{"id":8084,"date":"2018-07-17T09:40:51","date_gmt":"2018-07-17T07:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=8084"},"modified":"2018-07-17T09:40:51","modified_gmt":"2018-07-17T07:40:51","slug":"wie-der-diskurs-ueber-high-low-politisch-instrumentalisiert-wirdvon-annekathrin-kohout16-7-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/07\/17\/wie-der-diskurs-ueber-high-low-politisch-instrumentalisiert-wirdvon-annekathrin-kohout16-7-2018\/","title":{"rendered":"Wie der Diskurs \u00fcber &#8218;high &amp; low&#8216; politisch instrumentalisiert wirdvon Annekathrin Kohout16.7.2018"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber eine neue Sehnsucht nach Wertungen und Pathos<!--more--><\/p>\n<p>Die Frage, ob die alte Unterscheidung von \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 wirklich aufgehoben ist, wie oft behauptet wird, oder ob wir nicht im Gegenteil ihre Wiederkehr in ver\u00e4nderten Konstellationen erleben, scheint zu erm\u00fcden. Sie bleibt aber relevant, zumindest wenn man davon ausgeht, dass jede Kultur und Subkultur hierarchisch aufgebaut ist, es also immer etwas gibt, dem mehr Bedeutung und Wert beigemessen wird als etwas anderem und das deshalb sorgf\u00e4ltiger und umsichtiger behandelt wird.<\/p>\n<p>Die programmatische Einforderung einer Aufl\u00f6sung der Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 begann in den 1960er Jahren. Aus heutiger Sicht nicht ohne Erfolg: Es wird niemand infrage stellen, dass gegenw\u00e4rtig im Kulturbetrieb weder Politiker noch Journalisten oder Kuratoren von \u201ahoher Kultur\u2018 sprechen \u2013 zumindest nicht ohne Ironie. Und wer sich dabei ertappt, dass er es versehentlich doch einmal ernst damit meint, f\u00fchlt sich peinlich ber\u00fchrt, bedeute das doch, man w\u00fcrde eine Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 weiterhin anerkennen. Dabei steht l\u00e4ngst nicht mehr zur Debatte, dass Bowie genauso hochkulturell ist wie Beethoven, dass Ready-mades nicht nur in der Kunst, sondern auch in angewandten Bereichen wie der Mode l\u00e4ngst Standard sind, oder dass manchmal kaum noch unterscheidbar ist, wann es sich um einen Gag im Internet handelt \u2013 und wann um bildende Kunst.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem: Wer von \u201ahoher Kultur\u2018 spricht, muss zugleich eine Vorstellung davon haben, was \u201anieder\u2018 ist. Und wovon noch seltener die Rede ist als von \u201ahoher Kultur\u2018, das ist die \u201aniedere Kultur\u2018. Ja, bei \u201anieder\u2018 oder \u201aniedere Kultur\u2018 hat es uns regelrecht die Sprache verschlagen. Denn mit \u201anieder\u2019 ist viel zu offenkundig eine Herabw\u00fcrdigung oder gar Beleidigung verbunden \u2013 und damit eine Hierarchisierung der Kultur oder gar eine Diskriminierung einzelner Kulturen. Besonders gut zeigt sich das an den begrifflichen Ausweichman\u00f6vern: So spricht man im akademischen und intellektuellen Bereich viel lieber gleich von \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018, anstatt von \u201ahoch\u2018 und \u201anieder\u2018. Oder man sucht nach anderen Gegens\u00e4tzen zur Hochkultur, die weniger wertend klingen, wie beispielsweise \u201apopul\u00e4re Kultur\u2018 oder \u201aAlltagskultur\u2018.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Auch wenn es um den Begriff \u201aKunst\u2018 geht (der in der Alltagssprache hin und wieder im Sinn von \u201ahohe Kultur\u2018 verwendet wird), zeigt man sich h\u00e4ufig reserviert oder relativistisch: Oft ist zu beobachten, wie sich Kritiker und Kritikerinnen genauso wie K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen winden, wenn die Frage aufkommt, ob es sich bei Ihrer \u201aArbeit\u2018 (ein mittlerweile bevorzugter alternativer Begriff zu \u201aKunstwerk\u2018) denn \u00fcberhaupt um \u201aKunst\u2018 handelt. Das gilt insbesondere f\u00fcr jene Kunst, die nicht nur von einem Kunstpublikum wahrgenommen wird, weil sie etwa politisch ist oder im Internet kursiert. In einem solchen Fall wird beispielsweise etwas gesagt wie \u201aDas spielt doch keine Rolle, ob das Kunst ist oder nicht.\u2018<\/p>\n<p>Bei einer Podiumsdiskussion im Maxim Gorki Theater, die anl\u00e4sslich einer Buchpublikation \u00fcber das Zentrum f\u00fcr politische Sch\u00f6nheit stattfand, antwortete der Kunstkritiker und Kurator Alexander Koch auf die Frage, ob die Arbeit des ZPS als Kunst einzusch\u00e4tzen sei, wie folgt: \u201eIch finde die Frage, ob das Kunst ist oder nicht ist, die unfruchtbarste aller Fragen.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Zwar f\u00fcgt er hinzu, dass mit dem Attribut \u201aKunst\u2018 nat\u00fcrlich gewisse Vorz\u00fcge verbunden seien, zum Beispiel rechtliche: \u201eInteressant wird die Frage aber, wenn man sagt, es gibt eine Kunstfreiheit, die gewisse Aktivit\u00e4ten sch\u00fctzt.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Kulturell, so interpretiere ich Koch, m\u00fcsse man jedoch nicht mehr dar\u00fcber streiten, ob etwas Kunst ist oder nicht.