{"id":8005,"date":"2018-06-04T07:42:02","date_gmt":"2018-06-04T05:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=8005"},"modified":"2018-06-04T07:42:02","modified_gmt":"2018-06-04T05:42:02","slug":"all-the-things-she-saidt-a-t-u-und-die-lgbt-community-in-russlandvon-ira-konyukhova4-6-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/06\/04\/all-the-things-she-saidt-a-t-u-und-die-lgbt-community-in-russlandvon-ira-konyukhova4-6-2018\/","title":{"rendered":"\u00bbAll The Things She Said\u00abT.a.t.u und die LGBT-Community in Russlandvon Ira Konyukhova4.6.2018"},"content":{"rendered":"<p>Der leise Widerstand des \u201eNot Gonna Get Us\u201c<!--more--><\/p>\n<p>I\u02bcm in serious shit, I feel totally lost<br \/>\nIf I\u02bcm asking for help it&#8217;s only because<br \/>\nBeing with you has opened my eyes<br \/>\nCould I ever believe such a perfect surprise?<\/p>\n<p>I keep asking myself, wondering how<br \/>\nI keep closing my eyes but I can&#8217;t block you out<br \/>\nWant to fly to a place where it&#8217;s just you and me<br \/>\nNobody else so we can be free<\/p>\n<p>All the things she said<br \/>\nAll the things she said<br \/>\nRunning through my head<\/p>\n<p>Running through my head<\/p>\n<p>Der Text scheint so \u00fcblich f\u00fcr Pop wie generisch f\u00fcr Digital Poetry zu sein \u2013 w\u00fcrde er nicht einer legend\u00e4ren Band der russischen Pop-Szene entstammen: dem Lied \u201eAll the Things She Said\u201c (\u201eja soshla s uma\u201c) des quasi-lesbischen Duos T.a.t.u.. Im folgenden Beitrag versuche ich die Konstruktion einer heteronormativen Gesellschaft mit ihren sexuellen und kulturellen nationalen Traditionen zur Zeit der Regierung Wladimir Putins am Beispiel der bis jetzt f\u00fcr das westliche Publikum am besten konvertierten russischen Pop-Band T.a.t.u nachzuvollziehen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"t.A.T.u. - All The Things She Said (Official Music Video)\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8mGBaXPlri8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Ein Skandal! Oder doch nicht?<\/p>\n<p>Die Pop-Band T.a.t.u. entstand 1999 als Projekt des Produzenten Ivan\u00a0Shapovalov\u00a0und bestand aus zwei zu jener Zeit 14-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen. Sie hoben sich von den anderen\u00a0Frauenbands, die damals in Russland existierten (Blestjashie,\u00a0Lizei,\u00a0Strelki\u00a0u.a.) und vornehmlich \u00fcber die unerf\u00fcllte heterosexuelle Liebe sangen, paradigmatisch ab. Zwar manifestierte sich auch in einigen Songtexten anderer weiblicher Pop-Bands\u00a0\u2013\u00a0wenn auch nicht so explizit und so oft\u00a0\u2013\u00a0der Wunsch nach\u00a0emotionaler Unabh\u00e4ngigkeit, eigener Entscheidungsfindung sowie der Verabschiedung von \u00fcberwiegend patriarchalen Verhaltensstereotypen. Doch handelten die Frauen auf der B\u00fchne und in ihren Videos stets im Rahmen der\u00a0popmusikalischen\u00a0Normen \u2013 insbesondere, was die heterosexuelle Anz\u00fcglichkeit betrifft.<\/p>\n<p>T.a.t.u. haben diese Stereotype \u00fcbernommen und zugleich gebrochen. Mit ihren expliziten Performances\u00a0lenkten sie die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf Fragen nach der sexuellen Identit\u00e4t, der Geschlechterrollen, des K\u00f6rperbewusstseins und hoben einen weiblichen Blick darauf hervor. In ihren Liedtexten versuchte die weibliche Libido den Teufelskreis der angebotenen sozialen Rollen zu brechen, sie manifestierte sich mit einer Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, die einer russischen und gar sowjetischen Frau, die von den Profiteuren der westlichen sexuellen Revolution der 1960er Jahre ausgeschlossen war, bis dahin nicht bekannt waren.