{"id":8111,"date":"2018-07-23T09:27:34","date_gmt":"2018-07-23T07:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=8111"},"modified":"2018-07-23T09:27:34","modified_gmt":"2018-07-23T07:27:34","slug":"ervon-georg-stanitzek23-7-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/07\/23\/ervon-georg-stanitzek23-7-2018\/","title":{"rendered":"Ervon Georg Stanitzek23.7.2018"},"content":{"rendered":"<p>Michael Rutschkys \u201eIch\u201c und \u201eR.\u201c<!--more--><\/p>\n<p>Im Nachgang zur 1968er Protestbewegung kommt es unter den theorieinteressierten Protagonisten zu einer Wendung gegen abstrakte Gesellschaftstheorie und -kritik. Damit erf\u00e4hrt das ohnehin gegebene romantisch-surrealistische Erbe der Revolte mit einem seiner Motive eine selektive Zuspitzung \u2013 in einem Wort Louis Aragons zusammengezogen: \u201eDas Allt\u00e4gliche, niemals wird man dem Allt\u00e4glichen gen\u00fcgend nahe kommen\u201c.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> 1972 erscheint die <em>Untersuchung zur Konstitution des Alltagsbewu\u00dftseins<\/em> von Thomas Leith\u00e4user, ab 1974 wird die <em>Kritik des Alltagslebens<\/em> von Henri Lefevbre in mehreren B\u00e4nden auf Deutsch vorgelegt, im selben Jahr publiziert Erving Goffman seine <em>Frame analysis,<\/em> die mit dem Untertitel <em>Ein Versuch \u00fcber die Organisation von Alltagserfahrungen<\/em> 1977 ins Deutsche \u00fcbersetzt wird. 1975 hat sich das <em>Kursbuch<\/em> des Themas angenommen; Karl Markus Michel schreibt im einleitenden Essay: \u201eDennoch siegt letztlich der Alltag.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Die Heftkomposition l\u00e4sst darauf Alexander Kluges und Edgar Reitz\u2019 \u201eIn Gefahr und gr\u00f6\u00dfter Not bringt der Mittelweg den Tod\u201c folgen, eine Mischung aus Kurzprosaerz\u00e4hlungen, Szenenbeschreibungen und Drehbuchpassagen des gleichnamigen Films, dessen eigensinnige Protagonistinnen semi-dokumentarisch durch den Karneval und die 1974er Auseinandersetzungen um besetzte H\u00e4user in Frankfurt am Main irrend gezeigt werden. 1978 gr\u00fcnden der studierte Volkskundler Walter Keller und Nikolaus Wyss in Z\u00fcrich die Zeitschrift <em>Der Alltag: Sensationsblatt des Gew\u00f6hnlichen<\/em>. Es ist dieser Diskussionszusammenhang, auf den bezogen und aus dem heraus 1980 mit <em>Erfahrungshunger: Ein Essay \u00fcber die siebziger Jahre<\/em> Michael Rutschkys literarische Karriere beginnt.<\/p>\n<p>Der Titel von Rutschkys Deb\u00fct nennt mit \u201eErfahrungshunger\u201c seine These zum Verst\u00e4ndnis der die siebziger Jahre pr\u00e4genden Tendenzen. Die akademische und besonders die studentische Linke sei 1968 und in den unmittelbaren Folgejahren einer Utopie der Allgemeinbegriffe gefolgt, n\u00e4mlich den der Kritischen Theorie und dem Marxismus abgelesenen Versprechen, die Verh\u00e4ltnisse dem eigenen Blick transparent werden zu lassen: \u201e(D)iese von allgemeinen Begriffen, von ausgearbeiteten Theorien her organisierten Interpretationen \u2026\u00a0vertrieben die Wolken des Diffusen, Unverst\u00e4ndlichen\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Der Preis hierf\u00fcr sei jedoch hoch gewesen, insofern er in einer Art An\u00e4sthesie, Depression, psychoanalytisch: Melancholie bestanden habe. <em>Erfahrungshunger<\/em> beschreibt Subkulturen, individuelle Karrieren und literarische Versuche der siebziger Jahre als hierauf bezogene Auswege, auch Irrwege. Als einen gemeinsamen Nenner diagnostiziert er eine Suche nach forcierten, nicht zuletzt nach Gewalt-, Schreckens- und Schmerzerfahrungen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Sie folgt einer dem theoretisch induzierten Transparenztraum reaktiv geradewegs entgegengesetzten \u201eUtopie der Unbestimmbarkeit\u201c; so sehr sich \u201eihre Anh\u00e4nger untereinander unendlich differenzieren und jeden anderen als feindliche \u201aAu\u00dfenwelt\u2018 wahrnehmen\u201c m\u00f6gen,<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> teilen sie doch diese Utopie.