{"id":7775,"date":"2018-03-16T12:13:33","date_gmt":"2018-03-16T10:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7775"},"modified":"2018-03-16T12:13:33","modified_gmt":"2018-03-16T10:13:33","slug":"rustikal-abtanzendiskothekenkultur-im-schwarzwald-in-den-1970er-bis-1990er-jahrenvon-michael-fischer16-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/03\/16\/rustikal-abtanzendiskothekenkultur-im-schwarzwald-in-den-1970er-bis-1990er-jahrenvon-michael-fischer16-03-2018\/","title":{"rendered":"Rustikal abtanzenDiskothekenkultur im Schwarzwald in den 1970er bis 1990er Jahrenvon Michael Fischer16.3.2018"},"content":{"rendered":"<p>Bundesdeutsche Diskotheken im l\u00e4ndlichen Raum<!--more--><\/p>\n<p>Die Forschung zur popul\u00e4ren Musik besitzt eine bemerkenswerte und bisher wenig reflektierte \u00c4hnlichkeit zur etablierten geisteswissenschaftlichen Forschung, die sich hochkulturellen Ph\u00e4nomenen zuwendet: Die Untersuchungsgegenst\u00e4nde orientieren sich n\u00e4mlich nicht am kulturellen Mainstream,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> sondern nehmen vornehmlich sozial differenzierte und \u00e4sthetisch elaborierte Artefakte, avantgardistische Str\u00f6mungen sowie urbane Ph\u00e4nomene in den Blick. Das Einfache, Banale, Bodenst\u00e4ndige von musikalischen Unterhaltungskulturen wird auch in der Popularmusikforschung viel seltener gew\u00fcrdigt \u2013 das gilt f\u00fcr die medial und gesellschaftlich lange Zeit omnipr\u00e4sente Schlagerkultur genauso wie f\u00fcr nichtprofessionelle Jugendbands oder eben f\u00fcr l\u00e4ndliche Diskotheken.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Sich der Diskothekenkultur in einem bestimmten l\u00e4ndlichen Raum aus einer historischen Perspektive zuzuwenden, ist methodisch und forschungspraktisch anspruchsvoll: Auch im Schwarzwald (und den angrenzenden R\u00e4umen wie der Baar und der Rheinebene) war in den 1970er bis 1990er Jahren diese Form der Musik-, Unterhaltungs- und Jugendkultur zeitlich und regional stark ausdifferenziert, so dass sich Pauschalierungen verbieten; der Zugang zu Quellen ist schwierig, zum Teil weil Sperrfristen bei den Archivalien noch nicht abgelaufen sind oder in den Archivmaterialien relevante Informationen fehlten \u2013 beispielsweise weil sie bei den verwaltungstechnischen Abl\u00e4ufen keine Rolle spielten. Das betrifft etwa die Frage, welche Musik in den Diskotheken gespielt wurde, wer die BesucherInnen der jeweiligen Betriebe waren oder wie viele Discjockeys die Tanzlokale besch\u00e4ftigt hatten. Auch waren nicht alle ermittelten Zeitzeugen zu einem Gespr\u00e4ch bereit oder ihre Erinnerungen verloren sich aufgrund der Zeitl\u00e4ufte im Ungef\u00e4hren. Bildmaterial ist schwer aufzutreiben, authentisches Tonmaterial (Mitschnitte) ist nicht vorhanden.<\/p>\n<p>Mein Beitrag f\u00fcr <i>pop-zeitschrift.de<\/i> will dennoch erste Ergebnisse eines l\u00e4nger angelegten Forschungsprojekts am Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik (Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg) pr\u00e4sentieren. Der Aufsatz umfasst drei Teile: Zun\u00e4chst wird versucht, die Diskothek als ein Unterhaltungs- und Freizeitangebot f\u00fcr vorwiegend jugendliche Menschen zu begreifen. Entsprechend wird der Begriff \u201eDiskothek\u201c und seine Geschichte erl\u00e4utert, um dann den Anf\u00e4ngen der bundesdeutschen Diskothekenkultur nachzugehen. In einem zweiten Teil stehen die Diskotheken im l\u00e4ndlichen Raum \u2013 von den St\u00e4dtern mitunter als \u201eBauerndiscos\u201c verspottet und abqualifiziert \u2013 im Vordergrund. Diskotheken speziell im Schwarzwald und in den angrenzenden Gebieten bilden den Gegenstand des dritten Teils. Zum Schluss m\u00f6chte ich die Erinnerungskultur kurz beleuchten, und zwar anhand von Facebook-Eintr\u00e4gen ehemaliger Fans.<\/p>\n<div id=\"attachment_7776\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7776\" class=\"size-large wp-image-7776\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/11-1024x693.jpg\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/11-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/11-300x203.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/11-768x520.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-7776\" class=\"wp-caption-text\">Diskothek &#8222;Waldpeter&#8220;, Sch\u00f6nwald im Schwarzwald<br \/>Foto: Kai-Uwe Bitsch<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center\">Der Begriff \u201eDiskothek\u201c<\/p>\n<p>Der Begriff \u201eDiskothek\u201c meinte viele Jahrzehnte lang lediglich einen Aufbewahrungsort f\u00fcr Schallplatten bzw. Plattensammlungen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Parallel zu den Begriffen \u201ePhonothek\u201c bzw. \u201eBibliothek\u201c war er im gelehrten und bildungsb\u00fcrgerlichen Umfeld verbreitet. In Deutschland setzte sich das Wort \u201eDiskothek\u201c f\u00fcr eine neue Form der Musik- und Tanzunterhaltung erst sp\u00e4t durch. F\u00fcr die entsprechenden Angebote standen zun\u00e4chst lediglich die Begriffe \u201eTanzlokal\u201c, \u201eTanzbar\u201c bzw. \u201eTanzdiele\u201c zur Verf\u00fcgung, ganz unabh\u00e4ngig davon, ob die Musik live oder von Platten gespielt wurde. Auch eine der ersten in der Bundesrepublik Deutschland gegr\u00fcndeten Diskotheken, der \u201eScotch Club\u201c, der 1959 aus einer Aachener Speisegastst\u00e4tte hervorging, nannte sich noch nicht \u201eDiskothek\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Einer breiteren \u00d6ffentlichkeit wurde die Bezeichnung \u201eDiskothek\u201c durch das Nachrichtenmagazin \u201eDer Spiegel\u201c bekannt. Dieser ver\u00f6ffentliche im Jahr 1965 einen kulturkritischen Beitrag unter der \u00dcberschrift \u201eDiskothek. Irre laut\u201c.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Dabei stand die damals noch neuartige Erscheinung der US-amerikanischen Unterhaltungskultur im Vordergrund, die bereits nach Europa und in die Bundesrepublik her\u00fcber geschwappt sei.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Im wissenschaftlichen Diskurs finden Begriff und Ph\u00e4nomen \u201eDiskothek\u201c seit 1968 Aufmerksamkeit, also parallel zu den gesellschaftlichen Umbr\u00fcchen in der Bundesrepublik und parallel zur Durchsetzung der damals so genannten \u201eBeatkultur\u201c \u2013 also der angloamerikanisch gepr\u00e4gten Rock- und Popmusik und eines entsprechenden jugendlichen Lebensstils.