{"id":7941,"date":"2018-06-18T08:19:38","date_gmt":"2018-06-18T06:19:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7941"},"modified":"2018-06-18T08:19:38","modified_gmt":"2018-06-18T06:19:38","slug":"sex-and-the-citydie-eine-trinkt-cosmopolitans-der-andere-ist-kosmopolitvon-maren-lickhardt18-6-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/06\/18\/sex-and-the-citydie-eine-trinkt-cosmopolitans-der-andere-ist-kosmopolitvon-maren-lickhardt18-6-2018\/","title":{"rendered":"\u00bbSex and the City\u00abDie Eine trinkt Cosmopolitans. Der Andere ist Kosmopolitvon Maren Lickhardt18.6.2018"},"content":{"rendered":"<p>Carries M\u00e4nner<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">M\u00e4nner-Ranking<\/p>\n<p>Nicht nur pop-kulturelle Artefakte selbst neigen zu Listenbildungen aller Art,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> sondern sie regen auch entsprechende Rezeptionspraktiken an. Im Netz kursieren nicht wenige Listen, in denen die M\u00e4nner aus <i>Sex and the City<\/i>, insbesondere Carrie Bradshaws M\u00e4nner, einem Ranking unterzogen werden.<\/p>\n<p>Prinzipiell falsch erscheint mir, dass Mr. Big \u00fcberhaupt auf diesen Listen auftaucht. Im Grunde repr\u00e4sentiert er die Liste selbst, weil er im Wesentlichen als Mann ohne Eigenschaften entworfen ist: Er gibt das Register Mann vor, innerhalb dessen M\u00e4nner mit Eigenschaften angeordnet werden k\u00f6nnen. Die Figur ist als Leerstelle mit transzendentaler Funktion angelegt. In einem romantisch-heteronormativen Rahmen repr\u00e4sentiert sie eine abstrakte Vorstellung von M\u00e4nnlichkeit als Bedingung der M\u00f6glichkeit aller anderen Abenteuer.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"sex and the city\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2Hqg_gqKaPM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Bezeichnenderweise bleibt Big bis zum Ende namenlos. Erst in dem Moment, in dem eine echte Beziehungen zwischen Carrie und Big beginnt, erh\u00e4lt er den Namen John J. Preston. Solange Big keinen Namen hat, ist immer schon klar, dass es zu keiner dauerhaften Beziehung kommen wird, weil er auch innerhalb der Fiktion keine echte Person darstellt, sondern Traum- und Alptraummann zugleich verk\u00f6rpert. Wird der Traum zu Wirklichkeit oder erwacht man aus dem Alptraum, muss die Serie enden, und das tut sie ja auch in dem Moment, in dem sich Big in John verwandelt.<\/p>\n<p>Nun kann man diese M\u00e4nner-Listen wunderbar verwenden, um sich selbst zu verorten, und jede Kommentierung des Rankings sagt er mehr \u00fcber den vor allem \u00e4sthetischen Horizont oder auch den Geschmack der kommentierenden Person aus als \u00fcber die gelisteten M\u00e4nner selbst. Ganz ohne Wertung wird auch das Folgende nicht vonstattengehen, aber eigentlich soll das Ganze auf Nationalstereotype und Kunstbewertungen im Kontext von Pop und Kultur hinauslaufen.<\/p>\n<p>Um aber direkt mal mit einer Wertung einzusteigen, sei gesagt, dass es mehr als verwunderlich ist, dass der gr\u00f6\u00dfte Vollpfosten der Serie, Aiden Shaw, bei den Rankings zumeist au\u00dferordentlich gut abschneidet. Auf nydailynews.com belegt er Platz 1 mit der Begr\u00fcndung, \u201eAidan was ready to settle down with Carrie in the season 4 \u2014 going as far as to propose to the flighty columnist. Aidan was a lovable furniture maker who walked around an adorable pooch.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Nun finde ich Hunde ja ganz toll, aber ob sie ihre Besitzer attraktiver machen\u2026? Mal abgesehen davon, dass Heiratswilligkeit wirklich ein schwaches Kriterium darstellt, wenn man sich damit den nervt\u00f6tendsten Spie\u00dfer und simpelsten Langeweiler einhandelt, den man ich vorstellen kann. Was soll gut daran sein, dass man ausgerechnet den dann f\u00fcr immer behalten muss?<\/p>\n<p>Der Typus des netten Mannes scheint aber beliebt zu sein. Auf wetpaint.com ist Aiden ebenfalls auf Platz 1, denn \u201ehe was for sure the nicest guy Carrie ever dated\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> So nett ist das aber eigentlich gar nicht, wenn man anderen ganz rechthaberisch den Spa\u00df verdirbt und die Freir\u00e4ume nimmt, und man seine Partnerin dann noch in ein Landhaus verschleppt \u2013 noch einmal: in \u2013 ein \u2013 Land \u2013 haus \u2013 ver \u2013 schleppt!!!!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr manche mag gerade das attraktiv sein, denn auf harpersbazaar.com erscheint Aiden ebenfalls auf Platz 1. \u201eEspecially perfect after he ditched the boho hippie vibes and transformed into a handsome, rugged, all-American hunk.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> F\u00fcr mich ist und bleibt Aiden in etwa so interessant wie das robuste Holz, mit dem er innerhalb der Serie h\u00e4ufig in metonymische Relation gebracht wird. Nun w\u00e4re ich ja jetzt nicht so weit gegangen, die genannten Eigenschaften als \u201eall-American\u201c zu bezeichnen, aber wenn harpersbazaar.com einem schon die Vorlage liefert, kann man dar\u00fcber nachdenken, dass all das, was vielen offenbar gef\u00e4llt, mich aber unglaublich st\u00f6rt, als Inkarnation des Amerikanischen wahrgenommen wird. In die Serie wird er auch als \u201eclassic American\u201c (s03e05, 05:30) eingef\u00fchrt&#8230;<\/p>\n<p>Wohlgemerkt: Auch Carrie h\u00e4lt es mit diesem Mann nicht aus. Und auf cosmopolitan.com kann man lesen, \u201ewhy Aidan Shaw was Carrie Bradshaw\u02bcs worst boyfriend\u201c: \u201eHe embodies the needy, mouth-breathing nightmare of settling. We can all do better.