{"id":6580,"date":"2017-02-28T10:44:56","date_gmt":"2017-02-28T08:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6580"},"modified":"2017-02-28T10:44:56","modified_gmt":"2017-02-28T08:44:56","slug":"hohe-kultur-2von-thomas-hecken28-2-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/02\/28\/hohe-kultur-2von-thomas-hecken28-2-2017\/","title":{"rendered":"Hohe Kultur (2)von Thomas Hecken28.2.2017"},"content":{"rendered":"<p>Hohe und niedrige Metaphern \u2013 \u201ahigh culture\u2018, \u201alow culture\u2018 u.a.<!--more --><br \/>\nTeil\u00a02 der Serie von <a title=\"website merkur-blog\" href=\"https:\/\/www.merkur-zeitschrift.de\/blog\/\" target=\"_blank\">Merkur-Blog<\/a> und pop-zeitschrift.de<\/p>\n<p>\u201aHigh\u2018 und \u201alow\u2018 k\u00f6nnen in bestimmten Aussagen als <em>orientational metaphors<\/em> (George Lakoff\/Mark Johnson) fungieren. Sie geh\u00f6ren zu den Metaphern, die selten als solche bemerkt werden und doch bzw. gerade deshalb oft gebraucht werden: \u201aniedrige Beweggr\u00fcnde\u2018, \u201aHochstimmung\u2018. Die beiden <em>orientational metaphors<\/em> treten in vielen Varianten auf: \u201aJetzt ist er endg\u00fcltig unten angekommen\u2018, \u201asie strebt nach oben\u2018, \u201aein erhebender Moment\u2018, \u201aNiedergeschlagenheit\u2018.<\/p>\n<p>Sehr oft ist es im \u201ah\u00f6heren\u2018 Bereich gut, im \u201aniedrigeren\u2018 schlecht (Ausnahme w\u00e4re etwa der \u201aHochmut\u2018, aber auch hier bleibt im Sprichwort unumstritten, dass er zu einem \u201aNiedrigen\u2018 beitr\u00e4gt, welches wie gewohnt negativ konnotiert ist: \u201aHochmut kommt vor dem Fall\u2018). Das Schlechte und B\u00f6se befindet sich unten, das Gute und Wahre oben, im \u201aIdeenhimmel\u2018. Wenn es bei Eichendorff originell hei\u00dft: \u201eIn die sch\u00f6ne Welt hinunter \/ Lockt dich dieses Stromes Gru\u00df\u201c, ahnt man, dass die Fahrt kein gutes Ende nehmen wird, so sch\u00f6n die Versuchung auch sein mag.<\/p>\n<p>In der Rede \u00fcber Kunstwerke und Kulturg\u00fcter macht sich das ebenfalls zuverl\u00e4ssig bemerkbar. Im Einklang mit den anderen Verwendungen der Metaphern bekommt das, was als \u201ahoch\u2018 bezeichnet wird, traditionell fast immer einen \u00e4u\u00dferst positiven Wert verliehen, was als \u201aniedrig\u2018 eingestuft wird, findet sich im unteren, negativen Bereich der kulturellen und k\u00fcnstlerischen Wertungshierarchie wieder.<\/p>\n<p>So weit, so klar. Das Urteil legt fest, was hoch und was niedrig ist, die \u201aHoch\u2018-Wertung ist ein Lob, eine Anerkennung, eine Huldigung, die \u201aniedrige\u2018 Bewertung ein Tadel, eine Bestrafung, eine Verdammung. Das Urteil kann sich auf einzelne Werke beziehen, muss es aber keineswegs. Es kann sich auch auf bestimmte, gro\u00dfe Einheiten von Werken und auf die Gattung selbst richten: <em>high art<\/em>, <em>low art<\/em>, hohe Kunst, niedere Kunst.<\/p>\n<p>Im Sprachgebrauch war das sehr oft der Fall. Dann z\u00e4hlte etwa der Film schlechthin oder der Western \u2013 oder sp\u00e4ter noch zumindest der B-Movie-Western \u2013 zur niederen Kunst, die Oper, das Drama, das Gedicht galten als \u201aSitze\u2018 hoher Kunst.