{"id":6638,"date":"2017-03-21T00:06:57","date_gmt":"2017-03-20T22:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6638"},"modified":"2017-03-21T00:06:57","modified_gmt":"2017-03-20T22:06:57","slug":"der-prophet-von-hollywoodlove-forever-changesvon-uwe-schuette-und-christoph-juergensen20-3-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/03\/21\/der-prophet-von-hollywoodlove-forever-changesvon-uwe-schuette-und-christoph-juergensen20-3-2017\/","title":{"rendered":"Der Prophet von HollywoodLove: \u00bbForever Changes\u00abvon Uwe Sch\u00fctte und Christoph J\u00fcrgensen20.3.2017"},"content":{"rendered":"<p>50 Jahre 1967<!--more--><\/p>\n<p>Arthur Lee is not of this world. He lives in a world of his own creation.<br \/>\n(Jac Holzman)<\/p>\n<p>And if you want to count on me \/ Count me out.<br \/>\n(Arthur Lee, \u201eThe Red Telephone\u201c)<\/p>\n<p>Es war der Abend des 15. Januar 2003. In der ausverkauften Royal Festival Hall am Ufer der Themse erwarteten rund 2500 Menschen gespannt den Auftritt eines Musikers, den kaum jemand unter ihnen je zuvor auf der B\u00fchne gesehen hatte: Arthur Lee, erst ein paar Monate vorher nach einer f\u00fcnfeinhalb-j\u00e4hrigen Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes und anderer Vergehen vorzeitig aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen, spielte sein legend\u00e4res Album <em>Forever Changes<\/em>, das im November 1967 erschienen war. Der Auftritt stand am Anfang einer \u2013 wie man in diesem Fall tats\u00e4chlich sagen darf \u2013 triumphalen Tour durch Europa und die USA.<\/p>\n<p>Vergleichbare Live-Erfolge waren der Band Love, die von Lee 1965 in Los Angeles gegr\u00fcndet wurde, in den Jahren ihres Bestehens nicht verg\u00f6nnt, unter anderem, weil sich Lee damals weigerte, die Stadt zu verlassen und auf Tour zu gehen. In den sechziger Jahren verbarrikadierte sich der menschenscheue Bandleader am liebsten in seiner Villa hoch in den H\u00fcgeln \u00fcber Los Angeles, und vielleicht \u00fcberlebte er deshalb \u2013 trotz seines nicht geringen Drogenkonsums \u2013 die Exzesse, denen Freunde, Labelgenossen und enge Weggef\u00e4hrten wie Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Janis Joplin zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>Bald nach der Ver\u00f6ffentlichung von <em>Forever Changes<\/em> l\u00f6ste sich Love auf, sodass sich Lee auf der 2003er Tour von einer Band namens Baby Lemonade unterst\u00fctzen lie\u00df, die urspr\u00fcnglich zusammengekommen war, um Love-Songs zu covern oder von ihnen beeinflusste zu schreiben. Nie h\u00e4tten sie sich wohl tr\u00e4umen lassen, mit ihrem Idol einmal selbst in ausverkauften Konzerthallen aufzutreten.<\/p>\n<p>Der vom elektrisierten Londoner Publikum begleitete Auftritt von Arthur Lee und Baby Lemonade ist grandios. Die Band ist mindestens genauso gut wie die originalen Love, ihre Spielfreude harmoniert aufs Beste mit dem auff\u00e4llig souver\u00e4n agierenden Lee, dessen reiner Bariton die Show bestimmt, aber auch immer wieder zur\u00fccktritt, um die vertrackten Arrangements der St\u00fccke samt Streichern und Bl\u00e4sern wirken zu lassen.<\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;2tQspFesT3E&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Im Alter von 58 Jahren war Arthur Lee wieder auf der H\u00f6he seines Ruhms angekommen, wie damals von 1966 bis 1968 w\u00e4hrend der Hippie-Bacchanalien, wenngleich er seine dauerhaften psychischen Probleme wie auch seinen Drogenkonsum nie wirklich \u00fcberwunden hatte. Zu seinem sp\u00e4ten Erfolg erkl\u00e4rte Lee:<\/p>\n<p>\u201eIch werde die ganze Zeit gefragt, wie es sich anf\u00fchlt, mit einem Album auf Tour zu sein, das ich vor 35 Jahren aufgenommen habe. Dazu kann ich nur sagen, es ist toll, denn das Album ist heute noch so gut wie damals, als ich es schrieb. Und vielleicht ist gerade jetzt die richtige Zeit, um damit auf Tour zu gehen.\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Keine drei Jahre nach der <em>Forever Changes<\/em>-Tour war Arthur Lee tot: Er starb am 3. August 2006 in Memphis, Tennessee, an Leuk\u00e4mie, keine 62 Jahre alt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u201eA black freak in a white world\u201c \u2013 Lee als Einzelg\u00e4nger und Enigma<\/p>\n<p>\u201eSitting on a hillside, \/ watching all the people die. \/ I feel much better on the other side\u201c, singt Arthur Lee in \u201eThe Red Telephone\u201c, dem letzten Song auf der ersten Seite von <em>Forever Changes<\/em>. Eine Schreckensvision, die man auf mancherlei Weise deuten kann, zumal wenn man wei\u00df, dass Lee damals in einem luxuri\u00f6sen Anwesen oberhalb von Los Angeles lebte und von dort aus auf die s\u00fcndhafte Stadt hinabblickte. Er bevorzugte die Distanz zur durchgeknallten psychedelischen Traumwelt aus Blumen und Drogen, Sex und Revolution der Hippies.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IzkAwCs5bnI<\/p>\n<p>Die omin\u00f6sen Zeilen aus \u201eThe Red Telephone\u201c lassen sich so zun\u00e4chst lesen als Au\u00dfensicht auf eine nur scheinbar friedliche Jugendkultur, in der die Drogen nicht nur die Pforten der Wahrnehmung, sondern auch jene zu einem Milieu aus Wahnsinn, tragischen Todesf\u00e4llen und sogar Vergewaltigungen und Mord \u00f6ffneten. Doch der Songtitel, der sich auf die im Kalten Krieg ber\u00fcchtigte Standleitung zwischen den Superm\u00e4chten bezieht, greift un\u00fcbersehbar auch die damalige politische Lage auf, die eben weitaus komplexer und verwickelter war, als dass ein simples \u201eMake love, not war\u201c sie h\u00e4tte l\u00f6sen k\u00f6nnen. Man denke nur an die ultimative Verteidigungsdoktrin der gegenseitigen nuklearen Ausrottung oder auch an den Stellvertreterkrieg in Vietnam, gegen den die Protestbewegung der Hippies sich vornehmlich richtete. Im Umfeld der anderen Songtexte des Albums lassen sich die ersten beiden Zeilen von \u201eThe Red Telephone\u201c daher ganz unterschiedlich interpretieren: So w\u00e4re zum einen an die Vision eines Schreckenspropheten gem\u00e4\u00df eines mystisch-gnostischen Weltbildes zu denken, zum anderen evoziert \u201ehillside\u201c aber auch einen Feldherrenh\u00fcgel, von dem aus die politischen Entscheidungstr\u00e4ger das (ferne) Kriegsgemetzel in zynischer Distanz beobachten.