufgehen zu lassen, wird nicht einmal ansatzweise angestrebt. \u201eBoing Boom Tschak\u201c kommt Marinettis befreiten Worten nur scheinbar nahe, der Verzicht aufs Verb und Adjektiv dient Kraftwerk aber nicht der Tempoversch\u00e4rfung, sondern roboterhaftem Gleichmut.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;u1Yld7wGWEI&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Noch \u00e4rger \u2013 aus futuristischer Sicht \u2013 \u201eAutobahn\u201c: Staus oder die zur Ver\u00f6ffentlichung des St\u00fccks aktuelle sonnt\u00e4gliche Sperrung nach dem sog. \u00d6lpreisschock gibt es bei Kraftwerk zwar keine, die musikalische \u201aFahrt\u2018 und die Dehnung der Silben legt jedoch eine Geschwindigkeit von h\u00f6chstens vierzig Stundenkilometern nahe.<\/p>\n<p>Aus ebenfalls vollkommen unfuturistischer Quelle stammt eine andere Beschreibung, die auf einen Bruch mit der vertrauten Liedstruktur hinausl\u00e4uft: \u201eWir haben viel experimentiert mit Echoloops, Oszillatoren, angefangen mit einfachen Mitteln, das hat sich dann aufgebaut und entwickelt.\u201c Von der \u201aEntwicklung\u2018 f\u00fchrt der semantische Weg wenig \u00fcberraschend zur alten volkskulturellen Metapher des Organisch-Nat\u00fcrlichen: \u201eWir haben das immer als eine Art elektronischen Garten bezeichnet, der auch pflanzlich wirkt.\u201c (ebd.) Oder \u00fcber zwanzig Jahre sp\u00e4ter: \u201eKraftwerk is a living organism [\u2026]\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>.<\/p>\n<p>Immerhin, das Organische verbindet sich bei Kraftwerk nicht mit den aristotelischen Ideen eines definitiven Abschlusses. Futuristisch ist das nicht \u2013 Serialit\u00e4t, Addition, Minimalismus vertragen sich schlecht mit kriegerischen Ausnahmezust\u00e4nden \u2013, aber zweifellos modern. Bei diesem Punkt befindet sich auch das Vokabular der Gruppe auf jenem zeitgen\u00f6ssischen Stand, den ihre St\u00fccke teilweise anzielen: \u201eWe also have structure that\u2019s very minimal, so it\u2019s not drama. It\u2019s more modular, minimal. It\u2019s components, it\u2019s conceptual. There\u2019s development, gradual. Whereas in classical music there is drama. That\u2019s not our thing.\u201c (Ebd.)<\/p>\n<p>Wie geht das aber mit der Popmusik zusammen? Minimale Graduierungen vertragen sich nur schlecht mit geschlossenen aristotelischen Formen und Gustav Freytags Dramenmuster, sie stehen auch f\u00fcr eine konzeptuelle Aufl\u00f6sung jener Liedform ein, die von vielen als konstitutiv f\u00fcr Pop angesehen wird. Michael Rother, das kurzzeitige Mitglied der Gruppe, weist in einem Interview mit dem \u201eNew Yorker\u201c 2012 zudem darauf hin, dass er selbst und Ralf H\u00fctter in punkto Melodie und Harmonik von einer Vorliebe gepr\u00e4gt seien, \u201ethat was not based on blues or the structure of American-British pop music.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Der Weg zum Pop, und sei es Electro Pop, scheint demnach musikanalytisch versperrt.<\/p>\n<p>H\u00fctter h\u00e4lt jedoch noch eine andere M\u00f6glichkeit parat. Er verweist auf die Brauchbarkeit Kraftwerks im Pop- und Disco-Zusammenhang: \u201eVielleicht waren wir zu Zeiten von \u201aRalf &amp; Florian\u2018 mehr noch von Ger\u00e4uschen fasziniert, aber bei \u201aAutobahn\u2018, da steckt doch schon im Wort Bewegung drin. Eigentlich war alle Musik immer zum Tanzen. [\u2026] Wir haben unsere St\u00fccke selten nur auf Atmosph\u00e4re aufgebaut.\u201c H\u00fctter h\u00e4lt Kraftwerk sogar in gewisser Hinsicht f\u00fcr funky: \u201eVielleicht so funkig wie ein Computer sein kann.