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Carrie meets Aidan for the first time\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/o9A2sY5sfXI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Dann doch lieber schlechten Sex mit Howie Halberstein, der auf buzzfeed.com auf Platz 74 aller M\u00e4nner landet: \u201eHarry\u02bcs best man was such a nice Jewish boy, he felt like a good fit for Carrie. He ended up being terrible in bed [\u2026], but hey, at least he looked good in a tux.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Wir halten fest, weil ganz wichtig: Howie sieht in einem Anzug gut aus.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=x8eia9hK-K0<\/p>\n<p>Dem robusten Holz w\u00fcrde ich aber vor allem eine filigrane Lichtinstallation vorziehen, womit wir endlich beim Thema w\u00e4ren: Aleksandr Petrovsky. In den Bestenlisten schneidet er weniger gut ab: Rang 5<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, Rang 6<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>, Rang 10<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>, Rang 29<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>, aber das ganze Thema sei im Folgenden noch einmal neu aufgerollt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Carrie Meets The Russian! (Aleksandr Petrovsky)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5JvdsNpkMcU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Russland, Frankreich, USA<\/p>\n<p>Manhattan bildet das Zentrum der Serie, die sich schlie\u00dflich nicht nur dem Sex, sondern auch der Stadt, also <i>der<\/i> Stadt verschrieben hat. Bei einer Freak-Show von M\u00e4nnern mit Spleens und Ticks wird der Typus vorgestellt, der Manhattan seit Jahren nicht verlassen hat: \u201eEverything you want is here. [\u2026] There is no world outside Manhattan.\u201c (s02e03, 15:40) Miranda ist entsetzt \u00fcber so viel Kleingeistigkeit, ist die Welt doch so gro\u00df und ist sie doch gerade im Begriff, nach Connecticut zu reisen. Als sie sp\u00e4ter dann aber nach Brooklyn ziehen soll, sagt sie selbst: \u201eWe are not moving to Brooklyn. I\u2019m a Manhattan Girl. I don\u2019t like anything not Manhattan.\u201c (s06e18, 07:08) Insgesamt verlassen die Figuren Manhattan nur selten und New York fast nie.<\/p>\n<p>Manhattan scheint der Nabel der Welt zu sein \u2013 kosmopolitisch. Manhattan vereint alles aus aller Welt in sich und bildet die Zentralperspektive, von der aus alles und die ganze Welt bewertet wird. Globalit\u00e4t und Lokalit\u00e4t \u00fcberlagern sich im Manhattan von <i>Sex and the City<\/i> in dem Sinne, dass die Stadt kulturell v\u00f6llig entgrenzt ist und als heterogenes, offenes Sammelbecken f\u00fcr die ganze Welt fungiert, sodass die geographische Begrenzung oder Fixierung keine Rolle zu spielen scheint, solange auf der In-und-Out-Konsum-Skala alles stimmt, dass aber, wenn es drauf ankommt, auf Lokalit\u00e4t sehr wohl gepocht wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Bei aller Liebe zu <i>Sex and the City<\/i> sei gesagt, dass wir es bei deren Figuren viel mehr als bei deutschen Pop-LiteratInnen mit \u201eGeschmacksterroristen\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> zu tun haben, und zwar auf eine entfesselte Weise, die man durchaus als \u201eAmoklauf\u201c bezeichnen kann. Irgendwie formiert sich auf diese Weise ein Common Ground oder ein Wir, das inter- und transnational funktioniert. Aber irgendwie funktioniert das eben nicht immer. Welche Grenzen nun im Kontext von Nation, Kunst, Pop und Kultur gezogen werden, soll im Folgenden wenn auch nicht wirklich sortiert, so doch wenigstens hin und her jongliert werden.<\/p>\n<p>Carrie trifft in der letzten Staffel auf Aleksandre Pedrovsky, der auffallender als alle anderen M\u00e4nner typisiert wird. Carrie bezeichnet ihn fast ausschlie\u00dflich als \u201ethe Russian\u201c oder \u201emy Russian\u201c, und das liegt nicht allein daran, dass sie seinen Namen nicht aussprechen kann, obwohl das der Fall ist: Beim ersten Date bem\u00fcht sich der Russe, Carrie die korrekte Aussprache von Aleksandre nahe zu bringen und schlie\u00dft resigniert mit: \u201eCall me Bob.\u201c (s06e12, 26:26) Der Russe wird dabei fast ein bisschen kleinlich oder streng dargestellt, obwohl es ja Carrie ist, die zwar regelm\u00e4\u00dfig Cosmopolitans trinkt, aber nicht zu kleinsten fremdsprachlichen phonetischen Variationen f\u00e4hig ist, w\u00e4hrend sich der Russe mit ihr ganz selbstverst\u00e4ndlich auf Englisch unterh\u00e4lt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Mikhail Baryshnikov. Sex in the city. 2\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/heifkOGToEo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Dennoch wird er \u00fcberexplizit als der Fremde entworfen. Carrie kommt \u00fcberhaupt nicht auf die Idee, dass sich der Mann mit dem russischen Akzent nicht verw\u00e4hlt hat, als er sie anruft. Sie legt mehrfach auf, bis er sich endlich schnell genug als der K\u00fcnstler vorstellen kann, den sie zuvor kennengelernt hatte. W\u00e4hrend des ersten Treffens unterh\u00e4lt er sich mit der Bedienung und einem Taxifahrer auf Russisch, und er l\u00e4sst ihr Kartoffeln, Dill, Hering, Aspik, Tee mit Kirschkonfit\u00fcre usw. usf. servieren. Nat\u00fcrlich trinkt er selbst Wodka, und nat\u00fcrlich findet das Treffen in einem Lokal namens Russian Samowar statt. All das gibt es ganz selbstverst\u00e4ndlich in Manhattan, was ja gerade den Reiz von Manhattan ausmacht, ist aber auch Mittel eines Otherings \u2013 und bildet erst den Auftakt der stereotypen Darstellungen.<\/p>\n<p>Da h\u00e4tten wir z.B. den Kaffee, und anhand der Verhandlung dieses Getr\u00e4nks muss zun\u00e4chst einmal bemerkt werden, dass auch mit Klischees \u00fcber AmerikanerInnen aufgewartet wird. Als der Russe Carrie fragt, welchen Kaffee er ihr kochen soll, versteht sie nicht ganz: \u201eRegular.