{"id":7031,"date":"2017-07-03T08:14:41","date_gmt":"2017-07-03T06:14:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7031"},"modified":"2017-07-03T08:14:41","modified_gmt":"2017-07-03T06:14:41","slug":"pornografie-in-der-gegenwart-normalismus-interdiskursvon-jan-nicolas-schmitt3-7-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/07\/03\/pornografie-in-der-gegenwart-normalismus-interdiskursvon-jan-nicolas-schmitt3-7-2017\/","title":{"rendered":"Pornografie in der Gegenwart, Normalismus, Interdiskursvon Jan Nicolas Schmitt3.7.2017"},"content":{"rendered":"<p>Einsch\u00e4tzungen zur Internet-Pornografie<!--more--><\/p>\n<p>Wer von den sog. Digital Natives kennt sie heute nicht \u2013 Online-Pornografieportale wie Youporn, Pornhub, Redtube oder Xhamster? Von ihrer Existenz wei\u00df fast jeder Internetnutzer, und auch die Rezeption dieser Seiten scheint weit verbreitet zu sein, wenn man sich etwa die Ergebnisse des Online-Dienstes Alexa anschaut, der Daten \u00fcber Seitenabrufe von Websites sammelt und analysiert.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Anders sieht es aus, wenn es um das \u00f6ffentliche Eingest\u00e4ndnis geht, diese Portale aufzusuchen. Da sexuelle Handlungen zumeist als bedeutender Teil der Intimsph\u00e4re angesehen werden, verwundert das nicht \u2013 andererseits werden von vielen Menschen Details aus Privat- und Intimsph\u00e4re via Facebook und Twitter mittlerweile tagt\u00e4glich mitgeteilt. Der Pornografie und deren Konsum haftet offenkundig weiterhin ein besonderer Makel an, was viele Menschen daran hindert, \u00fcber ihre daf\u00fcr gehegte Vorliebe zu sprechen. Dennoch wird in der wissenschaftlichen und journalistischen Rede \u00fcber Pornografie heutzutage nicht selten ihre \u201aNormalit\u00e4t\u2018 betont. Dem soll in diesem Artikel nachgegangen werden.<\/p>\n<p>Wie die einleitenden S\u00e4tze schon andeuten, wird in diesem Artikel haupts\u00e4chlich die Rede von der visuellen und audiovisuellen Internetpornografie sein, die das Erscheinungsbild der Pornografie derzeit stark pr\u00e4gt. Ebenso sei erw\u00e4hnt, dass hier die Pornografie fernab von solchen Kategorien wie der \u201aKinderpornografie\u2018 oder strafbarer Gewaltpornografie als Untersuchungsgegenstand dient. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den legalen pornografischen Internet-Darstellungen. Wie steht es um ihre \u201a(Ab)Normalit\u00e4t\u2018 in der Gegenwart?<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Pornografie in der Gegenwart<\/p>\n<p>In Deutschland d\u00fcrfte der Begriff der <em>Pornografie<\/em>, bzw. die Kurzform <em>Porno<\/em> oder das englische Wort <em>porn<\/em>, so gut wie niemandem unbekannt sein.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Pornografie polarisiert, sch\u00fcrt \u00c4ngste und Diskussionen und ist aus dem \u00f6ffentlichen Diskurs somit nicht wegzudenken.<\/p>\n<p>Was heute zumeist zu einer Ineinssetzung von Pornografie mit visueller und audiovisueller Pornografie f\u00fchrt, begann mit dem Siegeszug der Fotografie und Kinematografie, der sich durch die Distributionsausweitung in Form von Computer-, Internet- und Smartphone-Technologie immer weiter fortsetzte und fortsetzt.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Die beginnende Visualisierung erfreute sich bereits ab dem 19. Jahrhundert einer stetig steigenden Beliebtheit \u2013 dies geschah vor allem in Form einer h\u00e4ufigen Bebilderung pornografischer Schriften und Journale mit Zeichnungen sowie eines regen Handels mit pornografischen Photographien und Ansichtskarten.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Mit dem Aufkommen des Kinos gingen rasch auch filmische Pornografieangebote einher.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Diese fr\u00fchen pornografischen Filme, <em>stag films<\/em>, waren kaum l\u00e4nger als zehn Minuten und wiesen nur rudiment\u00e4re narrative Strukturen auf, wurden in den 1920er Jahren in Europa in Bordellen und in den USA in teil\u00f6ffentlichen Kinos vorgef\u00fchrt, was die Qualit\u00e4t der anderen Filmgenres sichern sollte, und wurden schlie\u00dflich durch Versch\u00e4rfungen der Zensurbestimmungen in den Bereich illegaler Medienangebote verbannt, wodurch die <em>stag films<\/em> bis in die 1960er Jahre die vorherrschende Form des pornografischen Films bildeten.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Der Anschluss an die Entwicklung der Filmtechnik gelang erst wieder im Zuge der sexuellen Revolution und der einhergehenden Liberalisierung des Sexualstrafrechts sowie der Legalisierung der Pornografie.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Hinsichtlich seiner technischen Qualit\u00e4t konnte der nun f\u00fcr Erwachsene legal zug\u00e4nglich Pornofilm in Spielfilml\u00e4nge an Filme anderer Genres anschlie\u00dfen und wurde \u201ebis Ende der 1970-er Jahre prim\u00e4r in Pornokinos aufgef\u00fchrt.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Die Videotechnologie sorgte schlie\u00dflich f\u00fcr die Domestizierung des pornografischen Films, welche mittels fl\u00e4chendeckender Distribution durch Sexshops und Videotheken erfolgte und eine Ausdifferenzierung in verschiedene Subgenres anfachte.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Diese Domestizierung und Diversifikation nahm mit der Etablierung des Heimcomputers, der Digitaltechnik und der multimedialen Distribution weiter zu, wodurch es prinzipiell jedem m\u00f6glich ist, professionelle oder Amateurpornografie zu konsumieren oder auch selbst zu produzieren und global zu distribuieren.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Grenzen scheinen seit dem Siegeszug des Internets nicht mehr zu existieren. Anne-Janine M\u00fcller konstatiert \u201eeinen aktiven Einbezug der Rezipient(inn)en als Produzent(inn)en und damit eine globale, noch weiter fortschreitende Diversifikation des Genres in Literatur, Film, Fotografie etc., die sich einer repressiven Zensurpolitik grundlegend widersetzt.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Es sind die durch das Internet frei zug\u00e4nglichen Pornofilme, Pornoclips oder die pornografischen Bilderserien, welche die gegenw\u00e4rtige Pornografie auszeichnen und die Debatten um sie pr\u00e4gen. Ihre Verbreitung hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt \u2013 vor allem durch die DSL-Revolution mit den damit entstandenen Filesharing-Plattformen und Videoportalen \u00e4nderte sich ihr Erscheinungsbild sowohl quantitativ als auch qualitativ.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Neben Bilderserien und kurzen Videoclips ist es seit der Verbreitung des Highspeed-Internets auch kein Problem mehr, l\u00e4ngere, oftmals komplette Pornofilme in guter Bild- und Tonqualit\u00e4t herunterzuladen oder online per Streaming anzusehen \u2013 und dies (von kommerziellen Angeboten abgesehen) v\u00f6llig kostenlos.