<\/p>\n<p>Vor allem aber zeichnet sich Arthur Lee in diesen Zeilen mit sanfter und klar prononcierender Stimme als einzelg\u00e4ngerischer Prophet, der denkbar uninteressiert daran ist, seinen Berg zu verlassen und die Menschlein dort unten an seinem Geheimwissen um die \u201eandere Seite\u201c teilhaben zu lassen. Gerade im Vergleich mit Lees Bekanntem Jimi Hendrix und Jim Morrison, der 1967 nicht nur zu \u201eBreak On Through (To The Other Side) aufrief, sondern sich auch anschickte, Arthur Lee den Titel des \u201eprince of Sunset Strip\u201c zu entrei\u00dfen, ist erkennbar, mit wie viel Skepsis der Love-Frontmann zur gleichen Zeit dem Rollenbild vom Rockstar als psychedelischem Seelenf\u00fchrer begegnete.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p><em>Forever Changes<\/em> ist voll von solchen Bezugnahmen auf das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft, dem zum Anf\u00fchrer erh\u00f6hten Star einerseits und seinen Fans und Followern andererseits: Ob das nun Entfremdungsgef\u00fchle im ber\u00fchmten Club Whisky A Go Go sind (\u201eAnd here they always play my songs \/ And me, I wonder if it\u2019s \/ Wrong or right\u201c); oder die Schlusszeilen von \u201eThe Red Telephone\u201c, die das Hippie-Mantra \u201eFreedom\u201c in das Gelalle eines Narren \u00fcberf\u00fchren; oder die gegeneinander ansingenden Perspektiven des polyamoren \u00dcberzeugungst\u00e4ters (\u201eYou know that I could be in love with almost everyone \u201c) und des einsamen Leidenden, f\u00fcr den trotz der ganzen Liebe niemand \u00fcbrigbleibt (\u201eAnd I will be alone again tonight, my dear\u201c), im hippiesk-fr\u00f6hlichen \u201eAlone Again Or\u201c.<\/p>\n<p>Mit wie viel Ernst ein bekennender <em>loner<\/em> wie Arthur Lee im selben Song die Zeile \u201eI think that people are the greatest fun\u201c gesungen hat, kann man sich vorstellen. Das Frustrationspotenzial des abwesenden \u201efree-loving spirit\u201c liefert dieser Album-Opener mit der warmen, s\u00fc\u00dflichen Melodie gleich mit, am Ende bleibt von der aufw\u00e4ndigen Orchestrierung nur die einsame Akustikgitarre des Alleingelassenen.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Im Umfeld der kalifornischen Blumenkinder war Arthur Lee jedenfalls eine singul\u00e4re Figur. Ein komplizierter, d\u00fcsterer und verschlossener Charakter, der mehr als nur einmal mit dem alten Klischee von der N\u00e4he zwischen Genie und Wahnsinn beschrieben wurde: oft paranoid, mal manisch, mal depressiv. Und dieser Geniewahrnehmung entsprechend wurden seine Platten auch vom zeitgen\u00f6ssischen Publikum aufgenommen, als \u201e,mit das Beste was Los Angeles in den 60ern zu bieten hatte, und alle [seine Songs] drehten sie sich um das Ying und Yang der Sch\u00f6nheit und der Wut, Anmut und Psychose.\u201c<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a> Oder wie es David Anderle, ein Wegbegleiter aus Lees Plattenfirma Elektra Records formulierte:<\/p>\n<p>\u201eMit Arthur war nur schwer zurechtzukommen. [\u2026] Er hatte st\u00e4ndig vor irgendetwas Angst und konnte nie sagen, was es war. Er war ein echtes R\u00e4tsel. [\u2026] Ich halte ihn wirklich f\u00fcr einen der ganz gro\u00dfen Genies aus LA: Brian [Wilson], [Captain] Beefheart, Zappa, Neil Young, Arthur [\u2026] sie alle waren irgendwie getriebene, einsiedlerische, r\u00e4tselhafte Leute.\u201c<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Diese Zur\u00fcckgezogenheit, in der sich Arroganz, Angst und Gleichg\u00fcltigkeit auf eine merkw\u00fcrdige Weise vermischte, hatte ihren Preis, denn Lee h\u00e4tte, nicht nur vor\u00fcbergehend, einer der ganz gro\u00dfen Namen im Rockgesch\u00e4ft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Lees Weigerung, au\u00dferhalb von L.A. zu spielen, f\u00fchrte nicht nur dazu, dass Love erst 1968 in New York auftraten, sondern auch zu einer in einem Akt von Selbstsabotage verschm\u00e4hten Einladung zum Monterey Pop Festival im Juni 1967.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr, neben pers\u00f6nlichen Vorbehalten gegen einen der Veranstalter, war ein kategorischer Imperativ, nie im Leben ohne Honorar aufzutreten.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a> Dass sich der Verzicht auf ein Honorar durch die Teilnahme am Festival kommerziell dennoch ausgezahlt h\u00e4tte, war allen Beteiligten v\u00f6llig klar. An Lees Haltung \u00e4nderte das allerdings nichts.<\/p>\n<p>Singul\u00e4r war an Love zudem der f\u00fcr diese Zeit bemerkenswerte Umstand, dass es sich um die wahrscheinlich erste Rockband handelte, in der schwarze und wei\u00dfe Amerikaner zusammenspielten \u2013 auch wenn dieses Alleinstellungsmerkmal von der Gruppe stets kleingeredet oder gar g\u00e4nzlich negiert wurde. So versicherte etwa Bryan MacLean: \u201eWir haben uns nie darum gek\u00fcmmert, dass wir eine multi-ethnische Band waren, auch die B\u00fcrgerrechtsbewegung war uns egal.\u201c<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Vorgeschichte von <em>Forever Changes<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte von Love beginnt 1965, als der damals 20-j\u00e4hrige Lee ausgerechnet jenen Begriff zum Bandnamen machte, der nicht nur dem Sommer 1967 seinen Namen geben, sondern die gesamte Subkultur der sp\u00e4ten sechziger Jahre pr\u00e4gen sollte. Aufgrund der Spannungen, die aus Lees autokratischem Verhalten resultierten, h\u00e4tte Drummer Alban Pfisterer allerdings \u201ehate\u201c f\u00fcr treffender gehalten: \u201eIn dieser Gruppe gab es nichts, was den Namen Liebe verdient h\u00e4tte. Es ging nur um Hass. Das h\u00e4tte der Bandname sein sollen.