{"id":9365,"date":"2019-07-08T09:16:50","date_gmt":"2019-07-08T07:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9365"},"modified":"2019-07-08T09:16:50","modified_gmt":"2019-07-08T07:16:50","slug":"schwache-jungs-in-good-girls-von-maren-lickhardt8-7-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/07\/08\/schwache-jungs-in-good-girls-von-maren-lickhardt8-7-2019\/","title":{"rendered":"Schwache Jungs in \u00bbGood Girls\u00ab\u00a0von Maren Lickhardt8.7.2019"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4nnliche Figuren im Hintergrund<!--more--><\/p>\n<p>Die Inszenierung der Delinquenz durchaus sympathischer Hauptakteur*innen als tragender Plot ist keine Besonderheit mehr in neueren Serien. Von den Sopranos zu <em>4 Blocks<\/em>, von <em>Breaking Bad<\/em> zu <em>Queen of the South<\/em> \u2013 organisierte Kriminalit\u00e4t bildet oftmals die Kernhandlung in diesem popul\u00e4rkulturellen Bestand; und schon fast alt erscheint die Diskussion dar\u00fcber, was daran fasziniert, warum wir uns mit den Verbrecher*innen identifizieren.<\/p>\n<p>Wo die Mafia eine Rolle spielt, ist das Verbrechen in famili\u00e4re Strukturen eingeschrieben. Oder man k\u00f6nnte auch umgekehrt sagen: Wo Familie und Delinquenz zusammen kommen, haben wir es mit der Mafia zu tun. Hierbei lassen sich Normalfall und St\u00f6rfall ebenso wenig voneinander trennen wie Hintergrund- und Vordergrundgeschichte \u2013 vor allem weil die Familie die tragende S\u00e4ule des Verbrechens bildet, aber auch weil sie als segmentiertes Gebilde die legale funktionale gesellschaftliche Ordnung au\u00dfer Kraft setzt.<\/p>\n<p>Sieht man von Mafiageschichten i.e.S. ab, stellt die Familie oftmals lediglich die Hintergrundfolie dar. Sie ist zwar Anlass, Profiteurin und Leidtragende von Kriminalit\u00e4t, geht allerdings in ihrer Form und Funktion nicht in dieser Kriminalit\u00e4t auf. Dennoch ist sie wichtig, und es ist nicht nur interessant, sie zu fokussieren und sich zu fragen, wie sie unabh\u00e4ngig vom Verbrechen gestaltet ist, sondern manche Serien erzwingen geradezu diese Inversion, dass man die Hintergrundfolie der Familie als diskursiven Vordergrund betrachten soll, obwohl der Plot von der Drogengeschichte getragen wird \u2013 so z.B. <em>Weeds<\/em>.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Traditionell bespielen weibliche Figuren den Hintergrundpart, und dem entspricht auch noch die Gestaltung von Skyler White. Man k\u00f6nnte annehmen, Walters breaking bad stelle ab einem gewissen Punkt den GAU in der und f\u00fcr die Familie dar, auch wenn Walter zun\u00e4chst einmal zur Rettung der Familie auf die schiefe Bahn geraten war. Dem ist auch so. Dramaturgisch haut das dann aber doch nicht ganz hin. W\u00e4hrend wir uns l\u00e4ngst in die Welt des Verbrechens eingesehen haben, uns mit Walter identifizieren und hoffen, dass er das Geschehen in den Griff bekommt oder im Griff beh\u00e4lt, um die Normalit\u00e4t des Drogenhandels aufrecht zu erhalten und dessen Erfolg sicherzustellen, ist es Skylers Verhalten, das zunehmend als St\u00f6rfaktor empfunden wird.<\/p>\n<p>St\u00e4ndig funkt sie in seine Gesch\u00e4fte hinein, schimpft und zetert, bis sie schlie\u00dflich selbst als Abtr\u00fcnnige agiert, in der Schwangerschaft raucht, Ehebruch begeht und Geld w\u00e4scht. Stets sieht man Walters Pl\u00e4ne als Mann und Verbrecher durchkreuzt, ihn in seinen Bed\u00fcrfnissen beschnitten. Skyler nervt \u2013 sowohl als Ehefrau, die partout gegen den Willen ihres Mannes dessen Geburtstag feiern m\u00f6chte, als auch als Mitverbrecherin, die ihren Liebhaber Ted Beneke kaum zu handhaben wei\u00df. Sie ist da, damit man sie sich fort w\u00fcnscht. Sie fungiert wie eine Sichtst\u00f6rung, die sich im Weg befindet und an der man verzweifelt vorbei zu sehen versucht, um einen Blick auf das eigentliche Geschehen um Walter zu erhaschen \u2013 oder die man skippen m\u00f6chte oder fr\u00fcher mal kurz weg gezappt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Dass Skyler in <em>Breaking Bad<\/em> eine unkontrollierbare Agency entfaltet, kann man nun in dreierlei Hinsicht auffassen: Auf der immanenten Ebene mag man sich zu dem einen oder anderen sexistisch-misogynen Gedanken hinrei\u00dfen lassen. Man kann dar\u00fcber hinaus die Konstruktion der Figur unter einem feministischen Gesichtspunkt problematisieren, weil sie diese unmittelbare Reaktion provoziert. Oder man kann eben feststellen, <em>dass<\/em> Skyler immerhin eine Agency hat und nicht nur als Sidekick und treusorgende Ehefrau dasteht, die ihrem Mann den R\u00fccken frei h\u00e4lt, als good girl, das wir als Typus aus \u00e4lteren Serien allzu gut kennen.