{"id":7676,"date":"2018-01-25T11:01:50","date_gmt":"2018-01-25T09:01:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7676"},"modified":"2018-01-25T11:01:50","modified_gmt":"2018-01-25T09:01:50","slug":"the-persaders-mit-tony-curtis-und-roger-moore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/01\/25\/the-persaders-mit-tony-curtis-und-roger-moore\/","title":{"rendered":"\u00bbDie 2\u00ab\/\u00bbThe Persuaders\u00ab mit Tony Curtis und Roger MooreSinnlichkeit toppt Sinn, Paradigma toppt Syntagma, Sentenz toppt Narrationvon Maren Lickhardt25.1.2018"},"content":{"rendered":"<p>Complex Television braucht keine komplexe Erz\u00e4hlung<!--more--><\/p>\n<p>Fernsehserien werden aktuell nicht nur deshalb in akademischen Kreisen viel diskutiert, weil die Kulturwissenschaften zur Kenntnis nehmen m\u00fcssen und auch gerne zur Kenntnis nehmen, was kulturell virulent, also popul\u00e4r, beliebt und bekannt ist, was kursiert und besprochen wird, sondern auch weil den Fernsehserien eine ganz neue Qualit\u00e4t qua Komplexit\u00e4t zugeschrieben wird und auch mit guten Gr\u00fcnden zugeschrieben werden kann.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ohne Zweifel haben ver\u00e4nderte Verbreitungsmedien, Rezeptionsgewohnheiten und Produktionsbedingungen ab den 2010er Jahren die (Fernseh-)Serie geradezu revolutioniert.<\/p>\n<p><i>Game of Thrones<\/i>, <i>House of Cards<\/i> und sogar <i>Orange is the New Black<\/i> \u2013 letzteres muss ich z\u00e4hneknirschend zugeben \u2013 leben von einer ungeheuren Breite des Figurenarsenals, das \u00fcber gro\u00dfe L\u00e4ngen in raffinierten und \u00fcberraschenden kausalen Handlungsb\u00f6gen verwoben wird. Die Figuren k\u00f6nnen <i>tief<\/i> ausgelotet und die Handlung kann <i>fein<\/i> ausgearbeitet werden. F\u00fcr diese Formen der Komplexit\u00e4t spielt der Faktor Zeit eine gro\u00dfe Rolle, derer die Serie bekannterma\u00dfen viel hat. Und weil der Roman <i>die<\/i> literarische Gattung ist, die landl\u00e4ufig als besonders lang und komplex gilt, ist es naheliegend, von der neuen Fernsehserie zu behaupten, sie tendiere zum Romanhaften. Obwohl das Kinematische in einigen der neuen Serien nicht zu kurz kommt, das schon immer einen Ma\u00dfstab f\u00fcr die Be- und tendenziell eher Abwertung des Fernsehens dargestellt hat, bildet nun die fast schon topologisch beschworene narrative Komplexit\u00e4t das Qualit\u00e4tskriterium, das der enthusiastischen Aufwertung der Fernsehserie dient.<\/p>\n<p>Simon Roth\u00f6hler hat diesen Vorgang im <i>Merkur<\/i> beschrieben: \u201eDie Renaissance des Serienformats, sein Weg in b\u00fcrgerliche B\u00fccherregale [\u2026] rekurriert dabei vordringlich auf einen bestimmten Typus serieller \u00c4sthetik: die Fortsetzungsserie, die dann gerne auch \u201aepisch\u2018 oder \u201aromanhaft\u2018 genannt wird. Die Voraussetzung f\u00fcr die \u00f6konomische wie die distinktionslogische Aufwertung der Fernsehserie bestand von Beginn an in einer Zur\u00fcckdr\u00e4ngung episodischer Erz\u00e4hlweisen, bei denen die Einzelfolge einen \u00e4sthetisch geschlossenen Container bildet und im Kern immer ein festgelegtes Grundmuster variiert [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Richtungsweisend f\u00fcr die Nobilitierung der Fernsehserie waren die Studien von Robert J. Thompson und Jason Mittell. Thompson spricht 1996 in <i>Television\u2019s Second Golden Age<\/i> nicht als erster oder einziger von Quality Television, arbeitet aber ganz dezidiert einen Kriterienkatalog f\u00fcr Qualit\u00e4t aus. Demnach zeichnen folgende Merkmale die Qualit\u00e4tsserie aus: ein gro\u00dfes regul\u00e4res Cast, serielles Ged\u00e4chtnis, lineare und konsistente Figuren- und Handlungsentwicklung, Genrekombination, Metareflexivit\u00e4t, Hang zu Realismus, insbesondere zu kontroversen Themen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Jason Mittell untersucht 2015 in <i>Complex Television<\/i> die Komplexit\u00e4t von Fernsehserien in folgenden Hinsichten: der Status des Showrunners, Figurenentwicklung, narrative Informationsvergabe und Perspektive, differenziertere Bewertungsm\u00f6glichkeiten bzw. -erm\u00f6glichungen jenseits von high und low, melodramatische Strukturen, Paratexte und Folgekommunikationen, Transmedia Storytelling, Gestaltung von Anfang und Ende.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Es ist leicht ersichtlich, dass die Studien in gewisser Weise inkommensurabel sind. W\u00e4hrend Thompson immanente Aspekte als Bedingung der Zuschreibung von Qualit\u00e4t zugrunde legt, bezieht Mittell bei der Analyse auch textexterne Faktoren ein, wodurch er weniger die Serie als statisches Artefakt als deren kommunikative kulturelle Einbettung beschreibt, die vor allem eine komplexe Herangehensweise bei der Analyse erfordert, insofern viele Dimensionen im Spiel unabh\u00e4ngig davon sind, wie diese im Einzelnen bewertet werden. W\u00e4hrend Thompson die Qualit\u00e4t dem Gegenstand zuschreibt, schl\u00e4gt Mittel eine vieldimensionale wissenschaftliche Reflexion einer komplexen kulturellen Konstellation vor.