<\/p>\n<p>\u00dcberwiegend wies die Verwendung von \u201ahoch\u2018 und \u201aniedrig\u2018 im Sprachgebrauch genau diesen Bezug auf Gattungen und Arten auf. Ein einzelnes Werk wird, wenn es nicht rein in seiner Eigenschaft als Mitglied eines hohen oder niedrigen Genres gerichtet wird, h\u00f6chst selten als \u201ahoch\u2018 oder \u201aniedrig\u2018 bezeichnet. Ein K\u00fcnstler, den man der hohen Kunst zuschl\u00e4gt, wird mit seinem einzelnen Werk nicht zu einem Teil der niedrigen Kunst, selbst wenn dieses einzelne Werk als m\u00e4\u00dfig, missraten, katastrophal etc. beurteilt wird. Umgekehrt steigt jemand, der prinzipiell dem Bereich der niederen Kunst zugerechnet wird, nicht in die Hochkunst auf, wenn sein Werk als relativ (relativ zu anderen Werken der niedrigen Kunst) akzeptabel gilt.<\/p>\n<p>Was aber waren die Bestimmungsgr\u00f6\u00dfen, um zur Einsch\u00e4tzung \u201ahohe\/niedere Kunst\u2018 zu gelangen? Oft \u00e4sthetische und poetologische Kategorien: Die Werke der hohen Kunst sind sch\u00f6n, erhaben, kreativ, originell, formvollendet, \u00fcberraschend, avantgardistisch, modern oder zeitlos, ihr Widerpart das jeweilige Gegenteil und anderes (kitschig, seicht, klischeehaft, standardisiert, effektvoll etc.).<\/p>\n<p>Es gingen aber h\u00e4ufig weitere (zus\u00e4tzliche oder mit ersteren versuchsweise verschmolzene) Gesichtspunkte in die Bewertung ein, die au\u00dferhalb von \u00c4sthetik und Poetologie liegen; Dann werden die guten Wirkungen der Werke hoher Kunst auf Bildung, Moral, Pers\u00f6nlichkeit und die schlechten Wirkungen der niederen Kunst (Verrohung, Mittelm\u00e4\u00dfigkeit, entfesselte Sinnlichkeit, Konzentrationsunf\u00e4higkeit etc.) festgestellt.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig kam Folgendes hinzu: Als Rezipienten der Werke niederer Kunst wurden bestimmte Gruppen und Klassen ausgemacht, das Volk, die niederen Schichten, Jugendliche, Frauen, Ungebildete; sie eint u.a., dass sie allesamt \u00fcber wenige oder gar keine Machtmittel verf\u00fcgen. Das wurde unter Titeln wie \u201apopul\u00e4re Kultur\u2018 oder \u201aMassenkultur\u2018 angezeigt, wodurch oftmals besonders die gro\u00dfe Zahl der Mitglieder solcher Klassen hervorgehoben werden sollte: Quantit\u00e4t schl\u00e4gt hier nicht um in Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Gleichung von popul\u00e4rer Kultur und minderwertiger Kultur bleibt aber zumeist auch dann bestehen, wenn die Werke, die zur popul\u00e4ren Kultur gerechnet werden, tats\u00e4chlich nur wenige Abnehmer finden. In dem Fall bleibt als Argument \u00fcbrig, dass das Werk auf viele Abnehmer zielte, in der Marktkonkurrenz jedoch nicht alle Angebote erfolgreich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann man darum sagen, dass die Begriffe \u201ahoch\u2018 und \u201aniedrig\u2018 im Bereich der Kunst und Kultur sich h\u00e4ufig auf Werke bestimmter Gattungen richten, die man im einen Fall grunds\u00e4tzlich hoch und im anderen Fall niedrig bewertet. Die \u00e4sthetischen und\/oder politischen, moralischen Kriterien, die dabei zur Anwendung kommen, sieht man dabei zumeist von bestimmten Schichten erf\u00fcllt oder entt\u00e4uscht, so dass mit der Einstufung \u201ahigh\/low\u2018 ebenfalls soziologische Klassifizierungen und soziale Einsch\u00e4tzungen verbunden sind.