{"id":9298,"date":"2019-06-01T11:11:56","date_gmt":"2019-06-01T09:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9298"},"modified":"2019-06-01T11:11:56","modified_gmt":"2019-06-01T09:11:56","slug":"social-media-maivon-maria-l-felixmueller31-5-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/06\/01\/social-media-maivon-maria-l-felixmueller31-5-2019\/","title":{"rendered":"Social Media Maivon Maria L. Felixm\u00fcller31.5.2019"},"content":{"rendered":"<p>Zum Nachleben der Kunstgeschichte in Internetmemen<!--more--><\/p>\n<p>\u201eWie entstehen die sprachlichen oder bildf\u00f6rmigen Ausdr\u00fccke, nach welchem Gef\u00fchl oder Gesichtspunkt, bewusst oder unbewusst, werden sie im Archiv des Ged\u00e4chtnisses aufbewahrt und gibt es Gesetzte, nach denen sie sich niederschlagen und wieder heraus dringen?\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Dies war eine der Hauptfragen, mit der sich der Kunst- und Kulturwissenschaftler Aby M. Warburg zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert besch\u00e4ftigte. Um diese Frage zu beantworten, ist der Kunsthistoriker Warburg weit in die Felder der Evolutionsbiologie, Psychoanalyse und Kulturgeschichte vorgedrungen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Diese Frage ist f\u00fcr mich auch zur Leitfrage in der Auseinandersetzung mit Internetmemen geworden, und deshalb werde ich im Folgenden Meme auf Warburgs Theorie hin untersuchen: Sind Bilder tats\u00e4chlich ein k\u00fcnstlerischer Ausdruck, in dem sich affekthafte Emotionen manifestieren?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Warburgs Pathosformel<\/p>\n<p>Warburg setzte sich intensiv mit der Verbreitung symbolhafter Ausdr\u00fccke auf der <i>Wanderstra\u00dfe der Bilder<\/i> auseinander. Historische Kunstwerke, die als Bilderfahrzeuge dienten, wie z. B. Wandtepppiche, aber auch Briefmarken, Poster und fotografische Schnappsch\u00fcsse stellten f\u00fcr ihn ertragreiche Ausdr\u00fccke von Bildern dar, um eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wie kulturelle Inhalte weitergereicht und verbreitet wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als Kunsttheoretiker ging f\u00fcr Warburg alles vom Bild aus und musste auch auf das Bild zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. In den spontanen und dennoch bewussten menschlichen Ausdr\u00fccken der Kunst sah er differenzierte Ebenen menschlicher Entwicklung und betrachtete sie dementsprechend als anthropologische Artefakte. Vor allem die im 19. Jahrhundert viel diskutierte Idee eines vererbbaren kollektiven Ged\u00e4chtnisses war f\u00fcr seine \u00dcberlegungen zentral. Die wiederholte Auseinandersetzung mit Hirn- und Ged\u00e4chtnisforschung, mit zeitgen\u00f6ssischen Physiologen, Psychologen und Biologen im Kontext kultureller Psychologie haben es Warburg erm\u00f6glicht, die Idee sich einschreibender Erinnerung in die Kultur- und Kunsttheorie zu \u00fcbertragen. Er entwickelte die These, dass die erneute Aktivierung von den im Unterbewusstsein gespeicherten Erinnerungsmustern in einem k\u00fcnstlerischen Ausdruck manifest werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Zentral ist daf\u00fcr Warburgs Begriff der Pathosformel. In universalg\u00fcltigen Blaupausen formaler Gestik und gef\u00fchlsbetonter Mimik, die Warburg auch \u201edas Volkslatein der pathetischen Geb\u00e4rdensprache\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> nannte, erkannte er eine Allgemeing\u00fcltigkeit, die sich durch die Jahrhunderte von der Antike zur Renaissance wiederholte. Hinter jedem Ausdruck des Pathos liegen affekthafte psychische Energien. Sein Fokus lag dabei haupts\u00e4chlich auf Gestik und Mimik der Ekstase oder des Leidens.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Verkn\u00fcpfung der beiden Warburgschen Hauptgedanken \u2013 die sich scheinbar von selbst verbreitenden Bilderfahrzeuge und die Wiederholung von pathosgeladenen Bildinhalten als affekthafter Ausdruck eines kollektiven Ged\u00e4chtnisses \u2013 funktioniert als geeignete Linse, um die zeitgen\u00f6ssische Kultur der Internetmeme zu betrachten. Internetmeme werden online digital verbreitet, und die Wiederholung ist Grundlage ihrer Existenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Internetmeme: Definition nach Shifman<\/p>\n<p>Eine erste Analyse der Internetmeme wurde von der Kulturwissenschaftlerin Limor Shifman 2013 ver\u00f6ffentlicht. Sie hat gezeigt, dass es sich bei Internetmemen um eine Erscheinung handelt, die als Prisma f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis bestimmter Aspekte der zeitgen\u00f6ssischen Kultur begriffen werden k\u00f6nnen. Ein Verst\u00e4ndnis kultureller Einheiten, in dem sich die Thesen Aby Warburgs widerspiegeln.<\/p>\n<p>Shifman unterscheidet in traditionelle Meme und Internetmeme. Das traditionelle Mem wird von ihr klar auf die Ideen von Ewald Hering und Richard Semon zur\u00fcckgef\u00fchrt \u2013 mit denen sich auch Warburg besch\u00e4ftigt hatte. Daraufhin bezieht sie die Thesen von Richard Dawkins und Susan Blackmore aus den 1970er und 1980er Jahren mit ein. Das traditionelle Mem steht deutlich im Kontext der Evolutionsbiologie. Hingegen ist das Internetmem von Shifman als eine kulturelle Einheit definiert, die biologisch unabh\u00e4ngig ist. Internetmeme sind nicht nur auf Bilder beschr\u00e4nkt. Videos, Texte, Musikst\u00fccke und Mischformen fallen ebenfalls unter diesen Begriff.