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Die Selbsteinsch\u00e4tzung ist eindrucksvoll best\u00e4tigt worden. Als Kronzeuge fungiert Afrika Bambaataa. \u201eWow! Something\u2019s here that\u2019s very funky, and I got to play it for my audience\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> \u2013 so Bambaataas Erinnerung an das Jahr 1981, als St\u00fccke von \u201eComputer World\u201c h\u00e4ufiger auf New Yorker Radiosendern wie Kiss FM gespielt wurden. Zusammen mit dem Produzenten Arthur Baker hat Bambaataa schnell darauf f\u00fcr seine Single \u201ePlanet Rock\u201c den Beat von \u201eNummern\u201c und eine Tonfolge von \u201eTrans Europa Express\u201c benutzt.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;9lDCYjb8RHk&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Auf die Frage, wie sich Kraftwerk diese Anerkennung bei Hip-Hoppern wie sp\u00e4ter auch bei amerikanischen Techno-Pionieren erkl\u00e4ren, antwortet H\u00fctter vorsichtig: \u201eDas m\u00fc\u00dfte man die Schwarzen fragen, was sie an unserer Musik so fasziniert. Vielleicht ist es der Futurismus.\u201c Mit Blick auf die eigene Seite hei\u00dft es im gleichen Atemzug aber ganz entschieden: \u201e[D]as haben wir immer gesagt, da\u00df Computermusik eine lebendige Musik ist.\u201c Die \u201afunky\u2018-Rezeption wird als sp\u00e4te Best\u00e4tigung dieser These aufgenommen: \u201eFr\u00fcher wurden wir immer kritisiert: kalt, langweilig, stur, starr, auch deutsch. Da empfindet man Genugtuung, da\u00df eine Soul-Hochburg wie Detroit auch Techno-Hochburg sein kann. Wir haben das immer vorhergesehen. Auch, da\u00df schwarze Soulmusik technizide Z\u00fcge tragen kann.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Dagegen muss man freilich einwenden, dass es weder Futurismus noch Vorhersagekraft braucht, um die Technikaffinit\u00e4t einiger Soulmusiker und ihre N\u00e4he zum konzeptuellen Minimalismus zu bemerken, eine kurze Erinnerung z.B. an James Brown und Sly Stone reicht schon aus. Wie immer man das aber qualitativ oder mit Blick auf deutsche Eigenschaften beurteilen mag, bemerkenswert ist in jedem Fall, dass all diese Varianten von den meisten Sprachbenutzern zur Popmusik geschlagen wurden \u2013 Detroit Soul, Techno, Hip-Hop, Adaptionen romantischer Liedtraditionen und futuristischer Kl\u00e4nge, Einfaches und Komplexes,\u00a0 geschlossene Formen und minimalistische, potenziell unendliche Gradationen, Beach Boys, Elvis, Kraftwerk u.v.a. mehr.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte es angesichts dieser Diffusion deshalb lieber mit Merkmalsangaben versuchen,<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> die im Unterschied zu strikt musikwissenschaftlichen Analysen nicht nur Kl\u00e4nge (und erst recht nicht nur notierte Kompositionen) einbeziehen. Sinnvoller erscheint es mir, Pop umfassender anzugehen. Der Grund daf\u00fcr: Wenn man sich Gruppen und Ph\u00e4nomene anschaut, die von allen m\u00f6glichen Leuten der Popmusik zugerechnet werden, f\u00e4llt sofort auf, dass solche Pop-Gegenst\u00e4nde niemals allein f\u00fcr sich stehen, sondern immer im Stil- und Gattungsverbund auftreten \u2013 und das zumeist weit \u00fcber die auch bei allen anderen Kultur-Waren heutzutage \u00fcblichen Marketingma\u00dfnahmen (Promofoto, CD-H\u00fclle etc.) hinaus. Nicht nur geh\u00f6ren zum Pop-Objekt der Aufdruck und die Verpackung bindend dazu, ein spezieller Gegenstand steht auch in einer Reihe mit Dingen aus anderen Bereichen. Der Musikstil z.B. ist mit einer Frisur, einer Hose, einem Auto, einer Attit\u00fcde verbunden. Solche Zusammenstellungen erscheinen dem Pop-Anh\u00e4nger fast immer unaufhebbar zu sein. Wenn auch nicht durch Transzendenz, Hingabe ans Nat\u00fcrliche oder Glaube an eine tiefe, verborgene Kraft, ersteht zumindest durch das Stilbewusstsein eine konservative Bindung.