<\/p>\n<p>Auch keine guten M\u00e4dchen sind die delinquenten Protagonistinnen in der NBC-Serie <em>Good Girls<\/em> (2018ff.), die die Geschlechterpositionen \u00fcblicher Verbrecher- und Familienserien umkehrt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Wohlgemerkt: Es soll nun weniger um geschlechtlich bedingte Rollen und Bilder als vielmehr um die r\u00e4umlich-soziale Platzierung der Figuren gehen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"GOOD GIRLS Official Trailer (2018) Christina Hendricks NBC Comedy Series HD\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kbjIaPzODs0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Beth, Annie und Ruby sind seit ihrer Kindheit beste Freundinnen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Aus eher schwierigen Verh\u00e4ltnissen stammend, haben sie es in die untere Mittelklasse bis Mittelklasse geschafft und f\u00fchren ein b\u00fcrgerliches Familienleben. Aus je unterschiedlichen Gr\u00fcnden brauchen sie f\u00fcr ihre Familie bzw. Kinder Geld, \u00fcberfallen daher gemeinsam einen Supermarkt, bestehlen dabei aus Versehen eine Geldwaschanlage und geraten so auf die schiefe Bahn des Drogen-, Falschgeld- und Geldw\u00e4schegesch\u00e4fts.<\/p>\n<p>Dass man die Genreelemente von Serien als Hinter- oder Vordergrund bezeichnet und die Figuren geschlechtlich klassifiziert und platziert, bietet sich gerade in Bezug auf oder ausgehend von <em>Good Girls<\/em> an, weil die Serie diese Elemente \u2013 Familie und Verbrechen, Zentrum und Kulisse, M\u00e4nner und Frauen \u2013 bewusst zerlegt und zu oder in neuen Relationen arrangiert. Fast programmatisch spricht eines der Kinder in einem Schulreferat gleich zu Beginn \u00fcber starke Frauenfiguren in einer r\u00e4umlich-k\u00f6rperlichen Relation. Im Geiste von Aretha Franklin und Eurythmics sagt sie: \u201e\u201aBehind every great man, there\u2019s a great woman.\u2018 Well, I say that\u2019s some bull right there. [\u2026] So, we gotta get it done ourselves, ladies.\u201c (s01e01, 2:10) Das passt wegen des <em>behind<\/em>. Das Hauptthema der Serie betrifft folgende Fragen: Wer steht hinter wem? Welcher Plot ist Vorder- und welcher ist <em>Hintergrund<\/em>? Wer sind die Haupt- und wer die <em>Nebenfiguren<\/em>? Und wie wird dies geschlechtlich \u2013 Frau vs. Mann \u2013 und thematisch \u2013 Verbrechen vs. Familie \u2013 zugeordnet?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Serien mit traditionellen Positionen nicht diskursiv reflektiert werden muss und zumeist nicht wird, dass es hier mit je unterschiedlichem Fokussierungs- oder Akzentuierungsgrad eine je getrennte Welt der M\u00e4nner \u2013 Kriminalit\u00e4t \u2013 und eine Welt der Frauen \u2013 Familie \u2013 gibt, bewirkt die Umkehrung, dass die Geschlechterthematik nun nicht mehr unreflektiert mitgef\u00fchrt werden kann. Zuschauer*innen kommen nicht umhin zu bemerken bzw. die Serie l\u00e4sst es nicht unkommentiert, dass hier etwas in Fluss gekommen ist. Der Clou ist, dass sich dieser im Kreis dreht. Auf den ersten Blick geht es um die Frauen als Verbrechens-Protagonistinnen. Dann muss auffallen, dass deren Positionswechsel recht glatt aufgeht und daher nicht besonders stark markiert wird.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Bemerkenswerter sind die M\u00e4nner gestaltet. Aber vielleicht geht es letztlich dann doch wieder um die Frauen. Usw. usf.