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem traditionellen Mem und Internetmem liegt im Erfolgsgedanken. Das erfolgreiche evolutionstheoretische Mem ist, entsprechend den Genen, durch seine Langlebigkeit definiert. Das Internetmem ist hingegen meistens eine Modeerscheinung von relativ kurzer Dauer und in der Popul\u00e4rkultur verortet. Shifman definiert ein Internetmem wie folgt:<\/p>\n<p>Internetmeme sind eine Gruppe digitaler Einheiten, die bestimmte Eigenschaften des Inhalts, der Form und Haltung teilen, die memetischen Dimensionen. Die Meme sind in Kenntnis der schon existierenden entstanden und werden von Benutzern und Beteiligten online ver\u00f6ffentlicht und verteilt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Der Mensch ist also kein von Memen gelenktes Vehikel oder von viralen Memen besetzter Wirt, wie noch von Dawkins und Blackmore angedacht, sondern bewusst partizipierend Handelnder und aktiver Verteiler. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Ullrichs Inversive Pathosformel<\/p>\n<p>Wolfgang Ullrich ist nach meinem Kenntnisstand der einzige, der bisher die Pathosfomel in Verbindung zu Internetmemen gesetzt hat. In seinem Artikel <i>Inverse Pathosformeln<\/i> \u2013 <i>\u00dcber Internetmeme <\/i>untersucht der Kunsthistoriker die M\u00f6glichkeit, ob sich die Pathosformeln in Internetmemen wiederfinden lassen. Seiner Meinung nach werden in Internetmemen einschl\u00e4gige Kunstwerke und Bilder verarbeitet, um ihre einsch\u00fcchternde Wirkung auf ein spezielles Publikum umzuwandeln. Dabei sieht er das Internetmem als eine parodistische Negation eines ernsten Ereignisses oder ernstzunehmenden Bildes.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als psychologisches Instrument fungiert das Erstellen, Teilen und Liken eines Memes, um den aufgeregten Individualgeist zu beruhigen. Ullrich erkennt an, dass der Grund eines Internetmemes in der Distanzierung liegt. Seinem Gedankengang folgend, dienen Internetmeme jedoch dazu, den erschreckenden und\/oder einsch\u00fcchternden Effekt eines Motivs zu unterwandern. Der Umgang mit Internetmemen ist ein We,g sich von etwas zu erleichtern, das tief im kollektiven Ged\u00e4chtnis gespeichert ist. Nicht \u2013 wie es bei der Pathosformel der Fall ist \u2013 es zu festigen, zu st\u00e4rken oder zu verdichten. In letzter Konsequenz schl\u00e4gt er vor, dass das Internetmem doch besser als Internet-<i>Amnem<\/i> in Anlehnung an die Amnesie bezeichnet werden sollte.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Supplementum<\/p>\n<p>Ich werde die von Ullrich aufgeworfene Frage weiterdenken. Wichtig ist es, zwischen den Pathosformeln an sich und dem Wiederholungsaspekt innerhalb des Konzepts der Pathosformeln zu unterscheiden. Beides h\u00e4ngt eng miteinander zusammen, und wie Warburg bereits gezeigt hatte, konnte durchaus eine Umcodierung der ausl\u00f6senden Affekte in der Manifestation stattfinden. Ich sehe vor allem in der affekthaften Reaktion, Internetmeme zu verwenden, in der Wiederholung durch Copy\u2019n\u2018Paste, Teilen, Verschicken, Rebloggen und Retweeten eine Effektivit\u00e4t \u00e4hnlich der Pathosformeln, deren Langzeitwirkung im kollektiven Ged\u00e4chtnis man noch nicht einsch\u00e4tzen kann.<\/p>\n<p>Wenn man nach Pathosformeln in Internetmemen sucht, dann wird einem Konzept nachgesp\u00fcrt, das urspr\u00fcnglich im Kontext detailreicher, hochanerkannter Werke der Kunstgeschichte entwickelt wurde und nun auf oft niederschwellige, flache, abf\u00e4llige und\/oder politisch unkorrekte Bild-Wort-Witze und Parodien \u00fcbertragen wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ullrich deutet die Umkehrung der Formeln und Motive in Internetmemen als Wunsch der Negierung der emotionalen Bedeutung des Ausgangspunktes, sprich des Motivs. Das sehe ich nicht so, vielmehr l\u00e4sst sich der Kern der Pathosformel \u2013 Emotionen die derartig stark wirken, dass sie in Wiederholungen manifestiert werden \u2013 deutlich in Internetmemen nachweisen.\u00a0Er nennt als Beispiel das Mem <i>The Situation Room, <\/i>auf das auch hier vertiefend eingegangen werden soll.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9310\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.17-1024x679.png\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.17-1024x679.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.17-300x199.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.17-768x509.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.17.png 1838w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/p>\n<p>In diesem Fall ist das Ursprungsbild des Internetmems eine ernste Situation, die einen Punkt hinter die traumatische Erfahrung eines Landes setzten sollte und entsprechend hohe politische Relevanz besitzt. Alles in allem eine in ihrer historischen Tragweite nahezu ungreifbare Situation.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">The Situation Room: Bildanalyse<\/p>\n<p>Einige erinnern sich h\u00f6chstwahrscheinlich: Anlass des Bildes war die Kill-or-Capture-Operation bei der Osama Bin Laden am 1. Mai 2011 erschossen wurde. Was sehen wir? Mitglieder des US National Security Councils sitzen gemeinsam mit dem damaligen Pr\u00e4sidenten und anderen wichtigen Regierungsangeh\u00f6rigen eng zusammengedr\u00e4ngt in einem kleinen Raum. Sie schauen ernst und besorgt links aus dem Bild, wo man einen Bildschirm vermuten kann. Als Betrachter der Fotografie sieht man nicht, was der Anlass der Best\u00fcrzung und Sorgen der US-Regierungsvertreter ist.