{"id":9608,"date":"2019-10-28T12:30:35","date_gmt":"2019-10-28T10:30:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/?p=9604"},"modified":"2019-10-28T12:30:35","modified_gmt":"2019-10-28T10:30:35","slug":"die-generation-von-heuteetikettierungen-und-darstellungstechniken-von-generation-porno-ueber-generation-selfie-bis-hin-zu-generation-youtubevon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/2019\/10\/28\/die-generation-von-heuteetikettierungen-und-darstellungstechniken-von-generation-porno-ueber-generation-selfie-bis-hin-zu-generation-youtubevon\/","title":{"rendered":"Die Generation von heute?Etikettierungen und Darstellungstechniken: von \u201aGeneration Porno\u2018 \u00fcber \u201aGeneration Selfie\u2018 bis hin zu \u201aGeneration YouTube\u2018<br><small><i>von Lena Glaubach<\/i><\/small><br><small>4.11.2019<\/small><\/small>"},"content":{"rendered":"<p>Generationen aus Journalismus und Sachbuch<!--more --><\/p>\n<p>Je \u00f6fter gesagt wird, dass die heutige Welt komplex und un\u00fcbersichtlich sei, desto h\u00e4ufiger wird der Begriff \u201aGeneration\u2018 verwendet, um Gemeinsamkeiten \u00fcber alle Trennungen und Konfusionen hinweg hervorzuheben. Erstaunlich ist, dass die beiden vollkommen gegens\u00e4tzlichen Behauptungen nicht selten von denselben Leuten kommen.<\/p>\n<p>Besonders gerne wird die Operation von Journalisten und anderen Publizisten durchgef\u00fchrt. Generationentexte sind seit einigen Jahren<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> ein sehr beliebtes Format, mit dem immer wieder gerne einpr\u00e4gsame Bezeichnungen eingef\u00fchrt werden. Auf die <em>Generation Golf<\/em>, die <em>Generation Praktikum<\/em>, die <em>Generationen<\/em> <em>X<\/em>, <em>Y<\/em> und <em>Z<\/em> folgen momentan sehr viele weitere Versuche. Sie reichen allein unter der Schwerpunktsetzung \u201aNeue digitale Medien\u2018 von <em>Generation Porno<\/em> \u00fcber <em>Generation Selfie <\/em>bis hin zu <em>Generation YouTube<\/em>.<\/p>\n<p>Diese Generationentexte sollen im Folgenden vorgestellt und zum Teil beispielhaft auf ihre Konstruktionsprinzipien hin untersucht werden: Durch welche Erz\u00e4hl- und Darstellungsweisen wollen die Generations-Behauptungen Plausibilit\u00e4t und Erinnerungswert erzielen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Das Konzept \u201aGeneration\u2018<\/p>\n<p>Die Begriffe \u201aAltersgruppe\u2018, \u201a(Alters-)Kohorte\u2018 und \u201aGeneration\u2018 werden mitunter synonym verwendet. Sie sind jedoch deutlich zu unterscheiden. So ist \u201aAltersgruppe\u2018 eine Kategorie zur Unterteilung der Gesellschaft nach aktuellem Alter. Personen geh\u00f6ren demnach im Laufe ihres Lebens mehreren Altersgruppen an. F\u00fcr \u201aKohorte\u2018 erfolgt die Zuteilung nach Geburtsjahrg\u00e4ngen. \u201aGeneration\u2018 wird ebenfalls als zeitlicher Ordnungsbegriff verwendet. Sie dient dar\u00fcber hinaus als soziokulturelle Kategorie wie \u201aStand\u2018, \u201aSchicht\u2018, \u201aKlasse\u2018 oder \u201aGeschlecht\u2018<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> sowie zur Darstellung historischer Kontinuit\u00e4t oder aber historischen Wandels.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Der Begriff kann sowohl im Kontext der Familie als auch im Kontext der Gesellschaft verwendet werden, in unserem Zusammenhang ist letzterer von Bedeutung.<\/p>\n<p>Das moderne Verst\u00e4ndnis des Generationenbegriffs beruht auf dem Aufsatz \u201eDas Problem der Generationen\u201c (1928) des Soziologen Karl Mannheim. Entscheidend ist darin seine r\u00e4umliche Vorstellung einer Generationenschichtung. Mannheim spezifiziert den Begriff der Generation durch die Unterscheidung in \u201eGenerationslagerung\u201c (Kohorte), \u201eGenerationszusammenhang\u201c (gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen) und \u201eGenerationseinheit\u201c (gemeinsame Verhaltensweisen).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Jureit und Wildt bestimmen den Begriff der Generation, den Ansichten Mannheims folgend, als Identit\u00e4tsbegriff und Handlungskategorie. Die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Generation liefere eine \u201eErkl\u00e4rung f\u00fcr eine spezifische Auspr\u00e4gung des Denkens, F\u00fchlens und Handelns\u201c.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Eine \u00e4hnliche Sozialisation durch bestimmte Ereignisse f\u00fchrt demnach zu einer gemeinsamen Art der Wahrnehmung. Daraus folgende Handlungen lassen also R\u00fccksch\u00fcsse auf die Existenz einer Generation zu.<\/p>\n<p>Das Konzept der Generation ist aufgrund eines teilweise unpr\u00e4zisen Gebrauchs, einer fehlenden Ber\u00fccksichtigung des Konstruktionscharakters, der daraus folgenden Komplexit\u00e4tsreduktion und der h\u00e4ufigen Beschreibung von Minderheiten- anstelle von Generationenpr\u00e4gungen, umstritten. Dennoch besitzt er unver\u00e4ndert eine Bedeutung als \u201ekulturelles Deutungsmuster\u201c,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> wie vor allem durch die h\u00e4ufige Verwendung des Generationsbegriffs in publizistischen Texten deutlich wird. Solche generationalen Erz\u00e4hlungen dienen zur Beschreibung der Erlebnisse und Erfahrungen einer oder mehrerer Generationen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Aufschlussreich ist daher, mit R\u00fcckgriff auf die Erz\u00e4hltheorie, die Untersuchung von Generationen als Narrativen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Generationenerz\u00e4hlungen im Vergleich \u2013 die digitale Perspektive<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig gibt es eine gro\u00dfe Vielfalt an Generationsbestimmungen, dazu reicht bereits ein Blick auf jene Ans\u00e4tze, die das Internet als Ausgangs- oder Mittelpunkt nehmen. Von allgemeinen Beschreibungen wie <em>Generation Internet<\/em>, <em>Net Generation<\/em>, <em>Digital Natives<\/em>, <em>Digital Natives 2.0<\/em> ( sowie dem Gegenbegriff <em>Digital Immigrants<\/em>) \u00fcber angebotsspezifische Titel wie <em>Generation Facebook<\/em>, <em>Generation Newsfeed<\/em>, <em>Generation Instagram<\/em> oder <em>Generation Porno<\/em> bis hin zu einzelnen T\u00e4tigkeitszuschreibungen wie <em>Generation Selfie<\/em> ist alles zu finden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/instagram.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9606\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/instagram.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach Palfrey und Gasser besteht die <em>Generation<\/em> <em>Internet<\/em> aus den Geburtsjahrg\u00e4ngen ab 1980.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Sie zeichne sich durch eine hohe Mitteilungsbereitschaft, neue Kommunikationsformen sowie ein hohes Ma\u00df an Kreativit\u00e4t, Selbstentfaltung und Innovation aus.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Es handle sich um eine \u201eglobale, partizipatorisch gepr\u00e4gte Online-Kultur, die gr\u00f6\u00dfere digitale Kompetenz erfordert\u201c.