<\/p>\n<p>Wenn die weiblichen Figuren als weibliche Figuren \u2013 was auch immer das genau sein soll \u2013 eine urspr\u00fcnglich m\u00e4nnliche Position besetzen, m\u00fcssen die m\u00e4nnlichen Figuren in eine andere Position r\u00fccken. Wobei: Sie m\u00fcssen das nicht. Positionen k\u00f6nnten auch doppelt besetzt werden. Aber gerade weil die M\u00e4nnerfiguren nicht zwingend verschoben werden m\u00fcssen, die Serie diesen Zug \u2013 eine Art Rochade \u2013 aber vollzieht, ist er zu befragen. Kann die neue Position der M\u00e4nnerfiguren die traditionell weibliche Position sein? Wie sind die m\u00e4nnlichen Figuren geschlechtlich markiert? Und am Ende bleibt fraglich, ob es nun progressiv ist, mehr oder weniger als solche markierte M\u00e4nnlichkeiten explizit neu zu verhandeln oder ob hier M\u00e4nnlichkeiten nach einem ganz traditionellen Schema ganz einfach wieder mehr Aufmerksamkeit erfahren, egal in welcher Position sie sich befinden.<\/p>\n<p>Gregg ist Annies Ex-Freund. Er ist der Vater ihrer*s Transgender-Tochter*Sohn Sadie,<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> mittlerweile mit einer anderen Frau verheiratet, die verzweifelt versucht, von ihm schwanger zu werden \u2013 und die er mit Annie just in dem Moment betr\u00fcgt, in dem sich die Schwangerschaft eingestellt hat, und die er schlie\u00dflich sogar f\u00fcr Annie verl\u00e4sst. Abgesehen davon, dass Annie ihn aber nicht zur\u00fccknimmt, ist insbesondere Sadie von dem neuerlichen Chaos zwischen ihren Eltern nicht begeistert, weil sie sich an die neuen Familienverh\u00e4ltnisse l\u00e4ngst gew\u00f6hnt hatte.<\/p>\n<p>Dadurch dass Gregg und Annie nicht zusammen leben, kollidieren Annies verbrecherische Aktivit\u00e4ten nicht mit dem Familienszenario. Sie hat keine M\u00fche, sie zu verheimlichen, bzw. keine Gewissensn\u00f6te bez\u00fcglich der Frage, ob sie sich ihm anvertrauen soll. Gregg ist dadurch einerseits kein echter Player in der Serie und bleibt im Hintergrund. Andererseits sind die romantischen und erotischen Verwicklungen als Verwicklungen inszeniert. Annies Verh\u00e4ltnis zu ihrer*m Tochter*Sohn ist \u00fcberdies unwahrscheinlich eng, und das Transgenderthema wird zwar nicht aufgebl\u00e4ht, impliziert aber eine auff\u00e4lligere Gestaltung Sadies als die der Kinder der anderen Frauen. Annies Privatleben befindet sich insgesamt nicht im Normalzustand, weswegen es zumindest andeutungsweise interessant dargestellt werden kann, wenn das Verbrechensnarrativ pausiert. Gregg steht f\u00fcr den witzigen Typ in einem anderen Szenario als dem der Familie, n\u00e4mlich einem melodramatischen, das hier nicht diskutiert werden soll, und ich verbleibe unentschieden, ob sein Geschlecht hierbei eine Rolle spielt und ob und wie es markiert ist. In jedem Fall stellt es keine besondere Herausforderung dar, einer solchen Figur einen gewissen Aufmerksamkeitswert zu verleihen, auch wenn sie sich nur in der Nebenrolle des Sidekicks f\u00fcr die ungew\u00f6hnliche Hauptfigur befindet.<\/p>\n<p>Stan ist Rubys Ehemann und Vater ihrer Kinder. Stan ist ein guter Junge auf der ganzen Linie. Er arbeitet hart f\u00fcr die Familie, kann kochen, k\u00fcmmert sich um die Kinder, hat \u00fcberhaupt kein Problem damit, dass es Ruby ist, die pl\u00f6tzlich f\u00fcr Geldsegen sorgt und dadurch die gemeinsame Tochter rettet, und er kriegt sich recht schnell wieder ein, nachdem er erfahren hat, woher das Geld kommt, obwohl er Polizist ist. Als solcher hilft er sogar, ein Beweismittel verschwinden zu lassen. Au\u00dferdem gibt er seiner Frau gute Tipps f\u00fcr einen Bank\u00fcberfall, ohne sich selbst auch nur ann\u00e4hernd als Bankr\u00e4uber ins Spiel bringen zu wollen. Die Bank auszurauben, bleibt Sache seiner Frau. Vermutlich w\u00fcrde es bruchlos aufgehen, Stans Aussagen und Handlungen einer weiblichen Figur anzudichten. Er ist ostentativ die fast traditionelle Hausfrau, und die Rolle steht ihm gut, wobei nat\u00fcrlich nicht \u00fcbersehen werden darf, dass Geschlechterklischees auch in der Inversion best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Dass Stan als der perfekte Ehemann in der Nebenrolle \u00fcberhaupt so stark zur Geltung kommt, ist