{"id":9034,"date":"2019-01-28T09:40:00","date_gmt":"2019-01-28T07:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9034"},"modified":"2019-01-28T09:40:00","modified_gmt":"2019-01-28T07:40:00","slug":"konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/","title":{"rendered":"Konsumrezension Wintervon Katja Gunkel28.1.2019"},"content":{"rendered":"<p>Squeezing Animals:\u00a0\u00dcber die Verformbarkeit des Niedlichen<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDr\u00fcck mich, quetsch mich, hab mich lieb!\u201c oder \u201eWish for the Squish\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u2013 seit geraumer Zeit scheinen nicht nur Spielwarenhersteller, sondern auch Social Media den Tastsinn wiederentdeckt zu haben. Egal ob auf YouTube, Instagram, Tumblr oder Giphy, allenthalben begegnen uns aus der Kindheit vertraute formbare Texturen. Das medial inszenierte Warensortiment der haptischen Sensationen hat sich dabei nicht nur in Konsistenz und Farbe deutlich ausdifferenziert. Zu Glibber und Schleim<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> gesellen sich zahlreiche andere formbare Substanzen wie kinetischer Sand, Silikon, Polyurethanschaumstoff oder Playfoam<sup>\u00ae<\/sup>, eine Knetmasse aus Styropork\u00fcgelchen, die nicht eintrocknet und daher laut Herstellerangaben auch keinerlei Unordnung, sondern einzig das gute Gef\u00fchl hinterl\u00e4sst, die musische und motorische Entwicklung des eigenen Nachwuchses nach Kr\u00e4ften gef\u00f6rdert zu haben.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wenn es nach dem Haptikforscher Martin Grunwald geht, ist jene Hinwendung zum lange stiefm\u00fctterlich behandelten Tastsinnensystem kein Wunder, handele es sich dabei doch um die einzige lebensnotwendige Wahrnehmungsf\u00e4higkeit des \u201eHomo sapiens hapticus\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>, die infolge der fortschreitenden Virtualisierung von Lebenswelt im Alltag zunehmend verk\u00fcmmere. In ihrem j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten Buch \u201eDie ber\u00fchrungslose Gesellschaft\u201c widmet sich die Autorin und Journalistin Elisabeth von Thadden ebenfalls dem ewigen Wechselspiel zwischen k\u00f6rperlicher N\u00e4he und Distanz, Sehnsucht und Scheu, das in besonderem Ma\u00dfe das \u201eDilemma des sp\u00e4tmodernen Menschen\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> kennzeichne. Auch die Industrie hat mittlerweile den Einfluss haptischer Erfahrungen auf die Kaufentscheidung erkannt und bezieht bei der Produktentwicklung zunehmend die Tastsinnesbed\u00fcrfnisse der anvisierten Zielgruppe mit ein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Durch Haptik-Design und Texture-Branding ist der Tastsinn zu einer relevanten \u201egestalterische[n] und betriebswirtschaftliche[n] Gr\u00f6\u00dfe\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> avanciert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund entz\u00fcnden sich die nachfolgenden \u00dcberlegungen zur Verformbarkeit des Niedlichen an einer gegenw\u00e4rtig virulenten Produktgruppe, welche die charakteristischen Form- und Materialeigenschaften von <i>cute<\/i> <em>design<\/em><a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> geradezu idealtypisch auf sich vereinigt: sogenannte \u201aSquishies\u2018, wortw\u00f6rtlich mit \u201aQuetschies\u2018 zu \u00fcbersetzen. Analogien zur gleichnamigen Lebensmittelverpackung finden sich nicht blo\u00df nominell, sondern ebenso auf \u00e4sthetisch-funktionaler Ebene, steht doch auch im Fall des mit Fruchtmus bzw. Gem\u00fcsep\u00fcree bef\u00fcllten Quetschbeutels der multisensorische, spielerische Erlebnischarakter sowie die Selbstwirksamkeit der nunmehr weitgehend autonomen fr\u00fchkindlichen Nahrungsaufnahme durch h\u00e4ndisches Zusammendr\u00fccken der Weichplastikverpackung im Mittelpunkt. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wahlweise als \u201aAnti-Stress-Gadget\u2018, Spielzeug oder gar Kuscheltier beworben, handelt es sich bei dem asiatischen Importschlager \u201aSquishy\u2018 zumeist um miniaturisierte Tierfiguren, die ebenfalls ausdr\u00fccklich zu manueller Krafteinwirkung auffordern. Die beworbene haptische Interaktionsm\u00f6glichkeit ist dabei mitnichten Selbstzweck. Neben kurzweiliger Zerstreuung tr\u00e4gt wiederholtes Drangsalieren, d.h. rhythmisches Quetschen, Dr\u00fccken oder Ziehen der strapazierf\u00e4higen Silikonfigur laut Herstellerangaben zur Affektableitung und in der Folge zu k\u00f6rperlicher Entspannung bei. Als willf\u00e4hriges Instrument des \u201aMood-and-Mind-Managements\u2018 wird der vergleichsweise billige Artikel auf spielerische Weise im Kontext des Wellness- und Selbstf\u00fcrsorge-Diskurses verortet. Die Handhabung erinnert an das<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Entspannungsverfahren der progressiven Muskelrelaxation, Handtrainer zum gezielten<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Muskelaufbau sowie entsprechend des H\u00e4rtegrads farbig codierte, medizinisch konnotierte Thera-B\u00e4lle. Im Unterschied dazu ergibt sich der psychophysische Nutzen eines \u201aSquishies\u2018 nicht allein aus dessen elastischer Materialit\u00e4t; mindestens genauso ma\u00dfgeblich ist die gew\u00e4hlte \u201acute\u2018 Formensprache.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9036\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2-768x768.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2-100x100.jpg 100w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-2.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Ein Quetschtier kommt selten allein. In der Regel umfasst eine Verkaufseinheit einen zweistelligen Zoo an unterschiedlichen Haus-, Nutz- und Wildtieren, die gesammelt oder verschenkt werden k\u00f6nnen. Darunter befinden sich Variationen von Katzen, Hasen, K\u00fcken, Schweinen, Robben, B\u00e4ren, Elefanten, Schafen, Koalas, Schwanzlurchen und dergleichen mehr. Ungeachtet fig\u00fcrlicher wie farblicher Varianz orientiert sich die Produktgestaltung am japanischen Designprinzip <i>Kawaii,<\/i> das der elastischen Silikonmasse eine stark vereinfachte kreat\u00fcrliche Form verleiht. Zwar f\u00fchrt die zum Zwecke optimierter Quetscherfahrung vorgenommene Abstraktion mitunter dazu, dass sich das referenzierte Tier nicht mehr zweifelsfrei erkennen l\u00e4sst, doch beeintr\u00e4chtigt die Unf\u00f6rmigkeit keineswegs den Eindruck des Niedlichen. Als dessen Inbegriff kann Sianne Ngai zufolge vielmehr eine weiche, teigige Masse gelten \u2013 \u201ethe less formally articulated the commodity, the cuter.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Niedlichkeit verh\u00e4lt sich demnach umgekehrt proportional zu einer detailgetreuen, naturalistischen Gestaltung. Ph\u00e4notypisch kennzeichnend ist folglich die starke Stilisierung des tierischen Vorbilds. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9035\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1-768x768.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1-100x100.jpg 100w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-1.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Extreme Miniaturisierung, teils grotesk verzerrte bzw. aufgeblasene K\u00f6rperproportionen, verk\u00fcrzte oder fehlende Gliedma\u00dfen, runde Formen sowie bunte oder pastellige Farben \u2013 <i>cute design<\/i> bringt Wesen hervor, deren K\u00f6rper sich mit Daniel Harris als \u201aanatomisches Desaster\u2018<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> beschreiben lassen. Die Morphologie des Niedlichen unterh\u00e4lt offenkundig eine enge Beziehung zu Deformation und Missbildung: \u201eThe aesthetic of cuteness creates a class of outcasts and mutations, a ready-made race of lovable inferiors [\u2026]. Something becomes cute not necessarily because of a quality it has but because of a quality it lacks, a certain neediness and inability to stand alone [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Obgleich die Quetschtiere zum Gro\u00dfteil in liegender K\u00f6rperhaltung und somit im Zustand v\u00f6lliger Passivit\u00e4t inszeniert sind, evozieren die jeweils konkret gew\u00e4hlten Posituren durchaus