{"id":9428,"date":"2019-08-19T08:34:30","date_gmt":"2019-08-19T06:34:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9428"},"modified":"2019-08-19T08:34:30","modified_gmt":"2019-08-19T06:34:30","slug":"der-orient-in-der-inszenierten-portraitfotografievon-maja-tabea-jerrentrup19-8-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/08\/19\/der-orient-in-der-inszenierten-portraitfotografievon-maja-tabea-jerrentrup19-8-2019\/","title":{"rendered":"Der \u00bbOrient\u00ab in der inszenierten Portraitfotografievon Maja Tabea Jerrentrup19.8.2019"},"content":{"rendered":"<p>Die Aneignung des Fremden<!--more--><\/p>\n<p>Viele Bildmotive in der inszenierten Portr\u00e4tfotografie<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> referieren auf Abwesendes: Vergangene Zeiten sowie ferne Kulturen werden h\u00e4ufig zum Bildthema. Dabei f\u00e4llt auf, dass bestimmte Epochen und kulturelle Inspirationen besonders gerne gew\u00e4hlt werden. H\u00e4ufig sieht man etwa Referenzen zur Zeit des Barock und Rokoko mit opulenten Requisiten, gro\u00dfen Kost\u00fcmen, viel Schmuck und Pomp, manchmal begleitet von deutlicher Erotik, wilder Ausgelassenheit oder Melancholie, die den drohenden Verfall ank\u00fcndigt. Auch die Zeit des Mittelalters ist popul\u00e4r, oft pr\u00e4sentiert in mittelalterlichen Roben vor wilder Natur \u2013 der Eindruck epischer Abenteuer entsteht. Sehr pr\u00e4sent sind zudem \u201eOrientthemen\u201c mit glitzernden Bauchtanzkost\u00fcmen, aufw\u00e4ndig bestickten Kleidern, raffinierten Hennabemalungen, Bridal Sets und Bindis, fotografiert vor wilder Natur oder in Arrangements mit bunten Teppichen, geschwungenen Lampions und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>geschnitzten Holzm\u00f6beln.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9429\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/prince-s.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"536\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/prince-s.jpg 641w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/prince-s-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/p>\n<p>Ob Barock, Mittelalter oder Orient, diese Motive haben einige Gemeinsamkeiten: R\u00e4umlich oder zeitlich Abwesendes ist ihr Thema, sie sind aber kaum gepr\u00e4gt von Wissen \u00fcber dieses Abwesende oder einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Gegenstand. Stattdessen werden offenbar Halbwissen und Klischees genutzt. Im Folgenden m\u00f6chte ich mich auf die Darstellung von geografisch Fernem fokussieren, weil sie \u2013 insbesondere die Darstellung \u201eorientalischer\u201c Motive \u2013 eine besondere aktuelle Brisanz besitzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Der Orient als Motiv<\/p>\n<p>Der Repr\u00e4sentation des Fremden liegt oft \u201eeine Denkweise [zugrunde], die sich auf eine ontologische und epistemologische Unterscheidung zwischen \u201adem Orient\u2018 und (in den meisten F\u00e4llen zumindest) \u201adem Okzident\u2018 st\u00fctzt\u201c (Said 1978:11). Diese Dualit\u00e4t findet sich, wie Said zeigt, seit der Antike im europ\u00e4ischen Denken. Sie tritt sowohl bei Staatsdienern und Kolonialherren als auch bei Dichtern und Denkern auf und hilft bei der Konstruktion der eigenen Identit\u00e4t in Abgrenzung zum Orient. Eine genaue Definition und geographische Abgrenzung des Orients f\u00e4llt selbstverst\u00e4ndlich nicht leicht, da es sich prim\u00e4r um ein mentales Konzept handelt (vgl. Jerrentrup 2018:80). Im Vorliegenden ist die r\u00e4umliche Eingrenzung besonders schwierig, da zentrale Prozesse wie das Abgrenzen, das Aus-dem-Kontext-L\u00f6sen und Zuschreiben besonders zahlreiche, sowie unterschiedliche kulturelle Kontexte au\u00dferhalb des als Okzident begriffenen, eigenen Bereichs betrifft. Man kombiniert zum Beispiel einen Rock aus Rajasthan mit einem \u00e4gyptischen Bauchtanzg\u00fcrtel, einem Batiktuch aus Bali als Oberteil, afghanischen Ketten, einem Kopfschmuck aus dem thail\u00e4ndischen Tanz und einer Handhaltung aus dem indischen Bharata Natyam.