<\/p>\n<p>Dieser Utopie der Siebziger entspricht das Projekt oder vielmehr eine Vielzahl von Projekten, \u201eKritik zu leben: sie soll nicht mehr ein Modus des Denkens, Redens, Schreibens jenseits vom Alltag sein, sie soll sich unmittelbar darin realisieren.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Wenn <em>Erfahrungshunger<\/em> darauf ausgeht, Facetten dieses Alltags darzustellen und zu reflektieren, ist seinem Verfasser nur zu klar, dass sein eigenes Schreibprojekt dem nicht folgen kann. Denn \u201eder Augenblick, der die Alltagsprosa unterbricht, ist \u2026\u00a0derjenige, in welchem die Erfahrung formuliert werden will; w\u00e4hrend die Alltagsprosa ja ungeschrieben und ungelesen bleiben kann.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a0Dennoch stellt sich Rutschkys <em>Essay<\/em> der Alltagsprosa keineswegs entgegen, seine \u201eEthnographie der Erfahrung\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> l\u00e4sst sich vielmehr von ihr affizieren, macht sich durchl\u00e4ssig f\u00fcr ihre Formen, um auf diese Weise die eigene Erfahrung zu artikulieren. Er kn\u00fcpft damit geradewegs an die in der zeitgen\u00f6ssischen Literaturwissenschaft intensiv diskutierte Intertextualit\u00e4tstheorie an:<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u201eDas Thema vom sprechenden Menschen\u201c, hei\u00dft es in Michail Bachtins <em>\u00c4sthetik des Wortes,<\/em> \u201eist im Alltag von gro\u00dfem Gewicht. Auf Schritt und Tritt ist im Alltag von jemandem, der spricht und seinem Wort die Rede. Man kann geradezu sagen: Im Alltag wird am meisten \u00fcber das gesprochen, was andere sagen, \u2013 man \u00fcbermittelt, erinnert, erw\u00e4gt, er\u00f6rtert fremde W\u00f6rter, Meinungen, Behauptungen, Informationen, entr\u00fcstet sich \u00fcber sie, erkl\u00e4rt sich mit ihnen einverstanden, bestreitet sie, beruft sich auf sie usw. \u2026 \u00dcberaus hoch ist das spezifische Gewicht von \u201aalle sagen\u2018 und \u201asagte er\u2018. \u2026\u00a0Auf Schritt und Tritt findet sich \u2026\u00a0ein \u201aZitat\u2018 oder ein \u201aHinweis\u2018 auf das, was eine bestimmte Person gesagt hat, auf \u201aman sagt\u2018 oder auf \u201aalle sagen\u2018\u201c.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Dem entspricht die Komposition von <em>Erfahrungshunger<\/em> mit einer ungew\u00f6hnlichen Vielzahl von Personifikationen und Ethop\u00f6ien. \u201eDer Germanist L.\u201c, \u201eder Universit\u00e4tsprofessor S.\u201c, \u201eder Literaturkritiker D.\u201c, \u201eder Student R.\u201c, \u201eder Schriftsteller W.\u201c, \u201edie Lehrerin F.\u201c, \u201edie Schriftstellerin S.\u201c, \u201eder Soziologe Raspe\u201c, \u201eH\u00f6ge\u201c, \u201eEugen\u201c, \u201eGerhard\u201c und wie sie alle hei\u00dfen. Gelegentlich glaubt man zu wissen, manchmal meint man aber auch nur ahnen zu k\u00f6nnen, wer gemeint ist. Der Text selbst erl\u00e4utert den Kunstgriff: oft handle es sich um \u201eMischperson(en)\u201c, die entstehen, indem Verschiedene \u201e\u00fcbereinanderkopiert\u201c werden und insofern bei aller gleichzeitigen Konkretion als Modelle fungieren.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Auf diese Weise beschreibt der Ethnograf das Personal seines Feldes und l\u00e4sst es zu Wort kommen. Die zitierten Abbreviationen erinnern kaum zuf\u00e4llig an Verfahren in den Prosaerz\u00e4hlungen Alexander Kluges.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Damit allein allerdings unterscheidet sich <em>Erfahrungshunger<\/em> nur minimal von einer literaturkritischen, literaturwissenschaftlichen oder eben ethnografischen Darstellung, der es gelingt, ihren Gegenstand nicht nur zur Sprache, sondern auch zum Sprechen zu bringen.