<\/p>\n<p>Allerdings haben beide Zug\u00e4nge auf je unterschiedliche Weise zur Aufwertung der Fernsehserie beigetragen. Und beide Autoren eint, dass sie sich ziemlich stark auf narrative Kategorien konzentrieren. Die von Thompson und Mittell untersuchten Serien sind sehr unterschiedlich und auch nicht gleicherma\u00dfen linear-progressiv \u2013 obwohl beide die Figurenentwicklung in Anschlag bringen \u2013, aber die typische episodische t\u00e4gliche oder w\u00f6chentliche Serie wird von beiden nicht beachtet. Kann bei diesen also keine Qualit\u00e4t und Komplexit\u00e4t vorgefunden werden? Thompson und Mittell w\u00fcrden der episodischen Serie sicher nicht pauschal absprechen, was sie an der linear-progressiven Serie beobachten, aber letztere haben sie eben f\u00fcr ihre Analysen gew\u00e4hlt. Auch unabh\u00e4ngig von Thompson und Mittell sind episodische Serien hinsichtlich der kritischen Beachtung und wissenschaftlichen Auseinandersetzung in den Hintergrund geraten. Zumeist wird angenommen, dass sie nach dem Prinzip von Schema und Variation funktionieren, was im Allgemeinen weder mit Qualit\u00e4t noch mit Komplexit\u00e4t verbunden wird, ohne dann aber zu fragen, welches Schema genau pr\u00e4sentiert wird und wie sich die Variationen genau gestalten.<\/p>\n<p>Bei aller Sympathie f\u00fcr beispielsweise Anwaltsserien von <i>Perry Mason<\/i> bis <i>Matlock<\/i> tut man diesen tats\u00e4chlich kaum Unrecht, wenn man behauptet, dass sie sich darin ersch\u00f6pfen, dass ein festes Personal mit fixierten, stereotypen Eigenschaften von Folge zu Folge einen Kriminalfall vor Gericht l\u00f6st, indem minutengenau durch die Entlarvung des wahren M\u00f6rders die Verteidigung des angeklagten Mandanten gelingt. W\u00e4hrend die Figuren und ihr Zusammenspiel bei <i>Perry Mason<\/i> unerl\u00e4sslich und einzigartig sind und die Gestaltung der Assistentin Della Street als weibliche Figur in den 1950er und 1960er Jahren avancierte Z\u00fcge tr\u00e4gt, so \u00fcberaus antiquiert sie uns heute auch erscheinen mag, wechseln bei <i>Matlock<\/i> von Staffel zu Staffel ohne jede Erkl\u00e4rung und Verlust die Nebenfiguren, und dass dort, also im fiktiven Georgia der 1980er und 1990er Jahre als assistierender Privatdetektiv ein Afroamerikaner auftaucht, wirkt schon eher wie ein zu niedrig gegriffener netter Versuch&#8230;<\/p>\n<p>Allgemein k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch episodische Erz\u00e4hlmuster als solche Komplexit\u00e4t entfalten, je nachdem, welches Grundsetting gew\u00e4hlt wird und welche Variationen sich einstellen \u2013 nicht klassisch seriell, also (groschen-)romanhaft, sondern novellenartig gestaltet sich z.B. die Serie <i>Black Mirror<\/i> durch die immer neue komplette Ver\u00e4nderung des Grundschemas, der Figuren etc. und die nur lose Verzahnung durch das Themenfeld der Medien- und Technikkritik. Aber Komplexit\u00e4t muss \u00fcberhaupt nicht zwingend als narrative Kategorie betrachtet werden. Die unter erz\u00e4hlerischen Gesichtspunkten eher eindimensionale Serie <i>The Walking Dead<\/i> entfaltet beispielsweise eine PC-Spielen \u00e4hnliche ludische Logik.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Der im Grunde einfache Plot von <i>Stranger Things<\/i> wird flankiert von ausschweifenden allegorischen, intertextuellen, metafiktionalen und metaleptischen Elementen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Komplexit\u00e4t \u2013 complexum, complecti \u2013 muss also nicht an der Narration festgemacht werden. Indem dies \u00fcblicherweise geschieht, zeigt sich, dass Komplexit\u00e4t als hermeneutische Kategorie aufgefasst wird. Wenn sich ein Artefakt aus verschiedenen Elementen zusammensetzt bzw. wenn verschiedene Elemente zu einem Artefakt ineinandergeflochten werden, ist es offenbar komplizierter, also verwickelter und bedarf einer Auslegung. Dies wird von RezipientInnen wie von WissenschaftlerInnen als reizvoll empfunden, was es ja auch ist. Zusammengesetzt und reizvoll k\u00f6nnen aber auch punktuelle Aspekte sein, die auf Sinnlichkeit, also Akustik und Visualit\u00e4t setzen, oder die Selbstzwecke bilden und nicht unter einer konsistenten Narration subsumiert werden \u2013 komplexe Sinnesreize. Und an derartigem \u201eOhrenschmaus\u201c und \u201eAugenweide\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> ist die Kultserie <i>Die 2<\/i> mit Roger Moore und Tony Curtis reich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zu Sinn, Syntagma und Narration von <i>Die 2<\/i><\/p>\n<p>Richter Fulton m\u00f6chte nach seiner Pensionierung Kriminelle der Gerechtigkeit zuf\u00fchren, derer er im Rahmen seiner beruflichen T\u00e4tigkeit nicht habhaft werden konnte. Zu diesem Zweck f\u00fchrt er den schottischen Adeligen Lord Brett (Rupert John George Robert Andrew) Sinclair (15th Earl of Marnock) und den Amerikaner aus der New Yorker Bronx Danny (Daniel) Wilde zusammen. Im Folgenden l\u00f6sen die Zwei sowohl F\u00e4lle, die ihnen der Richter auftr\u00e4gt, als auch solche, \u00fcber die sie durch Zufall stolpern, wobei der Zufall zumeist als sch\u00f6ne Frau daherkommt, der sie aus der Klemme helfen m\u00f6chten. Ein Fall bildet also \u2013 auf den ersten Blick \u2013 den Nukleus einer jeden Episode, deren Reihenfolge absolut austauschbar ist. Man muss noch nicht einmal die erste Folge <i>Schwesterchens Muttermal<\/i> gesehen und mitbekommen haben, wie die Figuren zueinander finden, um einer Episode folgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die F\u00e4lle gestalten sich \u00e4u\u00dferst simpel. Nun ist aber ausgerechnet die Folge <i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i>, an der die Simplizit\u00e4t des Plots vorgef\u00fchrt werden soll, in Deutschland erst bei einer sp\u00e4ten Ausstrahlungswelle gezeigt worden. Zuerst wurden nur wenige der 1970\/71 produzierten und in den USA gezeigten Folgen in Deutschland 1972\/73 und 1976\/77 vom ZDF ausgestrahlt. 