<\/p>\n<p>Bei Kraftwerk muss man das nicht gro\u00df betonen, zu auff\u00e4llig ist ihre Anstrengung, ihren Covern und B\u00fchnenshows ein bestimmtes Gepr\u00e4ge zu geben. Der Aufmerksamkeitswert ist umso h\u00f6her, als sie besonders ihre Frisuren und Kleidungsst\u00fccke bewusst gegen die etablierten modischen Zusammenh\u00e4nge ihrer Zeit, besser gesagt ihrer produktivsten Phase Mitte der 70er Jahre, w\u00e4hlen. Folgerichtig ist das, weil sie sich auch mit ihrer Musik von den Konventionen der Szene des ProgRock und der elektronischen Rockmusik teilweise verabschieden. Ihre Musik steht zwar keineswegs in einem direkt fassbaren Verh\u00e4ltnis zu beispielsweise kurzen Haaren und Anz\u00fcgen; die kurzen Haare und die Anz\u00fcge muss man aber eindeutig und ganz simpel als Absage an die Langhaarfrisuren und legere Kleidung der alternativen Rockszene sehen.<\/p>\n<p>\u00dcber diesen Weg, \u00fcber solch eindeutige Abgrenzung kann dann auch die Musik semantisch festgelegt werden. Es gibt aber keine Gew\u00e4hr, dass beim Pop-Verbund eine Dimension ausreicht, um die anderen auf Linie zu bringen. Es hilft sehr, wenn z.B. zum B\u00fchnenoutfit oder zur Albumfoto Titel oder Interview\u00e4u\u00dferungen der K\u00fcnstler hinzukommen. Die \u201ebrav-gestriegelten Hauptakteure\u201c auf dem Cover der LP \u201eRalf und Florian\u201c lassen einen Rezensenten der Zeitschrift \u201eSounds\u201c 1974 von \u201eschmunzelndem Wehmut-Look\u201c sprechen. Motiviert wird seine Einsch\u00e4tzung auch von Kompositionstiteln wie \u201eTanzmusik\u201c und \u201eHeimatkl\u00e4nge\u201c. Folgerichtig hei\u00dft es zur Musik: \u201eswingende, elektronische \u00dcberspitzung eben solcher wehm\u00fctiger Themen\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;lQwxN24MltM&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Die Angaben \u201eschmunzelnd\u201c und \u201e\u00dcberspitzung\u201c sind hierbei entscheidend, eine ernsthafte Hinwendung zum \u201aGestriegelten\u2018 h\u00e4tte Minuspunkte eingebracht. Man sieht es leicht an einer anderen Plattenbesprechung: Angeleitet von evtl. als \u201adeutscht\u00fcmelnd\u2018 einzustufenden Interviewaussagen der Gruppe<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> und dem \u201eRadio-Aktivit\u00e4ts\u201c-Titel kann es sich jetzt f\u00fcr den mit der linksalternativen Anti-AKW-Bewegung sympathisierenden Kritiker 1976 nur noch um musikalische \u201eElektronik-S\u00e4useleien\u201c handeln<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>. Auch die textliche und bildliche Hinwendung zur Schaufensterpuppe und zum Roboter rund um \u201eTrans Europa Express\u201c steuert nicht nur die Semantisierung der Musik, sondern macht es einem weiteren \u201eSounds\u201c-Rockkritiker 1977 unm\u00f6glich, zu einem Lob zu kommen. F\u00e4llt die Annahme des \u201aSchmunzelnden\u2018 und \u201a\u00dcberspitzten\u2018 weg, bleibt nur noch der musikalische Verriss: Kraftwerks \u201eKlangeffekte\u201c seien \u201estromlinienhaft\u201c und \u201ehohl\u201c. Im Vokabular der Rockkritik sind das nicht nur beschreibende, sondern auch maximal abwertende Begriffe. An Kraftwerk ergeht die Aufforderung, statt \u201ein Musik und Text noch eine dicke Schicht Kunststoff zus\u00e4tzlich aufzutragen\u201c, \u201eden Lack endlich abzukratzen\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zu meinem zweiten Pop-Kriterium nach dem gattungs\u00fcberschreitenden Stilverbund: K\u00fcnstlichkeit. Pop kann mit dem Nat\u00fcrlichen nichts anfangen, au\u00dfer es zu elektrifizieren, im Studio bewusst aufzusplitten, digital zu modellieren. Plastik, Aufnahme- und Abspielger\u00e4te, Schneideraum, Mischpult, Scheinwerfer, Schminke, Silikon, Dildos, Photoshop, Syntheziser- und Sampler-Software, Spraydosen, Keyboards z\u00e4hlen zu den wichtigsten Instrumenten und Materialien des Pop. Kraftwerk haben diese Regel mit ihrer Arbeit im eigenen Musikstudio mehr als erf\u00fcllt, allerdings nur zur kostspieligen Seite hin. Mittlerweile sind die ehedem kaum erschwinglichen elektronischen Faszilit\u00e4ten nur einen Mausklick entfernt und k\u00f6nnen durch keine Studiot\u00fcr mehr verschlossen bleiben.