{"id":7848,"date":"2018-05-02T15:15:44","date_gmt":"2018-05-02T13:15:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7848"},"modified":"2018-05-02T15:15:44","modified_gmt":"2018-05-02T13:15:44","slug":"1968-pop-kulturelle-rebellion-lebenskunstvon-thomas-hecken2-5-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/05\/02\/1968-pop-kulturelle-rebellion-lebenskunstvon-thomas-hecken2-5-2018\/","title":{"rendered":"1968 \u2013 Pop, kulturelle Rebellion, Lebenskunstvon Thomas Hecken2.5.2018"},"content":{"rendered":"<p>Hippies, Pop-Underground, Neue Linke, Rock, Konsum<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[zuerst erschienen in: Thomas Hecken, <a href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-89942-741-7\/1968\/?c=39\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1968. Von Texten und Theorien aus einer Zeit euphorischer Kritik<\/a>, Transcript Verlag, S. 114-115, 121-123, 127-134]<\/p>\n<p>Was Konservative bef\u00fcrchteten, erhofften sich genau umgekehrt die Neuen Linken. F\u00fchlen sich Erstere etwa von den langen Haaren der Jugendlichen abgesto\u00dfen und erkennen darin eine Bedrohung der hergebrachten Ordnung, vertrauen Letztere genau in diesem Sinne darauf, dass es sich tats\u00e4chlich um weit mehr als eine \u00c4nderung im Bereich der Freizeit und des Privaten handelt. Sie sind in positivem Sinne davon \u00fcberzeugt, dass solche \u00c4nderungen insgesamt eine Abkehr von der bislang durchgesetzten Normalit\u00e4t bedeuten und damit eine wichtige Bedrohung der \u00bbf\u00fcr den Produktionsproze\u00df unumg\u00e4nglichen Disziplin\u00ab darstellen (Amendt 1968: 19), aber nat\u00fcrlich ebenfalls der Disziplin, die n\u00f6tig ist, um die Gesetze und Anweisungen von politischen F\u00fchrern zu befolgen.<\/p>\n<p>Die \u00dcbereinstimmung mit und der Gegensatz zu bestimmten Hippie-Gruppen wird an der Stelle besonders deutlich. Die \u00dcbereinstimmungen sind gut unter dem Titel einer Revolution des Bewusstseins bzw. dem der <em>cultural rebellion<\/em> zu fassen, wie es z.B. bei dem jugendkulturell interessierten Vertreter der britischen <em>New Left<\/em> Stuart Hall hei\u00dft. Umfassender ausgef\u00fchrt, steht der Titel f\u00fcr die \u00dcberzeugung, dass gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen zu kurz greifen, wenn sie blo\u00df im Hinblick auf politische Einrichtungen und \u00f6konomisch-rechtliche Verf\u00fcgungsgewalt durchgef\u00fchrt werden; unabdingbar sei vielmehr, tiefer in die Anschauungen und Abl\u00e4ufe des Alltagslebens einzugreifen, um den sozialmoralischen Kitt und die Ordnungsvorstellungen, die alles zusammenhielten, aufzul\u00f6sen: \u00bb\u203asociety\u2039 is not only a power \u203aout there\u2039 but also a structure inside the head\u00ab (Hall 1969: 196f.).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Revolution (1968 SF documentary)\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/W54wktcewz4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die unpolitischen Hippies aber ihre Verweigerung gegen\u00fcber der herrschenden Ordnung und ihre Wendung gegen feste Hierarchien als Auszug aus dem gesellschaftlichen System, als Abschied von der Politik schlechthin begreifen sowie als Versuch, innerlich mit sich selbst ins Reine zu kommen, sehen die Neuen Linken alle \u00c4nderungen, die an Personen ansetzen, stets in engem Zusammenhang mit einer politischen Umw\u00e4lzung der bestehenden Institutionen. Grundlegend f\u00fcr diese Konzeption ist die Auffassung, dass autorit\u00e4r eingerichtete gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse nicht allein auf Zwang und der Herstellung von Abh\u00e4ngigkeiten beruhen, sondern zu ihrer Aufrechterhaltung der massenhaften St\u00fctzung durch autorit\u00e4re Charaktere weit abseits der Kommandozentralen politischer oder \u00f6konomischer Macht bed\u00fcrften. \u00bbSociety not only requires us to \u203acollude\u2039 with its values and way of perceiving reality, but helps us to gain deep satisfactions from that collusion\u00ab, um erneut Stuart Hall zu zitieren (1969: 197). Der umgekehrte Versuch, bei den Einzelnen darauf hinzuarbeiten, dass die Verhaltensanforderungen der bestehenden Institutionen auf Unlust und Widerwillen sto\u00dfen, ist demnach ein bedeutender politischer Akt und nicht blo\u00df eine individuelle Nebensache.<\/p>\n<p>Als Vertreter einer wesentlich \u00e4lteren Generation begr\u00fc\u00dft auch Herbert Marcuse die Aufl\u00f6sung alter Wahrnehmungsstrukturen. Im Zusammenhang damit feiert er sogar eine \u00bbneue Sensibilit\u00e4t\u00ab, der das Sinnlich-Spielerische und die phantasievoll, aber nicht aggressiv freigesetzte Lust \u2013 sprich: das \u00c4sthetische \u2013 \u00bbals m\u00f6gliche Form einer freien Gesellschaft erscheint\u00ab (1969: 63, 45f.).