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Niemand ist heutzutage mehr gezwungen, Pornografie k\u00e4uflich zu erwerben oder f\u00fcr den Konsum das Haus zu verlassen. Der Pornografiekonsum wird dadurch enorm erleichtert, da die Gefahr, beobachtet zu werden, verschwindet (davon abgesehen, dass im Netz nat\u00fcrlich Datenspuren hinterlassen werden sowie auch die besuchten Webseiten zum Beispiel durch \u201aCookies\u2018 auf der Festplatte Spuren hinterlassen).<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Das Angebot ist mannigfaltig und kann durch spezielle Suchmaschinen, die auf pornografische Angebote spezialisiert sind<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>, sortiert werden, wie beispielsweise durch die Suchplattform pornmd.com, welche aus allen Seiten des Pornhub-Network das Gew\u00fcnschte heraussucht, seien es Szenen und Filme eines speziellen Darstellers oder Clips, die einer speziellen Variante, etwa \u201aOralsex\u2018, zugeordnet werden. Eins weiteres Angebot \u201ebilden Seiten mit \u201acategorized galleries\u2018. Es handelt sich gewisserma\u00dfen um \u201a\u00dcberblicksseiten\u2018. [Sie] bieten vor allem Links, die nach bestimmten Kategorien sortiert sind.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Neben der grundlegenden Unterscheidung zwischen Soft- und Hardcore, worunter man in erster Linie Darstellungen von Nacktheit und\/oder Striptease (Softcore) und die explizite Darstellung sexueller Handlungen mit Fokus auf die Geschlechtsteile (Hardcore) versteht, abgesehen, gibt es hochgradig spezielle Kategorien, wie \u00e4u\u00dfere Merkmale im Bereich des Softcores (\u201ablondes\u2018, \u201amatures\u2018) oder Sexualpraktiken im Bereich des Hardcores (\u201ablow job\u2018, \u201aanal\u2018).<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Es gibt f\u00fcr jede Vorliebe, jede sexuelle Orientierung und jeden Fetisch die entsprechende Kategorie und auch komplett auf einzelne dieser Kategorien spezialisierte Seiten.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Kritische Untersuchungen zur heutigen Pornografie<\/p>\n<p>Die moderne Allt\u00e4glichkeit des Pornografischen zeigt sich auf diverse Art und Weise. Es gab sie auch bereits, bevor die Internetpornografie ihren Siegeszug antrat. Seit der Liberalisierung des Sexualstrafrechts und der Legalisierung der Pornografie entwickelte sie sich durch Kommerzialisierung und stellte bald eine \u00f6konomische Gr\u00f6\u00dfe in der Unterhaltungsindustrie dar.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>J\u00f6rg Metelmann spricht in diesem Zusammenhang von \u201ePorno-Pop\u201c. Das Pornografische sei vollends aus den tabuisierten R\u00e4umen des tolerierten Verwerflichen an die Oberfl\u00e4chen der breiten \u00d6ffentlichkeit getreten; es pornoisiere den Mainstream, die Popkultur.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> \u201ePornowerbung schm\u00fcckt Fassaden und Museen, Popstars wollen mit eindeutig zweideutigen Clips den Pop retten, \u201aexplicit contents\u2018 f\u00fcllen die CD-Regale und Buchl\u00e4den.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> \u201ePorno-Pop, verstanden als aktuelle kulturelle Konstellation, verst\u00e4rkt die durch die Lust- und \u201aGenie\u00dfe!\u2018-Imperative sp\u00e4testens seit Anfang der Neunziger angesto\u00dfene \u00dcberbetonung des K\u00f6rpers.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>In der popkulturellen \u00d6ffentlichkeit entsteht aus der pornografischen Fiktion, dass es Sex \u201aeinfach gibt\u2018, eine fixe Idee, ein Phantasma des Mainstream-Imagin\u00e4ren.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Vor allem ist diese Fiktion das ultimative Phantasma der Waren- und Konsumwelt.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Johannes Gernert fasst in\u00a0\u201eGeneration Porno\u201c (2010) zusammen, dass Rap-Clips, Kunst, Photographie, Mode, Werbung und Literatur ein gesellschaftliches Klima geschaffen h\u00e4tten, das vor allem Heranwachsenden den Eindruck vermittle, an Pornografie sei nichts Bedenkliches.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><\/a><\/p>\n<p>Wegen der st\u00e4ndigen Verf\u00fcgbarkeit der Pornografie via Internet liegt es nahe, dass der Konsum gerade bei Jugendlichen h\u00e4ufig an Akzeptanz und Allt\u00e4glichkeit hinzugewonnen hat.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> F\u00fcr einige von ihnen ist der gemeinsame Pornokonsum zu einer Art Freizeitgestaltung geworden.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Besonders diese Entwicklungen im Bereich der jugendlichen Lebenswelten l\u00f6sen \u00c4ngste und Sorgen aus. Die m\u00f6glichen Negativeffekte einer Pornografisierung pr\u00e4gen h\u00e4ufig den Diskurs, zugespitzt und etwas stigmatisierend ist zum Beispiel von einer \u201eGeneration Porno\u201c die Rede, was die Sorge impliziert, junge Leute k\u00f6nnten wom\u00f6glich Sexualit\u00e4t nicht mehr mit Liebe verbinden, M\u00e4dchen und Frauen mit den Frauen aus den Filmen vergleichen und sie als permanent willige Objekte betrachten \u2013 es w\u00fcrde eine sexuelle Verrohung und Verwahrlosung drohen oder auch eine Masturbationsgesellschaft, in der virtueller Sex wichtiger werden k\u00f6nnte als der reale.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Der Einfluss der Pornografie auf Jugendliche wird wegen solcher Bef\u00fcrchtungen vermehrt untersucht. Erwiesen ist, dass der Konsum stattfindet und sich geschlechtsspezifische Unterschiede erkennen lassen: Es sind vor allem m\u00e4nnliche Jugendliche, die sich Pornografieangeboten im Internet zuwenden und daher besonders im Fokus stehen, doch auch weibliche Jugendliche werden willentlich oder unwillentlich mit Pornografie konfrontiert.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>Wie sich dieser Konsum wom\u00f6glich auswirkt, ist umstritten. Gunter Schmidt und Silja Matthiesen halten die Angst vor Verwahrlosung schlichtweg f\u00fcr ein Beispiel von \u201ezyklisch auftretenden Diskussionen \u00fcber jugendsexuelle Katastrophen[,] [die] eher Phantasmen der Erwachsenen als reale Verh\u00e4ltnisse bei den Jugendlichen wider[spiegeln].\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Die gel\u00e4ufige Annahme, dass Jugendliche in progredienter Weise der Pornografie verfallen, \u201edass die Reize \u201aimmer toller, immer h\u00e4rter, immer extremer, immer wilder\u2018 werden m\u00fcssen, erweist sich [\u2026] als Fiktion.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Dass Pornokonsum zu einem absch\u00e4tzigen Frauenbild beitr\u00e4gt, sei nicht auszuschlie\u00dfen, aber auch nicht zu beweisen.