<\/p>\n<p>Nach der Milderung der Importbedingungen f\u00fcr die westliche Kultur- und Pop-Produktion 1985 und im Zuge der Perestroika, dem Zerfall der Sowjetunion 1992 und letztlich der Aufhebung des Gesetzes \u00fcber die strafrechtliche Verfolgung der homosexuellen Beziehungen in ganz Russland 1993 brachte auch die russische Popszene einige K\u00fcnstler hervor, die sich\u00a0der bin\u00e4ren Geschlechtsordnung\u00a0sowie einer eindeutigen sexuellen Orientierung entzogen und mit solchen\u00a0\u2013\u00a0trotz einer noch immer mehrheitlich konservativen Bev\u00f6lkerung\u00a0\u2013\u00a0Erfolg und Medienaufmerksamkeit erhielten. Endlich konnte man sich\u00a0\u2013\u00a0zumindest als Akteur in der Popszene\u00a0\u2013\u00a0frei und ohne Bedenken durch individuelles \u00f6ffentliches Verhalten, den Kleidungsstil, in Songtexten und Tanzbewegungen ausdr\u00fccken. Man musste nur extravagant genug sein, um die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu lenken. Trotz abwesender staatlicher Kontrolle \u00e4u\u00dferten sich jedoch nur wenige K\u00fcnstler explizit \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t, da die gesellschaftlichen Konventionen sich kaum ver\u00e4ndert hatten\u00a0\u2013\u00a0sie bevorzugten es, ihr Image nicht mit dem privaten Leben in Verbindung zu bringen. (\u201e<a href=\"http:\/\/www.peoples.ru\/art\/music\/pop\/shura\/interview.html\">\u0415\u0441\u0442\u044c \u0442\u0430\u043a\u043e\u0435 \u043f\u043e\u043d\u044f\u0442\u0438\u0435, \u043a\u0430\u043a \u0441\u0446\u0435\u043d\u0430, \u0438\u043c\u0438\u0434\u0436, \u043a\u043e\u0442\u043e\u0440\u044b\u0439 \u043c\u044b \u0441\u043e\u0437\u0434\u0430\u0435\u043c. \u041d\u0430 \u044d\u0441\u0442\u0440\u0430\u0434\u044b \u043c\u044b &#8211; \u043e\u0434\u043d\u043e, \u0432 \u0436\u0438\u0437\u043d\u0438 &#8211; \u0434\u0440\u0443\u0433\u043e\u0435.\u201c<\/a>)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u0424\u0440\u0438\u0434\u0430 \u0438 \u041f\u043e\u043b\u0438\u0446\u0438\u044f \u041d\u0440\u0430\u0432\u043e\u0432 \u0411\u0435\u0433\u0443\u0442 \u043c\u0438\u043d\u0443\u0442\u044b Frida i Policija Nravov\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/CRtjdKYLKo4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die erste Band, deren Mitglieder als Homosexuelle auftraten, war das Duo Polizija Nravov. Nach dieser Band folgte eine Welle weiterer Pops\u00e4nger, die sich offen zu ihrer Homosexualit\u00e4t bekannten, wie z.B. der skandal\u00f6se, zu pervertierter barocker \u00c4sthetik tendierende Boris Moiseev, der sp\u00e4ter in einem Duett mit Nikolaj Trubach eine Hymne der russischen Gay-Szene \u2013 das Lied \u201eBlauer Mond\u201c \u2013 geschaffen hat. Als \u201eBlaue\u201c bezeichnete man in Russland homosexuelle M\u00e4nner, als \u201eRosafarbene\u201c hingegen lesbische Frauen. Oder Schura, dessen Stil nicht nur durch ein Travestie-Image bestimmt war (kurze Shorts mit Plateauschuhen), sondern auch durch das Fehlen der Vorderz\u00e4hne; Oskar und Nikita f\u00fchrten hingegen das \u201aklassische\u02bb Bild des homosexuellen Mannes fort.