{"id":8318,"date":"2018-10-01T10:23:31","date_gmt":"2018-10-01T08:23:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=8318"},"modified":"2018-10-01T10:23:31","modified_gmt":"2018-10-01T08:23:31","slug":"terrorismus-und-populaere-kultur-von-thomas-hecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2018\/10\/01\/terrorismus-und-populaere-kultur-von-thomas-hecken\/","title":{"rendered":"Terrorismus und popul\u00e4re Kulturvon Thomas Hecken1.10.2018"},"content":{"rendered":"<p>Volk, Panik, Gewaltbegr\u00fcndungen<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">[aus: <a title=\"website heft 11 transcript\" href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-4455-5\/pop\/?c=312000158\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbPop. Kultur und Kritik\u00ab, Heft 13<\/a>, Herbst 2018, S. 109-129]<\/p>\n<p>Terrorismus besitzt in Europa und Nordamerika eine gro\u00dfe Bedeutung. Dies mag \u00fcberraschen, blieb doch das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rungen nach 9\/11 vergleichsweise gering. Auch liegt die Zahl der Anschlagsopfer im gleichen Zeitraum zwar beklagenswert hoch, im Vergleich zu den Todesraten etwa aus Afghanistan, Libyen, \u00c4gypten, Syrien und dem Irak f\u00e4llt sie jedoch niedrig aus. Eine Macht\u00fcbernahme durch anarchistische, nationalsozialistische oder theokratische Kr\u00e4fte, die sich des Terrors f\u00fcr ihre Ziele bedienen, zeichnet sich in den USA, Deutschland, Frankreich etc. ohnehin nicht einmal ansatzweise ab. Unter den Spitzen der Exekutive und Judikative, beim Milit\u00e4r und in den Geheimdiensten, in den Universit\u00e4ten und \u203aLeitmedien\u2039, bei der gro\u00dfen Mehrheit der Parlamentarier gibt es keine Bestrebungen, Gewalt f\u00fcr solche Ziele einzusetzen. Auch bei den Machtlosen ist das nicht anders. Eine schweigende \u00f6ffentliche Mehrheit, die eine Art Anerkennung f\u00fcr entsprechende Formen des Terrors anklingen lie\u00dfe, existiert nicht. Allgemein genie\u00dft Terrorismus keinerlei Popularit\u00e4t, wenn man die Beliebtheit bei vielen zur Bedingung des Popul\u00e4ren macht.<\/p>\n<p>In den 1970er Jahren stellte sich das vor allem in Italien anders dar, dort wiesen politische Gewalthandlungen einen st\u00e4rkeren Bezug sowohl zu lokalen Gruppen als auch zu politischen Anschauungen auf, die eine gr\u00f6\u00dfere Unterst\u00fctzung besa\u00dfen. In der BRD, den USA sowie in Frankreich waren die bewaffneten Linksradikalen zwar nicht so stark in universit\u00e4ren, gewerkschaftlichen, sozialistischen oder (anderen) linksalternativen Szenen und Kommunen verankert, es gab aber zumindest anf\u00e4nglich in diesen Kreisen und teilweise sogar unter breiteren Schichten der j\u00fcngeren Bev\u00f6lkerung eine gewisse weltanschauliche N\u00e4he zu den Absichten der kleinen gewaltbereiten Gruppen, wenn auch l\u00e4ngst nicht in gleichem Ma\u00dfe zu ihren Methoden. Die Abneigung gegen\u00fcber der herrschenden Klasse f\u00fchrte bei nicht wenigen zu einer meistens mehr, manchmal minder privat ge\u00e4u\u00dferten Teilnahmslosigkeit, wenn es Opfer unter Staatsanw\u00e4lten, Konzernf\u00fchrern, B\u00fcrokraten und Politikern zu betrauern galt. Innerhalb dieser Schichten und der sie st\u00fctzenden Parteien gab es umgekehrt den Verdacht oder die \u00dcberzeugung, viele Systemgegner w\u00fcrden vor einem revolution\u00e4ren Umsturz nicht zur\u00fcckscheuen. So wie viele Linke die Exekutivorgane und \u203aCharaktermasken\u2039 der liberalkapitalistischen Gesellschaft f\u00fcr \u203afaschistoid\u2039 hielten, sahen im Gegenzug viele Repr\u00e4sentanten und Anh\u00e4nger des bundesdeutschen Staates in ihren Kritikern eminent gef\u00e4hrliche Verfassungsfeinde und \u203aSympathisanten\u2039 des Terrorismus. Zur gro\u00dfen gewaltsamen Auseinandersetzung f\u00fchrten die gegenseitigen, maximalen Unterstellungen und Verd\u00e4chtigungen aber nicht.<\/p>\n<p>Solch eine historische Erinnerung kann auch zuk\u00fcnftig f\u00fcr Aufschluss sorgen: Selbst wenn alle Voraussetzungen f\u00fcr einen B\u00fcrgerkrieg verbal vorliegen und der Ausnahmezustand ideologisch l\u00e4ngst vollzogen ist bzw. in den Einsch\u00e4tzungen der Beteiligten als gegeben imaginiert wird, muss es keineswegs zu einer Ausweitung der Kampfhandlungen kommen. Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die heutige Bedeutsamkeit des Terrorismus wird solch ein R\u00fcckblick aber nicht erbringen, nur das Bewusstsein daf\u00fcr sch\u00e4rfen, dass sogar eine recht gro\u00dfe Popularit\u00e4t des Terrorismus sowie die zentrale Bedeutung des Terrorismus-Themas in der medialen und politischen Arena nicht zwangsl\u00e4ufig zu einem gesellschaftlichen Umbruch f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darum m\u00fcssen weitere Aspekte betrachtet werden, um den gegenw\u00e4rtigen Stellenwert des Terrorismus angemessen einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen: Vielfach ist bereits auf die explizite oder implizite N\u00e4he von Terrorismus und \u203aLeitmedien\u2039 hingewiesen worden, etwas seltener auf die von Terrorismus und Geheimdiensten. In diesem Zusammenhang ist auch jene popul\u00e4re Imagination zu beachten, die angesichts des Fremden Gefahren, Schrecknisse und dunkle Geheimnisse mehr als nur erahnt. Vor allem gilt es, die semantische Kraft des \u203aTerrorismus\u2039 ins Auge zu fassen; die Rede vom \u203aTerror\u2039 bildet nicht nur einen der wichtigsten Eins\u00e4tze, \u203agute\u2039 von \u203aschlechter\u2039 Gewalt zu scheiden, sondern auch eine entscheidende begriffliche Strategie, das Volk und die Nation zu formieren. Diesen Punkten soll nun nachgegangen werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/09\/11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8322\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/09\/11-657x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"657\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/09\/11-657x1024.jpg 657w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/09\/11-192x300.jpg 192w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/09\/11-768x1198.