{"id":7948,"date":"2018-05-15T10:16:49","date_gmt":"2018-05-15T08:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=7948"},"modified":"2018-05-15T10:16:49","modified_gmt":"2018-05-15T08:16:49","slug":"die-mobilisierung-der-bilder-museen-und-soziale-medienvon-wolgang-ullrich15-5-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/05\/15\/die-mobilisierung-der-bilder-museen-und-soziale-medienvon-wolgang-ullrich15-5-2018\/","title":{"rendered":"Die Mobilisierung der Bilder. Museen und Soziale Medienvon Wolfgang Ullrich15.5.2018"},"content":{"rendered":"<p>Der Museumsbesuch als Chance, soziales Kapital zu erzeugen<!--more--><\/p>\n<p>Unter Kulturpessimisten zirkuliert schon seit einigen Jahren ein Foto aus dem Amsterdamer Rijksmuseum. Auf einer Bank im Raum mit Rembrandts <i>Nachtwache<\/i> sitzen einige Jugendliche, die aber nicht auf das Gem\u00e4lde blicken, sondern nur Augen f\u00fcr ihre Smartphones haben. Der Befund scheint eindeutig: massenmediale Berieslung statt Auseinandersetzung mit der Hochkultur; Whatsapp- und Selfie-Trash statt gro\u00dfe Kunst.\u00a0Doch sollten die\u00a0Kulturpessimisten aufpassen, dass sie nicht selbst in den Verdacht der Oberfl\u00e4chlichkeit geraten, wenn sie von Smartphones gleich auf Banalisierung schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/WVOutdoors\/status\/989485227130179584\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7951\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.38.45.png\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"737\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.38.45.png 525w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.38.45-214x300.png 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sie machen es sich \u2013 viel \u2013 zu einfach, solange sie nicht zumindest \u00fcberpr\u00fcfen, was genau die jungen Museumsbesucher da eigentlich tun. Zwar w\u00e4re die Vermutung, hier w\u00fcrden vor allem Wikipedia-Artikel \u00fcber Rembrandt oder das Rijksmuseum gelesen, \u00e4hnlich voreilig, aber durchaus wahrscheinlich ist, dass die Jugendlichen auf der Bank eine eigens vom Museum f\u00fcr Sch\u00fcler entwickelte App benutzen, in der sie spielerisch etwas \u00fcber Kunst erfahren.\u00a0Au\u00dferdem darf man annehmen, dass sie Bilder, die sie gerade vor Ort gemacht haben, mit Hashtags versehen und auf ihre Facebook-Seiten hochladen, dass sie dieselben Bilder mit verschiedenen Apps bearbeiten und animieren, dass sie sie an Freunde verschicken oder in eine Instagram-Story integrieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bildreservat.files.wordpress.com\/2017\/05\/facebook_1495699109743.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7953\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.00.png\" alt=\"\" width=\"403\" height=\"588\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.00.png 502w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.00-205x300.png 205w\" sizes=\"auto, (max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Achtet man etwas genauer auf die K\u00f6rperhaltung der Jugendlichen, wird man ihnen jedenfalls nicht nachsagen k\u00f6nnen, sie wirkten passiv, gelangweilt, verbl\u00f6det. Im Gegenteil sind sie voll bei ihrer Sache, sie tippen eifrig, stecken zum Teil ihre K\u00f6pfe zusammen, beugen diese zudem zu ihren Ger\u00e4ten, so dass sie sich noch besser auf ihr Tun konzentrieren k\u00f6nnen. Es ist also Folge ihrer eigenen Aktivit\u00e4t, dass sie keine Aufmerksamkeit mehr f\u00fcr den Rembrandt oder die anderen Originale im Raum \u00fcbrig haben. Weitergehend k\u00f6nnte man sogar sagen, dass sie nicht nur in diesem Museumsraum anwesend sind, sondern gleichzeitig genauso in den R\u00e4umen der sozialen Medien. Damit sind aber umgekehrt auch all diejenigen, mit denen sie \u00fcber Bilder, Videos, Hashtags und Textbotschaften live in Kontakt sind, zugleich im Rijksmuseum. Die Jugendlichen tragen somit dazu bei, dass sich das Museum \u00fcber seine physisch-r\u00e4umlichen Grenzen hinaus erweitert.