<\/p>\n<p>Zu erw\u00e4hnen ist auch die Band Gosti Iz Budushego (\u201eG\u00e4ste aus der Zukunft\u201c), das sich Ende der 1990er Jahre gegr\u00fcndet hat. Sie unterschieden sich in erster Linie durch ihre Pansexualit\u00e4t von anderen Bands. Im Video zu \u201eNot Love\u201c steckt die S\u00e4ngerin in einer Dreiecksgeschichte: Mann-Mann-Frau. In dem Lied \u201eLove Me in a French Way\u201c spricht sie mal zu einem Mann, mal zu einer Frau. In einer der Strophen hei\u00dft es: \u201eNur wei\u00dft du, es ist f\u00fcr mich absolut uninteressant, dass ich nicht verstehen kann, wer du bist &#8211; er oder sie.\u201c Ende der 1990er Jahre war Queerness in der russischen Popszene so popul\u00e4r, dass sogar eine der beliebtesten Bands der damaligen Zeit<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u2013 Ruki Vverh! (\u201eH\u00e4nde Hoch!\u201c) \u2013, die bis dato im heiteren einfachen Diskorhythmus \u00fcber die erste ungeteilte Liebe sangen, ein Video mit eindeutigen Bez\u00fcgen zu<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Homosexualit\u00e4t und Travestie produzierte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Ruki Vverh - On tebja celuet\" width=\"625\" height=\"469\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/DSIE6VOqk0Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Tendenz konnte man auch in der Rockszene beobachten. Mit der Perestroika begann in Russland \u201adie goldene \u00c4ra des russischen Rock\u02bb, in der \u00fcberwiegend (wenn nicht fast ausschlie\u00dflich) M\u00e4nner-Bands die B\u00fchne beherrschten. Gegen Ende der 1990er Jahre \u00e4nderte sich die Situation aber allm\u00e4hlich: Die \u00e4ltere Generation wurde von einer neuen abgel\u00f6st, deren Protagonisten zunehmend weiblich waren. In den anf\u00e4nglich muskul\u00f6sen Rock trat eine lyrische oder sogar romantische Komponente ein. Es entstanden viele Bands mit einer Frontfrau, die alle Lieder und Texte schrieb: Chicherina, Masha i Medvedi, Nochnie Snaiperi, Total und Zemfira. Frauen, die \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t sangen und ein Image vermittelten, das der b\u00fcrgerlichen und m\u00e4nnlichen Wahrnehmung der Frau nicht entsprach, waren \u00fcblich zu diesem Zeitpunkt. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dennoch besa\u00df T.a.t.u., das urspr\u00fcnglich als kommerzielles Projekt ohne bestimmte Wertauffassung konzipiert und realisiert wurde, einen enormen Provokationswert. Nicht zuletzt deshalb, weil sie skandal\u00f6s inszeniert wurden. So erkl\u00e4rte der Produzent der Band in einem ber\u00fcchtigten Interview, er habe sich f\u00fcr die\u00a0Ideenentwicklung\u00a0Statistiken von Porno-Webseiten angesehen und dabei festgestellt, dass Videos mit pubert\u00e4ren halberwachsenen M\u00e4dchen die\u00a0meisten\u00a0Klicks bekamen. Ob derartige Behauptungen mediale Provokation\u00a0waren oder nicht, spielte keine gro\u00dfe Rolle: Das erste Video der Band \u2013 \u201eAll The Things She Said\u201c \u2013 war ein gelungener Skandal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Eine Nation dreht durch und tanzt<\/p>\n<p>In den 1990er Jahren wurde der spielerische Umgang mit Gender-Identit\u00e4ten und sexuellen Konventionen zum Bestandteil\u00a0einer liberalen Umformung\u00a0des Landes, die Popszene hatte sich von der Bl\u00fcmchenliebe der Sowjetzeiten verabschiedet und den Begierden, individuellen\u00a0Leidenschaften\u00a0sowie Fetischen gewidmet. F\u00fcr den post-sowjetischen Menschen, der auf eine instabile, nicht abgesicherte Lohnarbeit angewiesen war, war die Sph\u00e4re des Privaten und des Individuellen sowie\u00a0das verbesserte Unterhaltungsangebot\u00a0das einzig greifbarere Ergebniss des \u00dcbergangs zu einem anderen politischen und wirtschaftlichen System.