{"id":9249,"date":"2019-05-13T11:26:03","date_gmt":"2019-05-13T09:26:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9249"},"modified":"2019-05-13T11:26:03","modified_gmt":"2019-05-13T09:26:03","slug":"pelzige-posamente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/05\/13\/pelzige-posamente\/","title":{"rendered":"Niedliches (Teil 2): Das Flauschigevon Katja Gunkel13.5.2019"},"content":{"rendered":"<p>Pompon trifft Pommeraner<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><i>\u201eOH MY GOD!!!! THE FLUFFINESS!!!!!!!! &lt;3 &lt;3 &lt;3 &lt;3\u201c<\/i><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Ein weiteres Mal gilt es, in die viel geschm\u00e4hten \u201aNiederungen\u2018 des Niedlichen hinabzusteigen. Widmete sich die <a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vorangehende Konsumrezension<\/a><b><i> <\/i><\/b>anhand von Squishies<b> <\/b>der <i>Quetschbarkeit<\/i> <i>(squeezablity)<\/i> des Niedlichen,<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> steht nun ein anderes Merkmal im Mittelpunkt, das als mindestens ebenso substantielle Ingredienz von <i>cute design <\/i><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>gelten kann \u2013 zumal, wenn es auch noch klein und kugelrund ist:<i> Flauschigkeit<\/i><i> (fluffiness).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/i><\/p>\n<div id=\"attachment_9250\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9250\" class=\"wp-image-9250 size-large\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/flauschig-1024x434.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/flauschig-1024x434.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/flauschig-300x127.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/flauschig-768x326.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/flauschig.png 1392w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-9250\" class=\"wp-caption-text\">Nicht-repr\u00e4sentative fotografische Feldforschung im \u00d6PNV.<\/p><\/div>\n<p><i>S\u00fc\u00df, putzig, goldig<\/i> oder einfach <i>cute,<\/i> sowohl das \u00e4sthetische Urteil als auch die impulsiv-affektive Resonanz sind in besonderem Ma\u00dfe an haptisch-taktile Material- und Formeigenschaften gebunden. Als prototypische Gewandung des Niedlichen \u2013 \u201ethe fluffier the cuter\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> \u2013 durchzieht Flauschiges vielgestaltig dessen Materialikonografie. <i>Weich, rund und flauschig<\/i> \u2013 so lautet denn auch die im Kabinett der Niedlichkeiten bew\u00e4hrte Erfolgsformel, die direkt zur distanzlosen sensomotorischen Erkundung, einem beherzten Zu- bzw. Hineingreifen oder \u2013 wir erinnern uns an Elmyra Duff \u2013 leidenschaftlich-luftabschn\u00fcrenden (Zer-)Dr\u00fccken aufzufordern scheint.<\/p>\n<p>Ein Objekt, das jene Charakteristika musterg\u00fcltig auf sich vereinigt und demzufolge als niedlich par excellence gelten d\u00fcrfte, ist der <i>Pompon<\/i> \u2013 im Internet besser als Pom-Pom bekannt; auch Puschel, B\u00fcschel oder Bommel genannt. Konjunktur hat die bauschige Kugelform derzeit insbesondere in ihrer Fellvariante, die \u2013 vorrangig an Tasche, Schl\u00fcsselbund oder Smartphone befestigt \u2013 einer ausnahmslos<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> weiblich konnotierten Tr\u00e4ger*in mitunter gleich im Plural als modisches Accessoire dient. Ob als farblich kontrastierender Solit\u00e4r rhythmisch am Schiebergriff eines neongelben Rucksackrei\u00dfverschlusses schwingend, als komplement\u00e4res Duo zwangsweise r\u00fcckseitig an einem mauve-grauen Picard-Rucksack vergesellschaftet oder keck in Zuckerwattepink aus einem ge\u00f6ffneten Leder-Shopper, vorzugsweise von Michael Kors, herausbaumelnd; ist der Blick einmal gesch\u00e4rft, h\u00e4ngen sie<i> <\/i>gef\u00fchlt \u00fcberall.