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Die Generation legt also Wert auf Kooperation und Feedback. Aus dieser Partizipation der Konsumenten leiten Palfrey und Gasser die gesellschaftliche Relevanz der Generation, insbesondere bez\u00fcglich traditioneller Medien und anderer etablierter Branchen, in Form eines \u201eZusammenbruch[s] der Hierarchien\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> ab. Die Generation Internet lebt eine digitale <em>Do It Yourself<\/em>-Kultur, die die Rolle des passiven Rezipienten abschafft.<\/p>\n<p>Aus der mehrfachen Selbstdarstellung, die das Internet seinen Nutzerinnen und Nutzern erm\u00f6glicht, folgt eine erh\u00f6hte Wandelbarkeit der pers\u00f6nlichen und sozialen Identit\u00e4t.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Dieser Wandel wird als generationenspezifisch dargestellt, da die <em>Digital<\/em> <em>Natives<\/em> durch ihre digitale Pr\u00e4gung w\u00e4hrend der Kindheit klar von den <em>Digital<\/em> <em>Immigrants<\/em><a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> abgegrenzt werden.<\/p>\n<p>Wenn selbst einzelne Akteure mehrere Versionen ihrer Pers\u00f6nlichkeit in der digitalen Welt pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen, wird die Unterscheidung von Fakten und Fiktion grunds\u00e4tzlich schwierig. Der Begriff \u201aFake News\u2018 wird so ebenfalls mit der <em>Generation<\/em> <em>Internet<\/em> in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Das zentrale Thema des Aktivismus ist laut Palfrey und Gasser ebenfalls Teil der <em>Generation<\/em> <em>Internet<\/em>: Durch Wahlkampagnen, vielschichtige Berichterstattung, vereinfachten Meinungsaustausch, die schnelle Entstehung von Protestbewegungen oder die Organisation eigener Initiativen entstehe eine \u201eKultur des digitalen Aktivismus\u201c,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> die die direkte und pers\u00f6nliche Teilnahme am politischen Prozess erm\u00f6glicht. Die pers\u00f6nliche Betroffenheit, die als Voraussetzung f\u00fcr politisches Engagement genannt wird, ist \u00fcber das Internet schnell und ohne r\u00e4umliche Grenzen zu erzeugen.<\/p>\n<p>Auch die <em>Kinder der Jahrtausendwende<\/em>, wie die Geburtskohorte von 1995 bis 2005 in der \u201eFrankfurter Allgemeinen Zeitung\u201c genannt wird, scheinen unter anderem durch ihr Cyber-Leben eine Generation zu bilden. \u201eDie Kinder von Merkel und Instagram\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> \u2013 der Titel zeigt das breite thematische Spektrum dieser Generationenerz\u00e4hlung: von politisch bis digital, die Generation wird nicht auf ein Charakteristikum reduziert. Es handelt sich also um einen Artikel, der durch eine m\u00f6glichst vielf\u00e4ltige Darstellung Evidenz erreichen m\u00f6chte. In Bezug auf das Internet f\u00e4llt bei den <em>Kindern der<\/em> <em>Jahrtausendwende<\/em> auf, dass ihre Pers\u00f6nlichkeit nicht mehr unabh\u00e4ngig vom Online-Leben denkbar ist. Die daraus resultierende dauerhafte Vernetzung mit der Welt habe aber Vorteile: Die Generation sei zu einer eigenst\u00e4ndigen Bildung und Sozialisation in der Lage.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Das erm\u00f6gliche eine politische Meinung und im n\u00e4chsten Schritt politisches Handeln, wie es konkret beispielsweise im Rahmen von <em>Fridays for Future<\/em> stattfindet.<\/p>\n<p>Kritisch wird eine solche neue M\u00f6glichkeit der Meinungsbildung unter dem Titel der <em>Generation<\/em> <em>Newsfeed<\/em> im Magazin \u201et3n\u201c diskutiert. Ein Zuschnitt der Meldungen auf pers\u00f6nliche Interessen, wie er im Newsfeed bei Facebook stattfindet, sorge f\u00fcr eine Gruppenpolarisierung, die kontraproduktiv f\u00fcr eine differenzierte Meinungsbildung und Kommunikation sei.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Im Gegensatz zur Position von Palfrey und Gasser, die in der Internetnutzung einer ganzen Generation die Chance eines verst\u00e4rken Austauschs sehen, wird nun das Fehlen eines \u00f6ffentlichen Diskurses bef\u00fcrchtet. Die Bezeichnung dieses Ph\u00e4nomens als \u201eZeitgeist\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> ist allerdings nicht unbedingt ausreichend, um die Verwendung des Generationenbegriffs zu legitimieren.<\/p>\n<p>In einem Blogbeitrag zur <em>Generation Instagram<\/em><a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> stellt die Autorin die Nutzung von und Begeisterung f\u00fcr Social Media als altersabh\u00e4ngig dar. Die dort praktizierte Selbstdarstellung ist ihrer Meinung nach zunehmend mit Druck verbunden, weil es dort nur idealisierte Versionen der eigenen Person und des eigenen Lebens zu sehen gebe. Instagram als Plattform f\u00fcr das scheinbar einfache und schnelle Erreichen von Ber\u00fchmtheit diene als Verk\u00f6rperung einer altersspezifischen Vorstellung von Erfolg. Das Anstreben eines partikul\u00e4ren Lebensstils soll also als Merkmal der Generation dienen. Netzaktivismus wird dort nicht mit Instagram in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>In einem weiteren Artikel wird versucht, die These, Social Media beeinflusse die Selbstwahrnehmung und erh\u00f6he den sozialen Druck, durch ein z\u00e4hlbares Indiz zu belegen. Die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> berichtet \u00fcber einen Anstieg der Eingriffe in der plastischen Chirurgie, liefert Zahlen f\u00fcr die Operationen bei unter 30-J\u00e4hrigen und nimmt diese Entwicklung als Grundlage f\u00fcr die <em>Generation Selfie<\/em>. Der Text suggeriert so die Betroffenheit einer bestimmten Altersgruppe und argumentiert weiter, Menschen aus allen Bev\u00f6lkerungsschichten w\u00fcrden so versuchen, den Sch\u00f6nheitsidealen der Sozialen Medien zu entsprechen. Da es sich allerdings nur um zwei Prozent der Bev\u00f6lkerung handelt, scheint es angebracht, f\u00fcr diese konkrete Entwicklung von einer Minderheitenerscheinung zu sprechen, nicht jedoch von einer Generation.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu erstellt Gernert ein umfassendes Portrait der <em>Generation Porno<\/em>, die f\u00fcr ihn aus den Geburtsjahrg\u00e4ngen der 1990er Jahre besteht und ebenfalls direkt mit dem Internet zusammenh\u00e4ngt, da der Konsum pornografischer Inhalte in der Altersgruppe online stattfindet. Das Argument f\u00fcr die Generationenspezifik wird also erneut \u00fcber die Art der Internetnutzung generiert. Die Abgrenzung zu fr\u00fcheren Generationen findet laut Gernert durch einen anderen Zugang zur Medienwelt statt: Es entstehe ein \u201edigital divide\u201c.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> M\u00f6gliche Folgen des Pornokonsums beruhten auf den Mechanismen, die auch als charakteristisch f\u00fcr die Sozialen Medien gelten: St\u00e4ndiger Vergleich, unrealistische Ideale und sozialer Druck sorgten f\u00fcr Verunsicherung.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Der Porno wird als Teil des Alltags dargestellt \u2013 sei es in Form von Spielzeugen, Filmen, Mode, Jugendsprache oder dem eigenen Sexualleben. Der massenkompatible \u201aPorno Chic\u2018 mache Pornografie zu einem Aspekt der Popkultur.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Dies spreche f\u00fcr die Generation Porno als eine gesamtgesellschaftlich relevante Gruppe, die eine kulturelle Ver\u00e4nderung bewirke.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/generation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9607\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/generation.