<\/p>\n<p>In der Mitte sitzt ein General, der als einziger nicht gebannt dem Geschehen links au\u00dferhalb des Bildes folgt, sondern sich in Aktion befindet: Er schaut auf seinen Laptop, tippt und es dr\u00e4ngt sich die Frage auf, ob er als Angeh\u00f6riger des Milit\u00e4rs in direktem Kontakt mit den Soldaten ist, die die Operation durchf\u00fchren. Links von ihm sitzt \u2013 ganz allt\u00e4glich gekleidet \u2013 der damalige Pr\u00e4sident Barack Obama und zwei Pl\u00e4tze rechts vom milit\u00e4rischen Zentrum die Secretary of State Hillary Clinton, die sich verst\u00f6rt die Hand vor den Mund h\u00e4lt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Man kann im <i>Situation Room<\/i> drei verschiedene Reaktionsformeln ausmachen. Erstens: ernste oder gebannte Mimik, die von etwas eingenommen wird, das links au\u00dferhalb des Bildes liegt; zweitens: der konzentrierte Fokus auf etwas innerhalb des Bildes; und drittens eine verst\u00f6rte Mimik, die von einer affekthaften Geste erg\u00e4nzt wird. Der <i>Situation Room<\/i> zeigt die Handlungsunf\u00e4higkeit und l\u00e4hmende Ernsthaftigkeit gegen\u00fcber einer verst\u00f6renden Situation.\u00a0Alle Personen sind in einer der drei stimmungsvollen Posen festgehalten. <i>Pathos<\/i> vom griechischen <i>Leiden<\/i> meint das Ergriffen sein von bestimmten Ideen und Stimmungen. Pathos steckt auch in dieser Fotografie.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Greifbarkeit des Unfassbaren<\/p>\n<p>In Bildern lagen f\u00fcr Warburg die Manifestationen der in Pathosformeln gespeicherten Affekte wie Angst, Leidenschaftlichkeit und Ekstase. Ihr Ursprung liegt im latent kollektiven Unbewussten und kann im kulturellen Bewusstsein durch Bildwerdung manifestiert und greifbar gemacht werden. Die Greifbarkeit entsteht durch den K\u00fcnstler, der sich zwischen dem \u201ehantierenden Greifmenschen\u201c und dem \u201eDenkmenschen\u201c, der sich auf rationaler Distanz zum Gegenstand befindet.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Dem K\u00fcnstler ist es m\u00f6glich die starken Emotionen in einen k\u00fcnstlerischen Ausdruck zu transformieren. Mittels Pinsel, Stift oder sonstigem Ger\u00e4t h\u00e4lt er die affekthafte Sensation auf notwendigem Abstand. In der Transformation distanziert er sich von der emotionalen Wirkkraft, und es ist m\u00f6glich die Emotionen in Bildern zu bannen. Kunstwerke sind daher in Warburgs Thesen ein bildhafter Ersatz und Abwehr schaffendes Objekt zur Verteidigung der rationalen Vernunft.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Eigentlich ist der General beim Originalbild des <i>Situation Room<\/i>s gar nicht der einzige, der nicht auf die Ereignisse links au\u00dferhalb des Bildes schaut. Im Gegensatz zur Starre, die die anderen Personen befallen hat, war der Fotograf, Pete Souza in Aktion, um \u2013 im besten Sinne Warburgs \u2013 als \u201ehantierender Greifmensch\u201c mit seiner Kamera diesen unfassbaren Moment festzuhalten.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Zwischen ihm und der eigentlichen Situation ergab sich dadurch eine Distanz, die es ihm erm\u00f6glichte das entsprechend eindr\u00fcckliche Bild zu fotografieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">One does not become just a Meme<\/p>\n<p>Das Originalbild ist Bestandteil des Internetmems. Auch dem Original liegen Form, Inhalt und Haltung als memetische Dimensionen zugrunde. Es dr\u00e4ngt sich daher auch die Frage auf, welche Haltung das Wei\u00dfe Haus einnehmen wollte bzw. welchen Zweck mit der Ver\u00f6ffentlichung erzielt werden sollte. Statt gar kein Bild zu bringen oder eine, wie die US-Regierungsvertreter die Exekution des Staatsfeinds Nr. 1 feierten, wird ein Bild ver\u00f6ffentlicht, das einen Raum voller ernst dreinblickender Personen zeigt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Bild wurde einen Tag nach der Operation, allein mit dem folgenden Kommentar auf den Flickr-Account des Wei\u00dfen Hauses, hochgeladen:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0\u00a0<\/span>\u201cThe Photograph may not be manipulated in any way and may not be used in commercial or political materials, advertisements, emails, products, promotions that in any way suggests approval or endorsement of the President, the First Family, or the White House.\u201d<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Es wurde in k\u00fcrzester Zeit eines der meist angesehenen Bilder auf dem Account und nur wenige Stunden sp\u00e4ter tauchte auf <i>reddit<\/i> das erste Mem dazu auf. Viele weitere folgten.\u00a0Es l\u00e4sst sich nur spekulieren, was von der Regierung mit der Ver\u00f6ffentlichung dieses speziellen Bildes kommuniziert werden sollte. Dass es aber ein Bild mit hohem emotionalen Effekt gewesen ist, zeigen nicht nur die Zahlen, wie oft das Bild aufgerufen wurde, sondern vor allem auch, dass es ein Internetmem geworden ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9309\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.47-1024x683.png\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.47-1024x683.