<\/p>\n<p>Der \u00f6konomische Kollaps des Jahres 1998 und die damit einhergehende drastische Geldabwertung richteten die Bev\u00f6lkerung noch st\u00e4rker auf\u00a0die individuellen Kr\u00e4fte\u00a0der \u00dcberlebenssicherung, Selbstbehauptung oder -Berauschung aus. Dort, wo der Staat die Steuereinnahmen, die innenpolitische Situation und den Geldwert nicht kontrollieren konnte, blieb die Legitimation f\u00fcr eine Direktionsvorgabe des \u00f6ffentlichen sowie privaten Diskurses aus.<\/p>\n<p>In dieser Situation wurden T.a.t.u. \u2013 zwei minderj\u00e4hrige, unh\u00f6fliche, eigenbr\u00f6tlerische M\u00e4dchen \u2013 auf die B\u00fchne gebracht. Sie sangen \u00fcber ihre Gef\u00fchle zueinander (was zwar auch eine gewisse Provokation war, aber eine recht moderate zu diesem Zeitpunkt), sie k\u00fcssten sich w\u00e4hrend der Interviews und auf der B\u00fchne, sie zeigten in Musikvideos und in der \u00d6ffentlichkeit ihre gegenseitige sexuelle Zuneigung. In ihrem ersten Video spielten sie au\u00dferdem auf die k\u00f6rperliche Attraktivit\u00e4t und Unschuld eines Teenagers an \u2013 wohingegen andere Pers\u00f6nlichkeiten dieser Zeit wie Nochnie Snaiperi oder Zemfira eher als androgyne, erwachsene, selbstsichere, sexuell aufgekl\u00e4rte Frauen auftraten. T.a.t.u., ihr Verhalten, ihr Alter sowie die eindeutig auf homosexuelle Liebe verweisenden Texte waren nat\u00fcrlich im Russland der damaligen Zeit f\u00fcr einen Teil der Bev\u00f6lkerung eine Grenz\u00fcberschreitung. F\u00fcr den anderen Teil war das Duo ein Beweis f\u00fcr die liberale Umstrukturierung des Landes und eine entschiedene Absage an jegliche Kontrolle der Privatsph\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00dcber die gesellschaftspolitische Relevanz des Songs \u201eNot Gonna Get Us\u201c<\/p>\n<p>Obwohl das erste Video von T.a.t.u. bereits provozierte, war es das Lied \u201eNot Gonna Get Us\u201c, das aus ihnen ein nationales Pop-Idol gemacht hat. Der Text dieses Liedes stand vollkommen im Einklang mit der anarchischen Stimmung der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in einem Land, das durch die Korruption, die Tschetschenienkriege, Bandgefechte und die Finanzkrise des Jahres 1998 zerrissen war, deren Auswirkungen in den fr\u00fchen 2000er Jahren noch gut zu sp\u00fcren waren \u2013 nicht zuletzt auch durch die allgemeine Panik \u00fcber das neue Jahrtausend.<\/p>\n<p>Der Refrain \u201eNot Gonna Get Us\u201c manifestierte in erster Linie eine Aversion gegen das soziale Umfeld und die finanzielle Abh\u00e4ngigkeit. Die anf\u00e4ngliche Euphorie durch die pl\u00f6tzliche Freiheit der Presse und das Angebot zur Selbstverwirklichung wurde in den fr\u00fchen 1990er Jahren durch einen st\u00e4ndigen Kampf ums \u00dcberleben und die Scham daf\u00fcr, sich trotz der kapitalistischen Freiheit nicht an die europ\u00e4ische Lebensweise ann\u00e4hern zu k\u00f6nnen, ersetzt. Wirtschaftliche und kulturelle Degradierung hatten einen Zustand der permanenten Verzweiflung, politischen Apathie und Depression hervorgerufen, und die einzige Antwort auf diese Situation war nicht der Kampf, sondern die innere Emigration, der leise Widerstand des \u201eNot Gonna Get Us\u201c.<\/p>\n<p>Es war auch wichtig, dass die Vermittler dieses Slogans der neuen inneren Freiheit nicht Vertreter der vielf\u00e4ltigen und durch mehrere Subkulturen bestimmten Rockszene waren, sondern zwei sehr gew\u00f6hnliche M\u00e4dchen, die nicht durch Argumente und Tatsachen \u00fcberzeugten, sondern durch den Aufschrei, dass sie nichts damit zu tun haben wollten. Die Stimmung dieses Liedes und des Videos war so stark, dass f\u00fcr den absoluten Erfolg sogar die sexuelle Objektivierung, die f\u00fcr die Popszene sonst \u00fcblich ist, nicht n\u00f6tig war.