allerdings auff\u00e4llig, denn das wird den guten Ehefrauen in traditionellen Serien kaum zuteil. Sie sind einfach da und werden nicht beachtet oder gelobt, w\u00e4hrend Ruby ihren Mann so sehr zu sch\u00e4tzen wei\u00df, dass auch wir Zuschauer*innen ihn sehen und sch\u00e4tzen m\u00fcssen. Zwar stellt Ruby ihre Familie nicht wesentlich \u00fcber ihre Freundinnen, und ihre Loyalit\u00e4t gilt nicht um jeden Preis ihrem Mann, aber sie verweist oft auf Stans konstruktive Funktion f\u00fcr ihr Leben, ihre Ehe, die Kinder und letztlich sogar das Verbrechen, dessen Konsequenzen er mit ausbadet. Besonders wichtig ist aber, dass er als begehrenswerter Mann konstruiert ist, und die Ehe auch in sexueller Hinsicht als erf\u00fcllend dargestellt wird. Man k\u00f6nnte nun monieren, dass der m\u00e4nnlichen Figur hier etwas verg\u00f6nnt ist, dass die braven Hausfrauen so nicht genie\u00dfen durften; man k\u00f6nnte aber auch loben, dass M\u00e4nnern hier die Angst vor dem Abwasch in Sch\u00fcrze genommen wird, weil sie sehen k\u00f6nnen, dass ihre fiktiven geschlechtlichen Pendants auch in dieser Verfassung eine\/ihre Frau verf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wirklich interessant sind aber Beth und Dean. Beth avanciert im Walter White-Stil zu einer halbwegs passablen Kriminellen, die sich in Blickduellen, Wortgefechten, Drohgeb\u00e4rden, dem ganzen Alphatier-Gerangel nicht nur ganz gut schl\u00e4gt, sondern auch ihren Kick daran findet. Es erhebt sie jedes Mal, wenn sie eine gef\u00e4hrliche Situation meistert, wenn sie sich als die \u201eboss bitch\u201c bew\u00e4hrt, als die sie ihr Gesch\u00e4ftspartner bezeichnet. Abgesehen davon, dass sie durch ihre Verbrechen aus einem Dornr\u00f6schenschlaf geweckt wird und sich selbst und ihre eigene St\u00e4rke erf\u00e4hrt und entwickelt, begehrt sie diesen Partner sexuell. Dass er sie anlehrt und sie oft unentschlossen und inkonsequent agiert, unterscheidet sie von ihren m\u00e4nnlichen Pendants aus vergleichbaren Serien. Das w\u00e4re aber an anderer Stelle zu problematisieren, mal ganz abgesehen davon, dass sich das in der dritten Staffel \u00e4ndern k\u00f6nnte. Grunds\u00e4tzlich wird in der Serie zun\u00e4chst einmal das Narrativ durchgearbeitet, dass eine Person, die vier Kinder in Schach halten und auch unter Schlafentzug acht Dinge gleichzeitig tun kann, vielen Aspekte des organisierten Verbrechens gewachsen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre neuen gesch\u00e4ftlichen Ausfl\u00fcge verwendet Beth den Code, sie ginge in den Buchclub. Bei ihr bleibt pr\u00e4sent, dass sie nicht nur als delinquente Figur deviant ist, sondern dass sie m\u00f6glicherweise aufgrund ihres Geschlechts auch dann die falsche Position besetzen w\u00fcrde, wenn sie die Bank nicht als R\u00e4uberin \u00fcberfiele, sondern in selbiger als Managerin arbeitete. In Bezug auf Beth wird also durchaus verhandelt, dass sie als Frau doppelt aus dem Rahmen f\u00e4llt: aus der b\u00fcrgerlichen legalen Sph\u00e4re und aus der vertrauten \u201aweiblichen\u2018 Erfahrungswelt. Der Buchclub als typisches Hausfrauenhobby verweist auf die eigentliche Erwartung an sie, also daran, dass es da ja noch etwas gibt oder gab, dass sie nicht macht oder erf\u00fcllt, wenn sie sich auf ihre kriminelle Karriere konzentriert.<\/p>\n<p>In der zweiten Staffel trinkt Beth regelm\u00e4\u00dfig aus einer Tasse mit dem Aufdruck <em>I\u2019d rather be Crafting<\/em>. Nat\u00fcrlich stellt dies eine ironische Manifestation ihrer Gedanken dar, wenn sie beim Drogenschmuggeln und Geldwaschen einfach zu viel Stress hat und sich fragt, was sie hier eigentlich macht. Aber die Tasse artikuliert auch den Imperativ seitens konventioneller Erwartungen, dass sie eigentlich eine andere Position besetzen m\u00fcsste, die sie in die Rolle der Bastlerin versetzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Beth m\u00f6chte f\u00fcr ihre Kinder da sein, und w\u00fcrde die Serie dies st\u00e4rker ins Zentrum r\u00fccken, erschiene ihre kriminelle Karriere m\u00f6glicherweise fragw\u00fcrdiger, als sie es tut. Denn