{"id":6877,"date":"2017-05-28T10:43:15","date_gmt":"2017-05-28T08:43:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6877"},"modified":"2017-05-28T10:43:15","modified_gmt":"2017-05-28T08:43:15","slug":"autorschaft-queerness-maennlichkeitsammelrezensionvon-florian-heesch28-5-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/05\/28\/autorschaft-queerness-maennlichkeitsammelrezensionvon-florian-heesch28-5-2017\/","title":{"rendered":"Autorschaft, Queerness, M\u00e4nnlichkeitSammelrezensionvon Florian Heesch28.5.2017"},"content":{"rendered":"<p>Musikwissenschaftliche Neuerscheinungen<!--more--><\/p>\n<p class=\"first-para\" style=\"text-align: left\">[zuerst erschienen in: \u00bbPop. Kultur und Kritik\u00ab, Heft 10, Fr\u00fchling 2017, S. 100-107]<\/p>\n<p>Wer Pop konsumiert, setzt sich mit Personen auseinander \u2013 mit Stars, Performer*innen, Figuren und Produzenten. Deren Identit\u00e4ten sind h\u00e4ufig ebenso faszinierend, unterhaltsam, schillernd, verst\u00f6rend, cool, bizarr und mit vielf\u00e4ltigen Referenzen und Querverweisen versehen wie ihre \u00e4sthetischen Produkte. Aus den zahlreichen Neuerscheinungen der angloamerikanischen Popular Music Studies bieten drei Monografien innovative Zug\u00e4nge zum Zusammenhang von Identit\u00e4ten und Popmusik: wie wir in und durch Popmusik andere wahrnehmen und wie sich \u00fcber musikalische Repr\u00e4sentationen und Performances Vorstellungen von Identit\u00e4ten vermitteln, verfestigen, entwickeln und vervielf\u00e4ltigen \u2013 oder auch: popularisieren.<\/p>\n<p>Solche Fragen betreffen, wie Stan Hawkins deutlich macht, nichts Geringeres als das Verh\u00e4ltnis von Musik und Gesellschaft: \u00bbExperiencing music in listening, dancing, concert going, or viewing, establishes a basis for understanding our societies.\u00ab Gender spielt in den drei B\u00fcchern eine zentrale Rolle, wird aber durchweg als intersektionale Kategorie diskutiert, d.h. in engem Bezug vor allem zu dem f\u00fcr die (angloamerikanische) popul\u00e4re Musikkultur so zentralen Aspekt \u203arace\u2039, aber auch im Verh\u00e4ltnis zu Alter und \u203aclass\u2039. Gemeinsam ist den Studien au\u00dferdem, dass sie sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig eng an den Pop-\u203aTexten\u2039 orientieren, ihre Schlussfolgerungen also wesentlich aus Close Readings von Musikproduktionen und Videoclips bzw. Filmen heraus entwickeln.<\/p>\n<p>Angesichts der hohen Bedeutung von Stars in der Popkultur und der umfangreichen Star-Forschungen \u2013 von der schier unfassbaren Menge an Biografien ganz zu schweigen \u2013 mag es zun\u00e4chst erstaunen, dass der Aspekt Autorschaft in der Popmusikforschung bisher wenig Beachtung gefunden hat. Ron Moy, der an der Liverpool John Moores University lehrt und bisher mehrere Studienb\u00fccher und Monografien zu popul\u00e4rer Musik ver\u00f6ffentlicht hat, verweist mit seinem aktuellen Buch \u00bbAuthorship Roles in Popular Music\u00ab auf eine Reihe von \u00bbIssues and Debates\u00ab zum Thema. Moy geht es also weniger darum, eine koh\u00e4rente Theorie zur Popmusikautorschaft zu entwickeln, als um Diskussionsimpulse, die auf Er\u00f6rterungen vorhandener theoretischer Modelle und Analysen musikalischer Beispiele basieren.