<\/p>\n<p>Immerhin ist er der Ansicht, dass, wenn es denn Kunst sei, dar\u00fcber entschieden werden k\u00f6nne, ob sie gut oder schlecht ist \u2013 zumindest wenn man vorab die Kriterien offenlegt. Aber auch das wird mittlerweile mancherorts infrage gestellt. So schrieb die Kunstjournalistin Anika Meier, Netzk\u00fcnstler und Netzk\u00fcnstlerinnen w\u00fcrden gar nicht mehr \u201ein erster Linie\u201c das Ziel verfolgen, \u201eKunst zu schaffen, die Kunstkritiker als gute Kunst loben.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Denn \u201e[d]ie W\u00e4hrung sind Likes, Kommentare und Follower\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> \u2013 und keine subjektiven Urteile von Menschen, die glauben, sich mit ihrer Meinung \u00fcber die Urteile anderer erheben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man braucht die Frage, ob das Messen von Likes wirklich produktiver ist als ein subjektives Urteil, gar nicht weiter auszuf\u00fchren. Erst recht nicht, wenn man in Betracht zieht, wie Likes entstehen und wie fiktiv ihre Zahlen sein k\u00f6nnen (etwa wenn diese erkauft oder lediglich aus sozialen Interessen entstanden sind). Festzustellen ist jedenfalls, welcher Gestus mit einer solchen Aussage verbunden ist: Die Forderung nach mehr Egalit\u00e4t anstatt Elitarismus.<\/p>\n<p>Die Geste der Aufl\u00f6sung \u2013 oder zumindest Relativierung \u2013 der Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst, sowie auch zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 wird also (wenn auch meistens nicht ausgesprochen) im Zeichen von Demokratie und Gerechtigkeit gef\u00fchrt, im Zeichen der Abwehr von Grenzziehung, Abwertung und Diskriminierung. Darin \u00e4hnelt sie der Argumentation der Bef\u00fcrworter der Popkultur und Pop-Art um 1960. Etwa als sich Lawrence Alloway 1958 in seinem Aufsatz \u201eThe Arts an the Mass Media\u201c f\u00fcr die Massenkunst aussprach. Warum? Da Massenkunst, so der Kritiker, \u201eurban und demokratisch\u201c sei.<\/p>\n<p>Alloway richtete sich besonders gegen den Kulturkritiker Clement Greenberg, der im elit\u00e4ren Ton den Publikumsgeschmack von oben herab diskreditiere. Tats\u00e4chlich ergriff Greenberg f\u00fcr die zu seiner Zeit umstrittene abstrakte Kunst \u2013 und gegen das Erbe des Realismus \u2013 Partei. Neben dem Realismus richtete sich seine Aversion aber auch gegen die Massenkultur, die er \u201anur\u2018 f\u00fcr eine \u201eErsatzkultur\u201c hielt, \u201egeschaffen f\u00fcr jene, die f\u00fcr die Werte origin\u00e4rer Kultur unempf\u00e4nglich sind.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Greenberg, 1909 geboren, hatte unmittelbarer als der 1926 geborene Alloway erlebt, wie sich die Expressionismusdebatte der 1920er und 1930er Jahre mit Hitler und Stalin entschied \u2013 und damit f\u00fcr einen proletarisch-klassenm\u00e4\u00dfig Realismus und gegen die Avantgarde. So kann man die Entstehung seiner Vorbehalte gegen\u00fcber der Kulturindustrie und schlie\u00dflich auch seine totale Ablehnung von Massenmedien verstehen, waren es doch gerade Foto, Film und Rundfunk, die dem Nationalsozialismus zu seinem Erfolg verholfen haben und von denen man nun bef\u00fcrchtete, sie k\u00f6nnen erneut zu \u00e4hnlichen Zwecken instrumentalisiert werden. Dagegen sah die Generation Alloways gerade im Elitarismus eine Aufrechterhaltung des Klassendenkens, das ebenso mit dem Nationalsozialismus assoziiert war. Der Kampf gegen Massenkultur und der Kampf gegen kulturelle Grenzen k\u00f6nnen insofern gleicherma\u00dfen als Reaktion auf die Vorg\u00e4nge des 2. Weltkrieges gedeutet werden.<\/p>\n<p>Wenige Jahre sp\u00e4ter stimmt Susan Sontag in den Optimismus der Aufl\u00f6sung kultureller Grenzen zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 ein. In ihrem 1965 ver\u00f6ffentlichten Essay \u201eOne culture and the new sensibility\u201c versucht sie die Debatte \u00fcber die \u201eZwei Kulturen\u201c aufzul\u00f6sen. Mit den \u201eZwei Kulturen\u201c war die k\u00fcnstlerisch-literarische Kultur einerseits und die naturwissenschaftlich-technische Kultur andererseits gemeint, die den Autoren dieser Zeit unvereinbar erschien. Sontag zeigt nun allerdings in ihrem Aufsatz, wie die Entstehung der Idee dieser zwei Kulturen mit dem Aufkommen des Typus \u201eKulturpessimist\u201c zusammenf\u00e4llt \u2013 und zwar mit der beginnenden industriellen Revolution: \u201eIn dem Gef\u00fchl einer drohenden Entmenschlichung durch die neue Naturwissenschaft und Technik verabscheuten und beklagten Literaten den Wandel.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Nicht zuletzt um den Kulturpessimisten ins Handwerk zu pfuschen, zeigt Sontag am Beispiel der Kunst, wie \u00e4hnlich sich die \u201eZwei Kulturen\u201c eigentlich sind. \u201eEine solche Kunst [zeitgen\u00f6ssische Kunst] ist ihrem Wesen nach [und wie die Naturwissenschaft] experimentell.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Und zwar \u2013 und das ist entscheidend \u2013 \u201enicht aufgrund einer elitenhaften Verachtung f\u00fcr das, was der Mehrheit zug\u00e4nglich ist.