{"id":6938,"date":"2017-06-16T10:14:43","date_gmt":"2017-06-16T08:14:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=6938"},"modified":"2017-06-16T10:14:43","modified_gmt":"2017-06-16T08:14:43","slug":"social-media-junivon-isabel-mehl16-6-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/06\/16\/social-media-junivon-isabel-mehl16-6-2017\/","title":{"rendered":"Social Media Junivon Isabel Mehl16.6.2017"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">#ilovedick \u2013 Selfies mit Textreferenz<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_1_Airport.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6941 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_1_Airport.jpeg\" alt=\"FOTO_1_Airport\" width=\"480\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_1_Airport.jpeg 480w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_1_Airport-150x150.jpeg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_1_Airport-300x300.jpeg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_1_Airport-100x100.jpeg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><i>Prolog (Public Readings)<br \/>\n<\/i><i>\u201cthe only thing better than taking selfies with this book is reading it on the subway<br \/>\n<\/i><i>and the only thing better than reading it on the subway is reading it, generally speaking\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a><\/i><\/p>\n<p>Wir sehen zwei Frauen an einem \u00fcberf\u00fcllten Flughafen im Wartebereich. Beide sitzen in synchroner K\u00f6rperhaltung mit \u00fcberschlagenen Beinen. Sie halten sich ein Buch vor den Kopf. Dieses Buch ist \u201eI Love Dick\u201c von Chris Kraus (1997). Im Bild wird die US-amerikanische Neuauflage von 2006 pr\u00e4sentiert. Die Anonymit\u00e4t der abgebildeten Frauen wird durch das Buch gewahrt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig entsteht in Verbindung mit der Coverabbildung \u2013 Jean Baudrillards Fotografie \u201eTreilles, 1996\u201c \u2013 eine gewisse Doppelung: In beiden F\u00e4llen ist ein aufgeschlagenes Buch zu sehen, das Notiz-\/Tagebuch in der Fotografie und \u201eI Love Dick\u201c, auf dessen Cover es sich wiederfindet. Baudrillards Fotografie mit dem Titelverweis auf die Weinlaube vermittelt einen nostalgischen Eindruck: ein aufgeschlagenes Notiz- oder Tagebuch, F\u00fcller, eine Sch\u00fcssel, lose Seiten, ein Aschenbecher aus Glas. Die ganze Szenerie ist in das von rechts einfallende Licht der Sp\u00e4tabendsonne getaucht. Die Baudrillard-Referenz wird \u00fcber diese Inszenierung am Flughafen, die \u00fcber die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, aktualisiert: Was ist der Status des virtuellen Doubles unserer Lebensrealit\u00e4t, oder ist die Frage obsolet geworden? War sie es immer schon?<\/p>\n<p>Sicher ist, dass die bei Baudrillard abwesende Leserin nun anwesend ist. Doch die im Bild festgehaltene Szene zeigt nicht zwei Leserinnen, die sich als R\u00fcckzug vor dem Flughafenstress in die Lekt\u00fcre vertiefen. Es ist ein Statement, eine bewusst gesetzte Provokation, gut sichtbar und durch die kollektive Handlung abgesichert gegen irritierte Reaktionen der Au\u00dfenwelt. Dieses Foto ist der Beweis: Wir waren da, um uns viele Menschen, wir hatten das Buch dabei und haben es allen gezeigt. Worum es also geht ist eine Au\u00dfenwirkung und nicht die individuell spezifische Auseinandersetzung der Leserinnen mit dem Text. Es geht um ein Bekenntnis.<\/p>\n<p>\u201eI Love Dick\u201c ist ja auch erstmal ein verlockender Titel f\u00fcr \u00f6ffentliche Auftritte und kleine Provokationen. Es gibt in den sozialen Netzwerken zahlreiche Empfehlungen, sich mit ihm im \u00f6ffentlichen Raum in Szene zu setzen: in der U-Bahn, im Zug oder im Flugzeug, Hauptsache der\/die Leser*in ist nicht allein.<\/p>\n<p>Dabei entstehen Selfies, damit Nachahmer*innen gefunden werden und der Mut der T\u00e4terin vom Zuspruch der sozialen Netzwerke beglaubigt und bewundert wird: \u201eI LOVE DICK screams the unashamed, provocative cover in pink and green [die englische Erstauflage von 2015]. A large part of my motivation in buying it was a secret glee at the prospect of reading it on public transport, compounded in contrariness when a man on twitter grumbled he found the big bold title \u201cunnecessary and annoying (\u2026)\u201d<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a>, schreibt eine Bloggerin.