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2018\/09\/11.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Ein erschreckender Begriff<\/p>\n<p>Was unterscheidet einen kriminellen Akt, den Einsatz staatlicher Gewalt im Innern, Guerillak\u00e4mpfe oder den Krieg gegen eine andere Nation von einem terroristischen Anschlag? An der Frage h\u00e4ngt viel, f\u00fcr die Attent\u00e4ter und ihre staatlichen Widersacher sogar alles, weil mit ihrer jeweiligen Beantwortung bereits \u00fcber die Legitimit\u00e4t des Gewaltakts entschieden wird. Aus Sicht des angegriffenen Staates sind die Attent\u00e4ter lediglich kriminelle Gewaltt\u00e4ter, die, im Unterschied zum hochger\u00fcsteten Staat selbst, \u00fcber keinerlei Rechtfertigung und Legitimationsbasis zum Einsatz von Gewaltmitteln verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Wenn ein Staat, der \u2013 wie die USA \u2013 \u00fcber gen\u00fcgend Machtmittel dazu verf\u00fcgt, die ganze Welt zum \u00bbKrieg gegen den Terror\u00ab aufruft, bedeutet das darum nicht, dass die Gegner in den Genuss der Rechte einer Kriegspartei gelangen. Im Gegenteil, den Attent\u00e4tern und ihren Organisatoren wird der Schutz des Kriegsrechts gerade nicht zugestanden. Das metaphorisch schillernde Wort vom \u203aKrieg\u2039 dient hier nur dazu, den martialischen Staat in die Lage zu versetzen, potentiell \u00fcberall au\u00dferhalb seiner Grenzen seine Machtmittel einzusetzen, ohne dass er einem anderen Staat den Krieg erkl\u00e4ren m\u00fcsste (wenn er auch gewisse argumentative Anstrengungen unternimmt, seine Angriffe als vereinbar mit dem V\u00f6lkerrecht hinzustellen).<\/p>\n<p>Den Attent\u00e4tern stellt sich die Lage genau gegenteilig dar. Sie sehen sich im Namen eines h\u00f6heren, k\u00fcnftig zu verabschiedenden Rechts oder einer alternativen Interpretation gegebenen Rechts legitimiert, gegen staatliche und andere, mit dem Staat ideologisch verbundene Einrichtungen und Repr\u00e4sentanten Gewalt auszu\u00fcben. Der Staat bezeichnet die Attent\u00e4ter wiederum als \u203aTerroristen\u2039, um per Begriff anzuzeigen, dass es sich um eine spezielle Art von Kriminellen, um eine \u203aBande\u2039 etc. handelt. Die Attent\u00e4ter lehnen folgerichtig diese Bezeichnung ab, um sich mit Titeln wie \u203aRebellen\u2039, \u203aArmee\u2039 etc. zu schm\u00fccken.<\/p>\n<p>Wird das Wort von staatlicher oder supranationaler Seite gebraucht, weist \u203aTerrorismus\u2039 stets eine negative Bedeutung auf; das Attentat gilt als kriminell und feige, der Umstand, dass es nicht aus privaten, sondern aus politischen Gr\u00fcnden erfolgt, verschafft ihm aus Sicht der staatlichen Organe und ihrer Parteig\u00e4nger keinerlei Zuwachs an Legalit\u00e4t oder Legitimit\u00e4t. Die Attent\u00e4ter verstehen sich hingegen schon deshalb nicht als Kriminelle, weil sie ihren Gewalteinsatz als politischen Akt ansehen. Tats\u00e4chlich sind ihre Morde oder Zerst\u00f6rungsakte vom Motiv her von anderen Morden oder Eigentumsdelikten deutlich getrennt, weil sie nicht nur zum Zwecke pers\u00f6nlicher Bereicherung oder Rache geschehen.<\/p>\n<p>Ein anderes Unterscheidungsmerkmal liegt in der schriftlich vorbereiteten (aber m\u00fcndlich vorgetragenen) oder schriftlich dokumentierten Selbstanzeige und -erkl\u00e4rung der Attent\u00e4ter. Im Unterschied zu den meisten anderen kriminellen Akteuren bekennen sich die Attent\u00e4ter aus politischen Gr\u00fcnden zu einer Tat und benennen (vollkommen unabh\u00e4ngig von einer m\u00f6glichen Gerichtsverhandlung) ihre Motive. Terroristische Attentate ohne Erkl\u00e4rung sind nicht selten eine Dom\u00e4ne staatlicher Geheimdienste oder von Organisationen, die mit Teilen des Geheimdienstapparates assoziiert sind. Dass viele terroristische Vereinigungen von Geheimdiensten unterwandert sind und unerkannt f\u00fcr staatliche Zwecke instrumentalisiert werden, \u00e4ndert, lapidar gesagt, in den Augen der \u00d6ffentlichkeit nichts am Status der jeweiligen terroristischen Anschl\u00e4ge, solange die geheimdienstliche Subversion auch tats\u00e4chlich geheim bleibt.<\/p>\n<p>Versucht der gew\u00f6hnliche Gesetzesbrecher sein M\u00f6glichstes, um die Tat zu vertuschen oder zumindest nicht als T\u00e4ter erkannt zu werden (und zeigt wenigstens auf diese Weise seinen Respekt vor dem Gesetz und den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden), macht der politische Attent\u00e4ter mit seinem Bekennerschreiben deutlich, dass er die herrschenden Gesetze grunds\u00e4tzlich nicht akzeptiert. Der gegen einen Staat ank\u00e4mpfende politische Terrorist dokumentiert mit seiner Erkl\u00e4rung, dass er zwar aus dem legalen, nicht aber aus dem sozialen Zusammenhang herausgetreten ist: Der Gewaltakt wird nicht unkommentiert ausge\u00fcbt, dadurch wird angezeigt, dass man den Einsatz von Gewalt f\u00fcr ein durchaus fragw\u00fcrdiges Mittel h\u00e4lt, das nach einer guten Begr\u00fcndung verlangt, um vor anderen gerechtfertigt werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als Terroristen m\u00f6chten die politischen Gewaltt\u00e4ter sich darum nicht bezeichnen. Blo\u00df Angst und Schrecken wollen sie nicht verbreiten, wie ihre Erkl\u00e4rungen anzeigen. Sie wollen auch oder sogar in erster Linie durch Argumente und Zielangaben, die aus ihrer Sicht ein hohes Ma\u00df an Plausibilit\u00e4t und Legitimit\u00e4t besitzen, aufkl\u00e4ren und \u00fcberzeugen. Diese Selbsteinsch\u00e4tzung trifft zumindest dann immer graduell zu, wenn es stimmen