\u201c Was denn sonst? Der Russe antwortet: \u201eRegular coffee is for regular people. You are not regular.\u201c (s06e13, 12:51) Dass AmerikanerInnen keinen Begriff bzw. kein Konzept von der Vielfalt von Kaffee haben \u2013 oder hatten, schlie\u00dflich gibt es da ja jetzt auch den Typus des Hipsters \u2013, entspricht einem g\u00e4ngigen europ\u00e4ischen Topos, wobei man zugeben muss, dass sich daran innereurop\u00e4isch auch die Geister scheiden, denn der\/die durchschnittliche Deutsche ger\u00e4t bei dem Thema in Wien auch regem\u00e4\u00dfig an ihre\/seine Grenzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als der Russe in Carries Wohnung einen Espresso trinken m\u00f6chte, muss sie eingestehen, dass sie keine Kaffeemaschine besitzt, aber sie \u201emay have an old Mr. Coffee one-cup.\u201c (s06e16, 02:47) An anderer Stelle verbrennt sich Carrie an seinem Espresso, w\u00e4hrend dieser noch warnen will: \u201eIt\u2019s hot.\u201c (s06e16, 09:42) In Europa l\u00e4chelte man in den 90er Jahren \u00fcber klagefreudige AmerikanerInnen, die des Hinweises bed\u00fcrfen, Kaffee sei hei\u00df\u2026 Alles in allem h\u00e4lt sich die amerikanische Selbstironie oder Selbstobjektivierung im Spiegel des Fremden aber in Grenzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dagegen wird der Russe schon als ziemlich grenz\u00fcberschreitend peinlich konstruiert, als er sich z.B. in der Folge <i>The Ick Faktor<\/i> einfach nur igitt verh\u00e4lt (s06e14). Er spielt Carrie ein selbst komponiertes Klavierst\u00fcck mit dem Titel <i>La femme avec les yeux lumineux<\/i> vor. Carrie kommentiert: \u201eWhile he was playing it, I floated up out of my body and looked down at myself thinking \u201aCome on\u2018.\u201c (04:32) Nun w\u00fcrde ich eher, statt zur Decke zu schweben, auf den Boden erbrechen, aber so oder so ist Miranda Recht zu geben, die kommentiert: \u201eHas he considered your feelings?\u201c (12:13) \u201eHe\u2019s dating you, not Anna Karenina.\u201c (12:25)<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als Carrie den Russen das n\u00e4chste Mal besucht, leitet sie die Szene mit \u201eback in the 18th century\u201c (15:08) ein. Der Russe schenkt ihr ein romantisches rosafarbenes Kleid und f\u00fchrt sie in die Oper aus, vor der er mit ihr tanzen m\u00f6chte, woraufhin sie in Ohnmacht f\u00e4llt: \u201eIt\u2019s too much. I\u2019m an American.\u201c (18:26) Zu allem \u00dcberfluss l\u00e4dt der Russe sie in einer anderen Folge mit einem handgeschriebenen Brief zu einem Rendezvous ein (s06e13). W\u00e4hrend innerhalb der Handlung gezeigt werden soll, dass Carrie mit dem Russen nichts erspart bleibt, w\u00fcrde ich sagen, dass dies auf den armen Russen hinsichtlich seiner Konstruktion zutrifft.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unterdessen versucht Harry, romantisch zu sein, indem er Charlotte zu einem franz\u00f6sischen Dinner einl\u00e4dt. Da es dort keinen K\u00e4se aus der Tube gibt \u2013 jaja, ich wei\u00df, auch nur ein Klischee, immerhin wird in der Serie an anderer Stelle auch darauf hingewiesen, dass es den besten \u201eraw milk Cheddar\u201c von einer Farm in New York gibt (s06e17, 16:52) \u2013, sondern eine Variation von franz\u00f6sischen Rohmilchk\u00e4sesorten, verbringen Harry und Charlotte die folgende Nacht auf der Toilette. Manches k\u00f6nnen AmerikanerInnen offenbar nur schwer verdauen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Plakativer k\u00f6nnten die aversiven amerikanischen Reaktionen auf alles von \u00f6stlich des Atlantiks nicht dargestellt werden. Nun k\u00f6nnte man das so deuten, dass innerhalb der Serie eine kritische Reflexion der eigenen Grenzziehungen und Beschr\u00e4nkungen stattfindet, aber die amerikanischen Figuren sind den ZuschauerInnen mittlerweile sehr vertraut geworden sind, w\u00e4hrend der franz\u00f6sisierte Russe der Neue ist, auf dessen Seite sich die Serie nicht nie, aber doch auch nicht allzu oft stellt. Wir sind gezwungen, das Russische und das Franz\u00f6sische aus den Augen unserer lieb gewonnenen amerikanischen Figuren zu sehen. Aus europ\u00e4ischer Perspektive beobachten wir die amerikanischen Figuren aus einer bestimmten Distanz, aus der uns ihr \u2013 man k\u00f6nnte vielleicht sagen \u2013 diskriminierendes Verhalten durchaus negativ erscheinen kann. Aber vielleicht tut es das nicht aus jeder Perspektive.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gerade Harrys und Charlottes diarrhoeische Nacht best\u00e4tigt die Figuren au\u00dferdem in ihren Vorurteilen, denn ihnen wird der Durchfall ja nun mal wirklich angedichtet, d.h. sie k\u00f6nnen den franz\u00f6sischen K\u00e4se, um es zu wiederholen, faktisch \u2013 also fiktional-faktisch \u2013 nicht verdauen. Dies wird als rhetorisches Mittel zur Inszenierung einer tats\u00e4chlich bestehenden Unvertr\u00e4glichkeit eingesetzt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Carrie und dem Russen: Dana Heller bringt deren Gegensatz auf den Punkt. \u201eAlek is dark. Carrie is light. Alek is Paris. Carrie is New York.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Das erste Rendezvous findet bezeichnenderweise in der finsteren Nacht in einem schlecht beleuchteten Raum statt, wo sich der Russe lobend \u00fcber New York \u00e4u\u00dfert: \u201eThere\u2019s no big smile on its face. It\u2019s dark, painful. I like it.\u201c (s06e12, 28:57) Zu einem sp\u00e4teren Treffen bringt er Carrie Milch- und Zartbitterschokolade mit. Er l\u00e4sst sie w\u00e4hlen: \u201eLight or dark?