<\/p>\n<p>Eine andere Frau berichtet von schiefen Blicken anderer Frauen mittleren Alters \u2013 eine Altersgruppe, die auf den Selfies bisher weit unterrepr\u00e4sentiert ist.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> Auf der anderen Seite gibt es auch Leser*innen, die dankbar f\u00fcr das Internet sind, sonst h\u00e4tten sie den Titel pers\u00f6nlich in der Buchhandlung abholen m\u00fcssen: <i>\u201e<\/i>Feeling very grateful to the internet today for saving me the horror of having to order in this title in person #itsnotporn.\u201c<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">#ilovedick (Autofiktion)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO-2_Subway.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6940 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO-2_Subway.png\" alt=\"FOTO 2_Subway\" width=\"716\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO-2_Subway.png 822w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO-2_Subway-300x222.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO-2_Subway-768x569.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor 20 Jahren erschien Chris Kraus\u2019 mittlerweile omnipr\u00e4senter, allseits besprochener und gerade als Fernsehserie adaptierter Kultroman \u201cI Love Dick\u201d erstmals, und zwar in der von Kraus selbst kuratierten Reihe Native Agents bei Semiotext(e). Bei \u201eI Love Dick\u201c handelt es sich um einen Briefroman (und um einen Theorie-\/Kultur-\/Kunstkritikessay), dessen Ausl\u00f6ser \u201eDick\u201c ist.<\/p>\n<p>Dieser \u201eDick\u201c dient, auch wenn er sich auch auf eine reale Person zur\u00fcckverfolgen l\u00e4sst, vor allem als Projektionsfl\u00e4che, als oberfl\u00e4chlicher Anlass des Schreibens. \u201eDick\u201c schreibt nur ein einziges Mal zur\u00fcck, und auch in diesem Fall nicht direkt an \u201eChris\u201c, sondern an ihren Mann \u201eSylv\u00e8re\u201c. Gerade die Konstruktion des Gegen\u00fcbers dient im Verlauf des Romans zunehmend der Selbsterm\u00e4chtigung, da \u201eChris\u201c sich so der fiktionalen Kraft des Begehrens nach Wissen, dem eigenen Denken und F\u00fchlen hingeben kann, ohne sich dabei jedoch mit den Realit\u00e4ten dieses Begehrens aufzuhalten.<\/p>\n<p>\u201eI Love Dick\u201c ist zu einem Internet-Ph\u00e4nomen geworden. Eine Tatsache, die Kraus wohl bekannt ist, obwohl sie sich selbst nach eigenen Aussagen wenig in den sozialen Medien bewege<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a>: \u201cThe book creates a community of young women that doesn\u2019t really need me \u2013 it\u2019s a great thing.\u201d<i> <\/i><a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>1998 wurde \u201eI Love Dick\u201c, und das ist wichtig um die gegenw\u00e4rtige Rezeption zu perspektiveren, u.a. von David Rimanelli im Artforum als exhibitionistisches Memoir abgetan: \u201cArguably a highly self-conscious, painstakingly written experimental novel, the book reads like straight spillage, as if Kraus were simply telling her story and sharing her ideas with her husband, her friends, her analyst, anyone who will listen. Maybe she&#8217;s just talking to herself.\u201d<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7] <\/a>Eine Kritik, welche den Darstellungsaspekt in Kraus\u2019 Schreiben v\u00f6llig missachtet, eine verst\u00f6rende Ignoranz, denn der Text ist durchzogen von selbstreflexiven Passagen und Querverweisen, die sie f\u00fcr ihr Projekt heranzieht. Immer mit dem Ziel, gerade das universelle in der weiblichen Erfahrung zu ergr\u00fcnden und zur Darstellung zu bringen.<\/p>\n<p><em>\u201cThe letters were na\u00efve and spontaneous, but the final format was very intentional. There&#8217;s nothing really that personal about I Love Dick. Who hasn&#8217;t had an affair? Who hasn&#8217;t had a crush?