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Generationenerz\u00e4hlungen im Vergleich \u2013 die politische Perspektive<\/p>\n<p>F\u00fcr die Jahrg\u00e4nge ab 1990 ist die Politik der Bundesrepublik automatisch mit der Kanzlerschaft Angela Merkels (seit 2005) verbunden. F\u00fcr die <em>Generation Merkel<\/em> ist sie das verbindende Element. Die Autorin des \u201eWelt\u201c-Artikels<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> ist Anfang zwanzig, sieht sich selbst als Angeh\u00f6rige der Generation und liefert so eine intragenerationelle Perspektive. Durch Selbstzuschreibungen schafft sie Evidenz f\u00fcr ihre Generationenerz\u00e4hlung. Als entscheidendes Kennzeichen stellt sie heraus, wie unpolitisch ihre Generation sei. Merkel spiele insofern eine Rolle, als sie mit ihrem passiven Regierungsstil als Verhaltensvorbild gelte. Durch Beschreibungen wie \u201eWir sind ihre [Merkels] Kinder und ihr Erbe\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> wird die Verbindung zwischen der Kanzlerin und der beschriebenen Generation verdeutlicht und indiziert, dass Merkel auch \u00fcber ihre Kanzlerschaft hinaus die Jugend pr\u00e4ge, die mit ihr aufgewachsen ist.<\/p>\n<p>Das mangelnde politische Interesse der Generation bringt die Autorin mit dem Begriff der \u201eWohlstandsgeneration\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> in Verbindung. Es bestehe kein Anlass zum Widerstand, aus dem fehlenden Generationenkonflikt entstehe eine generelle Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber (welt)politischen Konflikten.<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang der Kontrast zu einem weiteren Artikel zur\u00a0 <em>Generation Merkel<\/em>, nun aus dem \u201eSZ-Magazin\u201c und geschrieben von einem Angeh\u00f6rigen der <em>Generation Kohl<\/em>.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Die andere Perspektive und der Vergleich zwischen den deklarierten Generationen Kohl und Merkel sorgen f\u00fcr erhebliche Unterschiede in der Charakterisierung und verdeutlichen die Subjektivit\u00e4t der Generation als Konstrukt. Die Kanzlerschaft Merkels, die im ersten Artikel als profillos kritisiert wird, ist nach Auffassung des zweiten Autors gepr\u00e4gt von \u00dcberraschung und Bewegtheit, sie stehe darum der Vorhersehbarkeit und Stagnation der Kanzlerschaft Kohls kontr\u00e4r gegen\u00fcber.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Als Merkmal der <em>Generation<\/em> <em>Merkel<\/em> schlie\u00dft\u00a0 er somit auf Aktivit\u00e4t, w\u00e4hrend die Autorin des ersten Artikels die Passivit\u00e4t ihrer eigenen Generation beanstandet.<\/p>\n<p>In der FAZ wird bez\u00fcglich der <em>Jahrtausendwendekinder<\/em> darauf aufmerksam gemacht, dass \u201e[p]olitische oder kulturelle Rebellion [\u2026] sich nicht prim\u00e4r im \u00e4u\u00dferen Stil\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> \u00e4u\u00dfere, wie es beispielsweise bei Punks oder anderen Subkulturen der Fall sei. Rebellische Haltungen einer Generation sind also m\u00f6glichweise nicht direkt als solche erkennbar. Die Pr\u00e4gung durch \u00f6kologische Katastrophen kann laut den Autoren des Artikels entweder das Vertrauen in die eigene Zukunft ersch\u00fcttern oder \u201eeine gepr\u00fcfte und gefestigte politische Haltung\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> einfordern. Auch dazu steht die Darstellung der <em>Generation<\/em> <em>Merkel<\/em> als unpolitisch definitiv im Widerspruch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zwischenbilanz<\/p>\n<p>Bei einem Vergleich aller hier betrachteten Texte fallen insgesamt nur wenige Widerspr\u00fcche auf. Trotz der teilweise sehr unterschiedlichen Begriffe und Perspektiven werden viele Aspekte mehrmals aufgegriffen. F\u00fcr die digitalen Generationsbezeichnungen sind dies die Bedeutung der Kommunikation und Interaktion sowie die M\u00f6glichkeiten der Partizipation und Bildung. Unter dem Begriff der \u201aSelbstdarstellung\u2018 stehen sich kreative Selbstverwirklichung und unter Druck setzende Selbstoptimierung gegen\u00fcber. Die Ansicht, dass die Art der Internetnutzung Auswirkungen auf Identit\u00e4t, Sozialisation und politische Meinungsbildung hat, wird jedoch in allen Texten vertreten. Die darin enthaltene Komponente des Netzaktivismus l\u00e4sst sich in direkten Bezug zur <em>Generation Merkel<\/em> setzen. Wie bereits angemerkt, passt der Artikel aus der \u201eWelt\u201c nicht in die Beschreibungen einer sich repolitisierenden und digital aktiven Generation, die anderen Texte aus der politischen Perspektive erg\u00e4nzen aber \u00fcberwiegend widerspruchslos dieses Bild.<\/p>\n<p>Durch die Auswahl der Generationsbestimmungen werden unterschiedliche Herangehensweisen f\u00fcr Zuschreibungen erkennbar. W\u00e4hrend sich f\u00fcr eine politische Generationenbeschreibung die Orientierung an einer Pers\u00f6nlichkeit des politischen Lebens anbietet, wird im Bereich der \u201aneuen Sozialen Medien\u2018 die Entwicklung und Nutzung ebendieser Technologien als Ausgangspunkt verwendet. Daraus ergeben sich f\u00fcr die konkreten Artikel auch unterschiedliche Macharten. Begriffe wie die <em>Generation Selfie<\/em>, <em>Newsfeed<\/em> oder <em>Porno <\/em>arbeiten mit einem einzelnen Ph\u00e4nomen, das mit dem Terminus der \u201aGeneration\u2018 verkn\u00fcpft wird, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Davon ausgehend werden weitere Aussagen \u00fcber die Personen getroffen, die der Generationenbeschreibung zuzuordnen sind. Anders wird bei den Texten zur <em>Generation Internet<\/em> oder den <em>Jahrtausendwendekindern<\/em> vorgegangen. Dort wird mehr als ein Ereignis oder Ph\u00e4nomen betrachtet, um ein m\u00f6glichst vielschichtiges Generationenportrait, das verschiedene Lebensbereiche abdeckt, zur Evidenzerzeugung zu nutzen.<\/p>\n<p>Eine weitere Generationsbezeichnung dieser Art soll abschlie\u00dfend detailliert betrachtet werden. Der Text \u00fcber die <em>Generation YouTube<\/em> vereint nicht nur mehrere M\u00f6glichkeiten der Generationszuschreibung, sondern auch die bisherigen thematischen Schwerpunkte: Politik und Social Media.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die <em>Generation YouTube <\/em>\u2013 Vertreterinnen und Vertreter<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/spiegel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9608 size-medium\" src=\"http:\/\/www.pop-zeitschrift.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/spiegel-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unter dem Titel \u201eRezoluzzer\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> stellt der \u201eSpiegel\u201c (Nr. 23, 01.06.2019) eine neue Generation vor \u2013 und gibt dieser gleich mehrere Namen. Im Vordergrund steht die \u201eGeneration YouTube\u201c,<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> auch als \u201e2019er\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> oder \u201eKinder der Apokalypse\u201c<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> deklariert. Die Vorstellung und Charakterisierung der Mitglieder erfolgen anhand ihrer bekanntesten Galionsfiguren. Die Vertreterinnen und Vertreter bilden die Vielfalt der Lebensbereiche ab, die im Artikel zu Bestandteilen der Generation gemacht werden.