<\/p>\n<p>Wehren kann man sich nach wie vor aber gegen die \u00dcbernahme von Kompositionsteilen, sofern Gerichte zur \u00dcberzeugung gelangen, man k\u00f6nne sie individueller und nicht maschineller Leistung zuordnen. Kraftwerk gingen diesen Schritt vor Gericht etwa, um mit Erfolg gegen \u201ePlanet Rock\u201c zu klagen bzw. an den Einnahmen des St\u00fccks beteiligt und als Miturheber genannt zu werden. Ihr eigener Schritt, die K\u00fcnstlichkeit auf die Spitze zu treiben, sich durch Roboterpuppen vertreten zu lassen und damit selbst zumindest im Video \u00fcberfl\u00fcssig zu machen, hat sie an diesem R\u00fcckgriff auf einen Rechtstitel der Pr\u00e4-Computer-Zeit keineswegs gehindert. Roboter h\u00e4tten nicht geklagt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5DBc5NpyEoo\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5DBc5NpyEoo<\/a><\/p>\n<p>Die Kunstkritik ist mit diesem Schritt ganz einverstanden. Die Behauptung des Roboterhaften bereitet ihr durchaus Freude als antiexpressiver Zug im gro\u00dfen Spiel der Kunsttheorien, freilich nur dann, wenn sie Werke und Urheber identifizieren und danach \u00fcber andere erheben kann. Musterg\u00fcltig kann man das an der Kraftwerk-Rezeption anl\u00e4sslich der MoMA-Schau 2012 zeigen. Im \u201eNew Yorker\u201c beispielsweise bildet Sasha Frere-Jones eine Analogie zum amerikanischen Pop-Papst: \u201eThe band is the Warhol of pop\u201c. W\u00e4hrend aber Warhol trotz allen Bekenntnissen zum Maschinenhaften nur in limitierter Auflage Reproduktionen geschaffen oder deren Durchf\u00fchrung angeordnet hat und deshalb verkauf- und sammelbar blieb \u2013 und die Kunstmuseen auch keinesfalls wegen seiner Praxis, sich manchmal auf Pressefotos, Putzmittelkartons etc. zu beziehen, anfangen, diese in reicher St\u00fcckzahl vorhandenen oder herstellbaren Fotos und Kartons auszustellen \u2013, fehlt bei Kraftwerk das ausstellbare Original. Zumindest in dieser Pop-Hinsicht ist Kraftwerk nicht mit Warhol gleichzusetzen. Der \u201eNew Yorker\u201c muss sich deshalb mit dem Argument begn\u00fcgen, sie seien, bei aller Wertsch\u00e4tzung des Maschinellen erkennbar eigenst\u00e4ndige, gro\u00dfe individuelle K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Es wird interessant zu beobachten sein, wie lange diese \u00e4ltere Lobesformel noch f\u00fcr Produkte der neuen k\u00fcnstlichen Popkultur verwandt wird. Im \u201eCambridge Companion to Electronic Music\u201c aus dem Jahr 2007 bekommt Kraftwerk eine kurze Erw\u00e4hnung zugestanden, nicht wegen ihrer Musik, da m\u00fcssen sie John Cage, Pierre Schaeffer, Steve Reich etc. den Vortritt lassen, sondern wegen ihrer \u201emechanical mannequins\u201c bei den Auff\u00fchrungen des Roboter-Songs. Der n\u00e4chste Satz im Handbuch lautet: \u201eThe current age sees a proliferation of cyborgs, robot orchestras and software composing machines.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Wird es in hundert Jahren auch noch routiniert m\u00f6glich sein, blo\u00df das Lob der Sch\u00f6pfer dieser Maschinen zu singen? Wahrscheinlich stehen die Chancen nicht schlecht, immerhin haben das Sch\u00f6pferlob und die Genie\u00e4sthetik sich auch im (angeblich) standardisierten, fl\u00fcchtigen, anonymen Pop-Bereich problemlos behauptet.<\/p>\n<p>Sie haben sich auch auf die Oberfl\u00e4chlichkeit erstreckt, die dritte Pop-Bedingung. Galt Oberfl\u00e4chlichkeit traditionell als eminentes Anzeichen f\u00fcr Minderwertigkeit, hat sich das nach der antihermeneutischen und postmodernen Wende nachhaltig ge\u00e4ndert. Nun bel\u00e4chelt man die Pr\u00e4tentionen des Tiefen und sch\u00e4tzt opake, verschwenderisch verzierte oder glei\u00dfend bunte Pop-Oberfl\u00e4chen. Diese Wende ist \u00e4u\u00dferst bemerkenswert, bricht sie doch mit einer ganzen Reihe bedeutender abendl\u00e4ndischer Gepflogenheiten: mit der platonischen Idee, aber auch mit der modernen Ablehnung einer dekorativen Oberfl\u00e4che \u2013 eine Ablehnung, die im Sinne einer Formensprache ergeht, die von kontingenten Verzierungen gereinigt und strikt an der Funktion des Objekts ausgerichtet sein soll.