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Sontag spricht sich hier also explizit gegen eine Kunst aus, die sich f\u00fcr \u201ahigh art\u2018, f\u00fcr \u201ahohe Kunst\u2018 h\u00e4lt und sich als Elite begreift \u2013 und f\u00fcr eine Kunst, die die Pop- oder Massenkultur sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Dass es sich bei solchen S\u00e4tzen auch um ein politisches Statement handelt, wird aber nicht nur in der impliziten Elitarismus-Kritik deutlich, sondern auch in dem zum Schluss verfassten Lob des Pluralismus. Sontag schreibt:<\/p>\n<p>\u201e[E]s ist wichtig zu verstehen, da\u00df die Vorliebe vieler j\u00fcngerer K\u00fcnstler und Intellektueller f\u00fcr die volkst\u00fcmlichen K\u00fcnste nicht (wie so oft behauptet worden ist) Zeichen eines neuen Philistertums, eines Antiintellektualismus oder einer Abkehr von der Kultur ist. Die Tatsache zum Beispiel, da\u00df zahlreiche amerikanische Maler zugleich begeisterte Anh\u00e4nger des \u201anew sounds\u2018 in der Schlagermusik sind, ist nicht das Ergebnis der Suche, das blo\u00dfer Zerstreuung und Entspannung [\u2026]. Sie reflektiert eine neue, offene Betrachtung der Welt und der Dinge der Welt, unserer Welt.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Diese neue \u201eErlebnisweise\u201c, wie es Sontag nennt, \u201eist herausfordernd pluralistisch; sie kennt den qu\u00e4lenden Ernst wie den Spa\u00df, den Witz und die Wehmut.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Nicht zuletzt wegen solcher Aussagen wird Sontag oft in Zusammenhang mit der fr\u00fchen Postmoderne gebracht, genauso wie Leslie Fiedler. Dieser f\u00fchrte 1968 in seinem ber\u00fchmten Vortrag \u201eCross the Border \u2013 Close the Gap\u201c den Begriff \u201ePostmoderne\u201c in die Literaturwissenschaft ein, um die literarische Moderne programmatisch zu beenden. Auch er wollte die L\u00fccke zwischen \u201eder Bildungselite und der Kultur der Masse\u201c, zwischen den \u201e\u201aBelles lettres\u2018 und der Pop-Kunst\u201c und damit zwischen \u201ehigh culture and low culture\u201c schlie\u00dfen.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Und auch er wollte damit gegen \u00fcberkommene \u201eKlassenvorurteile\u201c angehen, die es in einer \u201epluralistischen Gesellschaft\u201c nicht mehr geben d\u00fcrfe.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Die Aufl\u00f6sung der Grenze zwischen \u201ahoher\u2018 und \u201aniederer\u2018 Kultur wurde in den 1960er Jahren also programmatisch eingefordert, um dadurch eine demokratische, weltoffene, pluralistische Gesellschaft hervorzubringen (oder zumindest die Grundsteine daf\u00fcr zu legen). Eine Gesellschaft also, die sich nicht mehr \u00fcber Abgrenzung, Ausschlie\u00dfung und Diskriminierung definiert.<\/p>\n<p>Es ist daher kein Zufall und wiederum programmatisch, wenn die Vertreter neurechter Bewegungen der Gegenwart \u2013 insbesondere im angloamerikanischen und englischen Raum \u2013 angetreten sind, um diese Vorstellungen und Hoffnungen der Postmoderne bzw. des postmodernen Denkens zu bek\u00e4mpfen. Dabei ist es ihnen vor allem ein Anliegen, die Aufl\u00f6sung der Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p>Exemplarisch nachvollziehen l\u00e4sst sich die Argumentation an einem YouTube-Video auf dem Kanal von Paul Joseph Watson,<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> einem Vertreter der Neuen Rechten in Gro\u00dfbritannien. Wie viele YouTuber rechter Bewegungen bevorzugt auch Watson das Format der Wutrede \u2013 man k\u00f6nnte auch sagen des \u201aRants\u2018 \u2013 f\u00fcr seine Filme. Darunter finden sich eine ganze Reihe \u00fcber Popkultur, die sich explizit mit der Grenzaufl\u00f6sung zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 besch\u00e4ftigen: z. B. \u201eThe Truth About Modern Art\u201c, \u201eThe Truth About Popular Music\u201c, \u201eWhy Modern Art is Absolute Crap\u201c oder \u2013 und das ist das repr\u00e4sentativste \u2013 \u201eThe Truth About Popular Culture\u201c vom 5. Februar 2017.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8093\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.26.11.png\" alt=\"\" width=\"787\" height=\"463\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.26.11.png 787w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.26.11-300x176.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.26.11-768x452.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 787px) 100vw, 787px\" \/><\/p>\n<p>Zur Hochkultur z\u00e4hlt Watson historische Werke aus dem klassischen Bildungskanon. Als Beispiele f\u00fcr \u201ahohe\u2018, \u201awertvolle\u2018 Kunst nennt er die Sixtinische Kapelle, Shakespeare und \u201eBeethoven not Bieber\u201c. Gegen\u00fcber der Pop- und Popul\u00e4rkultur listet er die g\u00e4ngigen Ressentiments auf: sie sei vulg\u00e4r, narzisstisch, oberfl\u00e4chlich, bedeutungslos und deshalb ein falsches Vorbild f\u00fcr Rezipienten. \u201eThe more TV you watch, the more depressed you are\u201c, schlussfolgert Watson. W\u00e4hrend Werke der \u201ahohen Kunst\u2018 Erhabenheit und Sch\u00f6nheit ausstrahlten, die Betrachter aus ihrem tiefen kulturellen Elend \u201ahochz\u00f6gen\u2018, verd\u00fcrben die Pop-Medien ihre Zuschauer, z\u00f6gen sie kulturell herab.