\u201c<\/em><a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Mittlerweile scheinen die meisten Menschen auf den sozialen Netzwerken in intensive \u00f6ffentliche Selbstdarstellungsprozesse verwickelt zu sein. Ein Vorgang, in dem sich gleichsam niemand mehr der Erkenntnis verweigern kann, dass das \u00f6ffentliche Ich, die Figur, die nach au\u00dfen mittels diverser Posts, Referenzen etc. konstruiert wird, eine bewusst gestaltete Konstruktion ist. Und als solche betrachtet werden sollte. So wie die Sprache werden dazu vor allem zunehmend Fotografien verwendet (z.B. bei Instagram), die besonders akkurate R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Personen dahinter zu erlauben scheinen. Das liegt vor allem an ihrem Authentizit\u00e4tseffekt, der ma\u00dfgeblich in den anhaltend starken Projektionsw\u00fcnschen der Betrachter*innen gr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Was sich Ende der 1990er anscheinend schwer entziffern lie\u00df, die Autofiktion, geh\u00f6rt mittlerweile zum Basis-Repertoire der sozialen Mediennutzung, bei der sich die Grenze zwischen dem Ich und seiner Darstellung zunehmend aufzul\u00f6sen scheint. Die Autorin Joanna Walsh fasst w\u00e4hrend eines Gespr\u00e4chs mit Kraus zusammen: \u201eI think we all have this feeling now that there\u2019s a very fine line between ourselves and a fictionalisation of ourselves.\u201c<i><\/i><a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a> Eine Beobachtung, der Kraus zustimmt. In Texte zur Kunst vermuten Anna Dyes und Anna Voswinckel aus einer leicht pessimistisch angehauchten Perspektive sogar: \u201eDass die autofiction als Selbstfindungsratgeber gelesen wird, verhalf dem Buch \u201eI Love Dick\u201c vielleicht erst zu seinem langsamen Durchbruch.\u201c<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Adressieren<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_3_Simpsons.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6942 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_3_Simpsons.png\" alt=\"FOTO_3_Simpsons\" width=\"655\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_3_Simpsons.png 655w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_3_Simpsons-300x243.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 655px) 100vw, 655px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>\u201e<\/em>Who is the \u201eI\u201c that is talking, and who is it talking to? <em>is the question that haunts all novice writers. By writing to Dick __, I realized the first part of the question was a red herring. It didn\u2019t matter at all who the \u201cI\u201d was, the \u201cI\u201d gives birth to itself in writing. All writing is always performance, and performance is shaped by the audience. I needed badly to talk to someone at that time in my life, and posited Dick __ as the perfect listener.\u201d<\/em><a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Die Briefe in \u201eI Love Dick\u201c sind an ein konstruiertes Gegen\u00fcber gerichtet und gehen von einem initialen Begehren aus, von dem sie sich jedoch zunehmend entfernen. \u201cI Love Dick\u201d ist keinesfalls die Suche nach dem Selbst im Anderen, sondern zeigt den Prozess einer Identit\u00e4tsbildung durch den Akt des Schreibens und dessen Inszenierung als performativen Akt. Das Adressieren des Gegen\u00fcbers dient vor allem der Selbstpositionierung der Autorin Chris Kraus und ihrer Abgrenzung von den externen Lesarten ihres Verhaltens, ihres Begehrens usw.<\/p>\n<p>Das Adressieren eines imaginierten Gegen\u00fcbers spielt f\u00fcr \u201eI Love Dick\u201c eine besondere Rolle, nicht das Gegen\u00fcber selbst als vertraute Person. Das ist erst einmal auch die Voraussetzung der kommunikativen Handlung in den sozialen Medien, bei denen die Gestaltung einer Nachricht immer auf ein potentielles Gegen\u00fcber zugeschnitten wird \u2013 mit dem Unterschied, dass das Gegen\u00fcber Viele sind. Trotz der initial vorhandenen Anonymit\u00e4t der Adressatin\/des Adressaten l\u00f6st sich diese in Likes, Re-Posts und Kommentare auf und bleibt so geheim nicht.<\/p>\n<p>Das legt die Vermutung nahe, dass sich mit der Zeit eine gewisse Kenntnis der Zielgruppe herstellt, auf welche die Posts zugeschnitten werden. (Oder die Adressatin\/der Adressat ist und bliebt abwesend und in ihrer\/seiner Abwesenheit die perfekte Projektionsfl\u00e4che.) Die virtuellen Reaktionen dr\u00fccken Zustimmung und Verst\u00e4ndnis der Nutzer*innen untereinander aus und zeichnen einen Dialog in Form von digitalen Spuren, Verlinkungen, Reposts etc. nach. Dabei unterscheidet sich der Kommunikationswert der Posts \u2013 vom Katzenvideo \u00fcber #foodporn bis zum Selfie mit dem aktuellen Lieblingsbuch. Dabei ist davon auszugehen, dass diese Nachrichten komplexer sind als sie auf den ersten Blick erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">#ilovedick (Selfies mit komplexer Textreferenz)<\/p>\n<div id=\"attachment_6943\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_4_GLU.