<\/p>\n<p>In der p\u00e4dagogischen und wissenschaftlichen Literatur der 1970er und 1980er Jahre herrschten kulturkritische T\u00f6ne vor; die einen wollten die Jugend vor L\u00e4rm, Alkohol und Drogen sch\u00fctzen, die anderen sahen in den Diskotheken Einrichtungen einer kommerziellen Freizeitindustrie, welche die Menschen manipulierten. Der Volkskundler Werner Mezger argumentierte im Jahr 1980 schon differenzierter; er sah in der Diskothek eine \u201eBegegnungsst\u00e4tte\u201c bzw. ein \u201eKommunikationszentrum\u201c, das f\u00fcr Jugendliche Musik und die M\u00f6glichkeit zum Tanz bietet: \u201eLeute-Treff, Musikzentrum, Tanzhaus und Gastwirtschaft \u2013 das sind die vier unverzichtbaren Grundeigenschaften jeder Diskothek\u201c, schrieb er damals.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Diskothekenkultur in der Bundesrepublik Deutschland<\/p>\n<p>Die Diskotheken in der Bundesrepublik waren zun\u00e4chst keine aufregenden Orte der Subkultur, sondern gingen oft aus \u00e4lteren Lokalen hervor. Fr\u00fche Diskotheken wandten sich auch nicht zwingend an Jugendliche, sondern boten Tanz und Unterhaltung f\u00fcr Erwachsene \u2013 und zwar f\u00fcr die Mittelschicht \u2013 an. Sie standen also in der Kontinuit\u00e4t der \u00e4lteren Tanzlokale, in denen kleine Musikkapellen oder Combos auftraten. Ende der 1950er Jahre hatten die ersten Lokale begonnen, ihre G\u00e4ste mit Schallplatten zu unterhalten. F\u00fcr die G\u00e4ste hatte dies den Vorteil, dass sie stets das Original h\u00f6rten \u2013 schon beim Rock\u2019n\u2019Roll mit seinen Stars war dies ein wichtiges Argument f\u00fcr den Kauf einer Platte. Und f\u00fcr die Wirte waren Schallplatten und ein Discjockey, der diese auflegte und moderierte, einfach billiger.<\/p>\n<p>Bis in die 1970er Jahre hinein gab es auch Lokale, die in einem Raum ganz unterschiedliche Alters- und Interessensgruppen bedienten: In einem \u201eDiskothekenf\u00fchrer\u201c war r\u00fcckblickend zu lesen: \u201eWo nachmittags Teens zu Waterloo von Abba hotteten, drehten sich abends die Eltern zu Chris Roberts <i>Ich bin verliebt in die Liebe.<\/i> Und regelm\u00e4\u00dfig fr\u00f6nten auch die Rentner ihre Vorliebe f\u00fcr Rudi Schuricke oder f\u00fcr andere volkst\u00fcmliche T\u00f6ne\u201c.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Das Tanzlokal stand also f\u00fcr drei Generationen offen \u2013 eine Binnendifferenzierung, die sp\u00e4ter gerade in l\u00e4ndlichen Diskotheken durch eine entsprechende Programmgestaltung fortgesetzt wurde.<\/p>\n<p>In den siebziger Jahren breitete sich die Diskowelle in der Bundesrepublik Deutschland schnell aus. Medial wurde dies durch Fernsehsendungen verst\u00e4rkt, am prominentesten durch die zwischen 1971 und 1982 im Zweiten Deutschen Fernsehen ausgestrahlte Sendung \u201eDisco\u201c mit dem legend\u00e4ren Ilja Richter. Den endg\u00fcltigen Durchbruch erlebte die \u201eDiskowelle\u201c mit dem Erfolg des Films \u201eSaturday Night Fever\u201c, der 1977 in die US-amerikanischen Kinos kam und dort 110 Millionen Dollar einspielte.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Mit dem grandiosen Filmerfolg verkn\u00fcpfte sich der Erfolg des Soundtracks, der \u00fcberwiegend von der Gruppe \u201eBee Gees\u201c gestaltet wurde. In Westdeutschland war der Film 1978 unter dem etwas biederen Titel \u201eNur Samstag Nacht\u201c zu sehen. Er entfaltete eine enorme Wirkung und lenkte die Aufmerksamkeit auf die \u201eDisco\u201c \u2013 verstanden als Veranstaltungsort, Veranstaltungsform, Musik- und Tanzstil sowie als neue Form der Jugendkultur.<\/p>\n<p>1979\/1980 soll es in der Bundesrepublik bereits zwischen 8.000 und 9.000 Diskotheken gegeben haben; die Branche erwartete einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Deutsche Mark; ebenfalls 1979 wurde eine in M\u00fcnster stattfindende \u201eInternationale Diskotheken-Fachausstellung\u201c begr\u00fcndet; ein Jahr sp\u00e4ter wurde gleichfalls in M\u00fcnster der \u201eBundesverband Deutscher Diskotheken e.V.\u201c ins Leben gerufen.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Anders gesagt: In den 1980er Jahren \u2013 als sich das deutsche B\u00fcrgertum in Lebensstil und Wohnausstattung rustikalisierte und damit die von Helmut Kohl propagierte \u201egeistig-moralische Wende\u201c in eine spezifische \u00c4sthetik \u00fcbersetzte \u2013 war die Discokultur im deutschen Mainstream angekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Diskotheken im l\u00e4ndlichen Raum<\/p>\n<p>Zu l\u00e4ndlichen Diskotheken wurde bisher selten geforscht, schon gar nicht zum s\u00fcdwestdeutschen Raum.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Allerdings haben Wissenschaftler durchaus die musikalische Praxis in D\u00f6rfern untersucht, etwa der Mainzer Historiker Gunter Mahlerwein.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Dieser zeichnet die Geschichte der d\u00f6rflichen Musikpraxis nach, die einerseits \u2013 insbesondere im Vergleich zur Stadt \u2013 traditionell ausgerichtet war, andererseits durchaus offen war f\u00fcr neue Impulse, im 19. Jahrhundert etwa f\u00fcr die damaligen Modet\u00e4nze und die Operette, sp\u00e4ter f\u00fcr die neuen Medien Kino und Radio und ab den 1960er Jahren zunehmend f\u00fcr das Fernsehen.<\/p>\n<p>Die herk\u00f6mmlichen Tanzveranstaltungen auf dem Dorf waren oft Teil von gr\u00f6\u00dferen Festen wie der Kirchweih. Dabei spielten zuweilen mehrere Tanzkapellen in unterschiedlichen Gasth\u00e4usern, das Repertoire umfasste Tango, Walzer, M\u00e4rsche und Stimmungslieder.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Jugendaffine Angebote gab es erst seit den 1960er Jahren, als die \u201eBeatmusik\u201c auch die D\u00f6rfer erreichte und sich die l\u00e4ndliche Musikkultur allm\u00e4hlich ausdifferenzierte. Neue Musikformationen (Bands) mit einem neuen Repertoire und Instrumentarium verdr\u00e4ngten allm\u00e4hlich die alten Tanzcombos.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Daraus entwickelten sich erste \u201ekommerzielle Veranstaltungsorte\u201c; in den alten S\u00e4len der Gasth\u00e4user spielten nun live diverse Jugendbands, aus denen schlie\u00dflich erste Diskotheken hervorgingen, wie Mahlerwein feststellt.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Wie fremdartig Diskotheken zu Beginn der Entwicklung selbst in einem st\u00e4dtischen Kontext<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> empfunden wurden, zeigt ein Bericht aus der Zeitung \u201eNeckarquelle\u201c. 1968 wurde n\u00e4mlich berichtet, dass in Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) ein neues \u201eTanz- und Unterhaltungslokal\u201c er\u00f6ffnet habe: das \u201eBonanza\u201c.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Der Name des Lokals griff auf die gleichnamige US-amerikanische Fernsehserie zur\u00fcck, die seit 1967 im Zweiten Deutschen Fernsehen zu sehen war.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Dementsprechend war das Lokal als \u201eWestern-Saalon\u201c eingerichtet, wie es am 4. Oktober 1968 in der bereits genannten Zeitung hie\u00df.