dann w\u00fcrde thematisiert werden, dass sie etwas f\u00fcr ihre Kinder tut \u2013 Geld eintreiben \u2013, um hin und wieder (!) etwas anderes zu lassen \u2013 mit den Kindern zu spielen. Dass diese Differenz nicht betont wird, ist insofern fair, als sie bei einer m\u00e4nnlichen Figuren in der Position des Geldverdieners auch nicht permanent pr\u00e4sent w\u00e4re. Die Serie zeigt vielmehr eine andere Differenz zwischen den Welten, indem pr\u00e4gnant im Sinne weiblicher Emanzipation auf andere T\u00e4tigkeiten verwiesen wird, die einer \u2013 weiblichen \u2013 Figur entgehen, wenn sie erwerbst\u00e4tig ist:<\/p>\n<p>Als Beth sich in der zweiten Staffel kurzzeitig zur\u00fcckzieht, liest sie tats\u00e4chlich ein Buch und k\u00f6nnte gelangweilter nicht sein. Vor allem aber backt sie wie eine Wilde Kekse und Cupcakes f\u00fcr ein Schulfest (s02e10). Die Monotonie der T\u00e4tigkeit kommt in den flie\u00dfbandartig gereihten Backwaren in der K\u00fcche zum Ausdruck. Wie sehr hier Einsatz und Ergebnis auseinanderklaffen, zeigt sich daran, dass es Minuten dauert, bis ein Cupcake ziseliert dekoriert ist, um dann\u2026 naja, eben ziseliert dekoriert dazustehen, und dann wiederum bestenfalls vertilgt zu werden. Im Fall von Beth aber nicht. Die anderen M\u00fctter ziehen ihre Backwaren aus dem Verkehr, weil diese nicht garantiert gluten- und nussfrei sind. Nach dieser Erfahrung vertickt Beth lieber wieder Drogen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/07\/Bildschirmfoto-2019-07-07-um-10.28.41-1024x250.png\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"170\" \/><\/p>\n<p>Aus der unendlichen Variationsbreite dessen, was man unter Feminismus verstehen kann, h\u00e4lt sich die Serie wenig mit Identit\u00e4tsfragen rund um das soziale Geschlecht auf, um feste Vorstellungen \u00fcber M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit zu dekonstruieren \u2013 wobei sie diese andererseits auch nicht best\u00e4tigt. Ausgangspunkt ist im Wesentlichen ein Differenzfeminismus, der fordert, dass die Karten f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen neu gemischt werden. Dabei wird nicht explizit in Abrede gestellt, dass man in der alleinigen Rolle als gute Mutter nicht gl\u00fccklich sein kann. Aber es wird deutlich gesagt, dass Erf\u00fcllung, Lebenssinn, Selbsterfahrung in weitester Ferne sind, wenn man sich aufschwatzen l\u00e4sst, <em>wie<\/em> eine gute Mutter zu sein hat.<\/p>\n<p>Letztlich entfaltet die Serie schon eine Spitze gegen traditionelle Hausfrauen, indem sie angesichts der bunten T\u00f6rtchen mit kleinen Gesichtern aus Lebensmittelfarbe die Frage aufwirft: Daf\u00fcr wollt ihr gelobt werden? Das soll Eure Aufgabe sein? Dahin lasst ihr Euch abschieben? Am Ende noch freiwillig? Daran solltet ihr nicht festhalten, wenn ihr nicht wenigstens einmal erfahren habt, wie es ist, nach drau\u00dfen zu gehen und die Positionen zu erproben, die traditionell M\u00e4nner innehaben. Geht raus aus dem Haus, in die \u00d6ffentlichkeit, verdient Geld, gestaltet die Welt \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig davon, wie weiblich oder m\u00e4nnlich Ihr Euch f\u00fchlt, verhaltet etc., oder mit welchen M\u00e4nnern \u2013 oder Frauen \u2013 Ihr dabei matcht oder nicht matcht.<\/p>\n<p>Das bildet das Gegennarrativ zur Darstellung moderner \u00d6ko-Frauen, die nach zahlreichen feministischen Wellen das Backen und Stricken wieder f\u00fcr sich entdeckt haben und dem nun einen freiwilligen Anstrich verleihen und damit das als Lifestyle ausweisen, was \u00fcber Jahrhunderte langweiligste Sisyphos-Realit\u00e4t zahlloser Frauengenerationen war. Oder die sich im Zuge \u00fcbertriebenster Ern\u00e4hrungslehren und exzessivem Stillen wieder gar jahrelang in den privaten Raum begeben, dem Ganzen aber nun mit wissenschaftlicher Unterf\u00fctterung eine neue Dignit\u00e4t zu verleihen versuchen. Die Serie f\u00fchrt vor, dass das Abseits droht, wenn man dabei nicht die \u00f6konomische Oberhand hat, wof\u00fcr man aber eben zumeist raus in die Welt muss.