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6943\" class=\"  wp-image-6943\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_4_GLU.png\" alt=\"FOTO_4_GLU\" width=\"651\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_4_GLU.png 1003w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_4_GLU-300x211.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_4_GLU-768x540.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6943\" class=\"wp-caption-text\">Aus: Girls Like Us, Issue Five, 2014, Jessica Gysel im Gespr\u00e4ch mit Chris Kraus, S. 98<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sich mit einem bestimmten Buch in Form eines Selfies in Szene zu setzen deutet auf ein hohes Identifikationspotential des Textes f\u00fcr die Einzelne\/den Einzelnen hin. F\u00fcr \u201eI Love Dick\u201c-Selfies hat die Autorin Emilly Gould sogar einen tumblr-Account eingerichtet, dessen Aktivit\u00e4tsh\u00f6hepunkt im Jahr 2013 mit 9 Posts allerdings schon lange hinter ihm liegt.<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a> Tavi Gevinson, die Gr\u00fcnderin des Rookie-Mag, postete ein Foto von \u201eI Love Dick\u201c \u2013 nat\u00fcrlich ein Geschenk von Lena Dunham \u2013 und machte sich am 23. Juni 2013 via Twitter auf die Suche nach Chris Kraus, um ihr zu schreiben.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a> Auch Jessica Gysel, die Gr\u00fcnderin des Magazins Girls Like Us, machte anl\u00e4sslich ihres Interviews mit Kraus ein Selfie.<\/p>\n<p>Schon die m\u00fcndliche Rezeptionsgeschichte von \u201eI Love Dick\u201c ist gepr\u00e4gt durch pers\u00f6nliche Geschichten zur Begegnung mit dem Werk und der Klage, dass Buch nicht schon viel fr\u00fcher gelesen zu haben. \u00dcber fehlenden prominenten Beistand kann sich der Text jedenfalls nicht beklagen. Die Neuauflage von 2005 traf den Puls der Zeit und erm\u00f6glichte endlich den seit der Erstver\u00f6ffentlichung verdienten Platz als Schl\u00fcsselroman zum Verst\u00e4ndnis des Denkens aus einer marginalisierten Position heraus und die Befreiung aus dieser Begrenzung durch den kreativen Akt des Schreibens.<\/p>\n<p><i>\u201eIn [2005\/6] something about I Love Dick fell right into the heart of the same energy and spirit of blogging. [Popular bloggers] picked up on the book and it kind of became part of that group and that was almost 15 years after it had come out, but it had this new life and then it kind of went on from there. When it came out [again] in \u201906 it was as if it was an entirely new book.<\/i><i><sup>\u201c<\/sup><\/i><a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Die Grenzen zwischen \u00f6ffentlich und privat hatten sich l\u00e4ngst aufzul\u00f6sen begonnen und die virtuelle Pflege eines Paralleldaseins geh\u00f6rte zum Ausdruckskanon jedes sich in der Gegenwart behaupten wollenden Individuums. Die Kommunikationsmittel des Romans, das Fax, das Festnetztelefon, der geschriebene Brief im spuckebefeuchteten Umschlag, lagen schon in angenehm nostalgischer Ferne und die digitale Kommunikation in den neuen Netzwerken war noch aufregend genug um sich mitrei\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<p>Fest steht, dass dieser Text so nicht mehr entstehen w\u00fcrde, das zumindest meint Kraus selbst: \u201eWe have email and it would have been over within two days.\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a> Der Projektionsraum der Gegenwart ist eingeschr\u00e4nkt durch Online-Profile, Status-Updates und eine sich st\u00e4ndig erweiternde Selbstgestaltung, die es der\/dem parasit\u00e4ren Nutzer*in der sozialen Medien nicht erlaubt, es sich gem\u00fctlich zu machen und sich ihren\/seinen Projektionen hinzugeben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_5_Innenraum.