<\/p>\n<p>Mit ihrem Namen und ihrer technoiden Ausrichtung sind Kraftwerk nun die idealen Kandidaten f\u00fcr die modernistische Auffassung. Ein Beispiel unter vielen: Ihre Bewunderung einer Triebkopf-Variante des Trans-Europ-Express mit seiner aerodynamischen, strikt der Funktion der Geschwindigkeitsmaximierung dienenden Form. Umso st\u00e4rker zeigt sich Kraftwerks Pop-Bezug. Auf minuti\u00f6s gestaltete H\u00fcllen f\u00fcr ihre Produkte wollen sie keineswegs verzichten. Ein Logo des Schnellzugs mitsamt einer ins Abstrakte weisenden, das Aerodynamische noch verst\u00e4rkenden Zeichnung prangt auf dem renovierten Cover einer ihrer Platten \u2013 ohne dass sie dadurch schneller wird (und nicht einmal Informationen zum Zug oder einen Fahrplan enth\u00e4lt).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Kraftwerk - Trans Europe Express (live) [HD]\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gj_scseCmkk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>H\u00e4ufig bevorzugen Kraftwerk das Prinzip der Pop-Art, unnuancierte Farben zu benutzen sowie farblich klar konturierte Fl\u00e4chen nebeneinander zu setzen, um in anti-illusionistischer Absicht plane Oberfl\u00e4chen zu schaffen, die keinen (pseudo-)realistischen Schluss auf Dreidimensionalit\u00e4t zulassen. Oberfl\u00e4chlich in anderem Sinne sind einige ihrer Kl\u00e4nge und S\u00e4tze: Auto- und Radfahrerger\u00e4usche werden aufgezeichnet und elektronisch neu erzeugt, Liedtexte konstatieren dazu: \u201eWir fahr\u2019n fahr\u2019n fahr\u2019n auf der Autobahn \/ [\u2026] \/ Fahrbahn ist ein graues Band \/ weisse Streifen \/ gr\u00fcner Rand\u201c. Kein Wort von \u203apeak oil\u2039, Verkehrstoten, keine moralischen Ermahnungen zur M\u00e4\u00dfigung, keine Hinweise zur Umweltsch\u00e4digung, nur ein sparsam protokollierter Ist-Zustand, der in eine Pop-Illustration m\u00fcndet.<\/p>\n<p>Damit verbunden ist ein weiterer Grundzug, die \u00c4u\u00dferlichkeit. Pop h\u00e4lt sich strikt an das sinnlich Gegebene. Auch Ableitungen werden nicht vorgenommen. An Innerlichkeit ist Pop ebenso wenig interessiert wie an psychologischer Umdeutung des Manifesten. In den Augen erkennen Pop-Anh\u00e4nger einen sch\u00f6nen Glanz, nicht die Seele. Bei Kraftwerk wird das mitunter bis zum Extrempunkt getrieben, dann wird mit den Robotern jeder Anspruch auf Innerlichkeit preisgegeben, sei es auf der optischen oder auf der lautlichen Ebene (\u201eBoing Boom Tschak\u201c).<\/p>\n<p>Anders pointiert, bedeutet das gem\u00e4\u00df eines weiteren wichtigen Pop-Merkmals, dem der Immanenz: Pop kann mit der Werbung, der Propaganda, den Mythen und den schweren Zeichen etwas anfangen, weil es manchmal deren Gestaltung sch\u00e4tzt, nicht deren Bestreben, etwas \u00fcber das H\u00f6r- und Sichtbare Hinausgehendes zu behaupten. Kraftwerks Pop-Art kann sich darum nicht nur auf das harmlose Verkehrsh\u00fctchen erstrecken, das auf ihren fr\u00fchen LPs zu sehen ist, sondern z.B. auch auf das Zeichen f\u00fcr Radioaktivit\u00e4t. Im Pop-Kontext verliert es nicht nur seine Funktion \u2013 es weist nicht darauf hin, dass die CD kontaminiert ist \u2013, es wird auch nicht blo\u00df wegen seiner \u00fcblichen Konnotation \u2013 Gefahr, Atomstaat, kommende Apokalypse \u2013 genommen, sondern gleicherma\u00dfen oder sogar in erster Linie, weil es gut oder interessant aussieht. Gleiches gilt z.B. f\u00fcr die Autobahnger\u00e4usche: Sie klingen eben gut oder interessant, erst einmal unabh\u00e4ngig davon, ob sie f\u00fcr Freiheit und Abenteuer im unreglementierten Westen einstehen.