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist es keine neue Beobachtung, dass Popmusik in der Regel arbeitsteilig entsteht: aus dem Zusammenwirken von Produzentinnen, Songwritern, S\u00e4ngern, Instrumental*istinnen, Technikern usw. Wie Moy zeigen kann, bestehen \u00bbmythologies of the single, named creator\u00ab dennoch im Popdiskurs fort, vor allem in Form romantisierender Tendenzen des Rock-Journalismus. Moy widmet sich in seinem Gender-Kapitel u.a. der Frage nach der Autorschaft der Bassistin Carol Kaye, die zahlreiche Aufnahmen einspielte, aber, wie bei Motown-Session-Musiker*innen \u00fcblich, selten Credits in Liner Notes erhielt. Mithilfe komplexer Analysen von historischen Quellen und Aufnahmen macht Moy plausibel, dass ohne Credits eine Kl\u00e4rung von Autorschaft nahezu unm\u00f6glich ist, selbst wenn man sich intensiv mit dem Sound der infrage kommenden Instrumentalist*innen auseinandersetzt, hier dem Vergleich von Kaye mit ihrem Detroiter \u203aKollegen\u2039 James Jamerson. Am Beispiel der aktuell aufstrebenden Musikerin Janelle Mon\u00e1e zeigt Moy auf, wie es der Afroamerikanern gelingt, sich als Popmusikautorin zu etablieren, indem sie sich multipler Strategien bedient: Sie kombiniert das Band-Konzept des Rock einerseits mit dem eher Soul- und R&amp;B-typischen Auftreten als S\u00e4ngerin-Produzentin andererseits. Moys kn\u00fcpft mit seinen letztlich kritischen Schlussfolgerungen zum Geschlechterverh\u00e4ltnis im Popdiskurs an die Tradition feministischer Diskurs- und Kulturkritik an, kann dabei aber mit exemplarischen Close Readings \u00fcberzeugend die Relevanz solcher Kritik f\u00fcr die Frage der Popmusikautorschaft herausarbeiten.<\/p>\n<p>In einem historischen R\u00fcckblick weist er nach, wie das Konzept vom schreibenden Autor \u00fcberhaupt erst mit Stars wie Buddy Holly oder den Beatles auf ausf\u00fchrende Popmusiker \u00fcbertragen wurde. Von der Rock-Kritik aufgegriffen, f\u00fchrte diese \u00dcberblendung dazu, dass komponierende Musiker (z.B. Jimmy Page) eher f\u00fcr ihre Leistungen gew\u00fcrdigt werden als \u203alediglich\u2039\u00a0spielende Session-Musiker (z.B. Big Jim Sullivan). Weitere komplexe F\u00e4lle von Autorschaft findet Moy u.a. bei Produzenten, wie z.B. Liam Howlett, dessen Rollen als Songwriter, Instrumentalist und Produzent der Band The Prodigy eine ebenso individuelle Erscheinung wie ein exemplarisches Bild f\u00fcr die relativ geringe Bedeutung von explizit benannter Autorschaft im Feld der elektronischen Musik ist.<\/p>\n<p>Kritisch w\u00e4re zu bemerken, dass die Auswahl der Beispiele h\u00e4ufig vor allem den subjektiven Interessen des Autors zu entspringen scheint. Auch w\u00e4re eine st\u00e4rker systematische Durchdringung des Themas w\u00fcnschenswert, obwohl man die Leistung nicht \u00fcbersehen sollte, zun\u00e4chst einmal zentrale \u00bbProbleme und Debatten\u00ab zum Thema Popmusikautorschaft aufzuzeigen. Moys Beispiele bieten dabei einen vielf\u00e4ltigen Streifzug durch diverse Genres von Rock bis zu elektronischer Tanzmusik, von den 1950er Jahren bis heute \u2013 und seine H\u00f6ranalysen, die den \u00bbPhonologisten\u00ab als Autor explizit mit einbeziehen, decken etliche spannende Details und Diskussionspunkte unmittelbar anhand der Sounds auf.<\/p>\n<p>Aus der breiten Palette an Pop-Autoren-Rollen interessiert sich Stan Hawkins in seinem Buch \u00bbQueerness in Pop Music. Aesthetics, Gender Norms, and Temporality\u00ab in erster Linie f\u00fcr die Performer*innen. Hawkins, Professor f\u00fcr Popular Musicology an der Universit\u00e4t Oslo, z\u00e4hlt mit etlichen einschl\u00e4gigen Publikationen und Forschungsprojekten zu den etablierten Vertretern seines Fachs, nicht zuletzt im Bereich Musik und Gender. Auf der Suche nach Queerness durchstreift er angloamerikanische Popmusik seit den 1970er Jahren bis heute, wobei er seine Beispiele immer wieder durch pr\u00e4zise historische \u00dcberblickspassagen rahmt und dadurch im Verlauf des Buchs ein breites Gesamtbild erstellt. In manchen Teilen widmet sich Hawkins eher subkulturellen Beispielen aus dem Queercore (z. B. Pansy Division) oder aus queerem Hip-Hop (z.