\u201c (s06e15, 02:32) Immerhin probiert sie die dunkle Variante, ihre Begeisterung h\u00e4lt sich aber in Grenzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Allegorisch wird dann der Ton in der Beziehung an die Frage gekn\u00fcpft, ob man Kaffee lieber schwarz oder mit Milch trinken m\u00f6chte. Carrie ist des Russen Kaffee zu stark, worauf er durchaus bestimmend reagiert. \u201eCarrie: I\u2019m gonna need a little milk in this. Russe: Then it\u2019s not espresso. Milk will ruin it. Keep sipping it. You\u2019ll see.\u201c (s06e16, 07:44) Letztlich glaubt Carrie einen Kompromiss zu finden: \u201eI need my relationship with a little bit of milk.\u201c (s06e16, 26:30) Was sie f\u00fcr einen Kompromiss h\u00e4lt, ist aber tats\u00e4chlich keiner, denn sobald ein Schuss Milch drin ist, handelt es sich nun einmal nicht mehr um Espresso. Andererseits sollte der Russe wissen, dass es nicht nur Espresso gibt.<\/p>\n<p>Worum es eigentlich in dem Kontext geht, ist Samanthas Brustkrebserkrankung. Immer und immer wieder streiten sich Carrie und der Russe, weil er wiederholt auf die M\u00f6glichkeit hinweist, Samantha k\u00f6nne sterben, worauf sie v\u00f6llig ausflippt und noch nicht einmal das Wort h\u00f6ren m\u00f6chte (s06e16, 04:48, 08:17, usw.). Der Russe erhebt sich in diesem Konflikt nicht g\u00e4nzlich unarrogant \u00fcber die Amerikanerin mit einer Aussage, die durchaus auch auf das Alter der Kulturen bezogen werden kann. \u201eI think you are acting like a child.\u201c Einmal kritisiert, h\u00f6rt aber auch die amerikanische Freundlichkeit schnell auf, und sie kontert: \u201eAnd I think you are acting like an asshole.\u201c (s06e16, 10:02) Schwere, Traurigkeit und Fatalismus, die schonungslose Konfrontation mit dem Schlimmsten, das direkte Aussprechen des Gef\u00fcrchteten wird ganz klar als typisch russisch ausgewiesen. So sagt Carrie: \u201eDeath, deal with it. I know, he is Russian, but, Jesus, come on.\u201c (s06e16, 13:31)<\/p>\n<p>Die Serie ist nicht oft auf der Seite des Russen. In diesem Kontext muss Carrie aber lernen, dass er Recht haben k\u00f6nnte, denn selbst Samantha, die zu Beginn der Folge noch tapfer behauptet, Krebs sei \u201ehilarious\u201c (s06e16, 04:04), bittet Carrie letztlich, offen \u00fcber ihre \u00c4ngste sprechen zu d\u00fcrfen (s06e16, 19:03). In der gleichen Folge t\u00f6tet der Russe eine Maus in Carries Wohnung mit einem Schlag mit der Bratpfanne. Das erscheint allzu brutal \u2013 und ist es auch!!!!! Aber immerhin muss Carrie am Ende eingestehen, dass Leugnen nichts hilft, sondern dass sie die M\u00e4use irgendwie fernhalten muss, wobei der Russe ihr helfen soll und es auch tut.<\/p>\n<p>Aber am Ende wird er aber doch als das A\u2026 dargestellt, als das Carrie ihn bezeichnet hat. In der Folge <i>The Cold War<\/i> reagiert er abweisend auf Carries Freundinnen, die sie mitten in der Nacht in sein Atelier schleppt, weil sie sie vorstellen m\u00f6chte, obwohl er zuvor angek\u00fcndigt hatte, dass ihm ein Kennenlernen an dem Abend nicht passe. Wer w\u00e4re \u00fcber einen n\u00e4chtlichen \u00dcberfall schon hocherfreut? Carrie ist allerdings entt\u00e4uscht \u00fcber \u201ethe Russian\u2019s icy treatment of my friends.\u201c (s06e17, 25:45) Steve \u2013 also der, der im Grunde auch kein Englisch kann, sondern einen f\u00fcrchterlichen Dia-Soziolekt spricht \u2013 darf hingegen den Guten spielen, der Carrie Kuchen besorgt, als sie Miranda besucht, was ja auch keine so gro\u00dfe Kunst ist, wenn der Besuch an einem Nachmittag stattfindet. Die M\u00e4nner werden in diesem unfairen Vergleich bewertet, und der Russe schneidet im Sinne der Serie schlechter ab, auch wenn sein Verhalten sp\u00e4ter noch dadurch erkl\u00e4rt wird, dass er nerv\u00f6s ist wegen seiner bevorstehenden Ausstellung. In Paris allerdings ist es keine Nervosit\u00e4t mehr, sondern blo\u00dfer Egoismus und R\u00fccksichtslosigkeit, wenn er Carrie vernachl\u00e4ssigt und am Ende sogar \u2013 allerdings ganz klar aus Versehen \u2013 schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Paris, wohin Carrie dem Russen folgt, um dort zu leben, erweist sich insgesamt nicht als ihre Stadt. Aber immerhin st\u00f6\u00dft sie auf keine Sprachbarrieren, weil jeder sofort mit ihr englisch spricht. Und immerhin verk\u00f6rpert sie ja noch in Resten das rauchende Amerika, sodass sie mit des Russen Ex-Frau eine Zigarette rauchen kann, die erleichtert feststellt: \u201eI thought you might be one of those Americans who didn\u2019t smoke. And I would be, how do you say it, guilty of killing you over lunch.\u201c (s06e20, 06:10) Aber auch abgesehen davon, dass Carrie ja eigentlich l\u00e4ngst aufgeh\u00f6rt hatte zu rauchen, h\u00f6ren die Gemeinsamkeiten dann doch schnell auf. Wieder einmal quietschvergn\u00fcgt \u00fcber das \u201efantastic restaurant\u201c erh\u00e4lt sie von Juliette als Antwort: \u201eIt used to be. Not so much any more. The chairs, they\u2019re hideous. Hideous.\u201c (s06e20, 02:43)<\/p>\n<p>Virginie Marcucci analysiert die stereotype Darstellung Frankreichs und Paris\u02bc in <i>Sex and the City<\/i>, zu der Juliettes Darstellung als unzufriedene, negative, sarkastische Figur passe.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Insgesamt handele es sich bei den Frankreich-Bildern um eine Reihung von Topoi wie Chanel, Wein und Baguette, die AmerikanerInnen wiedererkennen sollen und die zun\u00e4chst einmal durchaus positiv konnotiert seien.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Paris erscheine als museale Stadt, an die nat\u00fcrlich auch s\u00e4mtliche romantische Klischees gekn\u00fcpft werden.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Aber es gel\u00e4nge Carrie nicht, diese zu durchbrechen. Marcucci zufolge ist sie immer dann verloren, einsam, hilflos und traurig, wenn sie die M\u00f6glichkeit hat, Erfahrungen jenseits dieser Stereotype zu sammeln.