<\/p>\n<p>Ein Kulturpessimist ist mit solchen Bemerkungen jedoch sicher nicht davon zu \u00fcberzeugen, dass das, was das Foto aus dem Rembrandt-Saal in Amsterdam festh\u00e4lt, eigentlich freudig stimmen k\u00f6nnte. Statt zu w\u00fcrdigen, dass sich hieran zeigt, wie weitgehend sich das schon seit Jahrzehnten proklamierte Ziel erf\u00fcllt hat, ein Museum f\u00fcr neue Zielgruppen zu \u00f6ffnen und seine mediale Pr\u00e4senz zu erh\u00f6hen, wird er gerade dies eher als Verrat an der urspr\u00fcnglichen Idee des Museums empfinden. Immerhin \u2013 dies zur Erinnerung \u2013 wurden Museen einst gegr\u00fcndet, um die Werke ausschlie\u00dflich als Kunst wahrnehmbar zu machen. Im Museum sollen sie unabh\u00e4ngig davon, f\u00fcr welche Funktionen oder Besitzer sie urspr\u00fcnglich geschaffen worden sein mochten, als Manifestationen einer autonomen Geschichte der Kunst zur Geltung kommen. Sie losgel\u00f6st von \u00f6konomischen und soziologischen Faktoren als sie selbst ernst zu nehmen, hei\u00dft zugleich, sie als etwas anzusehen, das nicht nur f\u00fcr eine bestimmte Zeit oder f\u00fcr bestimmte Adressaten Relevanz besitzt, sondern das allgemeing\u00fcltig ist und idealerweise einen Anspruch auf Ewigkeit zu erf\u00fcllen vermag. Es sollte gerade den Unterschied zwischen einem Kunstwerk und anderen menschlichen Ausdrucks- und Artikulationsformen ausmachen, dass ersteres umso bedeutsamer wird, je mehr man bei ihm von konkreten Anl\u00e4ssen und Interessen, von kommunikativen Zwecken und sozialen Kontexten abstrahiert. Alles andere hingegen erscheint, aus seinen Bez\u00fcgen herausgel\u00f6st, nur noch uninteressant, wirr, belanglos. Wenn die Werke nun aber in die Sozialen Medien eingespeist werden, wenn man sie zum Hintergrund von Selfies und zur Kulisse f\u00fcr Hashtags, gar zu Memen mit tagesaktuellen Botschaften macht, dann \u2013 so die kulturpessimistische Bef\u00fcrchtung \u2013 werden sie gerade nicht mehr als Werke erfahren und gew\u00fcrdigt, sondern erneut adressiert; sie werden zu Medien der Kommunikation und dienen der Artikulation diverser Interessen. Sie werden profanisiert. Dazu komme noch, so k\u00f6nnte der Kulturpessimist fortfahren, dass die Bilder von Kunstwerken auf Facebook-Seiten und Blogs inmitten ganz anderer Sujets landen, was ihre entweltlichte Pr\u00e4sentation im Museum, ihre Isolation im \u203awhite cube\u2039 komplett negiere. Sie w\u00fcrden aus dem Olymp der Kunst versto\u00dfen.<\/p>\n<p>Dieser Feststellung ist kaum zu widersprechen, doch sollte der Kulturpessimist dann wenigstens auch ber\u00fccksichtigen, wo damit begonnen wurde, Werke nicht mehr als etwas Absolutes \u2013 von allen Bez\u00fcgen Gel\u00f6stes \u2013, sondern als etwas zu begreifen, das sich immer wieder neu und anders adressieren l\u00e4sst. Zweifellos aber liegt der Ursprung von Praktiken des Kontextualisierens und Adressierens von Kunst im Museum selbst. Es sind die vielen Formen der Kunstvermittlung, die in den letzten Jahrzehnten nach und nach entstanden, bei denen man dazu \u00fcberging, die Werke nicht l\u00e4nger als sie selbst zu belassen, sondern sie eigens zu inszenieren, zu featuren, unterschiedlichen Zielgruppen anzupassen. Allein dass man Besucher als Zielgruppen definiert, legt schon nahe, die Exponate, also das, was, w\u00f6rtlich verstanden, herausgehoben und auf sich gestellt ist, zu adressieren: in Bez\u00fcge zu integrieren und auf diese Weise vermittelbar zu machen. Die oft bem\u00fchte Wendung, man m\u00fcsse die Besucher da abholen, wo sie sich bef\u00e4nden, bedeutet vor allem, dass man die Werke zu ihnen zu bringen, ihnen anzupassen hat \u2013 und nicht umgekehrt. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr das, was im Museum geschieht, sind mittlerweile die Bed\u00fcrfnisse des Publikums \u2013 und kaum noch eine hehre Idee von Kunst oder Werk.<\/p>\n<p>Dass die meisten Besucher heute mit einem Smartphone ins Museum kommen, erleichtert und vervielf\u00e4ltigt die Praxis des Abholens und Vermittelns. Das beginnt etwa damit, dass Kunstvermittler sich Hashtags einfallen lassen, die Besucher dazu anregen sollen, selbst bestimmte Bilder zu machen oder nach speziellen Motiven zu suchen. Damit ist eine p\u00e4dagogische Dimension verbunden, da sich der Blick des Publikums gezielt lenken und auf diese Weise eine spezifische Seherfahrung kultivieren l\u00e4sst, es spielen aber mindestens so sehr andere Aspekte eine Rolle. Publizieren die Besucher ihre in Museen entstandenen Bilder in den Sozialen Medien, werden sie n\u00e4mlich Teil einer Community, die alle umfasst, die sich vom selben Hashtag anregen lie\u00dfen. Nicht zuletzt gelangen sie so zu neuen Followern, k\u00f6nnen sich besser vernetzen und mehr Aufmerksamkeit erlangen.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt wird ein Museumsbesuch zunehmend als Chance gesehen, soziales Kapital zu erzeugen. Fast nirgendwo sonst gibt es f\u00fcr Menschen, die in den Sozialen Medien engagiert sind, so viele Ankn\u00fcpfungspunkte wie in einem Museum, um mit relativ wenig Aufwand Content zu generieren. Viele Kunstwerke sind an sich schon fotogen, auf alten Gem\u00e4lden lassen sich immer wieder witzige Details entdecken, moderne Kunst bietet daf\u00fcr Grelles und Krasses, erfreut mit Formen der Verfremdung oder speziellen Materialeffekten. Zudem offerieren Museen immer mehr Apps, die nicht nur mit Informationen unterhalten, sondern die vor allem darauf angelegt sind, dass die Besucher selbst zu Bilderproduzenten werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pinakothek.de\/klee\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7961\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.52.46.png\" alt=\"\" width=\"666\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.52.46.png 867w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.52.46-300x219.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.52.46-768x561.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich einer Paul-Klee-Ausstellung in der M\u00fcnchner Pinakothek der Moderne entwickelte man im Fr\u00fchjahr 2018 etwa die App \u00bbConstruct Klee\u00ab, mit der sich alles, was mit einem Smartphone aufgenommen wird, im Nu in Klee-\u00c4sthetik verwandeln und mit Klee-Motiven erg\u00e4nzen l\u00e4sst.\u00a0Ob Van-Gogh-Gem\u00e4lde oder Lindt-Osterhase: unter dem Hashtag #constructklee finden sich bei Instagram hunderte von Bildern von Museumsbesuchern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/https:\/\/www.instagram.com\/p\/BiL25PAjqAx\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7952\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.09.png\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.09.png 787w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.09-300x192.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.09-768x492.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei ihnen schwindet mit solchen Angeboten endg\u00fcltig jegliche Hemmschwelle, in Museen und mit dessen Exponaten alles auszuprobieren, was die digitale Technik hergibt. Hie\u00df es in Museen lange Zeit \u00bbFotografieren verboten!