\u00a0B. Le1f oder Zebra Katz). Insgesamt geht es ihm aber weniger darum, m\u00f6glichst entlegene oder extreme F\u00e4lle vorzustellen; in erster Linie diskutiert er die bekannten Stars, von David Bowie \u00fcber die Pet Shop Boys, Madonna, Anthony Hegarty bis zu Lady Gaga und Nicki Minaj \u2013 mit jeweils frischen analytischen Zug\u00e4ngen zu ihrer Musik und ihren Live- oder Videoclip-Performances. Dabei kombiniert Hawkins zwei Methoden: Zum einen geht er vom H\u00f6ren aus (\u00bbtemporal-specific listening\u00ab), wobei es f\u00fcr ihn selbstverst\u00e4ndlich ist, Klang und Bild aufeinander zu beziehen, zumal die Performance, insbesondere der Videoclip im Zentrum seiner Analysen steht. Der zweite methodische Zugang ist ein biografisch orientierter, der auf die Selbstbeschreibungen der untersuchten Pop-K\u00fcnstler*innen abzielt.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu anderen Autor*innen auf dem jungen Forschungsfeld Queer Studies (z.B. J. Jack Halberstam mit dem Buch \u00bbGaga Feminism\u00ab) g\u00f6nnt sich Hawkins auff\u00e4llig wenig Raum zur Selbstpositionierung. Es mag dennoch auch mit seiner m\u00e4nnlichen Identit\u00e4t zusammenh\u00e4ngen, dass er sich weniger mit feministischen Aspekten auseinandersetzt, aber ein komplettes Kapitel der Frage nach \u00bbMasculinity\u00ab widmet. Nicht nur hier zeigt Hawkins allerdings seinen differenzierten und breiten Blick auf \u203aDiversity\u2039, indem er auch M\u00e4nnlichkeitsperformances weiblicher Stars wie Beyonc\u00e9 oder Janelle Mon\u00e1e unter die Lupe nimmt sowie \u2013 mit bewusst einkalkuliertem \u00dcberraschungseffekt \u2013 bei so vermeintlich eindeutig \u203astraighten\u2039 M\u00e4nnern wie Bruce Springsteen und Kurt Cobain queere Z\u00fcge identifiziert.<\/p>\n<p>In anderen Kapiteln widmet sich Hawkins Liebe als \u00bba very queer construct\u00ab, geht der f\u00fcr den LGBT-Bereich so wichtigen Frage nach der Bedeutung von Bekenntnissen nach, hebt sodann die artifiziellen Strategien der Performance, das Spiel mit Verweisen und (Selbst-)Referenzen hervor und setzt sich mit Camp auseinander. Dass er den Titel des Schlusskapitels mit dem Wort \u00bbFuturity\u00ab beginnt, spiegelt eine in seinem Buch h\u00e4ufig anzutreffende Beobachtung: Queerness stelle sich in Popmusik gerade dann dar, wenn die Musik vom \u00bbhere and now\u00ab auf eine oft durchaus utopisch empfundene\/gedachte\/konstruierte oder performierte Zukunft verweist jenseits der Begrenzungen heteronormativer Gegenwart.<\/p>\n<p>Hawkins kombiniert detaillierte Analysen von Performances, Studioproduktionen, Stimmen, Gesangslinien, Spielweisen, harmonischen Elementen und Songstrukturen mit biografischen Informationen, medial vermittelten Positionierungen von K\u00fcnstler*innen und Aspekten zu Chartplatzierungen, Medienechos etc. Grunds\u00e4tzlich lesen sich seine Interpretationen als sorgf\u00e4ltige, anregende Zug\u00e4nge zur musikalischen Darstellung von Queerness, entwickelt anhand theoretischer Grundlagen von Michel Foucault \u00fcber Judith Butler bis zu Halberstam und Nicholas de Villiers. Manche Interpretationen gl\u00e4nzen durch ebenso bildhafte wie pr\u00e4zise sprachliche Beschreibungen, die mithin deutlich subjektive F\u00e4rbungen zulassen, sich aber vielleicht gerade dadurch eignen, um queere Bez\u00fcge aufzudecken. Auf der anderen Seite wird bei einzelnen Auflistungen analytischer Details nicht immer klar, inwiefern sie f\u00fcr die Argumentation notwendig sind.