<\/p>\n<p>Die eigentliche Erfindung aber, mit der Michael Rutschky ein neues Kapitel in der Geschichte des deutschsprachigen Essays aufgeschlagen hat, ist eine andere. Sie liegt in einem weiteren Kunstgriff, n\u00e4mlich in der Einf\u00fchrung von \u201eR.\u201c in das von Rutschkys <em>Essay<\/em> gef\u00fchrte Personal. Theoretisch tut das einem wichtigen Vorzeichen gen\u00fcge, das Rutschky einige Jahre sp\u00e4ter folgenderma\u00dfen formuliert hat: \u201eEine Gesellschaftskritik, die nicht immer auch mich selbst enth\u00e4lt, ist keine \u2013 oder eben nur diese einheimische, die gar nicht von der Gesellschaft, sondern von den anderen Leuten, zu denen der Kritiker keinesfalls geh\u00f6ren m\u00f6chte, handelt\u201c.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Wenn schon Kritik, dann auch Selbstkritik; Beschreibungen sind nur dann hinreichend informativ, wenn sie mit Selbstbeschreibungen verbunden sind. Diesem theoretischen Ethos entspricht die rhetorische Vorkehrung \u201eR.\u201c In <em>Erfahrungshunger<\/em> kommt es in Ans\u00e4tzen bereits vor, obwohl es hier durchaus noch \u201eIch\u201c hei\u00dft: \u201eJetzt, w\u00e4hrend ich das schreibe, 1978\u201c; wenige S\u00e4tze sp\u00e4ter aber taucht es auf: \u201eder Student R.\u00a0(er hat sein Examen gemacht und ist inzwischen tot)\u201c.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Auch wenn man an dieser Stelle noch im Zweifel sein mag, ob es sich m\u00f6glicherweise um eine andere, eine weitere dritte Person, und sei es ein fr\u00fcheres Ich, handeln k\u00f6nnte \u2013 in der Folge wird das intermittierende \u201eR.\u201c doch der Ausdruck, mit dem der Essayist Rutschky im eigenen Text seine Position und Stimme anf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Fast zeitgleich hat Roland Barthes in <em>Barthes par Barthes (\u00dcber mich selbst)<\/em> \u00fcber seine autobiografische Schreibweise spekuliert: \u201eDas Eindringen einer dritten Person in den Diskurs des Essays, die jedoch auf kein fiktives Gesch\u00f6pf verweist, markiert die Notwendigkeit, die Gattungen neu zu formen: da\u00df der Essay sich fast als ein Roman eingesteht: ein Roman ohne Eigennamen.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Hiervon ist \u201eR.\u201c allerdings sehr wohl zu unterscheiden. Ist doch allen dritten Personen in Rutschkys Texten der abk\u00fcrzungsweise Bezug auf Eigennamen gerade wesentlich; und gilt dies umso mehr f\u00fcr \u201eR.\u201c als Abbreviatur seines \u201eVatersnamen(s)\u201c.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Wenn \u201eR.\u201c in den Essay eindringt, ist dies zwar mit einem fiktionalisierenden Effekt verbunden, doch der Roman liegt weit genug entfernt. \u201eZwischen Erz\u00e4hlung und Essay\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> angesiedelt, wird in diesen Texten doch stets \u201edie Erz\u00e4hlung anschlu\u00dff\u00e4hig gehalten \u2026 f\u00fcr Argumente\u201c.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Rutschky legt Wert auf den deliberativen Charakter seiner Essays. Anders gesagt, bleibt abgesehen von wenigen \u2013 besonders in Texten \u00fcber das Wetter zu beobachtenden \u2013 Ausnahmen der epideiktische Weg unbegangen, der seine Arbeiten ja auf das konventionellerweise als Literatur verstandene Gebiet h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Mit der auf den ersten Blick geringf\u00fcgigen Komplikation \u201eR.\u201c befinden wir uns auf jenem vielgestaltigen Feld der rhetorischen Elocutio, das man mit einem treffenden Ausdruck \u201eFiguren der Kommunikationspartner\u201c genannt hat. Die Instanzen der Kommunikation selbst werden mit solchen Figuren sprachlich \u201enormbrechend\u201c artikuliert.