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Letztlich h\u00e4lt Paris in Carries Augen bzw. aus der Perspektive der Serie nicht, was es verspricht, weil man in einem Stereotyp nicht dauerhaft leben kann.<\/p>\n<p>Die Eine trinkt eben Cosmopolitans; der Andere ist Kosmopolit. Nur unter der Bedingung, dass Manhattan die ganze Welt ist, ist auch Carrie kosmopolitisch, denn in Frankreich kommt sie schlecht zurecht. Der Russe dagegen lebt ja nicht nur als Russe in New York, wo er neben Russisch und Franz\u00f6sisch die Landessprache beherrscht, sondern er hat bereits in Paris, London und anderen St\u00e4dten gelebt (s06e12, 28:48). Au\u00dferdem reist er nach Amsterdam (s06e15).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wer oder was ist nun wirklich kosmopolitisch? Diejenige, die in der Stadt lebt, die alles zu versammeln scheint, oder derjenige, der durch die Welt reist? Im Grunde stellen der Russe und Paris eine Beleidigung f\u00fcr Manhattan dar, denn aus der Manhattan-Perspektive, die vor allem Miranda verk\u00f6rpert, d\u00fcrfte es keinen Grund geben, die Stadt f\u00fcr eine andere zu verlassen. Aber es muss auch gesagt werden, dass es die Serie ist, die die Frage immerhin aufwirft, was es nun eigentlich bedeutet, kosmopolitisch zu sein, die also verschiedene Modelle reflektiert und bis zu einem gewissen Grad, auch wenn die Wertung letztlich zugunsten von Manhattan ausf\u00e4llt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als es um die Frage geht, wo und wie Carrie und der Russe in Zukunft miteinander leben wollen, bringt die Serie eine unerwartete postkoloniale Perspektive in Form eines kalifornisch-indischen Paares ein. Das Paar f\u00fchrt eine Fernbeziehung, weil die Inderin nicht in Kalifornien leben m\u00f6chte. Ihr Urteil lautet: \u201eFrozen yoghurt is not culture.\u201c Nun gibt es da ja auch die <i>Sex and the City<\/i>-Folge, in der Kalifornien aus New Yorker Sicht jegliche Kultur abgesprochen wird. Und nat\u00fcrlich w\u00fcrde jedeR \u2013 das behaupte ich jetzt einfach mal so \u2013 lieber in London als in Los Angeles leben wollen. Aber was der kalifornische Freund dann \u00e4u\u00dfert, ist \u2013 zugegebenerma\u00dfen erstaunlich \u2013 erstaunlich: \u201eSo she stays at home in Calcutta.\u201c (s06e17, 20:35) Ganz ganz sicher ist Kalkutta eine Weltstadt und dennoch erscheint der Gedanke gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, dass man von dort aus auf Kalifornien herabsieht. Kann man nat\u00fcrlich mit guten Gr\u00fcnden \u2013 und auch Frozen Yoghurt ist schon ein guter Grund \u2013, und die amerikanische Serie stellt das fairerweise zur Debatte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Sex and the City-Plaza Athenee Paris\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/4m1prnjNPcM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Carrie gibt gegen Ende alles auf, um nach Paris zu geht, wird aber entt\u00e4uscht. Heller und Marcucci machen darauf aufmerksam, dass die letzte Staffel unter dem Eindruck des Irak-Kriegs gedreht wurde, in dessen Kontext Frankreich und Deutschland \u2013 nicht ganz konsequent und nachhaltig \u2013 den USA die Gefolgschaft gek\u00fcndigt hatten. Es sei an Donald Rumsfelds Kommentar erinnert: \u201eNow, you&#8217;re thinking of Europe as <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Germany\">Germany<\/a> and <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/France\">France<\/a>. I don&#8217;t. I think that\u02bcs old Europe.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> F\u00fcr Heller sind auch die Pommes in <i>Sex and the City<\/i> entsprechend aufgeladen \u2013 French Fries vs. Freedom Fries.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Patriotisch ist die Serie gerade am Ende auf jeden Fall. Und so hat es etwas f\u00fcr sich, Carries endg\u00fcltige Entscheidung f\u00fcr Mr. Big und die R\u00fcckkehr nach New York als Erf\u00fcllung eines \u201epattern of national recovery\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> zu betrachten, das die heterosexuelle amerikanische Mittelschicht best\u00e4tige.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Ganz so weit w\u00fcrde ich aber nicht gehen mit der Deutung, denn es gibt ja nicht nur National-, sondern auch Pop-Kulturen, und die Serie funktioniert insgesamt schon etwas differenzierter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Kunst, Kultur und Pop<\/p>\n<p>Aleksandre Petrovsky ist K\u00fcnstler, und wir k\u00f6nnen nur erahnen, welche Art von K\u00fcnstler genau. Carrie und Charlotte lernen ihn in einer Galerie anl\u00e4sslich des Events einer K\u00fcnstlerin kennen, die \u2013 so erl\u00e4utert Charlotte \u2013 Aktionskunst in Installationskunst umwandelt hat, indem sie sich selbst als Aktion in der Galerie installiert. Konkret gesagt, sitzt sie tagelang da, ohne zu sprechen und zu essen \u2013 wobei ihr dann alle zusehen k\u00f6nnen \u2013 \u2013 aber nat\u00fcrlich um das energetische Feld des Raumes zu transformieren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als Carrie und Charlotte dort Aleksandre treffen, ist Charlotte v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen, weil sie in ihm den ber\u00fchmten K\u00fcnstler erkennt. Auf seine Frage, wie sie die vorliegende Arbeit der K\u00fcnstlerin finde, antwortet Charlotte bedeutungstr\u00e4chtig: \u201eVery moving. Significant.