unterschiedliche Gef\u00fchle. W\u00e4hrend der Kassenschlager, die gleich in vierfacher Ausf\u00fchrung vorhandene, anthropomorph gestaltete Katzenfigur als einzige mit geschlossenen Augen tiefenentspannt und selbstzufrieden in R\u00fcckenlage zu schlummern scheint, wirkt die K\u00f6rperhaltung der verbleibenden \u201aQuetschies\u2018 vergleichsweise geschlossen, suggeriert wahlweise \u00e4ngstliches Kauern oder apathische Selbstaufgabe und appelliert an emotionale Zuwendung wie F\u00fcrsorge. Die \u00c4sthetisierung von Mangelhaftigkeit, Bed\u00fcrftigkeit und Machtlosigkeit seitens des Designs impliziert dabei bereits einen sadistischen Anteil seitens des Herstellers. Ihre F\u00e4higkeit zur Emotionalisierung verdankt die \u00e4sthetisch-affektive Kategorie des Niedlichen folglich einer wesenhaften Grausamkeit: Erst durch einen entm\u00fcndigenden Akt der Verdinglichung wird jene Machtasymmetrie etabliert, die als Voraussetzung f\u00fcr das \u00e4sthetische Urteil \u201es\u00fc\u00df\u201c selbst gelten kann. \u201e[\u2026] [T]he more objectified the object, or the more visibly shaped by the affective demands and\/or projections of the subject, the cuter.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Gleichzeitigkeit von gemischten, durchaus widerspr\u00fcchlichen Gef\u00fchlen \u2013 Mitleid und F\u00fcrsorgeimpuls auf der einen und oftmals tabuisierten Missbrauchs- bzw. Gewaltfantasien auf der anderen Seite \u2013 verweist auf eine dem Konzept des Niedlichen inh\u00e4rente Ambivalenz. Ein Eintrag im <i>Urban Dictionary,<\/i> einem nutzer*innenbasierten Online-W\u00f6rterbuch f\u00fcr englische\u00a0Umgangssprache, erkl\u00e4rt die Wortbedeutung des Adjektivs <i>squishy <\/i>entsprechend durch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Verweis auf dessen alltagspraktisch gel\u00e4ufige impulsiv-t\u00e4tliche Reaktion beim Anblick von Niedlichem: \u201eWhen you see something really cute, such as a baby, you may want to smoosh, squeeze, rip its head off, eat it [\u2026], or squish it, hence, squishy.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9037\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/ill-love-you-and-hug-you-and-squeeze-you-until-you-die.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/ill-love-you-and-hug-you-and-squeeze-you-until-you-die.jpg 500w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/ill-love-you-and-hug-you-and-squeeze-you-until-you-die-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr den Eindruck des Niedlichen sind Materialqualit\u00e4ten besonders bedeutsam: Weich, rund und im besten Fall flauschig soll es sein, eine angenehme Haptik besitzen und bereits qua Design nachgerade zum Dr\u00fccken und Umarmen einladen. \u201aQuetschies\u2018 sind in Bezug auf ihre Materialit\u00e4t ebenfalls ambivalent: Nach einer gewissen Nutzungsdauer kann das weiche, anfangs angenehm k\u00fchle und pudrige Handgef\u00fchl ob zunehmender Klebrigkeit und Verschmutzung in Ekel umschlagen. Weiterhin steht die anatomische Versehrtheit des verst\u00fcmmelten Tierk\u00f6rpers im Kontrast zu dem nahezu unkaputtbaren Material: Stumpfe physische Krafteinwirkung vermag die K\u00f6rperform zwar bis zur Unkenntlichkeit deformieren; jene Gestaltver\u00e4nderung ist jedoch nicht von Dauer. Aufgrund seiner Elastizit\u00e4t kehrt das reaktive Objekt ein ums andere Mal m\u00fchelos wie unerm\u00fcdlich in seine figurative Ursprungsform zur\u00fcck. Derart widerstands- bzw. leidensf\u00e4hig erdulden die Quetschtiere selbst die st\u00fcrmischsten bzw. fragw\u00fcrdigsten Liebkosungen mit geradezu stoischer Ruhe. Jene physische Resilienz garantiert ihnen das \u00dcberleben zahlloser Affektattacken. Ein sorgloser, grobmotorischer, ja gar brutaler Umgang mit den kleinen, betont passiven Tierchen bleibt folgenlos. \u201aSquishies\u2018 besitzen weder ein kognitives noch ein materielles Erinnerungsverm\u00f6gen, sind praktisch nicht nachtragend und erm\u00f6glichen daher ein lustvolles, weil moralisch entlastetes, freies Spiel negativer Impulse.