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Der jeweilige Normbruch ist allerdings keineswegs schematisch zu identifizieren, weil n\u00e4mlich der normale Sprachgebrauch je nach Genre bereits selbst in einer kommutativ erzeugten Figur bestehen kann. Insofern ist Vorsicht geboten; leicht h\u00e4lt man zum Beispiel ein \u201eMan\u201c oder \u201eWir\u201c im Feuilleton einfach f\u00fcr ein tropisch verhohlenes \u201eIch\u201c, w\u00e4hrend die Norm hier doch umgekehrt in der weitgehenden Vermeidung der ersten Person Singular besteht.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Hiervon unterscheidet sich \u201eR.\u201c ebenso pr\u00e4gnant wie von jenen Varianten wissenschaftlicher Kommunikation, die Francis Bacons klassischer Formel \u201eDe nobis ipsis silemus\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> folgend konventionell einen Plural der ersten Person in Anspruch nehmen, in dem Adressant und Adressaten prospektiv zur <em>scientific community<\/em> zusammengefasst werden. Soll umgekehrt \u201eR.\u201c es dem Essayisten doch gerade erm\u00f6glichen, mitunter ausgesprochen offen von sich selbst zu handeln, nur eben in denkbar wenig wichtigtuerischer Weise als von einem unter anderen. \u201eOft schien es R. beim Lesen, als schriebe Adorno \u00fcber ihn pers\u00f6nlich.\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Das artikellose \u201eR.\u201c tr\u00e4gt zum schwebenden urbanen Ton bei, den Rutschky entwickelt hat; man lese nur das auf <em>Erfahrungshunger<\/em> folgende <em>Wartezeit: Ein Sittenbild<\/em> von 1983 oder <em>Wie wir Amerikaner wurden: Eine deutsche Entwicklungsgeschichte<\/em> von 2004. Die Aufzeichnungsb\u00fccher, die er zuletzt ver\u00f6ffentlicht hat, <em>Mitgeschrieben<\/em> von 2015 sowie <em>In die neue Zeit<\/em> von 2017, legen \u00fcberdies nahe, dass bereits seine privat gef\u00fchrten Notizb\u00fccher fast durchg\u00e4ngig mit diesem K\u00fcrzel der dritten Person gearbeitet haben \u2013 vielleicht wurden sie aber auch nur ex post so stilisiert;<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> die nachgelassenen Tageb\u00fccher werden es erweisen. Wie auch immer, selten wurde wohl ein Ich sorgf\u00e4ltiger gerahmt als in dieser Form: \u201eAuch hier wirkt sich eine R. wohlbekannte Phantasie aus: dass er sich im Zentrum gar nicht im Zentrum befinde, sondern dass es irgendwo anders liegt. \u201aWo ich bin, kann nicht das Zentrum sein.\u2018\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Weil es aus dem Eigennamen des Autors gewonnen ist und auf ihn verweist, konstituiert \u201eR.\u201c einen Individualstil im strikten Sinn, der weder verallgemeinerbar noch einfach nachahmbar ist. Ina Hartwig hat das en passant mit einem so aparten wie witzigen Text vorgef\u00fchrt, in dem sie sich mit einem funktional \u00e4quivalent gebrauchten \u201eQ.\u201c im Alphabet an \u201aR.\u2018 gewisserma\u00dfen angen\u00e4hert und ihm vorgemogelt hat.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Aber auch im Rahmen von Rutschkys Arbeiten selbst ist die Dom\u00e4ne von \u201eR.\u201c eine ziemlich fest umrissene. Denn \u201eR.\u201c ist nicht in jedem Genre zug\u00e4nglich, sondern geh\u00f6rt definitiv zum Figurenregister des Essays. Leicht l\u00e4sst sich die Probe aufs Exempel machen, wenn man vergleichsweise Rutschkys schriftstellerische Aktivit\u00e4t als Redakteur und als Herausgeber betrachtet. Die ist dem Profil seiner Autorschaft alles andere als \u00e4u\u00dferlich. 1979 arbeitet er als Redakteur des <em>Merkur;<\/em> in den ersten Jahren geh\u00f6rt er der Redaktion der von Hans Magnus Enzensberger und Gaston Salvatore 1980 gegr\u00fcndeten <em>TransAtlantik<\/em> an. Bei Suhrkamp gibt er <em>1982: Ein Jahresbericht<\/em> sowie <em>1983 Tag f\u00fcr Tag: Der Jahresbericht<\/em> heraus und in einer Art Fortsetzung dessen 1987 <em>Die andere Chronik<\/em> bei Kiepenheuer &amp; Witsch. Mitte der 1980er Jahre kreuzen sich die Wege mit Walter Keller, dem Herausgeber von <em>Der Alltag.