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8092\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.54.png\" alt=\"\" width=\"802\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.54.png 802w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.54-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.54-768x576.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 802px) 100vw, 802px\" \/><\/p>\n<p>Diese Ressentiments von rechter Seite befremden zun\u00e4chst, h\u00f6ren sie sich an vielen Stellen doch ganz nach jener Kritik an der Kulturindustrie an, wie sie die Frankfurter Schule hervorgebracht hat: Massenmedien w\u00fcrden Individuen auf ihre Konsumentenrolle reduzieren und diese nur mit trivialen oberfl\u00e4chlichen Nichtigkeiten abspeisen. Diese \u00c4hnlichkeit bemerkt Watson aber nicht, vielleicht ignoriert er sie auch absichtlich. Tats\u00e4chlich \u2013 und das ist wenig \u00fcberraschend \u2013 ist Adorno hier kein Vorbild der Argumentation, sondern im Gegenteil sogar der Urheber allen \u00dcbels. Denn Watson ist Anh\u00e4nger der g\u00e4ngigen Verschw\u00f6rungstheorie des \u201eCultural Marxism\u201c, die besagt, dass \u201edie Linken\u201c gezielt die Kultur und Moral ihres Landes zerst\u00f6ren wollen. In den 1930er Jahren seien Vertreter der Frankfurter Schule ins amerikanische Exil gefl\u00fcchtet, h\u00e4tten dort eine unorthodoxe Form des Marxismus entwickelt und sich zum Ziel gesetzt, die Gesellschaft zu indoktrinieren, dass Stolz auf die europ\u00e4ische Abstammung und christliche \u201afamily values\u2018 schlecht seien und sexuelle Befreiung gut. Im Postmodernismus h\u00e4tten sich diese Gedanken schlie\u00dflich fortgesetzt und verfestigt.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> So verk\u00fcndet Watson, dass \u201esie\u201c \u2013\u00a0die Postmodernisten \u2013 daran arbeiten w\u00fcrden, das Bild der Gesellschaft umzugestalten, wodurch sie alles h\u00e4sslich gemacht h\u00e4tten: die Architektur, die Kunst und die Stars.<\/p>\n<p>Das gelinge ihnen durch das Verwischen der Grenze zwischen Hochkultur und popul\u00e4rer Kultur. Die popul\u00e4re Kultur habe sich in den letzten Jahrzehnten systematisch der gesamten Kulturlandschaft bem\u00e4chtigt, klagt Watson, weshalb es mittlerweile keine Grenze mehr zwischen \u201ehigh\u201c und \u201elow\u201c gebe \u2013 was er als gezielten politischen Angriff auf die westliche Zivilisation deutet.<\/p>\n<p>Dabei bezieht er sich \u2013 wenn auch nicht namentlich \u2013 ganz konkret auf die fr\u00fchen Postmodernisten, auf Lawrence Alloway, Susan Sontag und Leslie Fiedler, die tats\u00e4chlich mit der Forderung einer Grenzaufl\u00f6sung zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen verbunden sahen, mit dem Unterschied, dass sie es als Demokratisierung und zivilisatorischen Fortschritt interpretierten, wenn Artefakte nicht in Abh\u00e4ngigkeit zu ihrem Kontext bewertet und nicht mehr pauschal in \u201enieder\u201c oder \u201ehoch\u201c eingeteilt werden.<\/p>\n<p>Die Vertreter der Neuen Rechten nehmen die Nicht-Einteilung hingegen als egalisierend und entgrenzend wahr. Sie wollen klar definiert sehen, was hoch und nieder \u2013 und damit auch mehr oder weniger wert\u00a0\u2013 ist. Dabei dienen die begrifflichen Grenzen auch gerne als Metapher f\u00fcr geografische Grenzen.<\/p>\n<p>Heute ist diese Vorstellung, dass die Aufl\u00f6sung der Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 zu einer pluralistischen und demokratischeren Gesellschaft f\u00fchren k\u00f6nne, nicht mehr pr\u00e4sent. Warum? Man k\u00f6nnte annehmen, weil es l\u00e4ngst zu einer \u00dcberschneidung der beiden Bereiche gekommen ist, Motive der Popkultur in der Hochkultur auftauchen und umgekehrt. Tats\u00e4chlich sind aber trotz alledem ganz klare Grenzen vorhanden geblieben. Das wird besonders sichtbar an beliebten k\u00fcnstlerischen Methoden wie Ready-mades oder Konzeptkunst: Strategien, die nur deshalb funktionieren, weil es klare Grenzen gibt. Nur weil Kunst mehr wert ist als ein Pissoir, ist der \u201e\u00dcberraschungs\u201c-Effekt, ein Pissoir zu signieren und auszustellen, so gro\u00df \u2013 bis heute. Das gleiche gilt f\u00fcr die Pop-Art. Auch bei ihr besteht die eigentliche k\u00fcnstlerische Handlung in dem Transfer des Popkulturellen ins Hochkulturelle. Das setzt voraus, dass das Popkulturelle und das Hochkulturelle eigene, voneinander abgegrenzte Bereiche sind. Dass die Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 bis heute stillschweigend verl\u00e4ngert wurde, merkt man zudem am unterschiedlichen Umgang mit den jeweiligen Artfakten: W\u00e4hrend man das eine nutzen kann, l\u00e4sst sich das andere nur betrachten. Thomas Hecken hat darauf hingewiesen, dass zwar von der Gruppe der Pop-Art-Theoretiker bemerkt wurde, dass der \u201aGebrauch\u2018 der Pop-Objekte durch die Pop-Art ihres eigentlichen Zwecks beraubt w\u00fcrde, man aber trotzdem zumindest kunstintern von der Grenz\u00fcberschreitung der Pop Art \u00fcberzeugt war.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Es ist daher interessant, dass sich Watson \u2013 um die Grenzaufl\u00f6sung sichtbar zu machen \u2013 gerade jenen Bereich aussucht, an dem eigentlich noch am besten erkennbar ist, dass weiterhin Grenzen vorhanden sind: die zeitgen\u00f6ssische Kunst. Und ich m\u00f6chte gerne \u00fcberpr\u00fcfen, inwiefern es sich dabei selbst um eine Strategie handelt.