{"id":7190,"date":"2017-08-29T13:07:57","date_gmt":"2017-08-29T11:07:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7190"},"modified":"2017-08-29T13:07:57","modified_gmt":"2017-08-29T11:07:57","slug":"der-wahlkampf-auf-instagram-8von-wolfgang-ullrich29-8-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2017\/08\/29\/der-wahlkampf-auf-instagram-8von-wolfgang-ullrich29-8-2017\/","title":{"rendered":"Der Wahlkampf auf Instagram (8)von Wolfgang Ullrich29.8.2017"},"content":{"rendered":"<p>Friede, Freude, Eierkuchen<!--more--><\/p>\n<p>Der Bundestagswahlkampf 2017 ist der erste, in dem auch Bilder der Sozialen Medien, vor allem Bilder auf den Instagram-Accounts von Parteien und Abgeordneten eine Rolle spielen. Statt nur Reden zu halten oder Kundgebungen zu veranstalten, machen Politikerinnen und Politiker mittlerweile also auch zunehmend selbst Bilder, um f\u00fcr ihre Botschaften zu werben. Bis zur Bundestagswahl wird Wolfgang Ullrich\u00a0einzelne dieser Bilder in loser Folge genauer betrachten und Instagram als\u00a0Medium politischer Ikonografie in der Phase seiner Entstehung begleitend kommentieren.<\/p>\n<p>Teil 8 der Kooperation\u00a0von <a href=\"https:\/\/ideenfreiheit.wordpress.com\">Ideenfreiheit<\/a> und pop-zeitschrift.de<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/volkerullrich\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7196\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.43.57.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-08-27 um 17.43.57\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.43.57.png 957w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.43.57-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.43.57-768x511.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Betrachtet man die Instagram-Accounts der Politiker, die aktuell im Wahlkampf stehen, wird man eine Entt\u00e4uschung kaum verhehlen k\u00f6nnen. Denn markante, \u00fcberraschende, programmatische Bilder gibt es so gut wie nie zu sehen. Je mehr der Wahlkampf in seine hei\u00dfe Phase ger\u00e4t, desto mehr n\u00e4hern sich die meisten Accounts sogar einander an. Konnte man vor Wochen noch an Urlaubs- oder Essensfotos erkennen, wie sich Politiker verschiedener Parteien in ihrem Lebensstil und damit auch in ihren Werten unterscheiden, und posteten sie etwa auch noch Bilder der Cover der B\u00fccher, die sie gerade lasen, so zeigen sie sich jetzt fast nur noch bei ihren zahlreichen Terminen im eigenen Wahlkreis. Man sieht sie wieder und wieder an Infost\u00e4nden, im Gespr\u00e4ch mit unterschiedlichen Menschen, bei Vereinen und Verb\u00e4nden, in sozialen Brennpunkten, bei Sommer- und Stadtteilfesten, in Schulen und Altenheimen, bei Hausbesuchen. Au\u00dferdem l\u00e4dt immer sofort Fotos hoch, wer eine Veranstaltung zusammen mit einem Polit-Promi machen durfte. Geboten werden also viele Gruppenfotos und viel Aktionismus, viel L\u00e4cheln und H\u00e4ndesch\u00fctteln, aber sehr wenig, was zu einem zweiten Blick Anlass bietet oder den Wahlkampf zuspitzt. Bestenfalls wird mal ein Flyer vor die Kamera gehalten, so dass sich ein paar Inhalte aufschnappen lassen, aber Zeit f\u00fcr eine symbolische oder \u00fcberraschende Inszenierung hat man nicht mehr, ein Spiel mit Codes und Konventionsbr\u00fcchen findet erst recht nicht statt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/frank.schwabe\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7193\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-15.20.01.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-08-27 um 15.20.01\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-15.20.01.png 952w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-15.20.01-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-15.20.01-768x511.