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gesehen, gewundert, gegoogelt. Bereits die ersten Ergebnisse der Bildersuche deuten auf jene feinen Unterschiede hin, welche dieses erschreckend ausdifferenzierte Produktsegment auszeichnen \u2013 Fellbommel ist n\u00e4mlich mitnichten gleich Fellbommel. Hergestellt aus Synthetikfasern, qualit\u00e4tszertifiziertem \u201aFinnracoon\u2018, \u201aDeluxe\u2018-Fuchspelz oder anderem Echtfell, naturbelassen oder modisch eingef\u00e4rbt \u2013 obgleich weiterhin schm\u00fcckendes Beiwerk, hat der haarige Puschel offenkundig seine exklusive Liaison mit der Strickm\u00fctze aufgek\u00fcndigt und \u2013 mobil gewordenes Accessoire \u2013 in j\u00fcngster Vergangenheit an kontextueller Flexibilit\u00e4t gewonnen. Die Ausf\u00fchrungen reichen von dezent minimalistisch und m\u00f6glichst nat\u00fcrlich \u00fcber schreiend-bunte Ombr\u00e9-Fellfarbverl\u00e4ufe aus der Unterrubrik \u201aFun Fur\u2018 bis hin zu opulent-ornamentalen Arrangements, bei denen die Bommel geradezu<i> ikebanaesk<\/i> von Perlen, Federn, Metallanh\u00e4ngern und anderem Zierrat flankiert wird.<\/p>\n<p>In Gadget-Manier birgt manch langfloriges Exemplar gar ein funktionales Surplus: Mit Powerbank und aufklappbarem Taschenspiegel beherbergen die haarigen Untiefen eines elektrifizierten <i>Power PomPoms<\/i><a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> so beispielsweise gleich zwei segensreiche Utensilien zur Erleichterung des allt\u00e4glichen Influencer*innen-Arbeitslebens.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Pantone-Trendfarben<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> aufgreifend, parieren sie allzeit modebewusst spontane Energienotst\u00e4nde und gew\u00e4hrleisten somit <i>en passant<\/i> die \u2013 zuvor im Spiegel auf Tauglichkeit gepr\u00fcfte \u2013 Selfie-Kommunikation.<\/p>\n<div id=\"attachment_9251\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9251\" class=\"wp-image-9251 size-large\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.37.50-1024x397.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.37.50-1024x397.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.37.50-300x116.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.37.50-768x298.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.37.50.png 1382w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-9251\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.welovefurs.com\/1371-large_default\/fellbommel.jpg\">Silbergraue Fellbommel in XXL-Ausf\u00fchrung<\/a> (\u00d8 17 cm) , \u201ePremium-Gr\u00f6\u00dfe und flauschigstes Seefuchsfell\u201c (links); \u201esuper s\u00fc\u00dfe\u201c <a href=\"https:\/\/www.kostidesign.com\/WebRoot\/Store9\/Shops\/61238976\/540F\/346C\/C2FB\/AD86\/2C86\/C0A8\/2BB8\/4298\/Fellbommel_pink_mini.jpg\">Mini-Fellbommel \u201eaus pink Kanin Fell\u201c<\/a> (Mitte); der <a href=\"https:\/\/i.pinimg.com\/originals\/ad\/6b\/08\/ad6b08929cb63f63d6acdb5821194f23.jpg\">Power POMPOM<\/a> im Einsatz \u2013 modisch-funktionaler Begleiter im schnelltaktigen, urbanen Alltag einer Influencer*in (rechts).<\/p><\/div>\n<p>Genderstereotypes Komplement des sp\u00e4testens mit \u201eManta Manta\u201c (1991) als Standarte proletenhafter M\u00e4nnlichkeit in die Annalen der Popkultur eingegangenen Fuchsschwanzes, ist das qua Werbeversprechen Luxus umwehte Modeaccessoire Fellbommel (\u201eluxurize yourself\u201c) zumindest in der Echthaarausf\u00fchrung ebenfalls ein per Taxidermie produziertes Tierpr\u00e4parat und somit organisches Material. Obgleich es sich in beiden F\u00e4llen lediglich um Tierk\u00f6rper-Fragmente handelt, ist der Abstraktionsgrad des geometrisch zugerichteten und \u00fcberwiegend chemisch eingef\u00e4rbten Kugelbauschs doch ungleich gr\u00f6\u00dfer. Die Konservierung des urspr\u00fcnglichen Zustandes stellt bei der Fuchsrute einen integralen Aspekt dar: Es gilt, die indexikalischen Qualit\u00e4ten des Tierfells, seine \u201ak\u00f6rperlich-fleischliche Immanenz\u2018<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> betont zu bewahren.