<\/p>\n<p>Neben Reality-TV und Lena Dunham subsumiert Watson auch moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst unter \u201epopul\u00e4re Kultur\u201c. Sie sei das anschaulichste Resultat des \u201epostmodernen Krieges gegen die absolute Wahrheit\u201c. Er zeigt Ready-mades und stellt sich \u00fcberrascht, dass es Menschen gibt, die im Pissoir kein Pissoir sehen, sondern Kunst. Nat\u00fcrlich ist diese Betrachtung von Ready-mades selbst ein Klischee, man denke an den Spruch \u201eIst das Kunst, oder kann das weg?\u201c. Doch Watson geht noch einen Schritt weiter, wenn er Ready-mades als Integrationsversuch trivialer Gegenst\u00e4nde in die Sph\u00e4re der Hochkultur zu interpretiert. Auch das ist eine Metapher: Wie jeder Fl\u00fcchtling ins Land gelassen wird, wird auch jede Trivialit\u00e4t in die Kunst aufgenommen \u2013 so die Logik.<\/p>\n<p>Doch nicht nur, dass Ready-mades funktionieren, weil es klare Grenzen gibt \u2013 sie dienen sogar dazu, auf die Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 hinzuweisen. Es geht eben nicht darum, das Profane in die Hochkultur aufzunehmen, sondern darum, zu zeigen, wie klar die Grenze, wie stark und elit\u00e4r die Hochkultur \u2013 versinnbildlicht im White Cube \u2013 ist. Watsons Vorwurf der Entgrenzung ist daher nicht haltbar. Und wenn er gezielt einen Big-Brother-Teilnehmer mit Lena Dunham oder ein Pissoir mit einem Kunstwerk gleichsetzt, dann w\u00fcrde ich sogar sagen, dass es sich dabei um einen Angriff auf bestehende Grenzen handelt. Um eine gezielte Entkontextualisierung \u2013 ganz im Sinne der Formel \u201eDen Gegner mit den eigenen Waffen schlagen\u201c.<\/p>\n<p>Kann das denn gelingen? Kann seine Strategie aufgehen? Ich denke ja. Denn ein \u201anein\u2018 w\u00fcrde voraussetzen, dass die Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018, von der festgestellt wurde, dass es sie noch gibt, stabil ist. Tats\u00e4chlich aber ist die Grenze instabil, man sollte es eigentlich positiver formulieren: Sie ist durchl\u00e4ssig, beweglich. Aber wie kam es dazu?<\/p>\n<p>Die fr\u00fchen Postmodernisten reagierten auf die politischen Folgen festgelegter Grenzen mit der Forderung, diese endg\u00fcltig aufzul\u00f6sen. Die Postmoderne zeichnete sich demnach durch eine gewisse Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber den Bestrebungen nach dem Neuen aus, durch die Absage an die Idee des K\u00fcnstlers als Sch\u00f6pfer, durch einen gewissen Nihilismus, durch Ironie und durch ein Misstrauen gegen\u00fcber den gro\u00dfen Erz\u00e4hlungen der Moderne. In der Theorie, vor allem im Strukturalismus und Poststrukturalismus, nahm man dem K\u00fcnstler seine Genialit\u00e4t und Autonomie, indem man seine Werke auf ein \u201eMosaik aus Zitaten\u201c reduzierte. Das Werk des K\u00fcnstlers war, polemisch formuliert, nichts anderes als eine Quality-TV-Produktion: eine blo\u00dfe Ansammlung von Zeichen. Und die K\u00fcnstler nahmen diese neue Identit\u00e4t auch an, spielten mit Referenzen, remixten scheinbar unvereinbare Bestandteile unserer Kultur.<\/p>\n<p>Die Grenze zwischen \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 blieb weiterhin Mittel zum Zweck, was aber nicht weiter thematisiert wurde. So einig man sich dar\u00fcber war, dass es keine Grenzen mehr gebe, so stillschweigend hielt man gemeinschaftlich daran fest. Das Ende der Abgekl\u00e4rtheit von postmoderner Ironie und auch dem Spa\u00df daran wurde wohl eingeleitet, als sie sich im Internet mit simplen und kurzen Zeichenkombinationen oder Emojis ausdr\u00fccken lie\u00df. Die Strategien der Kunst, ihre Transfers von \u201alow\u2018 zu \u201ahigh\u2018, wie sie von Ready-mades und Pop-Art bekannt sind, wurden l\u00e4ngst auch von den meisten Nutzern des Internets einstudiert. Daraus ergab sich in der Konsequenz eine gewisse Langeweile oder Sehnsucht nach einem neuen Ernst. 2010 charakterisierte der Kunstkritiker Jerry Saltz die Haltung einer neuen K\u00fcnstlergeneration wie folgt \u2013 den K\u00fcnstler imitierend: \u201eI know that the art I\u2019m creating may seem silly, even stupid, or that it might have been done before, but that doesn\u2019t mean this isn\u2019t serious.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Diese neuartige Verbindung von Ironie und Ernsthaftigkeit ist auch das zentrale Merkmal einer Geisteshaltung, die Robin van der Akker und Timotheus Vermeulen \u2013 ebenfalls 2010 \u2013 als \u201emetamodern\u201c bezeichnet haben. \u201eAuf ontologischer Ebene oszilliert die Metamoderne zwischen Moderne und Postmoderne.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Sie schwingt zwischen den Polen des Globalen und Lokalen, zwischen Konzept und Material, zwischen postmoderner Ironie und moderner Begeisterung, zwischen Hoffnung und Melancholie, zwischen Naivit\u00e4t und Wissen, Empathie und Apathie, Einheit und Vielheit, Totalit\u00e4t und Fragmentierung, Reinheit und Ambiguit\u00e4t. Das Oszillieren ist aber keine Balance, sondern ein \u201ePendel\u201c: \u201eImmer wenn der Enthusiasmus der Metamoderne in Richtung Fanatismus ausschwingt, zieht ihn die Gravitation zur\u00fcck zur Ironie.