\u00ab, so erschiene es vielen mittlerweile als Zeitverschwendung und Affront, k\u00f6nnten sie bei einem Museumsbesuch nicht zugleich ihre Sozialen Netzwerke pflegen. Tats\u00e4chlich ermuntern Museen ihre Besucher gar noch zur Nutzung von Apps, die eigentlich ganz anderen Zwecken dienen \u2013 wie etwa Faceapp, womit sich Gesichtsausdr\u00fccke von Selfies kodifiziert verwandeln lassen. Diese App kann man aber genauso auf Portr\u00e4ts aus der Kunstgeschichte anwenden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BUzxe6Rg7Bu\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7950\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.28.png\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.28.png 785w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.28-300x191.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-15-um-09.39.28-768x490.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Portr\u00e4tierten lachen dann auf einmal oder haben schlechte Laune und sehen j\u00fcnger oder \u00e4lter als im Original aus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7956\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/duerer.jpg\" alt=\"\" width=\"419\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/duerer.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/duerer-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/duerer-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/duerer-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 419px) 100vw, 419px\" \/><\/p>\n<p>Offenbar braucht es f\u00fcr das, was Museen und Kunstvermittler forcieren, also gar keine p\u00e4dagogische Dimension mehr. Die Aktivierung der Besucher ist vielmehr das einzige Ziel, dem alles andere untergeordnet wird. Es geht darum, so etwa auch Olafur Eliasson bei der von der \u00bbNew York Times\u00ab im April 2018 veranstalteten \u00bbArt Leaders Network\u00ab-Konferenz, dass die Museen aus passiven Konsumenten \u00bbaktive Produzenten\u00ab machten (\u00bbactive producers\u00ab). Ihnen d\u00fcrften auch nicht l\u00e4nger bestimmte Erlebnisformen vorgegeben werden, vielmehr gehe es zentral um die Frage, \u00bbwem eine Erfahrung geh\u00f6rt\u00ab, ja \u00bbwem das [jeweilige] Kunstwerk geh\u00f6rt\u00ab (\u00bbwho owns the experience, who owns the artwork\u00ab). Aufgabe m\u00fcsse es sein, \u00bbdie Besucher dazu zu erm\u00e4chtigen, ihre eigenen Narrative mit Nachdruck zu entwickeln\u00ab (\u00bbto empower the visitors to be strong in creating their own narratives\u00ab).<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Das Foto, das Kulturpessimisten so emp\u00f6rt, zeugt somit alles andere als davon, dass sich das junge Kunstpublikum im Museum nicht mehr angemessen zu benehmen vermag. Vielmehr belegt es, wie erfolgreich Museen bereits darin sind, ihre Besucher von Bildrezipienten in Bildproduzenten zu verwandeln. An die Stelle einsam-stiller Kontemplation von Bildwerken ist das Kommunizieren mit selbsterstelltem Bildmaterial getreten. Und es verlangt nicht viel Phantasie, um sich sicher zu sein, dass das keineswegs eine kurze Mode ist, die blo\u00df dem Neuheitswert von Smartphones und Apps geschuldet ist, sondern dass im Moment erst der Anfang eines grundlegenden Wandels im Umgang mit Bildern aller Art \u2013 also gerade auch mit Kunstwerken \u2013 stattfindet. Insgesamt kommt es dadurch zu einer Mobilisierung der Bilder, die damit selbst im Museum nicht l\u00e4nger den Charakter von Werken haben.