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.47-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.47-768x512.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.42.47.png 1698w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Partizipationsl\u00fccke<\/p>\n<p>Einen ersten Anhaltspunkt, warum das Bild zu einem Mem wurde, findet man bei Henry Jenkins. Er hat gemeinsam mit Kollegen demonstriert, dass es zwischen der digitalen Partizipationskultur und gewissen gesellschaftlichen Bereichen, die sich einem direkten Einfluss entziehen, wie zum Beispiel der Politik, eine L\u00fccke gibt.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Internetmeme zu produzieren, zu teilen und verteilen, bietet die M\u00f6glichkeit, dem Unwohlsein gegen\u00fcber dieser L\u00fccke Ausdruck zu verleihen. Internetmeme sind demnach ein Versuch die L\u00fccke zumindest gef\u00fchlt zu \u00fcberbr\u00fccken.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gleichzeitig entlarven sie die L\u00fccke zwischen Gesellschaft und Politik. Eine L\u00fccke, die im Fall des <i>Situation Rooms<\/i> unter anderem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass zwar bei der Ver\u00f6ffentlichung darauf geachtet wurde, klar zu stellen, dass jede weitere Verwendung des Bildes ohne Genehmigung des Wei\u00dfen Hauses rechtswidrig ist, aber vers\u00e4umt wurde, mitzuteilen, warum die Gruppe der US-Regierungsvertreter derartig besorgt und erschrocken ist. Es wurde vorausgesetzt, dass die Betrachter ohnehin wissen, was dargestellt ist. Es wurde erwartet, dass sie <i>im Bilde sind<\/i>.<\/p>\n<p>Den Protagonisten des Originalbildes ist nicht anzusehen, was sich links im Bild befindet, und diese Wissensl\u00fccke, das Unbekannte und das Unsichtbare, l\u00f6st bei den Betrachtern zus\u00e4tzliches Unwohlsein aus. Diesem lauten Nichtwissen, mit dem die Betrachter konfrontiert sind, gibt das<i> Situation Room Flowergirl<\/i> besonders aufschlussreich Ausdruck.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>In der Mitte am Tisch schaut uns grimmig ein kleines M\u00e4dchen mit Blumenkranz im Haar entgegen und h\u00e4lt sich die Ohren zu. Das <i>Frowning Flowergirl<\/i> oder auch <i>RoyalWeddingGirl<\/i> ist ein eigenst\u00e4ndiges Internetmeme.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9307\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.15-1024x693.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.15-1024x693.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.15-300x203.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.15-768x520.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.15.png 1750w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Ausgel\u00f6st wurde es, als Prinz William und Kate Middleton nach ihrer Hochzeit zum ersten Mal auf den Balkon traten, um vor dem Volk den <i>Royal Kiss<\/i> zu vollziehen. Das dreij\u00e4hrige Blumenm\u00e4dchen h\u00e4lt sich ungl\u00fccklich drein schauend wegen der lauten Jubelschreie in kindlicher Direktheit die Ohren zu. Nachdem vorerst nur der Hashtag <i>#RoyalWeddingGirl<\/i> auf Twitter kursierte, wurde das M\u00e4dchen noch am selben Tag einem Bild von einer Trump-Rede hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9308\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.01-1024x706.png\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.01-1024x706.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.01-300x207.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.01-768x529.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.01.png 1062w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/p>\n<p>Innerhalb k\u00fcrzester Zeit entwickelte sich die Implementierung des <i>Frowning Flowergirls<\/i> als Symbol, um Situationen, die Angst, Unwohlsein und Leiden verursachen, zu kommentieren. Ob sie im <i>Situation Room<\/i> mit an den Tisch gesetzt wurde und sich die Ohren wegen den Sch\u00fcssen zuh\u00e4lt; ob sie so ungl\u00fccklich guckt, weil sie die Situation an sich nicht aush\u00e4lt, kann nicht gekl\u00e4rt werden. Dass sie aber als symbolhafte Geste in das Ensemble hinzugef\u00fcgt wird, l\u00e4sst auf das emotionale Unwohlsein das das Originalbild ausl\u00f6st, schlie\u00dfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die L\u00fccke im Situation-Room<\/p>\n<p>Wenn man sagen kann, dass die Internetmeme Ausdruck einer partizipatorischen L\u00fccke sind, dann greifen sie im <i>Situation Room Meme<\/i> unbewusst etwas auf, was im Bild bereits enthalten ist. Sitzen und stehen die US-Regierungsvertreter nicht ebenso unbeteiligt der Bin Laden-Aktion gegen\u00fcber? Sie sind ebenfalls mit einer Beteiligungsl\u00fccke konfrontiert. Die Times beschrieb sehr einleuchtend, \u201cthe President and his senior aids could do nothing but watch the video screen and listen to the operation and ensuing firefight on the other side of the world.\u201d Etwas weiter dann \u201cIn the modern age, Presidents can experience their own military actions like a video game, except that they have no control over the events.