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Ein Pendel ist immer in Bewegung, und es kann insofern nicht stabil sein. Es l\u00e4sst sich au\u00dferdem beeinflussen. Das Ausschlagen auf eine bestimmte Seite kann provoziert werden. Watson und viele andere Vertreter der Neuen Rechten versuchen das Pendel wieder in Richtung Ernsthaftigkeit, Melancholie, Pathos und Authentizit\u00e4t schwingen zu lassen. Neben der bewussten Entkontextualisierung, gelingt ihnen das zudem durch die Selbstinszenierung als Gegenkultur. So wird stets betont, Toleranz und \u201eDiversity\u201c seien Ausdruck eines neuen \u201eKonservativismus\u201c. Wo es nur noch darum geht, so die Argumentation, Minderheiten oder Randgruppen zu integrieren und damit bestehende Normen aufzubrechen, ist Toleranz selbst zur Norm geworden \u2013 und wahrlich nichts \u201eNeues\u201c mehr. So bedauert auch Watson, dass sich Studierende mit Safe Spaces, Political Correctness und Gender Studies besch\u00e4ftigen und schlussfolgert: \u201eTHERE IS NO COUNTER CULTURE!\u201c<\/p>\n<p>Dass Watson Gegenkultur als Hochkultur anerkennt und nicht mehr als \u201epopul\u00e4re Kultur\u201c labelt, zeigt, wie er \u2013 offensichtlich der Differenzierung f\u00e4hig \u2013 den kulturellen f\u00fcr seinen politischen Diskurs instrumentalisiert, unabh\u00e4ngig von \u00e4sthetischen oder historischen Kriterien. Dabei geht es um eine gezielte Platzierung im sogenannten \u201aInfowar\u2018, die neben eigenen Ansichten auf Kultur und Geschichte aber auch durch eine eigene Popkultur vorgenommen wird.<\/p>\n<p>Wie die als Gegenkultur inszenierte Popkultur aussieht, ist Gegenstand des von Mario Alexander M\u00fcller verfassten und 2017 im vom G\u00f6tz Kubitschek gegr\u00fcndeten Antaios-Verlag erschienenen Buches \u201eKontrakultur\u201c \u2013 um nun auch neurechte Bewegungen im deutschsprachigen Raum mit einzubeziehen. Es stellt eine Art W\u00f6rterbuch oder Lexikon rechter Popkultur dar. M\u00fcller nennt es den \u201akulturellen Kosmos der identit\u00e4ren Bewegung\u2018, denn es finden sich darin neben Dracula und Watchmen auch Ernst J\u00fcnger und Friedrich Nietzsche, neben \u201aStraight Edge\u2018 auch \u201aHaltung\u2018, neben \u201aGuerilla-Marketing\u2018 auch der \u201aGro\u00dfe Austausch\u2018.<\/p>\n<p>Mario Alexander M\u00fcller hat 2014 das identit\u00e4re Projekt \u201eKontrakultur Halle\u201c gegr\u00fcndet. Dabei handelt es sich unter anderem um ein Hausprojekt. Von dort aus wollen dessen Protagonisten \u201eim Kleinen leben, was wir uns f\u00fcr unser Volk im Gro\u00dfen w\u00fcnschen.\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Er w\u00fcnscht sich eine \u201evitale Gemeinschaft\u201c, \u201edas Gegenteil jener Kultur des Selbsthasses, der Entgrenzung [\u2026]. Unser Anspruch war, jungen Menschen eine Alternative zur geistigen Leere der abgesicherten Konsumgesellschaft zu zeigen [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Diese dr\u00fcckt sich besonders in einer von den Neuen Rechten verhassten Kulturfigur aus: dem Hipster.<\/p>\n<p>Eine Zeitlang wurde in der Berichterstattung \u00fcber die Identit\u00e4re Bewegung vom rechten Hipster, auch \u201eIBSTER\u201c gesprochen. Dagegen wendet sich M\u00fcller: \u201eWir [\u2026] haben nichts gemeinsam mit diesen politisch korrekten Szenetypen, die alle Ikonen der M\u00e4nnlichkeit zu meterosexuellen Trends gemacht haben und Jahrzehnte rebellischer Jugendkulturen auf inhaltsleere Mode reduziert haben. Unsere Devise hei\u00dft Tradition nicht Trend. Wenn wir B\u00e4rte und T\u00e4towierungen tragen, tragen wir sie wie unsere Gro\u00dfv\u00e4ter, die in Sch\u00fctzengraben lagen, zur See fuhren und nach Sibirien verschleppt wurden. Sie sind keine bedeutungslosen Accessoires, sondern Ausdruck einer Haltung: die Zeichen der [\u2026] rebellischen Herzen. Mit jener dekadenten Latte-Macchiato-Bourgeoisie, die ihre Unsicherheit hinter Ironie versteckt und deren Sorgen um kostenloses WLAN oder laktosefreie Milch kreisen, haben wir nichts gemeinsam. Wir sind null Prozent Hipster.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8091\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.34.png\" alt=\"\" width=\"309\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.34.png 309w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.34-179x300.png 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 309px) 100vw, 309px\" \/><\/p>\n<p>Auch M\u00fcller bedient sich sowohl gekonnt der elit\u00e4ren Aversionen gegen\u00fcber der Popkultur \u2013 \u201eTradition nicht Trend\u201c \u2013 genauso wie der Elitarismuskritik \u2013\u201eLatte-Macchiato-Bourgeoisie&#8220;, die schon in den \u201ahigh\u2018-versus-\u201alow\u2018-Diskursen der 1960er Jahren zum Ausdruck kam. Die Adaption dieser gegens\u00e4tzlichen Argumentationsstr\u00e4nge zeigt einmal mehr, wie sie Mittel zum Zweck sind. Welchen Zweck? Dem Bewerben der \u201eGeneration Z\u201c. Und das machen sie mit nichts Geringerem als mit den Mitteln der Popul\u00e4rkultur: Mit YouTube-Videos, Werbeslogans und Memen aller Art.