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6944 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_5_Innenraum.jpeg\" alt=\"FOTO_5_Innenraum\" width=\"587\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_5_Innenraum.jpeg 640w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_5_Innenraum-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Neben den gut dokumentierten Leseakten in der \u00d6ffentlichkeit, gibt es auch \u201eI Love Dick\u201c-Selfies im privaten Raum, \u00fcberwiegend am Schreibtisch im Schlafzimmer von Frauen im Teenageralter bis in die fr\u00fchen 30er. Diese Selfies sind nicht mit dem Smartphone, sondern mit der Laptopkamera aufgenommen (auch wenn die Hashtags weiterhin h\u00e4ufig auf den Genuss der \u00f6ffentlichen Lekt\u00fcre verweisen). Diese oft verpixelten und schlecht ausgeleuchteten Selfies vermitteln einen intimen Eindruck. Auff\u00e4llig ist die Platzierung des Romans meist in direktem Verh\u00e4ltnis zum Mund der Leserin. Das suggeriert erstmal eine N\u00e4he zwischen Portraitierter und Roman, kann aber auch durch die Einschr\u00e4nkung des Bewegungsradius aufgrund der Laptopkamera bedingt sein. Wird der Roman direkt vor den Mund gehalten, in Kombination mit eindringlich schauenden, weit ge\u00f6ffneten Augen, entsteht der Eindruck als solle \u201eI Love Dick\u201c f\u00fcr sie sprechen. Es wird suggeriert: Dieser Text spricht f\u00fcr mich, das ist genau das, was ich sagen will. Auch wenn der Kopf an den Roman angelehnt wird und die Fotografierte vertr\u00e4umt in die Kamera schaut, wird eine starke innere Verbindung zum Text kommuniziert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/Bildschirmfoto-2017-06-15-um-12.43.49.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6949 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/Bildschirmfoto-2017-06-15-um-12.43.49.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-06-15 um 12.43.49\" width=\"717\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/Bildschirmfoto-2017-06-15-um-12.43.49.png 1053w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/Bildschirmfoto-2017-06-15-um-12.43.49-300x145.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/Bildschirmfoto-2017-06-15-um-12.43.49-768x371.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/Bildschirmfoto-2017-06-15-um-12.43.49-1024x494.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In anderen Selfies tritt auch die bewusste Referenz auf die Doppeldeutigkeit des Titels zutage: ein durch Perspektive oder Lippenstift \u00fcberdeutlich ins Bild tretender Mund in direkter N\u00e4he zum Cover ist auch ein Spiel mit der sexuellen Komponente des Titels. Dabei entscheiden dann Details wie Nagellackfarbe und K\u00f6rperhaltung vor der Kamera sowie Ausleuchtung der Szenerie dar\u00fcber, wie selbstbewusst die Akteurin von den Betrachtenden eingesch\u00e4tzt wird und ob die Inszenierung eher sexuell selbstbewusst oder naiv sexualisierend r\u00fcberkommt.<\/p>\n<p>Instagram zensiert mittlerweile #ilovedick, anscheinend aufgrund des Interpretationsspielraums des Hashtags \u2013 die Fans verwenden nun #chriskraus.<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a> Bei Twitter ist #ilovedick noch m\u00f6glich, wobei sich aufgrund der Erstausstrahlung der Fernsehserie im Mai diesen Jahres vor allem Bilder aus der Fernsehserie von Jill Soloway unter dem Hashtag finden lassen. In diesem Zusammenhang ergibt sich die Frage, inwiefern die Posts von Screenshots der Serie die Referenz auf den Quelltext abl\u00f6sen werden.<\/p>\n<p>Werden jetzt also nur noch Stills der Serie gepostet und bricht damit ein neuer Distinktionskampf aus, zwischen Originalausgabe (1997), Wiederver\u00f6ffentlichung (2005), englischer Erstausgabe (2015), deutscher Ausgabe (2016) und dann der Serie (2017)? Und f\u00fchrt das letztlich zu einer Komplexit\u00e4tsreduzierung des Textes, eine Gefahr die im Zusammenhang mit einem Hype immer besteht, oder werden \u00fcber die Serie neue Leser*innen f\u00fcr den Roman rekrutiert?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_8.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-6948 aligncenter\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_8.png\" alt=\"FOTO_8\" width=\"711\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_8.png 1031w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_8-300x194.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_8-768x498.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/06\/FOTO_8-1024x663.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 711px) 100vw, 711px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch M\u00e4nner inszenieren sich, allerdings sehr vereinzelt, mit dem Text. Im Instagram-Account eines Berliners scheint dieser \u00fcber den Post vor allem seine Au\u00dfenwirkung zu testen.<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a> Der Roman scheint hier Ausdruck einer Selbstreflexion zu sein, bei der man den Eindruck nicht los wird, dass sie eine Pose ist, #doisoundlikeabimbo.