\u201c<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>[youtube id=&#8220;ZgBDItJ0TxA&#8220; autoplay=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter erschien das gleichfalls <em>Love<\/em> benannte Deb\u00fctalbum, das passablen, aber keinesfalls herausragenden psychedelischen Rock enthielt. Im November 1966 folgte dann das zweite Album <em>Da Capo<\/em>, das von geradezu barockem, dezidiert psychedelischem Folk gepr\u00e4gt wurde. <em>Da Capo<\/em> enthielt unter anderem das monumentale St\u00fcck \u201eRevelation\u201c, das die komplette B-Seite in Anspruch nahm. Aufregender als die knapp 19 Minuten dauernde orchestrale Soundcollage waren aber die St\u00fccke der A-Seite, n\u00e4mlich sechs meisterliche Songs, die Psychedelia und Punk Rock mit Latin- und Broadway-Einfl\u00fcssen vermischten.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a> Herausragend darunter ist vor allem \u201eSeven and Seven Is\u201c, ein Proto-Punksong mit vorw\u00e4rts treibendem Rhythmus, aggressivem Gitarrenspiel \u2013 und als Schlusseffekt ein Explosionsger\u00e4usch, das die Detonation einer Atombombe imitierte. So etwas hatte man zuvor noch nie geh\u00f6rt, weshalb ihn Barney Hoskyns zurecht als \u201eone of the great rock singles of the \u201960s\u201c<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a> ansieht.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Love - Seven and Seven Is\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Ntnkjw2mDWA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><em>Da Capo<\/em> war insofern weniger eine Wiederholung des Vorg\u00e4ngeralbums als vielmehr ein bedeutender Entwicklungsschritt mitsamt dem Versprechen, es das n\u00e4chste Mal noch besser zu machen. Die Nachfolgerplatte sollte dann noch st\u00e4rker in die akustische Richtung gehen. Doch es gab ein Problem: Kaum war <em>Da Capo<\/em> erschienen, machte Tourmanager Neil Rappaport die Band mit Heroin bekannt, und schnell waren einige der Bandmitglieder mehr oder weniger abh\u00e4ngig davon. Frontmann Lee hingegen bevorzugte zwar ohnehin Kokain, wenn es um Amphetamine ging, Heroin konsumierte er \u2013 zumindest nach eigener Aussage \u2013 nur in moderatem Ausma\u00df. Aber in kalifornischen Musikerkreisen, in denen die Droge als inkompatibel mit dem blumigen Zeitgeist von Frieden und Liebe angesehen wurde, dr\u00e4ngte die Heroinsucht die Band noch weiter in die Au\u00dfenseiterrolle.<\/p>\n<p>Die Umst\u00e4nde, unter denen Love Anfang Juni 1967, auf dem H\u00f6hepunkt des <em>summer of love<\/em>, ins Studio gingen, sind oft verzerrt dargestellt worden. Denn es war nicht der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Drogenkonsum, der ein zielgerichtetes Arbeiten an <em>Forever Changes<\/em> unm\u00f6glich machte, vielmehr lag es an pers\u00f6nlichen und k\u00fcnstlerischen Differenzen. Die Bandmitglieder kamen beispielsweise mit zahlreichen Eigenkompositionen ins Studio, die dann jedoch allesamt abgelehnt wurden, weil die St\u00fccke des Bandleaders Lee Priorit\u00e4t hatten. Das frustrierte insbesondere MacLean, selbst ein hervorragender Songschreiber, wie der Opener \u201eAlone Again Or\u201c hinreichend unter Beweis stellt. Zudem konnten die so ambitionierten wie introspektiven St\u00fccke, die Lee f\u00fcr das Album vorschwebten \u2013 das intern den quasi-religi\u00f6sen Arbeitstitel \u201eThe Third Coming of Love\u201c<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> trug \u2013, nicht einfach spontan eingespielt, sondern mussten gr\u00fcndlich einstudiert werden.<\/p>\n<p>Kurzum: Da im Studio nichts vorw\u00e4rts ging, platzte Lee und auch Produzent Bruce Botnick angesichts des Zeitdrucks der Kragen. Nicht zuletzt um die passiven Bandmitglieder aufzur\u00fctteln, engagierte man vier teure Session-Musiker, die vor den Augen der schockierten Band in kurzer Zeit drei Songs aufnahmen. Zwei davon, \u201eThe Daily Planet\u201c und das meisterhafte \u201eAndmoreagain\u201c, landeten dann tats\u00e4chlich auf <em>Forever Changes<\/em>.<\/p>\n<p>Die Schocktherapie der demonstrativen Ausgrenzung der Musiker half: Sie gelobten Besserung, und man unterbrach die Aufnahmen f\u00fcr zwei Monate, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Parts in den komplexen Arrangements einzu\u00fcben. Als es Mitte August dann wieder ins Studio ging, klappte alles wie am Schn\u00fcrchen: Nach einer Woche waren die Grundger\u00fcste aller Songs im Kasten. Nun konnte Lee, unterst\u00fctzt vom professionellen Arrangeur David Angel, daran gehen, die orchestralen Ausschm\u00fcckungen und Verzierungen durch Bl\u00e4ser und Streicher als Overdubs hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Dass man Rockmusik orchestrierte (und manchmal sogar darin ertr\u00e4nkte), war im Herbst 1967 nicht mehr ganz neu. Neu jedoch war die ungew\u00f6hnliche, geradezu organische Weise, in der Lee und Angel die orchestralen Elemente in die St\u00fccke auf <em>Forever Changes<\/em> einf\u00fcgten. Entgegen weitverbreiteter Annahmen hat Lee kein einziges Instrument auf seinem Meisterwerk selbst gespielt, sondern stand als Dirigent hinter der Glasscheibe im Produktionsraum. Er war zwar weder in der Lage, Noten zu schreiben, noch sie zu lesen, aber er hatte wahrlich unerh\u00f6rte Musik in seinem Kopf, und er verstand es, sie mithilfe seiner Band h\u00f6rbar zu machen.<\/p>\n<p>Die Fertigstellung von <em>Forever Changes<\/em> dauerte bis September, sodass das Album im November 1967 erscheinen konnte \u2013 ein ung\u00fcnstiger Zeitpunkt, mitten hinein in die Flut der Neuerscheinungen im Weihnachtsgesch\u00e4ft. \u00dcberdies herrschte im Jahr 1967 an konkurrierenden wegweisenden Alben nun wahrlich kein Mangel, die Konsequenz: <em>Forever Changes<\/em> ging praktisch sang- und klanglos unter. Die Platte schaffte es nur auf Platz 154 der US-Albumcharts, und selbst die Single \u201eAlone Again Or\u201c verfehlte die Top 100.