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8094\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.28.52.png\" alt=\"\" width=\"803\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.28.52.png 959w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.28.52-300x62.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.28.52-768x159.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" \/><\/p>\n<p>In dem Hipster-Eintrag wird aber auch \u00fcberdeutlich, wie wenig \u201eneu\u201c die Neue Rechte ist. Vielmehr werden Dichotomien inszeniert, die ziemlich exakt nationalsozialistischen Denkmodellen entsprechen. Allen voran die Dichotomie von \u201awehrhaft\u2018 auf der einen Seite und \u201averweichlicht\u2018 oder wahlweise \u201averweiblicht\u2018 auf der anderen Seite. Das zeigt sich auch an den Slogans der Identit\u00e4ren Bewegung, wie beispielsweise \u201eIdentit\u00e4t braucht Verteidigung\u201c, oder an ihrem Logo, auf dem das griechische Zeichen Lambda abgebildet ist und von dem die Identit\u00e4ren sagen, die Spartaner der Antike h\u00e4tten das Zeichen auf ihren Schilden getragen, als sie versuchten, das viel gr\u00f6\u00dfere Heer der Perser zur\u00fcckzuschlagen (was sie wiederum aus der Popkultur bezogen haben: n\u00e4mlich aus Frank Millers Comic \u201e300\u201c und dessen Verfilmung). Daraus abgeleitete Gegensatzpaare sind auch \u201astark\u2018 versus \u201aschwach\u2018, Sicherheit versus Unsicherheit oder Aktivismus versus Faulheit. So soll sich in der Gesamtheit das Bild einer wehrhaften, starken, aber auch intellektuellen rechten Gegenkultur ergeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8090\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.06.png\" alt=\"\" width=\"795\" height=\"594\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.06.png 795w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.06-300x224.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.25.06-768x574.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px\" \/><\/p>\n<p>Daneben dient ihnen die Elitarismus-Kritik auch dazu, der Gegenwartskultur Dekadenz vorzuwerfen. Zum Beispiel wenn sie den athletisch-ausformulierten K\u00f6rper von Michelangelos David in Fettleibigkeit \u00fcbersetzen, wie ein popul\u00e4res Bild auf rechten Tumblr-Blogs beweist:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8085\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.06.png\" alt=\"\" width=\"804\" height=\"603\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.06.png 804w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.06-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.06-768x576.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/><\/p>\n<p>Das erinnert einerseits an die typische kulturpessimistische Kritik, man erinnere sich an die zu diesem Zwecke vielfach verwendeten Adaption der verk\u00fcrzten Darstellung der Evolutionstheorie Darwins:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8086\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.14.png\" alt=\"\" width=\"802\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.14.png 802w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.14-300x224.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.14-768x575.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 802px) 100vw, 802px\" \/><\/p>\n<p>Es ist aber dar\u00fcber hinaus explizit gegen das Bewerben von K\u00f6rpervielfalt gemeint (\u201eWird als Fortschritt verkauft\u201c steht auf dem Sockel David):<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8087\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.23.png\" alt=\"\" width=\"804\" height=\"602\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.23.png 804w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.23-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.23-768x575.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/><\/p>\n<p>An diesen Beispielen sieht man, wie stark neurechte Bewegungen ihre Ideen visuell fassen, wie sehr sie sich dadurch auch ein Profil erschaffen. Das hat man nicht nur am Okkupieren von Pepe dem Frosch gesehen, sondern zuletzt auch an der Umcodierung von Vaperwave zu Fashwave.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8089\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.43.png\" alt=\"\" width=\"793\" height=\"595\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.43.png 793w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.43-300x225.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.43-768x576.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/p>\n<p>So sehr ihnen Popkultur und die Sozialen Medien \u2013 besonders das Mashup von \u201ahigh\u2018 and \u201alow\u2018 \u2013 nur Mittel zum Zweck sind: Sie beherrschen es perfekt. Es wird zum Selfie-Wettbewerb aufgerufen, weil klar ist, dass Partizipation in einer digitalen Gesellschaft nur so forciert werden kann, zugleich aber beklagt man die Tr\u00e4gheit durch Smartphone-Nutzung (dessen Abschaffung man sich nach der Kulturrevolution w\u00fcnscht):<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8088\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.32.png\" alt=\"\" width=\"714\" height=\"443\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.32.png 714w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/07\/Bildschirmfoto-2018-07-16-um-13.24.32-300x186.