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> Auch Wolfgang Rei\u00dfmann und Iren Schulz warnen davor, \u201ein sozialisationstheoretisch naive Positionen zu verfallen\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]:<\/a><\/p>\n<p>\u201eDie \u00f6ffentliche Problematisierungslogik, die von der einfachen Zug\u00e4nglichkeit (Omnipr\u00e4senzthese) auf die negative Beeinflussung von Sexual-, K\u00f6rper-, Identit\u00e4ts- und Beziehungsvorstellungen bzw. entsprechender Handlungs- und Interaktionsskripte (Wirkungsthese) schlie\u00dft, greift zu kurz. \u00dcber die Besorgnis wird hier vergessen, dass auch junge Menschen nicht Spielb\u00e4lle ihrer medialen Umwelt sind, sondern sich mediale Inhalte, wie interaktionistische Medien-\/Sozialisationstheorien seit Jahrzehnten betonen, vor dem Hintergrund ihrer biografischen Erfahrungen, sozialkognitiven F\u00e4higkeiten, aktuellen Lebenslagen, handlungsorientierenden Themen und Interessen aneignen.\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>Es lassen sich keine monokausalen Wirkungen festhalten, befindet auch eine Studie aus dem Jahr 2010, die die Bedeutung von Pornografie im Web 2.0 f\u00fcr Jugendliche untersuchte.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Lediglich lasse sich von Wirkungshypothesen sprechen, wie zum Beispiel von der Entstehung eines Leistungsdrucks f\u00fcr Jungen und eines Perfektionsdrucks f\u00fcr M\u00e4dchen, angesichts der Standards, die in Pornofilmen bez\u00fcglich Potenz und Aussehen vermittelt werden.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Individuelle sexuelle Phantasien k\u00f6nnten wom\u00f6glich auf der Strecke bleiben, da die typischen Handlungsmuster von Pornos sich zu sehr einpr\u00e4gen, sexuelle Pr\u00e4ferenzen k\u00f6nnten in ihrer Entwicklungsphase beeinflusst, das Frauen- und M\u00e4nnerbild verf\u00e4lscht werden sowie auch generell die Wertewelt der Jugendlichen.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a><\/p>\n<p>Einige Experten pl\u00e4dieren darum, \u201edie Jugendlichen \u201abis zum Beweis des Gegenteils\u2018 vor m\u00f6glichen Gefahren der Pornografie zu sch\u00fctzen.\u201c<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Dass dies auf direktem Wege in Anbetracht der leicht zug\u00e4nglichen Internetseiten wie Youporn, Pornhub oder Redtube, bei denen nur ein Mausklick gen\u00fcgt, um das gebotene Mindestalter zu \u201averifizieren\u2018, nicht leicht ist, liegt auf der Hand. Daher sei in diesem Zusammenhang vor allem eine gute Aufkl\u00e4rung der Jugendlichen von Bedeutung, um somit einen weitgehend unproblematischen Konsum von Pornografie zu erm\u00f6glichen.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Wenn sie ohne eine solche Aufkl\u00e4rung konsumiert werde, sei ihr Einfluss auf Jugendliche pr\u00e4gend, konstatiert der Sexualmediziner Klaus Beier und bel\u00e4sst es damit nicht blo\u00df bei Wirkungshypothesen:<\/p>\n<p>\u201e[Es] hat sich kulturgeschichtlich nun erstmalig die Reihenfolge umgedreht: Jetzt sehen die Kinder sexuelle Handlungen erst im Internet und danach machen sie eigene sozio-sexuelle Erfahrungen. Es w\u00e4re ziemlich naiv anzunehmen, dass in dem Zusammenhang die wirkm\u00e4chtigen Bilder aus dem Netz keinerlei Einfluss auf das sexuelle Selbstkonzept und das Geschlechtsrollenempfinden haben sollen. Zumal wir wissen, dass beobachtete Handlungen durch die so genannten \u201aSpiegelneuronen\u2018 im Gehirn neuronal verschaltet werden \u2013 und zwar genauso, als ob man die Handlung selbst durchgef\u00fchrt h\u00e4tte. Das geschieht automatisch.\u201c<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p>Vor allem durch die neuronalen Verschaltungen im Gehirn ist nach Beier von einem Einfluss auf die Identit\u00e4tsbildung auszugehen, auch wenn Jugendliche erkl\u00e4ren, \u201edass sie schon w\u00fcssten, wie unrealistisch die Darstellungen in Pornofilmen seien [\u2026]. Das Lernen am Modell funktioniert anders. [\u2026] Man identifiziert sich mit dem Mann beziehungsweise mit der Frau und \u00fcbernimmt die gezeigten Verhaltensmuster [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Damit widerspricht Beier Erkenntnissen anderer Studien, die sich zum Teil konkret auf Antworten von Jugendlichen st\u00fctzen und dadurch zu Ergebnissen kommen wie dem, dass junge Menschen bez\u00fcglich der Pornografie Reflektiertheit erkennen lie\u00dfen, wodurch Gefahren gemindert w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Bef\u00fcrchtung, die nicht nur Jugendliche betrifft, ist das vermeintliche \u201aSuchtpotenzial\u2018 des Pornografiekonsums. \u201eBis zu 500.000 Pornos\u00fcchtige gebe es in Deutschland, schreibt die \u201aWelt\u2018. Pornosucht mache sogar impotent, wissen die Leser der \u201aStuttgarter Nachrichten\u2018.\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> Diese Gefahren werden h\u00e4ufig beschworen, wie auch zum Beispiel von manch einem Arzt,<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> dass sie jedoch in derart drastischer Form auftreten k\u00f6nnen, ist nicht bewiesen: Es gebe M\u00e4nner, die ihren Pornografiekonsum f\u00fcr problematisch halten und einen Therapeuten aufsuchen, doch oft spielten auch hier viele weitere Faktoren eine Rolle<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>Wenn der Konsum so sehr ansteigt, dass dadurch andere Lebensbereiche vernachl\u00e4ssigt werden und reale zwischenmenschliche Beziehungen darunter leiden, liegt es anscheinend nahe, von einer Pornosucht zu sprechen, die jedoch als ein kleiner, extremer Teil eines Massenph\u00e4nomens bezeichnet wird.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Experten seien sich \u201eweitgehend einig, dass es zwar keine Sucht im Sinne einer stofflichen Sucht (wie z. B. bei Drogen- oder Nikotinsucht) gebe, dennoch aber bei exzessivem Konsum ein sucht\u00e4hnliches Verhalten (vergleichbar mit der Spielsucht) entstehen k\u00f6nne.\u201c<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> Auch eine habituelle Impotenz sei m\u00f6glich, so Sexualwissenschaftler Jakob Past\u00f6tter.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Grund daf\u00fcr sei, dass beim Sex Sinne wie das Riechen und F\u00fchlen wichtiger seien als der visuelle Aspekt \u2013 wer es gewohnt sei, zu Pornos zu masturbieren, brauche jedoch auch beim realen Verkehr gerade jene Visualit\u00e4t.<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> Um ein anerkanntes Krankheitsbild handelt es sich bei der \u201aPornosucht\u2018 bislang jedoch nicht.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> So scheint es also, dass man gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigungen dieser Art derzeit weder vollends negieren noch als Folgen einer sog. Pornosucht verifizieren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Wie \u201anormal\u2018 ist Pornografie?<\/p>\n<p>Vor allem aufgrund der Entwicklung der visuellen und audiovisuellen Techniken begann eine Popularisierung der Pornografie, die mit der Internetpornografie ihren derzeitigen H\u00f6hepunkt erreicht hat. Es wurde bereits die Allt\u00e4glichkeit des Pornografischen geschildert, doch bleibt die Frage: Handelt es sich bereits um eine im Sinne des \u201aNormalismus\u2018 (nach J\u00fcrgen Link) systematisch normalisierte Allt\u00e4glichkeit?