<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a> Diese Bilder kommen dem Standard-Postings einer Buchempfehlung n\u00e4her.<\/p>\n<p>Die \u201eI Love Dick\u201c-Posts funktionieren anders, was u.a. die teilweise beibehaltene Spiegelverkehrtheit des Schriftzugs belegt (u.a. auf dem I Love Dick-Selfie Blog von Emilly Gould). Hier scheint der Roman selbst schon nicht mehr als Text, sondern als Objekt zu funktionieren, das vor allem ins Verh\u00e4ltnis zur Leserin gesetzt wird und nicht mehr prim\u00e4r als kommunikativer Akt an die Internetnutzer*innen gerichtet ist. Die \u201eI Love Dick\u201c-Selfies stammen nicht von Buchbloggerinnen oder Leseratten, sondern es sind Frauen, die sich mit dem Text identifizieren und \u00fcber die Posts auch als eine Gruppe sichtbar werden. Die sozialen Medien erm\u00f6glichen hier ein Gemeinschaftsgef\u00fchl, das junge Frauen, so scheinen die Posts es zu belegen, immer noch vermissen. Es geht dabei weniger um Chris Kraus als vielmehr um sie selbst. Sie scheinen sich wiederzuerkennen, verstanden zu f\u00fchlen, in einem Text, der eben genau aus dieser Suchbewegung entstand. Und den kreativen Ausdruck, das Schreiben, als Ausweg vorschlug.<\/p>\n<p><i>\u201eI think the sheer fact of women talking, being, paradoxical, inexplicable, flip, self-destructive but above all else <\/i>public<i> is the most revolutionary thing in the world. I could be years too late but epiphanies don\u2019t always synchronise with style.<\/i>\u201d<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Nun scheint dieses Sprechen durch die bildliche Inszenierung eine neue Form angenommen zu haben. Man k\u00f6nnte bef\u00fcrchten, dass der Text so verk\u00fcrzt werde, allerdings w\u00fcrde diese Ansicht den Leseprozess untersch\u00e4tzen, der ganz sicher transformierend wirken und zumindest als Ausgangspunkt weiterer Diskussionen und Auseinandersetzungen funktionieren kann. Diese Lesart wird unterst\u00fctzt durch Selbstaussagen der Bloggerinnen, die ihre Posts mit Texten wie diesen unterlegen: \u201eUnshowered and touching the ponytail everyone hates that I\u2019ve been wearing. Why not.\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a> Oder: \u201cI\u2019m nearly done [mit I Love Dick], you have to borrow it. I\u2019ve written down so many things from it and it feels really important, but I really feel it has been too much. Like I wasn\u2019t ready to read this far into life in general or feminism, and I don\u2019t strictly agree with everything, but it\u2019s been so overwhelming I can\u2019t properly make sense of it all.\u201d<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a> Und: \u201cCan I recommend it to you, internet? Would you read it? It\u2019s about love and obsession and books and women and art and academia and relationships and theory all rolled up into one epistolary affair. It\u2019s the best. It comforted me the way only a really good book can: \u201cyou are not alone; here are the words and ideas that prove it.\u201c<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>B\u00fccher in den sozialen Medien in die Kamera zu halten ist im Trend<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a>, vor allem solche B\u00fccher, die eine komplexe, selbstreflexive Identit\u00e4t erzeugen. Ein Umstand, der der Eindimensionalit\u00e4t des Oberfl\u00e4chenausdrucks und der Like-Kultur zuwiderlaufen. Auch Maggie Nelson\u2019s autotheoretischer Roman \u00fcber ihre Beziehung mit dem genderfluiden K\u00fcnstler Harry Dodge \u201eThe Argonauts\u201c (2016) ist derzeit besonders beliebt.<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Handelt es sich hier um eine widerst\u00e4ndige Geste oder um komplexit\u00e4tsreduzierendes Mainstreaming bedeutsamer Texte? Geht es um eine Vereinnahmung mehr denn als um eine Auseinandersetzung? Oder ist das alles die Suche nach einem Gegen\u00fcber? Wer wird adressiert \u2013 Verb\u00fcndete, zu \u00dcberzeugende, oder Gegner*innen? \u00c4hnlich einem Statussymbol wird das Buch in die Kamera gehalten, doch was will uns die Geste sagen? Soll sie als Kaufempfehlung, als Identifizierungsmerkmal, Ausdruck des tiefen Verst\u00e4ndnis des Textes, der eigenen Bildung, der Gruppenzugeh\u00f6rigkeit funktionieren?