<\/p>\n<p>Solche \u00e4sthetische Praxis m\u00fcndete dann beim Neubau der Gesellschaft nicht mehr in Kunstwerke, die in ihrer Form zwar der schlechten Wirklichkeit widerstreben, aber unter den Bedingungen der herrschenden Ordnung des Mangels letztlich etwas Irreales und Fiktives bleiben, sondern sie f\u00fchrte direkt zur allseitigen Umgestaltung der Gesellschaft, glaubt Marcuse. In der Aufhebung der Kunst, der Vers\u00f6hnung des \u00c4sthetischen mit dem Wirklichen gew\u00f6nne die Kunst ihren traditionelleren technischen Charakter (etwa als Kochkunst) zur\u00fcck, sie verb\u00e4nde sich aber auch futuristisch mit der enorm angewachsenen Produktivkraft von Wissenschaft und Technik. Noch w\u00fcrden deren befreiende M\u00f6glichkeiten systematisch beschnitten, wie man z.B. an den sozialtechnischen Experimenten zur Verhaltenssteuerung, der Erfindung und Produktion von \u00bbminderwertigen Waren und luxuri\u00f6sem Plunder\u00ab sehen k\u00f6nne. Aus den Zw\u00e4ngen des ausbeuterischen, destruktiven Systems entlassen, von der neuen Sensibilit\u00e4t durchdrungen, k\u00f6nnte die technologische Phantasie jedoch dazu beitragen, eine Welt aufzubauen, in welcher das Leben seine h\u00e4sslichen und aggressiven Z\u00fcge verl\u00f6re. Die Reichweite des \u00c4sthetischen w\u00fcrde sich dabei entscheidend ver\u00e4ndern; das \u00e4sthetische Verm\u00f6gen f\u00e4nde Ausdruck in der k\u00fcnstlichen Umgestaltung der Lebenswelt (nicht l\u00e4nger ausschlie\u00dflich in der Hervorbringung von Kunstwerken, die der interesselosen Kontemplation dienen; ebd.: 69f., 62, 54, 72).<\/p>\n<p>Trotz des sehr weitgehenden Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr die Ablehnung der b\u00fcrgerlichen Kultur bleibt Marcuse jedoch ein strikter Gegner aller Verfechter einer aggressiven Anti-Kunst-Haltung, die nach dem Vorbild chinesischer Rotgardisten bis zur Zerst\u00f6rung bzw. zur Verhinderung von Kunstobjekten bzw. -auff\u00fchrungen gehen kann. Eine allzu starke Unmittelbarkeit, eine radikale, grobe Wendung gegen Form und Verfremdung h\u00e4lt Marcuse bestenfalls f\u00fcr ein \u00dcbergangsph\u00e4nomen. Dazu z\u00e4hlt er neben den Happenings ebenfalls die neue Popmusik. Deren einfache Negation der sublimierten Formen b\u00fcrgerlicher Kunst besitzt f\u00fcr ihn zudem den Nachteil, relativ leicht vom Markt absorbiert und entsch\u00e4rft werden zu k\u00f6nnen. Mit dieser Auffassung entfernt sich Marcuse zumindest zum Teil wieder betr\u00e4chtlich von der Haltung der antiautorit\u00e4ren Bewegung, selbst wenn er gro\u00dfe Sympathien sowohl f\u00fcr die friedliche Sinnlichkeit der Hippies als auch f\u00fcr \u00bbsurrealistische Protest- und Verweigerungsformen\u00ab zeigt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Bob Dylan San Francisco Press Conference 1965\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wPIS257tvoA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Bemerkenswert an den Hippies, aber auch den meisten jungen Mitgliedern des amerikanischen SDS, ist nun zweifellos deren Vorliebe f\u00fcr die Rockmusik. Sie richtet sich nicht in erster Linie auf musikalisch unterst\u00fctzte politische Texte und Slogans bzw. Refrains, wie das noch in der ersten H\u00e4lfte der 60er Jahre der Fall ist. Am Beispiel Bob Dylans kann man dies sehr gut zeigen, wie es bereits 1966 der junge Aktivist Frank Bardacke vormacht. Den Vorwurf der Linken, Dylan habe mit seinem Griff zur elektrischen Gitarre und dem Verzicht auf klare Botschaften, habe mit der Folkmusik auch seine politische Position als S\u00e4nger der B\u00fcrgerrechtsbewegung verraten, teilt Bardacke nicht. In den pers\u00f6nlichen, eigenwilligen und verr\u00e4tselten Texten Dylans erkennt er eine andere, neue Art der Politik:<\/p>\n<p>\u00bbThe left has been mistaken. It is not only the Negroes who are in chains, but all Americans who are trapped by an uneasy boredom, by loneliness, and by god knows what else. These are the chains that Dylan wants to break. He is convinced that the only way to freedom is through an understanding of his own personal dilemmas. [&#8230;] Look at our situation. The most important reason why middle class Americans do not act to change their lives is because they can not conceive of a different kind of life. [&#8230;] This is what is completely missed by those who claim that Bobby Dylan has deserted radical politics and is now acting out the politics of escape. The very first mission of the American radical is to escape. If he does not escape from American values and the American vision of society, then his political activity is meaningless. [&#8230;] So Bobby Dylan has escaped. He has held onto his dangerous fantasies. And he intends to \u203ablow their minds\u2039. In a society where the most important restrictions of freedom are the limitations on consciousness, \u203ablow their minds\u2039 is the rallying cry of freedom fighters. It is roughly equivalent to the cry of an older historical period, \u203abreak your chains\u2039.\u00ab (Bardacke 1970: 379f.)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Bob Dylan Live at the Newport Folk Festival\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/G8yU8wk67gY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Parole des <em>blow your mind<\/em> kann im Laufe der zweiten H\u00e4lfte der 60er Jahre auch wesentlich aggressivere Z\u00fcge annehmen, etwa wenn 1967 eine Gruppe von politisierten West Coast-Fans der Rolling Stones (\u00bbthey call us dropouts and delinquents and draftdodgers and punks\u00ab) in der Musik der Stones ein Gegenst\u00fcck zum militanten Aufruhr erkennt (zit. n. Gleason 1969: 72) \u2013 oder wenn der Mitbegr\u00fcnder der White Panther in dem <em>high-energy guerilla rock<\/em> der MC5 einen kulturrevolution\u00e4ren Anschlag ausmacht (Sinclair 1972: 104f.).