<\/p>\n<p>Das stilisierte Fellbommel-Design hingegen entledigt sich s\u00e4mtlichen kreat\u00fcrlichen Aspekten von Fuchs, Waschb\u00e4r, Kaninchen, Eichh\u00f6rnchen &amp; Co. und negiert derart qua Gestaltung die Existenz eines vorg\u00e4ngigen Lebewesens. Neben einem maximal \u00f6konomischen Umgang mit der segmentierten Ressource bzw. dem Werkstoff \u201aTier\u2018 zeugt das Produktdesign nicht nur von einer profunden Entfremdung von der Natur, es erleichtert das Gewissen sogleich durch die angebotene kognitive Dissonanz. Von dem Ursprung des Materials formal-\u00e4sthetisch wie auch sprachlich (z.B. \u201epink Kanin Fell\u201c) zu abstrahieren, entbindet moralisch von der unbequemen Frage nach dem h\u00f6chst ambivalenten Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Tier. In Form jenes miniaturisierten Abstraktums scheint Pelztragen selbst nach dem <i>animal turn<\/i> ethisch vergleichsweise unproblematisch.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Beim Blick auf die vielf\u00e4ltigen neckisch-figurativen Varianten der Produktgruppe findet allerdings \u2013 gewisserma\u00dfen am semiotischen Nullpunkt des realen Referenten \u2013 eine kreat\u00fcrliche Refiguration statt. Im Zuge jenes symbolischen Animismus<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> werden den Fellkugeln physiognomische Merkmale appliziert, die sich jedoch stets auf Augen, Ohren oder Schwanz \u2013 in besonders skurrilen F\u00e4llen auch auf bem\u00fctzte K\u00f6pfe von schlafenden Babys \u2013 beschr\u00e4nken und somit anatomisch rudiment\u00e4r bleiben.<\/p>\n<p>Jener personifizierende Akt des \u201aGesicht-Verleihens\u2018 kann Sianne Ngai zufolge als \u201aMeistertrope\u2018 des Niedlichen eingestuft werden, wobei das Ausstatten mit Gesichtsz\u00fcgen \u2013 hierauf deutet die notorische Unvollst\u00e4ndigkeit des niedlichen Antlitzes, insbesondere der h\u00e4ufig ausgelassene Mund \u2013 offenbar nur auf Kosten des Artikulationsverm\u00f6gens zu haben ist.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Die abstrakt-stilisierte, anthropomorphe Produktsprache des Niedlichen zeugt laut Ngai von dem Wunsch nach einer einfacheren und intimeren Beziehung zu k\u00e4uflichen Dingen<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> \u2013 \u201e[\u2026] [C]uteness is a kind of animism for the<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>postindustrial or hypercommercial universe.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_9252\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9252\" class=\"wp-image-9252 size-large\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.38.14-1024x334.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.38.14-1024x334.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.38.14-300x98.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.38.14-768x250.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.38.14.png 1614w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-9252\" class=\"wp-caption-text\">Kostspielige Designer-Echtfellbommel,<a href=\"https:\/\/www.fendi.com\/us\/woman\/bag-accessories\/bag-charms\/p-7AR688A4CQF0K0F\"> der Fendi Bag Bug<\/a>, aus Fuchs- und Kaninchenpelz \u201aMade in Italy\u2018 (links); <a href=\"https:\/\/bootsnbagsheaven.com\/products\/fluffy-bag-charms-keychain?variant=12406645358634\">Kunstfellausf\u00fchrung mit stilisierten Tierohren<\/a> (Mitte); <a href=\"https:\/\/www.dhgate.com\/product\/sleeping-baby-key-chain-doll-accessories\/412340953.html?skuid=449997186001170444\">schlafendes Baby<\/a> in Pelzkugel als Anh\u00e4nger (rechts).<\/p><\/div>\n<p>Als lebender Pompon und ikonischer Nukleus des \u201aFluffy Dog\u2018<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>-Mems gilt der Zwergspitz. Hiervon zeugen nicht nur Kosenamen wie <i>Pompom <\/i>oder die Kurzversion <i>Pom<\/i>,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> sondern ebenso online omnipr\u00e4sente Belobigungen seiner herausragenden, nur im Superlativ sprachlich ad\u00e4quat zu erfassenden Form- und Materialeigenschaften \u2013 \u201akleinster und flauschigster von allen kleinen, flauschigen Hunden\u2018.