<\/p>\n<p>Das soll nicht hei\u00dfen, Kraftwerk st\u00fcnden in Reinkultur f\u00fcr Pop ein. Es soll also nicht hei\u00dfen, sie h\u00e4tten kein Interesse an popul\u00e4rkulturellen Mythen (etwa denen des Deutschen) oder in ihren Werken lie\u00dfen sich keine Verbindungen von Pop und Popul\u00e4rkultur finden, etwa wenn sie per Titel darauf bestehen, dass die Energie eine Stimme besitze und Kometen eine Melodie \u2013 oder wenn sie sich als Models f\u00fcr \u201eMensch-Maschine\u201c bleich schminken.<\/p>\n<p>Und selbstverst\u00e4ndlich kann f\u00fcr die Auswahl solchen Materials und solcher Zeichen wie dem des Radioaktivit\u00e4tssymbols auch sprechen, dass sie konnotativ\/mythisch stark aufgeladen sind und dadurch ihr Aufmerksamkeitswert von vornherein hoch ist. F\u00fcr die Pop-Rezeption spielt das aber keine entscheidende Rolle. Andere Rezeptionen k\u00f6nnen nat\u00fcrlich diesen Pop-Status ignorieren \u2013 weil sie z.B. aus politischen Gr\u00fcnden die farblichen und grafischen Dimensionen des Radioaktivit\u00e4tszeichens vernachl\u00e4ssigen \u2013, dann handelt es sich aber eben nicht um Pop-Wahrnehmungen im hier vorgeschlagenen Sinn.<\/p>\n<p>Entsprechend f\u00e4llt das n\u00e4chste Pop-Merkmal aus, das des Funktionalismus. Funktional soll Pop in einer anderen Hinsicht sein, als von der puristischen Moderne gefordert, aber auch als von politischen, religi\u00f6sen, p\u00e4dagogischen Zwecksetzungen verlangt. Um \u201al\u2019art pour l\u2019art\u2018 geht es bei Pop dennoch nicht. Pop ist zwar moralisch weitgehend desinteressiert, tritt aber nicht mit dem Anspruch \u00e4sthetischer Interesselosigkeit auf. Es gibt hier mehr als einen Zweck: f\u00fcr Belebung sorgen, angenehm erregen, den K\u00f6rper in Bewegung setzen, Attraktivit\u00e4t erh\u00f6hen und eine nette, heitere Stimmung oder eine coole Haltung bewirken. Vielleicht hat zur Resonanz von Kraftwerk auch beigetragen, dass die Gruppe verschiedenen Bestimmungen dienstbar ist: Bewegung, Coolness, angenehme Zerstreuung, f\u00fcr alle ist etwas dabei.<\/p>\n<p>Letztes Kriterium: Konsumismus. Pop tritt daf\u00fcr ein, dass nicht nur dem t\u00e4tigen Leben ein hoher Rang zukommt. Sich berieseln, erregen, unterhalten lassen steht ebenso hoch im Kurs. Konsumieren, also verzehren, ist zudem ein Pop-Kennzeichen, weil es den Gegensatz dazu bildet, sich verzehren zu lassen. Bewusstseinsverlust, Aus-Sich-Selbst-Heraustreten, Rausch z\u00e4hlen allenfalls vor\u00fcbergehend einmal zur Pop-Welt \u2013 als Samstagnachtph\u00e4nomen. Die Grundhaltung von Pop ist anti-ekstatisch.<\/p>\n<p>Kraftwerk stehen daf\u00fcr nicht nur ein, weil Roboter nun einmal kontrolliert agieren. Wichtiger: der Hochgeschwindigkeitszug gerinnt zum Cover-Emblem, die verwirrende 3-D-Wirkung w\u00e4hrt nur so lange, bis man die Brille absetzt, die Kompositionen, die auf endlose, latent tranceartige Repetition und nicht auf aristotelisches Ma\u00df ausgerichtet sind, enden bei ihnen \u00e4u\u00dferst zuverl\u00e4ssig \u2013 sp\u00e4testens nach zwanzig Minuten oder auch, anderen Anforderungen des Radios oder der Single zu Diensten, bereits nach drei Minuten. Da passt auch der neue, abschlie\u00dfende Zug von Kraftwerk in Museumsr\u00e4ume ins Bild: Erfahrungsgem\u00e4\u00df f\u00e4llt die Rezeption einzelner Werke durch die meisten Museumsbesucher zeitlich noch k\u00fcrzer aus.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/thumb\/a\/a6\/Kraftwerk_live_in_D\u00fcsseldorf.jpg\/425px-Kraftwerk_live_in_D\u00fcsseldorf.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"599\" \/><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> LEONE, Dominique (2003): Rez. zu Kraftwerk: \u201eTour de France Soundtracks\u201f. <a href=\"http:\/\/pitchfork.com\/reviews\/albums\/4556-tour-de-france-soundtracks\">http:\/\/pitchfork.com\/reviews\/albums\/4556-tour-de-france-soundtracks<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> H\u00c4NTZSCHEL, J\u00f6rg (2012): \u201eWe arre ze rrobots!