<\/p>\n<p>Wahrscheinlich von allem ein wenig, und eventuell ist zun\u00e4chst einmal jeder Kulturpessimismus zur Seite zu schieben mit dem einfachen Argument: die Texte werden gelesen, die Gedanken, \u00dcberlegungen, Theorien bekommen Sichtbarkeit und der immer noch m\u00e4nnlich dominierte Kultur-Kanon wird erweitert (wenngleich dieser nat\u00fcrlich dringend auch um weitere Stimmen au\u00dferhalb des wei\u00dfen Westens erg\u00e4nzt werden muss).<\/p>\n<p>Es w\u00e4re m\u00f6glich eine Parallele zwischen der Form des Briefromans, als der historisch als weiblich verstandenen Form, und dem Blog als Mittel der Selbsterm\u00e4chtigung, der Kommunikation und des Austauschs zwischen Frauen bzw. zwischen Personen zu ziehen, die vom dominierenden Machtdiskurs der Gesellschaft ausgeschlossen sind.<\/p>\n<p>Wenn ich mir die \u201eI Love Dick\u201c\u2013Selfies anschaue, m\u00f6chte ich die Fragen hinter den Blicken kennen. Kraus war 39 Jahre alt, als sie \u201e Dick\u201c im Dezember 1994 traf. Und trotzdem trifft Kraus den Nerv junger M\u00e4dchen. Kraus kennt dieses Gef\u00fchl des Sich-Wiedererkennens in einem Text aus eigener Erfahrung und beschreibt etwa ihre Kathy Acker\u2013Lekt\u00fcre in Teenagerjahren so: \u201eThey were those books that kind of just go straight to your heart, where it feels like the person\u2019s voice is in your head and speaking for you.\u201d<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Diese Dringlichkeit spiegelt sich in den \u201eI Love Dick\u201c-Selfies. Und w\u00e4hrend sich Kraus nun in ihren 60ern Kathy Acker zuwendet, die im Erscheinungsjahr von \u201eI Love Dick\u201c an Krebs verstarb, wenden sich die jungen Zwanziger \u201eI Love Dick\u201c zu. Kraus hat seit dem Tod Ackers an dieser Publikation gearbeitet. Auf verschiedene Weisen scheint sich hier ein Kreis zu schlie\u00dfen, denn auch Acker arbeitete mit Briefen und der Rolle des Adressaten: \u201eOften she\u2019d choose a man, sometimes a lover, sometimes not, more often he was, as her \u201csilent partner\u201d when she was writing a book. She\u2019d write intensely to that person, and share pages with him. Parts of the letters sometimes found their way into the books. Up through Don Quixote, she directed each of her books toward someone.\u201d<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>\u201eAfter Kathy Acker\u201c wird im August dieses Jahres endlich bei Semiotext(e) erscheinen. Und so wie Kraus betont, dass sie sich im Rahmen dieser Recherche immer wieder auf die Nebenwege begeben habe, um andere weniger bekannte K\u00fcnstler*innen zu entdecken, kann auch die gegenw\u00e4rtige Chris Kraus-Rezeption Anlass sein, weitere Autor*innen aus ihrem Umkreis neu zu entdecken.<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a> Die von ihr bis heute kuratierte Reihe \u201eNative Agents\u201c bietet sicher eine gute Grundlage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> http:\/\/blueblueblueblue.tumblr.com\/post\/58036261619\/the-only-thing-better-than-taking-selfies-with<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> http:\/\/www.tyci.org.uk\/wordpress\/spine-3\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> https:\/\/twitter.com\/annamburtt\/status\/837056605036371969<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> http:\/\/decadent-romanticism.tumblr.com\/post\/87891881836\/feeling-very-grateful-to-the-internet-today-for<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Bonnie Wertheim: Chris Kraus, Author of \u2018I Love Dick,\u2019 Returns to the Bronx, New York Times, 11.05.2017; https:\/\/www.nytimes.com\/2017\/05\/11\/style\/chris-kraus-i-love-dick.html<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Elle Hunt: Chris Kraus: I Love Dick was written \u2018in a delirium\u2019, The Guardian, 30.05.2017; https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2017\/may\/30\/chris-kraus-i-love-dick-was-written-in-a-delirium<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> David Rimanelli: I Love Dick., Artforum International, 1998<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> &#8218;I Love Dick&#8217;s&#8216; Author Wants More Unlikable Female Leads, Julia Bosson im Gespr\u00e4ch mit Chris Kraus, Vice, 12. 05. 