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"MC5 - Looking at You (original 1968 single)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-qVKdxOO9l0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Eine Intensit\u00e4t, die aus dem b\u00fcrgerlichen Leben herausf\u00fchrt, kann jedoch ebenfalls auf weniger martialische Weise erzeugt werden (und zudem ohne Schlagworte wie <em>street<\/em>, <em>fighting<\/em>, <em>kick out<\/em>, <em>revolution<\/em> auskommen). Die psychedelische und experimentelle Rockmusik von Grateful Dead oder Pink Floyd l\u00f6st zum Teil vertraute Songstrukturen der Rock \u2019n\u2019 Roll- und Beatmusik auf oder verzerrt deren gewohnte Kl\u00e4nge, h\u00e4lt aber an deren Anspruch fest, eine enorme, durchschlagende Wirkung zu entfalten \u2013 mit dem bedeutenden Unterschied, dass die angestrebte Intensit\u00e4t weniger punktuell ekstatisch und isoliert reizvoll, sondern ganzheitlich, alle Wahrnehmungsformen und Lebensbereiche einnehmend sein soll. Gegen den \u00bbRuf nach Klarheit in der Popmusik\u00ab stellen die psychedelischen Hippies im Namen der Bewusstseinserweiterung das \u00bbMehrfachkodierte\u00ab, die Komplexit\u00e4t und die Vielfalt von Bedeutungen, wie Paul Willis (1981: 201) im Rahmen seiner empirischen englischen Studie festh\u00e4lt.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lOvLziEkQdo<\/p>\n<p>Im erweiterten Bereich der Kunst pr\u00e4gt die angestrebte avantgardistische Aufhebung herk\u00f6mmlicher Trennungen um 1968 ebenfalls unterschiedlichste Versuche und Projekte, etwa (teilweise auch auflagenstarke) Subkulturzeitschriften, die selbstst\u00e4ndig. ohne Einhaltung g\u00e4ngiger professioneller Standards hergestellt werden und eine \u00c4sthetik des Unfertigen, Collagenhaften, Heterogenen, auch Schmutzigen ausbilden.<\/p>\n<p>Ein weiteres bedeutendes Zeugnis der nachhaltigen Bestrebungen, \u00fcberkommene Trennungen hinter sich zu lassen, liefert die Debatte um die postmoderne bzw. Popliteratur. Der bekannteste Beitrag zu dieser Debatte hei\u00dft auch gleich <em>Cross the Border, Close the Gap<\/em>. Leslie Fiedler, der seine Thesen 1968 bei einem Vortrag in Deutschland vorstellt (1968a; 1968b), wendet sich im Namen einer Postmoderne gegen die intellektualistische, moderne Literatur eines Joyce oder Proust. Im Gegenschlag tritt Fiedler aber nicht einfach f\u00fcr die Produkte der Popul\u00e4rkultur ein. Sein erkl\u00e4rtes Anliegen ist vielmehr, die L\u00fccke zwischen \u00bb<em>belles-lettres<\/em> und <em>pop art<\/em>\u00ab zu schlie\u00dfen. Die gleichzeitige \u00dcbertretung der Grenze nach beiden Seiten hin geht zum einen durch die Travestie der klassischen Kunst voran, zum anderen durch die Abwandlung und Neuaneignung popul\u00e4rer Genres wie vor allem Western, Science Fiction und Pornographie, durch die \u00bb\u00dcbernahme und Verfeinerung [camping] von Pop-Formen\u00ab. Verbunden damit ist nach Fiedlers Vorstellung eine Vielzahl weiterer Aufl\u00f6sungen; in solch postmoderner Kultur werde die Kluft zwischen Elite- und Massenkultur \u00fcberbr\u00fcckt, die Kluft zwischen der Kunst unterschiedlicher Klassen und Generationen, zwischen Erwachsenen- und Jugendliteratur, Kritikern und Publikum, Profis und Amateuren.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngeren Anh\u00e4nger Fiedlers, wie etwa der deutsche Autor Rolf Dieter Brinkmann, widersprechen dem in keinem Punkt, sie sind aber \u00fcber Fiedler hinaus schnell bereit, die Literatur zugunsten anderer, aus ihrer Sicht unmittelbarerer Reize und Sensationen preiszugeben, f\u00fcr die \u00bbPhotos von Vogue-Beauties\u00ab, die \u00bbGl\u00e4tte &#8230; die Oberfl\u00e4che eines Bildes\u00ab oder f\u00fcr die Rockmusik, von Brinkmann umst\u00e4ndlich definiert als ein \u00bbdurch Handhabung hochtechnischer Ger\u00e4te provoziertes sinnliches Erleben: die Erschlie\u00dfung neuer Gef\u00fchlsqualit\u00e4ten im Menschen\u00ab (1983: 399, 388, 393).<\/p>\n<p>Solche Ansichten gehen zur\u00fcck auf Marshall McLuhans in der zweiten H\u00e4lfte der 60er Jahre stark beachtete Spekulationen \u00fcber eine neue television\u00e4re \u00c4ra des gleichzeitigen <em>total involvement<\/em> aller Sinne, welche das alte Zeitalter der mit dem Buchdruck verbundenen Rationalit\u00e4t gl\u00fccklich abl\u00f6se; im Gegensatz zu dem starren Auge, das auf die Verfolgung linear angeordneter Wordsequenzen fixiert sei, beziehe das Fernsehen wie alle anderen elektrischen Ph\u00e4nomene die beweglichen Sinne in einem hohen Ma\u00dfe ein (McLuhan\/Fiore 1996: 61, 44, 125). Entsprechend feiern intellektuelle Parteig\u00e4nger die Rockmusik \u2013 \u00bbit engages the entire sensorium\u00ab (Anderson 1968: 61) \u2013, sie k\u00f6nnen aber auch \u00bbflickering TV beauties with all the subliminal delights of pulsating Coke ads\u00ab sch\u00e4tzen (Wagner 1968: 234).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Coca-Cola Commercial #2 (1967)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7htDV_8S8as?