\u201c. <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>. 12.4. <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/kraftwerk-im-moma-we-arre-ze-rrobots-1.1330282\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/kraftwerk-im-moma-we-arre-ze-rrobots-1.1330282<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> FRERE-JONES, Sasha (2012): \u201eSound Machine. How Did a Pop Band End up in a Museum?\u201d. <em>New Yorker<\/em>. 30.04. <a href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/arts\/critics\/musical\/2012\/04\/30\/120430crmu_music_frerejones?currentPage=all\">http:\/\/www.newyorker.com\/arts\/critics\/musical\/2012\/04\/30\/120430crmu_music_frerejones?currentPage=all<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> H\u00dcTTER Ralf (1991): [Interview] in: <em>Frontpage<\/em>. wiederver\u00f6ffentlicht auf: <a href=\"http:\/\/www.technopop-archive.com\/interview_96.php\">http:\/\/www.technopop-archive.com\/interview_96.php<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> FL\u00dcR, Wolfgang (2004): <em>Ich war ein Roboter. Electric Drummer bei Kraftwerk<\/em>. K\u00f6ln, S. 71f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> H\u00dcTTER 1991<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> PARELS, Jon (2012): \u201eMan, Alive to Machine Possibilities\u201d. <em>New York Times<\/em>. 16.04. <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/04\/16\/arts\/music\/talking-to-ralf-hutter-of-kraftwerk.html?pagewanted=all&amp;_r=0\">http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/04\/16\/arts\/music\/talking-to-ralf-hutter-of-kraftwerk.html?pagewanted=all&amp;_r=0<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> FRERE-JONES 2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> H\u00dcTTER 1991<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> FRERE-JONES 2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> H\u00dcTTER 1991<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0 Siehe dazu ausf\u00fchrlich Hecken, Thomas (2012): \u201ePop-Konzepte der Gegenwart\u201c, <em>Pop. Kultur und Kritik<\/em>, Heft 1, 2012, S. 88-107.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> KR\u00dcGER, Hans-Joachim\u00a0 (1979): Rez. zu Kraftwerk: \u201eRalf und Florian\u201c (im Rahmen einer Sammelbesprechung unter dem Titel \u201ePlatten aus Deutschland\u201c) [in: <em>Sounds<\/em> (Jg. 1974)], wiederabgedruckt in: <em>Sounds<\/em>: Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main, S. 684.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. BANGS, Lester (1988): \u201eKraftwerkfeature\u201d [in: \u201eCreem\u201c, September 1975], in: BANGS, Lester\/ GREIL, Marcus (Hg.). <em>Psychotic Reactions and Carburetor Dung<\/em>. London, S. 158.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> SCHWANER, Teja (1979): Rez. zu Kraftwerk: \u201eRadio-Aktivit\u00e4t\u201c [in: <em>Sounds<\/em> (Jg. 1976)], wiederabgedruckt in: <em>Sounds<\/em>: Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main, S. 1144.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> FREY, J\u00fcrgen (1979): Rez. zu Kraftwerk: \u201eTrans Europa Express\u201c [in: <em>Sounds<\/em> (Jg. 1977)], wiederabgedruckt in: <em>Sounds<\/em>: Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main, S. 1404.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> COLLINS, Nick\/D\u2019ESCRIV\u00c0N, Julio (Hg.) (2007): <em>The Cambridge Companion to Electronic Music<\/em>. Cambridge, S. 172.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>BANGS, Lester (1988): \u201eKraftwerkfeature\u201d [in: \u201eCreem\u201c, September 1975], in: BANGS, Lester\/ GREIL, Marcus (Hg.). <em>Psychotic Reactions and Carburetor Dung<\/em>. London, S. 154-160.<\/p>\n<p>BUSSY, Pascal (2005): <em>Neonlicht. Die Kraftwerk Story<\/em>. Berlin.