1984 kamen beim ZDF weitere Episoden hinzu. Aber erst 1994 wurden alle Folgen auf Kabelkanal gesendet. Es ist nicht sehr fernliegend zu vermuten, dass zumindest die Folge <i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i> in Deutschland zun\u00e4chst unter den Tisch gefallen ist, weil sie Adolf Hitler und eine bestimmte Form der Hitler-Idolisierung und -Epigonalit\u00e4t thematisiert. W\u00e4hrend Bernard Herschel Schwartz alias Tony Curtis offenbar keine Probleme mit der Darstellung dieser Folge hatte \u2013 und warum auch? \u2013, wurden pop-kulturelle Hitler-Verhandlungen in Deutschland lange tabuisiert \u2013 und vielleicht aus den falschen Gr\u00fcnden, n\u00e4mlich zur Schonung der T\u00e4terInnen. Bis heute nicht auf deutsch synchronisiert wurde beispielsweise auch eine Folge der Kalten-Kriegs-Agenten-Serie <i>Agentin mit Herz<\/i>\/<i>Scarecrow and Mrs. King<\/i>, die sich um den NS rankt.<\/p>\n<p>Die besagte Folge von <i>Die 2<\/i> beginnt mit Hitlers Schlussrede zum ersten \u201aReichsparteitag Gro\u00dfdeutschlands\u2018 am 12. September 1938. Aus einem Radio ert\u00f6nt Hitlers kreischende Stimme mit rollendem R: \u201eUnter der Mehrheit der Nationalit\u00e4ten, die in diesem Staat unterdr\u00fcckt werden, befinden sich auch dreieinhalb Millionen Deutsche, also ungef\u00e4hr so viele Menschen unserer Rasse als zum Beispiel D\u00e4nemark Einwohner hat. Diese Deutschen sind ja ebenfalls Gesch\u00f6pfe Gottes. Der Allm\u00e4chtige hat sie nicht geschaffen, damit [\u2026]\u201c \u2013 blabla und zumindest nach heutiger Grammatik m\u00f6chte man korrigierend anmerken, dass es \u201awie\u2018 lauten m\u00fcsste und nicht \u201aals\u2018. Vor dem Radio sitzt ein vampiristisch inszenierter alter Mann mit aschfahler Haut, grauem Haar, diabolisch geschwungenen Augenbrauen, einem fiesen Gerstenkorn im Auge und einer Robe aus dem 19. Jahrhundert. Das wichtigste an der Figur ist aber der irre Klaus Kinski-Blick.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Die 2 (The Persuaders!) - 09 - Die Vergangenheit des Grafen (Deutsch)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bgGihug9vtI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Der alte Mann erweist sich als franz\u00f6sischer Graf, der als Hitler-Reliquie einen von diesem signierten bronzenen Reichsadler besitzt und verehrt, der ihm insofern zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnte, als er beweist, dass der Graf w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs ein Kollaborateur war. Die gesamte Handlung rankt sich um die Entlarvung des Grafen als Nationalsozialisten und Verr\u00e4ter, und die Zwei stolpern im wahrsten Sinn des Wortes \u00fcber den Fall, als Danny einen Mann aus Versehen anrempelt, dem der Adler aus der Tasche f\u00e4llt, wodurch jener sich entdeckt glaubt. Obwohl Danny in dieser Situation nur Augen f\u00fcr eine Frau hat und den Adler nicht wahrnimmt, soll er als vermeintlicher Entdecker ermordet werden. Dass Danny bzw. die Zwei nach dem ersten missgl\u00fcckten Mordversuch herausfinden m\u00f6chten, warum es diesen Versuch gegeben hat, und dem Grafen so auf die Schliche kommen und zwar sowohl als Auftraggeber f\u00fcr den Mord als auch als fr\u00fcherer NS-Kollaborateur, stellt sogar eine hinreichende narrativ-kausale Motivierung f\u00fcr das Geschehen dar. Wenn man ermordet werden soll, will man dies verhindern, und das kann man am besten \u2013 au\u00dfer durch einen Gang zur Polizei \u2013, wenn man herausfindet, von wem und warum. So viel zum Plot.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte die Geschichte oder Story, die diesem zugrunde liegt \u2013 n\u00e4mlich die Vergangenheit des Grafen \u2013 interessant inszeniert werden. Dass es zu keinerlei historischen Reflexionen in der Serie kommt, ist allerdings selbstverst\u00e4ndlich. Das B\u00f6se wird sehr klischeehaft durch die Aufmachung des Grafen personalisiert, ohne dass es zu psychologischen oder politischen Auslotungen k\u00e4me. Da sich nicht wenige spannende Verschw\u00f6rungstheorien um fiktive Szenarien \u00fcber unentdeckte NS-Verbrecher und deren Nachkommen ranken, k\u00f6nnte man eine solche erwarten. Das bleibt allerdings ebenfalls aus. Stattdessen geht es wirklich um \u00c4sthetik.<\/p>\n<p>Hitlers Stimme stellt zu Beginn einen sinnlichen Reiz dar. F\u00fcr den Grafen einen inspirierenden, f\u00fcr ZuschauerInnen einen l\u00e4cherlichen bis absto\u00dfenden, aber jede\/r erkennt die Stimme unmittelbar, und sie entfaltet aufgrund ihrer unverwechselbaren \u00e4sthetischen Beschaffenheit eine gro\u00dfe emotionale Wirkung. Um das, was Hitler sagt, kann es ohnehin schon deshalb nicht gehen, weil man die deutschen S\u00e4tze im englischen Original nicht versteht. Dann geht es statt um den NS selbst noch um die Reliquie aus Bronze, um die sich ein Kult entfaltet. Die Reliquie stellt ein belastendes Beweismittel dar, das als solches zerst\u00f6rt werden m\u00fcsste, aber als Reliquie wird das Objekt fetischisiert, sakralisiert und bis zuletzt gegen jede Rationalit\u00e4t erhalten. \u201eER\u201c habe sie schlie\u00dflich signiert, so der Graf (41:08; 48:08). Weder Story noch Plot sind komplex oder ergeben irgendeinen Sinn, aber genauso wie alle Folgen von <i>Die 2<\/i> eine enorme Sinnlichkeit entfalten, verhandelt diese Folge thematisch begehrte \u00e4sthetische Oberfl\u00e4chen als solche, ohne eine nennenswerte Geschichte zu entfalten \u2013 wie auch immer man Geschichte definiert, also Plot, Story, Histoire, Weltgeschichte.