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu fr\u00fcheren Jahrzehnten (bis ungef\u00e4hr in die 1980er Jahre) finden sich aber die Metaphern \u201ahohe Kultur\u2018, niedrige Kultur\u2018 heute nur noch selten. Manchmal ist zwar noch von \u201ahoher Kultur\u2018 die Rede, nicht aber von \u201aniederer Kultur\u2018, weil dieser Ausdruck mittlerweile offenkundig als allzu abwertend und beleidigend empfunden wird und darum denjenigen, der ihn verwendet, gef\u00e4hrlich exponiert.<\/p>\n<p>Daraus erkl\u00e4rt sich wohl auch zum Teil der Gebrauch von \u201alow\u2018 im akademischen Bereich; das angloamerikanische Wort klingt im deutschen Zusammenhang weniger scharf, selbst wenn es nun einmal nichts anderes als \u201aniedrig\u2018 bedeutet. Sch\u00e4rfer klingt die Klage \u00fcber das \u201aUnterschichtenfernsehen\u2018, die vor einigen Jahren recht h\u00e4ufig zu h\u00f6ren war. Obwohl die angesprochenen TV-Programme sich seitdem sicherlich nicht grundlegend ge\u00e4ndert haben, ist dennoch zumindest dem Begriff nach das \u201aUnterschichtenfernsehen\u2018 wieder verschwunden.<\/p>\n<p>Die Scheu, mit Blick auf \u201aKultur\u2018 den Ausdruck \u201aniedrig\u2018 zu gebrauchen, zeigt noch mehr an als eine h\u00f6fliche Zur\u00fcckhaltung. Sie ist auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass eine nicht unbetr\u00e4chtliche Zahl derjenigen, die an wichtiger Stelle \u00fcber die Bewertung und \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung von Kulturg\u00fctern zu entscheiden haben \u2013 Politiker, geisteswissenschaftliche Akademiker, Journalisten, Verleger, Lektoren, Kuratoren, Sponsoren, Buchh\u00e4ndler, Rundfunkr\u00e4te, Theater- und Museumsbesucher \u2013, heutzutage vielen Gegenst\u00e4nde der sog. \u201aMassen\u2018-, \u201aPopul\u00e4r\u2018-, \u201aUnterhaltungs-\u201a und\/oder \u201aPopkultur\u2018 positiv gegen\u00fcbersteht oder sie zumindest nicht mehr allgemein verurteilt.<\/p>\n<p>Zu Renegaten werden sie wegen ihrer mitunter anzutreffenden Begeisterung f\u00fcr Rockmusiker, Werbespots, Gifs, Mangas, Modefotografien, TV-Serien etc. jedoch nicht. Diese Ann\u00e4herung schlie\u00dft keineswegs zwangsl\u00e4ufig eine grunds\u00e4tzliche Abwendung von der (fr\u00fcher so genannten) \u201ahohen Kunst\u2018 ein. Thomas Mann oder Flaubert, Tschechow-Auff\u00fchrungen oder Expressionismus-Ausstellungen verschwinden deshalb nicht von ihrer Lekt\u00fcreliste oder aus ihrem Terminkalender.<\/p>\n<p>In der US-amerikanischen Soziologie hat sich f\u00fcr die Gruppe derjenigen, die bestimmte K\u00fcnstler aus der klassischen Musik wie dem Pop, Jazz wie Heavy Metal gleicherma\u00dfen sch\u00e4tzen und h\u00f6ren, die Bezeichnung <em>omnivore<\/em> (\u201aAllesfresser\u2018) eingeb\u00fcrgert. Habe es zuvor eine exklusive Bindung von <em>high-status Americans<\/em> an die Hochkultur gegeben, zeichne die \u201estatushohen\u201c Amerikaner nun verst\u00e4rkt aus, dass sie \u2013 weiterhin im Gegensatz zu den Bev\u00f6lkerungsgruppen mit \u201eniedrigem\u201c sozialen Status \u2013 aus allen Bereichen, auch denen der <em>lowbrow<\/em>&#8211; und <em>middlebrow<\/em>-Kultur, ausw\u00e4hlten (Richard A. Peterson\/Roger M. Kern, Changing Highbrow Taste. From Snob to Omnivore, in: <em>American Sociological Review<\/em> 61 [1996], S. 900-907).