<\/p>\n<p>Insgesamt vermittelt Hawkins\u2019 neuestes Buch ein faszinierendes Bild von der Vielfalt der Queerness in der Popmusik. Ob es an der eher distanzierten Beobachterperspektive liegt oder dem f\u00fcr die Thematik eher geringen Raum f\u00fcr Kritik: Neben der Faszination und vielen neuen Einsichten bleibt der Eindruck zur\u00fcck, dass Queerness und Pop in Hawkins\u2019 Deutung fast ein wenig zu leicht zusammenkommen. Obwohl er die Wirkungsmacht der Heteronormativit\u00e4t und die Anti-Bewegungen zu queerer Kultur stets mit im Blick hat, impliziert Hawkins\u2019 mitrei\u00dfende Begeisterung f\u00fcr Pop-Queerness einen gewissen Zug von utopischem Eskapismus.<\/p>\n<p>Amanda Howells Buch \u00bbPopular Film Music and Masculinity in Action\u00ab ist in diesem Zusammenhang so interessant, weil es aufzeigt, wie stark die Popularisierung von Geschlechteridentit\u00e4ten sich im medialen und kulturellen Zusammenwirken von Musik und Film verzahnt. Zugleich erweitert es den Horizont, indem hier weniger die queeren, innovativen, modernen oder transgressiven Aspekte von M\u00e4nnlichkeit im Vordergrund stehen als deren eher antimoderne, traditionalistische Seiten. Howell, die an der Griffith University, Brisbane and Gold Coast, lehrt, beschreibt ihren Hintergrund als den einer feministischen Filmwissenschaftlerin. Dennoch tritt sie deutlich f\u00fcr eine gr\u00fcndlichere Auseinandersetzung der Filmwissenschaft mit der Musik ein, wobei sie sich auf einschl\u00e4gige Ans\u00e4tze zur musikwissenschaftlichen Analyse von popul\u00e4rer Musik beruft (z.B. von David Brackett oder Richard Middleton). Ausgehend von der Beobachtung, dass die so zentrale Inszenierung und Faszination m\u00e4nnlicher K\u00f6rper im Film bisher wenig akademische Beachtung gefunden hat, widmet sich Howell Filmen mit \u00bbpop scores\u00ab, also popmusikalischen Soundtracks, die \u2013 in einem gewissen Unterschied zur \u00fcblichen Hollywood-Orchester-Musik \u2013 bewusst geh\u00f6rt werden wollen und sollen.<\/p>\n<p>In aufschlussreichen, kontextbezogenen Film- und Musik-Lekt\u00fcren widmet sich Howell u.a. der Erneuerung des Gangster-Genres durch die Filme des Musikliebhabers Martin Scorsese, der Immigrationserfahrungen mit Musik als Erinnerungsmedium illustriert (einschlie\u00dflich des Knisterns h\u00e4ufig abgespielter Schallplatten in \u00bbMean Streets\u00ab). Auch die Musik zu Mainstream-\u203aMilitainment\u2039-Streifen wie \u00bbTop Gun\u00ab, \u00bbArmageddon\u00ab oder \u00bbBlack Hawk Down\u00ab mit ihren heroischen Gitarrensounds wird im Hinblick auf M\u00e4nnlichkeitsinszenierungen unter die Lupe genommen. Queere Aspekte entdeckt Howell interessanterweise auch und gerade im Genre des Road Movies, z.B. in \u00bbThe Living End\u00ab.