\u201d<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie es in dem Times-Artikel in Worte gefasst wurde, ist der Gedanke, dass der Pr\u00e4sident bei milit\u00e4rischen Aktionen wie in einem Videospiel zusieht, aber nicht eingreifen kann, derartig erschreckend, dass er in einem Mem schlussendlich eine Umcodierung in das Gegenteil erf\u00e4hrt: Dem Pr\u00e4sidenten wird die M\u00f6glichkeit zu reagieren in Form eines Playstation-Controllers in die H\u00e4nde gelegt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9306\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.40.png\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.40.png 726w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.40-217x300.png 217w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Geste der Sprachlosigkeit<\/p>\n<p>Pathosformeln sind Posen und Gesten, deren Wirkung so stark sind, dass sie in Variationen immer wieder neu verarbeitet werden und dadurch als formende Kraft kulturelle Evolution an- und vorantreiben. In seinen letzten Lebensjahren hat Warburg in der Zusammenarbeit mit Ernst Cassirer den Gestus als symbolische Form erkannt. Die Bedeutungsimmanenz der pathetischen Geb\u00e4rde f\u00e4llt nach Warburgs Auffassung in der bildlichen Darstellung und der Wahrnehmung derselben zusammen. Internetmeme als gleichwertige symbolische Gesten zu verstehen und als ebensolche Kommunikationseinheiten f\u00fcgt Bildern eine kommunikative Vielschichtigkeit hinzu.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Geste im originalen <i>Situation Room<\/i> ist keine von Warburg verfolgte klassische Formel. Er hatte sich auf ausdrucksstarke Bewegungsdarstellungen der Ekstase und des Leidens im <i>Nachleben der Antike in der Renaissance <\/i>konzentriert.\u00a0Die von Hillary Clinton vor den Mund gehaltene Hand ist dennoch ausdrucksstark. Sie suggeriert gebannte Sprachlosigkeit. Ein Schreck, der in der Sprachlosigkeit verharren l\u00e4sst. Dies steht zwar ganz im Gegensatz zu Warburgs bewegten Formeln, ist aber nicht weniger emotional eindr\u00fccklich. Der absolute Stillstand als das Gegenteil zur Bewegung.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Clintons Geste hat es einer Vielzahl an <i>reddit<\/i>-Usern angetan. 889 Zustimmungspunkte bekam der Kommentar: \u201eI can\u2019t stop looking at Hillary. She always seems so phony in public appearances, but this shows real emotion.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Auch diese Reaktion wurde in einem Mem manifestiert. Ihr Gesicht wird zur einzig g\u00fcltigen Mimik innerhalb des <i>Situation Rooms<\/i>. Auf gleiche Art wie in dem All-Obama-Mem wurden alle Regierungsvertreter durch Clintons Gesicht und Geste ersetzt. Ein Raum voll gebannter Spachlosigkeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9305\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.56-1024x683.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.56-1024x683.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.56-300x200.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.56-768x513.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.43.56.png 1864w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Wie bei Warburg beschrieben, l\u00f6sen die im Bild manifestierten Emotionen beim Betrachter affekthaft Emotionen aus und f\u00fchren in Folge zu Wiederholungen affekthafter Reaktionen. Eine Aufforderung zum Nichtstun, wie sie vom Wei\u00dfen Haus ausgesprochen wurde, f\u00fchrt mitunter eher zum Gegenteil und l\u00e4dt die Betrachter ein, die L\u00fccken zu f\u00fcllen. Da Meme meist anonym generiert und verbreitet werden, ist es kaum m\u00f6glich den Autor zu identifizieren.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Ullrich bezeichnet Meme als Parodien. Parodien, die etwas Vorhandenes ins Komische ziehen, indem sie Form und Ton des Vorbildes beibehalten, diesem aber einen nicht mehr entsprechenden Inhalt unterschieben. Das trifft auch in den meisten F\u00e4llen zu. W\u00e4hrend seiner Meinung nach die Ernsthaftigkeit einer Situation durch die Parodien untergraben wird, m\u00f6chte ich vorschlagen, das Blickfeld zu erweitern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich hoffe, an den bereits gezeigten Beispielen nachgewiesen zu haben, dass ein Mem nicht zwingend einen nicht mehr entsprechenden Inhalt transportiert, sondern h\u00e4ufig auch nur eine emotionale Erg\u00e4nzung sein kann. Es ist nicht au\u00dfer Acht zu lassen, dass h\u00e4ufig bei Internetmemen eine destruktive und manchmal auch aggressive Intention mitschwingt. Doch die Sichtbarwerdung abwehrender Charakteristika dieser spielerischen Ausdr\u00fccke zu ignorieren und als simple Aggressionen abzutun denkt die kulturelle Relevanz der Internetmeme zu kurz. Wo man das Originalmotiv oder zumindest seine Bedeutung nicht geschont und gew\u00fcrdigt sehen kann, findet trotz allem die Manifestation affekthafter Emotionen statt, die durch das Ursprungsbild ausgel\u00f6st wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Pathosformel und Humor<\/p>\n<p>Die einfache Frage, die diesem Aspekt zugrunde liegt lautet: Kann eine Parodie oder simpler Witz die wirkungsstarken Emotionen in Internetmemen transportieren?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>In dem kurzen Essay <i>Der Humor <\/i>(1927) hat Sigmund Freud dargestellt, dass Menschen emotional anspruchsvolle, stressige Situationen vermeiden indem sie Witze machen. Im Gegensatz zu unges\u00fcnderen Sublimations- oder Abwehrmechanismen hilft Humor, sich \u00fcber emotional anspruchsvolle Situationen hinwegzusetzen, ohne die mentale Balance zu verlieren. Nach Freud ist Humor trotzig und kann nicht nur emotional anheben, sondern ebenso distanzierend, sogar befreiend wirken.