<\/p>\n<p>COLLINS, Nick\/D\u2019ESCRIV\u00c0N, Julio (Hg.) (2007): <em>The Cambridge Compa<\/em><em>nion to Electronic Music<\/em>. Cambridge.<\/p>\n<p>FRERE-JONES, Sasha (2012): \u201eSound Machine. How Did a Pop Band End up in a Museum?\u201d. <em>New Yorker<\/em>. 30.04. <a href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/arts\/critics\/musical\/2012\/04\/30\/120430crmu_music_frerejones?currentPage=all\">http:\/\/www.newyorker.com\/arts\/critics\/musical\/2012\/04\/30\/120430crmu_music_frerejones?currentPage=all<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p>FL\u00dcR, Wolfgang (2004): <em>Ich war ein Roboter. Electric Drummer bei Kraftwerk<\/em>. K\u00f6ln.<\/p>\n<p>FREY, J\u00fcrgen (1979): Rez. zu Kraftwerk: \u201eTrans Europa Express\u201c [in: <em>Sounds<\/em> (Jg. 1977)], wiederabgedruckt in: <em>Sounds<\/em>: Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main, S. 1404.<\/p>\n<p>H\u00c4NTZSCHEL, J\u00f6rg (2012): \u201eWe arre ze rrobots!\u201c. <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>. 12.4. <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/kraftwerk-im-moma-we-arre-ze-rrobots-1.1330282\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/kraftwerk-im-moma-we-arre-ze-rrobots-1.1330282<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p>H\u00dcTTER Ralf (1991): [Interview] in: <em>Frontpage<\/em>. wiederver\u00f6ffentlicht auf: <a href=\"http:\/\/www.technopop-archive.com\/interview_96.php\">http:\/\/www.technopop-archive.com\/interview_96.php<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p>KR\u00dcGER, Hans-Joachim\u00a0 (1979): Rez. zu Kraftwerk: \u201eRalf und Florian\u201c (im Rahmen einer Sammelbesprechung unter dem Titel \u201ePlatten aus Deutschland\u201c) [in: <em>Sounds<\/em> (Jg. 1974)], wiederabgedruckt in: <em>Sounds:<\/em> Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main, S. 683-684.<\/p>\n<p>LEONE, Dominique (2003): Rez. zu Kraftwerk: \u201eTour de France Soundtracks\u201f. <a href=\"http:\/\/pitchfork.com\/reviews\/albums\/4556-tour-de-france-soundtracks\/\">http:\/\/pitchfork.com\/reviews\/albums\/4556-tour-de-france-soundtracks<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p>PARELS, Jon (2012): \u201eMan, Alive to Machine Possibilities\u201d. <em>New York Times<\/em>. 16.04. <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/04\/16\/arts\/music\/talking-to-ralf-hutter-of-kraftwerk.html?pagewanted=all&amp;_r=0\">http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/04\/16\/arts\/music\/talking-to-ralf-hutter-of-kraftwerk.html?pagewanted=all&amp;_r=0<\/a> (13.05.2014).<\/p>\n<p>SCHWANER, Teja (1979): Rez. zu Kraftwerk: \u201eRadio-Aktivit\u00e4t\u201c [in: <em>Sounds<\/em> (Jg. 1976)], wiederabgedruckt in: <em>Sounds<\/em>: Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main, S. 1143-1144.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags D\u00fcsseldorf University Press.<\/p>\n<p>Weitere Hinweise zum Sammelband \u00bbKraftwerk &#8211; Die Mythenmaschine. Konzeption und \u00c4sthetik eines popmusikalischen Gesamtkunstwerks\u00ab, in dem der Aufsatz zuerst erschienen ist, <a title=\"information dup\" href=\"http:\/\/dupress.de\/fileadmin\/redaktion\/DUP\/Info_PDFs\/Info_PDF_Nicht-Reihen\/Geisteswissenschaften\/9783943460810_dup-Info_Kraftwerk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn Sie den Aufsatz im wissenschaftlichen Zusammenhang zitieren wollen, benutzen Sie bitte die Buchfassung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tour de Force<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[625,1294,1816,1835],"class_list":["post-6564","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-electro","tag-kraftwerk","tag-pop","tag-pop-theorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6564"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6564\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}