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist auch noch kein einziges Foto auf einem Instagram-Account eines Politikers zum Streitthema und Anlass \u00f6ffentlicher Debatten geworden. W\u00e4hrend Politiker immer wieder mit einzelnen Tweets oder mit \u00c4u\u00dferungen in Interviews f\u00fcr Schlagzeilen sorgen, scheint bisher keiner auch nur versucht zu haben, mit einem provokanten Foto eine gr\u00f6\u00dfere Diskussion auszul\u00f6sen. Gerade Politiker, die verbal gerne polarisieren, posten oft sogar besonders harmlose Bilder, so etwa Beatrix von Storch von der AfD oder CSU-Generalsekret\u00e4r Andreas Scheuer:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_7195\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/beatrix.von.storch\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7195\" class=\" wp-image-7195\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.53.34.png\" alt=\"Beatrix von Storch auf Instagram\" width=\"600\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.53.34.png 954w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.53.34-300x100.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.53.34-768x256.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7195\" class=\"wp-caption-text\">Beatrix von Storch auf Instagram<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_7197\" style=\"width: 611px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/andreas.scheuer\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7197\" class=\" wp-image-7197\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.52.13.png\" alt=\"Andreas Scheuer auf Instagram\" width=\"601\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.52.13.png 955w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.52.13-300x100.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-17.52.13-768x256.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7197\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Scheuer auf Instagram<\/p><\/div>\n<p>Eine Reihe von Politikern schlie\u00dflich, die als streitlustig gelten, haben gar keinen Instagram-Account oder nutzen ihn zumindest nicht: Sahra Wagenknecht, Ralf Stegner, Jens Spahn, Alexander Dobrindt, Frauke Petry, Alexander Gauland.<\/p>\n<p>Das zeigt, dass eine Kommunikation durch Bilder keineswegs so weit gediehen ist, wie es angesichts der allt\u00e4glichen Pr\u00e4senz der Sozialen Medien erwartbar schiene. Vor allem aber zeigt es, dass Instagram-Accounts f\u00fcr die meisten ausschlie\u00dflich in der Tradition von Fotoalben stehen: Sie sollen besondere Momente und sch\u00f6ne Erinnerungen festhalten, auf jeden Fall aber Harmonie ausstrahlen. Zwar werden die Accounts nicht mehr nur von der eigenen Familie wahrgenommen, und man hat kapiert, wie wichtig sie f\u00fcr das Image sein m\u00f6gen, aber es stellt gar keine Option dar, dass man sich mit einem Bild genauso profilieren k\u00f6nnte wie mit einem markigen Slogan oder einem provokanten Vergleich. Letztlich also handelt es sich beim gr\u00f6\u00dften Teil dessen, was bei Instagram passiert, um Friede, Freude, Eierkuchen. Das hei\u00dft: Man betreibt hier weniger aktiven Wahlkampf als Impressionen davon zu bieten, wie sch\u00f6n Wahlkampf angeblich ist. Immer wieder erw\u00e4hnen die Politiker in den Kommentaren zu ihren Fotos die zahlreichen interessanten und spannenden Gespr\u00e4che, die sie rundum f\u00fchren, danken einzigartig motivierten Helfern oder bekunden, wie viel Spa\u00df ihnen jeder einzelne Termin macht.<\/p>\n<p>Dass es so ist, muss aber nicht bedauert werden. Vielmehr gibt es schon gen\u00fcgend Medien, die Raum f\u00fcr Polemik und Provokation bieten. Vielleicht stellt Instagram insofern sogar eine bemerkenswerte Erg\u00e4nzung, ja ein Kontrastprogramm dar, kann sich hier doch jeder von einer netten und normalen Seite und ein bisschen bieder zeigen. Es ist ein Harmoniemedium inmitten von Streit- und Debattenmedien, und letztlich sind alle irgendwie Teil einer einzigen gro\u00dfen Familie.