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Kindern und Erwachsenen wichtig, wenn man bedenkt, dass die Parodie vor allem in Zeiten geistig-k\u00fcnstlerischer Umbr\u00fcche auftritt und die j\u00fcngere Generation sie nutzt, um sich gegen\u00fcber den \u00c4lteren zu behaupten. Sie dient der Entlastung von der emotionalen Wirkkraft der Situation, deren Tragweite nicht nur die im Originalbild Dargestellten in eine Art Ohnmachtsgef\u00fchl versetzt, sondern ebenso die Betrachter. In der Masse der Meme wird die emotionale Wirkkraft noch deutlicher. Doch wer lacht, zeigt Z\u00e4hne gegen\u00fcber der bedrohlichen L\u00fccke der Handlungsunf\u00e4higkeit, Unwissenheit und in Angesicht hilfloser Landesv\u00e4ter. Dass durch Humor eine gef\u00fchlte \u00dcberlegenheit entsteht, zeigt sich, wenn in Freuds Worten \u201esich in die Rolle des Erwachsenen, gewisserma\u00dfen in die Vateridentifizierung begeben [wird] und die andern zu Kindern herab[ge]dr\u00fcckt\u201c werden. Der von Freud angef\u00fchrte Trotz findet sich ebenso in Memen, wenn sie sich in Parodien gegen die Ungunst der realen Verh\u00e4ltnisse auflehnen, wie am Beispiel des Mems, in dem Obama ein Controller in die Hand kopiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Daddy-Issues<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch einige weitere Parodien gemeinsam betrachten. Warburg hatte die Notwendigkeit erkannt, alle Details innerhalb eines Bildes in ihre Interpretation miteinzubeziehen und genau das wird notwendig sein, um die transformierten Affekte zu erkennen.\u00a0Kommen wir noch einmal zur\u00fcck zu dem <i>All Obama Situation Room<\/i>, in dem Mem wurde allen Personen das Gesicht von Obama digital aufgesetzt. Hier ist interessant, dass die Geste von Clinton erhalten bleibt. Der entsprechende Obama h\u00e4lt sich weiterhin die Hand vor den Mund. Schaut man in die Kommentare des <i>reddit<\/i>-Threats zum Originalbild, dann findet man mehrere Wortmeldungen dazu, wie beeindruckt und schockiert die Betrachter von der Haltung der erstarrten Mimik ihres Pr\u00e4sidenten gewesen sind: \u201cThe Gravity of Obama\u2019s expression is almost frightening.\u201d<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Dieser Kommentar hat 938 Zustimmungspunkte erhalten und wenig sp\u00e4ter eine humoristische Antwort:<b> <\/b>\u201eThis ist he expression I hope I can mustert he first time my daughter comes home drunk at 1:00 AM.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Eine Antwort, die tief blicken l\u00e4sst; setzt sie doch den Blick Obamas, dem gew\u00e4hlten Landesvater, im \u00fcbertragenem Sinn mit dem eines Vaters, der seine Tochter zu sp\u00e4ter Stunde betrunken in Empfang nimmt, gleich. Gar nicht so tief steckt in diesem Scherz das Freudsche \u00dcberlegenheitsprinzip durch die Vateridentifizierung.<\/p>\n<p>Ein weiterer Kommentar in dem <i>reddit<\/i>-Threat gibt Aufschluss \u00fcber ein anderes Mem:\u00a0\u201cThey know exactly what they are doing, but they don\u2019t necessarily know the outcome. [\u2026] It\u2019s heavy stuff for anyone, and it makes you realize that through all the controversies, and fallacies that come with building a government, these people are just like each other and everyone of us; Humans. They are not just rich people looking for power, they are men and women just like us genuinely want to help to make the world a better place, whether or not they receive the support they truly deserve.\u201d<\/p>\n<p>Wenn ich das lese, weht im Hinterkopf die amerikanische Flagge, liegen wei\u00dfe behandschuhte H\u00e4nde auf dem Herzen \u00fcber Uniformen und ich sehe Chemtrails am strahlend blauen Himmel. Die Regierungsvertreter als moderne Superhelden. Klar, man kann behaupten, dass Superhelden alles andere als normale Menschen sind, aber nichts anderes als ihre Menschlichkeit vermitteln uns die Superhelden-Filme der letzten 15 Jahre.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9302\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.40-1024x538.png\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.40-1024x538.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.40-300x158.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.40-768x403.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.40.png 1458w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/p>\n<p>Alles auch nur Menschen, mal abgesehen von Superman. Der einzige Alien unter den Superhelden und der einzige im Raum, der kein Erdenmensch ist, sitzt auf dem Platz des Generals. Nat\u00fcrlich stellt Pr\u00e4sident Obama Captain America dar. Clinton wird zu Wonder Woman. Aber auch hier bleibt die Geste der Sprachlosigkeit erhalten.\u00a0Auf den Bildschirmen sind Screenshots aus einem Ego-Shooter-Videospiel eingesetzt. Ein Detail, dass sich durch mehrere der Meme zieht, und es macht noch einmal deutlich, dass der Gedanke, der in dem Times-Zitat steckt, viele besch\u00e4ftigt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Easy Targets<\/p>\n<p>Zwei einfache Beispiele, in denen wirkungsstarke Emotionen zum Ausdruck gebracht werden, sind zum einen das <i>Situation Room Shocked Cat Meme:<\/i> Hier wird der Schock, den das Bild verursacht, um eine Katze erg\u00e4nzt. Katzen sind selber memetisch im Internet, es gibt kaum eine Gruppendiskussion in den Foren, in der nicht fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mittels eines Katzen-Mems die Meinung zum Ausdruck gebracht wird. Hier ist es ein in die Knochen fahrender Schreck, wie ihn ein knallender Schuss verursachen kann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9303\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.28-1024x680.png\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.28-1024x680.