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=N-BfE713lD8<\/p>\n<p>Im englischen Original sind alle Folgen ca. 50 Minuten lang. F\u00fcr die Ausstrahlung in Deutschland in den 1980er Jahren wurden die Folgen auf 45 Minuten gek\u00fcrzt, damit sie in das Programmschema des ZDF passten. 10% einer jeden Folge konnte also offenbar ohne gro\u00dfen Verlust wegfallen, was ein Indiz daf\u00fcr darstellt, dass es um Syntagma oder Narration nicht geht bzw. dass dieses nicht komplex ausgefeilt sein kann. Stattdessen geht es um eine Aneinanderreihung von Szenen, Dialogen, Figuren, Bildern, die jeweils um ihrer selbst willen attraktiv sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die M\u00e4nnerfiguren<\/p>\n<p>Gunter Sachs hat es in den 1960er Jahren vorgemacht. Man lebt am besten als reicher, sch\u00f6ner Mann gut oder wenig bekleidet an der C\u00f4te d\u2019Azur in der Gesellschaft ebenso sch\u00f6ner, gut oder wenig bekleideter Frauen. Mit unterschiedlichen Akzenten \u2013 auch im w\u00f6rtlichen Sinn \u2013 verk\u00f6rpern Brett Sinclair und Danny Wilde den Typus des 1960er Jahre-Playboys und -Jetsetters. Sie werden von Richter Fulton explizit f\u00fcr ihre Aufgaben ausgew\u00e4hlt, weil sie ohnehin \u00fcber Geld und Zeit im \u00dcberfluss verf\u00fcgten und daher auch mal etwas Sinnvolles tun k\u00f6nnten (<i>Schwesterchens Muttermal<\/i>, 00:00-15:00). Dar\u00fcber hinaus geh\u00f6rten die Zwei dennoch zu den Guten. Sie seien \u201eSpielernaturen\u201c mit \u201eGerechtigkeitssinn\u201c, wodurch sie sich f\u00fcr Fultons Unterfangen besonders eigneten (<i>Die tote T\u00e4nzerin<\/i>, 08:23).<\/p>\n<p>Das Intro zeigt in blau- und rotstichigen Bildern abwechselnd die Biographien der Protagonisten: In Bezug auf Danny Wilde sieht man die Freiheitsstatue, die Bronx, Stra\u00dfen und Stra\u00dfenverkehr sowie Zeitungsmeldungen \u00fcber \u00d6l- und Wall Street-Gesch\u00e4fte. Er ist der amerikanische Selfmade-Million\u00e4r aus den Slums. In Bezug auf Brett Sinclair sieht man Big Ben, ein Schloss, Harrow School, Oxford-University, Rudern sowie Zeitungsmeldungen \u00fcber einen Sieg beim Pferderennen in Ascot und bei Autorennen. Er ist der britische adelige Erbe mit guter Ausbildung ohne Beruf. Ganz offensichtlich und unverh\u00fcllt werden hier Klischees aneinandergereiht und kontrastiert. Das Intro geht dann \u00fcber in eine Split-Screen-Pr\u00e4sentation rasanter und spektakul\u00e4rer Szenen aus der Serie: Stadtpanoramen, Autofahrten, Yachten, Roulette und schlie\u00dflich eine Einstellung, in der die beiden einer Frau im Bikini nachschauen\u2026 Der Titel <i>Die 2<\/i> wird au\u00dferdem in poppiger Typografie eingeblendet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Zwei   Intro   Curtis &amp; Moore\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/pji2JNiqViQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Dass Popular Culture, um nun erst einmal nicht zwischen Pop- und Popul\u00e4r-Kultur unterscheiden zu m\u00fcssen, zum Exzessiven neigt, wie John Fiske herausstellt,<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> zeigt sich an diesem Intro. Es h\u00e4lt sich mit \u00e4sthetischen Reizen in keiner Weise zur\u00fcck. Der hyperbolische Farbkontrast von Rot und Blau ist nur ein bildliches Mittel der \u00dcbertreibung neben vielen anderen, die auf den \u00fcbertriebenen Lebensstil der Zwei hindeuten, der sich an wenige Regeln h\u00e4lt und f\u00fcr den es wenige Grenzen gibt. Wir haben es hier mit einem Million\u00e4r und einem Adeligen zu tun, aber die lustvolle Inszenierung in der Serie verhandelt popul\u00e4re Phantasien und Sehns\u00fcchte sowie massenmediale Stereotype. Und um zum Sexismus der Serie einmal etwas zu sagen: Dieser ist so unverh\u00fcllt und \u00fcbertrieben, das er eher transparent gemacht als best\u00e4tigt w\u00fcrde. Hier hat das Exzessive eine demaskierende Funktion.<\/p>\n<p>Es handelt sich bei den zwei M\u00e4nnern bei allen Unterschieden um Pop-Dandys. Sie kleiden sich ma\u00dflos und gleichzeitig ma\u00dfvoll gut nach der g\u00e4ngigen Mode. Es f\u00fcgt sich in g\u00e4ngige Pop-Theorien, dass das Poppige dem neureichen Amerikaner kein Unbehagen bereitet, dagegen dem qua Geburt distinguierten Engl\u00e4nder sehr wohl. In der ersten Folge <i>Schwesterchens Muttermal<\/i> behauptet Danny, Sinclair sei zu w\u00fcrdevoll und steif gekleidet, er trage \u201enichts Poppiges\u201c, woraufhin Sinclair antwortet: \u201eWenn Sie jemals was Poppiges auf meinen Schultern sehen, b\u00fcrsten sie es ab.\u201c (21:23) Das sagt selbiger allerdings in einem modischen knallorangenen Hemd. Beide M\u00e4nner haben in vielen Szenen die Funktion von Kleiderst\u00e4ndern. Nat\u00fcrlich stellen sie bisweilen auch ihre sportlichen Oberk\u00f6rper aus, aber im Wesentlichen sehen wir Anz\u00fcge, Hemden, Lederjacken, Sonnenbrillen, Handschuhe usw. usf. Auf das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild der Zwei wird die Aufmerksamkeit sehr stark gelenkt. Die Zwei sind die Vorg\u00e4nger der <i>Sex and the City<\/i>-Frauen mit dem allerdings wesentlichen Unterschied, dass wir in Bezug auf die Kleidung nichts \u00fcber die Marken erfahren.<\/p>\n<p>Der Pop-Dandy lebt wie der klassische Dandy nach den \u00e4sthetischen Geboten des guten Geschmacks. Dies ist von existentieller Bedeutung, w\u00e4hrend er ansonsten eher indifferent bleibt.