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"t.A.T.u. - Not Gonna Get Us (EN)\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0HL-N9oOjcs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>In dem Video tragen die M\u00e4dchen Daunenjacken, sind in Schals eingewickelt und verbringen fast das ganze Video in einem riesigen LKW, den sie nachts von einem Parkplatz gestohlen haben. Im Akt des Autodiebstahls wird die ersehnte Freiheit in ein starkes Bild gesetzt: Die Freiheit, f\u00fcr die der sowjetische Mensch so lange gek\u00e4mpft hatte und die f\u00fcr nichts an eine neue politische Elite verkauft wurde. Mitten im Video klettern die M\u00e4dchen auf das Dach des LKWs und lassen das Lenkrad au\u00dfer Kontrolle. Indem sie gegen den Schneesturm k\u00e4mpfen, einander umarmen und \u201eThey Not Gonna Get Us\u201c skandieren, bewegen sie sich (in einer Pose, die an den ber\u00fchmten \u201aFlug\u02bb von Jack und Rose auf dem Bug der Titanic erinnert) dem sicheren Tod entgegen. Die Abneigung gegen die umgebende soziale, wirtschaftliche und politische Realit\u00e4t muss so stark gewesen sein, dass sogar die Aussicht auf einen Tod im Schneesturm ein Akt der Befreiung zu sein schien.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Ordnung der Unordnung<\/p>\n<p>Der Song erschien 2001, ein Jahr nachdem Putin als legitimer President Russlands gew\u00e4hlt wurde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Zu dieser Zeit zeichnete sich die allgemeine M\u00fcdigkeit \u00fcber die politische und wirtschaftliche Instabilit\u00e4t bei einem Teil der Bev\u00f6lkerung ab \u2013 oft bei den sogenannten Verlierern der neoliberalen Umgestaltung: Rentner, alleinstehende M\u00fctter und M\u00e4nner \u00fcber 40, die sich nicht mehr auf die neuen Verh\u00e4ltnisse umstellen konnten. Durch den drastischen Abbau des sozialen Systems und dem Machtaufstieg der Oligarchen f\u00fchlten sich aber auch die Festangestellten und finanziell abgesicherten Menschen bedroht. Der Wunsch nach einem starken Pr\u00e4sidenten, nach stabilen Arbeits- und Wirtschaftsverh\u00e4ltnissen sowie die Sehnsucht nach einer gro\u00dfen Ideologie, welche die entropisch auseinander strebenden Regionen, Gesellschaftsklassen und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Lebenseinstellungen wieder b\u00fcndeln w\u00fcrde, wuchs von Tag zu Tag.<\/p>\n<p>Putin wurde zum Pr\u00e4sidenten, als die\u00a0sexuelle wie strafrechtliche\u00a0Freiz\u00fcgigkeit zu einer gesellschaftlicher Norm wurde, und f\u00fcr viele ging diese Ver\u00e4nderung zu schnell, zu drastisch voran. Kurz bevor er kandidierte, erlaubte er sich einen Ausdruck, der lexikalisch in den Banditen-Wortschatz einzuordnen ist \u2013 und verdiente sich gerade damit das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung. T.a.t.u. hingegen wurden zum wichtigsten Vertreter der allgemeinen politischen und gesellschaftlichen (Un-)Ordnung, indem sie die Konventionen und Klischees (heterosexuelle Liebe als etwas, was einzig als \u201anormal\u02bb gilt, Abwesenheit der weiblichen Masturbation und Lust, M\u00e4dchen als schwache, hilfsbed\u00fcrftige Gesellschaftsmitglieder) herausforderten und zugleich repr\u00e4sentierten und verst\u00e4rkten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zur politischen Dimension des Liedes \u201e30 Minutes\u201c<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Ein weiteres Lied, das die herrschenden Bedingungen hinterfragt, ist \u201e30 Minutes\u201c (\u201ePolchasa\u201c).