<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a> Das war freilich auch ein Denkzettel daf\u00fcr, im Vorhinein die \u00fcblichen Resonanzstrategien des Marktes nicht bedient zu haben. Insbesondere Lees Weigerung, extensiv zu touren oder am Monterey Festival teilzunehmen, um das Album auf diese Weise bekannt zu machen, erwies sich dabei als verh\u00e4ngnisvoll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">The Third Coming of Love<\/p>\n<p>Das Cover von <em>Forever Changes<\/em> zeigt, darin durchaus Kind seiner Zeit, vor wei\u00dfem Hintergrund eine psychedelisch-kaleidoskopische Collage der f\u00fcnf Bandmitglieder, wobei sich das in zwei Pinkt\u00f6nen gehaltene Gesicht von Arthur Lee am prominentesten abzeichnet. Der Umriss hat die Exegeten an die Gestalt eines Herzens und die Konturen des afrikanischen Kontinents erinnert, allerdings auch an einen psychedelischen Tumor.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a> Das Motiv stammt vom K\u00fcnstler Bob Pepper, der urspr\u00fcnglich einen schwarzen Hintergrund erwogen hatte, sich dann aber f\u00fcr Wei\u00df entschied.<\/p>\n<p>Dieses ambivalente Schwanken, etwa in der Entscheidung zwischen schwarzem und wei\u00dfem Hintergrund, aber auch zwischen der oberfl\u00e4chlich affirmativen Haltung gegen\u00fcber hippieskem \u201eLove and Happiness\u201c und einem d\u00fcsteren Schimmern, das mal mehr, mal weniger in den Vordergrund tritt, zieht sich wie ein roter Faden durch Cover, Musik und Lyrics des Albums. Konterkariert wird das Ambiente wiederum vom pop-psychedelischen Stil des Artwork, das dem von Peter Max f\u00fcr <em>Yellow Submarine<\/em> (1969) \u00e4hnelt. Die Ambivalenz als enges Neben- und Miteinander von psychedelischer Lebensfreude und paranoider Todesfurcht erzeugt auf <em>Forever Changes<\/em> eine Spannung, die so nirgend anders zu finden war, wobei Lees ausgepr\u00e4gte Angst vor dem nahen Ende auch seinen Drang zum Perfektionismus bef\u00f6rderte. In seinen Memoiren notierte er dazu:<\/p>\n<p>\u201eZu der Zeit, als ich diese Songs schrieb, dachte ich, es k\u00f6nnte das letzte Album sein, das ich je mache. Die Texte auf <em>Forever Changes<\/em> w\u00fcrden die letzten Worte sein, die ich \u00fcber diesen Planeten sage. [\u2026] Ich denke mir immer, dass ich Sachen dar\u00fcber schreibe, wie die Welt eben wirklich ist, denn wenn mir diese Dinge passieren, ist es nur wahrscheinlich, dass sie auch anderen zusto\u00dfen. Das war der Ausl\u00f6ser. Ich war nie so ein Typ von \u201aI love you, I want you, I need you, ooh baby\u2018-Songwriter.\u201c<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Manch einer erhob Lee deshalb zur prophetischen Gestalt, der wie ein Seismograf die dunkle Seite der sozialrevolution\u00e4ren Gl\u00fccksversprechungen zur Sprache gebracht und das bevorstehende Ende des California Dreaming vorzeitig ersp\u00fcrt habe, obwohl es seinerzeit niemand habe h\u00f6ren wollen.<\/p>\n<p>Das R\u00e4tsel Arthur Lee erkl\u00e4ren zu wollen, w\u00e4re anma\u00dfend. Eine detaillierte Beschreibung seiner Gem\u00fctslage im Verlauf des popkulturellen Schaltjahres 1967 \u2013also w\u00e4hrend der Arbeit an <em>Forever Changes<\/em> \u2013 m\u00fcsste aber wohl ber\u00fccksichtigen, wie sich eine von den politischen Umst\u00e4nden getragene apokalyptische Weltsicht mit existentialistischem Ekel vor der Gegenwart vermischte, in der sich Flower Power und Kapitalismus gegenseitig bek\u00e4mpften. All dies f\u00fchrte bei Lee zu einer Art von messianischem Zorn \u00fcber die Verlogenheit seiner Umwelt. Allerdings darf man bei solchen Dechiffrierungsversuchen auch die drogeninduzierten \u201etieferen Einsichten\u201c ins sogenannte Weltganze nicht vergessen.<\/p>\n<p>So oder so: Etwas vom r\u00e4tselhaften Charakter Lees fand seinen Weg in die enigmatischen Songtexte auf <em>Forever Changes<\/em>, die sich poetisch-schillernd zwischen den \u00fcblichen Themen wie Verlieben und Verlassenwerden einerseits und Drogenrausch, dunklen Visionen von Hybris, Krieg und ((rassistischer)) Gewalt oder Ironisierungen des Lebensstils von Love &amp; Happiness andererseits bewegen. Es sind die Lyrics, die dem Album und seinen mitunter allzu lieblichen Melodien eine D\u00fcsternis und Tiefe verleihen, die es nur bedingt zum k\u00fcnstlerischen Ausdruck des revolution\u00e4r-libert\u00e4ren Zeitgeists werden lassen:<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend die Musik auf Forever Changes mit einer fast narkotisierenden Best\u00e4ndigkeit und tr\u00fcgerischen Sch\u00f6nheit dahinstr\u00f6mt, k\u00f6nnen die Texte wie ein Juckreiz wirken, den man mit dem kratzenden Finger nie erreicht. Die Kombination ist durch und durch fesselnd und leicht verunsichernd zugleich \u2013 psychedelisch im wahrsten Sinne des Wortes.\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Wohl weil er glaubte, <em>Forever Changes<\/em> sei sein letztes Werk vor dem unausweichlichen Tod, verwendete der damals 22-j\u00e4hrige Lee viel Energie auf Songtexte, aber auch auf deren Titel. Denn, ungew\u00f6hnlich f\u00fcr ein Popalbum im Jahre 1967, nur mit wenigen Ausnahmen tauchen die Songtitel in den Songs selbst auf und sorgen dadurch f\u00fcr noch mehr Arbeit bei den sp\u00e4teren Exegeten. Und selbst bei den Ausnahmen hat Lee kleinere St\u00f6rungen eingebaut, die auch die konventionelleren Lyrics, wie beispielsweise die seines Bandkollegen MacLean im Opener \u201eAlone Again Or\u201c, zum Schillern bringen.