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.28-300x199.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.28-768x510.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.28.png 1638w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist das <i>Situation Room Sad Keanu Meme<\/i>. Dem <i>Situation Room<\/i> wurde ein freigestelltes Bild von dem Schauspieler Keanu Reeves, der traurig zu Boden schaut, hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9301\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.53-1024x680.png\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.53-1024x680.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.53-300x199.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.53-768x510.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.44.53.png 1642w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/p>\n<p>Auch hierbei handelt es sich um ein eigenst\u00e4ndiges Internetmem. Er war von einem Paparazzo<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>auf einer Bank sitzend und auf den Boden blickend fotografiert worden. In sich gekehrte Traurigkeit wird mit dem Mem in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen und ihren Umkehrungen zum Ausdruck gebracht. Dem <i>Situation Room<\/i> wird das <i>Sad Keanu Mem <\/i>als emotionale Erweiterung hinzugef\u00fcgt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>An diesen beiden Beispielen und dem oben genannten <i>Frowning Flowergirl <\/i>zeigt sich besonders deutlich, dass die Frage der Meme als symbolische Geste zu einem anderen Zeitpunkt genauere Betrachtung erfordert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Schwieriger wird es, wenn man das <i>Situation Room Velociraptor Mem<\/i> betrachtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/knowyourmeme.com\/memes\/the-situation-room\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9299\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.04-1024x662.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.04-1024x662.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.04-300x194.png 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.04-768x496.png 768w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.04.png 1408w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf den ersten Blick wurde dem Originalbild nur der Kopf eines Velociraptors hinzugef\u00fcgt. Doch auch hier handelt es sich um ein memetisches Detail mit Hintergrundgeschichte. Der Velociraptor ist 2008 als <i>Philosoraptor<\/i> auf einem T-Shirt ver\u00f6ffentlicht worden. Kurze Zeit sp\u00e4ter tauchte er zum ersten Mal als <i>Advice Animal Image Macro<\/i> auf und stellt seitdem Fragen wie zum Beispiel: \u201eIf actions are mighter than words why is the pen mightier that the sword?\u201c Der Dinosaurier ist damit zu einem Symbol f\u00fcr die Versenkung in metaphysische Fragestellungen und unl\u00f6sbare Paradoxe geworden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9300\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.14.png\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.14.png 656w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.14-150x150.png 150w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.14-298x300.png 298w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/05\/Bildschirmfoto-2019-05-26-um-11.45.14-100x100.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 302px) 100vw, 302px\" \/><\/p>\n<p>Warum taucht er nun im <i>Situation Room<\/i> auf? Eine M\u00f6glichkeit k\u00f6nnte die doppelte Partizipationsl\u00fccke sein. Die f\u00fcr die Betrachter ungreifbaren US-Regierungsvertreter sitzen in dem Situation Room, die ebenso handlungsunf\u00e4hig einer ungreifbaren Situation zusehen. Definitiv hat das <i>Situation Room Mem<\/i> einen denkw\u00fcrdigen Ursprung, dessen Tragweite zum Zeitpunkt der Geschehnisse noch nicht erfasst werden konnte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und es ist eine berechtigte Frage, wieso ausgerechnet dieses Bild im Zusammenhang mit den Ereignissen von der US-Regierung ver\u00f6ffentlicht wurde. Aber vielleicht kann nur der <i>Philosoraptor<\/i> eine Antwort darauf geben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. <a href=\"http:\/\/www.mariafelixmueller.com\">Maria L. Felixm\u00fcller<\/a> promovierte nach dem Studium der Fotografie in Philosophie an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie arbeitet als K\u00fcnstlerin, Lehrende und Philosophin in Wien. Aktuell ist ihre k\u00fcnstlerische Forschung der historischen Verkn\u00fcpfung zeitgen\u00f6ssischer Internetmemkultur mit den Bildtheorien Aby M. Warburgs gewidmet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Zuletzt ist 2018 im zu Klampen Verlag ihr Buch \u00bbProduktive Unordnung \u2013 Metamorphosen der Wunderkammer bei Aby Warburg und im Internet\u00ab und 2019 in Kunstforum Int. \u00bb21 Fragmente einer Dialektik des Staunens\u00ab erschienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Warburg, Aby M.: \u201eReise-Erinnerungen aus dem Gebiet der Pueblo Indianer in Nordamerika -1923\u201c, in: Weigel, Sigrid, Martin Treml und Perdita Ladwig (Hrsg.): Aby Warbg. Werke Einem Band, 1. Aufl., Frankfurt a. Main: Suhrkamp Verlag 2013, S.