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Die Betriebsform der \u201eTanzdiskothek\u201c musste 1968 dem Publikum allerdings noch erkl\u00e4rt werden: \u201eGetanzt wird nach Schallplatten, die von einem Disc-Jockei [!] aufgelegt werden\u201c, hei\u00dft es da.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Junge Menschen unter 18 Jahren hatten keinen Zutritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Jugend, Musik, Landleben<\/p>\n<p>Diskotheken im l\u00e4ndlichen Raum, in D\u00f6rfern und kleineren St\u00e4dten, antworteten in der gesamten Bundesrepublik auf einen neu entstandenen Bedarf nach Musik- und Tanzunterhaltung. Die neuen Angebote sollten Jugendliche in infrastrukturell eher unterversorgten und bis dato gesellschaftlich traditionell gepr\u00e4gten Gebieten ansprechen: Die Landdiskotheken besetzten \u201efast konkurrenzlos ein d\u00fcnn besiedeltes Freizeitfeld\u201c, wie Eckhart Frahm auf dem H\u00f6hepunkt des Diskotheken-Booms 1979 feststellte.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Da Landdiskotheken zwar relativ breit gestreut, aber keineswegs an jedem Ort verf\u00fcgbar waren, spielte auch die wachsende Massenmotorisierung eine Rolle: Jugendliche erreichten erst mit Mofas und Mopeds, sp\u00e4ter mit dem Auto die Diskothek ihrer Wahl. Dabei hatten Landdiskotheken manchmal ein sehr weites Einzugsgebiet, das nicht auf die Nachbarortschaften oder den Landkreis beschr\u00e4nkt sein musste. Selbstverst\u00e4ndlich diente die Diskothek auch als Ausgangspunkt zum Kennenlernen, zum Flirten und zum Anbahnen von Freundschaften bzw. sexuellen Begegnungen. Was dies betrifft, brachte es die in Freiburg erscheinende \u201eBadische Zeitung\u201c 1996 auf den Punkt: \u201eNur zum Tanzen in die Disco? Von wegen! Die Hauptsache ist das Flirten\u201c.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_7780\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7780\" class=\"size-large wp-image-7780\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Publikum_Kai-Uwe-Bitsch_1997-1024x696.jpg\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Publikum_Kai-Uwe-Bitsch_1997-1024x696.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Publikum_Kai-Uwe-Bitsch_1997-300x204.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Publikum_Kai-Uwe-Bitsch_1997-768x522.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-7780\" class=\"wp-caption-text\">Diskothek &#8222;Waldpeter&#8220;, Sch\u00f6nwald im Schwarzwald<br \/>Foto: Kai-Uwe Bitsch<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center\">Diskotheken im Schwarzwald<\/p>\n<p>Am 29. August 1985 erschien gleichfalls in der \u201eBadischen Zeitung\u201c ein relativ ausf\u00fchrlicher Artikel, der die damalige Diskothekenszene im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald launig beschrieb.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Vier Lokale \u201ezwischen Buggingen und Titisee-Neustadt\u201c habe man sich angesehen, schrieb die Zeitung damals: \u201evon der \u201aNeon-Disco\u2018 bis zum Standard-Tanz-Schuppen mit Damenwahl\u201c.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird das \u201eCaf\u00e9 Suum\u201c in Buggingen (nahe M\u00fcllheim, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) beschrieben. Aus ihm dr\u00f6hne \u201eNew wave-Musik\u201c, innen \u201eerleuchten gelbe und blaue Neonr\u00f6hren die hellgraue Theke\u201c, Strahler sorgten im gesamten Raum f\u00fcr Helligkeit.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Allerdings: Das Publikum sei l\u00e4ngst nicht so \u201ewavig\u201c wie die Inneneinrichtung, neben dem \u201ecoolen Szene-Typ steht da auch der Motorradfahrer mit Jeansweste unter der Lederjacke, und der Jugendliche mit langen Haaren und Stirnband\u201c. Die meisten seien \u201eUnauff\u00e4llige, deren Unauff\u00e4lligkeit in dieser Umgebung auff\u00e4llt\u201c. Auf der kleinen Tanzfl\u00e4che seien diese jedoch nicht zu finden, sondern eher \u201eLeute mit auff\u00e4lliger Kleidung, im \u201aWet-Look\u2018 gestylten Frisuren, spitzen Schuhen und eckig-modischer Tanzweise\u201c. Die meisten Besucher in Buggingen \u2013 genannt werden 80% \u2013 k\u00e4men aus den nahegelegenen St\u00e4dten der Rheinebene, n\u00e4mlich L\u00f6rrach, Basel und Freiburg, der Rest aus der Umgebung.<\/p>\n<p>Ein ganz anderes Ambiente bot Mitte der 1980er Jahre das \u201eGutach Landhaus\u201c in Neustadt (heute Titisee-Neustadt, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Der Autor des Artikels sieht sich an eine Landgastst\u00e4tte erinnert, \u201ein der man f\u00fcr die Tanzfl\u00e4che einige Tische entfernt\u201c habe. Es gebe zwar eine Videoanlage, die sich aber \u201ein der rustikalen Umgebung, zwischen Holzeinrichtung, Trockenblumen und braunen Vorh\u00e4ngen recht seltsam\u201c ausnehme. Die Besucher seien j\u00fcnger als im modernen \u201eSuum\u201c, zwischen 14 und 25 Jahren. Aus den Lautsprechern ert\u00f6ne \u201eDisco-Sound\u201c; teilweise s\u00e4ngen die Jugendlichen mit; extravagante Aufmachungen gebe es nicht. Das Publikum rekrutiere sich aus der Gegend, im Sommer k\u00e4men einige Touristen hinzu. Die Teenis, so der Zeitungsbericht, k\u00e4men zwar oft in diese Landdiskothek, seien aber nicht ganz gl\u00fccklich. Ein 16-J\u00e4hriger wird mit \u201eDie Alternative zum Nichts\u201c zitiert. Trotzdem war der Betreiber zufrieden; an den Wochenenden k\u00e4men 300 bis 400 Besucher, allerdings machten ihm die auferlegten Sperrzeiten zu schaffen, die aufgrund von Beschwerden \u00fcber L\u00e4rmbel\u00e4stigung verh\u00e4ngt worden seien.<\/p>\n<p>Der \u201eFuchsbau\u201c in Kirchzarten bei Freiburg war in einem flachen Betonbau untergebracht; zum Zeitpunkt des Artikels offenbar ein sich im Niedergang befindlicher Betrieb. Es seien an einem Freitagabend kaum G\u00e4ste da gewesen, ein DJ fehle, stattdessen komme \u201edie Musik von der Kassette\u201c. Entsprechend war die finanzielle Lage f\u00fcr die Betreiber des \u201eFuchsbaus\u201c schlecht; fr\u00fcher, zwischen 1975 und 1983 sei die Lage besser gewesen. Inzwischen machten Vereinsfeste und Dorfhocks Konkurrenz.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich berichtet der Artikel aus der \u201eBadischen Zeitung\u201c noch vom \u201eHeuboden\u201c in Umkirch nahe Freiburg, ein Tanzlokal, das auch heute (2018) noch erfolgreich betrieben wird. Dieser Betrieb war laut Zeitung betont rustikal eingerichtet, es gebe h\u00f6lzerne Deckenbalken, an alten Wagenr\u00e4der seien die Lampen aufgeh\u00e4ngt, landwirtschaftliche Utensilien wie Rechen und Spaten zierten die W\u00e4nde dieser zweist\u00f6ckigen Disko. Das Publikum sei hier deutlich reifer, die zwischen Ende 20 und Anfang 50 alten Besucherinnen und Besucher tanzten Standard, gepflegte Erscheinung werde vom Betreiber sowieso vorausgesetzt. Mittwochs gebe es noch beim Tanz \u201eDamenwahl\u201c.