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Im Video f\u00fcr das Lied wird die Geschichte eines M\u00e4dchens geschildert, das mit einem jungen Mann fremdgeht und deren Freundin aus Rache eine Bombe herstellt, mit der sie das Karussell in einem Vergn\u00fcgungspark, wo das heimliche Paar die gemeinsame Zeit verbrachte, sprengt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BUA0STO_JLo\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BUA0STO_JLo<\/a><\/p>\n<p>Selbstgebaute Bomben\u00a0wurden in den sp\u00e4ten 1990er und fr\u00fchen 2000er Jahren in Russland ausschlie\u00dflich mit den Bombenanschl\u00e4gen durch tschetschenische Terroristen assoziiert \u2013 ganz \u00e4hnlich wie Explosionen, Massaker und Unruhen in Europa in den Medien (und dar\u00fcber hinaus) immer st\u00e4rker mit Migranten aus arabischen L\u00e4ndern in Verbindung gebracht werden. Zum Zeitpunkt der Ausstrahlung des Videos im September 2001<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>waren in Russland noch die Erinnerungen an die Trag\u00f6dien des Jahres 1999<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>in Buynaksk, Volgodonsk und Moskau pr\u00e4sent. Im August 2000 gab es eine Explosion in der Moskauer U-Bahn, im Oktober 2000 in Pjatigorsk und Nevinnomyssk, im Februar und M\u00e4rz 2001 mehrere weitere Explosionen, darunter wieder in der Moskauer U-Bahn und in der s\u00fcdrussischen Stadt Mineralnye Vody. Das f\u00fcr das Video gew\u00e4hlte Thema konnte nicht relevanter sein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Erneut machte Shapovalov daraus eine provokante Geste. In seinem Video ver\u00fcbt ein Teenager die Explosion, und zwar als Akt der Rache f\u00fcr eine unerf\u00fcllte Liebe und nicht aus politischen Gr\u00fcnden. Der Bombenanschlag, der \u00fcblicherweise das Bestreben nach Separation, den Wunsch nach Eigenst\u00e4ndigkeit einer Region ausdr\u00fcckte, artikuliert hier die Sehnsucht nach einer Wiederherstellung der Vereinigung, die unm\u00f6glich zu realisieren ist. Damit \u00fcbertrug Shapovalov die gesellschaftlichen Konflikte ins Private. Er entpolitisierte den Akt der Explosion und schuf damit eine neue Bedeutungsebene. Indem Shapovalov in diesem und anderen Videos der Band, deren Regisseur er oft selbst war, die \u00c4sthetik der Amateur-Filme nachahmte, sprengte er zudem die engen Grenzen der konformistischen \u00c4sthetik des Mainstreams. Seine Videos entlarvten die postsowjetische Realit\u00e4t und zeigten sie gerade dadurch, wie sie eigentlich war: voller Brutalit\u00e4t, Absurdit\u00e4t, Polarit\u00e4t und Sinnlosigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Rasches Ende der T.a.t.u.-Popularit\u00e4t<\/p>\n<p>Die florierende Vielfalt der Pop-Szene und speziell T.a.t.u., die durch unabh\u00e4ngige Fernsehsender wie\u00a0MuzTV\u00a0und\u00a0MTV\u00a0einen hohe Bekanntheitsgrad\u00a0erreicht hatten, erzeugte in Russland\u00a0eine Welle konservativer Meinungen, die durch Politiker, Fernsehmoderatoren und sogar Wissenschaftler artikuliert und verteidigt wurden. Die entstandene Diskussion brachte sichtbare Ergebnisse zur nationalen Regulierung und Festschreibung sexueller Normen hervor, etwa die Erh\u00f6hung des Schutzalters von 14 auf 16 Jahre im Jahr 2003. Etwa zur gleichen Zeit versuchte der Duma-Abgeordnete \u00a0Alexandr\u00a0Chuev \u2013 ein Verfechter der \u201amoralischen und religi\u00f6sen Wiedererweckung Russlands\u02bb\u00a0\u2013 Gesetzentw\u00fcrfe zur Abstimmung zu bringen, die die Rechte der\u00a0LGBTIQ-Community\u00a0einschr\u00e4nken sollten:\u00a0erstmals vergeblich.