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Als Absagen an ein \u00e4sthetisches interesseloses, weitgehend unk\u00f6rperliches Wohlgefallen stellen solche Pop-Thesen einen klaren Affront bildungsb\u00fcrgerlicher Kunstauffassungen dar. Weil sie wegen ihrer postulierten Abneigung gegen narrative und traditionell sinnstiftende Zusammenh\u00e4nge zudem vielen Formen der Popul\u00e4rkultur (z.B. Hollywoods) entgegenstehen, kann sich \u00bbPop\u00ab am Ende der 60er Jahre als neue Variante der Avantgarde verstehen. Pop und Underground stimmen augenblicklich \u00fcberein. Der Schock, den z.B. die manchmal glatt stilisierten, zumeist jedoch unordentlichen Adaptionen pornographischer Vorlagen bei einem herk\u00f6mmlich kunstsinnigen Publikum ausl\u00f6sen, das Unverst\u00e4ndnis dieses Publikums gegen\u00fcber laut m\u00e4andernder Musik und irritierenden, nerv\u00f6s machenden Lightshows best\u00e4rkt die Anh\u00e4nger der Pop-Avantgarde in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis, Teil einer Gegenkultur zu sein, die mit ihrer Absage an die b\u00fcrgerliche Autorit\u00e4t und Ordnung einen \u2013 im erweiterten Sinne der neulinken Auffassungen jener Zeit \u2013 eminent politischen Charakter besitzt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Velvet Underground - Venus in Furs (Exploding Plastic Inevitable, live performance)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/3gQjZ3xkNIE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Elle-Sch\u00f6nheiten, die (in einem Godard-Film) aus brennenden Autowracks kriechen, Ger\u00fcmpel, Flohmarkt-\u00c4sthetik, aber auch neueste technische, artifizielle Ger\u00e4te, die Musik der Mothers of Invention, die \u00bbTitten einer 19j\u00e4hrigen\u00ab, Jim Morrisons exaltiert-intime B\u00fchnenshow, Texte, die das Nebens\u00e4chliche zur Hauptsache machen, \u00bbtaumelige psychodelische Gebilde\u00ab, Aufl\u00f6sung der Geschlechteridentit\u00e4t, eine von den Konditionierungen der Sprache, der abstrakten Begriffe gel\u00f6ste Sensibilit\u00e4t \u2013 das alles findet man bei Brinkmann (1983) unter dem Schlagwort eines \u00bbtotalen Angriffs auf die Kultur\u00ab versammelt.<\/p>\n<p>Die antiautorit\u00e4re \u00dcberzeugung, dass es \u00e4u\u00dferst wichtig sei, nicht allein die Institutionen zu ver\u00e4ndern, wird dadurch aufrechterhalten. Sie wird aber ebenfalls zugespitzt, politisch-\u00f6konomische Bedingungen spielen in den Texten solch westlicher Kultur-Revolution\u00e4re kaum mehr eine Rolle; und sie erf\u00e4hrt ein zeitgen\u00f6ssischeres Design, sie bekommt verst\u00e4rkt den Habitus und das Outfit der aktuellen jugendlichen Rock-Subkultur zugewiesen, zu der auch (vorgeblich) subversive, reizstarke Ausrisse und Entlehnungen aus dem konventionelleren Bereich von Pop und Pornographie geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die kritische Einsch\u00e4tzung liegt darum nahe, dass die auff\u00e4lligen Abgrenzungen, Reizsteigerungen und hedonistisch-nonkonformistischen Lebensentw\u00fcrfe der Rock- und Underground-Szene recht leicht vereinnahmbar seien, dass sie gegen ihre erkl\u00e4rte Absicht jener stets auf Neuerungen und Distinktionen angewiesenen kapitalistischen Konsumkultur tats\u00e4chlich eine attraktive, kommerziell hochgradig nutzbare Vorlage lieferten \u2013 zumal die neue Szene die reichhaltigen Facetten und Produkte eines ganzen Lebensstils umfasst, ohne dass deren Symbolgehalt direkt mit einer parteipolitischen Richtung verbunden ist, sondern diffuser als Ausdruck der Jugendlichkeit und Offenheit gelesen werden kann. Auf ausf\u00fchrliche Abhandlungen dieses kritischen Tenors trifft man in den letzten Jahren h\u00e4ufiger; vielleicht aus Unkenntnis (wahrscheinlich eher um die Originalit\u00e4t der eigenen Ansicht zu bewahren) bleibt in ihnen jedoch fast durchg\u00e4ngig unerw\u00e4hnt, dass solche kritischen \u00dcberlegungen bereits in der subkulturellen Szene selbst und ebenfalls bei den Neuen Linken einen bedeutenden Platz eingenommen haben.<\/p>\n<p>Der anti-kommerzielle Impuls ist bei ihnen allen stark ausgepr\u00e4gt. Dies bleibt von ihrer Seite auch zumeist kein blo\u00dfes Lippenbekenntnis, welches durch den eifrigen Konsum von Waren nach eigenem alternativen Geschmack als wohlfeile Phrase entlarvt w\u00fcrde; die Abneigung betrifft keineswegs allein Konsumgegenst\u00e4nde nach Geschmack des Spie\u00dfers. Angeschmutzte oder eingerissene Hosen und Hemden, Kleidungsst\u00fccke aus zweiter Hand, karg m\u00f6blierte Zimmer, unfrisierte Haare belegen die Bem\u00fchungen, zu einer st\u00e4ndigen profitablen Ersetzung von Waren aus blo\u00dfen modischen Gr\u00fcnden zumindest auf der K\u00e4uferseite selbst keinen Beitrag leisten zu wollen. Um ein fr\u00fches Beispiel der g\u00e4ngigen Kritikformel anzuf\u00fchren: Kurz nach der Er\u00f6ffnung des <em>Psychedelic Shop<\/em> 1966 in San Francisco wird dem Besitzer unmissverst\u00e4ndlich mitgeteilt: \u00bbYou\u2019re selling out the revolution &#8230; You\u2019re putting it on the market\u00ab (zit. n. Anderson 1994: 196).