<\/p>\n<p>Dass Beth eingangs den Supermarkt mit \u00fcberf\u00e4llt, st\u00f6\u00dft die Verbrechergeschichte an. Eigentlich versetzt sie sich damit aber in die Position, das Autohaus ihres Mannes zu \u00fcbernehmen, um mit den Autos Drogen zu verschieben und Geld zu waschen. Der St\u00f6rfall initiiert also einen Rollentausch auch in einem b\u00fcrgerlichen Rahmen, der seinerseits dadurch nicht mehr als St\u00f6rfall auff\u00e4llt und fast en passant ausgeleuchtet werden kann. Indem der Bank\u00fcberfall st\u00e4rker als deviant markiert ist, kann Beths allgemeine \u00f6konomische Emanzipation ein bisschen weniger ausgestellt werden. Was also \u00fcber den Umweg der Verbrechergeschichte diskursiv ausgehandelt wird, ist die Tatsache, dass die Hausfrau nun berufst\u00e4tig wird, wobei sich von Anfang an andeutet, dass sie sich auch als solche schon immer um <em>alles<\/em> gek\u00fcmmert hatte, weil Dean eben Dean ist.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte eine Figur kaum erb\u00e4rmlicher konstruieren als Dean. Die Rezeptionsm\u00f6glichkeiten bewegen sich zwischen Fremdsch\u00e4men und Mitleid sowie Aggression und Verachtung. Zum Auftakt der Handlung erf\u00e4hrt Beth, dass ihr Ehemann wieder einmal pleite ist und er sie au\u00dferdem betrogen hat. Beth muss erm\u00fcdet und entmutigt erkennen, dass die Rollenverteilung versagt hat und ihr Ehemann nicht in der Lage ist, f\u00fcr die Familie zu sorgen, die sie zu Hause bespielt und chauffiert. Das Zusammentreffen von Pleite und Ehebruch \u00fcberakzentuiert, dass Dean in jeder Hinsicht sofort wegbricht, wenn es darauf ankommt, bzw. es zeigt sich, dass er nie da war, denn es war sogar Beth, die \u2013 wie auch immer \u2013 schon zuvor Geld in das Arrangement eingebracht hatte, w\u00e4hrend sie Dean bekocht hat, der derweil auf Kreditkarte H\u00f6schen f\u00fcr seine Geliebte gekauft hat. \u201eBeth: In my house that I paid the mortage for and am perfectly capable of handling all the aspects of, including the lawn and the remote control and [\u2026].\u201c (s01e02, 23:55)<\/p>\n<p>Dean wird im Wesentlichen als Parasit inszeniert, bei dem sich nicht die Frage stellt, wof\u00fcr er gut ist, sondern wie man ihn los werden kann. Er hat sich in der Tat in Beth festgebissen. So erfindet er zun\u00e4chst einen Hirntumor, damit sie ihn nicht verl\u00e4sst. Danach m\u00f6chte er ihren Gesch\u00e4ftspartner\/Liebhaber ermorden lassen mit der Begr\u00fcndung, dass er nicht ohne sie k\u00f6nne. Er <em>kann<\/em> es wirklich nicht.<\/p>\n<p>Er lernt nur m\u00fchsam, den Haushalt zu schmei\u00dfen und die Kinder zu versorgen, nachdem Beth ihn in diese Position gezwungen hat. Er wird als schwacher Junge inszeniert, und das verweist zun\u00e4chst einmal permanent darauf, dass die starke Beth alles kann und ihn nicht braucht. Es findet also nicht nur eine Umkehr der Geschlechterpositionen, sondern auch von geschlechtlichen Rollenstereotypen statt. Dabei muss man allerdings hellh\u00f6rig werden, denn die Umkehrung impliziert die Umkehrung der Umkehrung, sodass man sich vorstellen muss, was es \u00fcber Frauen aussagt, dass man sich Dean nun als \u201aentmannt\u2018 oder auch \u201averweiblicht\u2018 denken kann. Ein wenig problematisch. Unterdessen artikuliert Beth \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig S\u00e4tze, die \u00fcblicherweise Macho-M\u00e4nnern zugeschrieben werden, wie: Wenn ich nach Hause komme, m\u00f6chte ich es aufger\u00e4umt und gem\u00fctlich haben. Als Frau kann sie das. Man w\u00fcrde sich aber \u00e4rgern, wenn dies eine m\u00e4nnliche Figur sagte.<\/p>\n<p>Aber dann funktioniert der Dreh doch nicht, also die Umkehrung der Umkehrung, weil Dean es sich erdreistet, auch noch in der schw\u00e4chsten Position einen auf dicke Hose zu machen, wie man es einer weiblichen Figur nie andichten k\u00f6nnte. Beth l\u00e4dt Dean zum Abendessen ein, wobei er sich zun\u00e4chst sichtlich unwohl f\u00fchlt. Dann folgt ein Dialog, der \u2013 ausnahmsweise in der Serie \u2013 eigentlich too much ist (s02e04, ab 24:10). Beth schl\u00e4gt Dean ein neues Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr das Autohaus vor: \u201eBut I think that we\u2019re ignoring 51% of the population [women].