2017; https:\/\/www.vice.com\/en_us\/article\/i-love-dicks-author-wants-more-unlikable-female-leads<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> I Love Dick: Celebrating the Unsayable, Joanna Walsh im Gespr\u00e4ch mit Chris Kraus, Script (Auszug), 16.05.2016; https:\/\/medium.com\/workandlife\/i-love-dick-celebrating-the-unsayable-e2e2b68bd6ed<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Ways of Seeing. Anke Dyes &amp; Anna Voswinckel \u00fcber die Fernsehserie I love Dick, Texte zur Kunst, Heft Nr. 105, M\u00e4rz 2017; https:\/\/www.textezurkunst.de\/articles\/i-love-dick-de\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Chris Kraus: Stick to the Facts, S. 131\u2013133, Texte zur Kunst, Juni 2008, Heft 70, S. 132<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> http:\/\/ildselfies.tumblr.com\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> https:\/\/twitter.com\/tavitulle\/status\/349006438963740675<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> I Love Dick: Celebrating the Unsayable, Joanna Walsh im Gespr\u00e4ch mit Chris Kraus, Script (Auszug), 16.05.2016; https:\/\/medium.com\/workandlife\/i-love-dick-celebrating-the-unsayable-e2e2b68bd6ed<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Elle Hunt: Chris Kraus: I Love Dick was written \u2018in a delirium\u2019, The Guardian, 30.05.2017; https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2017\/may\/30\/chris-kraus-i-love-dick-was-written-in-a-delirium<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Bonnie Wertheim: Chris Kraus, Author of \u2018I Love Dick,\u2019 Returns to the Bronx, New York Times, 11.05.2017; https:\/\/www.nytimes.com\/2017\/05\/11\/style\/chris-kraus-i-love-dick.html<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> https:\/\/www.instagram.com\/p\/BRQhtgaDVI2\/?taken-by=juergen_cannes<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> s. Abb. oben<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Chris Kraus: I Love Dick, Semiotext(e), 2006, S. 210<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> http:\/\/ildselfies.tumblr.com\/image\/72470839216<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> http:\/\/ildselfies.tumblr.com\/post\/77840569285\/teaandtits-whatsapp-to-fanny-emma-have-you<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> http:\/\/ildselfies.tumblr.com\/post\/55910478425\/ohcalamity-reading-delivers-on-the-promise<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/45998\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Maggie Nelson Writes Books Like She\u2019s Hosting a Party, Maggie Lange im Gespr\u00e4ch mit Maggie Nelson, The Cut, 31.03.2017; https:\/\/www.thecut.com\/2017\/03\/interview-maggie-nelson.html<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> Elle Hunt: Chris Kraus: I Love Dick was written \u2018in a delirium\u2019, The Guardian, 30.05.2017; https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2017\/may\/30\/chris-kraus-i-love-dick-was-written-in-a-delirium<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> I Love Dick on TV. Chris Kraus\u2019 Advice for a Young Girl (Fiona Duncan im Gespr\u00e4ch mit Chris Kraus), M\u00e4rz 2017; https:\/\/www.ssense.com\/en-us\/interview\/i-love-dick-on-TV?utm_source=4003003&amp;utm_medium=affiliate&amp;utm_campaign=VigLink-&amp;utm_term=10492063<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> &#8218;I Love Dick&#8217;s&#8216; Author Wants More Unlikable Female Leads, Julia Bosson im Gespr\u00e4ch mit Chris Kraus, Vice, 12. 05. 2017; https:\/\/www.vice.com\/en_us\/article\/i-love-dicks-author-wants-more-unlikable-female-leads<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/bureau-capri.tumblr.com\">Isabel Mehl<\/a> promoviert am\u00a0<a href=\"http:\/\/www.leuphana.de\/universitaet\/personen\/isabel-mehl.html\">Graduiertenkolleg<\/a> &#8222;Kulturen der Kritik (KdK)&#8220; der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg \u00fcber die Funktion der Fiktion in der Kunstkritik bei Jutta Koether, Chris Kraus &amp; Lynne Tillman.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#ilovedick \u2013 Selfies mit Textreferenz<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[54645,436,733,1041,1208,2106,2164],"class_list":["post-6938","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bekenntnis","tag-chris-kraus","tag-feminismus","tag-i-love-dick","tag-kathy-acker","tag-selfies","tag-social-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6938"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6938\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}