<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> L\u00f6st sie noch (wiederum mit den Begriffen J\u00fcrgen Links gefragt) \u201aDenormalisierungsangst\u2018 unter ihren Konsumenten wie auch ihren Kritikern aus? Nach J\u00fcrgen Kaube zumindest geh\u00f6rt auch die Pornografie zu den Ph\u00e4nomenen, die mittlerweile als \u201anormal\u2018 gelten.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich lassen sich \u2013 vor allem bei den m\u00e4nnlichen Jugendlichen \u2013 Entwicklungstendenzen erkennen, die in eine solche Richtung f\u00fchren. Geh\u00f6rte 1992 bereits bei vielen von ihnen die Rezeption eines Pornofilms (neben dem Horrorfilm) zu einem Gruppenritual,<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a> so gaben 2010 bereits 89 % der Jungen zwischen 16 und 19 an, aktiv im Internet nach Pornografie gesucht zu haben.<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> Es ist also blo\u00df eine Minderheit, die die Ber\u00fchrung mit Pornografie noch vermeidet.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem l\u00e4sst sich die Entwicklung des gemeinsamen Pornografiekonsums zu einer Art Freizeitgestaltung bei manchen Jugendlichen beobachten.<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a> Es liegt nicht fern zu konstatieren, dass die Gruppenrituale aus den 1990er Jahren, die wohl mehr einen \u201aMutproben-Charakter\u2018 besa\u00dfen, noch eine Dimension darstellten, die mit der heutigen nicht mehr allzu viel gemeinsam hat.<\/p>\n<p>Heutige Studien kommen zu dem Ergebnis: \u201eAlle m\u00e4nnlichen Jugendlichen unserer Fokusgruppen rezipieren pornografische Inhalte im Web 2.0. Ihre Grundhaltung lautet: \u201aPornos sind normal und Bestandteil des allt\u00e4glichen Medienkonsums\u2018.\u201c<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> In einer anderen Studie hei\u00dft es ebenfalls, dass der Gebrauch der Pornografie f\u00fcr adoleszente Jungen so allt\u00e4glich, normal und selbstverst\u00e4ndlich sei wie das Masturbieren.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> Auch bei weiblichen Jugendlichen bestehe ein diffuses Gef\u00fchl, \u201edass minimale Pornokenntnisse heute zum Erwachsenwerden dazugeh\u00f6ren.\u201c<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a><\/p>\n<p>Der Pornografiekonsum unter Jugendlichen hat sich also \u2013 diesen spezialdiskursiven wissenschaftlichen Studien zufolge \u2013 mittlerweile normalisiert. Die Rede ist hier von allgemein als Mainstream-Porno bekannten Darbietungen und nicht von besonders ausgefallenen Praktiken oder Konstellationen. Von ihnen grenzen sich die Jugendlichen ausdr\u00fccklich ab \u2013 \u201e[m]an kennt sich aus in der weiten Welt des Sexuellen und versichert sich zugleich seiner Normalit\u00e4t und des Im-Rahmen-Bleibens.\u201c<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a> Innerhalb des jugendlichen Normalfelds des Pornografiekonsums erfolgt also eine Binnendifferenzierung zwischen normaler und anormaler Pornografie.<\/p>\n<p>Diese Beobachtungen scheinen nicht ungew\u00f6hnlich f\u00fcr junge Menschen, die in \u201aflexibel-normalistischen\u2018 Zeiten aufwachsen.<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a> Die Pornografie wird aufgrund ihrer st\u00e4ndigen digitalen Verf\u00fcgbarkeit und des dadurch ansteigenden Konsums mehr und mehr von den Jugendlichen selbst in das Normalfeld der jugendlichen Sexualit\u00e4t eingegliedert, wobei man wohl von einer \u201aelementardiskursiven Normalisierung\u2018 sprechen kann.<\/p>\n<p>Doch wie sieht es die Presse in Form zweier ihrer Leitmedien, \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c (FAZ) und \u201eDer Spiegel\u201c? Deren \u201aInterdiskurs\u2018 ist zwischen dem wissenschaftlichen Spezialdiskurs und dem Elementardiskurs angesiedelt. Er verbindet Elemente der beiden Diskursebenen \u201ezu allgemein kulturellen Vorstellungen von Normalit\u00e4t, zu einer Art Querschnittskategorie des Normalen.\u201c<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> Einer allgemeingebildeten \u00d6ffentlichkeit ist es dadurch m\u00f6glich, \u201eWissenskomplexe verschiedener spezial- und elementardiskursiver Herkunft [zu verstehen].\u201c<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a><\/p>\n<p>Dies geschieht im Interdiskurs vor allem mit Mitteln der Kollektivsymbolik. J\u00fcrgen Link versteht unter diesem Begriff \u201edie Gesamtheit der sogenannten \u201aBildlichkeit\u2018 einer Kultur, die Gesamtheit ihrer am weitesten verbreiteten Allegorien und Embleme, Metaphern, Exempelf\u00e4lle, anschaulichen Modelle und orientierenden Topiken, Vergleiche und Analogien.\u201c<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> Sie macht bestimmte Sachverhalte oder Entwicklungen innerhalb der normalistischen Diskurse in Form von sprachlich oder bildlich erzeugten Sinnbildern (\u201aSprachbilder\u2018) f\u00fcr den Einzelnen plastisch begreifbar.<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a> \u201eWenn man als idealtypische Aussage von Spezialdiskursen die mathematische Formel betrachten kann, so als idealtypische Aussage von Interdiskursen das Kollektivsymbol.\u201c<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a><\/p>\n<p>Somit ist die Bedeutung der Kollektivsymbolik f\u00fcr den Interdiskurs nicht zu untersch\u00e4tzen. In unserer gegenw\u00e4rtigen mediatisierten Gesellschaft nimmt durch die st\u00e4ndige Pr\u00e4senz der Massenmedien vor allem der \u201emediounterhaltende Interdiskurs\u201c<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> eine gro\u00dfe Rolle ein.<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a> Das interdiskursiv entstandene und rezipierte Wissen bedingt bei den Individuen eine st\u00e4ndige Pr\u00fcfung und Adjustierung des eigenen Handelns und Verhaltens anhand dessen, was als normal vermittelt wird.<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ein Blick in die Artikel der \u201eFAZ\u201c. Melanie M\u00fchl entlarvt die Sorge um eine \u201eGeneration Porno\u201c als Alarmismus, der viele Eltern in wom\u00f6glich misstrauische \u201eHelikopter-Eltern\u201c verwandle, da das Spiel mit der Angst derer besonders gut funktioniere.<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a> Eine berechtigte Denormalisierungsangst, die aus normalismustheoretischer Sicht in Begriffen wie dem der \u201eGeneration Porno\u201c impliziert ist, wird dadurch verneint. Die Pornografie wird ebenfalls nicht als etwas aus dem Bereich des Anormalen definiert.<\/p>\n<p>Alexander Marguier spricht in seinem bereits vor knapp zehn Jahren erschienenen Artikel ebenfalls von einem Alarmismus in Bezug auf eine \u201eEmma\u201c-Offensive gegen die vermeintliche Pornografisierung der Gesellschaft und vor allem die dadurch bedingte sexuelle Verwahrlosung der Jugend.