\u201c (s06e12, 03:42) Carrie macht darauf aufmerksam, dass es sich um einen typischen Freitagabend handeln k\u00f6nnte, wenn eine Frau sinnlos herumsitzt, man m\u00fcssen nur noch ein Telefon daneben stellte, das nicht klingelt. Diese Aussage k\u00f6nnte in einer ihrer Kolumnen stehen. Sie weist die entsprechende thematische Ausrichtung und Pointierung auf, und Aleksandre fragt zu Recht, ob sie Komikerin sei. W\u00e4hrend ihn Charlottes Aussage ob ihrer Abgedroschenheit langweilt, ist er beeindruckt von Carries respektlosem Umgang mit Kunst \u2013 und er versteht ihren Humor.<\/p>\n<p>Zumindest f\u00fcrs Erste, denn danach h\u00e4ufen sich die Situationen, in denen Carrie ihre Witze eigens erkl\u00e4ren muss. Was k\u00f6nnte ein signifikanteres Zeichen f\u00fcr scheiternde Kommunikation darstellen? So fragt sie ihn, ob sie im Russian Samowar in die Sklaverei verkauft werden w\u00fcrde, was er nicht versteht (s06e12, 11:40). Und als sie z\u00f6gert, in seine Tasche zu greifen, weil dort eine Mausefalle versteckt sein k\u00f6nnte, muss sie dies als Cartoon-Witz erl\u00e4utern (s06e15, 01:30). W\u00e4hrend der Sklaverei-Spruch ganz klar rassistisch ist, handelt es sich bei dem zweiten Nicht-Verst\u00e4ndnis um die Differenz von einer bestimmten Form von Pop- und einer nicht n\u00e4her zu definierenden anderen Kultur. Und Aleksandre betont letztlich in Bezug auf die Frau in der Gallerie: \u201eI am serious. She is serious. You\u2019re the one who is not serious.\u201c (s06e12, 11:32)<\/p>\n<p>Es ist schwer einzuordnen, wof\u00fcr Aleksandre insgesamt steht, aber ein Vertreter ganz traditioneller, bildungsb\u00fcrgerlicher, klassischer \u201ahoher\u2018 Kunst ist er nicht. Samantha wei\u00df, dass er einst einer der Stammg\u00e4ste im Studio 54 war (s06e12, 08:10). Abgesehen von dieser Information, ist es ohnehin bezeichnend, dass Samantha ziemlich begeistert von ihm ist. Er verk\u00f6rpert ein St\u00fcck \u2013 nicht nur \u2013 New Yorker Kulturgeschichte. Er geh\u00f6rte zur New Yorker Szene lange vor den vier Freundinnen. Vielleicht kann man von Pop I und Pop II sprechen? Von Andy Warhol zu Manolo Blahnik?<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise k\u00f6nnen sich Aleksandre und Carrie auf einen Witz einigen: Aleksandre bittet sie beim ersten Date, sich eine Banane zu nehmen und in die Tasche zu stecken, um dann zu fragen, ob es sich um eine Banane in ihrer Tasche handele oder ob sie sich freue, ihn zu sehen (s06e12, 29:39). Der ansonsten mit sexuellen Anspielungen zur\u00fcckhaltende Aleksandre begibt sich auf ihr Terrain. Die Banane verweist aber auch ganz klar auf Velvet Underground. Das tut sie deshalb, weil Carrie ihn mit der Einleitung, sie habe \u201ea bit of an art question\u201c (s06e12, 26:24), zuvor nach seiner Vergangenheit im Studio 54 gefragt hatte. Aleksandre hat dabei en passant erw\u00e4hnt, dass er dort Andy Warhol begegnet sei. Die Banane nehmen die Figuren mit zu ihrem n\u00e4chtlichen Besuch in die Galerie, wo sie scherzen, dass sie die K\u00fcnstlerin damit f\u00fcttern k\u00f6nnten. Tats\u00e4chlich haben sie die Banane dadurch dahin gebracht, wo sie hingeh\u00f6rt: vom Alltag \u00fcber ein Plattencover ins Museum.<\/p>\n<p>Nimmt man das Plattencover als tertium comparationis der Figuren, gehen sie von dort aus in verschiedene Richtungen, ist Carries Kunst vielleicht mehr Alltag, Aleksandres Kunst mehr Museum. Die Figuren treffen sich in der Pop Art, repr\u00e4sentieren aber sehr verschiedene Kunstkonzepte, was zeigt, dass sich Pop sehr stark verzweigt und ausdifferenziert hat, wobei die neuen Grenzen nichts mit der Nationalit\u00e4t zu tun haben. Der nationalistische Ton ist gegen Ende ein Teil der Serie, aber dennoch zeigt sich eine pop-kulturelle Ebene, auf der nationale Differenzen aufgehoben sind und die Grenzen neu und anhand anderer Kriterien gezogen werden.<\/p>\n<p>Carry r\u00e4umt bei der ersten Begegnung ein: \u201eI\u2019m not very arty.\u201c (s06e12, 03:42) Als und Aleksandre in New York seinen franz\u00f6sischen Freunden, einem Maler und der Herausgeberin des <i>Art Life Magazines<\/i> \u2013 wohlgemerkt: Art und Life \u2013 begegnen, entfaltet sich folgender Dialog: \u201eMaler: Are you an artist as well. Carrie: No, I\u2019m a writer. Herausgeberin: Novels. Carrie: No, I write a column for a newspaper. Herausgeberin: The Times. Carrie: The New York Star. Aleksandre: It\u2019s a very good column. It\u2019s about women, men and sex. [Er liest vor.] It\u2019s my believe that the last time anyone actually enjoyed the 69 position was in 1969.\u201c (s06e17, 01:40) Pikierte Blicke. Aber Aleksandre gef\u00e4llt es, und er steht zu ihr, wo die anderen sich distinguiert verhalten.<\/p>\n<p>\u00dcber Carries Freunde ist er allerdings nicht so gl\u00fccklich. Irgendwo muss die Grenze ja schlie\u00dflich gezogen werden. Bei ihm zu Gast sprechen diese ganz offen \u00fcber Sex, dar\u00fcber, dass sie Paris nicht m\u00f6gen, dass die USA das Land des \u00dcberflusses sei. Aleksandre hat ein Klavier, und Steve fragt ihn, ob er etwas von Billy Joel spielen k\u00f6nne. Aleksandre wei\u00df nichts damit anzufangen. Was soll man da sagen? Es ist wirklich schwer, Billy Joel nicht zu kennen, und es ist auch grenzwertig, einer Figur anzudichten, dass sie Billy Joel nicht kennt, aber auch wenn ich <i>We didn\u2019t start the fire<\/i> irgendwie mag, ist es alles in allem kein Mangel, Billy Joel nicht zu kennen, und man m\u00f6chte Steve gerne fragen, ob es nicht vielleicht auch Rachmaninow sein d\u00fcrfte \u2013 den er ja vielleicht wenigstens aus dem Film <i>The Seven Year Itch<\/i> mit Marilyn Monroe kennen k\u00f6nnte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zu Hause machen sich Miranda und Steve dann \u00fcber Aleksandres Kunst und \u2013 wirkliche oder angebliche \u2013 Arroganz lustig. \u201eMiranda: Large-scale light installations? Steve: What the fuck is that?