<\/p>\n<p>Was findet nicht jetzt schon alles statt? Mit t\u00e4glich wechselnden Filtern von Apps wie Snapchat verleiht man Abbildungen von Gem\u00e4lden Eselsohren oder Brillen, umgibt sie mit Blumenkr\u00e4nzen oder popkulturellen Accessoires. Sosehr das \u2013 \u00e4hnlich wie Faceapp-Bilder \u2013 nur ein Gag sein mag, mit dem man in den Sozialen Medien einen schnellen Lacher bekommt, so sehr dr\u00fcckt sich in all diesen digitalen Spielereien aber zugleich das Bed\u00fcrfnis aus, stillgestellte und insofern leblose Bilder in etwas Bewegliches und Lebendiges zu verwandeln. Auf etlichen Blogs trifft man daher auch bereits auf die Animation von Werken aus der Kunstgeschichte: Figuren wenden ihren Kopf oder machen etwas Absurdes.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/thecuriousbrain.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tumblr_ny40pceOUo1rv33k2o6_500.gif\" width=\"499\" height=\"353\" \/><\/p>\n<p>Suggeriert wird, man k\u00f6nne das Geschehen vor oder nach dem Moment sehen, den der K\u00fcnstler eingefangen hat, und bei manchem weckt das die Hoffnung, k\u00fcnftig werde man nicht nur ein, zwei Sekunden, sondern deutlich l\u00e4ngere Sequenzen verlebendigt bekommen. Aus der Sicht eines \u203adigital native\u2039, der mit dem Wissen aufgewachsen ist, dass sich digitale Daten beliebig ver\u00e4ndern lassen, erscheint es geradezu als eine Erl\u00f6sung der eingefrorenen Bilder, wenn sie jedem Zweck angepasst werden und zunehmend \u203alive\u2039 \u2013 also lebendig \u2013 in Erscheinung treten. Selbst ein K\u00fcnstler wie Jeff Koons bef\u00f6rdert derartige Vorstellungen, wenn er <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=r0b7uHrSzoM\">im Zuge seiner Kooperation mit Louis Vuitton Motive der Kunstgeschichte animiert<\/a>. Auf einmal scheint es, als k\u00f6nne er mehr als alle K\u00fcnstler vor ihm: als habe er die Bilder aus ihrer Fixiertheit befreit, sie pygmaliongleich zum Leben erweckt.<\/p>\n<p>Andere Szenen im Netz besch\u00e4ftigen sich mit \u203adigitaler Restaurierung\u2039. Dabei nimmt man sich eine digitale Reproduktion eines Gem\u00e4ldes vor und ver\u00e4ndert sie mit Bildbearbeitungsprogrammen so lange, bis der Originalzustand des Kunstwerks wiederhergestellt ist \u2013 oder zumindest der Zustand, den man f\u00fcr original h\u00e4lt. David Hockney geh\u00f6rte zu den ersten, die sich in digitaler Restaurierung versuchten, als er 2010 nicht nur etliche mehr oder weniger getreue Varianten einer \u00bbBergpredigt\u00ab von Claude Lorrain malte, sondern eine digitale Reproduktion des Gem\u00e4ldes in den Zustand zur\u00fcckversetzte, den er selbst f\u00fcr original h\u00e4lt: mit helleren, grelleren Farben, als sie das Gem\u00e4lde nach mehr als dreieinhalb Jahrhunderten noch bieten kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-7954\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-09-um-12.10.01-1024x527.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-09-um-12.10.01-1024x527.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-09-um-12.10.01-300x154.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-09-um-12.10.01-768x395.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-09-um-12.10.01.png 1438w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><\/p>\n<p>Mittlerweile gibt es hunderte von Webseiten, auf denen ber\u00fchmte Werke der Kunstgeschichte bearbeitet und mal in den Farben, mal in Format, Ikonographie oder einzelnen Sujets ver\u00e4ndert werden. Handelt es sich dabei um die neueste Version eines Kults um Originale \u2013 denn fast alle digitalen Restauratoren wollen zur\u00fcck zum vermeintlichen Urzustand \u2013, so f\u00fchren die oft konkurrierenden Rekonstruktionen jedoch eher dazu, dass eine verbindliche Vorstellung vom jeweiligen Original verlorengeht. Der Vergleich unterschiedlicher Versuche einer Wiederherstellung etwa des urspr\u00fcnglichen Anblicks der Mona Lisa l\u00e4sst n\u00e4mlich unsicher werden, was man \u00fcberhaupt noch f\u00fcr echt und original halten kann.