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Der allererste Dialog zwischen Brett Sinclair und Danny Wilde bringt auf den Punkt, dass wir es im Folgenden mit (Pop-)Dandys zu tun haben werden. Sinclair bestellt einen Creole Scream und muss dem Barkeeper erkl\u00e4ren, wie man diesen zubereitet. Es erfolgt eine exakte Anleitung, die man auch als metafiktionalen Lifestyle-Tipp verstehen kann, denn man kann diesen Cocktail nun auch als ZuschauerIn leicht zubereiten \u2013 im Zeitalter der Internetlosigkeit m\u00f6glicherweise eine willkommene Inspiration, zumal f\u00fcr M\u00e4nner, die in den geschlechterdifferenzierteren 1970er Jahren nicht unbedingt auf Schritt und Tritt, z.B. beim Friseur eine Lifestyle-Zeitschrift zur Hand nehmen konnten.<\/p>\n<p>Sinclair erkl\u00e4rt uns also: F\u00fcr einen Creole Scream nimmt man einen Schuss wei\u00dfen Rum, etwas Bitter, einen Schuss Wermuth, gut gek\u00fchlt, nicht mit Eis, drei Spitzer Grenadine, gemixt, ein L\u00f6ffel zersto\u00dfenes Eis, gut sch\u00fctteln, dann durchsieben, einschenken, eine Olive hinzuf\u00fcgen. (10:00) An dieser Stelle schreitet Danny energisch ein, der behauptet, man m\u00fcsse zwei Oliven nehmen. Hier nimmt ein Running Gag der Serie seinen Auftakt, n\u00e4mlich die Thematisierung der kulturellen Differenz zwischen Engl\u00e4ndern und Amerikanern. Danny Wilde behauptet zu wissen, wie man einen Creole Scream mixt, weil es sich um ein Getr\u00e4nk aus den amerikanischen S\u00fcdstaaten handele. Sinclair erwidert, dass der Drink dort aber von einem Engl\u00e4nder erfunden worden sei, weshalb er die Deutungshoheit habe. \u2013 Kursorische Recherchen haben ergeben, dass auch amerikanische Barkeeper heute nur eine Olive empfehlen und dass dies insgesamt der h\u00e4ufigeren Zubereitungsweise des Getr\u00e4nks entspricht. England toppt Amerika einmal mehr in Stilfragen.<\/p>\n<p>Entscheidender ist aber nun Dannys Erwiderung auf Sinclairs Bitte, sich aus der Frage herauszuhalten, wie er seinen Cocktail trinken m\u00f6chte: \u201eIch halte mich prinzipiell aus allem raus, aber nicht aus ihren Drinks.\u201c (10:52) Danny \u2013 und dies w\u00fcrde umgekehrt auch auf Sinclair zutreffen \u2013 ist indifferent, egozentrisch, libert\u00e4r, er urteilt nie moralisch, aber \u00e4sthetisch urteilt er eben doch. Seine Laissez-Faire-Haltung h\u00f6rt auf, wenn es um Fragen des guten Stils geht, also um die wirklich existentielle Frage, wie viele Oliven in einen Creole Scream geh\u00f6ren. Diese Frage ist den Figuren eine Schl\u00e4gerei wert, die zu ihrer Verhaftung f\u00fchrt. Indem sie sich entschlie\u00dfen, f\u00fcr Richter Fulton zu arbeiten, k\u00f6nnen sie einer Haftstrafe entgehen \u2013 Fulton hatte das Zusammentreffen eingef\u00e4delt. Die Frage, wie man einen Creole Scream trinkt, bildet also den Auftakt f\u00fcr die gesamte Handlung der Serie. Dass die Zwei diesen Drink sch\u00e4tzen und jeweils auf ihrem Rezept beharren, eint sie. Dass sie in der Oliven-Frage nicht \u00fcbereinstimmen, macht ihre Unterschiedlichkeit aus. W\u00e4hrend die Grundhaltung der zwei M\u00e4nner also die gleiche ist, ist es doch von entscheidender Bedeutung, dass sie auch ihre Differenzen haben. Also ist auch f\u00fcr jeden Frauengeschmack etwas dabei, und ich w\u00fcrde sagen: Roger Moore toppt Tony Curtis.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Sinnlichkeit, Paradigmen und S\u00e4tze in <i>Die 2<\/i><\/p>\n<p>Die erste Folge setzt signalartig und programmatisch mit der Einblendung der Ortsangabe C\u00f4te d\u2019Azur ein, gefolgt von der Aufnahme eines Stra\u00dfenschildes von Nice. Die erste Dialogszene spielt im Hotel de Paris in Monte Carlo. Das Setting ist immer mond\u00e4n, modern, sch\u00f6n, stylish und mythenumwoben: London, Rom, englische Landsitze, Yachth\u00e4fen, Hotels, Villen. Einige Folgen zeigen die Ankunft der Jetsetter mit einem Flieger an einem internationalen Flughafen. Man besucht Pferderennen und spielt Roulette. Au\u00dferdem geht man zum Tanzen in Clubs. Die Orte werden um ihrer selbst willen in Szene gesetzt, m\u00f6glichst viele Facetten bildhaft pr\u00e4sentiert. Die teuer produzierte Serie wurde an Originalschaupl\u00e4tzen gedreht, weil es um die Inszenierung dieser Orte geht. Stets werden die Klischees best\u00e4tigt und genau das bildlich geliefert, was aufgrund vorheriger massenmedialer, literarischer und filmischer Verhandlungen erwartet werden konnte. Das bildet eigentlich den Nukleus einer jeden Folge. Der entscheidende Unterschied der Episoden ergibt sich nicht durch den Plot des Kriminalfalls, sondern das Setting.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Persuaders - Overture intro\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/t3RICtfRlGs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Noch vor ihrem ersten Dialog in der Hotelbar, der in die Schl\u00e4gerei m\u00fcndet, liefern sich die Zwei ein Autorennen \u2013 das dem obigen Youtube-Video folgt, dort aber leider nicht mehr zu sehen ist. Sinclair im gelben Aston Martin DBS und Danny im orangefarbenen Ferrari Dino 246 rasen \u00fcber die Landstra\u00dfen der franz\u00f6sischen Riviera. Sie \u00fcberholen und kreuzen sich und biegen am Ende unterschiedlich ab, sodass sie gleichzeitig vor dem Hotel de Paris ankommen. Von leichter \u2013 und leicht hippiesker \u2013 Musik untermauert, sieht man w\u00e4hrend des Rennens die zwei Fahrer aus der Perspektive der Motorhaube, das jeweils andere Auto und die Stra\u00dfe aus der Perspektive der Fahrer und die Autos von au\u00dfen, teilweise mit Panoramablick auf die Umgebung. Hin und wieder liegt ein Split-Screen vor, sodass gleichzeitig zwei Einstellungen und Perspektiven verfolgt werden m\u00fcssen. Das Intro von <i>Miami Vice<\/i> wird gerne im Kontext der \u00c4sthetik von Musik-Video-Clips diskutiert, erinnert aber auch an diese Szene \u2013 und nat\u00fcrlich auch an das Intro von <i>Die 2<\/i>.