\u201c (s06e17, 16:18) Hier springt die Serie aber auch ein bisschen gemein mit den vertrauten Figuren um. Tumbe AmerikanerInnen vs. herablassende Halt-alles-\u00f6stlich-des-Atlantiks-BewohnerInnen. In der Art-Life-Konstellation scheint es dem Russen immer ein bisschen an Leben zu mangeln, und der Amerikanerin immer ein bisschen an Kunst.<\/p>\n<p>In der Igitt-Folge liest Aleksandre Carrie auch ein kitschiges Gedicht vor, was wirklich \u2013 es sei noch einmal wiederholt \u2013 igitt ist. Carrie liest ihm nun ihre \u201epoetry\u201c vor, eine Passage aus der Vogue, die sie akzentuiert wie Lyrik, und es entsteht wirklich ein Gedicht, das ganz und gar nicht igitt ist (s06e13, 09:34). Es ist Kunst. Immerhin stellt sich dann aber heraus, dass Aleksandre mit Oscar de la Renta befreundet ist, w\u00e4hrend sie von seinen Kleidern tr\u00e4umt, und er schenkt ihr dann ja auch ein pinkes Modell des Designers.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Petrovsky Compose Poem for Carrie\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/p79mqnk15dQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Opposition Vogue vs. Lyrik, die letztlich in eine Gleichsetzung von Vogue und Lyrik m\u00fcndet, wird in dem Kontext von einer anderen Opposition und Gleichsetzung begleitet: Oper vs. McDonald\u2019s bzw. Oper und McDonald\u2019s. W\u00e4hrend Carrie vor der Oper in dem rosafarbenen Kleid in Ohnmacht f\u00e4llt, kann sie kurz darauf bei McDonald\u2019s Pommes verdr\u00fccken. \u201eAleksandre: Can you handle that? Carrie: Absolutely.\u201c (s06e14, 18:36) Es ist so schwierig, die feinen Differenzierungen und Nuancen der Serie zu sortieren. Und es ist so schwierig, nichts stets aufzuwerten und abzuurteilen, sich im Minutentakt auf die je andere Seite zu schlagen. Vogue, super, jedoch: Da kann Andy Warhol sagen, was er will, und unter poptheoretischen Gesichtspunkten verstehe ich ihn ja, aber deshalb w\u00fcrde ich keine Pommes bei McDonald\u2019s essen.<\/p>\n<p>Pop h\u00f6rt auch in Frankeich nicht auf. W\u00e4hrend Aleksandre Licht in der Galerie nationale du Jeu de Paume ausstellt, die sich der zeitgen\u00f6ssischen modernen, durchaus avantgardistischen Kunst verschrieben hat, darf Carrie immerhin feststellen, dass sie auch in Paris einen Fanclub hat und dass ihr Buch in Buchhandlungen steht (s06e20, 06:38, 116:40). Aleksandres und Carries Kunst sind beide international. Au\u00dferdem gibt es ja auch in Paris \u2013 und traditionellerweise da erst recht \u2013 Dior (s06e20, 19:56).<\/p>\n<p>Und dann gibt es da au\u00dferdem noch den Eiffelturm. Carrie ist mal wieder begeistert, weil der Eiffelturm f\u00fcr sie eine kitschige Vorstellung von Paris repr\u00e4sentiert. \u201eI almost screamed when I saw the Eiffel tower.\u201c Weil der Eiffelturm zu einem internationalen Wahrzeichen von Paris und zur Touristenattraktion geworden ist, weil er Reaktionen wie die von Carrie hervorruft, ist er Aleksandres Tochter Chlo\u00e9 zuwider. \u201eTerrible. It was tolerable before, but now with that light show at night. Hideous. Just hideous.\u201c (s06e19, 13:11)<\/p>\n<p>Eigentlich ist der Eiffelturm aber ein avantgardistisches Bauwerk, das im Zuge der Industrialisierung seine Konstruktionsweise zur Schau stellt. Er k\u00f6nnte nicht unkitschiger sein, was Chlo\u00e9 ganz offensichtlich vergessen hat. Chlo\u00e9 st\u00f6\u00dft sich besonders an der Light-Show, und nat\u00fcrlich handelt es sich dabei um einen billigen bunten Effekt f\u00fcr TouristInnen. Aber abgesehen davon, dass das Licht dem Turm ganz gut steht, wird die Schraube eben ein wenig weiter gedreht und Avantgarde plus Popularit\u00e4t und Sinnlichkeit wird Pop. In der Serie sieht man den Turm im direkten Vergleich bei Tag und bei Nacht (s06e19, 15:55) \u2013 und er ist bei Tag und bei Nacht ebenso kitischig wie poppig und eigentlich sehr \u201etolerable\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der amerikanische Widerspruch, dass sich Carrie stets kosmopolitisch f\u00fchlt und es nur unter der Bedingung ist, dass man Manhattan als die ganze Welt anerkennt, weil sie letztlich ein bisschen nationalistisch denkt, entspricht dem russisch-franz\u00f6sischen Widerspruch, dass Licht in der Galerie nationale du Jeu de Paume Kunst und auf dem Eiffelturm Kitsch ist, weil Chlo\u00e9 und Aleksandre letztlich ein bisschen elitistisch denken.<\/p>\n<p>Nun wird Paris zwar in der Serie durchaus als b\u00f6se Stadt dargestellt, aber man muss Carries Situation bedenken, dass sie einem Mann nach Frankreich gefolgt ist, der sich nun nicht um sie k\u00fcmmert, und sie daf\u00fcr ihr ganzes Leben und ihren Beruf als Kolumnistin aufgegeben hat \u2013 wer w\u00fcrde damit schon gl\u00fccklich werden. Symbolisch verliert sie ihre Carrie-Kette, findet sie dann aber wieder. Dass sie sich f\u00fcr Big und New York entscheidet, wird also auch als sehr verst\u00e4ndliche Selbstfindung inszeniert.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Sex &amp; The CiTy (Carrie Boutique Dior Paris)\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AoQGvv7aH5w?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Big ist bezeichnenderweise kein K\u00fcnstler. Aiden macht M\u00f6bel, Berger schreibt B\u00fccher, Aleksandre installiert Licht. Big ist Unternehmer und hat etwas mit Finanzen und Investment zu tun. Daran, dass Carries Kunst zu Kapitalismus und Kommerz passt, besteht kein Zweifel. Das ist schon oftmals \u2013 zu Recht und zu Unrecht \u2013 kritisiert worden.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Carries Kunst passt einfach zu dem Ort, in dem sich die Wall Street findet. Und zu diesem Ort bleibt zu sagen, dass sich hier zwar die Welt trifft, dass sich aber hinsichtlich anderer Variablen eine ziemliche Gleichf\u00f6rmigkeit zeigt, und auch diese internationale Stil- und Konsum-Gemeinschaft ist Pop \u2013 nicht gut oder schlecht, sondern einfach Pop.