\u00a0So beziehen sich manche Restauratoren auf fr\u00fche Kopien des Gem\u00e4ldes, um zu erschlie\u00dfen, wie dessen Farbigkeit urspr\u00fcnglich gewesen sein k\u00f6nnte. Oder sie legen ihren Rekonstruktionen Beschreibungen von Fast-Noch-Zeitgenossen wie Giorgio Vasari zugrunde. Dann landen sie bei Farben, die eher an Raffael als an Leonardo erinnern, kommen aber auch auf Details wie eine Armlehne, die auf dem Pariser Original h\u00f6chstens zu erahnen ist, wenn man gezielt danach sucht.<\/p>\n<p>Man mag solche Spekulationen erheiternd finden, sollte aber zugleich anerkennen, dass Praktiken wie die digitale Restaurierung zu einer Revolutionierung der Kunstwahrnehmung beitragen. Auch hier erweitert sich das bisher statische \u2013 singul\u00e4re \u2013 Bild zu einem Bildverlauf, und es k\u00f6nnte \u00fcblich werden, die Ver\u00e4nderungen, die ein Werk durch nat\u00fcrliche Alterungsprozesse, aber auch durch jeweils zeittypische Anpassungen erfahren hat, in einer Art von Zeitraffer in einem kurzen Film sichtbar zu machen. F\u00fcr Museen w\u00e4re das eine sehr gute M\u00f6glichkeit, etwa Erkenntnisse von Restauratoren zu vermitteln. Infolge davon w\u00fcrden Kunstwerke \u2013 dann auch ernsthafter als im Fall blo\u00dfer Animationen \u2013 nicht mehr als unver\u00e4nderlich, sondern eher als metamorphotische Ereignisse angesehen, die immer schon Wandlungen unterworfen waren.<\/p>\n<p>Da es in naher Zukunft noch einfacher und damit noch \u00fcblicher werden d\u00fcrfte, Bilder zu ver\u00e4ndern und zu animieren, k\u00f6nnte es auch selbstverst\u00e4ndlich werden, dass Besucher sich in die Abbildungen einzelner Gem\u00e4lde hineinmanipulieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-7957\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/snapchat-1024x594.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"403\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/snapchat-1024x594.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/snapchat-300x174.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/snapchat-768x446.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/snapchat.png 1198w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><\/p>\n<p>Gibt es bereits Apps, die es erlauben, Selfies nicht nur mit Filtern zu bearbeiten, sondern den jeweiligen Gesichtsausdruck simultan in ganz andere Gestalten \u2013 etwa in Figuren aus der Popkultur \u2013 zu \u00fcbertragen, so k\u00f6nnten daf\u00fcr auch ber\u00fchmte Werke der Kunstgeschichte die Vorlage bilden.<\/p>\n<p>Wer jetzt schon Gem\u00e4lde wie Munchs <i>Schrei<\/i> nachstellt, um ein politisches oder privates Ereignis zu kommunizieren und eigene Emotionen zum Ausdruck zu bringen, wird \u00fcber eine entsprechende App sehr dankbar sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-7955\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/munch-1024x331.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/munch-1024x331.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/munch-300x97.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/munch-768x248.