<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=nqniqmWMhAo<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr den negativen Bescheid sind reich an Zahl. Erstens glauben auch diejenigen, welche grunds\u00e4tzlich den materiellen Fortschritt und den \u00dcberfluss an G\u00fctern begr\u00fc\u00dfen, dass die \u00bbIdeologie des Konsumierbaren\u00ab die Waren wie ein Fabrikationsfehler entstelle, weil ihre Aneignung in dem Zusammenhang nur zur vorherrschenden Passivit\u00e4t und zur Aufrechterhaltung der zu ihrem Erwerb notwendigen, entfremdenden Lohnarbeit beitr\u00fcge. Der Gebrauchswert selbst der Kunstwerke, n\u00e4mlich ihr aufkl\u00e4rerischer Gehalt, werde durch die kapitalistische Kulturindustrie ausgeh\u00f6hlt; der Tauschwert ihrer Produkte bemesse sich an Kriterien der Seltenheit, der Virtuosit\u00e4t sowie des Reizwerts von Modeerscheinungen.<\/p>\n<p>In einer zweiten, schw\u00e4cheren Auspr\u00e4gung des Arguments nehmen viele Angeh\u00f6rige der Subkultur an, die von ihnen favorisierten Dinge und Einstellungen w\u00fcrden von kommerziellen Unternehmen (und parlamentarischen Parteien) nur aufgegriffen, um sie zu verw\u00e4ssern; diesen Vorgang f\u00fcrchten sie als falsche Form der Vereinnahmung, der graduellen Verbreitung ihrer Vorstellungen k\u00f6nnen sie nichts Positives abgewinnen.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df des Erfolgs gegenkultureller Aktivit\u00e4ten bei einem Publikum au\u00dferhalb der Szene wird darum \u00e4u\u00dferst besorgt registriert. Solchen Erfolg interpretieren die Anh\u00e4nger des Pop-Underground keineswegs als Anzeichen einer begr\u00fc\u00dfenswerten Liberalisierung des Geschmacks und der Meinungen. Sie distanzieren sich oftmals sogar nicht nur von solchem \u203aErfolg\u2039 mit dem Argument, es handele sich blo\u00df um eine abgeschw\u00e4chte, verf\u00e4lschte Variante ihrer Bestrebungen, sondern sie fassen ihn als Hinweis auf, zu wenig radikal agiert zu haben.<\/p>\n<p>So klagt Ralf-Rainer Rygulla, ein Mitstreiter Rolf Dieter Brinkmanns, etwa: \u00bbWarhols letzter Film \u00fcber lesbische M\u00e4dchen und s\u00fcchtige Schwule wurde von der offiziellen Kritik wohlwollend aufgenommen. Die Massenmedia nehmen sich Learys LSD Parties an.\u00ab Seine Schlussfolgerung und endg\u00fcltige Forderung lautet deshalb: \u00bbDer kulturelle countdown mu\u00df beschleunigt werden\u00ab (zit. n. Ohff 1968: 38). Dadurch soll der Umschlagspunkt, an dem keine Vereinnahmung mehr m\u00f6glich ist, herausgefunden werden, wie es sehr pointiert in der Frage eines amerikanischen Kritikers zum Ausdruck kommt: \u00bbBut how much spontaneity, rebelliousness and sexuality can this society absorb?\u00ab (Cohen 1970)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Edie Sedgwick and Andy Warhol Interview The Merv Griffin Show, October 6, 1965\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/sEcgl1VOlL4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, die Frage lasse sich im Sinne des antiautorit\u00e4ren, avantgardistischen Programms der Aufhebung konventioneller Grenzen b\u00fcndig beantworten. Der wirklich rebellische Punkt w\u00e4re dann erreicht, wenn die als nonkonform oder revolution\u00e4r eingesch\u00e4tzten Aktivit\u00e4ten sich nicht auf die Freizeit oder Privatsph\u00e4re und schon gar nicht auf den Kauf von Produkten mit gegenkulturellen oder antiautorit\u00e4ren Inhalten beschr\u00e4nkten. Immerhin gibt es ja um 1968 neben den vielen hochinteressanten Gruppen, die in verschiedenster Weise die Beschr\u00e4nkungen eines Genres mit neuen Verkn\u00fcpfungen und Mischformen \u00fcberwinden \u2013 Byrds, Grateful Dead, Mothers of Invention, Flying Burrito Brothers, Incredible String Band, Beach Boys, Tony Williams Lifetime, Miles Davis \u2013 tats\u00e4chlich bereits auf Seite der Produktion ein Label, das die Aufnahmen ganz von den K\u00fcnstlern bestimmen l\u00e4sst (ESP; mit solch au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ergebnissen wie den LPs von Sun Ra, Albert Ayler, Holy Modal Rounders oder Patty Waters), oder Musiker, die sich als Kollektiv verstehen (das Art Ensemble of Chicago, das Jazz Composers Orchestra).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Mothers Of Invention - Oh, In The Sky (1968)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-hjU2GCKx4g?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Tony Williams Lifetime \/ Emergency\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Aq3LEC0T3Fw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Art Ensemble Of Chicago - Rock Out (1969)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/C-pbVmB1GLI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Selbst solche und vergleichbare andere Unternehmungen gelten jedoch am Ende der 60er Jahre nicht allen als hinreichend. Die \u00f6ffentliche Politisierung des (im b\u00fcrgerlichen Sinne) Privaten sowie eine Aktivit\u00e4t, die \u00fcber den passiven Konsum von Artefakten weit hinausreicht, ist aus Sicht der meisten Neuen Linken noch lange kein zuverl\u00e4ssiges Anzeichen f\u00fcr die umw\u00e4lzende Kraft solcher Handlungen: Die \u00bbAusweich- und Weigerungs-Proteste\u00ab der Provos, Hippies, Kommunarden k\u00f6nnten relativ leicht als skurril und exotisch aufgefasst und damit ihres politischen Potentials beraubt werden; auf die Art und Weise sei es m\u00f6glich, sie zum Beleg scheinbarer Liberalit\u00e4t in \u00bbkontrollierten Spielr\u00e4umen einer manipulierten Freiheit\u00ab zu tolerieren und ihre Protestattit\u00fcden und -symbole wiederum f\u00fcr ein breiteres Publikum \u00bbkonsumf\u00e4hig\u00ab zu machen (Neus\u00fcss 1968: 63).