<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a> Jedoch sieht er die Flut an Pornografie und ihre Folgen als ein potenzielles Problem und zieht den Vergleich, dass \u201ees sich offenbar ein bisschen wie vor kurzem noch mit dem Klimawandel [verh\u00e4lt]: Man ahnt, dass da etwas Unangenehmes auf die Gesellschaft zukommen k\u00f6nnte, aber der Wissenschaft mangelt es vorl\u00e4ufig an Beweisen.\u201c<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a> Somit kann man sagen, dass sich die Pornografie bei Marguier in einer Randzone bewegt \u2013 es ist noch nicht absehbar, ob sie in einem Normalfeld bleibt oder in die Anormalit\u00e4t gleitet. In Bezug auf Gewaltpornografie fordert er eine strengere Anwendung der vorhandenen Gesetze<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a>, wodurch er diese klar in den Bereich des Anormalen einordnet, wie es auch der Gesetzgeber tut.<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73]<\/a><\/p>\n<p>Claudius Seidl bezeichnet seinen 2015 erschienenen Artikel selbst als ein \u201ePl\u00e4doyer f\u00fcr die Pornografie.\u201c<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a> Den Konsum von Internetpornografie stellt er eindeutig als etwas Normales heraus, da es \u2013 soweit messbar \u2013 fast alle m\u00e4nnlichen Teenager und junge M\u00e4nner der westlichen Welt seien, \u201edie \u00fcber einen Computer und einen halbwegs schnellen Internetanschluss verf\u00fcgen.\u201c<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a> In Anbetracht der strengen Sexualmoral in der Vergangenheit empfindet er die gegenw\u00e4rtige Lage nicht als \u201eallzu naturfeindlich.\u201c<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a> Auch wenn man Pornofilme nicht mit Lehrfilmen verwechseln, sie nicht verharmlosen oder idealisieren d\u00fcrfe, sieht Seidl sie als weitaus unproblematischer an, als sie oft dargestellt werden.<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a> So l\u00e4sst sich die Pornografie bei Seidl durchaus in einem Normalfeld verorten \u2013 Bez\u00fcge zu einer Anormalit\u00e4t lassen sich nicht auffinden.<\/p>\n<p>Dietmar Dath beschreibt in einem Beispiel, dass bereits vor einigen Jahren letzte Ber\u00fchrungs\u00e4ngste zwischen traditionellen Telekommunikationsanbietern und der Pornografiebranche gefallen seien, \u201eals die Produktionsfirma Vivid ihren Kabelsender Hot Network mit dem Telekomriesen AT&amp;T ins Gesch\u00e4ft brachte.\u201c<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a> Es ist ein Beispiel f\u00fcr einen Normalisierungsprozess der Pornografie innerhalb der \u00d6konomie. Seine Auffassung von Normalit\u00e4t der Pornografie in der heutigen Gesellschaft ist in seinem Artikel jedoch differenziert, da er einige der gleichzeitig existierenden Kontraste innerhalb der Internetpornografie herausstellt, wie den zwischen Edel-Dekadenz bei Kink.com und \u201eDauerbeschuss aller Ekelgrenzen\u201c<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a> bei Max Hardcore.<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a> Dath stimmt einer Position zu, die es als wichtig erachtet, dass Schule und Kunst das Unterscheidungsverm\u00f6gen zuk\u00fcnftiger Generationen ausbilden m\u00fcssten.<a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a> Man kann sagen, dass er die gegenw\u00e4rtige Pornografie zwischen Normalit\u00e4t und Anormalit\u00e4t verortet.<\/p>\n<p>Der letzte Artikel, der aus den Reihen der \u201eFAZ\u201c betrachtet werden soll, spricht einen kleinen Teil der Konsumenten des Massenph\u00e4nomens Internetpornografie an, bei denen ein \u201aSuchtverhalten\u2018 festgestellt wurde<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a>. Philipp Woldin macht somit auf Pornografiekonsum im anormalen Bereich aufmerksam. Ein von ihm vorgestelltes betroffenes Individuum sucht schlie\u00dflich einen Therapeuten auf,<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a> wodurch es sich im Sinne des flexiblen Normalismus normalisieren m\u00f6chte, da es sich mit seinem Verhalten im Bereich des Anormalen verortet sieht. Doch wird im Artikel immer wieder deutlich, dass der Konsum von Internetpornografie heute im Sinne eines Massenph\u00e4nomens statistisch gesehen normalisiert ist:<\/p>\n<p>\u201eDenn Pornografie ist heute \u00fcberall, mitten in der Gesellschaft [\u2026]. In der Rangliste des Webdienstes SimilarWeb, der den Datenverkehr misst, liegt die Pornoseite XHamster auf Platz 13 der meistaufgerufenen Angebote in Deutschland \u2013 und damit vor bahn.de und Autoscout24. Immerhin: Facebook und Ebay werden \u00f6fter geklickt. Pornografie kommt im digitalen Deutschland kurz nach sozialen Netzwerken und Shoppen, aber noch vor Nachrichten, Zugfahren und Autos. Jede achte Seite, die aus Deutschland aufgerufen wird, ist eine Pornoseite. Damit sind die Deutschen weltweite Spitzenreiter.\u201c<a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\">[84]<\/a><\/p>\n<p>Demnach l\u00e4ge der Pornografiekonsum also in Deutschland wie in keinem anderen Land im Bereich eines statistischen Normalfeldes. Woldin konstatiert, dass Pornos Teil der Gesellschaft seien, ob man wolle oder nicht.<a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\">[85]<\/a> Er spricht ebenfalls eine Studie an, die besagt, dass Pornografie gerade bei Jugendlichen und Studenten wie selbstverst\u00e4ndlich dazugeh\u00f6re.<a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\">[86]<\/a> Eine Form der Normalisierung der Pornografie bestehe auch darin, dass das von ihr Vermittelte immer h\u00e4ufiger Einzug in den realen Sex halte: \u201e,Intimrasur ist heute Standard, Analverkehr wird immer mehr von Frauen erwartet \u2013 das kommt prim\u00e4r aus der Pornografie\u2018\u201c,<a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\">[87]<\/a> zitiert Woldin eine Psychologin mit dem Schwerpunkt Pornografie. Insgesamt vermittelt sein Artikel, dass es sich nicht leugnen lasse, dass der Pornografiekonsum gegenw\u00e4rtig normalisiert werde, jedoch die Gefahr bestehe, dabei ins Anormale zu gleiten.<\/p>\n<p>\u201eDer Spiegel\u201c hat mit teils ausf\u00fchrlichen Reportagen die gegenw\u00e4rtige Lage der Pornografie und deren Konsum beleuchtet, woraus sich ebenfalls normalismustheoretische Schl\u00fcsse ziehen lassen k\u00f6nnen. So ist in einer Reportage von Marco Evers von einem kanadischen Sexualforscher die Rede, welcher f\u00fcr eine Studie zwanzig junge M\u00e4nner suchte, die noch nicht mit Pornografie in Ber\u00fchrung gekommen waren, jedoch niemanden fand.<a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\">[88]<\/a> Auch viele \u201eFrauen [\u2026] sind inzwischen gleicherma\u00dfen pornohungrig wie M\u00e4nner.\u201c<a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\">[89]<\/a> Pornografiekonsum als Normalit\u00e4t der Gegenwart. Es wird jedoch auch erw\u00e4hnt, dass sich nur wenige zu ihrem Konsum bekennen, \u201edenn im seri\u00f6sen \u00f6ffentlichen Raum gilt unangefochten das Gebot der Porno-Ablehnung (\u201aniveaulos\u2018).