<\/p>\n<p>Nachdem aber T.a.t.u. 2003 aufgrund der Schwangerschaft von Julia\u00a0Volkova\u00a0die\u00a0Inszeniertheit\u00a0ihrer lesbischen Beziehungen offenlegen mussten, verloren sie und viele andere\u00a0LGBT-S\u00e4nger ihre Glaubw\u00fcrdigkeit bei den Fans. Die internationale Unterst\u00fctzung von T.a.t.u. als lesbische Band war f\u00fcr viele weniger bekannte Szene-K\u00fcnstler ein Garant der Sicherheit. Als sie sich \u00f6ffentlich davon distanzierten, war das nicht nur f\u00fcr ihre Fans ein tiefer Schlag, sondern auch f\u00fcr die ganze Pop-Szene. Schon 2005 legt der extravagante\u00a0Schura\u00a0als einer\u00a0der ersten S\u00e4nger\u00a0in einer Zeitung offen, dass seine \u00f6ffentliche Person nichts mit der privaten zu tun habe und demnach auch seine Homosexualit\u00e4t gespielt sei. 2007 erkl\u00e4rte zudem eines\u00a0der ber\u00fchmtesten Paare\u00a0der russischen Szene\u00a0\u2013 Zemfira\u00a0und\u00a0Renata\u00a0Litwinova\u00a0\u2013, dass sie nur eine berufliche, nicht aber eine Liebesbeziehung f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Man kann nicht sagen, dass die Verschlechterung der Situation f\u00fcr die\u00a0LGBT-Community\u00a0blitzschnell passierte. Noch in den ersten vier Jahren der Putin-Regierung gab es j\u00e4hrliche\u00a0Love\u00a0Parades\u00a0in Jekaterinburg, der viertgr\u00f6\u00dften\u00a0Stadt in Russland, und 2006 fand in Sankt-Petersburg eine\u00a0Love\u00a0Parade im Rahmen des Stadtfeiertages statt, die von der Stadtverwaltung genehmigt wurde. \u00c4hnliche Aktivit\u00e4ten wurden aber nach dem ungl\u00fccklichen Moskauer Festival \u201eRaduga\u00a0bez\u00a0graniz\u201c (\u201eRegenbogen\u00a0ohne Grenzen\u201c) inoffiziell verboten.\u00a0Das Festival\u00a0musste aufgrund der Bedrohung durch extremistische Gruppen, die zuvor eine Reihe von Pogromen und Schl\u00e4gen organisiert haben, aber auch wegen ungerechter, vornehmlich negativer Medienberichterstattung abgesagt werden.<\/p>\n<p>Die generelle Stimmung gegen\u00fcber den Vertretern der\u00a0LGBTIQ-Community\u00a0wurde immer feindlicher, und\u00a02006 wurde der erste legislative Verbot der \u201ePropaganda f\u00fcr Homosexualit\u00e4t unter\u00a0Minderj\u00e4hrigen\u201c in der Region\u00a0Rjasan\u00a0angenommen. Schlie\u00dflich setzte man die Strategie \u201aDon\u2019t\u00a0ask,\u00a0don\u2019t\u00a0tell\u02bb in allen Bereichen des Lebens durch: Jegliche \u00f6ffentliche\u00a0Coming-Out-\u00e4hnliche\u00a0Situation wurde gesetzlich verboten \u2013 wegen des Verdachts, Kinder und Jugendliche in\u00a0ihrer Wahl\u00a0der sexuellen Partner beeinflussen zu wollen. Im weiteren Verlauf verabschiedeten weitere 10 Regionen das Gesetz, bis es 2012 auch auf\u00a0der f\u00f6deralen\u00a0Ebene in Kraft gesetzt wurde.<\/p>\n<p>Die verbesserte wirtschaftliche Situation der russischen B\u00fcrger erlaubte es Putin und der ihm nah stehenden Partei \u201eGeeinigtes Russland\u201c, den Staat zentralistisch umzustrukturieren und die Kontrolle \u00fcber alle Sph\u00e4ren des Lebens auszuweiten. Unter dem ideologischen Schutzmantel des Euroasiatismus und Konservatismus, die von Alexander Dugin propagiert wurden, begab man sich auf die Suche nach traditionellen russischen Werten. Solche wurden in der orthodoxen Religion, dem zentralistischen Machsystem sowie der Heteronormativit\u00e4t gefunden.