<\/p>\n<p>Die Inszenierenden setzen sich in der Regel nicht nur kaum mit dem kulturell Fremden auseinander, sondern laden es auch mit eigenen Inhalten auf, stellen es in starken Kontrast zu ihrer eigenen Lebenswelt und vereinnahmen es somit f\u00fcr ihre eigenen Zwecke. Auch wenn seit einiger Zeit das Ph\u00e4nomen der \u201eCultural Appropriation\u201c beispielsweise hinsichtlich bestimmter Kleidungsst\u00fccke oder Frisuren vermehrt diskutiert wird (vgl. z.B. Daynes 2008: 164 f.), werden solche Aspekte in der entsprechenden Szene kaum angesprochen \u2013 als Kunst oder der Kunst nahe verstanden reklamiert man f\u00fcr sich die Freiheit, visuelle Elemente anderer kultureller Kontexte auch zweckentfremdet nutzen zu d\u00fcrfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Das Fremde als \u201eAbwesendes\u201c legt schon einen Grund f\u00fcr die Inszenierung nahe: Offenbar besteht eine diffuse, nostalgische Sehnsucht (vgl. Fischer 1984:52). Im 18. Jahrhundert bezog sich der Begriff \u201eNostalgie\u201c auf das Heimweh eines Soldaten, also auf die r\u00e4umliche Entfernung und wurde sp\u00e4ter auf die zeitliche Abwesenheit \u00fcbertragen (vgl. Schwarz 2009:351). \u201eThe nostalgic experience is usually described as a contemplative, bitter-sweet mood, combining the sweetness of the past memory and the sorrow of its passing\u201c (ebd. 351). Offenbar wird im Fremden eine eigene Vergangenheit gesehen. Dies mag zum einen die pers\u00f6nliche Vergangenheit, die eigene Kindheit betreffen, in der orientalische Mythen pr\u00e4sent gewesen sein d\u00fcrften. Wie gerade der Orient \u00fcber biblische Anekdoten und Geschichten aus 1001 Nacht hinaus solche Mythen befl\u00fcgelt, beschreibt die Historikerin Susan Nance:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eFor the first 150 years of American history, the most broadly influential people to speak about the Eastern world were people who played Eastern by presenting themselves in Eastern personae &#8211; or &#8218;Oriental&#8216; or &#8218;Moslem&#8216; or &#8218;Hindoo&#8216; persona as the patter might have required. Some of these individuals were native-born Americans, some were migrants or immigrants from North Africa, West Asia, and South Asia. They included equal numbers of professional and amateur entertainers, some of whom performed in a serious attempt to depict foreign peoples, some of whom performed a kind of Eastern minstrelsy only in jest. In character, these performers told stories about affluent abundance, guilt-free leisure, spiritual truth, natural manhood, the mysteriously exotic, feminine self-discovery, romantic love, racial equality, and the creative possibilities for individuation in a market economy\u201c (Nance 2009:1-2).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Aber nicht nur Erinnerungen an Geschichten, an die Gedankenwelt der eigenen Kindheit sind hinsichtlich des Nostalgiegef\u00fchls von Bedeutung, in evolutionistischer Manier scheint die Vorstellung vom r\u00e4umlich abwesenden Orient auch einer zeitlich abwesenden, eigenen Vergangenheit parallelgestellt zu werden, als Reminiszenz an eine Zeit, die \u201eorientalischer\u201c gewesen sein mag. Nostalgische Vorlieben sind \u201egespeist aus defizit\u00e4r erfahrener Gegenwart\u201c (Fischer 1984:217), beinhalten einen \u201esense of the past\u201c (Coleman 2015:72), dessen fehlende historische Akkuratesse f\u00fcr den Nostalgiker irrelevant ist. Was genau fehlt der Gegenwart und findet sich in jenen Motiven?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Einen nennenswerten Aspekt d\u00fcrfte der Wunsch nach einem Leben in Einklang mit der, bzw. Integration in die Natur darstellen. Er spiegelt sich nicht nur in Outdoor-Motiven, sondern spielt auch bei Indoor-Inszenierungen eine Rolle: Die Materialien der Stoffe und Schmuckst\u00fccke wirken urspr\u00fcnglich, eher in Handarbeit gefertigt als industriell, die Settings erinnern oft an Beduinenzelte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9430\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-1-s.jpg\" alt=\"\" width=\"532\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-1-s.jpg 960w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-1-s-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-1-s-768x513.