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=cNcXFy8QTC4<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hie\u00df das St\u00fcck lediglich \u201eAlone Again\u201c, doch durch die von Lee verantwortete Erweiterung gelingt es, das so klassische wie triviale Songthema von der erneuten Einsamkeit etwas ins Merkw\u00fcrdige und Offene zu verdrehen. Warten in einer Welt, in der jeder jeden lieben will, neues Gl\u00fcck und das Ende der Einsamkeit nicht hinter der n\u00e4chsten Ecke? Lees Bearbeitung von MacLeans Song geht aber noch weiter. Nicht nur lie\u00df er hinter dem R\u00fccken seines Kollegen dessen Gesangspart so weit in den Hintergrund mischen, dass das St\u00fcck eindeutig von Lees Stimme dominiert wird, sondern er erg\u00e4nzte das sparsame akustische Arrangement der Flamenco-Gitarre, das von MacLean vorgesehen war, auch um fr\u00f6hliche Mariachi-Trompeten und liebliche Streicher. Die Wirkung ist besonders im Vergleich zu MacLeans Soloversion auf dessen Album <em>ifyoubelievein<\/em> (1997) nicht zu \u00fcberh\u00f6ren: In der Fassung auf <em>Forever Changes<\/em> konterkariert die Musik die Lyrics und gibt damit gleich die Richtung f\u00fcr die anderen Songs des Albums vor.<\/p>\n<p>Eines \u00e4hnlichen Kniffs hatte sich Lee etwa bei der Zusammenschreibung der Titelbestandteile von \u201eAndmoreagain\u201c bedient, dem dritten Song des Albums. Lee selbst bot dazu eine lebensphilosophische Deutung f\u00fcr den Titel an: \u201eAnd \u2026 more \u2026 again: das ist die Geschichte deines Lebens. Die Geschichte jedes Lebens ist ein \u201aAndmoreagain\u2018 [Undmehrdavon]. Was ist das Leben? Ein einziges \u2018Andmoreagain\u2019, und dann noch mehr, und dann noch mehr.\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Diese beiden melodi\u00f6sen Songs rahmen mit \u201eA House Is Not A Motel\u201c einen g\u00e4nzlich vom Albumauftakt verschiedenen Track ein. Der Titel ist ein abgewandeltes Zitat von \u201eA House Is Not A Home\u201c, einem Song von Burt Bacharach und Hal David, deren \u201eMy Little Red Book\u201c Love in einer radikal ver\u00e4nderten Version f\u00fcr ihr Deb\u00fctalbum aufgenommen hatten. Mit dem Bacharach\/David-Song, die h\u00e4usliche Variante eines Liebeslieds \u00e0 la \u201eAin\u2019t no sunshine when she\u2019s gone\u201c, hat der Song aber gar nichts mehr zu tun. Der, gemessen an der Vorlage, etwas tautologische Titel erscheint in den Lyrics nirgends, das titelgebende Motel mag vielleicht gerade noch als Bild der Heimat des unbehausten Menschen herhalten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qInF7WKOz4c<\/p>\n<p>Der Text beginnt als an den H\u00f6rer gerichtete Einladung zu einem Besuch im Haus des Singenden, das gem\u00e4\u00df der damals luxuri\u00f6sen Lebensumst\u00e4nde von Lee beschrieben wird mit: \u201eIn the halls you\u2019ll see the mantles \/ Where the light shines dim all around you\u201c. Sodann schwenkt er aber um auf eine Referenz an die Prophezeiung des puritanischen Geistlichen Cotton Mather, der 1709 verk\u00fcndigte: \u201eMany Arguments perswade us, that our glorious Lord, will have an Holy City in AMERICA, a <em>City<\/em>, the street of whereof will be Pure Gold\u201c [Viele Gr\u00fcnde sprechen daf\u00fcr, dass unser glorreicher Herr eine Heilige Stadt in Amerika schaffen wird, eine Stadt, deren Stra\u00dfen mit purem Gold gepflastert sein werden.].<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a> Entsprechend wird behauptet, \u201ethe streets are paved with gold\u201c. Mathers Metapher bezieht nun also auf die Stadt der Engel und Hollywood, das sich, negativ gewendet, als s\u00e4kulare Einl\u00f6sung dieses religi\u00f6sen Versprechens erweist. Dieser Bezug auf einen der zentralen amerikanischen Mythen wiederholt sich in der zweiten Strophe. Die freundliche H\u00f6reransprache aus der ersten (\u201eYou can come and look\u201c) ist dort bereits einer Distanzierung und Herabsetzung gewichen (\u201eYou are just a thought that someone \/ Somewhere somehow feels you should be here\u201c), und dem hilfsbereiten Angebot \u201eYou can call my name\u201c, der einzigen in allen drei Strophen wiederkehrenden Zeile, folgen nur noch ein \u201eI hear you calling my name\u201c, Lees Schrei \u2013 und dann ist der, der seinen Namen ruft, alleine mit einer in den Vordergrund dr\u00e4ngenden E-Gitarre, die nach der dritten Strophe noch ausf\u00fchrlicher zur Geltung kommt. In derselben ist an die Stelle der versprochenen goldenen Stra\u00dfen der blutrote zeitgen\u00f6ssische Horror der <em>killing fields<\/em> in Vietnam getreten:<\/p>\n<p>\u201cBy the time that I\u2019m through singing \/ The bells from the schools of wars will be ringing \/ More confusions, blood transfusions \/ The news today will be the movies for tomorrow \/ And the water\u2019s turned to blood \/ And if you don\u2019t think so \/ Go turn on your tub \/ And it is mixed with mud \/ You\u2019ll see it turn to gray \/ And you can call my name \/ I hear you callin\u2019 my name\u201d<\/p>\n<p>Die Vorhersage \u00fcber in der Traumfabrik sp\u00e4ter am Band gemachte Vietnam-Filme trifft auf die horrende Vision der mit Blut und Matsch gef\u00fcllten Badewanne, durch die der Krieg quasi nach Hause kommt, wobei diese merkw\u00fcrdige \u00dcberblendung zur\u00fcckgeht auf die Berichte eines Vietnam-Veteranen, auf den die Band bei einem Janis-Joplin-Konzert in San Francisco traf. Zu dem von fernem Geheul begleiteten wilden Gitarrensolo, in das \u201eA House Is Not A Motel\u201c m\u00fcndet, erkl\u00e4rte John Echols: \u201eDie Solopassage sollte den Krieg repr\u00e4sentieren, das Chaos auf einem Schlachtfeld, sterbende Menschen, das ganze Wimmern, Explosionen, die Angst der Menschen.\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a> Und in der Tat k\u00f6nnte man sich vorstellen, dass das mehr als einmin\u00fctige Solo, das dem letzten Hilferuf nachfolgt, Martin Sheens Tanz in der legend\u00e4ren Anfangssequenz von <em>Apocalypse Now<\/em> (1979) mindestens ebenso gut untermalen k\u00f6nnte wie \u201eThe End\u201c von den Doors, dieser anderen Band aus der Nachbarschaft Hollywoods \u2013 bissiger Kommentar zur \u00e4sthetischen Verwertung der Gewalt inklusive.<\/p>\n<p>Noch etwas ist bedeutsam an dieser Passage, denn es ist eine von nur sehr wenigen Stellen auf <em>Forever Changes<\/em>, bei denen eine elektrische Gitarre zum Einsatz kommt \u2013 und wenn doch, so begleitet sie wie in \u201eA House Is Not A Motel\u201c die Thematisierung von Krieg und Gewalt, ob zeitgen\u00f6ssisch oder historisch.