<\/p>\n<p>Hier zeigt sich die Kraft der Metapher ungebrochen: Bei den amerikanischen Soziologen sind die Leute, die \u00fcber Verm\u00f6gen und Macht verf\u00fcgen, selbstverst\u00e4ndlich \u201ehigh-status Americans\u201c, und f\u00fcr die unterschiedlichen Geschm\u00e4cker benutzen sie ebenfalls die Metaphorik des Hohen und Niedrigen (hinzu kommt noch das Dazwischenliegende): \u201elowbrow\u201c, \u201emiddlebrow\u201c, \u201ehighbrow\u201c. Der empirische Befund ist nun, dass der gegenw\u00e4rtige \u201ehighbrow taste\u201c bzw. die \u201ehigh-status Americans\u201c sich gewandelt h\u00e4tten: Der Geschmack der \u201ahighbrows\u2018 finde jetzt seine Vorlieben \u00fcberall, auch bei ausgew\u00e4hlten Werken der \u201alowbrows\u2018 und \u201amiddlebrows\u2018. Die \u201alowbrows\u2018 und \u201amiddlebrows\u2018 hingegen blieben ihrem Schichtengeschmack treu.<\/p>\n<p>Dadurch bleibt die Unterscheidung von \u201ahoch\u2018 und \u201aniedrig\u2018 erhalten, sie wird aber nicht mehr durch die Unterscheidung von Literatur und Dichtung, Film und Theater, neuer Musik und leichter Musik, Jazz und Rock, Rock und Pop etc. bestimmt, weil die Schicht der <em>omnivores<\/em> potentiell aus all den mit diesen Kategorien erfassten Werken sich jeweils f\u00fcr ihre Favoritenliste bedient (gem\u00e4\u00df des \u00e4lteren Diktums Leonard Bernsteins: \u201ethere is no such thing as U- und E-Musik, only good and bad music\u201c).<\/p>\n<p>Essayistisch ist die Gruppe der \u201eAllesfresser\u201c als Tr\u00e4gergruppe einer neuen <em>Nobrow<\/em>-Culture gefasst worden. Das ist tats\u00e4chlich sehr avanciert. Zwar kommt zur Geschmacksdiagnose der <em>omnivores<\/em> kein neuer Befund hinzu: An die Stelle der alten Unterscheidung zwischen der \u201eelit\u00e4ren\u201c Kultur der (Bildungs-)Aristokratie und der \u201ekommerziellen\u201c Kultur der Massen sei eine \u201ehierarchy of hotness\u201c getreten. \u201eNobrow is not culture without hierarchy, of course, but in Nobrow commercial culture is a potential source of status, rather than the thing the elite define themselves against. [\u2026] Dominique de Menil side by side with Courtney Love\u201c (John Seabrook, <em>Nobrow. The Culture of Marketing. <\/em><em>The Marketing of Culture<\/em> [2000], London 2001).<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlich ist aber der Versuch, sich zumindest in einem Punkt von der \u00fcblichen Metaphorik zu verabschieden. Nicht mehr \u201ahighbrow\u2018, sondern \u201enobrow\u201c. Auch wenn mit \u201abrow\u2018 die phrenologische Dimension erhalten bleibt und damit auch die Assoziation zu \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 aufgerufen wird, geschieht dies nur, um sie durchzustreichen: \u201ano\u2018.<\/p>\n<p>Durchgesetzt hat sich das Kunstwort <em>Nobrow<\/em> jedoch bezeichnenderweise nicht. Sehr gut, mitunter \u00e4u\u00dferst gut etabliert haben sich hingegen Begriffe, die dem r\u00e4umlichen Schema treu geblieben sind, bei deren Gebrauch jedoch in einer radikalen Umkehr die Werte oftmals vertauscht werden. Ein kleines Beispiel daf\u00fcr ist \u201aLo-Fi\u2018, der (\u201alangweiligen\u2018, \u201asauberen\u2018) High-Fidelity eigensinnig als interessanter, anzustrebender Sound entgegengesetzt.