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>\u201aKnuddeliger als ein Pl\u00fcschtier\u2018<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> sichert ihm sein z\u00fcchtungsbedingter Ph\u00e4notyp einen festen Platz im Olymp der flauschigsten Gesch\u00f6pfe mit dem weltweit gr\u00f6\u00dften \u201aAwww\u2018<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>-Faktor. Jene hervorragende Wertung im Gesamtklassement verdankt die mit maximal 29 Zentimetern Widerristh\u00f6he bereits kleinw\u00fcchsige Hunderasse ihrer nochmals geschrumpften Ausf\u00fchrung, dem <i>Pomeranian Nano<\/i> oder <i>Pomeranian Teacup.<\/i> Miniaturwuchs, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurze Extremit\u00e4ten, die aufgrund der Haarl\u00e4nge, wenn \u00fcberhaupt nur als rudiment\u00e4re Stummel erkennbar sind und eine insgesamt kompakte Erscheinung l\u00e4sst die Hunde rundlich-gedrungen wirken. Dieser Eindruck ist ihrem volumin\u00f6sen Fell geschuldet, in dem Ohren, Schwanz und Pfoten optisch nahezu vollst\u00e4ndig verschwinden. Nicht nur dank lebenslanger \u201aWelpenoptik\u2018, sondern vor allem aufgrund der optischen \u00c4hnlichkeit mit einer runden, flauschigen Fellkugel (#furball) besitzt jener \u201aMicro-Dog\u2018 einen ungleich gr\u00f6\u00dferen Cuteness-Faktor.<\/p>\n<p>Im Fall des possierlichen Pommeraners speist sich die Mehrzahl der auffindbaren Internetmeme daher aus Material-, Form- und Farbassoziationen. Weich, flauschig, bauschig, rund und kugelig \u2013 rekurriert wird auf formale \u00c4hnlichkeiten mit unbelebten Objekten; seien dies Naturph\u00e4nomene wie Wolken, Schneeflocken, Fellkn\u00e4ule respektive Staubflusen oder aber von Menschenhand Geformtes bzw. industriell Hergestelltes wie Schneeball, Wattebausch, Zuckerwatte oder Marshmallow \u2013 in Abh\u00e4ngigkeit zur Fellfarbe wahlweise auch Fleischb\u00e4llchen.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr den memetischen Erfolg des vergn\u00fcglichen Tier-Ding-Vergleichs ist die Passung zwischen fotografischem Tierportrait und sprachlich evoziertem Vorstellungsbild. Um die angestrebte Analogie visuell pointiert herauszuarbeiten, gilt es folglich Tierportraits zu w\u00e4hlen, welche die Unf\u00f6rmigkeit des miniaturisierten Tierk\u00f6rpers besonders eindr\u00fccklich inszenieren, d.h. von dessen kreat\u00fcrlicher Statur abstrahieren, um derart humorvoll mit der vorgeblichen Uneindeutigkeit des Abgebildeten spielen zu k\u00f6nnen. Die Textebene eines Bildmakros erg\u00e4nzt das visuell Dargestellte demzufolge um eine weitere Bedeutungsebene und somit alternative Lesart. \u00c4hnlich wie Fabelwesen fungieren die im Kontext von Internetmemen prominent vertretenen Tiere laut Flora Hartmann zumeist als anthropomorphisierte Surrogate und dienen dazu, \u201emenschliche Aktionen oder Emotionen [zu] vermitteln.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><sup><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_9253\" style=\"width: 705px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9253\" class=\"wp-image-9253 size-large\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.39.11-1024x831.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"564\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.39.11-1024x831.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.39.11-300x243.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.39.11-768x623.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-03-um-11.39.11.png 1620w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><p id=\"caption-attachment-9253\" class=\"wp-caption-text\">Beispiele aus den Memkomplexen #fluffy #furball #cute unter Fokus auf Mini-Zwergspitze (Teacup Pomeranian).<\/p><\/div>\n<p>Was auf<i> LOLCats<\/i><a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> oder <i>Advice Animals<\/i><a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> fraglos zutreffen mag, kann jedoch nicht f\u00fcr die gew\u00e4hlten Beispiele gelten. Ihr Unterhaltungswert gr\u00fcndet weniger auf der Personifizierung eines tierischen Stellvertreters, sondern vielmehr auf der Verdinglichung des Tieres qua am\u00fcsantem Gedankenexperiment des Objektvergleichs: <i>Pompon oder Pommeraner,<\/i> so lautet die zum Zwecke kurzweiliger Erbauung rhetorisch gestellte Frage.