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich finden sich auch Ausnahmen, also Accounts, auf denen es nicht nur freundlich zugeht, sondern auf denen der politische Gegner angegriffen wird und eigene Themen zugespitzt platziert werden. So im Fall einiger Parteien wie etwa der FDP oder auch bei Bj\u00f6rn H\u00f6cke von der AfD (der aktuell allerdings nicht im Wahlkampf steht). Doch sind das insofern keine \u00fcberzeugenden Gegenbeispiele, als man hier nicht \u2013 oder nur untergeordnet \u2013 mit Bildern agiert und argumentiert. Vielmehr wiederholt man Slogans von Plakaten oder Flyern oder nutzt die Kommentarspalte f\u00fcr l\u00e4ngere Texte, die parallel etwa auch auf Facebook publiziert werden. Man verwendet Instagram dann also als weiteren Kanal, zeigt aber nur Pr\u00e4senz, ohne eine eigene Strategie oder gar eine genuine Bildpolitik zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_7198\" style=\"width: 609px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/fdp\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7198\" class=\" wp-image-7198\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.28.39.png\" alt=\"FDP auf Instagram\" width=\"599\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.28.39.png 957w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.28.39-300x99.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.28.39-768x253.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7198\" class=\"wp-caption-text\">FDP auf Instagram<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_7199\" style=\"width: 614px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BWz0LiejAFv\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7199\" class=\" wp-image-7199\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.31.00.png\" alt=\"Bj\u00f6rn H\u00f6cke auf Instagram\" width=\"604\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.31.00.png 932w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.31.00-300x192.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-29-um-11.31.00-768x491.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7199\" class=\"wp-caption-text\">Bj\u00f6rn H\u00f6cke auf Instagram<\/p><\/div>\n<p>Ob die Bildpolitiken differenzierter und st\u00e4rker werden, wenn sich Plattformen wie Instagram weiter etablieren und nicht mehr der erste, sondern der f\u00fcnfte oder zehnte Wahlkampf auch dort stattfindet, ist schwer zu prognostizieren. Immerhin steht dann die grunds\u00e4tzlichere Frage im Raum, ob es jemals eine weit verbreitete, gar selbstverst\u00e4ndliche Praxis werden kann, Themen und Thesen schlagkr\u00e4ftig in Bilder zu \u00fcbersetzen. Vielleicht wird sich zeigen, dass es daf\u00fcr eine spezielle Begabung und Ausbildung braucht, die man von Politikern auch k\u00fcnftig, allen \u201aIconic Turns\u2019 zum Trotz, nicht erwarten kann. Sie m\u00fcssten ihre Accounts dann professionellen Bildjournalisten \u00fcberlassen, was wiederum als Verlust an N\u00e4he bedauert w\u00fcrde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Hypothese, dass ein Argumentieren mit Bildern f\u00fcr die meisten viel schwerer ist als ein Argumentieren mit Worten, spricht ein Beispiel aus der Kunst. Ausgerechnet ein bildender K\u00fcnstler, Jonathan Meese, verl\u00e4sst sich n\u00e4mlich nicht darauf, seine Anliegen allein mit seinen Gem\u00e4lden, Skulpturen und Performances pr\u00e4sent zu machen. Vielmehr arbeitet er seit 2005 mit dem Fotografen Jan Bauer zusammen, der davor f\u00fcr AP (Associated Press) t\u00e4tig und auf Staatsbesuche und Gipfeltreffen spezialisiert war. Mit seiner Kenntnis politischer Ikonografie setzt Bauer Meese seither auf Fotografien und in Filmen in Szene. Auf YouTube betreiben beide den Kanal Propagandawerk.<\/p>\n<p>Das Beispiel ist umso interessanter, weil Jonathan Meese die Verpflichtung Bauers damit begr\u00fcndet, dass er sich \u201est\u00e4ndig im Wahlkampf\u201c befinde. Er f\u00fchlt sich also offenbar in Zeiten, die gesteigerte Aktivit\u00e4ten und ungew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahmen verlangen. Und so wenig es in seinem Wahlkampf um die Auseinandersetzung mit Gegenkandidaten geht, so vehement k\u00e4mpft er in ihm f\u00fcr die Kunst. Er k\u00e4mpft daf\u00fcr, dass die Kunst nicht zwischen zwischen Markt, Kulturpolitik und Selbstverwirklichungsprojekten aufgerieben wird und weiterhin absolute Freiheit verk\u00f6rpern kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.28.09.