<\/p>\n<p>Die Innenr\u00e4ume sind nach der Mode der sp\u00e4ten 1960er und fr\u00fchen 1970er Jahre gestaltet: Knalliges Rot, Blau, Orange und Lila. Die Farben und Konturen sind scharf abgegrenzt. Die Einrichtung entspricht so stark dem Stil ihrer Zeit, dass man behaupten w\u00fcrde, es handele sich um perfektes Retro-Design, w\u00fcsste man nicht, dass es wirklich Requisiten aus dieser Zeit sind. D.h. die Einrichtung ist in der Serie schon ein Klischee ihrer selbst, eine Kompilation aus allem, was nach Zeitgeist und Mode schreit.<\/p>\n<p>Frauen sehen aus, als seien sie aus Mode- und Lifestyle-Magazinen entsprungen. Jede Folge zeigt mindestens eine, eher f\u00fcnf sch\u00f6ne Frauen. Aber wichtiger als ihre Sch\u00f6nheit ist ihre Aufmachung: Frisur, Schminke, Accessoires, Kleider, Schmuck. Die Frauen zeigen ganze Outfits, wie in den Modestrecken der <i>Vogue<\/i>, und die Kameraeinstellung ist oftmals so gew\u00e4hlt, dass man diese Outfits gut erkennen kann.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sind die Party-Einlagen. In <i>Die tote T\u00e4nzerin<\/i> proben leicht bekleidete T\u00e4nzerinnen bei lauter Musik synchrone Tanzschritte. Die Einstellung dauert fast eine Minute (10:18-11:16). In <i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i> besuchen die zwei Protagonisten einen Tanzclub. Eineinhalb Minuten lang (27:41-29:14) wird die Handlung nicht vorangetrieben, sondern Musik und Bilder wirken gelassen. Musikalisch untermauert wird die Dekoration gefilmt. Die Kamera bewegt sich dynamisch unter den Tanzenden auf Schulterh\u00f6he. Die tanzenden Figuren, vorwiegend Frauen, tragen modische Kleidung. In der <i>Der gro\u00dfe Lomax<\/i> findet sich eine \u00e4hnliche Szene. Von einer Diskokugel wegzoomend wird wiederum eine tanzende Menge gestylter Menschen pr\u00e4sentiert. Die Musik wird nur f\u00fcr einen Dialog leiser, in dem eine Frau Danny bittet, ihr einen Planters Punch zu bestellen. Die Szene dauert \u00fcber eineinhalb Minuten (14:12-16:00), bevor die Handlung weitergeht. Und wir sehen auch Sinclair und Danny tanzen&#8230;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Persuaders - Roger Moore&#039;s Dance Party\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6mWLDfdeHXs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>In der Szene aus <i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i> f\u00e4llt besonders auf, das es sich um eine bildhafte Inszenierung um ihrer selbst willen handelt. Die dunkelhaarige Frau mit Stirnband ist zun\u00e4chst hinter einer Deko-Wand aus lilafarbenem Glas platziert. Die Kamera filmt sie durch eines der L\u00f6cher in der Wand, sodass ihr \u2013 h\u00fcbsches, geschminktes \u2013 Gesicht in einem Rahmen pr\u00e4sentiert wird und gewisserma\u00dfen zu einem Bild einfriert. Wenn sie aufsteht, ist sie durch ein zweites Loch zu sehen und erstarrt wiederum f\u00fcr einen Augenblick zu einem Bild. Dass Bilder um ihrer selbst willen gereiht werden und aus dem Syntagma gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, macht einen wesentlichen Aspekt der \u00c4sthetik der Serie aus. Zusammen mit der Musik erinnern die Einstellungen au\u00dferdem an die Gestaltung von Plattencovern. Hier konvergieren Musik, Tanz, Mode, Dekor und das Verfahren der Kompilation zu Pop.<\/p>\n<p>Und im Grunde ist es auch nicht n\u00f6tig, mehr von <i>Die 2<\/i> zu sehen als Best-of-Videos auf Youtube. Wenn schon f\u00fcr das deutsche Fernsehen um 10% gek\u00fcrzt wurde, kommt es auf weitere 75% auch nicht mehr an, denn die Kriminal-F\u00e4lle gehen in der Flut der Musik und vor allem der Bilder v\u00f6llig unter. Es spielt keine Rolle, wie sie aufgel\u00f6st werden und wer der T\u00e4ter ist. Es kommt auf der Ebene der Handlung zu keinerlei Spannung, sondern man m\u00f6chte die Interaktion der Protagonisten, ihre Dialoge und Spr\u00fcche, ihren Style, ihre Autos, die wundersch\u00f6nen Panoramen und Frauen sehen.<\/p>\n<p><i>Die 2<\/i> wurde nach zwei Staffeln abgesetzt, weil sich in den USA kein Erfolg eingestellt hat. Da die Serie in England durchaus erfolgreich war, kann vermutet werden, dass das Szenario AmerikanerInnen zu europ\u00e4isch war. Dass die Serie aber vor allem in Deutschland ein Riesenerfolg war und Kultstatus erlangte, liegt \u2013 wie auch im Fall der Bud Spencer- und Terence-Hill-Filme \u2013 an der Synchronisation. Rainer Brandt, der im Deutschen Danny Wilde spricht \u2013 Brett Sinclair wird von Lothar Blumhagen synchronisiert \u2013, war f\u00fcr die deutschen Drehb\u00fccher verantwortlich und entwickelte das so genannte Schnodderdeutsch, das Tony Curtis angeblich so sehr gefallen hat, dass auch die Originaldrehb\u00fccher in diesem Stil h\u00e4tten geschrieben werden sollen, w\u00e4re die Serie fortgesetzt worden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Synchron-Papst Rainer Brandt \u00fcber &quot;die 2&quot;\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PflltfSQ9gE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wenn man sich heute fremdsch\u00e4mt, wenn Personen Ausdr\u00fccke wie \u201aTsch\u00fcssikowsky\u2018 und \u201aZum Bleistift\u2018 verwenden, sollte man kurz innehalten und daran denken, dass es sich hier um eine von vielen als solche unbemerkte Diffusion pop-kultureller Elemente handelt. Dass das filmische Schnodderdeutsch von Rainer Brandt Eingang in die Alltagssprache gefunden hat. Merkmale des Schnodderdeutschs sind Diminutive, Buchstabendreher, Reime, Dialektismen, Anglizismen, Zweideutigkeiten, verspielte Tonlagen etc. Auf die Weise werden aber nicht nur im Original vorhandene Dialoge \u00fcbertragen, sondern zahlreiche Passagen, in denen die Figuren im Englischen nichts sagen, werden im Deutschen von sinnfreien Spr\u00fcchen begleitet. Angeblich waren die Spr\u00fcche aus <i>Die 2<\/i> so beliebt, dass Zuschauer mit einem Zettel vor dem Fernseher sa\u00dfen, um sie zu notieren, damit Frauen anschlie\u00dfend dieserart angesprochen werden konnten. Daran dass sich die Menschheit seit den 1970er Jahren weiter fortgepflanzt hat, ist unschwer zu erkennen, dass nicht alle <i>Die 2<\/i> gesehen und\/oder zum Vorbild genommen haben.<\/p>\n<p>Bei einigen der verwendeten Stilmittel, die auf die Klangwirkung setzen, k\u00f6nnte man sogar Roman Jakobson in Anschlag bringen und zeigen, wie das Prinzip der \u00c4quivalenz von der Achse der Kombination auf die Achse der Selektion \u00fcbertragen wird.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Der einzelne Satz wird in <i>Die 2<\/i> insgesamt stark aufgewertet und ist wichtiger als die Narration oder seine Einbettung in die Narration. Er ragt als Paradigma heraus. Im Satz selbst allerdings geht es durchaus um die syntagmatische Passung durch Reim, Alliteration und Wiederholung, also Lyrismen, die um der sinnlichen Wirkung und nicht des Sinns willen zur Geltung kommen. Wenn es also dazu beitr\u00e4gt, den referentiellen und narrativen Sinn zu verstellen, dominiert das Syntagma \u00fcber das Paradigma.<\/p>\n<p>\u201eAch Cannes, kann es warm sein, kann es kalt sein, kann es sch\u00f6n sein, Hauptsache man kann es.\u201c (<i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i>, 04:10) \u201eSleep well in Your Bettgestell.\u201c (<i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i>, 22:58) Gerade an dem Beispiel mit Cannes zeigt sich, dass die Referenz auf die Stadt nicht die Wahl der folgenden Aussage bedingt, sondern dass es hier um einen \u00e4sthetischen Gleichklang geht, nat\u00fcrlich nur, wenn man die franz\u00f6sische Aussprache von Cannes verballhornt. Man kann das nun finden, wie man will, aber man muss zugeben, dass einige der fr\u00fchen Gedichte des ansonsten gro\u00dfartigen Rilke auch nicht unbedingt unpeinlich sind. \u2013 Larenopfer: Die Stadt verschwimmt wie hinter Glas. \/ Nur hoch, wie ein behelmter H\u00fcne, \/ragt klar vor mir die gr\u00fcnspangr\u00fcne \/ Turmkuppel von Sankt Nikolas. Reim und Metrum zwingen zur nicht unbedingt stilsicheren Wortsch\u00f6pfung gr\u00fcnspangr\u00fcn\u2026<\/p>\n<p>Um nur ein Beispiel f\u00fcr die unz\u00e4hligen Zweideutigkeiten zu geben: \u201eDanny: Nur wegen eines Vogels? Sinclair: Was wieder beweist, dass es gef\u00e4hrlich sein kann, rumzulaufen und fremde V\u00f6gel aufzuheben. Danny: Das ist \u2018ne typische V\u00f6gelverwechslung. Damit solltest Du Dich ja eigentlich auskennen.\u201c (<i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i>, 33:48)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Zwei - Best of &quot;Erben bringt Sterben&quot; Folge 3\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gnYJz2oy9gU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Zahlreiche der deutschen Bemerkungen gestalten sich metafiktional und verweisen somit auf die eigenen Ausstrahlungsbedingungen sowie die Rezeptionssituation vor dem Fernseher. So sitzt Richter Fulton zum Auftakt der Serie im Rollstuhl, steigt aber dann ganz selbstverst\u00e4ndlich auf, um sich einen Drink zu mixen. Den verbl\u00fcfften Zwei erkl\u00e4rt er: \u201eIch habe nun mal \u2018ne Schw\u00e4che f\u00fcr\u2018s Dramatische. Rollstuhl kommt im Fernsehen immer gut an.\u201c (<i>Schwesterchens Muttermal<\/i>, 04:32) In zahlreichen Spr\u00fcchen geht es aber auch direkt um das ZDF. \u201eWeibliche Figur im Geb\u00fcsch: Ist Detektivspielen immer so eine triste Sache. M\u00e4nnliche Figur: Hm, wenn sie etwas Abwechslungsreicheres wollen, dann sollten sie lieber aussteigen und zum ZDF gehen.\u201c (<i>Der Lord ist fort<\/i>, 00:10) \u201eSinclair: Du spr\u00fchst ja wieder. Hoffentlich spr\u00fchst Du auch die ganze Folge \u00fcber. Danny: Ich werd\u2018 die Fans schon klein kriegen. \u00dcbrigens, du musst in der letzten Folge was gesagt haben. Da hat einer ans ZDF geschrieben.\u201c (<i>Entf\u00fchrung auf Spanisch<\/i>, 04:41)<\/p>\n<p>Als Danny in einer Szene ans Telefon geht, sagt er: \u201eNein, hier ist nicht Mr. Schwartz, hier ist Karlheinz Wei\u00df.\u201c (<i>Die Vergangenheit des Grafen<\/i>, 13:35) Tony Curtis b\u00fcrgerlicher Nachname war Schwartz. Der Name einer der deutschen Produzenten der Synchronfassung war Karlheinz Brunnemann. Hier wird also auf Basis der metafiktionalen Anspielung auf den Geburtsnamen des Schauspielers zun\u00e4chst eine immanente Kontrastierung von Schwarz und Wei\u00df vorgenommen, um zus\u00e4tzlich durch den Vornamen eines deutschen Verantwortlichen wiederum metafiktional auf die deutsche Produktion als solche zu verweisen.