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 532px) 100vw, 532px\" \/><\/p>\n<p>Mit Natur werden auch andere Freizeitaktivit\u00e4ten wie Wandern in Verbindung gebracht wird:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eWoher stammt diese Sehnsucht nach Natur? &#8230; Eine typische Antwort auf diese Frage(n) lautet, Sehnsucht nach Natur sei eine Reaktion auf die als zunehmend naturfern empfundenen Lebensbedingungen unserer modernen Zivilisation&#8230;. Natur als authentische Gegenerfahrung&#8230; Diese Antwort ist allerdings unbefriedigend. Sie basiert n\u00e4mlich auf der fragw\u00fcrdigen ontologischen These, dass es ein nat\u00fcrliches menschliches Grundbed\u00fcrfnis nach Natur gebe\u201c (Kirchhoff et al. 2012: 10).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Kirchhhoff et al. unterscheiden zwei Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass Freizeit naturnah verbracht wird: Erstens den Wunsch nach F\u00f6rderung der physischen und psychischen Gesundheit, und \u201ezweitens die Sehnsucht nach Natur, die sich daraus ergibt, dass Natur in unserer Kultur mit positiven Bedeutungen assoziiert ist\u201c (ebd. 11). So gesehen ist Natur als Wert eng verbunden mit einem kulturellen Werteset, in dem die Natur \u2013 keineswegs selbstverst\u00e4ndlich \u2013 weniger als bedrohlich, denn als erstrebenswert wahrgenommen wird. Wenn man die Tradition dieser Auffassung betrachtet, kommt die europ\u00e4ische Epoche der Romantik in den Sinn: In Antwort auf die Aufkl\u00e4rung, die eine Entzauberung der Welt mit sich brachte, und in Antwort auf die kunsthistorische Epoche des nach Formvollendung strebenden Klassizismus, ging es den Romantikern um das Unbez\u00e4hmbare der wilden Natur, um mystische Unendlichkeit. Statt des Lichts der Vernunft stand das D\u00fcstere, Unerkl\u00e4rliche im Fokus der Romantik. So gesehen befindet sich der Wert, der der wilden Natur beigemessen wird, durchaus im Kontext der als naturfern begriffenen modernen Lebensbedingungen. \u201eWeiterhin hat in den letzten Jahren ein, wiederum insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene adressiertes Image an Beliebtheit gewonnen, das die Gro\u00dfstadt der Gegenwartsgesellschaft nicht als idyllische Lebenswelt, sondern als urbane W\u00fcste thematisiert, in der es darum geht, mit Haltung und Stil den Alltag zu meistern\u201c (Kautt 2011:103). Ruhe und Ausgleich bietet wiederum die Integration der Natur, die im Bild des Fremden, naturnah Lebenden Ausdruck findet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt d\u00fcrfte im Bed\u00fcrfnis nach klaren Strukturen, nach Ritualen, Bedeutungen und Abgrenzungen liegen, welche ihren visuellen Ausdruck in besonderem K\u00f6rperschmuck und Requisiten finden. Man stellt sich ein Leben vor, das das Sicherheitsbed\u00fcrfnis weit mehr erf\u00fcllt als der typische postmoderne Alltag. In dieser Vorstellungsweise kontrolliert beispielsweise das Ritual Aspekte des Lebens. Zudem wird sich der Orient als \u201ezeitlos\u201c imaginiert (vgl. Said 1978:70), eine Vorstellung, die nicht nur dem Wunsch nach einer gewissen Kontrolle \u00fcber die eigene Zukunft begegnet, sondern auch den Wunsch nach Zugeh\u00f6rigkeit, nach kultureller Identit\u00e4t anspricht. \u201eKulturelle Identit\u00e4t meint individuell das Selbstverst\u00e4ndnis als koh\u00e4rentes Wesen mit bestimmten Eigenschaften und einer Geschichte; bezogen auf eine Kultur das gemeinsame Selbstverst\u00e4ndnis ihrer Angeh\u00f6rigen\u201c (Sch\u00f6nhuth 2005:91). Auch wenn kulturelle Identit\u00e4t nicht wie ein Hemd gewechselt werden kann (vgl. Antweiler 2006:24) \u2013 eine gr\u00f6\u00dfere Flexibilit\u00e4t und W\u00e4hlbarkeit diesbez\u00fcglich bringt auch eine Instabilit\u00e4t mit sich.