<\/p>\n<p>Ausgehend von diesen Beobachtungen anhand der \u201eBadischen Zeitung\u201c soll nun ein intensiverer Blick auf l\u00e4ndliche Diskotheken im Schwarzwald geworfen werden: zum einen auf die R\u00e4ume, zum anderen auf die mit dem Diskothekenbetrieb verbundenen sozialen Konflikte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">R\u00e4ume<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst soll das Augenmerk auf die Ausstattung l\u00e4ndlicher Diskotheken gelegt werden: Es gab und gibt Betriebe, welche betont rustikal ausgestattet sind. Ein Zusammenhang zur Vorgeschichte des jeweiligen Lokals ist oft gegeben; umgebaute Gastst\u00e4tten tendieren eher zu einem rustikalen Look, Neubauten eher zu einem modernen. Freilich wurden auch Geb\u00e4ude neu errichtet, die auf ein bodenst\u00e4ndiges Design mit viel Holz setzten und damit einen regionalen Bezug herstellten.<\/p>\n<p>Beim 1978 errichteten \u201eHeuboden\u201c in Umkirch oder beim 1979 er\u00f6ffneten \u201eBlockhaus\u201c in Haslach weisen ja bereits die Namen auf den rustikalen Charakter der Inneneinrichtung hin.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Beim Tanzlokal \u201eSchwarzwaldspitze\u201c in Todtmoos (seit 1991 bestehend) wird die Ausstattung sogar explizit an die Landschaft r\u00fcckgebunden: \u201eDie aufwendige Holzkonstruktion spiegelt den Charakter des Schwarzwalds wieder\u201c, hei\u00dft es auf der Homepage.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Diese Ausstattung entspricht dem Programm des Lokals wie der anvisierten Zielgruppe.<\/p>\n<div id=\"attachment_7777\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7777\" class=\"size-large wp-image-7777\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Bild_Waldpeter_Innenraum_mit_Tanzfl\u00e4che_separat_2-1024x672.jpg\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Bild_Waldpeter_Innenraum_mit_Tanzfl\u00e4che_separat_2-1024x672.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Bild_Waldpeter_Innenraum_mit_Tanzfl\u00e4che_separat_2-300x197.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Bild_Waldpeter_Innenraum_mit_Tanzfl\u00e4che_separat_2-768x504.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-7777\" class=\"wp-caption-text\">Diskothek &#8222;Waldpeter&#8220;, Sch\u00f6nwald im Schwarzwald<br \/>Foto: Kai-Uwe Bitsch<\/p><\/div>\n<p>Von diesem speziellen Geb\u00e4ude abgesehen waren neuerrichtete Diskotheken au\u00dfen oft betont zweckm\u00e4\u00dfig und n\u00fcchtern ausgestaltet; die Illusion des Exklusiven und die Faszination an r\u00e4umlicher Gestaltung (auch durch eine entsprechende Lichttechnik) wurde erst im Inneren entfaltet.<\/p>\n<p>In der Aufteilung der R\u00e4ume unterscheiden sich die l\u00e4ndlichen Diskotheken des Schwarzwaldes nicht von allen anderen Betrieben: Im Hauptraum gibt es eine zentral angeordnete Tanzfl\u00e4che; die DJ-Kanzel, Bar\/Theke und Sitzgelegenheiten gruppieren sich um sie herum. Ich gebe ein Einrichtungsbeispiel aus dem \u201eWaldpeter\u201c in Sch\u00f6nwald (Schwarzwald-Baar-Kreis): Dort war die Tanzfl\u00e4che durch Fachwerk und eine Holzbalustrade von den Sitzgelegenheiten abgetrennt, als Sitzm\u00f6bel standen Holztische mit St\u00fchlen bzw. B\u00e4nken zur Verf\u00fcgung, die auf die Tanzfl\u00e4che hin ausgerichtet waren. An der Stirnseite der Tanzfl\u00e4che befand sich eine durch zwei gemauerte Stufen erh\u00f6hte B\u00fchne f\u00fcr die im \u201eWaldpeter\u201c intensiv gepflegten Liveauftritte; die DJ-Kanzel war durch einen dreiseitigen Holzeinbau mit halbrunden \u00d6ffnungen von dieser B\u00fchne abgetrennt.<\/p>\n<p>Der Hauptraum dieser Diskothek erstreckte sich \u00fcber zwei Geschosse; die Decken\u00f6ffnung mit einer h\u00f6lzernen Br\u00fccke befand sich direkt oberhalb der Tanzfl\u00e4che. Ebenfalls zweigeschossig angelegt waren und sind die heute noch bestehenden Diskotheken \u201eOkay\u201c in Donaueschingen und die \u201eSchwarzwaldspitze\u201c in Todtmoos.<\/p>\n<p>Die beiden zuletzt genannten Betriebe in Donaueschingen und Todtmoos verf\u00fcgen \u00fcber zwei getrennte Tanzr\u00e4ume mit unterschiedlichem Design und unterschiedlichen musikalischen Programmen. Mit dieser r\u00e4umlichen Ausdifferenzierung reagieren die Lokale auf die Geschmacksvorlieben diverser Zielgruppen; so wird beispielsweise in der \u201eSchwarzwaldspitze\u201c zwischen dem \u201eTanzlokal Spitze\u201c und der \u201eClubdisco Alpentippi\u201c (\u201ef\u00fcr alle die es gerne etwas fetziger m\u00f6chten\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>) unterschieden.<\/p>\n<p>Zur Gr\u00f6\u00dfe der einzelnen Betriebe liegen bisher wenig verl\u00e4ssliche Zahlen vor, immerhin: Im 1978 errichteten Neubau \u201eBlockhaus\u201c (Haslach) umfasste das Tanzlokal 364 qm Fl\u00e4che und bot 198 Sitzpl\u00e4tze an.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Entgegen sp\u00e4teren Gepflogenheiten war mit Ausnahme der etwas erh\u00f6hten Tanzfl\u00e4che nahezu der gesamte Raum einheitlich mit Tischen und B\u00e4nken versehen; Stehfl\u00e4che gab es nur vor dem Thekenbereich. Die geschwungene Theke war ganze 14 Meter lang. Ein Billard-Raum mit zwei Tischen war seitlich vom Eingang angeschlossen. Aus einem Grundrissplan der Diskothek \u201ePoint\u201c in Schwenningen (1987) kann entnommen werden, dass der Gastraum insgesamt 350 qm umfasste.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Angegliedert waren ein Bistro mit nahezu 40 qm sowie ein Spielraum mit 25 qm.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Hinsichtlich der genannten Quadratmeterzahlen waren die beiden Diskotheken durchschnittlich gro\u00df; jedenfalls berichtete die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c\u00a0 im Mai 1986, dass die \u00fcbliche Betriebsgr\u00f6\u00dfe in Deutschland zwischen 350 und 500 qm umfasse.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_7778\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7778\" class=\"size-large wp-image-7778\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Innen_Alexander_Kutsche_11November1979-1024x691.jpg\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"469\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Innen_Alexander_Kutsche_11November1979-1024x691.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Innen_Alexander_Kutsche_11November1979-300x202.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/Innen_Alexander_Kutsche_11November1979-768x518.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-7778\" class=\"wp-caption-text\">Diskothek &#8222;Blockhaus&#8220;, Haslach im Kinzigtal 1979<br \/>Foto: Alexander Kutsche<\/p><\/div>\n<p>Lichttechnik und PA-Anlagen waren in vielen Lokalen zun\u00e4chst bescheiden, wie zeitgen\u00f6ssische Fotografien zeigen. N\u00e4here technische Angaben fehlen allerdings; unvermeidbar waren aber (farbige) Lichteffekte und eine oder mehrere Diskokugeln. Im \u201eDiscof\u00fchrer Deutschland\u201c wurde jedoch darauf verwiesen, dass die Landdiskotheken mittlerweile (1999) professionell ausgestattet seien.