<\/p>\n<p>Oftmals wird die entsprechende Kritik am Beispiel der sog. freien Sexualit\u00e4t formuliert. Auch die Kommune I muss sich vorhalten lassen, an ihnen zeige sich der \u00bbWarencharakter der kollektiven Liebe\u00ab (Salvatore 1968: 111). Direkt verbunden mit diesem Argument ist in der Regel ein zweites, das sogar noch st\u00e4rker das Selbstverst\u00e4ndnis der Antiautorit\u00e4ren insgesamt betrifft: Aus dem Versuch der Provos und radikalen Hippies, die gesamte b\u00fcrgerliche Kultur und mit ihr die Institution der Familie zerschlagen zu wollen, gingen letztlich weder wahrhaft antiautorit\u00e4re Charaktere hervor noch w\u00fcrde dadurch die kapitalistische Ordnung substantiell herausgefordert (Reiche 1971: 156). Dieser Einwand der Neuen Linken liegt ganz auf der Linie der Frankfurter Schule; Horkheimer hatte bereits fr\u00fchzeitig darauf verwiesen, dass die Aufl\u00f6sung der b\u00fcrgerlichen kulturellen Werte und Ordnungen von der Wirtschaft selbst betrieben werde (1977: 359); und hinter Herbert Marcuses viel zitierter Formel von der \u00bbrepressiven Entsublimierung\u00ab verbirgt sich genau diese Einsch\u00e4tzung; wiederum am Beispiel der Sexualit\u00e4t besagt sie, dass eine Lockerung sexualmoralischer Verbote keineswegs automatisch zu einer Vers\u00f6hnung von Lust, Spiel und befriedigender Arbeit f\u00fchren muss, sondern, wie gegenw\u00e4rtig, Anfang der 60er Jahre, schon gut zu beobachten sei, zu einer Sexualisierung der \u00d6ffentlichkeit, die ganz im Sinne\u00a0 moderner Konsum- und Leistungsimperative liege (1989: 94).<\/p>\n<p>Aus Sicht der an Marcuse geschulten Neuen Linken bilden viele antiautorit\u00e4re Bestrebungen darum gar keinen Gegensatz zur zeitgen\u00f6ssischen Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft. Die moderne, an der Konsumsteigerung ausgerichtete \u00d6konomie ben\u00f6tige nun hedonistischere und zugleich flexiblere, auf wechselnde Reize reagierende, immer wieder neu manipulierbare Charaktere, nicht mehr den puritanischen Menschen, der an den v\u00e4terlich-autorit\u00e4r eingepflanzten Pflicht- und Tugendidealen um ihrer selbst willen festh\u00e4lt (B\u00f6ckelmann 1987: 34ff.; Horn 1969: 334ff.). Die Gefahr der antiautorit\u00e4ren, radikalen Revolte gegen die Formen b\u00fcrgerlicher Autorit\u00e4t bestehe folglich darin, gegen die erkl\u00e4rte eigene Absicht doch nur ich-schwache, zu konzentrierter, entsagungsreicher politischer Arbeit unf\u00e4hige Personen hervorzubringen (Reiche 1971: 157), die sich zudem den erotisierten Lockungen der Waren-Werbung kaum entziehen k\u00f6nnten (Jaffe\/Dohrn 1970: 358).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"walking down Carnaby Street 1968\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SaS1u6nVE3A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Vor allem den vielen jungen, gerade an den Formen der neuen Rockkultur interessierten Anh\u00e4ngern der Protestbewegung wird so bedeutet, dass sie mit ihrer Herausforderung konservativer Eltern, Lehrer, Vermieter, Professoren, Feuilletonisten eigentlich nichts anderes als \u00fcberlebte Generationen treffen, deren rigidere, puritanische und autorit\u00e4re Vorstellungen und Verhaltensmuster bereits der kapitalistisch-liberalen Zersetzung ausgesetzt seien und darum ohnehin bald vergessen w\u00e4ren. Auch von dieser Seite her steht demnach die Beschreibung der 68er als einer Bewegung, die f\u00fcr mehr Liberalit\u00e4t und offenere Umgangsformen gesorgt habe, in Zweifel. Wie auf der anderen Seite bereits gesehen, zielten die antiautorit\u00e4ren Anl\u00e4ufe der 68er keineswegs darauf ab, Freir\u00e4ume f\u00fcr die Entscheidung von Individuen zu schaffen, sondern genau umgekehrt darauf, die Trennung zwischen Privatem und \u00d6ffentlichem zugunsten einer ganz spezifischen Ausgestaltung aller Arbeits-, Freizeit-, Gesellschaftsbereiche aufzuheben, einer Ausgestaltung, die \u00fcberall die Bedingungen f\u00fcr ein Leben ohne hierarchische Strukturen und ohne pers\u00f6nlichen \u00f6konomischen oder sexuellen Besitz schaffen soll. Liberale Wirkungen k\u00f6nnen den 68ern also h\u00f6chstens indirekt zugestanden werden, man kann allenfalls von Effekten sprechen, die sich gegen ihre erkl\u00e4rten Absichten, wegen des Widerstands und der Moderation anderer gesellschaftlicher Kr\u00e4fte, eingestellt haben.<\/p>\n<p>Folgt man den Argumenten der Marcusianer, kann man nun \u00fcber die antiautorit\u00e4ren Aktivit\u00e4ten um 1968 nicht einmal behaupten, dass sie einen bedeutenden Ansto\u00df zu der in den 70er Jahren dann auf breiterer Front strafrechtlich, p\u00e4dagogisch und allt\u00e4glich vollzogenen Liberalisierung der Sitten und Verhaltensregeln gegeben h\u00e4tten. F\u00fcr diese These spricht, dass die diagnostizierte Umstellung von einer puritanischen zu einer <em>fun<\/em>-Moral bereits in den 50er Jahren zu einem Gemeinplatz der amerikanischen Soziologie und des modernen Marketing z\u00e4hlt. F\u00fcr die These spricht ebenfalls, dass der bestimmende, unter den jungen Leuten erstmals schnell schichten\u00fcbergreifende Poptrend der 60er Jahre, n\u00e4mlich die englische Mod- und Beatmusik, anf\u00e4nglich ganz ohne die Zeichen und Ideologeme amerikanischer Gegen- bzw. Hippie-Kultur