<\/p>\n<p>Ihr erstes Kapitel, das der Etablierung von Rock \u2019n\u2019 Roll im Hollywoodfilm gewidmet ist, w\u00e4re allen als Lekt\u00fcre zu empfehlen, die sich f\u00fcr die Entwicklung von Popmusik als Jugendkultur in den 1950er und 60er Jahren interessieren. Howell zeichnet nach, wie der Film \u00bbBlackboard Jungle\u00ab (1955) mit Bill Haleys Hit \u00bbRock Around the Clock\u00ab, von Franz Zappa als \u00bbTeenage National Anthem\u00ab tituliert, zun\u00e4chst die Konnotation von Rock \u2019n\u2019 Roll mit juveniler M\u00e4nnlichkeit, Sexualit\u00e4t und Gewalt etablierte. Was in der neuen Teenagerkultur bereits affirmativ aufgegriffen wurde, erhielt dann mit dem Stardom Elvis Presleys und seinen filmischen Backstage-Musicals (\u00bbLoving You\u00ab, \u00bbJailhouse Rock\u00ab und \u00bbKing Creole\u00ab) ein positives, neues Ideal des m\u00e4nnlichen Outsiders, der feminine Stilelemente und delinquente Z\u00fcge von marginalisierter afroamerikanischer Kultur sowie wei\u00dfer Arbeiterklasse in sich vereint. Vor diesem Hintergrund beobachtet Howell, wie sich das durch Elvis eingef\u00fchrte neue delinquente M\u00e4nnlichkeitsmodell in Filmen wie \u00bbBonnie and Clyde\u00ab, \u00bbThe Graduate\u00ab und \u00bbEasy Rider\u00ab fortsetzt, in denen Rockmusik ebenfalls eine prominente Rolle spielt.<\/p>\n<p>Als von nicht geringerer historischer Auswirkung auf popmusikalische M\u00e4nnlichkeitsinszenierungen lassen sich mit Howell die Blaxploitation-Filme der fr\u00fchen 1970er Jahre betrachten. In ihnen l\u00f6sten gewaltt\u00e4tige Helden und Antihelden die integrativen afroamerikanischen Figuren der 1960er ab. Katalysator dieser Str\u00f6mung war der erstmals mit gro\u00dfem finanziellen Erfolg bedachte Film \u00bbSweet Sweetback\u2019s Baadasssss Song\u00ab \u00fcber einen afroamerikanischen Sexarbeiter, der stereotype Z\u00fcge des virilen Schwarzen und Tricksters in sich vereint. Howell macht plausibel, wie der in den 1960ern zum \u00bbsound of black pride\u00ab gewordene Funk, hier eingespielt durch Earth, Wind &amp; Fire, zum bewegenden und befreienden Motiv des Films wird, der dadurch gro\u00dfe Bedeutung in der Black-Panther-Bewegung erf\u00e4hrt. In einer kritischen Wendung zeigt Howell auch, dass die maskulinistische Inszenierung der Musik im Film ihr weiterhin als Konnotation anhaftet. Alles in allem hat Howell eine sowohl f\u00fcr Musik- als auch f\u00fcr Film-Interessierte lesenswerte Studie vorgelegt, die wichtige intermediale Perspektiven f\u00fcr das noch junge Feld der Masculinity Studies bereith\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0Literatur<\/p>\n<p>Stan Hawkins: Queerness in Pop Music. Aesthetics, Gender Norms, and Temporality, New York 2016 (Routledge Studies in Popular Music 10).<\/p>\n<p>Amanda Howell: Popular Film Music and Masculinity in Action. A Different Tune, New York und London 2015 (Routledge Advances in Film Studies 38).<\/p>\n<p>Ron Moy: Authorship Roles in Popular Music. Issues and Debates, New York und London 2015.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"homepage heesch\" href=\"http:\/\/www.musik.uni-siegen.de\/mitarbeiter\/professoren\/heesch\/?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Florian Heesch<\/a> ist Professor f\u00fcr Popul\u00e4re Musik und Gender Studies an der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikwissenschaftliche Neuerscheinungen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[277,1597,1934],"class_list":["post-6877","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-autorschaft","tag-musikwissenschaften","tag-queerness"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6877"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6877\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}