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> In diese Richtung weist auch ein Pr\u00fcfbericht f\u00fcr die Diskothek \u201ePoint\u201c in Schwenningen: Dort wurde im Jahr 1987 eine \u201eLaseranlage f\u00fcr Vorf\u00fchrzwecke\u201c (\u201eDisco-Laser\u201c) eingebaut.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>Die gastronomische Angebotspalette in Diskotheken war sehr unterschiedlich: Das Bistro im \u201eWaldpeter\u201c bot laut Karte im Jahr 1987 an: Speiseeis, Suppen, Toasts, Steaks, Pizzen, Salate und andere leicht zuzubereitende Gerichte wie \u201eFrikadellen m. Kartoffelsalat\u201c oder \u201eGebackener Camembert\u201c.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Das Getr\u00e4nkeangebot war nahezu un\u00fcberschaubar: Neben alkoholfreien und alkoholischen Getr\u00e4nken wurden jeweils verschiedene Schn\u00e4pse, Weinbr\u00e4nde, Lik\u00f6re, Longdrinks und Cocktails ausgeschenkt. Zus\u00e4tzlich zum Bistro im Hauptgeschoss verf\u00fcgte das \u201eWaldpeter\u201c laut Grundrissplan \u00fcber zwei Bars und ein Billardcaf\u00e9 im Obergeschoss.<\/p>\n<p>Ein ganz besonderes Raumarrangement ist bei mobilen Diskotheken gegeben, die bereits bestehende R\u00e4ume (S\u00e4le von Gastwirtschaften, Sport- und Mehrzweckhallen) bespielten. 1980 wurde diese nicht ortsfeste Veranstaltungsbetriebe noch als neuartig wahrgenommen; Mezger stellt in seinem Buch zur \u201eDiscokultur\u201c fest, \u201eda\u00df es nun in Deutschland die ersten mobilen Discos\u201c gebe, \u201edie \u00fcberall eingesetzt werden k\u00f6nnen und jeden beliebigen Saal, wenn n\u00f6tig sogar jedes Festzelt in eine hei\u00dfe Diskothek zu verwandeln in der Lage sind\u201c.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>In den 1990er Jahren waren mobile Hallen-Discos dann weit verbreitet, im Badischen bzw. S\u00fcdbadischen waren mehrere Anbieter auf dem Markt, etwa die Firmen \u201eNumber One\u201c (M\u00fcllheim-Neuenburg, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) oder \u201eForty Five\u201c (Whyl, Landkreis Emmendingen).<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> Direkt im Schwarzwald, n\u00e4mlich in Lenzkirch, war die Firma \u201ePower Sound Machine\u201c von Michael Naake angesiedelt. Im Juni\/Juli 1996 war diese Mobildisko beispielsweise in der hiesigen Festhalle aktiv, wirkte gleichfalls in Lenzkirch bei einer Kinderveranstaltung des Hotels Schw\u00f6rer mit oder gestaltete in Titisee-Neustadt eine Open-Air-Veranstaltung.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Am Oberrhein war \u00fcber die genannten Betriebe hinaus die rollende Diskothek \u201eCleopha 87\u201c t\u00e4tig. Ihr Gr\u00fcnder Walter Holtfoth legte zun\u00e4chst, wie die \u201eMittelbadische Presse\u201c im Juli 2017 berichtete, in Kneipen auf.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>\u00a01988 zog er in die Hallen um, weil die Nachfrage so gro\u00df war. Holfoth war zun\u00e4chst in der s\u00fcdlichen Ortenau und dem n\u00f6rdlichen Breisgau unterwegs, sp\u00e4ter im Gebiet zwischen Teningen und Kappelrodeck, Kehl und Hornberg. \u201e1990 hatte ich 186 Termine. Unter der Woche legte ich in Discos auf. Mittwochs im <i>Milieu<\/i> in Hausach, donnerstags im <i>Barfly,<\/i> dem sp\u00e4teren <i>Nachtwerk<\/i>, in Lahr. Freitags und samstags war ich in Festzelten und Hallen.\u201c<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p>Erst allm\u00e4hlich wurden die mobilen Discos als eine Form der Jugendarbeit anerkannt. In der \u201eBadischen Zeitung\u201c \u00fcberwogen in den 1980er Jahren noch die skeptischen Stimmen, so wurde eine mobile Disco in Friesenheim (Ortenaukreis) mit Beischriften wie \u201eBauchweh eines Vorsitzenden\u201c und \u201eAlkohol und Randale, oder Pop und Rock f\u00fcr die Massen?\u201c versehen.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Sp\u00e4ter verschwanden die negativen Zuschreibungen. 1996 hie\u00df es bereits in der \u00dcberschrift: \u201eMobildiscos leisten Jugendarbeit auf dem Land\u201c.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a> Vom Veranstalter wurden hierzu sogar Sammelbusse gechartert, welche die Jugendlichen von den D\u00f6rfern abholten und beispielsweise in der Feldberghalle in Altglash\u00fctten (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) absetzten.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> 700 Leute waren bei dieser Veranstaltung dabei.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Soziale und kulturelle Konflikte<\/p>\n<p>Gastst\u00e4tten im Allgemeinen, Diskotheken im Besonderen, sind als Orte der Geselligkeit und der Unterhaltungskultur mit spezifischen Konfliktsituationen verbunden. In den Gewerbeakten wie in der Presse werden die folgenden Problemfelder immer wieder benannt: Alkoholmissbrauch mit den Folgen Gewalt und Verkehrsunf\u00e4lle, Drogendelikte sowie mit dem Diskothekenbetrieb verursachte Ruhest\u00f6rungen, direkt durch die gespielte Musik und die feiernden G\u00e4ste, indirekt durch an- und abreisende Besucher (L\u00e4rm durch Kraftfahrzeuge, T\u00fcrenschlagen, Unterhaltungen auf dem Parkplatz etc.). Wenn im Folgenden bestimmte Konfliktsituationen mit einzelnen Lokalen und Orten im Schwarzwald und Umgebung in Verbindung gebracht werden, ist der Zusammenhang der jeweiligen Quellenlage geschuldet. Keineswegs soll dadurch unterstellt werden, dass es die genannten Probleme nur in den beispielhaft angef\u00fchrten Diskotheken gab.<\/p>\n<p>In der 1968 in Freudenstadt (Landkreis Freudenstadt) er\u00f6ffneten Diskothek \u201eBarbarina\u201c \u2013 auch diese wurde noch lange Zeit als \u201eTanzbar\u201c bezeichnet \u2013 lassen sich gut die Auseinandersetzungen nachzeichnen, die um das Thema \u201en\u00e4chtliche Ruhest\u00f6rung\u201c kreisen. Anwohner beschwerten sich schon im Monat der Er\u00f6ffnung, insbesondere \u00fcber die an- und abfahrenden Autos bzw. die BesucherInnen des Lokals, die lautstark dort eintrafen oder die Diskothek wieder verlie\u00dfen.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>In den Beschwerdebriefen der Anwohner scheinen \u2013 abgesehen von der beklagten Ruhest\u00f6rung \u2013 ebenso kulturelle Konflikte auf, etwa wenn es in einem Schreiben einer B\u00fcrgerin an das B\u00fcrgermeisteramt Freudenstadt hei\u00dft, man k\u00f6nne durchaus verstehen, \u201ewenn die [Jugendlichen] aus dem saum\u00e4\u00dfigen Krach rauskommen, sich erst an die Nacht gew\u00f6hnen\u201c m\u00fcssten, aber man k\u00f6nne kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr aufbringen, dass man in Freudenstadt \u201enur die Geldleute unterst\u00fctzt[,] ihren Geldsack zu f\u00fcllen, wenn auch der anst\u00e4ndige B\u00fcrger dadurch gesundheitlichen Schaden erleidet\u201c.