sollte, dass geheimnisvolle, unmotivierte, unerkl\u00e4rte Attentate einen gr\u00f6\u00dferen Schrecken erzeugen als autorisierte und begr\u00fcndete Anschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Von staatlicher Seite wird dieser m\u00f6gliche Gradunterschied aber regelm\u00e4\u00dfig als unerheblich eingestuft, es bleibt bei der Einstufung \u203aTerrorismus\u2039. Falls exekutive oder legislative Stellen \u00fcberhaupt auf die Bekennerschreiben und ihre Begr\u00fcndungsans\u00e4tze eingehen, sch\u00e4tzen sie diese zumeist als \u203awirr\u2039 oder \u203aunverst\u00e4ndlich\u2039 ein, versuchen also, ihnen den argumentativen Status abzusprechen. \u203aTerrorismus\u2039 kommt darum neben \u203agewaltsamem Schrecken\u2039 auch mit \u203aUnvernunft\u2039 und \u203aKommunikationsabbruch\u2039 \u00fcberein. Da viele politische Attent\u00e4ter bestreiten, ihre Praktiken und ihre Absichten w\u00fcrden so richtig beschrieben, ist \u203aTerrorismus\u2039 ein Ausdruck, der einen fast ausschlie\u00dflich negativen Klang besitzt. Was sich so banal anh\u00f6rt, ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich, wie man an Begriffen wie \u203apunk\u2039 oder \u203agangster\u2039 sehen kann, deren vom \u203acommon sense\u2039 vorausgesetzter Unwert einige teils erfolgreiche Umwertungen und viele entsprechend positiv gemeinte Selbstbezichtigungen provoziert hat. Solche Aneignungen erf\u00e4hrt \u203aTerrorismus\u2039 recht selten.<\/p>\n<p>In der Wissenschaft, die politisch hoch aufgeladene Worte zumeist aus ihrer Fachsprache streicht, hat man dennoch auf \u203aTerrorismus\u2039 nicht verzichten wollen. In den g\u00e4ngigen wissenschaftlichen Bestimmungen von \u203aTerrorismus\u2039 bleibt darum das Bem\u00fchen sp\u00fcrbar, naheliegende Wertungen definitiv zu neutralisieren: Beim Terrorismus handele es sich um einen gewaltsamen, politisch motivierten Beeinflussungsversuch, der sein haupts\u00e4chliches Ziel nicht in der konkreten Zerst\u00f6rung finde; die glaubhafte Androhung von Gewalt oder tats\u00e4chliche Anschl\u00e4ge auf Institutionen oder Personen sollen Dritte zu Reaktionen bewegen, die den Terroristen im Sinne einer l\u00e4ngerfristigen Strategie vorteilhaft erscheinen.<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht nicht, dass viele wissenschaftliche Untersuchungen mit dieser Bestimmung operieren; durch sie k\u00f6nnen andere wichtige Bewertungen und m\u00f6gliche Streitfragen erst einmal ausgeklammert werden. Dank dieser Definition wird vor allem die Frage nach der Legalit\u00e4t oder Legitimit\u00e4t des Terrorismus nicht bereits begrifflich vorentschieden (und wird z.B. auch nicht definitorisch festgelegt, dass terroristische Handlungen immer das Werk kleiner Gruppen und nie das von Staaten sind). Problematisch an der Definition bleibt allerdings, dass Abgrenzungen zu kriegerischen Attacken kategorial nicht trennscharf gezogen werden k\u00f6nnen; auch das Ziel von Kriegshandlungen (und in noch st\u00e4rkerem Ma\u00dfe das von Guerilla-Aktionen) ist nicht nur die Zerst\u00f6rung gegnerischer (bzw. regul\u00e4rer) Truppen und deren Infrastruktur, sondern u.a. auch die Demoralisierung der \u00fcberlebenden Soldaten und der Bev\u00f6lkerung. Darum muss man sich mit der graduellen Unterscheidung begn\u00fcgen, dass terroristische Ma\u00dfnahmen in viel geringerem Ma\u00dfe ihr Ziel in der physischen Vernichtung bestimmter Personen oder Dinge suchen.<\/p>\n<p>Diese graduelle Unterscheidung ist aber zumeist unkompliziert durchzuf\u00fchren. Der Unterschied liegt auf der Hand, wenn kleine Gruppen einen technologisch avancierten Milit\u00e4r- und Polizeiapparat umst\u00fcrzen wollen und lediglich \u00fcber einige Gewehre und Explosivstoffe verf\u00fcgen, die mit gro\u00dfen zeitlichen Abst\u00e4nden zum Einsatz kommen. Nur bei Guerillatruppen, die am Anfang ihrer Bem\u00fchungen stehen, f\u00e4llt es schwer, eine Grenze zum Terrorismus zu ziehen: Ist der Anschlag auf eine Kaserne in erster Linie ein symbolischer Akt oder bildet er den Auftakt dazu, durch viele weitere kleine Operationen die gegnerischen Truppen zu schw\u00e4chen?<\/p>\n<p>Deutlich genug f\u00e4llt der Unterschied aber bereits bei jenen Guerilla-Gruppen aus, die mit vielen Anschl\u00e4gen aus dem Hinterhalt die Verbindungslinien der Armee zeitweilig unterbrechen und deren Bewegungsfreiheit sp\u00fcrbar einschr\u00e4nken. Noch sichtbarer zeigt sich der Unterschied, wenn teilweise offen gek\u00e4mpft wird und sogar eingenommene Territorien verwaltet und verteidigt werden. Beispiele aus der j\u00fcngsten Zeit sind die gewaltsamen Bem\u00fchungen des IS im Irak und Syrien, die Eins\u00e4tze kurdischer Verb\u00e4nde oder der Putschversuch von Teilen des Milit\u00e4r- und Staatsapparats in der T\u00fcrkei. Dass sie dennoch von ihren Widersachern allesamt als Terroristen bezeichnet werden, ist ein Beleg daf\u00fcr, dass sich die relativ g\u00e4ngige wissenschaftliche Definition unter ihnen nicht durchgesetzt hat \u2013 und ein weiterer Beweis f\u00fcr die eminente Abwertungskraft des Begriffs. \u203aTerrorismus\u2039 soll hier unmissverst\u00e4ndlich anzeigen, wie illegitim und verwerflich die Bestrebungen der Staatsfeinde sind.