auskommt und gleichwohl direkt gegen konservative Einstellungen gerichtet ist. Schon die fr\u00fchen Filme der Beatles sind durch nichts so gepr\u00e4gt wie den Anspruch und den Gestus, die seri\u00f6se, erwachsene, autorit\u00e4tsfixierte Welt respektlos und albern-unpolitisch in die Schranken zu weisen. Teilweise \u00e4hnlich geartete, aber nat\u00fcrlich sich auf ganz andere Weise vollziehende Verschiebungen im juristischen und parteipolitischen Feld ab Mitte der 60er Jahre verst\u00e4rken den Eindruck, dass auch ohne die avantgardistisch-politische, illiberale \u00dcberh\u00f6hung und Generalisierung des antiautorit\u00e4ren Prinzips eine Verbreiterung des W\u00e4hlbaren und M\u00f6glichen, des Widerspruchsrechts und der Diskussionspflicht erfolgt w\u00e4re (wie es auch von einzelnen Antiautorit\u00e4ren damals bereits gesehen wird; B\u00f6ckelmann 2000: 50).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Market Street, 1967\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/sNcMmEWzN-0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Charakteristisch f\u00fcr solche Prozesse der Liberalisierung ist, dass sie zum einen den Spielraum der Individuen erweitern, bei ihren privaten Entscheidungen, in ihrer Privatsph\u00e4re ein gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df an Eigenst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber staatlichen Institutionen oder gesellschaftlichen Gruppen bzw. deren religi\u00f6sen, sexualmoralischen u.a. Anspr\u00fcchen zu wahren \u2013 und zum anderen, dass sie die private Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber das Eigentum ebenso unangetastet lassen wie das Prinzip indirekter, repr\u00e4sentativer Demokratie. Gegen genau all das richtet sich der Einsatz der radikalen Antiautorit\u00e4ren. Ihre Agitation wider manche konservative oder reaktion\u00e4re Position l\u00e4uft darum keineswegs auf eine liberale Haltung hinaus; im Gegenteil, liberale Errungenschaften, wie etwa vergr\u00f6\u00dferte Wahlm\u00f6glichkeiten auf dem Felde der Kultur und der Konsumg\u00fcter sowie im Rahmen der eigenen Lebensf\u00fchrung, m\u00fcssen ihnen sogar als Teil einer besonders perfiden Strategie erscheinen, die Bev\u00f6lkerung ruhig zu stellen und im Banne von Scheinfreiheiten zu halten. Was sie wollen, ist nicht eine Wahlfreiheit zwischen Produkten, politischen Parteien oder bestimmten privaten Lebensformen, sondern eine ganz bestimmte Gesellschaft ohne feste famili\u00e4re und hierarchische Strukturen, ohne fixierte Eigentumstitel und individuelle Entscheidungsbefugnisse, mit allgemeinen Partizipationsm\u00f6glichkeiten auch in den Bereichen der \u00d6konomie und der konkreten politischen Gesetzgebung.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber sind sich in manchmal klar artikulierter, manchmal eher intuitiver oder konformistischer Manier die beiden Auspr\u00e4gungen der antiautorit\u00e4ren Bewegung einig, sowohl das organisiertere, etwas traditioneller politisch argumentierende Lager als auch jene viel gr\u00f6\u00dfere, aber diffusere, zu Teilen lediglich medial oder \u00fcber den gemeinsamen Kleidungsstil vergemeinschaftete Gruppe der Rockmusikanh\u00e4nger und (ideellen) Aussteiger, die sich nicht wie einige Teile der Hippies als vollkommen antipolitisch verstehen. Einigkeit besteht auch dar\u00fcber, dass bereits hier und jetzt durch antiautorit\u00e4re Verhaltensformen die gro\u00dfe, gesamtgesellschaftliche Umw\u00e4lzung zumindest teilweise vorweggenommen und symbolisiert werden soll. Zwar stehen die Theoretiker und Politiker der Neuen Linken den vehementen Versuchen, abseits der Arbeits- und Ausbildungsst\u00e4tten Bereiche eines von Lohnabh\u00e4ngigkeit, institutionalisierter Autorit\u00e4t und konventioneller Moral unabh\u00e4ngigen Lebens zu etablieren, h\u00e4ufig reserviert gegen\u00fcber, auch wenn sie viele Elemente daraus ebenfalls in ihre eigene Lebenspraxis aufnehmen; die Auffassung, dass es unm\u00f6glich sei, im bestehenden falschen kapitalistisch-demokratischen System ein richtiges Leben zu f\u00fchren, und die damit direkt verbundene These, dass gegenkulturelle Entw\u00fcrfe relativ leicht manipulativ vereinnahmt werden k\u00f6nnten, liefern oftmals den Grund f\u00fcr die Reserve. Die Differenz ist aber demnach nur eine zeitlich begrenzte; unter anderen politischen, \u00f6konomischen Bedingungen m\u00fcssten viele Lebensformen der radikalen Hippies, Kommunarden und Underground-Aktivisten uneingeschr\u00e4nkt im Mittelpunkt der dann ununterscheidbaren antiautorit\u00e4ren Alltags-Politik stehen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Beach Boys: Wake The World (1968 Promo Video)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Dp5bD1r7_EE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur<\/p>\n<p>Amendt, G\u00fcnter (1968): \u00bb\u00dcber die trostlose Generation\u00ab. In: Ders. (Hg.), <em>Kinderkreuzzug oder Beginnt die Revolution in den Schulen?<\/em>, Reinbek bei Hamburg, S. 13-36.<\/p>\n<p>Anderson, Chester (1968): \u00bbNotes for a New Geology\u00ab [1967]. In: Kornbluth 1968, S. 61-65.<\/p>\n<p>Anderson, Terry H. (1994): \u00bbThe New American Revolution. The Movement and Business\u00ab. In: David Farber (Hg.), <em>The Sixties. From Memory to History<\/em>, Chapel Hill und London, S. 175-205.