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Aus den vielen dokumentierten Schreiben kann geschlossen werden, dass die Anwohner subjektiv sehr an dem Zustand gelitten haben. 1979 beschreibt es ein B\u00fcrger mit drastischeren Worten:<\/p>\n<p>Die Nachtbel\u00e4stigung und Ruhest\u00f6rung der G\u00e4ste des Schuppenlokals Barberina [recte: Barbarina] (so kann man es nur nennen) geht fast jeden Abend von 21.00 Uhr bis 1 Uhr ins Extreme und \u00fcber das Ma\u00df der Anst\u00e4ndigkeit und R\u00fccksichtslosigkeit hinaus.<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><\/p>\n<p>Sechs Jahre sp\u00e4ter gab der geplagte B\u00fcrger nochmals seinem Unwillen Ausdruck \u2013 offenbar wurde noch keine f\u00fcr alle Seiten befriedigende L\u00f6sung des Problems gefunden. Sein Brief verdeutlicht zugleich, dass er die zeitgen\u00f6ssische Jugendkultur nicht verstehen konnte, etwa wenn er behauptete, die Jugend w\u00fcrde in dem \u201eSchuppen\u201c \u201erestlos verheizt\u201c.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Ein junges M\u00e4dchen habe er gefragt, warum sie in diese Tanzbar gehe, \u201ees g\u00e4be doch sch\u00f6nere Lokale hier\u201c. Die Jugendliche hat dies wohl als Provokation verstanden und so geantwortet: \u201eAch ich gehe mal dahin, da ist Musik, Tanz[,] ein paar dufte Jungens, vor allem aber, wenn ich mal so richtig aufgeilen will!!!!\u201c<\/p>\n<p>In gewisser Weise kann man sagen, dass damals nicht nur ein Konflikt um L\u00e4rmbel\u00e4stigungen schwelte, sondern auch ein \u201eRaumaneignungskonflikt\u201c:<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> Sowohl die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wie die Jugendlichen beanspruchten den gleichen Raum f\u00fcr sich und wollten ihn jeweils nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten \u2013 eine schwierige Situation.<\/p>\n<p>Ein interessanter Briefwechsel dokumentiert die staatliche \u201eBek\u00e4mpfung von Rauschgiftkriminalit\u00e4t\u201c im \u201eTanzsaal der Gastst\u00e4tte \u201aArche\u2018 in Waldkirch\u201c (Landkreis Emmendingen) aus dem Jahr 1977.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen diese Quellen in den Zusammenhang mit der damaligen Drogenproblematik und ihrer \u00f6ffentlichen Wahrnehmung gestellt werden. Damals gab es viel echte und begr\u00fcndete Besorgnis, aber die Auseinandersetzung nahm zuweilen auch etwas hysterische Z\u00fcge an. So stellten P\u00e4dagogen und Volkskundler etwas voreilig einen inneren Zusammenhang zwischen Diskokultur und Drogenkonsum her.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/p>\n<p>Der Konflikt mit den Beh\u00f6rden begann mit einem Schreiben der Polizeidirektion Freiburg vom 27. Juni 1977 an das zust\u00e4ndige Landratsamt in Emmendingen. Darin wurde geschildert, dass im Tanzsaal der \u201eArche\u201c dreimal in der Woche \u201eDisko-Partys\u201c stattf\u00e4nden.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> \u201eNach unterschiedlichen Zeugenaussagen\u201c, so die Polizei, m\u00fcsse man davon ausgehen, dass bei diesen Veranstaltungen in Waldkirch \u201eBet\u00e4ubungsmittel verkauft, erworben und konsumiert\u201c worden seien. Die im Tanzsaal \u201everkehrenden Personen\u201c k\u00f6nnten \u201e\u00fcberwiegend der Drogenszene zugerechnet werden\u201c, hie\u00df es vorwurfsvoll. Einige Besucher h\u00e4tten sogar Haschisch geraucht. Das Landratsamt reagierte wie es reagieren musste und drohte mit dem Entzug der Gastst\u00e4ttenerlaubnis. Am 1. Dezember 1977 verf\u00fcgte es schlie\u00dflich ein Verbot von \u201eDisko-Partys\u201c in den R\u00e4umen der \u201eArche\u201c.<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a> Die Betreiber widersprachen den Anschuldigungen. Das ist nicht weiter verwunderlich, aber gleichzeitig erkl\u00e4rte sich die \u201eArche\u201c bereit, aus eigenem Antrieb verschiedene Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Angek\u00fcndigt wurde beispielsweise: \u201eAusgesprochene \u201aHippie-Typen\u2018 oder solche, die nach ihrem Aussehen schon <i>prima facie<\/i> als in der Drogenszene stehend in Betracht kommen, werden nicht mehr eingelassen\u201c.<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> Ein anderer Vorschlag des Betreibers lautete, die Beleuchtung heller zu gestalten und \u201eden Trend der [an]gebotenen Musik zu verschieben\u201c. Musikst\u00fccke, \u201edie bekannterma\u00dfen als stimulierend f\u00fcr Drogenkonsumenten gelten[,] werden nicht mehr gebraucht\u201c,<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a> hei\u00dft es in dem Brief. Leider erfahren wir nicht, welche St\u00fccke, Stile oder Interpreten damit gemeint waren; vielleicht bezog sich die Aussage auf Stilrichtungen wie Psychedelic Rock oder auf K\u00fcnstler, die angeblich oder tats\u00e4chlich selbst Drogen konsumierten. In Waldkirch wollte man sogar \u201edurch Lautsprecher auf die Gefahren des Drogenkonsums f\u00fcr die Jugendlichen hinweisen\u201c.<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a> Die Gastst\u00e4tte druckte zus\u00e4tzlich einen Handzettel mit der \u00dcberschrift \u201eWichtige Arche-Mitteilung. Untersagung der Disco-Partys wegen Hasch?\u201c, in dem die Jugendlichen gebeten wurden, sich nicht auf \u201eBTM-Angebote\u201c (BTM = Bet\u00e4ubungsmittel) einzulassen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Kontrollen zu haben.<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a><\/p>\n<p>Zuletzt soll noch ein sozialer Konflikt angesprochen werden, der an vielen Orten ausgetragen wurde und auch heute noch aktuell ist \u2013 so berichtete die \u201eBadische Zeitung\u201c im Jahr 2016, dass Freiburger Clubs und Diskotheken Fl\u00fcchtlingen keinen Zutritt mehr gew\u00e4hrten.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> In unserem historischen Beispiel hat sich der Fall in Haslach (Ortenaukreis) zugetragen; es ging damals um die Zul\u00e4ssigkeit und Reichweite von Zugangskontrollen bzw. die Problematik der Diskriminierung von Ausl\u00e4ndern. Am 22. Mai 1980 wurde n\u00e4mlich in der Schwarzwaldausgabe des \u201eOffenburger Tageblatts\u201c ein Leserbrief ver\u00f6ffentlicht, in dem sich ein in Hausach wohnender junger Mann dar\u00fcber beschwerte, er sei als Spanier schroff von den T\u00fcrstehern abgewiesen worden.<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a> Die Zeitung ging mit den Vorw\u00fcrfen souver\u00e4n um und befragte nicht nur die Betreiber der Diskothek, sondern auch das Landratsamt, welches auf das durch das Grundgesetz gebotene Diskriminierungsverbot hinwies.