<\/p>\n<p>Auf dem Titelbild des \u201eSpiegel\u201c sind f\u00fcnf Personen abgebildet. Drei Frauen, zwei M\u00e4nner, alle sehen recht jung aus. Fast alle tragen Turnschuhe und schauen ernst in die Kamera. Der Titel in gro\u00dfen blauen Lettern bezeichnet sie als \u201eRezoluzzer\u201c.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Mit farblich zum Titel passender Haartolle steht in der Mitte der YouTuber Rezo. Die f\u00fcnf jungen Menschen repr\u00e4sentieren bildlich eine Generation, die in der Ausgabe des Magazins vorgestellt wird: die <em>Generation YouTube<\/em>. Wer dazugeh\u00f6rt, wodurch sie gepr\u00e4gt wurde und was sie ausmacht, wird auf insgesamt zehn Seiten dargestellt.<\/p>\n<p>Um zu erkl\u00e4ren, wer mit den neu eingef\u00fchrten Begriffen gemeint ist, fallen bereits etablierte Generationenbezeichnungen: <em>Millenials, Generation Z, iGen<\/em>.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Das liefert Geburtsjahrg\u00e4nge von den fr\u00fchen 80ern bis in die Jahre nach 2000. Die Personen, die als Mitglieder der <em>Generation YouTube<\/em> und den <em>19ern<\/em> vorgestellt werden, sind zwischen 1990 und 2003 geboren.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt als j\u00fcngste und gleichzeitig wohl bekannteste Vertreterin die 16-j\u00e4hrige Greta Thunberg. Die schwedische Umweltaktivistin ist Initiatorin der mittlerweile in zahlreichen L\u00e4ndern stattfindenden Protestaktion <em>Fridays for Future<\/em> und erhielt gro\u00dfe Aufmerksamkeit durch ihre Rede bei der UN-Klimakonferenz in New York. Gemeinsam mit Greta wird ihre Familie portr\u00e4tiert. Der Leser lernt f\u00fcrsorgliche Eltern kennen, die feststellen, dass ihre Tochter durch ihr Asperger-Syndrom eine klare Sicht f\u00fcr wichtige Fragen entwickelt hat und sich ihrem geforderten Lebensstil anschlie\u00dfen. Greta Thunberg ist im Artikel nicht nur eine zentrale Figur f\u00fcr die Klima-Demonstrationen, sondern auch f\u00fcr die <em>Generation YouTube<\/em>. Auf der ersten Doppelseite des Hauptartikels ist ein gro\u00dfes Foto von ihr beim gemeinsamen Protest mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen abgedruckt. Ihr Gesichtsausdruck wird beschrieben als \u201eerhaben und entr\u00fcckt und fremdelnd\u201c.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> Im Zusammenhang mit Greta Thunberg fallen aber auch Begriffe und Namen wie \u201eAbendmahl\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a>, \u201eheilige [\u2026] Ernsthaftigkeit\u201c<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a>, \u201eJeanne d\u2019Arc\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> und \u201eJesus Christus\u201c<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a>. Die Geschichte der Familie wird als \u201emodernes Martyrium\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> und \u201emoderne Erl\u00f6sungsgeschichte\u201c<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> bezeichnet. Die Beschreibung des \u201eSpiegel\u201c macht sie wortw\u00f6rtlich zu einer Ikone ihrer Generation.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <em>Fridays for Future<\/em>-Bewegung in Deutschland spielt Luisa Neubauer eine entscheidende Rolle. Die 23-J\u00e4hrige wird weitgehend \u00fcber ihr Instagram-Profil vorgestellt. Denn so erreiche sie ihr Publikum: Sie postet. Sie postet \u00fcber <em>Fridays for Future<\/em> und anstehende Wahlen, sie ruft zur Teilnahme an Protesten und zur Unterzeichnung von Petitionen auf. Ihr Netzaktivismus mache sie ebenfalls zu einer Vertreterin der <em>Generation<\/em> <em>YouTube.<\/em><\/p>\n<p>Neben diesen Verfechterinnen des \u00f6kologischen Wandels sollen die anderen portr\u00e4tierten Personen als Pers\u00f6nlichkeiten vorgestellt werden, f\u00fcr die das Feld der gesamten Politik eine gro\u00dfe Bedeutung besitzt. Immerhin behauptet der Untertitel auf dem \u201eSpiegel\u201c-Titelblatt, die <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em> mische die deutsche Politik auf. Das trifft wohl besonders auf den Mann zu, f\u00fcr den der titelgebende Neologismus geschaffen wurde. Der YouTuber Rezo w\u00fcrde sich selbst aber nicht als Aktivist oder eben <em>Rezoluzzer<\/em> bezeichnen. Er sehe sich als Unterhalter.<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><\/p>\n<p>Warum er ein typisches Beispiel f\u00fcr die <em>Generation YouTube<\/em> ist \u2013 abgesehen von seiner T\u00e4tigkeit als YouTuber \u2013 wird pr\u00e4gnant zusammengefasst: Veganer, Plastikm\u00fcll vermeiden, Fl\u00fcchtlinge retten, Google, Netflix, Twitter, Instagram.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Dass Rezo tats\u00e4chlich Teil der jungen Generation ist, wird in seinem Interview mit dem Spiegel auch auf sprachlicher Ebene sehr deutlich gemacht. Die Schule sei ein <em>Struggle<\/em> gewesen, darauf folgten <em>Talks<\/em> mit Psychologen, und er wisse, was Jesus f\u00fcr ein <em>Dude<\/em> war.<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a><\/p>\n<p>Doch soll sich die Generation nicht nur auf Deutschland erstrecken. In den USA hat die j\u00fcngste Abgeordnete der US-Geschichte, Alexandria Ocasio-Cortez, ihren Sitz auch ihrer steilen Karriere in den Sozialen Medien zu verdanken. Sie erreicht mit ihren Posts auf Instagram dreieinhalb Millionen Menschen, auf Twitter noch fast eine Million mehr, darunter viele Menschen, die \u2013 \u00e4hnlich wie Ocasio-Cortez \u2013 gesellschaftlichen Minderheiten angeh\u00f6ren und von ihr mobilisiert wurden. Diese mache Alexandria Ocasio-Cortez nicht nur zu einer \u201epolitischen Ikone\u201c<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a>, sondern, dem \u201eSpiegel\u201c-Artikel zufolge, auch zu einer Vertreterin der <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die <em>Generation YouTube <\/em>\u2013 Pr\u00e4gungen und Eigenschaften<\/p>\n<p>Wie die <em>19er<\/em> selbst seien auch ihre Pr\u00e4gungen vielf\u00e4ltig. In diesem \u201everr\u00fcckten Jahrzehnt\u201c<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> fanden und finden zahlreiche einschneidende Ereignisse statt, die das Weltbild und die \u00dcberzeugungen einer heranwachsenden Generation gepr\u00e4gt h\u00e4tten. Im Zusammenhang mit <em>Fridays for Future<\/em> stehe sicher der Klimawandel im Vordergrund. Doch erst die Ergebnisse der Europawahl im Mai 2019 h\u00e4tten deutlich gemacht, dass die Generation mit ihrem Protest f\u00fcr das Klima ernst zu nehmen sei. Die w\u00f6chentlichen Demonstrationen seien daf\u00fcr eine Art \u201eProphezeiung\u201c<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> gewesen.<\/p>\n<p>Es werden aber auch andere Ereignisse als pr\u00e4gend f\u00fcr die <em>Generation YouTube<\/em> dargestellt. Dazu z\u00e4hlen die Finanzkrise, die Fl\u00fcchtlingskrise, die Zunahme rechten Populismus und damit die innere Bedrohung von Demokratien, die Wahl Donald Trumps zum US-Pr\u00e4sidenten, der Skandal um den Filmproduzenten Harvey Weinstein und die daraus folgende Netzfeminismus-Debatte mit zahlreichen Hashtags wie #metoo, sowie die digitale \u00d6ffentlichkeit im Allgemeinen und Fake News im Besonderen. Gerade politische und wirtschaftliche Entscheidungen wie die Ausarbeitung des Artikels 13 zu Uploadfiltern im Netz oder die Abholzung des Hambacher Forstes verlangten, dass die <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em> nun als Protestgeneration charakterisiert werden muss. Zugeschrieben werden ihr politisches Potenzial, ein ausgepr\u00e4gter Gerechtigkeitssinn, Hypermoralit\u00e4t, Zukunftsorientiertheit, Schnelligkeit und eine gro\u00dfe Reichweite durch das Internet. Die Protestbewegung der Generation wird zusammengefasst als \u201eeher weiblich [\u2026] und links, eher jung und digital und feministisch, gegen Rassismus und f\u00fcr Gerechtigkeit\u201c.