<\/p>\n<p>Das angesto\u00dfene Wahrnehmungs- und Gedankenexperiment erm\u00f6glich ein kindlich lustvolles Spiel unterhaltsamen Fantasierens: Was w\u00e4re, wenn\u2026 jemand tats\u00e4chlich das Tier mit einem Schneeball verwechseln und mit Effet als Spielball werfen w\u00fcrde; oder es versehentlich als Abschminkutensil herhalten m\u00fcsste bzw. andersherum, dem Wattebausch im Badezimmer auf einmal Beine w\u00fcchsen; Wolken bellen oder gar laufen k\u00f6nnten usw. Die kom\u00f6diantische St\u00e4rke der Meme gr\u00fcndet auf dem jeweils explizierten T\u00e4uschungspotential, wobei die m\u00f6glichen Folgen jener Zuschreibungsfehler seitens der eingeweihten Rezipienten*innen imagin\u00e4r ausgestaltet werden. Wie bei der Verwechslungskom\u00f6die ist ein Wissen um den Irrtum und die damit zusammenh\u00e4ngende M\u00f6glichkeit zur gedanklichen Vorwegnahme der Konsequenzen Voraussetzung f\u00fcr den \u201edramaturgisch gesetzte[n] Lachanlass\u201c.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Auch mag jenes semiotische Oszillieren zwischen verschiedenen Kontexten und Lesarten deshalb so vergn\u00fcglich erlebt werden, weil es an rar gewordene Stunden eines Dolcefarniente erinnert, in denen die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung darin besteht, fig\u00fcrliche Umrisse in den vorbeiziehenden Wolkenformationen zu entdecken. Reizvoll sind die Vexierbilder gerade aufgrund der unaufgel\u00f6sten Spannung zwischen Personifizierung einerseits und Verdinglichung andererseits. Damit deuten sie auf die fundamentale Ambivalenz hin, die sowohl f\u00fcr die Mensch-Tier-Beziehung, als auch f\u00fcr die \u00e4sthetische Kategorie des Niedlichen kennzeichnend ist. So scheint es auch wenig verwunderlich, dass letztere ma\u00dfgeblich von Tieren bev\u00f6lkert wird.<\/p>\n<p>Die gew\u00e4hlten Bildmakros r\u00fccken den Tierk\u00f6rper in den Bildmittelpunkt, dessen planvolle z\u00fcchtigungsbedingte Gestaltung einiges \u00fcber die Stilmittel des Niedlichen zu sagen vermag. Bereits vor der Geburt eines Rassetieres wird dessen sp\u00e4teres K\u00f6rperbild antizipiert und durch gezielte Verpaarung zu erzielen versucht. F\u00fcr die genetische Veredelung von Teetassen-, Spielzeug- bzw. Designerhunden wie dem <i>Micro-Pom<\/i> findet eine Umkehrung evolutionsbiologischer Maxime statt: Im <i>survival of the weakest<\/i> werden K\u00fcmmerlinge miteinander gepaart, um derart besonders degenerierte Exemplare bzw. lebende \u201aanatomische Desaster\u2018<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> zu generieren.<\/p>\n<p>Das nunmehr durch die Tierzuchtpraxis \u00e4sthetisch-optimierte und maximal \u201acutifizierte\u2018 Erscheinungsbild eines Nano Pomeranians gleicht \u2013 der Wortwitz sei erlaubt \u2013 einer Fellbommel optisch aufs (Echt-)Haar und vermittelt eine Ahnung von jenen Perversionen, welche die menschliche Sehnsucht nach dem Niedlichen zu geb\u00e4ren in der Lage ist. Nach menschlichen Idealbildern und Bed\u00fcrfnissen erschaffen, verschwindet das tierliche Individuum Mona M\u00f6nnig zufolge hinter Metaphorik, Repr\u00e4sentationen sowie Anthropomorphismen und wird \u2013 insbesondere im Fall domestizierter Zuchttiere \u2013 gleich mehrfach \u201eauf seinen K\u00f6rper und sein Abbild reduziert.