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>So erf\u00fcllen die Bildmotive hinsichtlich des Bed\u00fcrfnisses nach kultureller Identit\u00e4t mehrere Aufgaben: Die Inszenierung erm\u00f6glicht den Traum von einer engen, konkreteren und das Sicherheitsbed\u00fcrfnis erf\u00fcllenden kulturellen Identit\u00e4t, die in zahlreichen visuellen Markern wie besonderen Kleidungs- und Schmuckst\u00fccken Ausdruck findet \u2013 selbst wenn diese Kultur nur Produkt der eigenen Fantasie ist. F\u00fcr viele Akteure zielt die Inszenierung dar\u00fcber hinaus aber auch auf ein Bed\u00fcrfnis nach Zugeh\u00f6rigkeit, das \u00fcber eine nur imaginierte Gruppe hinausgeht: Man ist tats\u00e4chlich Teil der Gruppe der Orientmodels. Hierbei handelt es sich zun\u00e4chst nur um eine kurzzeitige, aber seinen Interessen entsprechend selbst gew\u00e4hlte Option, die das Potential hat, \u00fcber weitergehende Aktivit\u00e4ten \u2013 h\u00e4ufigere Shootings, Engagement im orientalischen Tanz etc. \u2013 zu einer Teilidentit\u00e4t zu werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Edward Saids Gedanken (Said 1978:96) folgend bietet diese inszenierte und imaginierte Kultur au\u00dferdem einen Gegenpol zur eigenen kulturellen Identit\u00e4t und macht das Eigene damit griffiger: Identit\u00e4t kann \u201eohne Alterit\u00e4t nicht gedacht werden\u201c (Wulf 2006:43), \u201eein &#8218;Wir-Bewu\u00dftsein&#8216; kann sich &#8230; nur in Unterscheidung zu anderen herausbilden\u201c (Niekisch 2002:27, vgl. auch Hepp et al. 2003:11). Rosaly Magg beschreibt dies mit Blick auf die Reisefotografie folgenderma\u00dfen: \u201eIndem die Fotografierten als r\u00fcckst\u00e4ndig bewertet werden, wird man selbst erh\u00f6ht. Der Fortschritt, den man selbst erreicht hat, wird so best\u00e4tigt\u201c (Magg 2013:43). Damit zeigt sich wiederum der Bezug zur Nostalgie, die ambivalente Sehnsucht nach einer Zeit vor gewissen \u201eFortschritten\u201c \u2013 wobei dennoch gilt: \u201eDer Fortschritt, den man selbst erreicht hat, so zweifelhaft er heute manchmal eingesch\u00e4tzt werden mag, wird so best\u00e4tigt: \u201azur\u00fcck\u2018 will niemand\u201c (Thurner 1992: 26). Im Orient-Shooting probiert das Model also so etwas wie eine andere Kultur und kann im Vergleich ihre eigene besser definieren.<\/p>\n<p>Auch die Rolle der Frau ist von Bedeutung, wenn es um die betreffenden Bildmotive geht. Beliebte Schlagworte wie \u201eKinder, K\u00fcche und Karriere\u201c, die Diskussion um das Eva-Prinzip und immer wiederkehrende Medienberichte zeigen, wie problematisiert diese Rolle nach wie vor in der sogenannten westlichen Gesellschaft ist: Einerseits haben sich Frauen mehr Freiheit und zumindest gesetzliche Gleichberechtigung erk\u00e4mpft, andererseits kann von gleichen Chancen oft keine Rede sein, und auch die Biologie spricht in manchen Hinsichten eine andere Sprache \u2013 \u201eBiology is destiny\u201c, wie Simone de Beauvoir sagte \u2013, was aufgrund von Mehrfachanforderungen zu einer \u00dcberlastung f\u00fchrt (erkennbar z.B. an Werbebildern, vgl. Steinbeck 2002:435). Zudem bleibt das Gef\u00fchl, eine Frau zu sein, also die Gender-Identit\u00e4t, manchmal auf der Strecke. So stellt man beispielsweise in beruflicher Hinsicht eine gewisse Gleichschaltung im Sinne einer Anpassung an die M\u00e4nner fest, die sich in der typischen B\u00fcrokleidung \u2013 Blazer und Bluse als Pendant oder Imitat von Hemd und Jackett \u2013 niederschl\u00e4gt, heuchlerisch gewisserma\u00dfen, denn trotzdem sind die Chancen f\u00fcr Frauen, in h\u00f6heren Positionen zu landen, deutlich geringer. Das Sch\u00f6nheitsideal tendiert vermehrt auch f\u00fcr Frauen in Richtung des sportlichen, durchtrainierten K\u00f6rpers. Charakterlich werden Eigenschaften wie Selbst\u00e4ndigkeit und Durchsetzungsf\u00e4higkeit gew\u00fcrdigt, Eigenschaften, die (traditionell) eher als maskulin wahrgenommen werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Im starken Kontrast hierzu steht die typische europ\u00e4ische Sicht auf die orientalische Frau, \u201eist sie doch [\u2026] der Inbegriff der unterdr\u00fcckten Frau, die sich auch aufgrund der ihr auferlegten Restriktionen, wie das Tragen eines Kopftuchs, aus dem gesellschaftlichen Leben heraush\u00e4lt\u201c (G\u00f6kce 2015: 3). Davon v\u00f6llig abgekoppelt erscheint die Fantasie-Orientalin der (Amateur-) Fotografie. Sie pr\u00e4sentiert sich feminin, gerne in knapper Kleidung und mit viel Schmuck, aber trotz ihrer Erotik elegant und geheimnisvoll. M\u00e4nner, denen die Frauen gefallen m\u00f6chten, oder gar eine Konkurrenz zu M\u00e4nnern, kommen in der mikroskopischen Welt dieser Fotos nicht vor (vgl. Shay 2016:69). Auch werden die Bildresultate zwar innerhalb der Szene stolz gezeigt, eignen sich aber nur bedingt dazu, M\u00e4nner au\u00dferhalb der Szene anzusprechen. H\u00e4ufig erschlie\u00dfen sich f\u00fcr den Szene-Outsider die Themen nicht, au\u00dferdem ist der Unterschied zum Real-Life-Aussehen meist deutlich und l\u00e4sst damit ggf. einen ung\u00fcnstigen Vergleichsstandard entstehen. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Punkt schlie\u00dft sich an: Inszenierte Fotografie als Vehikel f\u00fcr den Ausflug in eine andere Welt zu nutzen hat besondere Vorteile. Es ist ein kurzer Ausflug ohne gro\u00dfen zeitlichen und finanziellen Aufwand und ohne Konsequenzen in eine Welt, die nach eigenen Vorstellungen und f\u00fcr den eigenen Gebrauch selbst gestaltet ist. Dabei findet anders als beim Reisen keine Konfrontation statt, die die Illusion st\u00f6ren k\u00f6nnte, weder \u00e4sthetische St\u00f6relemente wie ein Fernseher im Beduinenzelt noch psychische oder soziale Irritationen, etwa die Information, dass eine prinzessinnenartig geschm\u00fcckte indische Braut ihren Br\u00e4utigam kaum kennt und in ihrer k\u00fcnftigen Familie vorerst eine oft schwierige Position einzunehmen hat. Bei Orient-Shootings hingegen h\u00e4lt die Fotografie die attraktivsten Momente der Inszenierung fest, durch Bearbeitung werden sie noch optimiert und versichern der Fotografierten die eigene exotische Attraktivit\u00e4t.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Eine weitere Beobachtung betrifft eine gewisse Selbstorientalisierung: Auch Menschen mit Herkunft aus einem jener exotisierten kulturellen Kontexte tragen selbst oft zu solchen fotografischen Umsetzungen bei. Dies mutet kontr\u00e4r zum zuvor genannten Statement der Indianerst\u00e4mme an. Tats\u00e4chlich geht die Initiative f\u00fcr solche Themen aber nicht selten von den betreffenden Frauen aus und sie liefern dann die entsprechenden Kost\u00fcme und\/oder Requisiten. Die jeweilige kulturelle Herkunft spielt dabei eine der Optik und Gesamtatmosph\u00e4re klar untergeordnete Rolle, nicht selten stammen die Elemente gar nicht (nur) aus dem eigenen Kontext. Auch in diesem Fall werden sie weniger als Signifikanten f\u00fcr eine bestimmte kulturelle Identit\u00e4t denn als Requisiten in einem Projektionsraum eigener Sehns\u00fcchte wahrgenommen. Hinzu kommt hier eine Auseinandersetzung mit der eigenen kulturellen Identit\u00e4t als \u201eOrientalin\u201c, zu der die m\u00e4rchenhaften Fotos ein Statement abgeben mit dem sich die Betreffende klar vom Stereotyp der unterdr\u00fcckten Orientalin abhebt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Der Orient als kreative Aneignung<\/p>\n<p>Diese Art der inszenierten Fotografie kann also als ein Antesten, ein kleines Erlebnis<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> einer anderen Realit\u00e4t beschrieben werden, f\u00fcr das die Fotografie die Grundlage und Rechtfertigung bietet \u2013 ohne die Fotografie w\u00fcrde es nicht stattfinden (vgl. Magg 2013:44). Unn\u00f6tig ist dabei die oft m\u00fchsamere Bereitschaft, das Fremde tats\u00e4chlich kennenzulernen oder die Realit\u00e4t \u2013 sei es die \u201eorientalische\u201c oder die eigene \u2013 so ver\u00e4ndern zu wollen, dass sie das besitzt, was die Betreffenden in ihr vermissen. So gesehen schl\u00e4gt sich in den inszenierten Orient-Bildern eine passive Haltung nieder, eine Flucht in die Fantasie. Hier passt der Begriff von Kitsch: Kitsch entspringt der Sehnsucht nach dem Guten, nach einer utopischen Gegenwelt (vgl. Gyr 2005: 362). Seit Jeff Koons genie\u00dft Kitsch zudem den Status einer neuen Avantgarde (vgl. Liessmann 2002:15), der \u00dcbergang von Kitsch zu Kunst wird zunehmend als flie\u00dfend betrachtet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9431\" src=\"http:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-und-denise-s.jpg\" alt=\"\" width=\"475\" height=\"711\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-und-denise-s.jpg 641w, https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/files\/2019\/08\/viola-und-denise-s-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><\/p>\n<p>Allerdings l\u00e4sst sich die fotografische Umsetzung \u201eferner\u201c Themen auch anders begreifen: Es ist eine kreative Aneignung unterschiedlicher Kontexte. Dabei geht es nicht darum, jene Kontexte zu imitieren oder kopieren, sondern sich lediglich Teilen ihrer \u00c4sthetiken zu bedienen, sie als Inspirationen zu w\u00e4hlen, um dann eigene Botschaften zu liefern vor dem Hintergrund des eigenen kulturellen Kontexts. Dies erkl\u00e4rt auch gewisse Ver\u00e4nderungen \u00fcberlieferter Aspekte, die sich in den Fotos finden. Manches wird den speziellen Bed\u00fcrfnissen des Mediums \u201eFotografie\u201c unterworfen. Ein einpr\u00e4gsames Beispiel stellen Mehendis dar, Hennamuster, die in vielen als \u201eorientalisch\u201c beschriebenen L\u00e4ndern typischerweise auf die H\u00e4nde, vor allem auch auf die Handinnenfl\u00e4chen gemalt werden. Nun sollen die H\u00e4nde in der Portraitfotografie aber meist nicht zu sehr in Konkurrenz zum eigentlichen Fokus, dem Gesicht stehen. So entstand die Idee, mehendiartige Muster im Gesicht aufzutragen. Zudem brauchte es eine Methode, die semipermanenten Tattoos rascher und ohne Trockenzeit aufzumalen und ebenso schnell abwaschen zu k\u00f6nnen. Hier empfiehlt sich die Nutzung alternativer Farben, etwa eines braunen Kajalstift. Damit \u00e4ndert sich auch die Technik der Bemalung, ein Kajalstift wird wie ein Bleistift gehalten, eine klassische Mehenditube liegt umgekehrt in der Hand und erfordert eine Gleichzeitigkeit von Malen und Druck auf die Tube. Ein weiteres Beispiel stellen klassische Bauchtanzsets dar, die, um bei kleinen Bildausschnitten zur Geltung zu kommen, neu zusammengestellt werden, etwa, indem der G\u00fcrtel als Kopfschmuck Verwendung findet.<\/p>\n<p>Neben der Unterwerfung unter die Spezifika des Mediums kann die Zusammenstellung von Elementen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten als neue Einheit auch im Sinne einer bestimmten Melange-\u00c4sthetik und\/oder einer bestimmten Aussage verstanden werden. Ein Beispiel in diese Richtung bietet die amerikanische Erfindung des \u201eTribal Bellydance\u201c:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eBecause tribal is an American construct, its practitioners typically situate its authenticity in the artist&#8217;s right to create (through fusion) statements that reflect individually and immediately relevant tensions and realities\u201c (Deagon 2016: 376)<sup><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/sup><\/p>\n<p>Wie beim Tribal Bellydance geben auch die Akteure der inszenierten Portraitfotografie bewusst oder unbewusst Statements ab und man kann, wie gezeigt, von bestimmten Motivationen ausgehen, die im Orientthema ihren Ausdruck finden. Anders als beim Tribal Bellydance besteht aber kein dauerhaftes Commitment dem Thema gegen\u00fcber, es entsteht keine (Sub-)Kultur, die sich speziell mit diesem Thema auseinandersetzt und es weiterentwickelt. F\u00fcr die Beteiligten steht meist bald die n\u00e4chste Motividee ins Haus, die u.a. aus \u00e4hnlichen defizit\u00e4ren Erfahrungen der Gegenwart resultieren, die wieder etwas r\u00e4umlich und\/oder zeitlich Abwesendes thematisieren mag. Die \u201eFotos vom Orient\u201c bleiben als Erinnerung an eine (teilweise) mit anderen geteilte Fantasie vom Orient und als Teil eines individuellen \u201edo-it-yourself identity kit\u201c, das Konsumenten f\u00fcr ein \u201ecustomized self\u201c nutzen k\u00f6nnen (Buechler 2016: 219, vgl. auch Elliott 2016: 70) und ihnen beim Handling ihrer eigenen individuellen und kulturellen Identit\u00e4t hilft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Maja Tabea Jerrentrup ist\u00a0Professorin an der Ajeenkya D Y Patil University in Pune, Indien.