<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a><\/p>\n<p>Zu beobachten sei eine Repolitisierung der Jugend, aber abseits der Parteipolitik. Die Beispiele verdeutlichen: Politik, insbesondere politischer Aktivismus, finde zunehmend im Internet statt. Wie die Europawahl zeige, k\u00f6nnten so schnell Probleme f\u00fcr die Volksparteien entstehen, die in ihren Wahlprogrammen diese Art der Partizipation nicht ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em> tritt nach Auskunft des \u201eSpiegel\u201c f\u00fcr den radikalen Wandel ein. Es scheine wohl f\u00fcr die <em>Kinder der Apokalypse<\/em> die einzig angemessene Reaktion zu sein \u2013 so kurz vor dem drohenden Weltuntergang.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die <em>Generation YouTube<\/em> als Generationenerz\u00e4hlung<\/p>\n<p>Nach der Vorstellung der <em>Generation YouTube<\/em> beziehungsweise der <em>19er<\/em>, wie sie im Artikel des Spiegels vorgenommen wird, soll es nun um die argumentative und stilistische Ebene dieses Generationentextes gehen. Wie wird die Leserschaft von der G\u00fcltigkeit der neu eingef\u00fchrten Generationsbegriffe \u00fcberzeugt?<\/p>\n<p>Bei dem Artikel handelt es sich um eine generationelle Erz\u00e4hlung. Wie entscheidend die Verkn\u00fcpfung mit der Narratologie f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Generationengef\u00fcgen ist, wird ausf\u00fchrlich im Sammelband \u201eGeneration als Erz\u00e4hlung\u201c dargelegt: Letztlich beruhe die \u201eWirkung der Generation als Erz\u00e4hlung [\u2026] auf ihrer narrativen Plausibilit\u00e4t\u201c<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a>, nicht auf dem empirisch nachweisbaren Wahrheitsgehalt der Generationendarstellung. Eine generationelle Erz\u00e4hlung biete Orientierung, denn sie erzeuge Kollektivierung.<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a> Formate wie der vorliegende Generationentext tragen also zur Manifestierung einer Generation bei. Wie dies erz\u00e4hlerisch gelingt, soll nun untersucht werden.<\/p>\n<p>Das wichtigste Argument f\u00fcr die Generationenbezeichnung ist wohl der Wandel, der durch die Generation stattfindet. Ihn sollen die Ergebnisse der Europawahl, auf die im Laufe des Artikels mehrmals Bezug genommen wird, belegen; sie werden als eine deutliche Demonstration des politischen Potenzials eingestuft. Die Ergebnisse nach Altersgruppen zeigen starke altersspezifische Tendenzen in Bezug auf das Wahlverhalten. Das Wahlergebnis der Gr\u00fcnen \u2013 31 Prozent unter den 18- bis 29-J\u00e4hrigen \u2013 l\u00e4sst R\u00fcckschl\u00fcsse auf gemeinsame politische Zielsetzungen zu. Das funktioniert nicht nur parteien-, sondern auch personenbezogen, wie Alexandria Ocasio-Cortez in den USA zeige: \u201eAOC hat die Jugend hinter sich\u201c.<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a> Das Argument: Die Mehrheit einer Altersgruppe f\u00fchlt sich durch das gleiche (Partei)Programm angesprochen, weil sie generationenspezifische, gemeinsame Erfahrungen gemacht hat, die zu gemeinsamen Handlungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bedeutung der Generation wird mithilfe der Folgen der Wahlergebnisse argumentiert. Innerhalb von zwei Monaten werde die Protestbewegung um <em>Fridays for Future<\/em> von Politik und Allgemeinheit nicht nur wahr-, sondern auch ernst genommen. \u201eThis house is on fire. Und dieses Land nun auch.\u201c<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> So schlie\u00dft der Absatz zu den Klima-Demos und dem Wahlsonntag. Dieses Ereignis wird als partikul\u00e4r \u2013 und somit als entscheidend f\u00fcr die Generation \u2013 dargestellt. Wenn der Aktivismus junger Menschen direkte Folgen f\u00fcr ein ganzes Land (konkret: f\u00fcr die Volksparteien des Landes) habe, erhalte er gesamtgesellschaftliche Relevanz. Daraus folgt f\u00fcr den \u201eSpiegel\u201c, dass sich diese Altersgruppe auch eine eigene Bezeichnung als Generation verdient hat.<\/p>\n<p>Neben dem politischen Programm wird mit einem zweiten verbindenden Element argumentiert: dem Internet. Soziale Medien und Internet-Plattformen dienen der <em>Generation YouTube<\/em> als Informations- und Mitteilungskan\u00e4le. Der Umgang mit der digitalen Welt funktioniert als Alleinstellungsmerkmal in Abgrenzung zu anderen Altersgruppen. Durch eine gr\u00f6\u00dfere Reichweite sowie bessere und schnellere Kommunikation untereinander sind die Relevanz und der Einfluss Einzelner oder von Gruppen durch das Internet erst m\u00f6glich. Die technischen M\u00f6glichkeiten der Vernetzung werden als entscheidende generationsspezifische Entwicklung pr\u00e4sentiert. In diesem Zusammenhang wird im Artikel au\u00dferdem auf bekannte Generationsbezeichnungen, beispielsweise die <em>Millenials<\/em>, zur\u00fcckgegriffen. So kann der \u00e4hnliche Sozialisationsprozess im Zeichen von technischem Fortschritt und Digitalisierung verdeutlicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die <em>19er<\/em> und die <em>68er<\/em><\/p>\n<p>Die Definition der Generation geschieht besonders deutlich in Abgrenzung zu einer anderen. Die Wortneusch\u00f6pfung der <em>19er<\/em> erfolgt in Anlehnung an die <em>68er<\/em>. Das Jahr 1968 und die nach ihm benannte Generation sind ein bedeutsamer Bestandteil der deutschen Geschichte sowie einer Vielzahl generationaler Texte. Gerne wird sie als Vergleich herangezogen, wenn es um sp\u00e4ter in Erscheinung tretende Protestbewegungen geht. Im \u201eSpiegel\u201c-Artikel wird der Standpunkt vertreten, der Vergleich sei in diesem Fall trotz erheblicher Unterschiede angebracht. Wie werden also die <em>19er<\/em> vor dem historischen Vorbild der <em>68er<\/em> dargestellt?<\/p>\n<p>Interessant ist f\u00fcr diese Frage, dass die Deklaration als Nachfolger der <em>68er<\/em>-Generation durch einige Aktivisten von <em>Fridays for Future<\/em> selbst erfolgte.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> Die Assoziation mit ihr und den zugeh\u00f6rigen Werten scheint also erw\u00fcnscht zu sein, ist vielleicht sogar Teil der Selbstdarstellung?<\/p>\n<p>Jedenfalls findet im Artikel des \u201eSpiegel\u201c eine auff\u00e4llige Parallelisierung der beiden Generationen statt. Bereits auf dem Titelblatt erfolgt eine Deklaration, die eine eindeutige Verbindung herstellt: Die <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em> als \u201e[d]ie neue APO\u201c.<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a> Ein Vergleich mit der Au\u00dferparlamentarischen Opposition, dem Ausgangspunkt mehrerer Bewegungen in der BRD (Ostermarschbewegung, Studentenbewegung, Komitee Notstand der Demokratie),<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a> sch\u00fcrt vor Beginn des Artikels die Erwartungen an das politische Potenzial der betitelten <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em>.