<\/em> Im Impressum der Zeitschrift hei\u00dft es ab Heft 2\/3 des Jahrgangs 1985: \u201eRedaktion Berlin: Michael Rutschky\u201c, sp\u00e4ter \u201eB\u00fcro Berlin \u2026\u201c, \u201eBerliner Redakteur \u2026\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> \u2013 ab Heft 63 von 1994 fungiert Rutschky dann als Mitherausgeber und als \u201eChefredakteur\u201c.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>Rutschkys Autor- und Herausgeberschaft formieren sich strukturell homolog, insofern es in beiden F\u00e4llen um die Einladung und Integration fremder Stimmen geht. Trotzdem sind Autor und Herausgeber funktional genau unterschieden; und \u201eR.\u201c beziehungsweise sein Ausbleiben indizieren den Unterschied. Wie schon in den <em>Jahresberichten<\/em> eine Reihe jener Stimmen wiederbegegnete, die bereits im kotextuellen Rahmen von <em>Erfahrungshunger<\/em> das Wort erhalten hatten, so verh\u00e4lt es sich erst recht mit Rutschkys Hinzutritt zur Zeitschrift <em>Der Alltag:<\/em> Mehr und mehr bev\u00f6lkert dieser sich mit Beitr\u00e4gen aus dem stetig erweiterten Kreis seiner Freunde und Bekannten \u2013 Heinz Bude, Iris Hanika, Ina Hartwig, Thomas Hecken, Detlef Kuhlbrodt, Mariam Niroumand, Heidi R\u00fchlmann, Kurt Scheel, Sabine Vogel, David Wagner, Dieter Wellershoff, Ulf Erdmann Ziegler \u2026, um nur Wenige zu nennen, von denen wiederum Einige wenigstens zeitweise zu seinem Berliner \u201aLesekreis\u2018 geh\u00f6ren.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Soweit ich sehe, kommt aber \u201eR.\u201c in keinem der von ihm verfassten Themenheft-Editorials vor. Als Herausgeber versieht er n\u00e4mlich ein \u201eAmt\u201c,<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> das sich mit seiner Funktion und seinen Verantwortlichkeiten gegen\u00fcber dem mit \u201eR.\u201c bewerkstelligten deliberativen Fiktionalisierungsspiel sperrt. Als <em>Der Alltag<\/em> 1993 mit einem Themenheft \u201e\u00dcber Identit\u00e4ten\u201c aufwartet, gibt schon der tautologische Untertitel \u201eIch ist Ich\u201c Unwillen und Aversion des Herausgebers zu verstehen, die er dann auch im Text denkbar selbstbez\u00fcglich ausf\u00fchrt: \u201eNie bin ich ganz Frau oder ganz Cockerspaniel oder ganz Redakteur dieser Zeitschrift.\u201c W\u00e4re an dieser Stelle der Einsatz von \u201eR.\u201c nur zu sachgem\u00e4\u00df, muss er doch unterbleiben. Das Editorial ist kein Essay, der Herausgeber bleibt auf das in diesem Rahmen gebr\u00e4uchliche \u201eIch\u201c und seine Figuren \u201eWir\u201c oder \u201eMan\u201c angewiesen, ja verpflichtet: \u201e(I)ch m\u00f6chte \u2026\u00a0Ihnen aus diesem Heft besonders Helmut H\u00f6ges Portr\u00e4t von Egon empfehlen, B\u00fcrger der ehemaligen DDR, dessen Verwandlungsk\u00fcnste eine eigene moralische Disziplin, den Egonismus, zu begr\u00fcnden nahelegen.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>Rainald Goetz \u2013 von Rutschky in <em>Wartezeit<\/em> als \u201eG.\u201c mit einer eigens auf sein literarisches Deb\u00fct zugeschnittenen Literaturtheorie bedacht,<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Teilnehmer noch an beiden <em>Erfahrungsberichten<\/em> \u2013 tr\u00e4gt 1986 folgende alphabetisch geordnete Liste vor, die es sich aufmerksam zu lesen lohnt:<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> \u201eAndy. Becker. Celan. Descartes. Er. Foucault, Le souci de soi, Gallimard Paris 1984. Green, Jugend. Hegel. I. Johnson. Kant, Prolegomena zu einer jeden k\u00fcnftigen Metaphysik die als Wissenschaft wird auftreten k\u00f6nnen, 1783. Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Grundri\u00df einer allgemeinen Theorie, Suhrkamp Frankfurt 1984. Musil. Ivan Nagel, Autonomie und Gnade, \u00dcber Mozarts Opern, Hanser M\u00fcnchen Wien 1985. Ordnungswidrigkeitsgesetz. Piper, Innere Medizin, Basistext Medizin, Springer Berlin Heidelberg New York 1974. Quellen. Robespierre, Reden, Berlin 1984. Schleef, Unruhe. Trotzki. 2 U. Voltaire. Oswald Wiener, Die Verbesserung von Mitteleuropa, Roman, rowohlt verlag reinbek bei hamburg 1969. Warhol.\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> Der in dieser Weise weit aufgespreizte Eigenname Andy Warhol faltet sich zu einer <em>wall of fame<\/em> aus, die einen kleinen, daf\u00fcr aber umso bedeutsamer wirkenden Katalog pr\u00e4sentiert, aktuelle <em>greatest hits<\/em> zuz\u00fcglich ausgew\u00e4hlte Klassiker. Jeder Buchstabe des mit Warhols Initialen abgesteckten Alphabets nimmt einen Posten auf, Ausnahmen sind \u201eI.\u201c (f\u00fcr griechisch\u00a0<em>Iota<\/em> und also f\u00fcr Buchst\u00e4blichkeit?), \u201e2\u00a0U.\u201c (\u201eto you\u201c, f\u00fcr euch oder f\u00fcr dich ganz pers\u00f6nlich?) und unter E schlie\u00dflich \u201eEr.\u201c Ob mit diesem Einfall Michael Rutschky der angemessen prek\u00e4re Platz im Kanon eines Augenblicks Mitte der achtziger Jahre einger\u00e4umt sein soll?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Louis Aragon, <em>Der Pariser Bauer,<\/em> \u00fcbers.\u00a0v.\u00a0Lydia Babilas, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1996, S.\u00a0174.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Karl Markus Michel, \u201eUnser Alltag: Nachruf zu Lebzeiten\u201c, in: <em>Kursbuch<\/em> 41: \u201eAlltag\u201c (September 1975), S.\u00a01-40, hier S.\u00a025.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Michael Rutschky, <em>Erfahrungshunger. Ein Essay \u00fcber die siebziger Jahre,<\/em> K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp;\u00a0Witsch, 1980, S.\u00a023.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Reinhard Baumgart, \u201eAuthentisch schreiben. Deutsche Literatur der 70er Jahre\u201c, in: Rolf Grimminger\/Jurij Murasov\/J\u00f6rn St\u00fcckrath (Hg.), <em>Literarische Moderne. Europ\u00e4ische Literatur im 19. und 20. Jahrhundert,<\/em> Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch, 1995, S.\u00a0608-636, hier S.\u00a0617f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a058 und S.\u00a068.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a092.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a0254.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Wie ein Kapitel des Buchs \u00fcberschrieben ist: Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a0254; vgl. ders., \u201eEthnographie des Alltags. Eine literarische Tendenz der siebziger Jahre\u201c, in: <em>Literaturmagazin<\/em> 11: \u201eSchreiben oder Literatur\u201c (Oktober 1979), S.\u00a028-51; ders., <em>Zur Ethnographie des Inlands. Verschiedene Beitr\u00e4ge,<\/em> Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1984.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Georg Stanitzek, <em>Essay \u2013 BRD,<\/em> Berlin: Vorwerk 8, 2011, S.\u00a0143ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Michail M. Bachtin, <em>Die \u00c4sthetik des Wortes,<\/em> hg.\u00a0u.\u00a0eingeleitet v.\u00a0Rainer Gr\u00fcbel, \u00fcbers.\u00a0v.\u00a0Rainer Gr\u00fcbel u.\u00a0Sabine Reese, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1979, S.\u00a0225f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a0254; zum Terminus \u201eMischperson\u201c vgl. Sigmund Freud, <em>Die Traumdeutung,<\/em> Frankfurt am Main: S. Fischer, 1972 (<em>Studienausgabe,<\/em> Bd.\u00a02), S.\u00a0318ff. sowie S.\u00a0153ff., wo Freud berichtet, was er von seinem \u201eFreund R.\u201c als Bestandteil einer solchen Mischperson getr\u00e4umt hat (ebd., S.\u00a0154f.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u201e\u2026\u00a0das ist der <em>Friedrich Schlegel<\/em> der Neuen Linken.