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/05\/munch.png 1177w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><\/p>\n<p>Vielleicht werden Mimik und Gestik k\u00fcnftig sogar generell vielfach externalisiert werden. Statt nur ernst zu schauen oder mit einer Geste Verachtung zu signalisieren, wird jede Bewegung zugleich von einer Kamera aufgenommen und nach Belieben mit vorgegebenen Bildmustern verbunden. Jede Geste l\u00e4sst sich dann gerade auch in einem ber\u00fchmten Kunstwerk aufheben, verst\u00e4rken und \u00fcberh\u00f6hen. Das wird zu neuen Techniken des Expressiven f\u00fchren, und die Folge wird eine Kultur sein, in der das Zum-Ausdruck-Bringen von Affekten und Haltungen bewusster als je zuvor eine wichtige und differenzierte Kulturtechnik ist.<\/p>\n<p>Insgesamt wird es eine Erweiterung von Ausdrucksm\u00f6glichkeiten bedeuten, dass sich k\u00fcnftig sehr viele Menschen in diversen digitalisierten Formaten artikulieren k\u00f6nnen \u2013 und dass statische Bilder dann nur noch den Ausgangspunkt f\u00fcr unendlich viele Varianten, Formen von Remix, von Animation und Metamorphose bilden. Kunstwerke, die bisher von einer exklusiven Minderheit produziert und oft mit einem Anspruch auf Autonomie versehen wurden, entwickeln sich dadurch umso mehr zu allgemein genutzten Medien der Kommunikation. Da sie dann aber gerade nicht mehr als Werke \u2013 als etwas, das rezipiert wird \u2013 behandelt werden, steht jedoch \u2013 neben vielem anderen \u2013 auch infrage, ob sie, sofern sie nicht ohnehin zu alt daf\u00fcr sind, \u00fcberhaupt noch unter das Urheberrecht fallen. Das klingt auch in Eliassons Frage an, wem die Werke in Zeiten, in denen in Museen aktive Nutzer statt passiver Besucher anzutreffen sind, eigentlich geh\u00f6ren. So wenig f\u00fcr ein Sprichwort, eine Redewendung oder einen Neologismus trotz eines Urhebers Urheberrechte geltend gemacht werden k\u00f6nnen, weil sie nicht als Werke, sondern als Kommunikationsmittel \u2013 als etwas, das jeder aktiv nutzt \u2013 verstanden werden, so wenig d\u00fcrfte und sollte das dann auch bei Bildern der Fall sein.<\/p>\n<p>Allerdings wird es viele Zweifelsf\u00e4lle geben. Gerade K\u00fcnstler, die sich den digitalen M\u00f6glichkeiten nicht verschlie\u00dfen und die neue Bilder oder Bildvarianten entwerfen, werden sich einerseits nach wie vor in der Tradition von Werksch\u00f6pfern sehen wollen, die als Urheber gew\u00fcrdigt, gesch\u00fctzt und honoriert werden, wissen aber andererseits, dass ihre Wirkung und ihr Erfolg sich daran bemessen, wie oft ihre Wendungen rebloggt, weitergepostet, neu kommentiert und variiert werden. Der K\u00fcnstler und Theoretiker Brad Troemel stellt nicht nur die Gleichung auf, wonach ein Kunstwerk k\u00fcnftig umso weniger seinem Urheber zugeordnet wird, je ber\u00fchmter es ist (\u00bbthe more famous an art\u00a0image becomes, the less its author will be attributed\u00ab), sondern macht auch deutlich, dass Kunst in Zeiten Sozialer Medien kaum noch als Ware (und schon gar nicht als Werk), sondern vielmehr als recycelbares Material empfunden wird (\u00bbsuch a disposition emphasizes art not as a commodity so much as a recyclable material\u00ab). Damit aber werde sie auch Teil des t\u00e4glichen Lebens, habe also eine ganz andere \u2013 wichtigere und zugleich beil\u00e4ufigere \u2013 Rolle als bisher (\u00bbthrough social media, art is reintroduced into everyday life\u00ab).