<\/p>\n<p>Im Verlauf des Textes werden zun\u00e4chst einzelne Personen als \u201eReferenzfiguren\u201c<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a> verglichen (Rudi Dutschke und Greta Thunberg), dann die in Fotos festgehaltenen Demonstrationen (Vietnam und Klima) und schlie\u00dflich die Jahre 1968 und 2019: \u201eSo war das damals im Februar 1968. Und so ist das nun im Fr\u00fchjahr 2019.\u201c<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> Das Ph\u00e4nomen des Jahres 1968 als Geschichte \u201evom Aufbruch und vom radikalen Umbau einer Gesellschaft, [\u2026] von der Neufindung eines Landes\u201c<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a> wird \u00fcbertragen auf die Protestbewegung 2019, auf die <em>19er<\/em>-Generation. Obwohl die Motive ihres Handelns aufgrund der verschiedenen gesellschaftlichen, politischen und \u00f6kologischen Situationen recht unterschiedlich sind, dr\u00fccken beide Generationen ihr Streben nach Ver\u00e4nderung in Protesten aus. Sie gehen auf die Stra\u00dfe, jedoch nicht mit den gleichen Zukunftsaussichten. 1968 waren sie die \u201eKinder des Aufbruchs\u201c.<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a> 2019 sind sie die \u201eKinder der Apokalypse\u201c.<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a><\/p>\n<p>Zwei weitere Unterschiede sind zu nennen. W\u00e4hrend der Protest der <em>68er<\/em> stark auf dem Prinzip der Subversion beruht habe, treffe der Protest der <em>19er<\/em> auf breite gesellschaftliche Akzeptanz. Entscheidend ist dabei die Position der Eltern. Die klare Abgrenzung, die f\u00fcr die junge Generation 1968 selbstverst\u00e4ndlich war, falle heute weg. Man arbeite nicht gegen, sondern mit den Eltern, obwohl der Protest inhaltlich eine fundamentale Anklage an diese liefere. Ein Generationenkonflikt liege nicht mehr vor.<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a> Die Wirkungsweise des Protests unterscheidet sich sowohl durch die Reichweite als auch durch die Schnelligkeit der aktivistischen T\u00e4tigkeiten. Das kommt, wie bereits erw\u00e4hnt, durch die modernen Kommunikationsm\u00f6glichkeiten in Zeiten des Internets zustande.<\/p>\n<p>Trotz dieser gravierenden Unterschiede wird die Parallelisierung der Generationen bis zum Ende des Artikels aufrechterhalten. Die Prognose lautet: Die <em>19er<\/em> werden zur n\u00e4chsten gro\u00dfen Protestgeneration nach den <em>68ern<\/em>. Dadurch wird der im Artikel vermittelte generationelle Auftrag besonders deutlich: Das politische Potenzial der <em>Generation<\/em> <em>YouTube<\/em>, wie es auch bei den <em>68ern<\/em> vorhanden war, muss genutzt werden f\u00fcr das wichtige Zukunftsprojekt mit dem Titel <em>Klimawandel<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Fazit<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Pr\u00e4gung und den Merkmalen einer Generation diene jene als \u201etreibende Kraft des historischen Prozesses\u201c.<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> Die junge Generation w\u00e4re somit entscheidend f\u00fcr den Wandel, der sich innerhalb einer Gesellschaft vollzieht. Prognosen f\u00fcr einen solchen Wandel und W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft sind h\u00e4ufig Gegenstand generationaler Literatur, sofern sie sich nicht mit der historischen Charakterisierung bereits vergangener Generationen besch\u00e4ftigt. Auch der hier untersuchte \u201eSpiegel\u201c-Artikel entwirft ein Zukunftsszenario, das den weiteren Einfluss einer Altersgruppe ausgehend von aktuellen Ereignissen, beispielsweise Wahlergebnissen, prognostiziert.<\/p>\n<p>Neben der Zukunftsorientierung sind generationale Diskurse nach Kraft\/Wei\u00dfhaupt jedoch auch stets \u201einteressengeleitete Diskussionen \u00fcber politische, \u00f6konomische oder soziale Fragen\u201c.<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a> Die Konstruktion der <em>Generation YouTube<\/em> als Fremdbeschreibung im \u201eSpiegel\u201c-Artikel ist aus dieser Perspektive hilfreich f\u00fcr eine strukturierte Darstellung aktueller Ereignisse.<\/p>\n<p>Laut Niethammer erfolgt die Identifikation einer Generation durch die \u201eIsolierung des Besonderen\u201c.<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a> Die Vorstellung solcher generationenspezifischer Aspekte findet im \u201eSpiegel\u201c-Artikel statt: Es wird eine Kombination verschiedener Ph\u00e4nomene vorgenommen, die mit j\u00fcngeren Altersgruppen in Verbindung gebracht werden. Zu nennen sind insbesondere das Internet, die Sozialen Medien, die zunehmende globale Vernetzung und daraus folgend neue Arten der Unterhaltung, Kommunikation und Information sowie neue Indikatoren f\u00fcr Erfolg und Anerkennung, die durch neue Berufsbilder (<em>YouTuber<\/em>, <em>Instagramer<\/em>, <em>Influencer<\/em>) verdeutlicht werden.<\/p>\n<p>Verkn\u00fcpft wird dieses thematische Feld mit politischem Aktivismus, bei dem der Klimawandel als dr\u00e4ngende Herausforderung der Generation im Mittelpunkt steht, und f\u00fcr welchen das Internet, und insbesondere Soziale Medien, als Forum fungieren. Es besteht also eine \u00dcbereinstimmung mit der Vielzahl an Generationenerz\u00e4hlungen, die die Bedeutung des Internets betonen und den technologischen Fortschritt als entscheidendes Merkmal zur Abgrenzung von anderen Altersgruppen und Generationen darstellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die politische Dimension vor dem Hintergrund der <em>Generation Merkel<\/em> hingegen liefern Selbstwahrnehmung und Fremdbeschreibung kontr\u00e4re Standpunkte. Die Beschreibung als Generation mit Probleml\u00f6sungstaktiken ist vereinbar mit der Darstellung einer engagierten und protestierenden Generation im \u201eSpiegel\u201c-Artikel. Auch die Argumentation wird durch die Gegen\u00fcberstellung mit einer anderen Generation \u00e4hnlich strukturiert. Im anderen Text steht eine eigene politische Agenda dem generellen Desinteresse junger Menschen entgegen. Der \u201eSpiegel\u201c kann mit konkreten Beispielen und Pers\u00f6nlichkeiten (Europawahl, <em>Fridays for Future<\/em>, Rezo, Greta Thunberg) f\u00fcr Plausibilit\u00e4t sorgen, da diese mehr \u00dcberzeugungskraft als intragenerationelle Selbstbekundungen haben.<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren des Spiegel-Artikels w\u00e4hlen sowohl mehrere Betitelungen &#8211; <em>Rezoluzzer<\/em>, <em>die neue APO<\/em>, <em>Generation YouTube<\/em>, <em>die 19er<\/em>, <em>Kinder der Apokalypse<\/em> \u2013 als auch mehrere Themenbereiche. Dazu z\u00e4hlen die deutsche, europ\u00e4ische und internationale Politik, der Schwerpunkt Klimawandel in Verbindung mit <em>Fridays for Future<\/em>, das Internet, die Sozialen Medien und der so m\u00f6gliche Netzaktivismus. Dies erm\u00f6glicht eine umfassende Charakterisierung der entworfenen Generation, die gest\u00fctzt wird durch Beispiele, Personen, Statistiken und Experten. Sie dient als strukturierter, weil als generationaler Text geformter, \u00dcberblick \u00fcber aktuelle, gesamtgesellschaftlich relevante Entwicklungen, die durch Menschen einer Altersgruppe angesto\u00dfen wurden. Der Umfang dieser Beschreibungen und die Koh\u00e4renz mit den Merkmalen bereits etablierter Generationen soll Glaubw\u00fcrdigkeit erzeugen. Dass es mittlerweile eine weitere Generationenerz\u00e4hlung gibt, die Greta Thunberg und Rezo vereint, tr\u00e4gt auch dazu bei. In der Kolumne werden sie zu Mitgliedern der \u201eGeneration ziviler Ungehorsam\u201c,<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a> die <em>Fridays for Future<\/em> mit der Bewegung <em>Extinction<\/em> <em>Rebellion<\/em> in Verbindung bringt. Deutlicher kann die kontinuierliche Transformation des Konstrukts Generation nicht werden.