\u201c Dean konzentriert sich derweil auf das Spezialgericht: \u201eSpecial sounds good, right?\u201c Kate bleibt konzentriert: \u201eIf we start catering towards women, I think we could really increase our sales.\u201c Dean interessiert sich mehr f\u00fcrs Fleisch: \u201eHa, look they have the barbecued short ribs.\u201c Und obwohl sie hinl\u00e4nglich bewiesen hat, dass sie aus dem Stand ein Autohaus rocken kann, ist Dean derart verstrahlt vor Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, dass er sie jovial als Verk\u00e4uferin lobt, um sie dann abzuw\u00fcrgen: \u201eLook, I would never tell you how to raise the kids, right? Like you make those sandwiches, those cute little sandwiches with the face and the little olives, right, for eyes? And I think that you use a cookie cutter? And I would never, like in a million years, think about using a cookie cutter for sandwich. [\u2026] We both have our own, you know, superpower. Why would you want to wreck that?\u201c Man sieht, wie Beth innerlich zusammensinkt; aber nicht weil sie sich entmutigen l\u00e4sst, sondern weil ihr vermeintlicher Partner sich einmal mehr l\u00e4cherlich macht und sich als unhaltbar erweist.<\/p>\n<p>Als w\u00e4re diese Szene nicht gemein genug \u2013 und zwar immanent gegen\u00fcber Beth, hinsichtlich der Gestaltung gegen\u00fcber Dean \u2013, schafft es das selbsterkl\u00e4rte Familienoberhaupt in der darauf folgenden Szene in einer Bar noch nicht einmal, die Aufmerksamkeit der Kellnerin zu wecken und einen Drink zu bestellen (s02e04, 30:20). Ich hatte gar nicht gewusst, was f\u00fcr ein guter Schauspieler Matthew Lillard ist, ohne dessen brillant d\u00fcmmliche Mimik all das nicht funktionieren w\u00fcrde. Beth, die sich ja nun selbst gemausert hat, sehnt sich nach einem Alphatier, und dann will es das Gesetz der Serie, dass sie auf der Damentoilette bekommt, was sie will, w\u00e4hrend sie ihren Mann in der Bar warten l\u00e4sst. Ihr Gesch\u00e4ftspartner besucht sie n\u00e4mlich auf der Toilette, und die beiden haben Sex. Beth lehnt sich vorw\u00e4rts gegen das Waschbecken, zieht ihren Rock hoch und bietet Rio ihr Hinterteil an. Dieser l\u00e4sst sich nicht lange bitten. Das n\u00e4chste, was wir sehen, ist, wie er ihr Becken umfasst und sie sich seitlich am Waschbecken festkrallt. Mehr von der Szene ist in folgendem Video kurz zu sehen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Rio &amp; Beth - We Are Partners Now (2x04)\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/reA0P2GcRPY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Serie ist ganz auf Beths Seite, w\u00e4hrend Deans Seitenspr\u00fcnge problematisiert werden. Beth und Rios Verh\u00e4ltnis ist derart spannungsgeladen inszeniert, dass man sich nichts anderes w\u00fcnschen kann, als dass es endlich passieren m\u00f6ge. So @Antialleslisa auf Twitter: \u201eda mein eigenes liebesleben ein schlechter scherz ist, shippe ich jetzt einfach charaktere aus serien miteinander. beth und rio, wann TUT ihr es denn endlich?!\u201c<\/p>\n<p>Dass Beth aber letztlich auch andere Erwartungen an den Mann stellt, den sie begehrt, sieht man in der variierenden Wiederholung der Szene (s02e06, 37:10). Wer im Haushalt zupackt, wird durchaus sexy. Als sie nach Hause kommt und feststellen darf, dass Dean aufger\u00e4umt und der Tochter Z\u00f6pfchen geflochten hat, fordert sie ihn auf, seine Hose auszuziehen. Der m\u00e4nnlichen Figur bleibt es nicht erspart, dass sie nachfragen und somit zwei oder drei Mal aufgefordert werden muss, um dann erst d\u00fcmmlich zu kichern und anschlie\u00dfend der Aufforderung nachzukommen. Beth lehnt sich vorw\u00e4rts gegen das Waschbecken, zieht ihren Rock hoch und bietet Dean ihr Hinterteil an. Er k\u00fcsst ihren Hals. Sie ist wenig begeistert. Dialog: \u201eBeth: No, no, don\u2019t. Dean: What do you want. Just tell me what you want. Beth: Just\u2026 just do it. \u2026 Hurry up. \u2026 Come on. \u2026 Do it.