<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Museen aber werden, folgt man dieser Metaphorik, zu Recycling-H\u00f6fen. In ihnen sind die Originale das, was sie der Wortbedeutung nach sind: Ursprung (origo) f\u00fcr unz\u00e4hlige Anverwandlungen und Neusch\u00f6pfungen. Die Bedeutung dessen, was Museen sammeln und zeigen, bew\u00e4hrt sich gerade darin, dass es wieder und wieder neu adaptiert wird. Ob es dann \u00fcberhaupt noch einer eigenen Kunstvermittlung bedarf, darf jedoch bezweifelt werden; vielmehr brauchen Menschen in einer Kultur, in der es allt\u00e4gliche Praxis ist, mit Bildern so gel\u00e4ufig und wendig zu kommunizieren wie mit Sprache und wie mit Mimik und Gestik, wohl nicht mehr eigens dazu motiviert werden, sich selbst, ausgehend von Kunstwerken, als Bildproduzenten zu engagieren. Allerdings ist weitergehend sogar fraglich, ob es dann \u00fcberhaupt noch Museen braucht, die mehr sind als Lager von Kunst. Hat die dann herrschende Bildkultur nicht eine so starke Dynamik entwickelt, hat sie sich nicht so weit von ihren Urspr\u00fcngen entfernt, dass sie der Originale eigentlich gar nicht mehr bedarf? Diese m\u00f6gen eine Existenz f\u00fchren wie das Urmeter in Paris \u2013 als eine historische Referenz \u2013, und man besucht sie \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 eher als Kuriosit\u00e4t denn aus Ehrfurcht oder Notwendigkeit.<\/p>\n<p>Vermutlich wird es aber auch Gegenbewegungen geben. Einige K\u00fcnstler werden den Ehrgeiz haben, Bilder zu schaffen, die sich einer Verwendbarkeit widersetzen, ja die niemand aneignen, morphen, animieren oder mit Filtern bearbeiten will, so dass sie sich auch nie von ihrem Urheber l\u00f6sen. Und ein paar Museen werden sich zu Sonderzonen deklarieren: zu Orten, an denen das Fotografieren und jede Art der eigenm\u00e4chtigen Bildproduktion wieder verboten wird und an denen den Besuchern kaum etwas anderes bleibt, als die ausgestellten Werke zu betrachten. Vielleicht empfinden sie es als Zumutung, vielleicht aber auch als altmodische Form von H\u00f6flichkeit, dass die Werke dann unbeweglich an den W\u00e4nden h\u00e4ngen und in den R\u00e4umen stehen. Dass man sie anschauen kann, ohne etwas damit tun zu m\u00fcssen. Vielleicht werden diese Orte zum Treffpunkt s\u00e4mtlicher Kulturpessimisten, vielleicht wird es aber auch als besonders cool und avanciert gelten, sich darauf einzulassen \u2013 und Bilder als etwas zu erfahren, dessen besondere Qualit\u00e4t darin besteht, nicht als Medium f\u00fcr bestimmte Botschaften, nicht als adressierte Sendung zu fungieren, sondern einfach da zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dieser Beitrag basiert auf der Keynote, die Wolfgang Ullrich auf\u00a0der vom <a href=\"https:\/\/kunstforum-zuerich.ch\/\">Kunst-Forum Z\u00fcrich<\/a> veranstalteten Konferenz \u00bb<a href=\"https:\/\/kunstforum-zuerich.ch\/next-generation\/\">Building a Museum for Next Generation<\/a>\u00ab\u00a0gehalten hat.<\/p>\n<p><a title=\"homepage ullrich\" href=\"https:\/\/ideenfreiheit.wordpress.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolfgang Ullrich<\/a> ist freier Autor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/www.nytimes.com\/video\/arts\/100000005871645\/olafur-eliasson-who-owns-the-artwork.html?smid=tw-share.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Brad Troemel: \u201cArt after Social Media\u201d, in: Art Papers Juli\/August 2013, S. 10\u201315, hier S. 13.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Museumsbesuch als Chance, soziales Kapital zu erzeugen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[212,700,1170,1283,1321,1329,1337,1581,2006,2106,2157,2158,2164,2189,2558],"class_list":["post-7948","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-app","tag-faceapp","tag-jugendkultur","tag-kontextualisierung","tag-kulturpessimismus","tag-kunst","tag-kunstvermittlung","tag-museum","tag-rijksmuseum","tag-selfies","tag-smartphones","tag-smombie","tag-social-media","tag-soziale-medien","tag-wolfgang-ullrich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7948"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7948\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}