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Gemeint ist hier in erster Linie die Szene der inszenierten Portraitfotografie, auch Modelfotografie genannt, in der sich vor allem engagierte Amateure und Semiprofis aufhalten und die mehrere 100 000 Mitglieder in Deutschland z\u00e4hlt (vgl. Jerrentrup 2018:9 ff.). Es bestehen deutliche \u00dcberschneidungen zu reinen Kundenshootings, zu Modemagazinstrecken und zur Werbung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ein Gegenbeispiel ist die Victoria Secret Fashion-Show von 2012, bei der ein Mannequin einen besonderen indianischen Kopfschmuck trug. \u201e\u2018Herabw\u00fcrdigend\u2018, findet Emy Zah, der Sprecher der Navajo Nation&#8230; Einen solchen Kopfschmuck tr\u00fcgen Indianer als Zeichen besonderer Auszeichnung. \u201aWir mussten F\u00fcrchterliches ertragen, um zu \u00fcberleben und sicherzustellen, dass unsere Lebensweise erhalten bleibt\u2018, so Zah\u00a0weiter. In einer offiziellen Erkl\u00e4rung\u2026 schreibt Ruth Hopkins, Anw\u00e4ltin dreier gro\u00dfer amerikanischer Indianerst\u00e4mme: \u201aWir sind Menschen, kein Trend. Wir tragen keine Kost\u00fcme. Wir tragen Kleidung und jedes einzelne St\u00fcck bedeutet etwas\u00a0Besonderes\u2018\u201c (SZ 2012).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Die folgenden Aspekte beruhen auch auf der Befragung von 20 Modellen, die an \u201eOrientdays\u201c (Fotoaktionstagen) teilgenommen haben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Eine Ann\u00e4herung an die sehr kontroversen Begriffe \u201eMaskulinit\u00e4t\u201c und \u201eFeminit\u00e4t\u201c findet sich beispielsweise bei Erdmann in Anlehnung an Hofstede (Erdmann: 2008, 19).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00c4hnlich auch die selektive Adaption fremdl\u00e4ndisches Essen betreffend (vgl. Buettner 2008:866).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur<\/p>\n<p>Antweiler, Christoph (2006). Grundpositionen interkultureller Ethnologie. Nordhausen: Traugott Bautz Verlag.<\/p>\n<p>Buechler, Steven (2016): Critical Sociology. New York: Routledge.<\/p>\n<p>Buettner, Elisabeth (2008): \u201cGoing for an Indian\u201d: South Asian Restaurants and the Limits of Multiculturalism in Britain. The Journal of Modern History, Vol. 80, No. 4, A Special Issue on Metropole and Colony (December 2008). S. 865-901<\/p>\n<p>Coleman, A.F. (2015): Auras: There\u2019s an App for That. MIT Technology Review, Vol. 118, 1, S. 72-78<\/p>\n<p>Daynes, Sarah (2008): The Ground beneath our Feet. Rastafari and the Constructions of Race. In: Lewis, Linden und Glyne Griffith (eds.): Color, Hair. Lewisburg: Bucknell University Press. S. 161-184<\/p>\n<p>Deagon, Andrea (2016): Orientalism and the American Belly Dancer: Multiplicity, Authenticity, Identity. In: Shay, Anthony und Sellers-Young, Barbara (Hg.): The Oxford Handbook of Dance and Ethnicity. Oxford: Oxford University Press, S. 367-390<\/p>\n<p>Elliott, Anthony (2016): Identity Troubles. An Introduction. New York: Routledge<\/p>\n<p>Fischer, Volker (1984): Nostalgie. Geschichte und Kultur als Tr\u00f6delmarkt. Luzern und Frankfurt am Main: CJ Bucher<\/p>\n<p>Gerhards, J\u00fcrgen, Hans, Silke und Schupp, J\u00fcrgen (2016): Einstellungen der B\u00fcrgerInnen in Deutschland zur Aufnahme von Gefl\u00fcchteten. Berlin: Deutsches Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung DIW. http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.534432.de\/16-21-1.pdf<\/p>\n<p>G\u00f6kce, Ayse (2015): Die Frau im Orient aus der Sicht des Okzidents. Entsprechen die westlichen Stereotype der tats\u00e4chlichen Stellung der orientalischen Frau? M\u00fcnchen: GRIN Verlag<\/p>\n<p>Gyr, Ueli (2005): Kitschbilder? Bilderkitsch? Gedanken zur Bildsteuerung im Kitsch. In: Gerndt, Helge und Haibl, Michaela: Der Bilderalltag. Perspektiven einer volkskundlichen Bildwissenschaft. M\u00fcnster: Waxmann, S. 357-365<\/p>\n<p>Hepp, Andreas, Thomas, Tanja &amp; Winter, Carsten (2003): Medienidentit\u00e4ten: Eine Hinf\u00fchrung zu den Diskussionen. In: Winter, Carsten, Thomas, Tanja &amp; Hepp, Andreas (Hrsg.): Medienidentit\u00e4ten. Identit\u00e4t im Kontext von Globalisierung und Medienkultur. K\u00f6ln: Herbert von Halem Verlag. S. 7-26<\/p>\n<p>Jerrentrup, Maja Tabea (2018): Therapie vor der Kamera? Zum Potential inszenierter Menschenfotografie. M\u00fcnster: Waxmann<\/p>\n<p>Kautt, York (2011): \u00c4sthetisierung des Realen. Zur Konstruktion des Echten in der Werbung und anderen Bereichen der Medienkultur. In: Hieber, Lutz und Moebius, Stephan: \u00c4sthetisierung des Sozialen. Reklame, Kunst und Politik im Zitlater visueller Medien. Bielefeld: transcript, S. 87-114<\/p>\n<p>Kirchhoff, Thomas, Vicenzotti, Vera und Voigt, Annette (2012): Sehnsucht nach Natur. \u00dcber den Drang nach drau\u00dfen in der heutigen Freizeitkultur. Bielefeld: Transcript<\/p>\n<p>Liessmann, Konrad Paul (2002): Kitsch! Oder warum der schlechte Geschmack der eigentlich gute ist. Wien: Verlag Christian Brandst\u00e4tter<\/p>\n<p>Edward W. Said (2009): Orientalismus<i>. <\/i>Frankfurt a. M.: Fischer<\/p>\n<p>Erdmann, Anika (2008): Die Darstellung der Frau in der deutschen Werbung. Nordersted: GRIN Verlag<\/p>\n<p>Magg, Rosaly (2013): Die Fremde im Sucher. Der fotografische Blick auf Reisen. Mosambik-Rundbrief, 86. S 43-46<\/p>\n<p>Niekisch, Sibylle (2002). Kolonisation und Konsum. Kulturkonzepte in Ethnologie und Cultural Studies. Bielefeld: Transcript<\/p>\n<p>Potuo\u011flu-Cook, \u00d6yk\u00fc (2006): Beyond the Glitter: Belly Dance and Neoliberal Gentrification in Istanbul. Cultural Anthropology 21 Vol 4., S. 633-660<\/p>\n<p>Said, Edward (1978): Orientalism. New York: Pantheon<\/p>\n<p>Sch\u00f6nhuth, Michael (2005). Vademecum durch den Kulturdschungel. Eschborn: GTZ<\/p>\n<p>Schwarz, Ori (2009): Good Young Nostalgia. Camera phones and technologies of self among Israeli youths. Journal of Consumer Culture, Vol. 9, S. 348-376<\/p>\n<p>Shay, Anthony (2016): Ethno Identity Dance for Sex, Fun and Profit: Staging Popular Dances Around the World. London: Palgrave<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Sellers-Young, Barbara (2013): Introduction: The Interplay of Dance and the Imagined Possibilities of Identity. in McDonald, Caitlin E. und Sellers-Young, Barbara: Belly Dance Around the World: New Communities, Performance and Identity. Jefferson, North Carolina und London: McFarland &amp; Company, S. 3-16<\/p>\n<p>Sontag, Susan (1980): \u00dcber Fotografie. Frankfurt: Fischer<\/p>\n<p>Steinbeck, Anja (2002): Das Bild der Frau in der Werbung. Zeitschrift f\u00fcr Rechtspolitik 35, S. 435-438<\/p>\n<p>Stroebe, Wolfgang, Hewstone, Miles &amp; Stephenson, Geoffrey M. (1997): Sozialpsychologie. Eine Einf\u00fchrung. Berlin: Springer.<\/p>\n<p>S\u00fcddeutsche Zeitung (2012): Federn lassen. <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/stil\/aufregung-um-kopfschmuck-bei-victorias-secret-federn-lassen-1.1521674\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/stil\/aufregung-um-kopfschmuck-bei-victorias-secret-federn-lassen-1.1521674<\/a><\/p>\n<p>Thurner, Ingrid (1992): Tourismus und Fotografie. Fotogeschichte: Beitr\u00e4ge zur Geschichte und \u00c4sthetik der Fotografie. 12 (44), 23-42<\/p>\n<p>Werness, Hope B. (2000): Continuum Encyclopedia of Native Art. Worldview, Symbolism, and Culture in Africa, Oceania, and Native North America. New York: The Continuum International Publishing Group<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wulf, Christoph (2006). Anthropologie kultureller Vielfalt. Bielefeld: Transcript<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aneignung des Fremden<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[109892,482,779,1706,1728],"class_list":["post-9428","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-amateurfotografie","tag-cultural-appropriation","tag-fotografie","tag-okzident","tag-orient"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9428"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9428\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}