<\/p>\n<p>Bardacke, Frank (1970): \u00bbBlow Their Minds\u00ab [1966]. In: Goodman 1970, S. 378-381.<\/p>\n<p>B\u00f6ckelmann, Frank (1987): <em>Die schlechte Aufhebung der autorit\u00e4ren Pers\u00f6nlichkeit<\/em> [1966], Freiburg.<\/p>\n<p>B\u00f6ckelmann, Frank (2000): \u00bbThesen zum Selbstverst\u00e4ndnis der antiautorit\u00e4ren Opposition\u00ab [1967\/69]. In: Ders., <em>Die Emanzipation ins Leere. Beitr\u00e4ge zur Gesinnungsgeschichte 1960-2000<\/em>, Berlin und Wien, S. 45-83.<\/p>\n<p>Brinkmann, Rolf D. (1983): \u00bbDer Film in Worten\u00ab. In: Ders.\/Ralf-R. Rygulla (Hg.), <em>Acid. Neue amerikanische Szene<\/em> [1969], Reinbek bei Hamburg, S. 381-399.<\/p>\n<p>Cohen, Bonny (1970): \u00bbStop Look\u00ab [1969]. In: Goodman 1970, S. 383.<\/p>\n<p>Fiedler, Leslie A. (1968a): \u00bbDas Zeitalter der neuen Literatur. Die Wiedergeburt der Kritik\u00ab. in: <em>Christ und Welt<\/em>, 13.09.1968, S. 9f.<\/p>\n<p>Fiedler, Leslie A. (1968b): \u00bbDas Zeitalter der neuen Literatur. Indianer, Science Fiction und Pornographie: die Zukunft des Romans hat schon begonnen\u00ab. In: <em>Christ und Welt<\/em>, 20.09.1968, S. 14-16.<\/p>\n<p>Gleason, Ralph J. (1969): \u00bb\u203aLike a Rolling Stone\u2039\u00ab [1967]. In: Jonathan Eisen (Hg.), <em>The Age of Rock. Sounds of the American Cultural Revolution<\/em>, New York, S. 61-76.<\/p>\n<p>Goodman, Mitchell (Hg.) (1970): <em>The Movement toward a New America. The Beginnings of a Long Revolution (A Collage)<\/em>, New York.<\/p>\n<p>Hall, Stuart (1969): \u00bbThe Hippies: An American \u203aMoment\u2039\u00ab [1968]. In: Julian Nagel (Hg.), <em>Student Power<\/em>, London, S. 170-202.<\/p>\n<p>Horkheimer, Max (1977): \u00bbAutorit\u00e4t und Familie\u00ab [1936]. In: Ders., <em>Kritische Theorie<\/em>, Studienausgabe, Frankfurt am Main, S. 277-360.<\/p>\n<p>Horn, Klaus (1969): \u00bbZur Formierung der Innerlichkeit. Demokratie als psychologisches Problem\u00ab [1967]. In: Gert Sch\u00e4fer\/Carl Nedelmann (Hg.), <em>Der CDU-Staat 2. Analysen zur Verfassungswirklichkeit der Bundesrepublik<\/em>, Frankfurt am Main, S. 315-358.<\/p>\n<p>Jaffe, Naomi\/Dohrn, Bernardine (1970): \u00bbThe Look Is You\u00ab [1968]. In: Teodori 1970, S. 355-358.<\/p>\n<p>Kornbluth, Jesse (Hg.) (1968): <em>Notes from the New Underground. An Anthology<\/em>, New York.<\/p>\n<p>Marcuse, Herbert (1969): <em>Versuch \u00fcber die Befreiung<\/em> [An Essay on Liberation (1968)], Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Marcuse, Herbert (1989): <em>Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft<\/em> [One-Dimensional Man (1964)], Frankfurt am Main (= Ders., <em>Schriften<\/em>, Bd. 7).<\/p>\n<p>Ohff, Heinz (1968): <em>Pop und die Folgen!!! oder die Kunst Kunst auf der Stra\u00dfe zu finden<\/em>, visualisiert v. Vostell, D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Neus\u00fcss, Arnhelm (1968): \u00bbAu\u00dferparlamentarische Opposition\u00ab. In: Hans J. Schoeps\/Christopher Dannenmann (Hg.), <em>Die rebellischen Studenten. Elite der Demokratie oder Vorhut eines linken Faschismus?<\/em>, M\u00fcnchen und Esslingen\/Neckar, S. 47-67.<\/p>\n<p>Reiche, Reimut (1971): <em>Sexualit\u00e4t und Klassenkampf. Zur Abwehr repressiver Entsublimierung<\/em> [1968], Neuausgabe, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Salvatore, Gaston (1968): \u00bbIntelligenz und Organisation von Zukunft\u00ab. In: Paul A. Baran\/Erich Fried\/Ders., <em>Intellektuelle und Sozialismus<\/em>, Berlin, S. 89-124.<\/p>\n<p>Sinclair, John (1972): \u00bbThe White Panther State\/meant\u00ab [1968]. In. Ders., <em>Guitar Army. Street Writings \/ Prison Writings<\/em>, New York, S. 103-105.<\/p>\n<p>Teodori, Massimo (Hg.) (1970): <em>The New Left. <\/em><em>A Documentary History<\/em> [1969], London.<\/p>\n<p>Wagner, Albin (1968): \u00bbDrop City: A Total Living Environment\u00ab [1967]. In: Kornbluth 1968, S. 232-235.<\/p>\n<p>Willis, Paul (1981): <em>\u00bbProfane Culture\u00ab. Rocker, Hippies: Subversive Stile der Jugendkultur<\/em> [Profane Culture (1978)], Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Online-Ver\u00f6ffentlichung mit freundlicher Genehmigung des transcript Verlags.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/Von Texten und Theorien aus einer Zeit euphorischer Kritik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas Hecken: 1968. Von Texten und Theorien aus einer Zeit euphorischer Kritik, Bielefeld 2008.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hippies, Pop-Underground, Neue Linke, Rock, Konsum<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[90107,279,328,359,784,827,998,1355,1649,1816,1846,1914,1982,2029,2095,2425],"class_list":["post-7848","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-90107","tag-avantgarde","tag-bewusstseinserweiterung","tag-bob-dylan","tag-frank-zappa","tag-gegenkultur","tag-hippies-mc5","tag-lebenskunst","tag-neue-linke","tag-pop","tag-popliteratur","tag-psychedelia","tag-repressive-toleranz","tag-rolling-stones","tag-sds","tag-underground"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7848"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7848\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}