\u201c (Michael Rutschky, \u201eRealit\u00e4t tr\u00e4umen. Zum aktuellen Stand der Kino-Erfahrung\u201c, in: <em>Merkur<\/em> 31,8 (August 1977), S.\u00a0772-786, hier S.\u00a0786)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Michael Rutschky, \u201eDie Gesellschaft\u201c, in: ders., <em>Was man zum Leben wissen mu\u00df. Ein Vademecum,<\/em> Z\u00fcrich: Haffmans, 1987, S.\u00a071-82, hier S.\u00a079; vgl. Georg Stanitzek, \u201eKriterien des literaturwissenschaftlichen Diskurses \u00fcber Medien\u201c, in: ders.\/Wilhelm Vo\u00dfkamp (Hg.), <em>Schnittstelle: Medien und Kulturwissenschaften,<\/em> K\u00f6ln: DuMont, 2001, S.\u00a051-76, hier S.\u00a058f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a031f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Roland Barthes, <em>\u00dcber mich selbst,<\/em> \u00fcbers.\u00a0v.\u00a0J\u00fcrgen Hoch, Berlin: Matthes &amp; Seitz, 2010, S.\u00a0141.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Michael Rutschky, <em>Auf Reisen. Ein Fotoalbum,<\/em> Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1986, S.\u00a047.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Elsbeth Pulver, \u201eDasein im leeren Raum. Michael Rutschkys Buch \u201aWartezeit. Ein Sittenbild\u2018\u201c, in: <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung,<\/em> Nr. 119, 25.05.1984, S.\u00a037.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Michael Rutschky, \u201eVorrede\u201c, in: ders., <em>Reise durch das Ungeschick und andere Meisterst\u00fccke,<\/em> Z\u00fcrich: Haffmans, 1990, S.\u00a07-9, hier S.\u00a08.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. Heinrich F. Plett, <em>Systematische Rhetorik. Konzepte und Analysen,<\/em> M\u00fcnchen: Fink 2000, S.\u00a041.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Klaus Ostheeren, \u201eFiguren der Kommunikationspartner in historischer und systematischer Sicht\u201c, in: Claus Uhlig\/R\u00fcdiger Zimmermann (Hg.), <em>Anglistentag 1990 Marburg. Proceedings,<\/em> T\u00fcbingen: Niemeyer, 1991, S.\u00a071-95.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Marc Reichwein, \u201eI wie Ich\u201c (\u201eSprechen Sie Feuilleton?\u201c), in: <em>Die Welt,<\/em> 08.04.2011, S. 24.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Ladina Bezzola Lambert, \u201e\u201aVon uns selber schweigen wir\u2018. Francis Bacon auf der Schwelle zum modernen Wissenschaftsverst\u00e4ndnis\u201c, in: Michel Mettler\/Ladina Bezzola Lambert (Hg.), <em>Ortlose Mitte. Das Ich als kulturelle Hervorbringung,<\/em> G\u00f6ttingen: Wallstein, 2013, S.\u00a086-101. \u2013 Die Figuration besteht unter diesem Vorzeichen gerade in der Umkehrung: \u201eDie erste Person Singular ist ein literarischer Kunstgriff.\u201c (Michael Rutschky, \u201eDie Darstellung einer Deutschlehrerin. Bildungsforschung als Ethnographie von Erfahrung,\u201c in: <em>Neue Sammlung<\/em> 18 (1978), S.\u00a0380-395, hier S.\u00a0392)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Rutschky, <em>Erfahrungshunger,<\/em> S.\u00a082.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Hierf\u00fcr spricht, dass Michael Rutschky in <em>Unterwegs im Beitrittsgebiet<\/em> von 1994, das ebenfalls aufzeichnungsliteraturnah komponiert ist, auf die Figur \u201eR.\u201c verzichtet, um stattdessen mit der Differenz von \u201eIch\u201c und \u201eder Autor\u201c zu experimentieren; als <em>alter ego<\/em> hat \u201eK.\u201c, unschwer als Katharina Rutschky zu identifizieren, einen ihrer Auftritte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Michael Rutschky, <em>Mitgeschrieben. Die Sensationen des Gew\u00f6hnlichen,<\/em> Berlin: Berenberg, 2015, S.\u00a0306.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Ina Hartwig, \u201eKreise, Literaturkreise\u201c, in: <em>Kursbuch<\/em> 153: \u201eLiteratur. Betrieb und Passion\u201c (September 2003), S.