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was dem Shiba Inu seine Speckp\u00f6lsterchen sind, ist dem Pommeraner sein Fell. Die flauschige Qualit\u00e4t des Haarkleides ist unmittelbar f\u00fcr den Eindruck des Niedlichen verantwortlich, bedingt der dichte und volumin\u00f6se Wuchs doch zum einen die formale Stilisierung bzw. Abstraktion von der erb\u00e4rmlich d\u00fcnnen, zerbrechlich wirkenden Realgestalt der nunmehr verborgenen K\u00f6rperform. Die derart gewonnene, kontinuierliche nachwachsende Unf\u00f6rmigkeit ist anderseits Vorbedingung f\u00fcr die wiederholte Gestaltbarkeit bzw. kontexterweiternde Refiguration der tierischen Silhouette. Wie bereits im Fall des Pompons dient das K\u00f6rperfell des tierischen Gef\u00e4hrten als Werkstoff zur professionellen Hervorbringung einer manieriert-niedlichen Form \u2013\u201aGrooming\u2018-Star der Stunde ist ein wei\u00dfer Zwergspitz namens Pom (@pom_and_pixel), der dank eines exzentrischen Haarschnitts Anfang April und somit p\u00fcnktlich zum Osterfest als <i>Eggdog<\/i><a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> aka. wandelndes Ei zu einiger memetischer Ber\u00fchmtheit gelangte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Wann h\u00f6rt der Spa\u00df nun aber auf? Wann verliert das Flauschige seine verf\u00fchrerische Anziehungskraft? An welchem Punkt ist die \u201aberuhigende taktile Unmittelbarkeit\u2018<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> des Niedlichen vergiftet? Nach Ansicht von Daniel Grossman wird es just in dem Moment ungenie\u00dfbar, da es aus seiner idealisierten Darstellung befreit und dem Realismus \u00fcberantwortet wird, der die Trag\u00f6die des Niedlichen ungesch\u00f6nt zur Auff\u00fchrung bringe.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Ein B\u00fcschel Fell vor einfarbigem Hintergrund. Fl\u00fcchtig betrachtet k\u00f6nnte es sich dabei fast um eine Produktabbildung f\u00fcr Fellaccessoires oder Herrentoupets handelt. So flauschig, so s\u00fc\u00df? Einzig k\u00f6rperliche Wonnen wollen sich bei dem Anblick nicht so recht einstellen, sind die zwei diagonal \u00fcbereinandergelegten Bildsegmente trotz der Bem\u00fchung um eine geschlossene Form nicht zu \u00fcbersehen. Auch die Farbigkeit der beiden Teile will nicht so recht zueinander passen \u2013 und blitzt da nicht ein Ohr hervor?<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger das Studium der Fotografie dauert, desto weniger l\u00e4sst sich das Abgebildete, vorgeblich koh\u00e4rente Motiv zweifelsfrei als Entit\u00e4t identifizieren. Etwas Vertrautes, das gleichzeitig fremd bzw. pervertiert erscheint; eine Repr\u00e4sentation von indexikalischer Qualit\u00e4t, die sich dennoch nicht entr\u00e4tseln l\u00e4sst, da sind gemischte Empfindungen praktisch vorprogrammiert. W\u00e4hrend der Titel des Einzelbildes die Fellfarbe zum einzig erw\u00e4hnenswerten Attribut deklariert und derart einer fragmentierenden Verdinglichung zuarbeitet, scheint der Name der Serie dem Dargestellten simultan Leben einzuhauchen. Nominell haben wir es folglich mit einem silbergrauen Winterschl\u00e4fer zu tun, der jedoch nicht als tierliches Individuum, sondern als warenf\u00f6rmiger Typus \u2013Modell <i>hibernator,<\/i> Ausf\u00fchrung <i>silvergrey<\/i> \u2013 pr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.ruthvanbeek.com\/select.php?idl=372\">Fotocollagen der betreffenden Serie<\/a> verwendet Ruth Van Beek Fotografien von Kleintieren aus Haustier-Enzyklop\u00e4dien als Materialgrundlage. Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Chinchilla oder Hauskatze werden hierauf vor einem kontrastfarbigen Studiohintergrund prominent in Szene gesetzt. Durch Falten und Zerschneiden r\u00fcckt die niederl\u00e4ndische K\u00fcnstlerin den gew\u00e4hlten fotografischen Reproduktionen der Bildobjekt gewordenen Tierk\u00f6rper auf durchaus brutale Weise zu Leibe, um derart einen radikalen, die urspr\u00fcngliche K\u00f6rperform verst\u00fcmmelnden Eingriff zu erzielen.<\/p>\n<p>Van Beek treibt derart die anatomischen Mutationen z\u00fcchtungsbedingter Domestizierungsprozesse des Konsumobjekts Tier symbolisch auf die Spitze und thematisiert auf physisch schmerzhafte Weise die sadistische Seite der menschlichen Tierliebe. Indem sie der konfektionierten Kreatur ihr Antlitz nimmt und der*dem Rezipient*in derart die M\u00f6glichkeit zur Identifikation verweigert, kann sich jene ma\u00dfgeblich auf Anthropomorphismus basierende affektive Hinwendung nicht einstellen, die f\u00fcr die Erfahrung des Niedlichen grundlegend ist. Einzig der transitorische Zustand des Winterschlafs n\u00e4hrt eine diffuse Hoffnung auf die zuk\u00fcnftige Emanzipation der Tiere von ihrem fetischisierten Objektstatus und eine Umkehrung des etablierten Machtverh\u00e4ltnisses. <i>What the fluff!