<\/p>\n<p>Es ist kein Zufall, dass Lo-Fi der Popkultur entstammt. In starkem Zusammenhang mit Pop- und Rockmusikszenen stehen auch die Paradebeispiele f\u00fcr eine Umwertung von \u201ahoher\u2018 und \u201aniedriger Kultur\u2018. Gemeint sind nat\u00fcrlich \u201aUnderground\u2018 und \u201aSubkultur\u2018 \u2013 wie viele haben schon diese W\u00f6rter als Ehrenzeichen getragen, zum Beweis, dass im Reich der Werte jede Gelegenheit einmal ergriffen wird, die scheinbar selbstverst\u00e4ndlichsten Einsch\u00e4tzungen zu verkehren.<\/p>\n<p>Dadurch bleibt das Schema von \u201ahoch\u2018 und \u201aniedrig\u2018 zwar vollkommen intakt, es findet aber eine Umwertung statt: Das Positive ist auf einmal \u201aunten\u2018 angesiedelt, nicht oben. Die starke Verwendung der Metaphern \u201aUnderground\u2018 und \u201aSubkultur\u2018 in der zweiten H\u00e4lfte der 1960er Jahre ist darum ein deutlicher Indikator f\u00fcr den Verlust der Bedeutung der Rede \u00fcber \u201ahohe Kultur\u2018. Hier trifft sie auf einen gef\u00e4hrlichen Gegner, der sich \u00fcberhaupt nicht zu ihrer \u00fcblichen Form \u201aerheben\u2018 m\u00f6chte, sondern ganz entschieden weit unter ihren bislang angestammten Orten \u2013 den in die H\u00f6he strebenden Konzerts\u00e4len, Theatern, Bibliotheken \u2013 verbleibt. Dort unten soll nun das Gute bzw. das Interessante sein.<\/p>\n<p>Markiert 1968 darum sogar das Ende der hohen Kultur? Die Antwort darauf muss negativ ausfallen. In dieser Konstellation (mit den Antagonisten von \u201aunder\u2018 und \u201asub\u2018) kann hohe Kultur keineswegs verschwinden, sich in nichts bzw. <em>Nobrow<\/em> aufl\u00f6sen. Wie leicht zu sehen, ben\u00f6tigt der Underground die hohe Kultur. Logisch: ohne oben kein unten, ohne <em>high art<\/em> keine Untergrund-Kunst (oder -Antikunst).<\/p>\n<p>Der wahre Feind der hohen Kultur ist deshalb noch nicht gefunden. Zwar haben die Untergrund-Verfechter und ihre (sie aus der Ferne bestaunenden) liberalen Anh\u00e4nger erfolgreich daf\u00fcr gesorgt, dass die Rede von der \u201ahohen Kultur und Kunst\u2018 kaum mehr zu h\u00f6ren ist, durch ihren starken Glauben an die Bedeutung der Kunst und Kultur (und sei es eine Anti-Kunst und Gegenkultur) haben sie aber f\u00fcr einen historischen Moment der positiv beglaubigten Kultur neue Kraft verliehen. So hoch stand die Kunst selten im Kurs wie bei ihrer Herabw\u00fcrdigung durch den Underground.<\/p>\n<p>Gefunden wurde bei der metaphorischen Reise also nur eine neue Form der hohen Kultur: der Underground, die kulturrevolution\u00e4re Avantgarde, die formbewusste Subkultur. Unsere Reihe muss noch weitergehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hohe Kultur:<br \/>\nTeil 1: <a title=\"Hohe Kultur Teil 1\" href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/02\/02\/hohe-kultur-1merkur-blog-und-pop-zeitschrift2-2-2017\/\" target=\"_blank\"> Einleitung<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hohe und niedrige Metaphern \u2013 \u201ahigh culture\u2018, \u201alow culture\u2018 u.a.<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[1010,1011,1404,1516,1673,2431],"class_list":["post-6580","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-hohe-kultur","tag-hohe-kunst","tag-lo-fi","tag-metaphern","tag-niedrige-kultur","tag-unterschicht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6580"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6580\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}