\u00a0168-175 \u2013 unter dem Motto \u201eIch \u2013 wie plump\u201c (Hubert Fichte, <em>Versuch \u00fcber die Pubert\u00e4t. Roman,<\/em> Hamburg: Hoffmann und Campe, 1974, S.\u00a035).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Unterdessen begradigt man den vorher etwas schr\u00e4gen Untertitel: Aus <em>Der Alltag: Sensationsblatt des Gew\u00f6hnlichen<\/em> wird ab 1987 <em>Der Alltag: Die Sensationen des Gew\u00f6hnlichen<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Michael Rutschky\/Maruta Schmidt\/Walter Keller, \u201eLiebe LeserIn. Editorial\u201c, in: <em>Der Alltag<\/em> 63: \u201eDas geheime Leben\u201c (Februar 1994), S.\u00a01.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Vgl. Harry Nutt, \u201eLob des Lesekreises. Das System Rutschky feiert Geburtstag. Eine Anleitung\u201c, in: <em>Frankfurter Rundschau,<\/em> 24.05.2003, Nr.\u00a0120, S.\u00a010.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Michael Rutschky, \u201eDer \u00dcbermut der \u00c4mter. Editorial\u201c, in: <em>Der Alltag<\/em> 68: \u201eDer \u00dcbermut der \u00c4mter\u201c (Juni 1995), S.\u00a01.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Michael Rutschky, \u201eHaben oder Sein? Editorial\u201c, in: <em>Der Alltag<\/em> 62: \u201e\u00dcber Identit\u00e4ten \u2013 Ich ist Ich\u201c (Februar 1993), S.\u00a03-4 hier S.\u00a04; vgl. Helmut H\u00f6ge, \u201e\u201aWer nichts wird, wird Wirt.\u2018 Die allm\u00e4hliche Verwandlung eines sozialistischen Tierpflegers zum Kleinunternehmer\u201c, ebd., S.\u00a0173-195.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Vgl. Michael Rutschky, <em>Wartezeit. Ein Sittenbild,<\/em> K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch, 1983, S.\u00a061ff. und dazu Hubert Winkels, <em>Einschnitte. Zur Literatur der 80er Jahre,<\/em> erweiterte u. bearbeitete Aufl., Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991, S.\u00a0229ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Vgl. Diedrich Diederichsen, \u201eListe und Intensit\u00e4t\u201c, in: Dirck Linck\/Gert Mattenklott (Hg.), <em>Abf\u00e4lle. Stoff- und Materialpr\u00e4sentation in der deutschen Pop-Literatur der 60er Jahre,<\/em> Hannover-Laatzen: Wehrhahn, 2006, S.\u00a0107-123.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Rainald Goetz, \u201eUnd Blut\u201c, in: ders., <em>Hirn,<\/em> Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1986, S.\u00a0177-194, hier S.\u00a0194.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Der Aufsatz liegt mittlerweile auch <a href=\"https:\/\/www.schoeningh.de\/katalog\/titel\/978-3-506-72713-8.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gedruckt<\/a> vor. Genauer Nachweis:<\/em><br \/>\n<em>Georg Stanitzek: Er, in: Christopher Busch\/Till Dembeck\/Maren J\u00e4ger (Hg.): Ichtexte. Beitr\u00e4ge zur Philologie des Individuellen, Paderborn: Ferdinand Sch\u00f6ningh 2019, 107\u2013113.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.uni-siegen.de\/phil\/germanistik\/mitarbeiter\/stanitzek_georg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Georg Stanitzek<\/a> ist Professor f\u00fcr Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Medien- und Literaturtheorie) an der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Rutschkys \u201eIch\u201c und \u201eR.\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[107908,654,676,1048,1063,1526,1943,2097,2099,2100],"class_list":["post-8111","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-alltag","tag-erfahrungshunger","tag-essay","tag-identitaet","tag-individualstil","tag-michael-rutschky","tag-rainald-goetz","tag-selbstbeschreibung","tag-selbstbezug","tag-selbstkritik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8111\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}