<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uni-frankfurt.de\/66329176\/personen42\">Katja Gunkel<\/a> (Dr. phil.), geb. 1981, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Neue Medien am Institut f\u00fcr Kunstp\u00e4dagogik der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Hier geht es zum ersten Teil der Serie \u00fcber das Niedliche:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/\">Squeezing Animals:\u00a0\u00dcber die Verformbarkeit des Niedlichen.<\/a><span id=\"more-9034\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> @Maci via Pinterest; https:\/\/www.pinterest.de\/pin\/429601251952036893\/.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Gunkel, Katja: Squeezing Animals. \u00dcber die Verformbarkeit des Niedlichen. Konsumrezension Winter, 28.01.2019, http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2019\/01\/28\/konsumrezension-wintervon-katja-gunkel28-1-2019\/ [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Bez\u00fcglich des Begriffs wie Designkonzepts vgl. Gn, Joel: Designing Affection. On the Curious Case of Machine Cuteness, in: Joshua Dale et al. (Hrsg.): The Aesthetics and Affects of Cuteness, New York [u.a.] 2017, S. 175-193.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> N.N.: 21 Fluffy Animals That Are Cuddlier Than a Plush Toy, https:\/\/brightside.me\/wonder-animals\/21-fluffy-animals-that-are-cuddlier-than-a-plush-toy-675610\/ [25.04.19]. Wer nun aber glaubt, Flauschiges m\u00fcnde zwangsl\u00e4ufig in Niedliches, irrt, wie die Bewertung der haarigen Albino-Spinnenart Theraphosidae alba belegt \u2013 \u201eWorld\u2019s fluffiest NOPE.\u201c DENNISH: Still A Nope! 29.07.2015, https:\/\/de.1jux.net\/364826, [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Die allt\u00e4glichen Beobachtungen der Autorin beanspruchen hierbei keine repr\u00e4sentative G\u00fcltigkeit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. bspw. Power POMPOM von Boostcase in der Farbausf\u00fchrung Rose Quartz aus puderrosa gef\u00e4rbtem Fuchsfell \u2013 Kostenpunkt $ 49,95; https:\/\/boostcase.com\/shop\/pompom-furball-battery-blush\/ [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Die j\u00fcngste Crowdfunding-Kampagne des Nachfolgemodells mit zus\u00e4tzlich eingebautem Bluetooth-Tracker zur Lokalisierung der beflauschten Besitzt\u00fcmer stie\u00df allerdings nicht auf ausreichend gro\u00dfes Interesse. \u2028Vgl. https:\/\/www.kickstarter.com\/projects\/1022278839\/power-pompom-charger-battery-bluetoothtracker-and?utm_source=kickbooster-direct&amp;utm_medium=kickbooster&amp;utm_content=link&amp;utm_campaign=eflsnyuj [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Mit \u201aSerenity\u2018 und \u201aRose Quartz\u2018 \u00fcbernimmt der Hersteller Boostcase beispielsweise das Trendfarbduo des Jahres 2016. Vgl. https:\/\/store.pantone.com\/de\/de\/rose-quartz-serenity-2016-color-of-the-year [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u201e[S]tate of carnal immanence\u201c \u2013 Aloi, Giovanni: Speculative Taxidermy. Natural History, Animal Surfaces, and Art in the Anthropocene, New York [u.a.] 2018, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Einheitlich rot durchgef\u00e4rbt und mit einem dreieckigen Augenpaar versehen, verwandelt sich die Fuchspelz-Bommel \u00e0 la Fendi f\u00fcr 690 US-Dollar in einen \u00fcbellaunig dreinblickenden \u201aTaschenk\u00e4fer\u2018 und verdeutlicht derart exemplarisch , dass die rudiment\u00e4re Gestaltwerdung mitnichten jene Tierart adressiert, welche f\u00fcr die Produktion der Bommel ihr Fell und folglich ihr Leben gelassen hat.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u201e[\u2026] \u201a[G]iving face\u2018 in cuteness seems to amount to denying speech. The striking incompleteness of the cute visage implies that although the object must be given just enough face to enable it to empathetically return our gaze, a fuller personification becomes impossible because it would symbollically render that object our equal, erasing the power differential on which the aesthetic depends.