<\/p>\n<p>Nicht nur \u2013 \u00fcber den Filmmusik-Komponisten John Barry birgt die Serie au\u00dferdem zahlreiche intertextuelle Verweise. So vor allem auf James Bond. Das Theme von <i>Die 2<\/i> erinnert au\u00dferdem bewusst persiflierend an die Serie <i>Kobra, \u00fcbernehmen sie<\/i>\/<i>Mission Impossible<\/i>. In Bezug auf James Bond sind es aber vor allem wieder \u2013 metafiktionale \u2013 Konsum- und Gebrauchsgegenst\u00e4nde, die auffallen. Sinclair f\u00e4hrt den Aston Martin, der 1969 von George Lazenby in dem Bond-Film <i>On her Majesty\u2019s Secret Service<\/i> gefahren wurde. Die in <i>Die 2<\/i> verwendeten Waffen \u2013 z.B. eine Beretta M 1934 und eine Walther PPK \u2013 tauchen ebenfalls bei James Bond auf. Das Verweiskarussell dreht sich, und Roger Moore sollte nach <i>Die 2<\/i> sogar ein beliebter Bond-Darsteller werden. Die Bez\u00fcge zu James Bond w\u00e4ren ein ganz eigenes Thema. Interessant in Bezug auf die pop-kulturelle Anlage der Serie ist vor allem, dass die Verweise \u00fcber z.B. das Auto die Konsumkultur miteinbeziehen, dass hier nicht nur ein Bezug von einem Text auf einen anderen vorliegt, sondern dass sich die Bez\u00fcge in einem Dreieck zusammen mit den RezipientInnen entfalten, dass filmischer und realer Lifestyle f\u00fcr diejenigen, die es sich leisten k\u00f6nnen, in eins fallen.<\/p>\n<p>Insgesamt stellt jede Folge eine Kompilation der aufgezeigten Elemente dar. \u00c4sthetische, akustische und visuelle Reize reihen sich aneinander und \u00fcberlagern sich. Dialoge ragen aus der Handlung heraus und implizieren jeweils f\u00fcr sich genommen sehr verschiedene Konnotationen. Die Settings und Gegenst\u00e4nde sind intertextuell aufgeladen. Die Requisiten und die Kleidung sind insofern metafiktional, als sie zeitgen\u00f6ssisch von modebewussten Menschen getragen wurden usw. usf. Es handelt sich um einen reizvollen \u00e4sthetischen Komplex, f\u00fcr den gilt: Sinnlichkeit toppt Sinn, Paradigma toppt Syntagma, Sentenz toppt Narration. Und es zeigt sich, dass Komplexit\u00e4t bei Fernsehserien nicht immer auf der narrativen Ebene festgemacht werden muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Kathrin Rothemund: Komplexe Welten. Narrative Strategien in US-amerikanischen Fernsehserien. Berlin 2012.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Simon Roth\u00f6hler: Content in Serie. Filmkolumne. In: Merkur H. 3 (2014), S. 232.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Robert J. Thompson: Television&#8217;s Second Golden Age. From Hill Street Blues to ER. Syracuse 1997, S. 13-16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Jason Mittel: Complex Television. The Poetics of Contemporary Television Storytelling. New York, London 2015, S. 13-16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Maren Lickhardt: Game Logic in the TV series The Walking Dead. On Transmedial Plot Structures and Character Layouts. In: Open Cultural Studies 1 (2017), Special Issue Transmediating Culture(s), S. 359-368. In: https:\/\/www.degruyter.com\/view\/j\/culture.2017.1.issue-1\/culture-2017-0033\/culture-2017-0033.xml<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Maren Lickhardt: Stranger Things. Suspekte Medien und gruselige Netzwerke. In: http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2016\/09\/04\/stranger-things-suspekte-medien-und-gruselige-netzwerkevon-maren-lickhardt4-9-2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> http:\/\/shamanic.beepworld.de\/thepersuaders.htm (Aufruf: 21.01.2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> John Fiske: Understanding Popular Culture. London, New York 1989, Kap. 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Alexandra Tacke, Bj\u00f6rn Weyand: Einleitung. Dandyismus, Dekadenz und die Poetik der Pop-Moderne. In: Alexandra Tacke, Bj\u00f6rn Weyand (Hrsg.): Spielformen der Dekadenz in der Pop-Moderne. K\u00f6ln u.a. 2009, S. 7-16; G\u00fcnter Erbe: Der moderne Dandy. Zur Herkunft einer dekadenten Figur. In: Depressive Dandys, S. 17-38; Susan Sontag: Notes on Camp. In: Susan Sontag: Against Interpretation and Other Essay. London 1961, 287-289; Thomas Hecken, Marcus S. Kleiner: Einleitung. In: Thomas Hecken, Marcus S. Kleiner (Hrsg.): Handbuch Popkultur. Stuttgart 2017, S. 2\u201314; Thomas Hecken: Pop. Geschichte eines Konzepts. Bielefeld 2009, S. 20-29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Roman Jakobson: Linguistik und Poetik. In: Roman Jakobson: Poetik. Ausgew\u00e4hlte Aufs\u00e4tze 1921-1971. Hrsg. von Elmar Holenstein und Tarcisius Schlebert. Frankfurt am Main 1979, S. 94.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Maren Lickhardt\u00a0ist <span class=\"meta-value affiliations\">Assistenz-Professorin am Institut f\u00fcr Germanistik der Leopold-Franzens-Universit\u00e4t Innsbruck<\/span>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Complex Television braucht keine komplexe Erz\u00e4hlung<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[544,816,1029,1094,1118,1260,1512,1615,1726,1927,2012,2023,2245,2317,2325,2367],"class_list":["post-7676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-die-2","tag-game-of-thrones","tag-house-of-cards","tag-intertextualitaet","tag-jason-mittell","tag-komplexitaet","tag-metafiktion","tag-narration","tag-orange-is-the-new-black","tag-quality-television","tag-robert-j-thompson","tag-roger-moore","tag-stranger-things","tag-the-persuaders","tag-the-walking-dead","tag-tony-curtis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7676"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7676\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}