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wie die \u00e4u\u00dfere Gestalt der tragischen<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Kreaturen ruft auch die materielle Unbeugsamkeit gemischte Gef\u00fchle hervor. Das Verlangen eine irreversible Versehrung herbeizuf\u00fchren, das Innere des \u201aSquishies\u2018 nach au\u00dfen zu kehren, zeigt sich zum Beispiel auf YouTube recht eindr\u00fccklich: Junge, zumeist weibliche Akteur*innen r\u00fccken ihren ausrangierten Quetschdingen in Gro\u00dfaufnahme mit der Schere zu Leibe oder \u00fcberfahren sie \u2013 in aller Regel erfolglos \u2013 mit dem Auto.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Crushing Crunchy &amp; Soft Things by Car Compilation! - Floral Foam, Squishy, Tide Pods and More!\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nhDAmqYHxdA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Ungeachtet ihrer Tiergestalt werden<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>\u201aSquishies\u2018 h\u00e4ufig als sich selbst zum Verzehr darbietende Nahrungsmittel inszeniert und erinnern auf diese Weise an japanische Reiskuchen, sogenannte Mochi. Meist mit Bohnenpaste gef\u00fcllt, zeichnet sich jene kugelf\u00f6rmige, bisweilen eingef\u00e4rbte und mit Tiergesichtern verzierte S\u00fc\u00dfigkeit durch eine geschmeidige Konsistenz mit pudriger Oberfl\u00e4chentextur aus. Ihre formal-\u00e4sthetischen wie haptischen Qualit\u00e4ten sind<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>denen der Silikon-\u201aQuetschies\u2018 derart \u00e4hnlich, dass sich von einem konzeptionellen Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis sprechen l\u00e4sst. Wenn Lebensmittel zu niedlich zum Essen werden<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>(\u201etoo cute to eat\u201c) und Dinge, die man nicht essen sollte (z.B. Babys, Haustiere, Silikon oder Schaumstoff) geradezu nach ihrem Konsum zu verlangen scheinen (\u201eSo cute, I could eat you!\u201c), dann befinden wir uns bereits mitten im \u2013 durch Paradoxien gekennzeichneten \u2013 sensorischen Bannkreis der Niedlichkeiten.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9043\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3-768x768.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3-100x100.jpg 100w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-3.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/p>\n<p>So weit, so cute? Eine g\u00e4nzlich neue Dimension erh\u00e4lt die online weit verbreitete Praktik des Tiere-Dr\u00fcckens jedoch, wenn die Speckpolster von duldsamen Haustieren zum schamlosen Knautschen herhalten m\u00fcssen. Aufgrund des hohen Fettanteils erfreut sich unter den Hunderassen insbesondere die japanische Z\u00fcchtung <i>Shiba Inu <\/i>als lebendiges Quetschtier zweifelhafter memetischer Ber\u00fchmtheit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9038\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-4.jpg\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-4.jpg 960w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-4-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-4-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-4-768x768.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-4-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px\" \/>\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9039\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Bildschirmfoto-2019-01-22-um-09.49.45-1024x408.png\" alt=\"\" width=\"575\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Bildschirmfoto-2019-01-22-um-09.49.45-1024x408.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Bildschirmfoto-2019-01-22-um-09.49.45-300x120.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Bildschirmfoto-2019-01-22-um-09.49.45-768x306.