<\/p>\n<p>In staatlichen Gesetzen bleiben m\u00f6gliche Unterschiede von z.B. Guerilla und terroristischer Organisation folgerichtig zumeist ohne Ber\u00fccksichtigung. Der \u00bbUSA PATRIOT Act\u00ab, der nach 9\/11 erlassen wurde (er l\u00e4uft heute unter dem Titel \u00bbUSA Freedom Act\u00ab weitgehend unver\u00e4ndert weiter), versteht unter \u00bbterrorism\u00ab gef\u00e4hrliche Taten, die anscheinend den Zweck verfolgten (\u00bbappear to be intended\u00ab), \u00bbto intimidate or coerce a civilian population\u00ab oder \u00bbto influence the policy of a government by intimidation or coercion\u00ab (Sec. 802). Im deutschen Strafgesetzbuch gibt es seit 1976 einen Paragraphen, der die \u00bbBildung terroristischer Vereinigungen\u00ab verbietet (StGB \u00a7 129a; zuvor stand mit dem \u00a7 129 die \u00bbBildung krimineller Vereinigungen\u00ab unter Strafe). In der heutigen Fassung des Gesetzes hei\u00dft es, die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Vereinigung (von mindestens drei Personen) werde juristisch verfolgt, wenn ihre Taten dazu dienen sollten, \u00bbdie Bev\u00f6lkerung auf erhebliche Weise einzusch\u00fcchtern, eine Beh\u00f6rde oder eine internationale Organisation rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt zu n\u00f6tigen oder die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beseitigen oder erheblich zu beeintr\u00e4chtigen\u00ab.<\/p>\n<p>Zu solchen Einsch\u00fcchterungs- oder Gewaltmitteln z\u00e4hlt das deutsche Strafgesetz u.a. Mord, Totschlag, die Zuf\u00fcgung \u00bbschwerer k\u00f6rperlicher oder seelischer Sch\u00e4den\u00ab und die Zerst\u00f6rung der Umwelt mit Giften. Auch die Unterst\u00fctzung einer \u00bbterroristischen Vereinigung\u00ab oder die Werbung f\u00fcr sie ist strafbar. Unterschiedslos jeder Versuch, aus politischen Gr\u00fcnden Angst zu sch\u00fcren, z\u00e4hlt also nach dem Gesetz nicht als terroristische Handlung, selbst wenn er mit gr\u00f6\u00dferem organisatorischem Aufwand erfolgen sollte. Die Interpretation besonderer Straftaten als Ausdruck einer allgemeinen Gefahr, die von bestimmten Gruppen ausgehe (wie dies z.B. gegenw\u00e4rtig von konservativen und nationalgesinnten Kreisen angesichts jener Kriminaldelikte, die mit dem Messer als Waffe begangen werden, getan wird), ist demnach kein terroristischer Akt, obwohl diese Deutung darauf angelegt ist, gro\u00dfen Schrecken zu erzielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Im Namen von Volk und Nation<\/p>\n<p>Im \u00f6sterreichischen StGB liegen die Bestimmungen ganz \u00e4hnlich, es gibt aber in \u00a7 278c noch den bemerkenswerten Zusatz: \u00bbDie Tat gilt nicht als terroristische Straftat, wenn sie auf die Herstellung oder Wiederherstellung demokratischer und rechtsstaatlicher Verh\u00e4ltnisse oder die Aus\u00fcbung oder Wahrung von Menschenrechten ausgerichtet ist.\u00ab Offenkundig verlieren die entsprechenden Mittel und Strategien ihren terroristischen, zumindest ihren strafbaren Charakter, wenn sie im Dienste einer bestimmten Rechtsauffassung stehen. Der erzeugte Schrecken bzw. ihr Urheber k\u00f6nnte demnach einmal von der Strafverfolgung verschont bleiben, wenn er der Demokratie diente. Dieser Satz ist ungew\u00f6hnlich, weil sonst immer ein klarer Trennstrich zwischen Demokraten und Terroristen gezogen wird.<\/p>\n<p>Zur Popul\u00e4rkultur f\u00fchrt diese Anschauung nicht, weil es in Demokratien heutzutage popul\u00e4r w\u00e4re, \u00fcber wom\u00f6glich \u203aterroristische\u2039 Aspekte der staatlichen Gewaltaus\u00fcbung zu reflektieren. Sie f\u00fchrt vielmehr darum zu ihr, weil \u203aVolk\u2039 und \u203aTerrorismus\u2039 nicht vollkommen strikt voneinander geschieden werden k\u00f6nnen. Dies betrifft nicht nur in direkter Form faschistische Volkskonzeptionen, sondern indirekt auch manche demokratisch-menschenrechtlichen Ans\u00e4tze. In bestimmten geschichtlichen Momenten stellt sich f\u00fcr Popul\u00e4rkultur (im Sinne einer als bindend erachteten, \u203avolksm\u00e4\u00dfigen\u2039 Kultur) die \u203aterroristische\u2039 Frage beinahe unabweislich \u2013 wenn eine Gemeinschaft von Leuten Gemeinsamkeiten \u00fcber die Sprache hinaus als f\u00fcr sie h\u00f6chst bedeutsame Kultur entdeckt und konsequent versucht, diese \u203aVolkskultur\u2039 in einen Staat zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Im Sinne des V\u00f6lkerrechts nach dem Zweiten Weltkrieg ist das ein beachtliches Unterfangen. In nicht wenigen zeitgen\u00f6ssischen Erkl\u00e4rungen und Ausdeutungen liest man von der Bedeutung solcher Kultur f\u00fcr das Selbstbestimmungsrecht der \u203aV\u00f6lker\u2039. Neben gemeinsamen wirtschaftlichen Unternehmungen und geteilter Sprache z\u00e4hlt zu den vorausgesetzten Eigenschaften jener \u203aV\u00f6lker\u2039, denen ein Recht auf Selbstbestimmung zugebilligt wird, regelm\u00e4\u00dfig eine kulturelle, weltanschauliche und ethnische Identit\u00e4t oder ein entsprechendes Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl. In Zeiten, in denen z.B. viele Angeh\u00f6rige der deutschen Nation bevorzugt James-Brown-Videos, Blondie-St\u00fccke, Netflix-Serien, LA-Krimis rezipieren, englische Websites aufrufen und Barcelona-Fans sind, ist das ein erstaunliches, jedenfalls ein nicht mehr selbstverst\u00e4ndliches Konzept. V\u00f6lkerrechtlich besitzt es aber eine unver\u00e4ndert gro\u00dfe Bedeutung; auch die Frage nach dem Unterschied von \u203aV\u00f6lkern\u2039 und \u203aMinderheiten\u2039 wird dort nicht immer trennscharf beantwortet, die M\u00f6glichkeit einer v\u00f6lkerrechtlich positiv sanktionierten Unterst\u00fctzung von Staaten f\u00fcr die internen Widersacher der Territorialbestimmungen anderer Staaten wird demnach nicht von allen V\u00f6lkerrechtlern von vornherein verworfen.<\/p>\n<p>Sezessionsbestrebungen im Namen eines \u203aVolks\u2039 sind nicht Teil des V\u00f6lkerrechts \u2013 des internationalen Rechts \u2013, sondern betreffen innerstaatliches Recht. Von v\u00f6lkerrechtlicher Bedeutung ist wieder die Praxis der staatlichen Anerkennung konkreter Sezessionen bzw. Sezessionsbem\u00fchungen. Von den USA und Deutschland ist zuletzt der Kosovo sehr rasch als Staat anerkannt worden (auch von vielen EU-Staaten, aus naheliegenden Gr\u00fcnden aber z.B. nicht von Spanien). Russland, das den Kosovo nicht anerkennt, hat mit \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden die Sezession und Anerkennung der Krim-Republik betrieben, letzteres allerdings bislang mit weniger gro\u00dfem Erfolg.