<\/p>\n<p>So zum Beispiel auch das zweimal wiederholte E-Gitarrensolo in \u201eLive And Let Live\u201c, in dem Lee auf den Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern anspielt.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TniztJYqsJ8<\/p>\n<p>Just zum historischen Zeitpunkt, als sich die zumeist wei\u00dfen Mittelschichtkinder von der konservativen Weltsicht ihrer Eltern befreien wollen, erinnert Lee seine H\u00f6rerschaft damit an das Schicksal der unterdr\u00fcckten autochthonen Minderheit, deren Land gewaltsam gestohlen wurde: \u201eAnd so the story ended \/ Do you know it all so well \/ Well, should you need, I\u2019ll tell you\u201c. Lee geht es dabei weniger darum, eine Rebellion anzuzetteln, als die historische Gewalt vorzuf\u00fchren, und in gewisser Weise die Selbstgerechtigkeit des revolution\u00e4ren Mittelstands auszustellen.<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie sich Lee dabei in die Rolle der <em>natives<\/em> versetzt (\u201eI have seen you many times before \/ Once when I was an Indian \/ And I was on my land\u201c), \u00e4hnelt merkw\u00fcrdig jenem Rollenwechsel, wie ihn ein anderer Musiker aus Los Angeles 1967 in seinen Texten vollzieht, um Gewalt aus der Sicht von Betroffenen zu thematisieren: Tim Buckley. In \u201eOnce I Was\u201c benutzt er eine solche Form der verk\u00f6rpernden Erinnerung: \u201eOnce I was a soldier \/ and I fought on foreign sand for you \/ Once I was a hunter \/ and brought home fresh meat for you\u201c.<\/p>\n<p>Tim Buckley geh\u00f6rt wie Jim Morrison zu Lees Konkurrenz auf dem Sunset Strip, wo \u00fcberlebensgro\u00dfe Billboard-Werbung sein Album <em>Goodbye and Hello<\/em> ank\u00fcndigt, und er teilt im Sommer 1967 mit Lee nicht nur die Themen, sondern auch die L.A.-typische Skepsis gegen\u00fcber dem psychedelischen Hype in San Francisco sowie den Wunsch, seine k\u00fcnstlerische Freiheit gegen die Vorgaben der Plattenfirmen zu verteidigen. <em>Goodbye and Hello<\/em> entsteht in unmittelbarer zeitlicher und \u00f6rtlicher N\u00e4he zu <em>Forever Changes<\/em>, auch Buckleys Album wird vom Produzenten Jac Holzman bei Elektra Records produziert. Die mediale Verwertung des Kriegs thematisiert Buckley im Opener \u201eNo Man Can Find The War\u201c, doch musikalisch unterscheiden sich die Alben trotz der weichen Stimmen von Lee und Buckley \u2013 man vergleiche einmal \u201eAndmoreagain\u201c und \u201ePhantasmagoria In Two\u201c \u2013 deutlich. Buckleys Album ist sparsamer arrangiert, folkiger, und wenn er die Gefahr des Kriegs vertonen will, greift er mit der Bombendetonation im Er\u00f6ffnungssong ein Mittel auf, das Love bereits 1965 als losgel\u00f6sten Soundeffekt genutzt hat. Chaotisches Kriegsgeheul findet allenfalls eine textuelle Umsetzung, die Lyrics wiederum sind erz\u00e4hlerischer und konventioneller als bei Arthur Lee.<\/p>\n<p>Dessen Art des Songwriting l\u00e4sst sich an \u201eLive And Let Live\u201c gut beobachten. \u00dcbergangslos m\u00e4andern die Lyrics von der befremdlichen ersten Zeile \u201eOh, the snot has caked against my pants \/ It has turned into crystal\u201c zur Beobachtung eines Vogels, der auf einem Zweig sitzt\u201c, wechseln in die Perspektive eines wei\u00dfen Siedlers (\u201eI guess I\u2019ll take my pistol \/ I\u2019ve got it in my hand \/ Because he\u2019s on my land\u201c) und erst dann in die des <em>native american<\/em>. Es sind solche Passagen ebenso wie der Text zu \u201eA House Is Not A Motel\u201c, die dazu verleiten k\u00f6nnen, Bandkollege und Songwriter-Konkurrent MacLean Recht zu geben:<\/p>\n<p>\u201eSie m\u00fcssen verstehen, dass Arthurs Lyrics [\u2026] alle einem Bewusstseinsstrom entspringen. Ich arbeitete an meinen Songs, konstruierte sie, er hingegen schrieb nicht auf diese Weise. Da kamen Sachen raus wie \u201aDer Rotz hat sich auf meiner Hose verkrustet\u2018 \u2013 und blieben stehen! Er war wirklich brillant, aber sein gr\u00f6\u00dftes Problem war, dass er versuchte, hip zu sein. Er war zu hip f\u00fcr W\u00f6rter((Texte)). Er redete wie ein Jazzmusiker aus den vierziger Jahren.\u201c<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Viele assoziative Verkn\u00fcpfungen und wenig reflektierte Anspielungen in den Songs auf <em>Forever Changes<\/em> sprechen f\u00fcr MacLeans These. Ein Song wie das erw\u00e4hnte \u201eThe Red Telephone\u201c aber zeigt, wie viel Arbeit Arthur Lee nicht nur in die Texte selbst, sondern auch in deren Arrangement steckte, um das Ausdruckspotential zu steigern. Nehmen wir etwa diese Strophe: \u201eSometimes my life is so eerie \/ And if you think I\u2019m happy \/ Paint me white (yellow)\u201c<\/p>\n<p>Die letzte Zeile ist zun\u00e4chst lesbar als eine Anspielung auf die Single \u201ePaint It, Black\u201c (1966) von den Rolling Stones, wenngleich an die Stelle des Ratschlags, alle Gegenst\u00e4nde der privaten Umgebung schwarz anzumalen, nun die Offerte tritt, den S\u00e4nger wei\u00df anzumalen. \u00dcber Lees Hautfarbe kommt zum einen offenkundig ein Rasse-Diskurs ins Spiel, der sich in das stets pr\u00e4sente Au\u00dfenseiter-Thema des \u201eblack freak in a white world\u201c einf\u00fcgt.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a> Zum anderen aber verwendet Lee hier wie andernorts das g\u00e4ngige Verfahren des <em>double tracking <\/em>der Leadstimme \u2013 normalerweise zu deren Verst\u00e4rkung eingesetzt \u2013, um allzu eindeutige Zuschreibungen zu st\u00f6ren. Die Aufforderung, jemanden anzumalen, wird akustisch nicht untermalt, sondern \u00fcbermalt. Beinahe synchron wird \u00fcber die Wei\u00dfmalerei eine zweite Farbe, gelb, gesungen. Dadurch wird die prim\u00e4re Aussage dementiert und ins Schweben gebracht, es scheinen gleichsam zwei Erz\u00e4hlerpers\u00f6nlichkeiten am Werk zu sein. Vom Duett mit sich selbst bis zum Kommentar der Leadstimme reizt Lee hier die Studiotricks auf vielf\u00e4ltige Weise aus.