<\/p>\n<p>Nach Mannheim impliziert die Pluralisierung des Generationsbegriffs, dass \u00dcberlagerungen innerhalb einer Generation m\u00f6glich, in einer ausdifferenzierten Gesellschaft durch diverse Einflussfaktoren und Pr\u00e4gungen sogar kaum vermeidbar sind.<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a> Eine Generationslagerung kann also mehrere Generationszusammenh\u00e4nge enthalten, und auch aus einem \u00e4hnlichen oder gleichen Generationszusammenhang k\u00f6nnen mehrere Generationseinheiten entstehen, die sich durch ihre Handlungen unterscheiden. Die Vielfalt der Ereignisse und Pers\u00f6nlichkeiten im untersuchten \u201eSpiegel\u201c-Artikel legt nahe, dass dieser Generationentext mehrere Generationseinheiten zusammenfasst, die getrennt voneinander angemessener beschrieben werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Am Ende sei noch einmal an die Kernthese aus dem Band \u201eGeneration als Erz\u00e4hlung\u201c erinnert: Die Wirkung der Generationtexte beruhe auf ihrer \u201enarrativen Plausibilit\u00e4t\u201c<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a>, nicht auf dem empirisch nachweisbaren Wahrheitsgehalt der Generationendarstellung.<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a> Dies mag so sein, auff\u00e4llig ist jedoch, dass alle vorliegenden Generationentexte gro\u00dfen Aufwand betreiben, ihre Generationenbestimmung als \u201awahr\u2018 und \u201anachweisbar\u2018 auszugeben. Das geh\u00f6rt zu ihren \u201aNarrationen\u2018 offenkundig bindend dazu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Anmerkungen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Generationenliteratur gibt es vermehrt seit den sp\u00e4ten 1990er Jahren. Vgl. Parnes\/Vedder\/Willer: Konzept der Generation, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Jureit\/Wildt: Generationen, S.7 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Parnes\/Vedder\/Willer: Konzept der Generation, S. 226 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Mannheim: Das Problem der Generationen, S. 543 f; Zur Kritik am Konzept Mannheims s. bspw. Neun: Zur Kritik am Generationenbegriff von Karl Mannheim; Zinnecker: \u00dcberlegungen zu Karl Mannheims kanonischem Text.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Jureit\/Wildt: Generationen, S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Bohnenkamp\/Manning\/Silies: Argument, Mythos, Auftrag und Konstrukt, S. 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Kraft\/Wei\u00dfhaupt: Erfahrung \u2013 Erz\u00e4hlung \u2013 Identit\u00e4t, S. 32.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Bohnenkamp\/Manning\/Silies: Argument, Mythos, Auftrag und Konstrukt, S. 10 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Palfrey\/ Gasser: Generation Internet, S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. ebd., S. 27, S. 137 ff. und S. 270.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd., S. 158.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Ebd., S. 154.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. ebd., S.22 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Ebd., S. 27.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Palfrey\/ Gasser: Generation Internet, S. 311.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> FAZ. Die Kinder von Merkel und Instagram.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>Vgl. t3n: Generation Newsfeed.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Denkwandel: Generation Instagram.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> SZ: Die Selfie-Generation k\u00e4mpft gegen die Falten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Gernert: Generation Porno, S. 35.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. ebd., S. 174 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. ebd., S. 150 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Zur Aktualit\u00e4t der Begriffsverwendung s. Focus: Pornos und Kinder (Februar 2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Welt: Generation Merkel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> SZ: Die Wahrheit \u00fcber die Generation Merkel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> FAZ: Die Kinder von Merkel und Instagram.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Der Spiegel: Rezoluzzer, Titel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Ebd., S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Ebd., S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Der Spiegel: Rezoluzzer, Titel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Vgl. ebd., S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Ebd., S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Ebd., S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Ebd., S. 15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Ebd., S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Ebd., S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Ebd., S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Ebd., S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Bohnenkamp\/Manning\/Silies: Argument, Mythos, Auftrag und Konstrukt, S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Der Spiegel: Rezoluzzer, S. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Ebd., S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Ebd., Titel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Vgl. Bebnowski, S. 90 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Thie\u00dfen: Generation Feuersturm, S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Der Spiegel: Rezoluzzer, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Ebd., S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Ebd., S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Vgl. ebd., S. 15 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Parnes\/Vedder\/Willer: Konzept der Generation, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Kraft\/Wei\u00dfhaupt: Erfahrung \u2013 Erz\u00e4hlung &#8211; Identit\u00e4t, S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Niethammer: Sind Generationen identisch?, S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> SZ: Generation ziviler Ungehorsam.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Vgl.\u00a0 Parnes\/Vedder\/Willer: Konzept der Generation, S. 247.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Bohnenkamp\/Manning\/Silies: Argument, Mythos, Auftrag und Konstrukt, S. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Vgl. ebd., S. 20.