\u201c Daran wird deutlich, wie sehr im Pornografie-Diskurs Normativit\u00e4t und Normalit\u00e4t zu divergieren scheinen.<\/p>\n<p>Andererseits nennt Evers auch Beispiele von ehemaligen Pornodarstellerinnen wie Gina Wild alias Michaela Schaffrath, die nach ihrem R\u00fcckzug aus der Pornografiebranche eine Karriere in der Mainstream-Unterhaltung begannen,<a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\">[90]<\/a> was \u2013 ganz im Sinne des flexiblen Normalismus \u2013 aufzeigt, dass eine \u00f6ffentliche protonormalistische oder auch normative Stigmatisierung und eine Ausgrenzung aus dem Normalfeld nicht erfolgt.<\/p>\n<p>Doch existieren auch Beispiele wie das der amerikanischen Pornodarstellerin Miriam Weeks, die sich unter dem Pseudonym Belle Knox als Pornodarstellerin ihr Studium an einer elit\u00e4ren Universit\u00e4t finanziert und diese T\u00e4tigkeit genie\u00dft, was sie auch mitteilt.<a href=\"#_ftn91\" name=\"_ftnref91\">[91]<\/a> Als ihre wahre Identit\u00e4t bekannt wurde, geriet sie dadurch ins Zentrum eines \u201eShitstorms [von] Feministinnen, Konservative[n] und sittenstrenge[n] Kommilitonen.\u201c<a href=\"#_ftn92\" name=\"_ftnref92\">[92]<\/a> Ein Fall einer protonormalistischen, normativ angelehnten Ausgrenzung \u2013 hier teilweise \u00e4u\u00dferst drastisch (wenn man dem Artikel eines Nachrichtenmagazins folgt) in Form der\u00a0Stigmatisierung zu einer \u201e,Hure\u2018, die vergewaltigt und abgestochen werden m\u00fcsse.\u201c<a href=\"#_ftn93\" name=\"_ftnref93\">[93]<\/a><\/p>\n<p>Evers konstatiert, dass die Mainstream-Pornografie in der Mitte der Gesellschaft daheim und Teil des Lebens sei.<a href=\"#_ftn94\" name=\"_ftnref94\">[94]<\/a> Als ein Beispiel f\u00fcr die Normalisierung der Pornografie als akademischen Untersuchungsgegenstand, wird die Gr\u00fcndung des Fachblattes \u201ePorn Studies\u201c durch die englische Medienwissenschaftlerin Feona Attwood genannt, welches im \u201erespektablen Wissenschaftsverlag Routledge [erscheint], der einst Heimat war f\u00fcr Autoren wie Einstein, Adorno, Popper, Marcuse und Sartre.\u201c<a href=\"#_ftn95\" name=\"_ftnref95\">[95]<\/a><\/p>\n<p>Aber auch hier gibt es Vorbehalte zu verzeichnen: Forschungsgelder w\u00fcrden h\u00e4ufig eher den Studien zugeteilt, die die Auswirkungen der Pornografie erforschen und sie nicht vor allem als Kulturleistung untersuchen wollen.<a href=\"#_ftn96\" name=\"_ftnref96\">[96]<\/a> Evers fasst eines der Ergebnisse dieser Auswirkungs-Studien zusammen, und zwar, dass eine Pornosucht bisher nicht offiziell nachgewiesen werden kann.<a href=\"#_ftn97\" name=\"_ftnref97\">[97]<\/a> Man kann der Nachrichtenmagazingeschichte entnehmen, dass die Pornografie im Grunde normalisiert ist, doch dies h\u00e4ufig und von vielen nicht normativ akzeptiert wird.<\/p>\n<p>Eine weitere Nachrichtenmagazingeschichte (von Barbara Hardinghaus und Dialika Krahe) besch\u00e4ftigt sich \u2013 wie viele andere Betrachtungen ebenfalls \u2013 mit dem Verh\u00e4ltnis von Jugend und Pornografie. Die Kurzform \u201ePorno\u201c werde von der Jugend oft in Verbindung mit einem Kompliment gebracht: \u201e,Baby du bist so PORNO [Hervorhebung von B.H.\/D.K.]\u2018\u201c<a href=\"#_ftn98\" name=\"_ftnref98\">[98]<\/a> Auch seien \u201eWorte wie \u201aGangbang\u2018 und \u201aAnalverkehr\u2018 unter Teenagern so gel\u00e4ufig wie Tokio Hotel oder \u201aDSDS\u2018.\u201c<a href=\"#_ftn99\" name=\"_ftnref99\">[99]<\/a> Also wurden diese \u201aTermini\u2018 der Pornografiebranche von den Jugendlichen f\u00fcr ihre Alltagssprache normalisiert.<\/p>\n<p>Interessant ist, wie hier (wie auch \u00e4hnlich bei Philipp Woldin von der \u201eFAZ\u201c) beschrieben wird, dass Pornografie sexuelle Handlungen so vermittelt, dass sie von den jugendlichen Rezipienten als normal erachtet werden und dadurch die Sorge ausl\u00f6st, eventuell nicht normal zu sein, wenn einem zum Beispiel der Analsex nicht behagt.<a href=\"#_ftn100\" name=\"_ftnref100\">[100]<\/a> Die Jugendlichen m\u00f6chten sich als flexibel-normalistische Individuen an dem orientieren, was ihnen als (vermeintliche) Normalit\u00e4t suggeriert wird und k\u00f6nnen eine starke Denormalisierungsangst versp\u00fcren. Am Beispiel einer durch zu hohen Pornokonsum entstandenen \u201aSexsucht\u2018 schildert ein Psychotherapeut und Sexualforscher ein in seinen Augen gef\u00e4hrliches Normalisierungspotenzial der Pornografie: \u201e[I]rgendwann denken sie, das sei Normalit\u00e4t und sie m\u00fcssten es genauso machen.\u201c<a href=\"#_ftn101\" name=\"_ftnref101\">[101]<\/a> Ein Beispiel eines M\u00e4dchens aus schwierigen Verh\u00e4ltnissen, welches ma\u00dfgeblich durch zu fr\u00fchen und h\u00e4ufigen Pornografiekonsum in ihrer sexuellen Sozialisierung negativ beeinflusst wurde, zeigt auf, wie dies stattfinden kann.<a href=\"#_ftn102\" name=\"_ftnref102\">[102]<\/a><\/p>\n<p>An einer anderen Stelle wird wiederum das empirische Ergebnis einer Studie vorgestellt, welches besagt, dass \u201e[d]ie Mehrheit der Jugendlichen [\u2026] in ihrem Sexualverhalten so normal oder unnormal [ist], wie sie es schon immer war.\u201c<a href=\"#_ftn103\" name=\"_ftnref103\">[103]<\/a> Die Normalit\u00e4t des Pornografiekonsums wirkt sich also gro\u00dffl\u00e4chig wiederum nicht im Sinne einer Denormalisierung des Sexualverhaltens aus, wenn man dieser Studie folgt. Das Fazit der Reportage fasst dann auch schlie\u00dflich zusammen, dass sich der Pornografiekonsum nicht so fatal wie oft bef\u00fcrchtet auf die jugendliche Sexualit\u00e4t auswirke und diese weiterhin in ihrer Gesamtheit als normal zu erachten sei<a href=\"#_ftn104\" name=\"_ftnref104\">[104]<\/a> \u2013 die Pornografie wird somit als etwas dargestellt, was Anormalit\u00e4ten hervorrufen kann, jedoch dies in der Masse nicht bewirkt, wodurch sie nicht prinzipiell in einem anormalen Bereich angesiedelt wird.<\/p>\n<p>Christoph Scheuermann bezeichnet in seinem Essay den Siegeszug der Internetpornografie \u201eals sp\u00e4ten Siegeszug des Voyeurs in die Mitte der Gesellschaft.\u201c<a href=\"#_ftn105\" name=\"_ftnref105\">[105]<\/a> Er besch\u00e4ftigt sich mit dem Pornografiekonsum der jungen Erwachsenen, zu denen er selbst auch z\u00e4hlt, und nennt Beispiele aus seinem Bekanntenkreis: \u201eEinige kennen sogar die Namen ihrer Lieblingsdarsteller, wie bei Kinofilmen. Freund S. erz\u00e4hlt, er habe sich Lesezeichen f\u00fcr die Seiten seiner Stars angelegt.\u201c<a href=\"#_ftn106\" name=\"_ftnref106\">[106]<\/a> Hier wird Pornografiekonsum als etwas v\u00f6llig Normales dargestellt. \u201eOhne das Internet w\u00e4re er nie mit Hardcore-Material in Ber\u00fchrung gekommen, sagt Freund T. Bezeichnend ist, dass heute kaum noch jemand von \u201ahardcore\u2018 spricht, auch das Wort \u201apervers\u2018 stirbt langsam aus.