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Neben anderen Popsongs webt Lee als intertextuelles Zitatmaterial auch Zitate aus literarischen Texten ein. Im Fall von \u201eThe Red Telephone\u201c ist es allerdings ein dezidiert politischer, der den Song in eine Reihe mit \u201eA House Is Not A Motel\u201c sowie \u201eLive And Let Live\u201c stellt: Es ist das Theaterst\u00fcck <em>Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade<\/em> von Peter Weiss. Der Song endet mit den Versen:<\/p>\n<p>\u201eThey\u2019re locking them up today \/ They\u2019re throwing away the key \/ I wonder who it\u2019ll be tomorrow, you or me? \/ We\u2019re all normal and we want our freedom \/ Freedom \u2026 freedom \u2026 freedom \u2026 freedom \/ Freedom \u2026 freedom \u2026 freedom \u2026 freedom \/ All a God\u2019s chillins gotta have dere freedom\u201c.<\/p>\n<p>Sind die ersten drei Zeilen leicht lesbar als Beschreibung staatlicher Repressionsma\u00dfnahmen gegen die schwarze Minderheit oder die protestierenden Jugendlichen, \u00fcbernimmt die vierte Verszeile die zentrale Forderung der im Hospiz zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade agierenden Schauspielgruppe: \u201eWer h\u00e4lt uns zu Unrecht gefangen wer sperrt uns ein \/ Wir sind gesund und wollen in Freiheit sein\u201c.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a> Das St\u00fcck, 1964 uraufgef\u00fchrt, war in den USA \u00e4u\u00dferst erfolgreich, und allein Arthur Lee hat offenbar sechs Vorstellungen von <em>Marat\/Sade<\/em> besucht. Und so wie Weiss mit dem im 18. Jahrhundert angesiedelten Schauspiel eigentlich die Studentenrevolte der sechziger Jahre meinte, verbindet Lee den Ruf nach Freiheit mit dem Civil Rights Movement der schwarzen Minderheit in den USA. Die letzte Zeile spricht er ausdr\u00fccklich im antiquierten Slang der Sklaven mehr insistierend als sie nur rhapsodisch zu singen.<\/p>\n<p>Ungebrochen ist jedoch auch diese Deutung nicht zu haben. Erstens verbindet sich der Schlussvers derart mit dem Fade-Out, das er kaum noch h\u00f6ren ist und verklingt, bevor er als Aufruf \u00fcberhaupt laut werden kann. Zweitens geht das erw\u00e4hnte \u201eFreedom\u201c-Mantra bald in ein unmoduliertes, nicht ernstzunehmendes Lallen \u00fcber, das sich nach h\u00e4ngengebliebener Schallplatte anh\u00f6rt \u2013 oder eben, als ob es einer der Insassen des Irrenhauses von Charenton s\u00e4nge.<\/p>\n<p>Das nachfolgende Lied \u2013 \u201eMaybe The People Would Be The Times Or Between Clarke and Hilldale\u201c \u2013 ist \u00e4hnlich wie bei der Paarung \u201eA House Is Not A Motel\u201c und \u201eAndmoreagain\u201c wieder deutlich beschwingter.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PkbVosJFkpg<\/p>\n<p>Es setzt fast tanzbar ein mit Gitarre und einem Schlagzeug, das den Einfluss des Bossa Nova nicht verhehlen kann. Der Text entwirft das Bild eines immer wieder vom L\u00e4rm beziehungsweise der Musik unterbrochenen, aber auch inhaltlich ins Leere laufenden Party-Smalltalks. Tats\u00e4chlich \u201ast\u00f6rt\u2019 die hereindr\u00e4ngende Musik mehrfach die Syntax der Songzeilen, die erst mit Versp\u00e4tung vervollst\u00e4ndigt werden: \u201eWhat is happening and how have you been \/ Gotta go but I&#8217;ll see you again \/ And oh, the music is so loud \/ And then I fade into the \u2013 Crowds of people standing everywhere\u201c.<\/p>\n<p>Die im Titel genannte Adresse auf dem Sunset Strip weist daraufhin, dass die Party wohl im legend\u00e4ren Whisky A Go Go in Los Angeles steigt, wo neben Love vor allem The Doors ber\u00fchmte Auftritte in jener Zeit feierten. Vom Aufgehen des Individuums in der Einheit der gl\u00fccklich Liebenden und Feiernden ist im Summer of Love dieses Songs jedoch nichts zu sp\u00fcren. Im Mittelpunkt stehen das Desinteresse am Wohlergehen des anderen, die Monotonie der Dauerfeier (\u201ethey come here just the same \/ Telling everyone about their games\u201c) und einem allgemeinen \u00dcberdruss am Leben unter der kalifornischen Sonne, \u201e where everybody is painted brown\u201c. Der Song, dessen Melodie und erneuten Mariachi-Bl\u00e4ser noch bei seiner Wiederauff\u00fchrung 2003 zum Tanzen anregte, endet mit einer Zeile, die die Absage an Flower Power und California Dreaming kaum deutlicher bekr\u00e4ftigen k\u00f6nnte: \u201eLet\u2019s go paint everybody gray \/ Yeah, gray, yeah\u201c.<\/p>\n<p>In die gleiche Kerbe schl\u00e4gt wenig sp\u00e4ter \u201eThe Good Humor Man He Sees Everything Like This\u201c in seiner vermeintlichen Beschw\u00f6rung eines Hippie-Gl\u00fccks aus Blumen, sommerlicher Heiterkeit, bunten V\u00f6geln und Schulm\u00e4dchen mit Z\u00f6pfen. Auch dieses oberfl\u00e4chliche Idyll wird jedoch nicht ungebrochen besungen, l\u00e4sst doch der Songtitel keinen Zweifel daran, dass Arthur Lee sich hier lediglich in ironischer Absicht eine quasi rosarote Sonnenbrille aufsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Herz der Finsternis<\/p>\n<p>Anders als in Haight-Ashbury, der Hochburg der psychedelischen Bewegung, begegneten Bands und Musiker in Los Angeles dem dionysischen Lebensgef\u00fchl von 1967 mit gr\u00f6\u00dferer Skepsis und Distanz. Ob sie nun Gothic-Rock-Vorwegnahmen in ihre Musik einbauten wie The Doors oder sich gleich offensiv \u00fcber die Vermarktung der Counterculture lustig machten wie <em>We\u2019re Only In It For The Money<\/em> von Frank Zappas Mothers of Invention: Unter dem \u201eorangefarbenen Smog-Himmel\u201c von L.A. klang der Summer of Love weitaus d\u00fcsterer und befremdlicher als in San Francisco, und nirgends ist diese \u201eKombination aus Sch\u00f6nheit und Furcht((Scheu))\u201c (Edmonds) besser eingefangen als in den dunklen Visionen des \u201eThird Coming of Love\u201c<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eIn gewisser Weise ist <em>Forever Changes<\/em> der ultimative Soundtrack f\u00fcr L.A.: die Mariachi-Bl\u00e4ser des <em>melting pot<\/em>, die Sirenen und die Autounf\u00e4lle; die s\u00fc\u00dflichen Streicher und die dissonanten Gitarren. Arthur Lee und Love haben all das auf einer musikalischen Postkarte festgehalten.