\u201c Ngai, Sianne: Our Aesthetic Categories. Zany, Cute, Interesting, Cambridge\/Mass. [u.a.] 2012, S. 91.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. ebd., S. 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Grossman, Andrew: Freedom from the Pedomorphic Ideal. A Speculation on the Tragically Cute, brightlightsfilm.com vom 31.10.2010, https:\/\/brightlightsfilm.com\/freedom-from-the-pedomorphic-ideal-a-speculation-on-the-tragically-cute\/, o.S. [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Die Texteingabe \u201aFluffy Dog\u2018 in der Google-Bildersuche m\u00fcndet freilich nicht ein derart homogenes Ergebnis. Neben Zwergspitzen unterschiedlicher Couleur finden sich auch Chow-Chows, ungeschorene Pudel, Afghanen, Huskies, Pekinesen, Collies und dergleichen mehr.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Wobei die Bezeichnung Pommeraner (engl. Pomeranian) prim\u00e4r auf die Provenienz der urspr\u00fcnglich aus dem ehemaligen Pommern stammenden Hunderasse hinweist<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> MrPuffin: The Tiniest and Fluffiest of all Tiny Fluffy Dogs, http:\/\/www.thatcutesite.com vom 07.12.2010, http:\/\/www.thatcutesite.com\/the-tiniest-and-fluffiest-of-all-tiny-fluffy-dogs\/, o.S. [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. N.N.: 21 Fluffy Animals That Are Cuddlier Than a Plush Toy, https:\/\/brightside.me\/wonder-animals\/21-fluffy-animals-that-are-cuddlier-than-a-plush-toy-675610\/ [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Skirmant\u00e9: These 16 Fluffy Animals Will Make You Say Awww, https:\/\/www.boredpanda.com\/cute-fluffy-animals\/?utm_source=google&amp;utm_medium=organic&amp;utm_campaign=organic [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Hartmann, Flora: Meme. Die Kunst des Remix. Bildsprache politischer Netzkultur, hrsg. von der Amadeu Antonio Stiftung, Berlin 2017, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. z.B. http:\/\/www.lolcats.com\/ sowie https:\/\/knowyourmeme.com\/memes\/lolcats [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. z.B. https:\/\/knowyourmeme.com\/memes\/advice-animals [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Breunner, Philipp; H\u00fcningen, James zu: Verwechslungskom\u00f6die, Lexikon der Filmbegriffe, 12.10.2012, http:\/\/filmlexikon.uni-kiel.de\/index.php?action=lexikon&amp;tag=det&amp;id=2491, o.S. [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Harris, Daniel: Cute, Quaint, Hungry and Romantic. The Aesthetics of Consumerism, Boston\/Mass. 2000, S. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> M\u00f6nnig, Mona: Das \u00fcbersehene Tier. Eine kunstwissenschaftliche Betrachtung, Bielefeld 2018, S. 93.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Vgl. Wong, Hubert: This Cute Pomeranian Is Now a Viral Sensation After He Was Groomed to Look Like an Egg, 02.04.2019, https:\/\/www.worldofbuzz.com\/this-cute-pomeranian-is-now-a-viral-sensation-after-he-was-groomed-to-look-like-an-egg\/ [25.04.19].<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vgl. Harris: Cute, Quaint, Hungry and Romantic, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Vgl. Grossman: Freedom from the Pedomorphic Ideal, o.S.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pompon trifft Pommeraner<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[189,730,731,772,1672,1790,1813,1814,1898,2130,2264],"class_list":["post-9249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-animismus","tag-fellbommel","tag-fellkugeln","tag-fluffyness","tag-niedlich","tag-plueschtier","tag-pom","tag-pompom","tag-produktsprache","tag-sianne-ngai","tag-suess"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9249"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9249\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}