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Bildschirmfoto-2019-01-22-um-09.49.45.png 1234w\" sizes=\"auto, (max-width: 575px) 100vw, 575px\" \/><\/p>\n<p>Als nervenberuhigendes Hilfsmittel zur Bew\u00e4ltigung allt\u00e4glicher Stressoren ist das Ph\u00e4nomen \u201aSquishy\u2018 an der Schnittstelle zwischen Ngais \u00e4sthetischen Kategorien <i>cuteness<\/i> und <i>zaniness<\/i> anzusiedeln. \u201aZany\u2018 ist dabei nicht blo\u00df die kollektive Obsession mit knautschbaren Tierk\u00f6rpern, seien diese nun tats\u00e4chlich lebendig oder lediglich fiktional beseelt, sondern deren Verortung im Diskurs subjektiver Selbstorganisation und -optimierung. Wie Allison Page mit Blick auf die zeitgen\u00f6ssische Kreativwirtschaft demonstriert, ist die affektregulierende Wirkung des Niedlichen mittlerweile fest im Selbstf\u00fcrsorgedispositiv neoliberaler Subjekte verankert.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> \u201aSquishies\u2018 im Speziellen und \u201acute design\u2018 oder \u201acute animal content\u2018 im Allgemeinen<i> <\/i>dienen ebenso dazu, die Zufriedenheit wie Motivation von Arbeitnehmer*innen zu verbessern und somit eine m\u00f6glichst konstant hohe Leistungsbereitschaft und -f\u00e4higkeit zu gew\u00e4hrleisten; ist die emotionale Zufriedenheit der Arbeitskr\u00e4fte doch einer der relevantesten Wirtschaftsfaktoren. Physiopsychische Unausgeglichenheit wird in einem Akt ichbezogener Care-Arbeit durch beil\u00e4ufige, kontinuierliche Muskelkontraktion an wehrlosen wie strapazierf\u00e4higen Tierwesen abgebaut. Stumm, aber deshalb nicht weniger eindr\u00fccklich demonstrieren sie, dass sich das ber\u00fchmte Hamsterrad immer weiterdreht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einige die haptische Befriedigung unmittelbar mit den eigenen H\u00e4nden zu erfahren suchen, scheint f\u00fcr etliche Menschen stellvertretendes Tierequetschen bzw. ein visueller Stimulus v\u00f6llig ausreichend. Jener zirkul\u00e4re wie einf\u00f6rmige Bewegungsablauf findet seine zeitgen\u00f6ssische mediale Entsprechung in einem mit Social Media wieder erstarkenden Dateiformat der 1990er Jahre, dem Animated GIF. Innerhalb digitaler Kommunikation omnipr\u00e4sent, zeichnet es sich unter anderem durch seine herausragende \u201aaffektive Performance\u2019<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> die medienspezifische F\u00e4higkeit zur Emotionalisierung \u2013 aus. Zumeist tonloses Fragment eines deutlich l\u00e4ngeren Videos, isoliert das GIF lediglich die f\u00fcr die beabsichtigte Aussage relevanteste Sequenz. Im Fall von <i>#squishy<\/i> wird das Quetschmoment auf seine Essenz, den Zenit der Deformation, zugespitzt. Der kontinuierliche Loop verl\u00e4ngert jenen Kulminationspunkt ins Endlose und verleiht dem Dargestellten eine leiblich erfahrbare Intensit\u00e4t. Die dekontextualisierte, repetitiv ablaufende Bewegung gleicht einer rituellen Handlung und transformiert den Material gewordenen tierischen Protagonisten in einen als Requisite im Klammergriff gehaltenen Fetisch. Etwaige G\u00e4nsehaut stellt sich bei der Betrachterin oder dem Betrachter vermutlich weniger aufgrund orgastischer Freuden, denn gemischter \u2013 mit Mitleid und Befremdung durchsetzen \u2013 Empfindungen ein.<\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"https:\/\/media1.tenor.com\/images\/8821ac9023853313efa146453f9dca5e\/tenor.gif?itemid=4891116\" width=\"300\" height=\"300\" \/><\/span><\/p>\n<p>Frust am Arbeitsplatz? Aggressionen aufgrund ausbleibender Genialit\u00e4t? Dann wird es Zeit, den Stress unter Zuhilfenahme von Schw\u00e4nen in Wohlgefallen aufzul\u00f6sen (\u201eIt\u2019s time to solve stress with swans!\u201c). Als Nachfolgeprodukt eines aufblasbaren Schwimmtiers in Schwanengestalt hat der britische K\u00fcnstler David Shrigley sein Sortiment um eine quetschbare Miniaturversion namens \u201eRidiculous Stress Swan-Thing\u201c aus Polyurethanschaumstoff erweitert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thirddrawerdown.com\/products\/ridiculous-stress-swan-thing-x-david-shrigley\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9041\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-11.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-11.jpg 570w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-11-150x150.jpg 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-11-300x300.