\u201c<a href=\"#_ftn107\" name=\"_ftnref107\">[107]<\/a> Es sind Beispiele f\u00fcr einen Normalisierungsprozess der vergangenen Jahre. Und auch Scheuermann nennt Ph\u00e4nomene, die einen Einfluss der Pornografie auf Sprachschatz und k\u00f6rperliche \u00c4sthetik verdeutlichen. Neue Schlagw\u00f6rter, wie beispielsweise \u201eMilf\u201c verbreiten sich, und \u201emit dem Porno-Boom begannen einige M\u00e4nner im Bekanntenkreis, sich die Schamhaare zu rasieren, nachdem auch die m\u00e4nnlichen Darsteller in den Filmchen ihre Haare entfernt hatten, aus \u00e4sthetischen und betriebspraktischen Gr\u00fcnden. [\u2026] Auch das m\u00e4nnliche Brusthaar stirbt aus.\u201c<a href=\"#_ftn108\" name=\"_ftnref108\">[108]<\/a><\/p>\n<p>Pornografie-Standards werden anscheinend auch in der Gesellschaft normal. Rein statistisch und somit (mit Link) normalistisch gesehen, scheint dies eine nachvollziehbare Folge, denn \u201e[b]ei einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sozialwissenschaftliche Sexualforschung 2009 kam heraus: 60 Prozent der M\u00e4nner und circa zehn Prozent der Frauen konsumieren t\u00e4glich oder zumindest w\u00f6chentlich Pornografie\u201c<a href=\"#_ftn109\" name=\"_ftnref109\">[109]<\/a>, wie Jens Lubbadeh ebenfalls f\u00fcr den \u201eSpiegel\u201c recherchierte.<\/p>\n<p>Es l\u00e4sst sich anhand der analysierten Beitr\u00e4ge von \u201eFAZ und \u201eDer Spiegel\u201c festhalten, dass Pornografie durch die angef\u00fchrten Verweise auf Ergebnisse von Studien und Statistiken als ein normales Ph\u00e4nomen der Gegenwart betrachtet wird. Der Konsum hat sich in der Mitte der Gesellschaft etabliert. Durch diese statistischen Befunde befinden sich Pornografie und Pornografiekonsum aus Sicht des flexiblen Normalismus in unserer, durch diese Strategie gepr\u00e4gten, Gesellschaft im Normalbereich \u2013 nicht nur in der Jugend oder bei den jungen Erwachsenen, auch wenn sie sich in diesen Gesellschaftsbereichen besonders auff\u00e4llig etabliert hat, wie auch vor allem die Analyse der spezialdiskursiven Studienergebnisse zeigt.<\/p>\n<p>Doch wie sieht es jenseits der Statistik aus? Viele Autoren scheinen der gegenw\u00e4rtigen Pornografie und ihrem massenhaften Konsum zum Teil etwas argw\u00f6hnisch gegen\u00fcberzustehen. Man denke zum Beispiel an Alexander Marguier oder Dietmar Dath, die ein gewisses Problempotenzial konstatieren. Auch Christoph Scheuermann, der zwar viele Normalisierungsbeispiele anbringt, scheint nicht genau zu wissen, ob er das Ganze selbst f\u00fcr normal oder anormal halten soll, wie schon der Titel seines Essays \u201eLeider geil\u201c mitteilt. Vor allem bei Marco Evers und Claudius Seidl lassen sich wiederum \u00dcbereinstimmungen zwischen statistischer und gef\u00fchlter Normalit\u00e4t finden \u2013 bei letzterem sogar in Form eines \u201ePl\u00e4doyers f\u00fcr die Pornografie\u201c.<\/p>\n<p>Dies macht eines deutlich: Dieser Interdiskurs ist nicht nur von einer statistisch begr\u00fcndeten Normalit\u00e4t gepr\u00e4gt, der voll und ganz zugestimmt wird, sondern ebenfalls von einer differenzierenden pers\u00f6nlichen Anschauung und Beurteilung, welche sich aus einer, speziell wohl f\u00fcr den Kasus der Pornografie, moralischen Normativit\u00e4t ergibt, von der sich die Berichterstattung nicht freisprechen kann. Es ist also ein divergentes Bild, welches diese Analyse eines Ausschnitts des Interdiskurses liefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Fazit<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Pornografie bildet ein gesellschaftliches Ph\u00e4nomen voller Ambivalenz. Porno-Chic und Porno-Pop pr\u00e4gen die Popul\u00e4rkultur unserer Zeit seit vielen Jahren. Gleichzeitig herrschen jedoch Sorgen vor einer \u201eGeneration Porno\u201c \u2013 die sexuelle Verwahrlosung einer ganzen Generation wird proklamiert. Der Gegensatz einer flexibel-normalistisch \u201arehabilitierten\u2018 Gina Wild\/Michaela Schaffrath und einer protonormalistisch-normativ \u201astigmatisierten\u2018 Belle Knox\/Miriam Weeks bildet auf der Ebene der Einzelf\u00e4lle ein gutes Beispiel f\u00fcr diesen ambivalenten Charakter des gesellschaftlichen Umgangs mit Pornografie.<\/p>\n<p>Pornografie ist in Form ihres Konsums statistisch gesehen gegenw\u00e4rtig im Normalbereich angelangt. Daf\u00fcr sorgt vor allem der rege Konsum in den j\u00fcngeren Generationen, aber auch altersunabh\u00e4ngig befindet sich der Pornografiekonsum weit entfernt von einer Randzone. Sehen wir die Normalit\u00e4t im Sinne Links als eine \u201aex post\u2018 festgelegte, statistisch verdatete an, k\u00f6nnen wir von einer Normalit\u00e4t der Pornografie in unserer flexibel-normalistischen Gegenwart sprechen.<\/p>\n<p>Gerade Pornografie bildet aber einen teils hochemotional behafteten und weiterhin durch moralische Wert- und Normvorstellungen gepr\u00e4gten Diskursgegenstand. So normal sie statistisch mittlerweile sein mag, ist sie doch weiterhin ein Ph\u00e4nomen mit hohem \u201aReizpotenzial\u2018. Hier wirkt vor allem die \u201aex ante\u2018 festgelegte normative Moral. Es scheint, als k\u00f6nne sich auch gegenw\u00e4rtig ein gro\u00dfer Teil der Gesellschaft nicht davon losl\u00f6sen, Pornografie prinzipiell als etwas \u201aVerwerfliches\u2018 und \u201aSchmuddeliges\u2018 zu betrachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. http:\/\/www.alexa.com\/topsites\/countries\/DE: Laut dieser Rangliste der in Deutschland meistaufgerufenen Webseiten befindet sich zum Beispiel xhamster.com auf Platz 24 von 500 und damit noch vor twitter.com auf Platz 26 (Stand: 28.01.2017).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Hecken (2016): Pornografie.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. M\u00fcller (2012): H\u00f6hlenzeichnung, S. 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. M\u00fcller (2012): H\u00f6hlenzeichnung, S. 29. Interessant ist, dass viele heutige Internet-Pornoclips ebenfalls nur rudiment\u00e4re narrative Strukturen aufweisen, sodass die Form des stag films auch weiterhin in gewisser Hinsicht besteht oder gar eine Renaissance erlebt (hat).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. ebd., S. 30.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Lewandowski (2012): Die Pornografie, S. 93.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. ebd. sowie S. 98.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. ebd. S. 95.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. ebd., S. 98.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. ebd., S. 99.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. Lewandowski (2012): Die Pornografie, S. 100f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. M\u00fcller (2012): H\u00f6hlenzeichnung, S. 30.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Metelmann (2005a): Porno-Pop, S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Metelmann (2005b): Flesh for Fantasy, S. 51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Vgl. Rei\u00dfmann\/Schulz (2012): Jugendliche, digitale Medien und der Umgang mit sexualisierten Inhalten, S. 173.