\u201c<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Zu den bitter-ironischen Wendungen der Bandgeschichte geh\u00f6rt auch die Herkunft des Namens \u201eLove\u201c. Ger\u00fcchteweise benannte Arthur Lee die Band so als Hommage an den Spitznamen von Bobby Beausoleil, der als Gitarrist in Lees Vorg\u00e4ngerkombo The Grass Roots gespielt hatte. Wegen seiner sexuellen Umtriebigkeit wird Beausoleil \u201eCupido\u201c genannt. 1969 war er am brutalen Mord an Gary Hinman beteiligt, mit dem Charles Manson und seine \u201eFamily\u201c ihre drogen- und popkulturinspirierte Mordserie, nach einem Beatles-Song als \u201eHelter Skelter\u201c bezeichnet, begannen. Der Mord an Roman Polanskis Frau Sharon Tate und vier weiteren Personen findet nur wenige H\u00e4user von Lees Anwesen in L.A. statt. Sp\u00e4testens das \u201eHelter Skelter\u201c der Manson Family, ein Massenmord aus dem Geist der Hippie-Kommune, beendete 1969 den \u00fcberlangen Summer of Love, zwei Jahre nach Arthur Lees Abgesang auf die Hippie-Bewegung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Arthur Lee, zitiert nach: Einarson: <em>Forever Changes and the Book of Love,<\/em> London 2010, S. 24. Alle \u00dcbersetzungen, wenn nicht anders angegeben, vom Verfasser.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Vgl. hierzu die Aufs\u00e4tze zu den Deb\u00fcts von den Doors und der Jimi Hendrix Experience in diesem Band.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Vgl. Ben Edmonds im Booklet zum Re-Issue von <em>Forever Changes<\/em> (Elektra Entertainment 2001), S. 13 und 15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Barney Hoskyns: <em>Arthur Lee: Alone Again Or<\/em>, Edinburgh 2001, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> David Anderle, zitiert nach: Hoskyns, <em>op. cit.<\/em>, S. 2f..<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Vgl. Einarson, <em>op. cit.<\/em>, S. 178.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Hoskyns <em>op. cit.<\/em>, S. 43.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Alban Pfisterer, zitiert nach: Andrew Hultkrans:<em>.Forever Changes<\/em>, New York \/ London 2003 , S. 48f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Vgl. Hoskyns,<em> op. cit.<\/em>, S. 52.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Hoskyns, <em>op. cit.<\/em>, S. 48.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> \u201eSecond Coming\u201c bezeichnet auf Englisch die zweite Parusie, also die erhoffte Wiederkehr des christlichen Messias. Gleichzeitig spielt der Titel sowohl auf das dritte Album der Band als auch auf einen Orgasmus an.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Allerdings sollte angemerkt werden, dass die im Februar 1968 in Gro\u00dfbritannien erfolgte Ver\u00f6ffentlichung auf mehr Resonanz stie\u00df. Kritiker wie Publikum die Platte feierten, und sie schaffte es entsprechend auf Platz 24 der UK-Albumcharts.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Vgl. Hultkrans,<em> op. cit.<\/em>, S. 96.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Arthur Lee, zitiert nach: Einarson,<em> op. cit.<\/em>, S. 159.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Edmonds, <em>op. cit.<\/em>, S. 15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Arthur Lee, zitiert nach: Einarson,<em> op. cit.<\/em>, S. 181.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Cotton Mather, zitiert nach: Hultkrans,<em> op. cit.<\/em>, S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> John Echols, zitiert nach: Einarson, <em>op. cit.<\/em>, S. 181.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Bryan MacLean, zitiert nach: Edmonds, <em>op. cit.<\/em>, S. 15<em>.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Hultkrans,<em> op. cit.<\/em>, S.66.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Vgl. Edmonds, <em>op. cit.<\/em>, S. 15<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Peter Weiss: <em>Werke in sechs B\u00e4nden<\/em>. Bd. 4. Frankfurt a.M. 1991, S. 167.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Siehe Edmonds, <em>op. cit.<\/em>, S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Andrew Sandoval im Booklet zum Re-Issue von Forever Changes (Elektra Entertainment 2001), S. 1.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Pop 1967 siehe auch das Buch (von u.a. Christoph J\u00fcrgensen):<br \/>\n<a title=\"website wagenbach Verlag\" href=\"https:\/\/www.wagenbach.de\/buecher\/titel\/1090-younger-than-yesterday.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Younger than Yesterday<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"homepage j\u00fcrgensen\" href=\"http:\/\/www.germanistik.uni-wuppertal.de\/de\/teilfaecher\/neuere-deutsche-literatur\/personal\/christoph-juergensen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christoph J\u00fcrgensen<\/a> ist Dozent f\u00fcr Allgemeine Literaturwissenschaft \/ Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universit\u00e4t Wuppertal.<\/p>\n<p><a title=\"homepage sch\u00fctte\" href=\"http:\/\/www.aston.ac.uk\/lss\/staff-directory\/schutteu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Uwe Sch\u00fctte<\/a>\u00a0ist Reader in German Studies an der Aston University in Birmingham.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>50 Jahre 1967<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[89942,230,774,997,1410,1914,2016],"class_list":["post-6638","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-89942","tag-arthur-lee","tag-forever-changes","tag-hippies","tag-love","tag-psychedelia","tag-rock"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6638"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6638\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}