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/01\/Abbildung-11-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die bei jeder Gelegenheit beworbene heilende, ja lebensver\u00e4ndernde positive Wirkung von \u201aQuetschies\u2018 wird jedoch bereits beim schieren Anblick jener Kreatur zweifelhaft. Die spezifische Anatomie des gew\u00e4hlten Federviehs erschwert eine verniedlichende Darstellung, ist der lange und schlanke Hals doch ein zentrales Merkmal des Schwimmvogels. Im Dienste der Wiedererkennbarkeit trotzt seine Gurgel erfolgreich verniedlichenden Stilisierungsbem\u00fchungen. Shrigleys \u201aSchwanending\u2018 wird vorrangig am Torso, nicht jedoch im Gesicht gequetscht. W\u00e4hrend sich die Originalform noch buchst\u00e4blich in G\u00e4nze begreifen l\u00e4sst, ragt der nahtlos in den Hals \u00fcbergehende Kopf jener \u201aSquishy\u2018-Mutation nicht blo\u00df bereits keck aus der Verpackung, sondern entzieht sich auch im praktischen Gebrauch provokativ seiner Deformierung. Selbstbewusst Aufmerksamkeit einfordernd (\u201alook\u2018), h\u00e4lt er stets Blickkontakt mit seiner Quetscher*in und zwar ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Sein gleichm\u00fctiger Gesichtsausdruck f\u00fchrt die Absurdit\u00e4t der urspr\u00fcnglich zur Entspannung gedachten Handlung des Tiere-Dr\u00fcckens vor. Von diesem Schwan ist weder Anteilnahme noch stellvertretendes Leiden zu erwarten, vielmehr scheint er die erb\u00e4rmlichen Zen-Wiederherstellungsversuche seines Gegen\u00fcbers zu verh\u00f6hnen. Indem Shrigley die Strategien von <i>cute design<\/i> in Teilen subvertiert, r\u00fcckt er jene Mechanismen in den Blick, die bei der Kommodifizierung von Emotionen \u00fcblicherweise unbemerkt greifen. Die gew\u00e4hlte Produktbezeichnung ist selbstironisch, tr\u00e4gt die L\u00e4cherlichkeit des Unterfangens bereits im Namen und entkr\u00e4ftet somit potentielle Kritik a priori. Der Erwerb eines \u201aQuetschschwans\u2018 bringt dessen K\u00e4ufer*in demzufolge in die g\u00fcnstige Situation, \u00dcberlegenheit wie Kennerschaft demonstrieren zu k\u00f6nnen, ohne dabei auf vergn\u00fcgliches Tiergequetsche verzichten zu m\u00fcssen. In diesem Sinne: \u201eLove your stims! Love yourself!\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span class=\"Apple-converted-space\">Anmerkungen\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> So lautet der Werbeslogan von Playfoam\u00ae.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0Bei Einf\u00fchrung von \u201aSlime\u2018 1976 adressierte der Spielwarenhersteller Mattel zur Vermarktung der z\u00e4hfl\u00fcssigen, gallertartigen Masse noch das Ekelgef\u00fchl \u2013 \u201ekalt und klamm, wabbelig und schlickerig, schleimig und glibberig. IGITTIGITT!!\u201c Das Farbspektrum reichte von Neongr\u00fcn bis Gr\u00fcnbraun, erinnerte wahlweise an Nuklearm\u00fcll oder aber Verdorbenes, Erbrochenes bzw. andere unschickliche K\u00f6rpersekrete.\u00a0Zwischenzeitlich hat der einstige \u201eHorror-Gag [\u2026] wie frisch aus der Nase\u201c einen beeindruckenden Imagewandel hingelegt und seine Zielgruppe derart deutlich erweitert. Mit Blick auf das von Amazon angebotene Warensortiment scheint die Beobachtung zul\u00e4ssig, dass der dem Schleim anhaftende Degout mittlerweile einer Hyperaffirmation des Niedlichen, einem \u201acuteness overload\u2018, gewichen ist: Regenbogenschleim, Magische Superknete, DIY-Slime-Kits, von Einh\u00f6rnern empfohlener Wolkenschleim, duftender Zuckerwatte-Schlamm oder \u201aSwallowzy\u2018, ein meist pastellfarbiger Schleim, in den sich unterschiedlichste mitgelieferte Kleinteile \u2013 bevorzugt bunte Strasssteine, Kristalle, Perlen oder Flitter\u2013 manuell einarbeiten lassen. Der Schleim von heute ist vor allem eines,<i> clean,<\/i> <i>cute<\/i> und <i>klar gegendert. <\/i>N.N.: \u201aSlime\u2018 f\u00fcr Kinder und f\u00fcr Kunst, in: Der Spiegel (#32) 24 (1978), S. 232. Online abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-40615622.