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vgl. Kniep (2012): Jugend, Porno, Medien!, S. 275.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Vgl. Gernert (2010): Generation, S. 10ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Vgl. Rei\u00dfmann\/Schulz (2012): Jugendliche, S. 172f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Schmidt\/Matthiesen (2012): Pornografiekonsum von Jugendlichen, S. 245.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Ebd., S. 251.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Rei\u00dfmann\/Schulz (2012), S. 176.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Vgl. Grimm\/Rhein\/M\u00fcller (2010): Porno im Web 2.0, S. 263.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. ebd., S. 263f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Ebd., S. 264.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Vgl. Kniep (2012): Jugend, S. 277 sowie Grimm\/Rhein\/M\u00fcller (2010), S. 265f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Beier (2011): \u201eEs w\u00e4re naiv anzunehmen, dass die wirkm\u00e4chtigen Bilder aus dem Netz keinerlei Einfluss haben sollen auf das sexuelle Selbstkonzept\u201c, S. 172f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Ebd., S. 174.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Vgl. Smith\/Barker\/Attwood (2014): Teenage Kicks: Die Auseinandersetzung junger Menschen mit Pornografie, S. 62.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Evers (2014): Erregung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Vgl. Seidl (2015): Nichts als nackte Wahrheit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Evers (2014): Erregung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Vgl. Woldin (2014): Wieso schaust du anderen Frauen zu?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Grimm\/Rhein\/M\u00fcller (2010): Porno, S. 264.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Vgl. Woldin (2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Vgl. Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Vgl. Evers (2014).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Vgl. Gerhard\/Link\/Schulte-Holtey (2001): Infografiken, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Vgl. Kaube (2007): Otto, S. 16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Vgl. Past\u00f6tter (2003): Erotic Home Entertainment, S. 48.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Vgl. Rei\u00dfmann\/Schulz (2012): Jugendliche, S. 172.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Vgl. Kniep (2012): Jugend, S. 275.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Vgl. Grimm\/Rhein\/M\u00fcller (2010): Porno, S. 255.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Vgl. Grimm\/Rhein\/M\u00fcller (2010): Porno, S. 255.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Vgl. Schmidt\/Matthiesen (2012): Pornografiekonsum, S. 248f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Ebd., S. 249.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Vgl. ebd., S. 248.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Vgl. Link (2013): Versuch, S. 55., 73ff. \u2013 Auf diesen Seiten analysiert Link die Kinsey-Reports als ein diskursives Ereignis, welches dem flexiblen Normalismus in den USA den Durchbruch verschaffte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Ebd., S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> J\u00e4ger (2012): Kritische Diskursanalyse, S. 55.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Vgl. Link (2013), S. 42.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Ebd., S. 43.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Vgl. ebd. sowie Link (1995): Grenzen, S. 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Vgl. Link (2013), S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Vgl. M\u00fchl (2014): Zu wild.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Vgl. Marguier (2007): Generation Hardcore.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Seidl (2015): Nichts als nackte Wahrheit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Vgl. Seidl (2015): Nichts als nackte Wahrheit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Dath (2014): Im Weltreich.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Vgl. Woldin (2014): Wieso schaust du anderen Frauen zu?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref84\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref85\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Vgl. Woldin (2014): Wieso schaust du anderen Frauen zu?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref86\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref87\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref88\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> Vgl. Evers (2014): Erregung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref89\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref90\" name=\"_ftn90\">[90]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref91\" name=\"_ftn91\">[91]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref92\" name=\"_ftn92\">[92]<\/a> Evers (2014): Erregung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref93\" name=\"_ftn93\">[93]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref94\" name=\"_ftn94\">[94]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref95\" name=\"_ftn95\">[95]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref96\" name=\"_ftn96\">[96]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref97\" name=\"_ftn97\">[97]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref98\" name=\"_ftn98\">[98]<\/a> Hardinghaus\/Krahe (2010): Verlust.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref99\" name=\"_ftn99\">[99]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref100\" name=\"_ftn100\">[100]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref101\" name=\"_ftn101\">[101]<\/a> Hardinghaus\/Krahe (2010): Verlust.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref102\" name=\"_ftn102\">[102]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref103\" name=\"_ftn103\">[103]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref104\" name=\"_ftn104\">[104]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref105\" name=\"_ftn105\">[105]<\/a> Scheuermann (2014): Leider geil.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref106\" name=\"_ftn106\">[106]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref107\" name=\"_ftn107\">[107]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref108\" name=\"_ftn108\">[108]<\/a> Scheuermann (2014): Leider geil.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref109\" name=\"_ftn109\">[109]<\/a> Lubbadeh (2015): Lust an der Enthaltsamkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Alexa Internet Inc.: Top Sites in Germany. 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