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/p>\n<p>Dass das nicht nur widerspr\u00fcchlich, sondern auch naiv ist, ja sogar vertr\u00e4umt \u2013 im g\u00e4nzlich nicht-wehrhaften Sinne \u2013 wird umgekehrt allerdings nicht gezeigt und nicht thematisiert.<\/p>\n<p>Auch der Diskurs \u00fcber \u201ahigh\u2018 und \u201alow\u2018 \u2013 wenngleich so brisant wie lange nicht mehr \u2013 wird gegenw\u00e4rtig bis auf wenige Ausnahmen sehr einseitig gef\u00fchrt. Die anfangs skizzierte Abwehr eines Diskurses \u00fcber \u201ahigh\u2018 and \u201alow\u2018, die Abwehr von Begriffen wie \u201aHochkultur\u2018 und \u201aKunst\u2018 und damit einhergehend die Abwehr von klaren Wertungen \u2013 das war lange \u201acool\u2018. Es war eine Geste der Gelassenheit und Abgekl\u00e4rtheit. Aber mittlerweile ist diese Geste der Status Quo und deshalb \u2013 so scheint mir \u2013 ist sie f\u00fcr viele fad geworden. Hin und wieder wird sie sogar als Feigheit ausgelegt. So entsteht eine neue Sehnsucht nach Wertungen und Pathos, die man zumindest ernst nehmen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Thomas Hecken: Hohe und niedrige Metaphern \u2013 \u201ahigh culture\u2018, \u201alow culture\u2018 u.a., in: http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/02\/28\/hohe-kultur-2von-thomas-hecken28-2-2017\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=N3i7Nl2iwGw<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Anika Meier: Kunst nach den Sozialen Medien: Wie die Kunst gewinnt, in: pop-zeitschrift.de, 18.5.2018. Vgl.: http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2018\/05\/18\/social-media-maivon-anika-meier18-04-2018\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Beat Wyss: Pop zwischen Regionalismus und Globalit\u00e4t, in: Walter Grasskamp, Michaela Kr\u00fctzen, Stephan Schmitt (Hg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Verlag: Frankfurt am Main 2004. S. 21-41. Hier S. 26.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Susan Sontag: Die Einheit der Kultur und die neue Erlebnisweise [One culture and the new sensibility, 1965], in: DIES.: Kunst und Antikunst. Fischer Verlag: Frankfurt am Main 1989. S. 342-354. Hier S. 343.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd. S. 354.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Leslie A. Fiedler: Cross the Border, Close the Gap, in: Playboy, Dezember 1968, S. 151, 230, 252-258, hier S. 252.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Leslie A. Fiedler: Das Zeitalter der neuen Literatur. Indianer, Science Fiction und Pornographie: die Zukunft des Romans hat schon begonnen, in: Christ und Welt, 20.09.1968, S. 14-16, hier S. 15f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2017\/03\/23\/hohe-kultur-4von-annekathrin-kohout23-3-2017\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Thomas Pfeiffer: Buch\u00a0 \u201eDie Neue Rechte \u2013 eine Gefahr f\u00fcr die Demokratie?\u201c Wiesbaden 2004, S. 177.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Thomas Hecken: Bestimmungsgr\u00f6\u00dfen von high und low, in: Thomas Wegmann\/Norbert Christian Wolf: &#8222;High&#8220; und &#8222;low&#8220;: Zur Interferenz von Hoch- und Popul\u00e4rkultur in der Gegenwartsliteratur, DeGruyter 2011, S. 11\u201326.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Jerry Saltz: Sincerity and Irony Hug It Out, in: New York Magazine, 27.5.2010. Via: http:\/\/nymag.com\/arts\/art\/reviews\/66277\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Robin van der Akker, Timotheus Vermeulen: Anmerkungen zur Metamoderne, Edition Uhlenhorst 2015 (englische Erstausgabe 2010). S. 24.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Mario Alexander M\u00fcller: Kontrakultur, Antaios Verlag 2017. S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebd. S. 118.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sofrischsogut.com\">Annekathrin Kohout<\/a> ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>Dieser Text basiert auf einem Vortrag, der beim\u00a0<a href=\"http:\/\/digitalbauhaussummit.de\/de\/\">Digital Bauhaus Summit 2018<\/a> in Weimar gehalten wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber eine neue Sehnsucht nach Wertungen und Pathos<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[1000,1007,1010,1047,1285,1365,1451,1651,1671,1750,1845,1859,2261],"class_list":["post-8084","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-hipster","tag-hochkultur","tag-hohe-kultur","tag-identitaere-bewegung","tag-kontrakultur-halle","tag-leslie-fiedler","tag-mario-alexander-mueller","tag-neue-rechte","tag-niedere-kultur","tag-paul-joseph-watson","tag-popkultur","tag-populare-kultur","tag-susan-sontag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8084"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8084\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}