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-40615622.html <\/a>[21.01.2019]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0Eine saubere Sache; \u00f6kologische Ignoranz vorausgesetzt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0Vgl. Grunwald, Martin: Homo hapticus. Warum wir ohne Tastsinn nicht leben k\u00f6nnen, M\u00fcnchen 2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0Vgl. Thadden, Elisabeth von: Die ber\u00fchrungslose Gesellschaft, M\u00fcnchen 2018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0Grunwald: Homo hapticus, S. 217.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0Bez\u00fcglich des Begriffs wie des Designkonzepts vgl. Gn, Joel: Designing Affection. On the Curious Case of Machine Cuteness, in: Joshua Dale et al. (Hrsg.): The Aesthetics and Affects of Cuteness, New York [u.a.] 2017, S. 175-193.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0Ngai, Sianne: Our Aesthetic Categories. Zany, Cute, Interesting, Cambridge\/Mass. [u.a.] 2012, S. 64.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0Vgl. Harris, Daniel: Cute, Quaint, Hungry and Romantic. The Aesthetics of Consumerism, Boston\/Mass. 2000, S. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd., S. 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0Ngai: Our Aesthetic Categories, S. 65.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0Squishy via urbandictionary.com, <a href=\"https:\/\/www.urbandictionary.com\/define.php?term=squishy\">https:\/\/www.urbandictionary.com\/define.php?term=squishy [<\/a>21.01.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0Vgl. Grossman, Andrew: Freedom from the Pedomorphic Ideal. A Speculation on the Tragically Cute, https:\/\/brightlightfilm.com\/ vom 31.10.2010, <a href=\"https:\/\/brightlightsfilm.com\/wp-content\/cache\/all\/freedom-from-the-pedomorphic-ideal-a-speculation-on-the-tragically-cute\/\">https:\/\/brightlightsfilm.com\/wp-content\/cache\/all\/freedom-fromthe-pedomorphic-ideal-a-speculation-on-the-tragically-cute\/ <\/a>[21.01.2019].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0Vries, Nadja de: Under the Yolk of Consumption. Re-Envisioning the Cute as Consumable, in: Joshua Dale et al. (Hrsg.): The Aesthetics and Affects of Cuteness, New York [u.a.] 2017, S. 253-273.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0Page, Allison: \u201eThis Baby Sloth Will Inspire You To Keep Going\u201c \u2013 Capital, Labor, and the Affective Power of Cute Animal Videos, in: Joshua Dale et al. (Hg.): The Aesthetics and Affects of Cuteness, New York [u.a.] 2017, S. 75-94.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0Vgl. Miltner, Kate M.; Highfield, Tim: Never Gonna GIF You Up. Analyzing the Cultural Significance of the Animated GIF, in: Social Media + Society, Juli-September 2017, S. 1-11. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177%252F2056305117725223\">https:\/\/doi.org\/10.1177\/2056305117725223 <\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0https:\/\/judestims.tumblr.com\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uni-frankfurt.de\/66329176\/personen42\">Katja Gunkel<\/a> (Dr. phil.), geb. 1981, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Neue Medien am Institut f\u00fcr Kunstp\u00e4dagogik der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main.<\/p>\n<div class=\"sfsi_Sicons\">\n<div><\/div>\n<div class=\"sfsi_socialwpr\">\n<div class=\"sf_fb\">\n<div class=\"fb-share-button fb_iframe_widget\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Squeezing Animals:\u00a0\u00dcber die Verformbarkeit des Niedlichen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[204,205,489,509,596,1214,1529,1672,1786,1937,1938,2127,2130,2214,2581],"class_list":["post-9034","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-anti-stress","tag-anti-stress-gadget","tag-cute","tag-david-shrigley","tag-druecken","tag-kawaii","tag-michi","tag-niedlich","tag-playfoam","tag-quetschen-quetschfiguren","tag-quetschies","tag-shiba-inu","tag-sianne-ngai","tag-squishy","tag-zany"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9034","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9034"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9034\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}