\u201c Nun ist es Dean, der hinter ihr zusammen sinkt, und vermutlich nicht nur innerlich.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Dean Is Out for Blood - Good Girls (Episode Highlight)\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KRxEKl7n5Ys?start=114&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Es g\u00e4be noch viel dar\u00fcber zu sagen, was Beth eigentlich will: den Kick ihres neuen Gesch\u00e4fts oder ein funktionales b\u00fcrgerliches Leben. Und: Soll es der Alpha-Mann sein, der der starken Frau immer noch zeigen kann, wo der Hammer h\u00e4ngt, oder der Mann, der ihr zu Hause den R\u00fccken frei h\u00e4lt, um sie die starke Frau sein zu lassen. Alles in allem entwickelt sich die Sache mit Rio am Ende ja doch anders, als man zun\u00e4chst vermuten w\u00fcrde, und Dean ist vielleicht sogar genau der richtige Mann, wenn er nur endlich verstehen w\u00fcrde, dass er es mit seiner Frau nicht aufnehmen kann. Er muss m\u00fchsam in diese neue Position gepresst werden, k\u00f6nnte es aber schaffen, w\u00e4hrend sich die Pavian-Nummer am Ende der zweiten Staffel erst mal erledigt hat.<\/p>\n<p>Ist Deans Konstruktion m\u00e4nnerfeindlich? Ein bisschen schon, w\u00fcrde ich sagen, aber erstens kann nicht jeder ein Gregg, Stan oder Rio sein, und zweitens kann Dean ja noch lernen, wie er sich richtig hinter sein Frau stellt. Immerhin hat er gelernt, im Haushalt anzupacken, und die Serie lehrt in vielerlei Hinsicht und in pr\u00e4gnanten Szenen: <em>Hinter jeder gl\u00fccklichen Frau steht ein zupackender Mann.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Lickhardt, Maren: Familieninszenierung in Serie. In: Pop. Kultur und Kritik 8 (2018), S. 97-107.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Der vorliegende Text bezieht sich auf die ersten beiden Staffeln.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> https:\/\/www.goldderby.com\/article\/2019\/christina-hendricks-good-girls-the-romanoffs-mad-men-video-interview-transcript\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> https:\/\/www.vanityfair.com\/hollywood\/2019\/03\/good-girls-is-the-best-crime-show-youre-not-watching<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Es gibt \u00fcber die Serie nicht so viele Artikel im Netz. Daher ist es interessant, dass Sadies Transgender-Outing \u00fcberproportional h\u00e4ufig diskutiert wird. Es spielt eine sehr geringe Rolle in der Serie und wird eigentlich normalisiert, und doch waren die Reaktionen vorhersehbar, kann man als Produzent\/in also wissen, dass Rezensent\/innen auf das Thema anspringen, und es sp\u00e4testens in der Rezeption \u2013 v\u00f6llig ungewollt und ohne jede schlechte Absicht \u2013 wieder denormalisiert wird. https:\/\/www.huffpost.com\/entry\/good-girls-transgender-coming-out-scene_n_5cbf0273e4b0f7a84a7506a0?guccounter=1&amp;guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmRlLw&amp;guce_referrer_sig=AQAAAJ3prry9nZXKraUCPE5EQvK6Gh9u6edkAaGtLGG1wQK0PprmctV_prPJEU1iQzPBn6_6ip6XPuLkE748ouV_4uejB9vIwEMqryFcCql23AcfCYzRjLcp-gmIZsfVIrjMh6_UsnK_jrsLq9k0WZ53kyC03VOPGyZ22MD8-qd9Zsn4; https:\/\/www.advocate.com\/television\/2019\/4\/22\/good-girls-trans-coming-out-story-groundbreaking-network-tv<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"website lickhardt\" href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/germanistik\/mitarbeiter\/lickhardt_maren\/publikationen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maren Lickhardt<\/a> ist Assistenzprofessorin am Institut f\u00fcr Germanistik der Leopold-Franzens-Universit\u00e4t Innsbruck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4nnliche Figuren im Hintergrund<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[382,711,733,864,889,1304,1446,2115,2512],"class_list":["post-9365","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-breaking-bad","tag-familiengeschichten","tag-feminismus","tag-geschlechterrollen","tag-good-girls","tag-kriminalitaet","tag-maren-lickhardt","tag-serien","tag-weeds"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9365\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}