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Literatur- und Quellenverzeichnis<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Prim\u00e4rliteratur<\/p>\n<p>A. (2018): Die Selfie-Generation k\u00e4mpft gegen die Falten. In: S\u00fcddeutsche Zeitung. URL: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/plastische-chirurgie-selfie-1.4183658\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/plastische-chirurgie-selfie-1.4183658<\/a> (Abgerufen: 08.08.2019)<\/p>\n<p>A. (2019): Pornos und Kinder: WDR-Doku zeigt, wie die Sexualit\u00e4t ver\u00e4ndert wird. In: Focus Online. URL: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/ratgeber\/sexualitaet\/wdr-reportage-wenn-kinder-pornos-schauen-das-kann-in-einer-sucht-enden-das-wuensche-ich-niemandem-dort-zu-sein_id_10320212.html\">https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/ratgeber\/sexualitaet\/wdr-reportage-wenn-kinder-pornos-schauen-das-kann-in-einer-sucht-enden-das-wuensche-ich-niemandem-dort-zu-sein_id_10320212.html<\/a> (Abgerufen: 31.07.2019).<\/p>\n<p>Backes, Laura\/Becker, Tobias\/Gorris, Lothar u. A. (2019): Rezoluzzer. Die neue APO: Wie die Generation YouTube die deutsche Politik aufmischt. In: Der Spiegel, Nr. 23, 01.06.2019, S. 12-21.<\/p>\n<p>Bosch, Aida\/Eck, Emanuel\/Hipperli, Rebecca (2018): Generation Z. Die Kinder von Merkel und Instagram. In: Frankfurter Allgemeine Quarterly. URL: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/quarterly\/die-kinder-von-merkel-und-instagram-15535334.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/quarterly\/die-kinder-von-merkel-und-instagram-15535334.html<\/a> (Abgerufen: 08.08.2019).<\/p>\n<p>Craemer, Anna (2019): Generation Instagram. Die Dosis macht das Gift. In: denkwandel.com. URL: <a href=\"https:\/\/www.denkwandel.com\/instagram\/\">https:\/\/www.denkwandel.com\/instagram\/<\/a> (Abgerufen: 31.07.2019).<\/p>\n<p>Gernert, Johannes (2010): Generation Porno. Jugend, Sex, Internet. K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Klapsa, Kaja (2018): Die \u201eGeneration Merkel\u201c ist so unpolitisch, dass es wehtut. In: welt.de. URL: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/plus184659800\/Generation-Merkel-So-unpolitisch-dass-es-weh-tut.html\">https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/plus184659800\/Generation-Merkel-So-unpolitisch-dass-es-weh-tut.html<\/a> (Abgerufen: 31.07.2019).<\/p>\n<p>Marinic, Jagoda (2019): Hier kommt die Generation ziviler Ungehorsam. In: S\u00fcddeutsche Zeitung. URL: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/fridays-for-future-jugendbewegung-meinung-1.4625395\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/fridays-for-future-jugendbewegung-meinung-1.4625395<\/a> (Abgerufen: 08.10.2019).<\/p>\n<p>Palfrey, John\/Gasser, Urs (2008): Generation Internet. Die digital natives. Wie sie leben, was sie denken, wie sie arbeiten. M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Raether, Till (2018): Die Wahrheit \u00fcber die Generation Merkel. In: S\u00fcddeutsche Zeitung Magazin. URL: <a href=\"https:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/politik\/die-wahrheit-ueber-die-generation-merkel-86519\">https:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/politik\/die-wahrheit-ueber-die-generation-merkel-86519<\/a> (Abgerufen: 08.08.2019).<\/p>\n<p>Vollmer, Jan (2019): Generation Newsfeed. Wie gro\u00df ist die Schuld von Facebook an der Polarisierung wirklich? In: t3n.de. URL: <a href=\"https:\/\/t3n.de\/magazin\/generation-newsfeed-wie-gross-an-247992\/\">https:\/\/t3n.de\/magazin\/generation-newsfeed-wie-gross-an-247992\/<\/a> (Abgerufen: 31.07.2019).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Sekund\u00e4rliteratur<\/p>\n<p>Bebnowski, David (2012): Generation und Geltung. Von den \u201e45ern\u201c zur \u201eGeneration Praktikum\u201c \u2013 \u00fcbersehene und etablierte Generationen im Vergleich. Bielefeld.<\/p>\n<p>Bohnenkamp, Bj\u00f6rn\/Manning, Till\/Silies, Eva-Maria (2009): Argument, Mythos, Auftrag und Konstrukt. Generationelle Erz\u00e4hlungen in interdisziplin\u00e4rer Perspektive. In: Bohnenkamp, Bj\u00f6rn\/Manning, Till\/Silies, Eva-Maria (Hg.): Generation als Erz\u00e4hlung. Neue Perspektiven auf ein kulturelles Deutungsmuster. G\u00f6ttingen, S. 9-32.<\/p>\n<p>Bohnenkamp, Bj\u00f6rn (2009): Vom Z\u00e4hlen und Erz\u00e4hlen. Generationen als Effekt von Kulturtechniken. In: Bohnenkamp, Bj\u00f6rn\/Manning, Till\/Silies, Eva-Maria (Hg.): Generation als Erz\u00e4hlung. Neue Perspektiven auf ein kulturelles Deutungsmuster. G\u00f6ttingen, S. 72-90.<\/p>\n<p>Jureit, Ulrike\/Wildt, Michael (Hg.) (2005): Generationen. Zur Relevanz eines wissenschaftlichen Grundbegriffs. Hamburg.<\/p>\n<p>Kraft, Andreas\/Wei\u00dfhaupt, Mark (2009): Erfahrung &#8211; Erz\u00e4hlung \u2013 Identit\u00e4t und die \u201eGrenzen des Verstehens\u201c: \u00dcberlegungen zum Generationenbegriff. In: Kraft, Andreas\/Wei\u00dfhaupt, Mark (Hg.): Generationen. Erfahrung, Erz\u00e4hlung, Identit\u00e4t. Konstanz, S. 17-47.<\/p>\n<p>Mannheim, Karl (1928): Das Problem der Generationen. M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Niethammer, Lutz (2003): Sind Generationen identisch? In: Reulecke, J\u00fcrgen (Hg.): Generationalit\u00e4t und Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert. M\u00fcnchen, S. 1-16.<\/p>\n<p>Neun, Oliver (2009): Zur Kritik am Generationenbegriff von Karl Mannheim. In: Kraft, Andreas\/Wei\u00dfhaupt, Mark (Hg.): Generationen. Erfahrung, Erz\u00e4hlung, Identit\u00e4t. Konstanz, S. 217-242.<\/p>\n<p>Parnes, Ohad\/Vedder, Ulrike\/Willer, Stefan (2008): Das Konzept der Generation. Eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte. Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Thie\u00dfen, Malte (2009): Generation \u201eFeuersturm\u201c oder Generation Lebensmittelkarte? \u201eGenerationen\u201c als biografisches Argumentund lebensgeschichtliche Erfahrung in Zeitzeugen-Interviews. In: Bohnenkamp, Bj\u00f6rn\/Manning, Till\/Silies, Eva-Maria (Hg.): Generation als Erz\u00e4hlung. Neue Perspektiven auf ein kulturelles Deutungsmuster. G\u00f6ttingen, S. 33-52.<\/p>\n<p>Zinnecker, J\u00fcrgen (2003): \u201eDas Problem der Generationen.\u201c \u00dcberlegungen zu Karl Mannheims kanonischem Text. In: Reulecke, J\u00fcrgen (Hg.): Generationalit\u00e4t und Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert. M\u00fcnchen, S. 33-58.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Generationen aus Journalismus und Sachbuch<\/p>\n","protected":false},"author":391,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[112358,92168,54667,837,112360,112361,112362,112363,112364,112365,112366,112367,908,112368,1996,112369],"class_list":["post-9608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-19er","tag-68er","tag-fridays-for-future","tag-generation","tag-generation-instagram","tag-generation-internet","tag-generation-merkel","tag-generation-newsfeed","tag-generation-porno","tag-generation-selfie","tag-generationen-youtube","tag-generationentexte","tag-greta-thunberg","tag-jahrtausendwendekinder","tag-rezo","tag-wohlstandsgeneration"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/391"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9608\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-siegen.de\/pop-zeitschrift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}