<\/p>\n<p>Nicht nur in der Ukraine und auf dem Balkan, \u00fcberall sto\u00dfen Anh\u00e4nger einer ethnisch oder auf andere Weise popul\u00e4rkulturell begr\u00fcndeten Staatenbildung in ihrer jeweiligen Region in der Gegenwart auf massive nationale Widerst\u00e4nde; unbegrenztes Gebiet, das von einem Volk eingenommen werden k\u00f6nnte, gibt es zu Lande schlicht nicht mehr. Wollen sich die \u203aVolkskultur\u2039-Anh\u00e4nger als Staat erkl\u00e4ren und nicht mit im besten Fall weitreichenden Autonomiezugest\u00e4ndnissen zufriedengeben, steht deshalb zuverl\u00e4ssig die Frage im Raum, ob die selbstbewusste popul\u00e4re Kultur sich gewaltsam Platz verschaffen m\u00f6chte oder sollte.<\/p>\n<p>Selbst aber wenn dies von allen popul\u00e4rkulturellen Kr\u00e4ften verneint w\u00fcrde, w\u00e4re der Konflikt dadurch keineswegs zwangsl\u00e4ufig stillgestellt. Man sieht es in diesen Tagen eindrucksvoll in Spanien, in denen in Katalonien und im Baskenland von Teilen der Justiz und von Anh\u00e4ngern des existierenden Nationalstaats den Verfechtern anderer \u203aVolkskulturen\u2039, die auf neue Grenzziehungen dr\u00e4ngen, vorgeworfen wird, sie begingen terroristische Handlungen \u2013 und dies obwohl sie momentan vollkommen offen agieren und weder direkte Gewalt gegen Personen noch Waffen einsetzen. Um den Anklagepunkt \u203aterrorismo\u2039 ins Feld zu f\u00fchren, reichten die Vorw\u00fcrfe aus, Zaunbefestigungen vor dem katalonischen Parlament durchbrochen zu haben und in einer baskischen Kleinstadt in eine wahrscheinlich noch politisch angestachelte Kneipenschl\u00e4gerei mit zwei Angeh\u00f6rigen der Guardia Civil verwickelt gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Der Anf\u00fchrer der katalonischen Sezessionsbestrebungen, Carlos Puigdemont, sieht sich in Spanien seit der Durchf\u00fchrung des Unabh\u00e4ngigkeitsreferendums Anfang Oktober 2017 allerdings \u203anur\u2039 der Anklage der Rebellion ausgesetzt (verschiedene europ\u00e4ische Richter folgten dem jedoch nicht und lehnten deshalb ein spanisches Auslieferungsgesuch ab). Als sei ihm dies nicht genug, bem\u00fcht sich Puigdemont im Gegenzug, zumindest in einer Hinsicht als juristisch des Terrorismus geziehener Politiker dazustehen. \u00bbHeute sind die F\u00fchrer dieses demokratischen Projekts der Rebellion angeklagt und m\u00fcssen eine Strafe bef\u00fcrchten, die sonst nur bei Terrorismus oder Mord verh\u00e4ngt wird: 30 Jahre Gef\u00e4ngnis\u00ab, schreibt er nicht nur \u00fcber sich selbst (\u00bbFreitag\u00ab, 9.11.2017). Die Angabe, der Rebellionsvorwurf komme wenigstens beim m\u00f6glichen Strafma\u00df dem des Terrorismus gleich, zeigt erneut, dass \u203aTerrorismus\u2039 gegenw\u00e4rtig die ultimative juristische wie rhetorische \u203aWaffe\u2039 in der politischen Auseinandersetzung darstellt: Puigdemont m\u00f6chte durch den Vergleich seinen Anh\u00e4ngern und anderen politischen Beobachtern unmissverst\u00e4ndlich deutlich machen, wie massiv der Vorwurf gegen ihn ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Dennoch wird durch die Art des Vergleichs nat\u00fcrlich nicht nahegelegt, die spanischen Staatsanw\u00e4lte seien Terroristen, oder gar zu Taten aufgerufen, die den Vorwurf des Terrorismus dann tats\u00e4chlich rechtfertigen w\u00fcrden. Auch die Anh\u00e4nger der katalonischen Sezession ziehen aus der von Puigdemont offenkundig als ungeheuerlich erachteten Strafverfolgung nicht den Schluss, ihr popul\u00e4rkulturelles Projekt angesichts der Repressionen nun durch gewaltsame Gegenma\u00dfnahmen voranbringen zu m\u00fcssen. Es gibt nicht einmal terroristische Aktionen kleiner Gruppen zu verzeichnen, die sich selbst (f\u00e4lschlicherweise) als Avantgarde und entschlossene Stellvertreter der gesamten Bewegung sehen.<\/p>\n<p>So bleibt es in Spanien bislang bei einer \u203aRebellion\u2039 bzw. einer versuchten Sezession, f\u00fcr die \u203aTerrorismus\u2039 nur ein Begriff ist, der in der Auseinandersetzung gebraucht wird, ohne gewaltt\u00e4tige Folgen zu zeitigen. Selbst der rhetorische Einsatz des \u203aTerrorismus\u2039-Vorwurfs besitzt hier blo\u00df eine geringe Frequenz \u2013 ein Beleg daf\u00fcr, dass auch der nationalpolitische Ausnahmezustand nicht mit permanenter Gewaltandrohung oder gar Gewaltanwendung zusammengehen muss. Dies ist umso bemerkenswerter, als sich nicht nur F\u00fchrungsschichten f\u00fcr den Status Kataloniens interessieren, sondern unterschiedliche Parteinahmen weite Teile der Bev\u00f6lkerung mobilisieren und intensive, verbale Auseinandersetzungen bewirken. Sie k\u00f6nnten nicht nur zur Abspaltung von Spanien f\u00fchren, sondern tragen bereits jetzt zur weltanschaulichen und im Alltag wirksamen Spaltung auch innerhalb Kataloniens bei. Dennoch kann bisher die Auffassung, dass es notwendig sei, im Alltag Gewalt anzuwenden oder Schrecken zu erzeugen, in Katalonien so gut wie keine Anh\u00e4nger gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Publizit\u00e4t und Panik<\/p>\n<p>Genau umgekehrt stellt sich die Lage angesichts der Bestrebungen des IS und Al-Qaidas in Europa und Nordamerika dar. Ihr Wille, Gewalttaten zu ver\u00fcben, ist \u00e4u\u00dferst stark ausgepr\u00e4gt, sie k\u00f6nnen bislang auch immer wieder direkt oder indirekt Akteure daf\u00fcr gewinnen (wenn auch mit momentan abnehmender H\u00e4ufigkeit). Eine Verankerung in nennenswerten Teilen der Bev\u00f6lkerung ist jedoch nicht vorhanden, nicht einmal vage Sympathien f\u00fcr das weltanschaulich-politische Ziel. Trotzdem erlangt die Aufmerksamkeit, die entsprechende Attentate erzielen, eine beinahe maximale H\u00f6he.