<\/p>\n<p>Das 2012 beschlossene Anti-Homosexuellen-Gesetz dr\u00fcckt das in seiner Formulierung exemplarisch aus: Homosexualit\u00e4t, Queerness, Inter- und Transsexualit\u00e4t wurden unter dem neuen Sammelbegriff \u201eNichttraditionelle Beziehungen\u201c zusammengefasst. Zwar gibt es in dem Gesetz keine ausf\u00fchrliche Beschreibung, was der Terminus \u201eNichttraditionelle Beziehungen\u201c umfasst, aber es wird durchaus definiert, was unter traditionellen Verbindungen verstanden wird: die Union eines Mannes mit einer Frau. Demnach steht jeder, der nicht heterosexuell agiert, unter dem Verdacht, westliche, nicht-russische Werte verinnerlicht zu haben, und darf sich somit nicht als Mitglied der Nation verstehen. Nach der sexuellen Revolution der 1990er Jahren kam gegen Mitte der 2000er die Zeit der Restauration. Man w\u00fcnschte sich eine stabile und starke F\u00fchrungsperson. Wie aber die Bespiele der vorangegangenen f\u00fcnf Jahre der Pop-Szene zeigten, war Queerness in der Musikszene zwar nicht mehr explizit pr\u00e4sent, aber die S\u00e4nger und Musikvideo-Produzenten fanden immer neue M\u00f6glichkeiten, sie anzudeuten.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u0424\u0438\u043b\u0438\u043f\u043f \u041a\u0438\u0440\u043a\u043e\u0440\u043e\u0432 - \u0426\u0432\u0435\u0442 \u043d\u0430\u0441\u0442\u0440\u043e\u0435\u043d\u0438\u044f \u0441\u0438\u043d\u0438\u0439\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/IAuzNXGmkL4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Im j\u00fcngsten Video von Philipp Kirkorow \u201eCvet Nastrojenija Sinij\u201c (\u201eDie Stimmungsfarbe Ist Blau\u201c), eines S\u00e4ngers der \u00e4lteren Generation, werden die traditionellen Werte von einer Gruppe randalierender Jungendlicher (einer von ihnen ist der S\u00e4nger selbst) missachtet und negiert. Als visuelle Pointe dient dabei der Vogue-Tanz der Transgender-T\u00e4nzerin Leiomy Maldonado. Nicht nur die Wahl der Protagonistin ist bezeichnend, sondern auch der Tanz, der besonders in der Gay-Community Popularit\u00e4t gewonnen hat. Erstaunlicherweise wurde der Song innerhalb eines Tages millionenfach auf Youtube angeschaut und erreichte am 22. Mai 2018 den ersten Platz in den russischen iTunes-Charts. So wird die Hoffnung auf ein anderes Verst\u00e4ndnis der Sexualit\u00e4t wieder wach, das bereits T.a.t.u durch ihre Lieder und ihre Unerschrockenheit vielen Teenagern Anfang der 2000er Jahre vermittelt hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kair98.com\"> Ira Konyukhova<\/a> ist Stipendiatin des BS PROJECT-Programms an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Braunschweig. Im November 2018 erscheint erstmals die von ihr\u00a0gegr\u00fcndete Online-Zeitschrift &#8222;Transitory White&#8220; \u00fcber zeitgen\u00f6ssische Kunstformen aus postsowjetischen Republiken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der leise Widerstand des \u201eNot Gonna Get Us\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[106665,348,431,894,1366,1401,1474,1684,1693,1848,1922,2041,2120,2145,2249,2276,2371,2593],"class_list":["post-8005","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-all-the-things-she-said","tag-blestjashie","tag-chicherina","tag-gosti-iz-budushego","tag-lgbt","tag-lizei","tag-masha-i-medvedi","tag-nochnie-snaiperi","tag-not-gonna-get-us","tag-popmusik","tag-putin","tag-russland","tag-sexualitaet","tag-skandal","tag-strelki","tag-t-a-t-u","tag-total","tag-zemfira"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8005\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}