\u00a0567\u2013600, hier S.\u00a0582.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Semon, Richard: Die Mneme als erhaltendes Prinzip im Wechsel des organischen Geschehens, 1. Aufl., Leipzig: Engelmann Verlag 1908; Semon, Richard: Mnemic psychology, \u00fcbers. von. Bella Duffy, London: G. Allen &amp; Unwin, ltd 1923; Semon, Richard: Das Problem der Vererbung \u201eerworbener Eigenschaften\u201c 1912, Print on demand Aufl., Saarbr\u00fccken: VDM Verlag Dr. M\u00fcller 2007; Hering, Ewald: \u00dcber das Ged\u00e4chtnis als eine allgemeine Funktion der organisierten Materie., 1. Aufl., Wien: Akademie der Wissenschaften 1870; Jung, C. G.: Die Psychologie der unbewussten Prozesse: ein \u00dcberblick \u00fcber die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie, 2. Aufl Aufl., Z\u00fcrich: Rascher 1918 (Schweizer Schriften f\u00fcr allgemeines Wissen, Heft 1); Jung, C. G.: Psychologische Typen, Z\u00fcrich: Rascher 1921; Vignoli, Tito: Mythus und Wissenschaft: eine Studie, Leipzig: F. A. Brockhaus 1880.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Warburg, Aby M.: \u201eD\u00fcrer und die Italienische Antike 1905\u201c, in: Weigel, Sigrid, Martin Treml und Perdita Ladwig (Hrsg.): Aby Warbg. Werke Einem Band, 1. Aufl., Frankfurt a. Main: Suhrkamp Verlag 2013.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Shifman, Limor: \u201eMemeology Festival 05. Memes as Ritual, Virals as Transmission? In Praise of Blurry Boundaries \u2013 Culture Digitally\u201c; Shifman, Limor: Meme: Kunst, Kultur und Politik im digitalen Zeitalter, \u00fcbers. von. Yasemin Dincer, 1. Aufl., Berlin: Suhrkamp Verlag 2014; Shifman: \u201eMemeology Festival 05. Memes as Ritual, Virals as Transmission?\u201c; \u201eA Meme is a Terrible Thing to Waste: An Interview with Limor Shifman (Part One)\u201c, http:\/\/henryjenkins.org\/2014\/02\/a-meme-is-a-terrible-thing-to-waste-an-interview-with-limor-shifman-part-one.html (abgerufen am 16.06.2016).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. dazu: \u201eA Meme is a Terrible Thing to Waste: An Interview with Limor Shifman (Part One)\u201c, http:\/\/henryjenkins.org\/2014\/02\/a-meme-is-a-terrible-thing-to-waste-an-interview-with-limor-shifman-part-one.html (abgerufen am 16.06.2016); Shifman: Meme.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ullrich, Wolfgang: \u201eInverse Pathosformeln. \u00dcber Internet-Meme\u201c, in: Pop-Zeitschrift. (15.10.2015), http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/2015\/10\/15\/social-media-oktobervon-wolfgang-ullrich15-10-2015\/ (abgerufen am 19.05.2016).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Zumbusch, Cornelia: Wissenschaft in Bildern: Symbol und dialektisches Bild in Aby Warburgs Mnemosyne-Atlas und Walter Benjamins Passagen-Werk, Akademie Verlag 2004, S.\u00a020; Warburg, Aby M.: \u201eFragmente der Ausdruckskunde\u201c, in: Ulrich Pfisterer und Hans Christian H\u00f6hnes (Hrsg.): Aby Warbg. &#8211; Gesammelte Schriften &#8211; Stud. Gesammelte Schriften IV, Bd.\u00a0IV, Berlin: Walter de Gruyter 2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Warburg: \u201eReise-Erinnerungen aus dem Gebiet der Pueblo Indianer in Nordamerika -1923\u201c, S.\u00a0579.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u201eThe Situation Room\u201c, in: Know Your Meme , https:\/\/knowyourmeme.com\/memes\/the-situation-room (abgerufen am 22.04.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Jenkins, Henry u.\u00a0a.: Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education for the 21st Century, unknown edition Aufl., Cambridge, MA: The MIT Press 2009.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Scherer, Michael: \u201eMoment of Triumph: \u2018Visual on Geronimo\u2019\u201c, in: Times Online (2011), http:\/\/swampland.time.com\/2011\/05\/02\/inside-the-situation-room-weve-idd-geronimo\/ (abgerufen am 22.04.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u201eWhite House photo of Obama and his national security team following events in the Bin Laden operation\u201c, B.\u00a0Reddit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Davison, Patrick: \u201eThe Language of Internet Memes\u201c, in: Mandiberg, Michael (Hrsg.): Soc. Media Read., New York: New York University Press 2012, S.\u00a0120\u2013134, hier S.\u00a0132.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u201eWhite House photo of Obama and his national security team &#8211; Reddit-Threat\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Ebd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Nachleben der Kunstgeschichte in Internetmemen<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[],"class_list":["post-9298","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9298","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9298"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9298\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9298"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9298"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9298"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}