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df des Schreckens erreicht ebenfalls einen sehr beachtlichen Grad, wie man gut an den Geschehnissen in M\u00fcnchen Ende Juli 2016 sehen konnte, als ein jugendlicher Individualt\u00e4ter, der, wie sich sp\u00e4ter herausstellte, aus pers\u00f6nlichen, rassistisch unterlegten Rachemotiven handelte und keinen Bezug zum IS oder verwandten Gruppierungen aufwies, in einem Vorort-Einkaufskomplex mehrere Menschen erschoss. Die schnell \u00fcber die Fernsehanstalten und Social-Media-Kan\u00e4le gestreuten Meldungen und Ger\u00fcchte l\u00f6sten an vielen Orten in der Stadt Panik aus. Vor dem Hintergrund des Attentats in Paris im November 2015, bei dem IS-T\u00e4ter an mehreren Orten Menschen t\u00f6teten, erkl\u00e4rt sich diese Panik. Dennoch wurde der Schrecken in der M\u00fcnchner Innenstadt rein imagin\u00e4r erzeugt. Viele dutzend Detonationen, die der Polizei rasch angezeigt und \u00fcber Twitter etc. vermeldet wurden, gab es schlicht nicht; nicht eingebildet waren nur die Verletzungen, die sich die ver\u00e4ngstigten Menschen auf der Flucht vor den eingebildeten Attent\u00e4tern an zerbrochenen Fensterscheiben oder bei St\u00fcrzen zuf\u00fcgten (und die sie mitunter sogar f\u00fcr Schusswunden hielten). Der Terror aber, die Empfindung des Schreckens, war nat\u00fcrlich ebenfalls real.<\/p>\n<p>An solchen Beispielen zeigt sich die Wirkkraft des Terrorismus eindrucksvoll. Neben der \u203aVolkskultur\u2039 kann darum eine weitere g\u00e4ngige Bedeutung der popul\u00e4ren Kultur aufgerufen werden: die der \u203aMassenkultur\u2039. Die erste Variante der Massenkultur-Theoreme stellt die Effekte (meistens: die Gefahren) heraus, die entst\u00fcnden, wenn aus ihren lokalen, sittlichen, st\u00e4ndischen Bez\u00fcgen herausgel\u00f6ste, dadurch richtungslose, atomisierte Menschen in der Gro\u00dfstadt manipulativ zu einer neuen, nicht organisch gewachsenen Gemeinschaft zusammengeballt w\u00fcrden, die sich als r\u00e4umliche Masse politisch-marodierend bet\u00e4tige; ihrer irrationalen Gewalt auf den gro\u00dfen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen k\u00f6nne kaum Einhalt geboten werden, so die konservative Furcht. In M\u00fcnchen nun verhielt es sich graduell anders: Die Bewegung von Menschenmengen vereinte sich nicht zu einem gro\u00dfen Strom, sie war auch nicht auf ein umst\u00fcrzlerisches, gewaltt\u00e4tiges Ziel hin ausgerichtet, sondern von der Angst vor einem unterstellten weltanschaulichen Feind angetrieben.<\/p>\n<p>Die zweite Variante stellt die virtuelle Masse heraus: \u00f6rtlich verstreut und individualisiert, aber vereint durch die Lekt\u00fcre derselben Zeitung oder TV-Sendung, desselben Tweets oder Posts; mehr oder minder manipulativ zu einer neuen, willk\u00fcrlichen Gemeinschaft formiert durch Kulturindustrie und Meinungsf\u00fchrer. Die g\u00e4ngige wissenschaftliche Definition des Terrorismus weist insofern in diese Richtung, als sie feststellt, das Ziel der Attentate liege nicht in der konkreten Zerst\u00f6rung, sondern der Reaktion Dritter. Ein Bezug zur popul\u00e4ren Kultur im Sinne der Massenkulturtheorie ist leicht herzustellen: Die in der Definition geforderte furchtvolle Reaktion Dritter liegt potentiell desto umfangreicher vor, je l\u00e4nger und h\u00e4ufiger die Berichterstattung zahlreicher Massenmedien erfolgt. Daran gemessen, fallen terroristische Taten oftmals \u00e4u\u00dferst erfolgreich aus: Sie bekommen durch Redaktionen und Social-Media-Teilnehmer einen gro\u00dfen Nachrichtenwert zugewiesen und erfahren eine hohe Aufmerksamkeit auch dann, wenn keineswegs wichtige Teile der Infrastruktur oder Mitglieder der F\u00fchrungsschichten von den Anschl\u00e4gen betroffen sind. Dank der Konzentration der Berichterstattung auf Tatschilderungen, T\u00e4terspekulationen und Reaktionen der Betroffenen stellen sich Unsicherheit, Emp\u00f6rung und Stress bei nicht wenigen Rezipienten solcher Medienangebote zuverl\u00e4ssig ein.<\/p>\n<p>Deshalb werfen Kritiker massenmedialen Organen regelm\u00e4\u00dfig vor, zur Erf\u00fcllung terroristischer Ziele erheblich beizutragen. Meist antwortet man darauf mit dem resignierten Hinweis, dies sei leider in einer freiheitlichen Gesellschaft unvermeidlich; dadurch wird aus der Kritik eine Feststellung. Sie ist so oder so nicht falsch, blendet aber aus, dass es noch einen weiteren, bedeutenderen Akteur gibt, auf den das gleiche zutrifft: die Exekutive. Auch die staatlichen Institutionen verschaffen Anschl\u00e4gen eine hohe Publizit\u00e4t, indem sie von ihren Stellen intensiv kommentiert und mit verschiedenen Ma\u00dfnahmen extensiv beantwortet werden. Dies geschieht nicht nur, weil Terroristen selbst die exekutive Macht erringen wollen, sondern auch weil der Staat seine Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Leben seiner Angeh\u00f6rigen dadurch sinnf\u00e4llig demonstrieren und reklamieren kann. Nicht unerw\u00e4hnt darf in diesem Zusammenhang bleiben, in welch hohem Ma\u00dfe solche staatlichen Reaktionen auf terroristische Anschl\u00e4ge h\u00e4ufig zum Wachstum der Exekutive und ihrer Befugnisse, in Freiheitsrechte einzugreifen, beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schluss<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich geh\u00f6rt die Ausweitung der Exekutive europ\u00e4ischer oder nordamerikanischer Staaten und ihrer Zugriffsm\u00f6glichkeiten keineswegs zu den Zielen des IS. Im Gegensatz etwa zur RAF, die auf diesem Weg den \u203afaschistischen\u2039 Charakter des bundesdeutschen Staatsapparats kenntlich machen wollte, interessieren sich IS, Al-Qaida etc. nicht f\u00fcr eine m\u00f6gliche Spaltung von Staat und \u203averfassungspatriotischer\u2039 Zivilgesellschaft. Zu ihren Zielen geh\u00f6rt es auch nicht (wie z.B. noch f\u00fcr den Weather Underground Anfang der 1970er Jahre angesichts der US-amerikanischen