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Ein Post Scriptum zum Nahen Osten<\/p>\n<p>Dass die Darstellungen des Nahen Ostens stereotyp und vor allem nicht zu dessen Gunsten ausfallen, hat Niall Thompson gezeigt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> So faszinierend Abu Dhabi auch sein mag, ebenso weltst\u00e4dtisch wie auch \u2013 nennen wir es \u2013 lokal, kann ich der Serie in ihrer Wertung schon ein wenig folgen, w\u00fcrde ich mich, sofern es nicht um einen Urlaub geht, sondern um Dauer doch eher f\u00fcr New York als Abu Dhabi entscheiden. Dennoch ist es geradezu entr\u00fcstend, dass der zweite <i>Sex and the City<\/i>-Film es so darstellt, dass die zuerst begeisterten Frauen gegen Ende aus der Stadt verjagt werden, nachdem Samantha beim Sex auf einer Motorhaube am Strand erwischt worden war. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen amerikanischen Bundesstaat gibt, in dem das nicht als sittenwidrig gilt und ziemlichen \u00c4rger verursachen w\u00fcrde&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ba\u00dfler, Moritz: Der deutsche Pop-Roman. Die neuen Ar\u00adchi\u00advisten. M\u00fcnchen 2002; Schaffrick, Matthias\/Niels Werber: Die Liste, paradigmatisch. In: Li\u00adLi 47\/3 (2017), S. 303\u2013316..<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> http:\/\/www.nydailynews.com\/entertainment\/ranking-carrie-bradshaw-boyfriends-sex-city-article-1.2577496.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> http:\/\/www.wetpaint.com\/ranking-carrie-bradshaw-boyfriends-1591110\/.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> https:\/\/www.harpersbazaar.com\/culture\/film-tv\/g7921\/ranking-carrie-bradshaw-boyfriends-sex-and-the-city\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> https:\/\/www.cosmopolitan.com\/sex-love\/news\/a37631\/the-case-against-aidan-shaw\/.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> https:\/\/www.buzzfeed.com\/louispeitzman\/ranking-the-107-men-of-sex-and-the-city?utm_term=.qxDwEvxvP#.iv9px2V2m.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Lickhardt, <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2018\/05\/21\/remington-steeleder-schein-truegt-nicht-oder-traummaenner-gibt-es-wirklich-im-fernsehenvon-maren-lickhardt21-5-2018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Remington Steele<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> http:\/\/www.nydailynews.com\/entertainment\/ranking-carrie-bradshaw-boyfriends-sex-city-article-1.2577496.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> http:\/\/www.wetpaint.com\/ranking-carrie-bradshaw-boyfriends-1591110\/.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> https:\/\/www.buzzfeed.com\/tabathaleggett\/a-ranking-of-important-sex-and-the-city-men?utm_term=.elBQ7XqXN#.vcPMxPKP7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> https:\/\/www.buzzfeed.com\/louispeitzman\/ranking-the-107-men-of-sex-and-the-city?utm_term=.qxDwEvxvP#.iv9px2V2m.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-7972037.html.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Dana Heller: Sex and the Series. Paris, New York, and the Post-National Romance. In: American Studies 46\/2 (2005), S. 156.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Virginie Marcucci: Quand Carrie rencontre Paris. Sex and the City de l\u2019autre cot\u00e9 de l\u2019Atlantique et du mirroir. In: Revue Francaise d\u2019\u00c9tudes Americaines 115 (2008), S. 113.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Marcucci 2008, S. 105, 107\/108.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Marcucci 2008, S. 110\/111.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Marcucci 2008, S. 112.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Old_Europe_and_New_Europe#Rumsfeld&#8217;s_term<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Heller, S. 159.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Heller, S. 161.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Heller, S. 167.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Z.B. ganz interessant, aber dennoch nicht g\u00e4nzlich zustimmungsw\u00fcrdig von Michaela D.E. Meyer: The Fantasy of Sex and the City. A Post-Colonial Critique of the Romantic Imaginery, Consumerism, and Globalization. In: Women\u2019s Studies 43\/4 (2014). 425-439.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Niall Thompson: Postfeminist \u201aIslamophobia\u2018. The Middle East is so 1980s in Sex and the City. The Movie 2. In: Film, Fashion &amp; Consumption 5\/2 (2016), S. 165-184.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/germanistik\/mitarbeiter\/lickhardt_maren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maren Lickhardt<\/a>\u00a0ist <span class=\"meta-value affiliations\">Assistenz-Professorin am Institut f\u00fcr Germanistik der Leopold-Franzens-Universit\u00e4t Innsbruck<\/span>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carries M\u00e4nner<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[418,470,1293,1874,2118],"class_list":["post-7941","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-carry-bradshaw","tag-cosmopolitan","tag-kosmopolitisch","tag-post-national","tag-sex-and-the-city"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7941","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7941"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7941\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7941"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7941"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7941"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}