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7194\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.28.09.png\" alt=\"miese_bauer\" width=\"599\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.28.09.png 1136w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.28.09-300x204.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.28.09-768x523.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2017\/08\/Bildschirmfoto-2017-08-27-um-16.28.09-1024x698.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><br \/>\n<\/a>Tats\u00e4chlich gelang es Bauer schnell, Meeses Anliegen in plakative Bilder zu \u00fcbersetzen. Dabei demonstriert er die Unabh\u00e4ngigkeit des K\u00fcnstlers \u2013 und weitergehend die Freiheit der Kunst \u2013 immer wieder dadurch, dass er einander sonst ausschlie\u00dfende Codes miteinander kombiniert. So sieht man Meese auf einem Foto aus dem Jahr 2006 vor einer Reihe wehender roter Fahnen, als sei er ein linker Avantgardist oder Revolution\u00e4r. Auch Bart und Haare passen dazu. Doch schon die Bekleidung, ein Adidas-Anzug, l\u00e4sst Zweifel daran aufkommen, wie kritisch und oppositionell Meese wirklich ist. Erst recht aber konterkariert seine K\u00f6rperhaltung den ersten Eindruck. So blickt er entspannt in die Richtung, aus der der Wind weht, und mit seinen verschr\u00e4nkten Armen erinnert er an einen zufriedenen Eigenheimbesitzer in seinem Vorgarten. Die Botschaft: Der K\u00fcnstler ist auf kein bestimmtes Rollenbild \u2013 etwa als Revolution\u00e4r \u2013 festzulegen, er l\u00e4sst sich von keiner Ideologie vereinnahmen.<\/p>\n<p>Man w\u00fcsste nur zu gerne, ob eine solche Bildpolitik jemals Ma\u00dfstab f\u00fcr Bilder auf Instagram-Accounts von Politikern sein kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Wahlkampf auf Instagram:<\/p>\n<p>Teil 1:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/06\/28\/der-wahlkampf-auf-instagram-1von-wolfgang-ullrich28-6-2017\/\">Mit dem\u00a0Regenbogenherz ins politische Sommerm\u00e4rchen<\/a><br \/>\nTeil 2:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/07\/02\/der-wahlkampf-auf-instagram-2von-wolfgang-ullrich02-7-2017\/\">Martin Schulz in der Schule<br \/>\n<\/a>Teil 3: <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/07\/09\/der-wahlkampf-auf-instagram-3von-wolfgang-ullrich9-7-2017\/\">Wochenende eines protestantischen L\u00e4ufers<br \/>\n<\/a>Teil 4: <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/07\/17\/der-wahlkampf-auf-instagram-4von-wolfgang-ullrich17-7-2017\/\">K\u00f6rpersprache statt Dingsymbole<br \/>\n<\/a>Teil 5: <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/07\/27\/der-wahlkampf-auf-instagram-5von-wolfgang-ullrich27-7-2017\/\">Wer gewinnt den gro\u00dfen Fotowettbewerb?<br \/>\n<\/a>Teil 6: <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/08\/03\/der-wahlkampf-auf-instagram-6von-wolfgang-ullrich3-8-2017\/\">Ein Mann sieht rot<br \/>\n<\/a>Teil 7:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/08\/14\/der-wahlkampf-auf-instagram-7von-wolfgang-ullrich14-8-2017\/\">Mit zwei K\u00f6rpern kandidieren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friede, Freude, Eierkuchen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[102716,102963,178,301,790,1082,1112,1130,1153,1799,1800,1945,2049,2490],"class_list":["post-7190","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-alexander-dobrindt","tag-alexander-gauland","tag-andreas-scheuer","tag-beatrix-von-storch","tag-frauke-petry","tag-instagram","tag-jan-bauer","tag-jens-spahn","tag-jonathan-meese","tag-politik","tag-politiker","tag-ralf-stegner","tag-sahra-wagenknecht","tag-wahlkampf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7190"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7190\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}