Verheerungen Vietnams), den \u203awestlichen\u2039 B\u00fcrgern auf didaktische und \u00e4sthetische Weise die Gr\u00e4uel und den Schrecken des Krieges st\u00e4rker erfahrbar werden zu lassen, als dies die Lekt\u00fcre \u00fcber ferne Kriegsgeschehnisse in Asien oder Afrika gemeinhin schafft. Ein Unterschied zwischen F\u00fchrungsschichten, ihren Einsatzkr\u00e4ften und der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung wird vom IS nicht gemacht, deshalb entfallen \u00dcberlegungen, wie Differenzen oder Gegens\u00e4tze zwischen ihnen provoziert werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Unterschieden wird nur zwischen religi\u00f6s-weltanschaulichen Feinden und Freunden des IS, darum z\u00e4hlt die gesamte \u203awestliche\u2039 Bev\u00f6lkerung zu den Anschlagszielen. Weist diese auch mehr oder minder starke Trennungen und Differenzen auf \u2013 zwischen Geschlechtern, Konfessionen, sozialen Schichten, Lebensstilen \u2013, bildet sie f\u00fcr den IS jedoch einen einzigen monolithischen Block aus gottlosen, s\u00e4kularen, hedonistischen Gegnern. In dieser Perspektive verblassen auch unterschiedliche, nationale oder sezessionistische \u203aVolkskultur\u2039-Bestrebungen, sie sind allesamt blo\u00df Teil einer \u203awestlich\u2039-internationalen, dekadenten Pop- und Massenkultur.<\/p>\n<p>Darum trafen viele Leitartikler den Kern der Sache, als sie nach den Anschl\u00e4gen in Paris und Br\u00fcssel die Bev\u00f6lkerung dazu aufforderten, ihren Lebensstil nicht zu \u00e4ndern, weiter auszugehen, Rockkonzerte zu besuchen etc. Die Kommentare waren allerdings insofern vollkommen verfehlt, als ohnehin so gut wie niemand in Nordamerika und Europa ernsthaft daran dachte, zugunsten des vom IS propagierten Lebenswandels radikale \u00c4nderungen seines Tagesablaufs vorzunehmen. Eine hohe Attraktivit\u00e4t besa\u00df (man kann es jetzt wohl schon in der Vergangenheitsform schreiben) f\u00fcr einige tausend \u00fcberwiegend junge M\u00e4nner aus England, Belgien, Deutschland etc. lediglich die Aussicht, im irakisch-syrischen \u203aKalifat\u2039 Gewalt- und Herrschaftsgel\u00fcste pflegen zu k\u00f6nnen. Ihre Anwerbung erfolgte zum Teil mithilfe von Videos, die in ihrer chauvinistischen Manier einige Ankl\u00e4nge an Milit\u00e4r- und Actionfilme sowie Gangstarap-Inszenierungen aufwiesen; der Form und Struktur nach wurde also die \u203awestliche Kultur\u2039 nicht vollst\u00e4ndig verlassen.<\/p>\n<p>Legt man erneut die g\u00e4ngige wissenschaftliche Definition zugrunde, ger\u00e4t man ins Zweifeln, ob die Taten des IS und Al-Qaidas \u00fcberhaupt als \u203aterroristisch\u2039 einzustufen sind. Handelt es sich bei den Organisationen im Nahen Osten und in Afghanistan um Guerilla-Kr\u00e4fte (zeitweilig auf dem Weg zum regul\u00e4ren Milit\u00e4r), so zielen die Attentate im \u203aWesten\u2039 auf den ersten Blick gar nicht auf Dritte, die in Angst versetzt werden sollen, um den Terroristen genehme Handlungen zu vollziehen \u2013 die Attentate scheinen eher manifeste Bestrafungsaktionen zu sein, die \u203aUngl\u00e4ubige\u2039 treffen. Allenfalls kann der Versuch in Rechnung gestellt werden, durch Anschl\u00e4ge auf ihrem heimischen Boden Regierungen davon abzubringen, sich an Milit\u00e4roperationen im fernen Irak, Afghanistan usw. zu beteiligen.<\/p>\n<p>Kommentatoren sprechen angesichts solcher terroristischen Kalk\u00fcle gerne von der Erpressbarkeit \u203aoffener Gesellschaften\u2039, in denen Milit\u00e4raktionen von einer liberal ausgerichteten, in Schulen und Familien st\u00e4rker antiautorit\u00e4r erzogenen Bev\u00f6lkerung kritisch betrachtet w\u00fcrden. Den \u203aGotteskriegern\u2039 verschaffe ihr Fanatismus, der Menschenopfer, auch das des eigenen Lebens, beinahe bedingungslos erm\u00f6gliche, darum einen entscheidenden Vorteil gegen\u00fcber Regierungen, deren Repr\u00e4sentanten die Bilder von Leichen und Versehrten rasch in Legitimationsprobleme st\u00fcrzten; zudem ermangle es den pazifizierten Nationen an mutiger Entschlossenheit und martialischer Kultur. Diese Einsch\u00e4tzung ist aber weitgehend falsch, wie man leicht daran sieht, dass es den entscheidenden Kriegsnationen wie USA, England, Frankreich in viel erfolgreicherem Ma\u00dfe als Staaten oder Organisationen etwa im Nahen Osten gelingt, einsatzf\u00e4hige (also auch todesbereite, todbringende) Soldaten auszubilden und milit\u00e4rische Operationen \u00fcber vergleichsweise lange Zeitr\u00e4ume durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Wichtiger als der \u203aKrieg der Bilder\u2039 ist der \u00fcber die Deutungsmacht. Der Kampf darum aber ist entschieden, er hat zumindest in den L\u00e4ndern der NATO \u00fcberhaupt nicht gef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Die Ohnmacht der terroristischen Gewaltt\u00e4ter innerhalb der \u203awestlichen\u2039 Sph\u00e4re zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Dokumente ihrer Erfolge \u2013 die Fotos und Videos ihrer Anschl\u00e4ge \u2013 von ihren amerikanischen und europ\u00e4ischen Gegnern in reicher Zahl ver\u00f6ffentlicht werden. Die Angst und Verwirrung, die solche Publizit\u00e4t ausl\u00f6sen mag, dient bislang nur zur Legitimation und Durchsetzung weitaus st\u00e4rkerer milit\u00e4rischer Handlungen gegen die Attent\u00e4ter und ihre vermeintlichen oder tats\u00e4chlichen Unterst\u00fctzer. Richtig ist allerdings, dass diese kriegerischen Operationen nach einiger Zeit den Anschein des Erfolgs erzeugen m\u00fcssen, um nicht von gr\u00f6\u00dferen Teilen der \u00f6ffentlichen Meinung st\u00e4rkere Kritik zu erfahren.