<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a> Die Diskothek agierte hingegen einigerma\u00dfen ungeschickt und versuchte, die Vorw\u00fcrfe des jungen Mannes als \u201eVerleumdungen und Unwahrheiten\u201c abzustempeln, es gebe kein \u201eAusl\u00e4nderverbot\u201c in ihrem Lokal.<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a> Der Spanier wurde mit St\u00f6renfrieden in Verbindung gebracht, freilich ohne konkrete Vorf\u00e4lle zu benennen. Entsprechend konterte der junge Mann mit einem weiteren Leserbrief, abgedruckt am 22. Mai 1980, und wies die Vorw\u00fcrfe emp\u00f6rt zur\u00fcck.<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">L\u00e4ndliche Diskotheken in der Erinnerungskultur: Revivals und Medialisierungen<\/p>\n<p>Die Wissenschaft kann Ph\u00e4nomene beschreiben, unterscheiden und erkl\u00e4ren. Dass, was die Diskotheken jedoch f\u00fcr die Jugendlichen, die Besucherinnen und Besucher ausmachten, ihren Reiz kann sie jedoch nur unzureichend wiedergeben. Freilich kann sie solchen Hinweisen nachgehen. Daher m\u00f6chte ich abschlie\u00dfend kurz zeigen, wie l\u00e4ndliche Diskotheken in der Erinnerungskultur ein Nachleben f\u00fchren. Dazu z\u00e4hlen einerseits Revival-Parties, andererseits Medialisierungen, die in den Sozialen Medien ihren Platz gefunden haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr mein Untersuchungsgebiet gibt es zwei Facebook-Seiten, die sich zwei ehemaligen Schwarzw\u00e4lder Diskotheken widmen, einerseits dem \u201eWaldpeter\u201c (Sch\u00f6nwald), andererseits der \u201eArche\u201c (Waldkirch). Auf beiden Seiten nostalgisieren ehemalige G\u00e4ste ihre Erlebnisse, seien sie musikalischer oder sozialer Art. Gleichzeitig verkl\u00e4ren sie \u2013 und das ist nat\u00fcrlich vollkommen legitim \u2013 ihre Jugendzeit. Die Facebook-Seiten generieren viele Jahre nach Schlie\u00dfung der Diskotheken neue Communities, sie sind also gemeinschaftsbildend und sozialintegrativ. Hochgeladen werden vor allem Fotos, gleichsam als Erinnerungsst\u00fccke, und entsprechende Kommentare.<\/p>\n<p>Die \u201eArche\u201c-Gruppe hat 297 Mitglieder und verweist auf \u201eEx-Arche-Parties\u201c, die in der heutigen Diskothek \u201eOutback\u201c (Waldkirch) jeden ersten Freitag im Monat stattfinden. Auf der Facebookseite ist zu lesen:<\/p>\n<p>&#8222;Die \u201eArche\u201c war DIE Disco im s\u00fcdbadischen Raum!!! Er\u00f6ffnet wurde sie 1978 \u2026 sorgte f\u00fcr unvergessliche Wochenenden und wurde dann LEIDER 1999 geschlossen \ud83d\ude41\u00a0Sie stand f\u00fcr gute Konzerte, hei\u00dfe Musik und es zog die Leute aus allen Himmelsrichtungen an \ud83d\ude42 \u2026 waren das noch Zeiten!! \ud83d\ude09 Diese Seite ist f\u00fcr all diejenigen, die die Arche genauso sehr vermissen und sich gerne an die alten Zeiten erinnern \u2026 und f\u00fcr all diejenigen, die sich an guter, alter und meist noch handgemachte[r] Musik erfreuen.\u00a0Postet eure Lieblingssongs aus der Arche, eure Bilder und was ihr sonst noch habt aus der Zeit und lasst uns zusammen tr\u00e4umen :)&#8220;<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Arche Songs - 1. Playliste\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/videoseries?list=PLN1mp4Fyjtljf-HNRP8U2IZXUSb86iuUy\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Verkn\u00fcpft sind mit dieser Seite zwei Playlists \u201emit den Songs, die fr\u00fcher in der Arche liefen\u201c.<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> Die Seite der ehemaligen Diskothek \u201eWaldpeter\u201c hat weniger Mitglieder als diejenige der \u201eArche\u201c, aber immerhin noch 67. Auch in Schonach gab es 2013 eine erfolgreiche Revival-Party,<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a> bei der ehemalige Discjockeys vom \u201eWaldpeter\u201c auflegten, so auch der von mir interviewte Dirk Pfersdorf.<\/p>\n<p>Die Kommentare auf Facebook machen deutlich, was die Lokale f\u00fcr die Jugendlichen damals bedeuteten und welchen Stellenwert sie nun f\u00fcr die Erwachsenen einnehmen. Am Schluss soll deshalb das Wort einer Besucherin mit dem Namen Carola stehen: \u201eOhhh &#8230; die Arche \u2026 wat ne geile Zeit !!!\u201c<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_7779\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7779\" class=\"size-large wp-image-7779\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/P6090901-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/P6090901-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/P6090901-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/03\/P6090901-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-7779\" class=\"wp-caption-text\">Speisekarte und Erinnerungsmaterial aus dem &#8222;Waldpeter&#8220; vom ehemaligen DJ Dirk Pfersdorf<br \/>Foto: Michael Fischer<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dva.uni-freiburg.de\/wir_ueber_uns\/direktorium\/fischer\">Michael Fischer<\/a> ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des <a href=\"http:\/\/www.zpkm.uni-freiburg.de\/\">Zentrums f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik<\/a> der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. hierzu den Forschungsbeitrag von Christofer Jost: Musikalischer Mainstream. Aufgaben, Konzepte und Methoden zu seiner Erforschung. In: Pop. Kultur und Kritik. Heft 8 Fr\u00fchling 2016, 152\u2013172.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. jedoch f\u00fcr Diskotheken in Norddeutschland: Holger Schwetter: Progressiv \u00fcbers Land. Landdiskotheken in den 1970er und 1980er Jahren. In: Musikforum 2\/2015, 38f.; ders.: Ver\u00e4nderung und neue Best\u00e4ndigkeit. Progressive Landdiskotheken in Norddeutschland. In: Zeitschrift f\u00fcr Agrargeschichte und Agrarsoziologie 4 (2016), Heft 1, 55\u201369.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Georg M\u00fchlenh\u00f6ver: Ph\u00e4nomen Disco. Geschichte der Clubkultur und der Popularmusik. K\u00f6ln-Rheinkassel 1999, 11.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Klaus Quirini: Die Geschichte der Discotheken. Der Disc-Jockey. Aachen 2015, 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Der Spiegel 16\/1965, 150f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ebd., 150.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Werner Mezger: Diskokultur. Die jugendliche Superszene. Heidelberg 1980, 33.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Klaus Janke; Stefan Niehues: Saturday Night Fever. Discof\u00fchrer Deutschland. Mit 240 Top-Adressen. M\u00fcnchen 1999, 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> M\u00fchlenh\u00f6ver 1999, 59.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd., 54; zur wirtschaftlichen Situation Ende der 1970er Jahre vgl. Rolf Antrecht: Tanz mit der Modemasche \u2013 Aufstieg oder Schwachsinn? In: Handelsblatt, Donnerstag, 15. Februar 1979.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Peter Schmerenbeck (Hg.): Break on through to the other side. Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet in den 1960er, 70er und 80er Jahren. Oldenburg 2007; Siggi Seu\u00df: Soviel Satisfaction muss sein. Zwischen Kirchweihtanz und Dorfdisco. Der Einfluss der Popkultur der 60er und 170er Jahre auf die Dorfjugend am Beispiel der Landdiskothek in Heustreu. In: Fechter, Sabine; Hacker, Heinrich (Hg.): Umbruchzeit. Die 1960er und 1970er Jahre auf dem Land. Der letzte Gaul \u2013 der erste Porsche. Fladungen 2011, 93\u2013106; Schwetter 2015; Schwetter 2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Gunter Mahlerwein: Zwischen l\u00e4ndlicher Tradition und st\u00e4dtischer Jugendkultur? Musikalische Praxis in D\u00f6rfern. In: Franz Werner Kersting; Clemens Zimmermann (Hrsg.): Stadt-Land-Beziehungen im 20. Jahrhundert. Paderborn 2015, 113\u2013136.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ebd., 124.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Ebd., 126f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Ebd., 127f. u. 129.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Schwenningen hatte um 1970 etwa 35.000 Einwohner; vgl. https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einwohnerentwicklung_von_Villingen-Schwenningen [30. August 2017].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Freundliche Zusendung durch das Stadtarchiv Villingen-Schwenningen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bonanza [17. August 2017].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Stadtarchiv Villingen-Schwenningen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Frahm, Eckart: Dorfdisco. Schwof bei 1000 Watt. In: Illustrierte Wochenzeitung 32\/1979, 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Flemming, Beate: Hektisches Hormoneh\u00fcpfen. Nur zum Tanzen in die Disco? Von wegen! Die Hauptsache ist das Flirten. In: Badische Zeitung, Freitag, 14. Juni 1996, Nr. 135.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Nikolaus M\u00fcller-Sch\u00f6ll: Diskotheken im Landkreis. Zwischen Tanzstunden-Atmosph\u00e4re und \u201eNight fever\u201c. Badische Zeitung, Donnerstag, 29. August 1985, Nr. 199.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Ebd. (und die folgenden Zitate).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Michael Maus wies in seinem Buch \u201eDiskothekenmanagement\u201c ausdr\u00fccklich darauf hin, dass der Name des Lokals zur Ausstattung passen m\u00fcsse (Michael Maus: Discothekenmanagement. Die Kunst Kontakte zu verkaufen. Mannheim 1988, 23).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> https:\/\/www.schwarzwaldspitze.de\/index.php\/locations\/spitze [12.02.2018].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> https:\/\/www.schwarzwaldspitze.de\/index.php\/locations\/tippi [12.02.2018].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Stadtarchiv Haslach (Akte des Landratsamts Ortenaukreises).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Staatsarchiv Freiburg G 1261\/1\/821, Anlage 1 zum Pr\u00fcfbericht vom 10. September 1987.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Redaktionsarchiv der Badischen Zeitung, Ordner 22\/630, 635: Schnellgastst\u00e4tten, Discos.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Janke\/Niehues 1999, 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Staatsarchiv Freiburg G 1261\/1\/821, Pr\u00fcfbericht vom 10. September 1987.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Endlich! Neue Speise- und Getr\u00e4nkekarte f\u00fcr das Waldpeter-Bistro. Donnerstag, 13. Herbst 1987 (Sammlung Kai-Uwe Bitsch).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Mezger 1980, 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Barbara Fries: Bebende Mehrzweckhallen. Mobildiscos leisten Jugendarbeit auf dem Land. In: Badische Zeitung, Freitag, 21. Juni 1996.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> https:\/\/www.bo.de\/lokales\/ortenau\/cleopha-87-ganz-oben-aufgelegt (Bericht vom 20. Juli 2017; abgerufen am 12.02.2018).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Kirsten Baumbusch: Alkohol und Randale, oder Pop und Rock f\u00fcr die Massen? Sind die Hallen-Discos besser als ihr Ruf? In: Badische Zeitung (Lahrer Anzeiger), Samstag\/Sonntag, 13.\/14. August 1988, Nr. 186 1986.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Barbara Ries: Bebende Mehrzweckhallen. Mobildiscos leisten Jugendarbeit auf dem Land. In. Badische Zeitung, Freitag, 21. Juni 1996.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Stadtarchiv Freudenstadt, Gewerbeakte \u201eTanzbar Barbarina\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Ebd., Brief vom 22. Dezember 1979 an das B\u00fcrgermeisteramt Freudenstadt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Ebd., Schreiben vom 19. August 1979 an das B\u00fcrgermeisteramt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Ebd., Schreiben vom 25. Juli 1985 an das B\u00fcrgermeisteramt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Joachim Malchau: Discoflash im Ambiente von Drogen, Gewalt + Banane. Weinheim 1991, 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Stadtarchiv Waldkirch, Gewerbeakte \u201eArche\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Vgl. etwa: Gotho von Irmer: Jugend, Popmusik und Rauschgift. Lilienthal\/Bremen 1972.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Stadtarchiv Waldkirch, Gewerbeakte \u201eArche\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> http:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/kein-zutritt-mehr-fuer-fluechtlinge-in-freiburgs-clubs-und-diskotheken&#8211;116454714.html (Bericht vom 22.01.2016; Abruf 14.02.2018).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Stadtarchiv Haslach, Gewerbeakte \u201eBlockhaus\u201c; Landratsamt Ortenaukreis.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> https:\/\/www.facebook.com\/pg\/ArcheWaldkirch\/about\/?ref=page_internal (15.02.2018).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> https:\/\/www.suedkurier.de\/region\/schwarzwald-baar-heuberg\/schonach\/Waldpeter-Fans-feiern-begeistert-das-Revival;art372530,6346605 (05.10.2017).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> https:\/\/www.facebook.com\/ArcheWaldkirch\/ (15.02.2018), Eintrag vom 28. Dezember 2016.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesdeutsche Diskotheken im l\u00e4ndlichen Raum<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[351,455,543,571,572,1743,2089,2496],"class_list":["post-7775","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-blockhaus","tag-clubkultur","tag-dico","tag-disko","tag-diskotheken","tag-party","tag-schwarzwald","tag-waldhueter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7775\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}