<\/p>\n<p>Richtig ist ebenfalls, dass die Attent\u00e4ter des IS und Al-Qaidas insofern im Vorteil sind, als sie ohne jede R\u00fccksichtnahme (sogar ohne die Rhetorik der \u203aKollateralsch\u00e4den\u2039 bem\u00fchen zu m\u00fcssen) jene Zivilbev\u00f6lkerung attackieren k\u00f6nnen, die aus ihrer Sicht unterschiedslos zum Feind zu schlagen ist, weil sie einem falschen Lebensstil nachgeht. Deshalb besitzt auch die Panik der Menschen, wie z.B. in M\u00fcnchen, einen plausiblen Grund: Sie geh\u00f6ren alle zu den potentiellen Opfern, sie befinden sich alle auf der \u203aidealen\u2039 Todesliste.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund erkl\u00e4rt sich auch zum Teil die enorme Bedeutung, die Anschl\u00e4gen des IS und \u00e4hnlicher Organisationen in der hiesigen \u00d6ffentlichkeit zukommt. Die zu Beginn ge\u00e4u\u00dferte Verwunderung, weshalb dem Terrorismus eine so hohe Bedeutung beigemessen wird, ist dann naiv, wenn blo\u00df die Zahlen der Opfer terroristischer Anschl\u00e4ge mit denen anderer Todesarten verglichen werden. Liegt die Zahl der von Attentaten direkt Betroffenen zwar relativ niedrig, ist sie potentiell beinahe absolut zu veranschlagen.<\/p>\n<p>Dennoch w\u00e4chst die Furcht nur unmittelbar nach einer Serie von Anschl\u00e4gen gro\u00df an, f\u00fcr die Erzeugung maximaler Angst fallen die Attentate \u00fcber l\u00e4ngere Zeit zu wenig konstant und zahlreich aus. Wenn Terrorismus vor allem mit dem Ziel verbunden ist, durch Gewalttaten Schrecken bei Dritten erzeugen zu wollen, liegt der Grund f\u00fcr entsprechende Taten h\u00e4ufig einfach darin, dass die T\u00e4ter nicht \u00fcber gen\u00fcgend technologische Kenntnisse und Ressourcen verf\u00fcgen, um Zerst\u00f6rungen gro\u00dfen Ausma\u00dfes anzurichten. Besonders Anschl\u00e4ge gegen Menschen auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen oder in allgemein zug\u00e4nglichen Geb\u00e4uden sind deshalb auch ein Indiz starker Unterlegenheit (offenbar sind nicht einmal die logistischen F\u00e4higkeiten vorhanden, Attentate auf zentrale Infrastruktureinrichtungen oder besonders gesch\u00fctzte Repr\u00e4sentanten der F\u00fchrungsschichten vorzunehmen).<\/p>\n<p>Allgemeiner Schrecken kann sich darum nur kurzzeitig einstellen, ebenso wie sich die Kritik gegen\u00fcber langen Phasen staatlicher Sonderermittlungen und Einschr\u00e4nkungen individueller Freiheitsrechte (wie etwa in Frankreich) blo\u00df sp\u00e4rlich \u00e4u\u00dfert. Auch von ihnen sind im Grundsatz zwar alle erfasst, im konkreten Fall gibt es aber kaum jemanden, der sich auch nur der Vorstellung hingibt, dies k\u00f6nnte ihn vielleicht betreffen. Im Unterschied zu den 1970er Jahren verf\u00fcgt die aktuelle Auspr\u00e4gung des Terrorismus nicht einmal \u00fcber einen minimalen weltanschaulichen Anhalt in Kreisen, die in der Lage und willens w\u00e4ren, systemkritische Meinungen in Schulen, Zeitungen, \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten, kleinen Parteien, Verb\u00e4nden etc. kundzutun.<\/p>\n<p>Der Schrecken des Terrorismus erreicht deshalb in der \u203awestlichen\u2039 Gegenwart blo\u00df in Hollywoodfilmen, Netflix-Serien etc. eine enorme Gr\u00f6\u00dfe. Hier verf\u00fcgen die Terroristen \u00fcber F\u00e4higkeiten, die sonst nur im Arsenal regul\u00e4rer Armeen und Geheimdienste aufzufinden sind, hier leuchten den Helden deshalb oft unmittelbar Reaktionsweisen ein, die sonst nur in Diktaturen den Anschein von Legitimit\u00e4t besitzen. Rein von den Inhalten der Serie, des Buchs oder Films her kann nat\u00fcrlich nicht erschlossen werden, ob solche fiktionalen Terroraktionen nur unterhaltende Wirkungen zeitigen oder auch ernste politische Einstellungen bei den Betrachtern auszubilden helfen. Als Einsch\u00e4tzung niederschreiben kann man blo\u00df, dass manche politischen Bewertungen des Terrorismus Folgen unterstellen und Konsequenzen fordern, die selbst dann nur ansatzweise gerechtfertigt w\u00e4ren, wenn diese fiktionalen Szenarien terroristischer Schrecken vollst\u00e4ndig Wirklichkeit w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt aus diesem Grund k\u00f6nnen durch den Terrorismus mitunter verschiedene Aspekte, die von unterschiedlichen Bestimmungen der popul\u00e4ren Kultur gestiftet werden, in einem kurzen Moment f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Gruppen zusammenkommen: Man verl\u00e4sst die Wohnung, in der man sich auf dem Flatscreen einen kaum vorstellbar gro\u00dfen Anschlag als Spielhandlung angeschaut hat, und tritt auf die Stra\u00dfe, wo einem ein Blick aufs Handy das Ger\u00fccht oder die Meldung eines Attentats in der eigenen Stadt offenbart, um sich nach verd\u00e4chtig klingenden Ger\u00e4uschen im Strom der Fluchtmengen zu entfernen, im Hinterkopf die Hoffnung auf das einigende Band kultureller Gemeinschaft oder eines starken F\u00fchrers, der wieder f\u00fcr heimatliche Ordnung sorgen solle. \u2013 Der Schrecken kennt manche Ausl\u00f6ser, Auspr\u00e4gungen und Formen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Transcript Verlags. Hinweise und Links zu Heft 13 der \u00bbPop\u00ab-Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2018\/09\/24\/heft-13-pop-kultur-und-kritik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>. Blick ins Heft <a href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/media\/pdf\/b6\/a1\/47\/ts4455_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Volk, Panik, Gewaltbegr\u00fcndungen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[200,916,1101,1202,1958,2244,2298,2299,2300,2476,2479],"class_list":["post-8318","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-anschlaege","tag-guerilla","tag-is","tag-katalonien","tag-rebellion","tag-strafrecht","tag-terrorismus","tag-terrorismusgesetze","tag-terrorismusvorwurf","tag-volk","tag-voelkerrecht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8318"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8318\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}